Christus – der Errichter des Königreichs und das Wort Gottes – der König der Könige und der Herr der Herren – Einführung
Die Bibel zeigt uns ein großes Ziel Gottes: Sein Königreich soll sichtbar auf dieser Erde aufgerichtet werden. Offenbarung 20:1–6 beschreibt, wie Christus nach Seiner Wiederkunft das Tausendjährige Königreich aufrichