Das Wort des Lebens
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Der Lamm-Gott ist auf dem Thron inmitten der Stadt – Vertiefung

18 Min. Lesezeit

Die Offenbarung schließt mit einem überwältigenden Bild: Inmitten des Neuen Jerusalems steht der Thron Gottes und des Lammes, und aus diesem Thron fließt der Strom des Wassers des Lebens (Offb. 22:1–5). Dieses Bild ist nicht nur eine herrliche Zukunftsvision, sondern die Zusammenfassung von Gottes ewigem Vorsatz und der innerste Kern unseres heutigen Christenlebens.

In dieser Botschaft wollen wir sehen, wer der ist, der auf dem Thron sitzt, was Sein Thron bedeutet, wie Er sich als Lamm-Gott in uns austeilt und wie unser praktisches Christenleben unter Seinem Thron, unter einem klaren Himmel, aussieht.


I. Der eine Thron Gottes und des Lammes – der Lamm-Gott

Offenbarung 22 spricht vom „Thron Gottes und des Lammes“ (Offb. 22:1, 3). Es ist ein Thron – nicht zwei. Gott und das Lamm sitzen nicht auf zwei getrennten Thronen, sondern auf einem. Das zeigt, dass Gott und das Lamm eins sind. Sie sind der Lamm-Gott, der erlösende Gott, Gott der Erlöser.

Offenbarung 4 zeigt uns denselben Thron aus einer anderen Perspektive:

„Und sogleich war ich im Geist; und siehe: Da war ein Thron im Himmel aufgestellt, und auf dem Thron saß einer; und der da saß, war dem Aussehen nach wie ein Jaspisstein und ein Sarder, und rings um den Thron war ein Regenbogen, dem Aussehen nach wie ein Smaragd“ (Offb. 4:2–3)

In Offenbarung 4 sehen wir Gott auf dem Thron als den Schöpfer und Herrscher des Universums; in Offenbarung 22 sehen wir denselben Thron als „Thron Gottes und des Lammes“, aus dem der Strom des Wassers des Lebens hervorgeht (Offb. 22:1). Der Gott, der auf dem Thron sitzt, ist in Ewigkeit unser erlösender Gott. Er ist nicht nur der Gott der Macht, sondern der Gott, der als Lamm geschlachtet wurde und uns durch Sein Blut erkauft hat (vgl. Offb 5:6, 9).

Dass der Strom des Wassers des Lebens aus dem Thron Gottes und des Lammes hervorgeht, zeigt, dass der Dreieine Gott – Gott, das Lamm und der Geist – Sich selbst in Ewigkeit in Seine Erlösten austeilt. Der Thron ist der Ort der Autorität; der Strom ist die Ausströmung des Lebens. Unter Seinem Hauptsein, unter Seiner Autorität, fließt der Geist als Wasser des Lebens zu uns.

Offenbarung 22:1–5 zeigt vier Dinge, die mit diesem Thron verbunden sind:

den Strom des Wassers des Lebens (V. 1),

den Baum des Lebens (V. 2),

den Thron Gottes und des Lammes (V. 3),

das Sehen Seines Angesichts und das Regieren mit Ihm (V. 4–5).

Das ist die Vollendung von Gottes Vorsatz: Gott als Leben (Strom und Baum), Gott als Herr (Thron), Gott als Gegenwart (Sein Angesicht), und Gott mit dem Menschen in gemeinsamer Herrschaft („sie werden in Ewigkeit regieren“ – Offb 22:5).


II. Der Thron als Zentrum unseres Christenlebens

Wenn der Thron Gottes und des Lammes das Zentrum des Neuen Jerusalems ist, dann zeigt uns das, was das Zentrum unseres Christenlebens sein muss.

Nicht unsere Bedürfnisse, nicht unser Dienst, nicht einmal unsere geistlichen Erfahrungen stehen im Mittelpunkt, sondern der Thron – Gottes Hauptsein, Seine Autorität, Seine Herrschaft.

Darum ist es so entscheidend, dass wir unseren Tag unter dem Thron beginnen. Ein einfaches, aber tiefes Gebet kann unseren ganzen Tag unter die Herrschaft des Lamm-Gottes stellen:

„Herr, danke für einen neuen Tag, an dem ich Dich als meinen Herrn nehmen kann. Ich unterwerfe mich den ganzen Tag lang Deinem Hauptsein. Herr, richte Deinen Thron in meinem Leben auf. Richte Deinen Thron im Zentrum meines Seins auf. Herr, bringe meinen ganzen Tag mit meinem täglichen Leben unter Deinen Thron.“

Wenn wir so beten, geschieht etwas in uns: Der Strom beginnt zu fließen. In unserer Erfahrung ist es immer so: Sobald wir uns dem Dreieinen Gott unterwerfen und Ihn als unser Haupt nehmen, spüren wir ein inneres Fließen.

Dieser Strom fließt mit:

  • Gott, der den Vorsatz fasste,
  • dem Lamm, das erlöste,
  • dem Geist, der jetzt der allumfassende, verarbeitete, lebengebende Geist ist.

Unter Seinem Hauptsein genießen wir:

  • das Fließen des Lebens,
  • die Versorgung des Lebens,
  • den Weg des Lebens.

Und in diesem Fließen dienen wir Ihm, sehen wir Ihn und regieren mit Ihm (Offb. 22:3–5).

Das bedeutet praktisch:

  • In unserem Familienleben – nicht wir bestimmen, sondern der Thron.
  • In unserem Eheleben – nicht unsere Gefühle, sondern der Thron.
  • In unserem Berufsleben – nicht Karriere, sondern der Thron.
  • In unserem Gemeindeleben – nicht menschliche Organisation, sondern der Thron.

Wo der Thron im Mittelpunkt steht, fließt der Strom. Wo wir uns Seiner Autorität entziehen, versiegt das Fließen in unserer Erfahrung.


III. Ein klarer Himmel und der Thron über uns – Hesekiel 1

Hesekiel 1 ist eine der tiefsten Offenbarungen über das geistliche Leben. Dort sehen wir vier lebende Wesen, über deren Häuptern sich eine kristallklare Ausdehnung befindet, und über dieser Ausdehnung ist der Thron (Hes. 1:22, 26).

„Und über den Häuptern des lebenden Wesens war etwas wie ein festes Gewölbe, wie der Anblick eines furchteinflößenden Kristalls, ausgebreitet oben über ihren Häuptern“ (Hes. 1:22)

„Und oberhalb des festen Gewölbes, das über ihren Häuptern war, (befand sich) … und über dem, was aussah wie ein Thron, war oben auf ihm etwas wie das Aussehen eines Menschen“ (Hes. 1:26)

Die Ausdehnung ist wie ein furchteinflößender Kristall – klar, durchsichtig, stabil, unveränderlich. Das ist ein Bild für einen klaren geistlichen Himmel über uns.

Ein klarer Himmel bedeutet:

  • nichts zwischen uns und Gott,
  • nichts zwischen uns und den Geschwistern,
  • eine gründliche, klare Gemeinschaft mit dem Herrn und miteinander.

Die „Geschichte unseres Himmels ist die Geschichte unseres Gewissens“. Paulus sagt:

„Deswegen übe ich mich auch darin, allezeit ein Gewissen ohne Anstoß Gott und den Menschen gegenüber zu haben“ (Apg. 24:16)

Ein trübes Gewissen macht den Himmel über uns dunkel. Ein gereinigtes, empfindsames Gewissen macht den Himmel klar. Wenn wir bereit sind, uns vom Herrn erforschen zu lassen, zu bekennen, zu bereinigen, dann wird die Ausdehnung über uns kristallklar.

Erst dann kann der Thron über dieser Ausdehnung in unserem praktischen Leben Realität werden. Der Thron über dem klaren Himmel bedeutet:

  • Wir erlauben Gott, in allem den Vorrang zu haben.
  • Wir unterwerfen uns vollständig Seiner Autorität und Verwaltung.

Im Gemeindeleben ist die Autorität nicht menschliche Kontrolle, sondern der Thron über einem klaren Himmel. Wo die Geschwister ein reines Gewissen haben, wo die Gemeinschaft klar ist, dort kann der Thron praktisch herrschen.


IV. Der Thron als herrschende Gegenwart Christi – im Himmel und in unserem Geist

Der Thron ist nicht nur ein Symbol für Herrschaft, sondern die konkrete Gegenwart des Herrn als König. Die Gegenwart des Herrn ist immer mit Seinem Thron verbunden.

Hebräer 4:16 sagt:

„Darum lasst uns mit Freimut hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden für rechtzeitige Hilfe“

Der Thron der Gnade steht im dritten Himmel (vgl. Offb 4:2–3). Gleichzeitig sagt Paulus:

„Der Herr sei mit deinem Geist. Die Gnade sei mit euch“ (2.Tim. 4:22)

Der Christus, der im Himmel auf dem Thron sitzt (Röm. 8:34), ist derselbe Christus, der in uns ist (Röm. 8:10), und zwar in unserem Geist. In unserem Geist ist die Wohnung Gottes (Eph. 2:22).

Wie kommen diese beiden zusammen – der Thron im Himmel und der Geist in uns?

Gott gibt uns ein Bild in 1. Mose 28. Jakob sieht im Traum eine Leiter, die Erde und Himmel verbindet:

„Und er träumte, dass da eine Leiter auf die Erde gestellt war, und ihre Spitze reichte bis an den Himmel; und die Engel Gottes stiegen an ihr auf und ab. Und oben darüber, da stand Jehovah“ (1.Mose 28:12–13)

Jakob erkennt:

„Dies ist nichts anderes als das Haus Gottes und dies ist die Pforte des Himmels“ (1.Mose 28:17)

Der Herr Jesus erklärt dieses Bild in Johannes 1:51:

„Ihr werdet den Himmel geöffnet sehen und die Engel Gottes auf dem Sohn des Menschen auf- und niedersteigen“

Christus selbst ist die Leiter, die Erde und Himmel verbindet. Heute ist unser Geist der Ort von Gottes Wohnung (Eph. 2:22); daher ist unser Geist die Pforte des Himmels.

Jedes Mal, wenn wir uns zu unserem Geist wenden – weg von unserer Seele, weg von unseren Gefühlen, Gedanken und Meinungen –, treten wir durch die Pforte des Himmels ein. Durch Christus als die himmlische Leiter berühren wir den Thron der Gnade im Himmel.

So wird der Thron im Himmel zu einer praktischen Realität in unserem inneren Menschen. Der Thron ist nicht nur „über uns“, sondern auch „in uns“ – als die herrschende Gegenwart Christi in unserem Geist.


V. Der Thron und Gottes ewiger Vorsatz

Der Thron ist nicht nur dazu da, dass Gott über uns regiert, sondern dass Er Seinen ewigen Vorsatz vollbringt.

Römer 5 zeigt uns, dass Gottes Ziel nicht nur ist, uns zu retten, sondern uns in das Herrschen hineinzubringen:

„… viel mehr werden die, welche die überströmende Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus“ (Röm. 5:17)

„… damit, gleichwie die Sünde im Tod herrschte, so auch die Gnade durch die Gerechtigkeit herrsche zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn“ (Röm. 5:21)

Gnade herrscht – durch Gerechtigkeit – zum ewigen Leben. Wo der Thron ist, herrscht die Gnade. Wo wir unter dem Thron sind, herrscht nicht mehr die Sünde, sondern das Leben.

Der auferstandene Christus sagt:

„Mir ist alle Vollmacht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht hin …“ (Mt. 28:18–19)

Seine Vollmacht (Sein Thron) ist die Grundlage für unseren Auftrag. Wenn wir in unserem geistlichen Leben den Thron haben, herrscht Christus nicht nur über uns, sondern Er erfüllt in uns, mit uns und durch uns Seinen Vorsatz.


VI. Der Saphirthron – die himmlische Atmosphäre der Herrschaft

In 2. Mose 24 sehen die Ältesten Israels Gott:

„… und unter seinen Füßen war es wie Arbeit in Saphirplatten und wie der Himmel selbst an Klarheit“ (2.Mose 24:10)

Hesekiel 1 spricht von einem Thron, der das Aussehen eines Saphirs hat (Hes. 1:26). Saphir ist blau – die Farbe des Himmels. Der Saphirthron steht für die himmlische Situation, den himmlischen Zustand und die himmlische Atmosphäre der herrschenden Gegenwart Christi.

Wo der Thron real ist, ist die Atmosphäre himmlisch. Das bedeutet nicht weltfremd, sondern:

  • unsere Quelle ist himmlisch,
  • unsere Sicht ist himmlisch,
  • unsere Entscheidungen sind unter dem Himmel.

Ein Christenleben unter dem Thron ist ein himmlisches Leben mitten auf der Erde.


VII. Der Mensch auf dem Thron – der Gott-Mensch

Hesekiel 1:26–28 zeigt uns etwas Erstaunliches:

„… und über dem, was aussah wie ein Thron, war oben auf ihm etwas wie das Aussehen eines Menschen … und ein Glanz war rings um ihn. Wie das Aussehen des Bogens, der am Regentag in der Wolke ist, so war das Aussehen des Glanzes ringsum. Das war das Aussehen des Abbildes der Herrlichkeit des HERRN“ (Hes. 1:26–28)

Der, der auf dem Thron sitzt, sieht aus wie ein Mensch – und doch ist Er das Abbild der Herrlichkeit Jehovahs. Das zeigt: Der, der auf dem Thron sitzt, ist sowohl Gott als auch Mensch. Das ist Jesus Christus, der Gott-Mensch, die Vermengung von Gott und Mensch (ohne Vermischung der Gottheit).

Johannes 1:1, 14 sagt:

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott … Und das Wort wurde Fleisch und stiftshüttete unter uns“

Der ewige Gott wurde Mensch. Als Mensch lebte Er, starb Er, auferstand Er und fuhr auf. Johannes 6:62 spricht von Seinem Auffahren:

„Wenn ihr nun den Sohn des Menschen (dahin) auffahren seht, wo er zuvor war?“

In Apostelgeschichte 7 sieht Stephanus den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen (Apg. 7:56). Seit der Auffahrt des Herrn Jesus sitzt ein Mensch auf dem Thron. Und Er bleibt Mensch in Ewigkeit.

Der Herr sagt:

„… wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird …“ (Mt. 19:28)

Im Tausendjährigen Königreich und im neuen Himmel und auf der neuen Erde wird in Ewigkeit ein Mensch auf dem Thron sein (Offb. 22:1, 3).

Warum ist das so wichtig?

Weil es Gottes geheimnisvolle Absicht in Seiner Beziehung zum Menschen offenbart:

  • Er will Sich mit dem Menschen vermengen,
  • Er will dem Menschen gleich werden (in Menschlichkeit),
  • Er will den Menschen Ihm gleich machen im Leben, in der Natur und im Ausdruck – aber nicht in der Gottheit.

In 1. Mose 1:26–28 schuf Gott den Menschen in Seinem Bild, damit der Mensch Gott zum Ausdruck bringt und für Gott herrscht. Der Mensch sollte Gottes Bild und Gottes Repräsentant sein.

Satan dagegen wollte sich dem Höchsten gleich machen (Jes. 14:12–14) – ohne Vermengung, ohne Unterordnung, in Rebellion. Der Mensch auf dem Thron ist das Gegenteil: Er ist der gehorsame Gott-Mensch, der Sich erniedrigte und erhöht wurde.


VIII. Die vier lebenden Wesen – der Ausdruck des Menschen auf dem Thron

Hesekiel 1:5 sagt:

„Und aus seiner Mitte hervor (erschien) die Gestalt von vier lebenden Wesen; und dies war ihr Aussehen: die Gestalt eines Menschen hatten sie“

Der auf dem Thron sieht aus wie ein Mensch; die vier lebenden Wesen sehen ebenfalls aus wie ein Mensch. Das zeigt: Die lebenden Wesen auf der Erde sind der Ausdruck desjenigen auf dem Thron.

Das ist die Offenbarwerdung Gottes in der Menschlichkeit.

Erste Timotheus 3:15–16 verbindet das Haus Gottes mit dem Geheimnis der göttlichen Lebensweise:

„… das Haus Gottes … die Gemeinde des lebendigen Gottes, die Säule und die Grundfeste der Wahrheit. Und anerkanntermaßen groß ist das Geheimnis der göttlichen Lebensweise: Er, der offenbar gemacht wurde im Fleisch …“ (1.Tim. 3:15–16)

Gott im Himmel möchte den Menschen auf der Erde für Seinen Ausdruck gewinnen, indem Er Sich Selbst in den Menschen einwirkt. Die Gemeinde ist das Haus Gottes, in dem Gott im Fleisch offenbar wird – heute in uns, Seinem Leib.


IX. Der Mensch auf dem Thron – wir mit Ihm

Gottes Absicht geht noch weiter: Er will nicht nur einen Menschen auf dem Thron, sondern viele Menschen mit diesem einen Menschen auf dem Thron.

Epheser 3:16–21 zeigt, wie Gott in uns wirkt:

„… dass Er euch gebe, nach dem Reichtum Seiner Herrlichkeit, durch Seinen Geist mit Kraft gestärkt zu werden hinein in den inneren Menschen, damit Christus durch den Glauben in euren Herzen Wohnung mache … damit ihr … zur ganzen Fülle Gottes erfüllt werdet … Ihm sei die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Christus Jesus …“

Gott arbeitet an uns, damit wir zur ganzen Fülle Gottes erfüllt werden. Und Offenbarung 3:21 sagt:

„Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe“

Offenbarung 5:10 spricht von den Erlösten:

„… und hast sie unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern gemacht, und sie werden über die Erde regieren“

Offenbarung 20:4 und 22:5 zeigen, dass die Heiligen mit Christus regieren werden, und Matthäus 19:28 spricht von den Aposteln, die auf zwölf Thronen sitzen werden.

Hebräer 2:6–12 zeigt Christus als den Pionier, den Vorläufer, der den Weg in die Herrlichkeit gebahnt hat. Er ist der Erste, der als Mensch auf dem Thron sitzt; wir, Seine vielen Brüder, folgen Ihm nach (Hebr. 2:10–12; Offb. 3:21; 22:5).

Gottes Absicht ist also:

  • Gott auf dem Thron als Mensch,
  • Menschen auf dem Thron mit Gott,
  • Gott und Mensch gemeinsam herrschend.

Das ist die Erfüllung von 1. Mose 1:26–28: der Mensch herrscht für Gott, in Einheit mit Gott, in Gottes Leben und Natur.


X. Der Lamm-Gott als Elektron und das Feuer – Hesekiel 1:27

Hesekiel 1:27 beschreibt den, der auf dem Thron sitzt, mit zwei Aspekten:

„Wie der Anblick von glänzendem Metall, wie das Aussehen von Feuer … von dem Aussehen seiner Hüften an aufwärts … und von dem Aussehen seiner Hüften an abwärts sah ich (etwas) wie das Aussehen von Feuer; und ein Glanz war rings um ihn“

Das „glänzende Metall“ ist Elektron – eine Legierung aus Gold und Silber. Gold steht für Gottes Natur, Silber für Erlösung. Elektron, das aus Gold und Silber besteht, stellt den Lamm-Gott dar, den erlösenden Gott.

Der obere Teil des Menschen (von den Lenden aufwärts) ist der Bereich der Empfindungen, der Natur, der inneren Veranlagung. Dass dieser Teil wie Elektron glänzt, bedeutet:

  • In Seiner inneren Natur ist der Herr auf dem Thron der erlösende Gott.
  • Alles, was Er empfindet, denkt, fühlt, ist durchdrungen von Gottes Natur und der Erlösung.

Der untere Teil (von den Lenden abwärts) dient der Bewegung. Dass dieser Teil wie Feuer aussieht, bedeutet:

  • In Seinem Bewegen ist der Herr ein brennendes, heiligendes Feuer.
  • Wenn Er zu uns kommt, kommt Er als Feuer, um zu erleuchten, zu erforschen, zu brennen.

Hebräer 12:29 sagt:

„Denn unser Gott ist auch ein verzehrendes Feuer“

Wenn der Herr in unserem Leben als Feuer wirkt, brennt Er alles Negative weg – Sünde, Unreinheit, Eigenwille, Stolz, verborgene Motive. Was bleibt, ist Elektron – der erlösende Gott.

In unserer Erfahrung:

  • Zuerst kommt der Herr als Feuer – schmerzlich, erforschend, reinigend.
  • Dann wird Er für uns zum glühenden Elektron – wir werden mit dem strahlenden Ausdruck des erlösenden Gottes erfüllt.

So werden wir selbst zu einem Ausdruck des Lamm-Gottes – nicht nur erlöst, sondern auch durch Feuer gereinigt und mit Gottes Natur erfüllt.


XI. Der Regenbogen um den Thron – Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrlichkeit

Hesekiel 1:28 sagt:

„Wie das Aussehen des Bogens, der am Regentag in der Wolke ist, so war das Aussehen des Glanzes ringsum. Das war das Aussehen des Abbildes der Herrlichkeit des HERRN“

Offenbarung 4:3 sagt:

„… und rings um den Thron war ein Regenbogen, dem Aussehen nach wie ein Smaragd“

Der Regenbogen ist der Glanz und die Herrlichkeit rings um den Herrn auf dem Thron.

In 1. Mose 9 setzt Gott nach der Flut den Regenbogen in die Wolken als Zeichen Seiner Treue, Seinen Bund mit der Erde zu halten (1.Mose 9:13). Der Regenbogen bedeutet: Gott wird die Menschheit nicht noch einmal durch eine Flut vernichten.

Man kann den Regenbogen als aus drei Grundfarben bestehend sehen:

  • Rot – die Farbe des Feuers – steht für Gottes Heiligkeit.
  • Gelb – die Farbe des Elektrons – symbolisiert Gottes Herrlichkeit.
  • Blau – die Farbe des Saphirthrons – steht für Gottes Gerechtigkeit (vgl. Ps 89:15).

Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrlichkeit sind drei göttliche Eigenschaften, die den Sünder von Gott fernhalten (vgl. Erste Mose 3:24).

Aber Christus kam, starb am Kreuz und erfüllte alle Anforderungen von Gottes Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrlichkeit. Jetzt ist Er uns geworden:

„… Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung“ (Erste Korinther 1:30)

Weil wir in Christus sind, haben wir in den Augen Gottes das Aussehen von Christus als Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrlichkeit. Das ist das Aussehen eines Regenbogens.

Der Regenbogen um den Thron ist also:

  • das Zeugnis, dass Gottes Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrlichkeit vollkommen befriedigt sind,
  • das Zeichen Seiner Treue, uns nicht zu richten, sondern uns in Christus anzunehmen,
  • der Ausdruck, dass wir, die Gefallenen, durch Christus vom Gericht errettet sind.

Im Neuen Jerusalem sehen wir dieses Motiv wieder. Die Fundamente der Stadt haben das Aussehen eines Regenbogens (Offb. 21:19–20). Die Gesamtheit der Geretteten wird ein Regenbogen sein, der den Glanz von Gottes Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrlichkeit widerspiegelt und für immer bezeugt, dass Gott gerecht und treu ist.

Wenn das Christenleben und das Gemeindeleben, wie in Hesekiel 1 dargestellt, vollendet sind, wird alles in einem solchen Regenbogen enden. Dann ist Gottes ewiger Plan erfüllt:

  • Gott auf dem Thron als Lamm-Gott,
  • ein gereinigtes, vermengtes, verherrlichtes Menschengeschlecht,
  • ein klarer Himmel,
  • ein fließender Strom des Lebens,
  • ein Baum des Lebens zur Versorgung,
  • ein Regenbogen als ewiges Zeugnis Seiner Treue.

XII. Die praktische Bedeutung für unser Christenleben

Diese herrlichen Bilder sind nicht nur für die Zukunft, sondern für unser heutiges Leben vor dem Herrn. Was bedeutet das praktisch?

Täglich unter den Thron kommen

  • Den Tag mit der Unterwerfung unter Sein Hauptsein beginnen.
  • Ihn bewusst als Herrn über unsere Entscheidungen, Beziehungen, Pläne anerkennen.

Ein reines Gewissen pflegen

  • Den klaren Himmel über uns bewahren, indem wir schnell bekennen, bereinigen, vergeben.
  • Apostelgeschichte 24:16 praktisch leben: ein Gewissen ohne Anstoß Gott und den Menschen gegenüber.

Zu unserem Geist zurückkehren

  • In Situationen nicht in der Seele stecken bleiben, sondern uns innerlich zum Herrn wenden.
  • Im Geist die Pforte des Himmels berühren und den Thron der Gnade erreichen (Hebr. 4:16; 2.Tim. 4:22).

Das Feuer zulassen

  • Den Herrn nicht nur als Tröster, sondern auch als verzehrendes Feuer annehmen (Hebr. 12:29).
  • Ihm erlauben, alles Negative wegzubrennen, damit nur der Lamm-Gott als Elektron in uns bleibt.

Im Fluss des Lebens dienen und regieren

  • Unseren Dienst nicht aus eigener Kraft tun, sondern im Fließen des Stromes.
  • Lernen, im Leben zu herrschen (Röm. 5:17), indem wir dem Leben Raum geben, in uns zu regieren.

Als Regenbogen leben

  • In Christus als unsere Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrlichkeit stehen (Erste Korinther 1:30).
  • In unserem Verhalten Gott als treu und gerecht widerspiegeln.

Wenn wir so leben, wird das, was wir in Offenbarung 22 und Hesekiel 1 sehen, Schritt für Schritt in unserem persönlichen Leben und im Gemeindeleben Wirklichkeit.

Der Lamm-Gott sitzt auf dem Thron inmitten der Stadt. Möge Er auch inmitten unseres Herzens, unseres Hauses und unserer Gemeinde aufgerichtet sein, damit der Strom des Wassers des Lebens ungehindert fließen kann – heute in Erfahrung, morgen in Herrlichkeit.

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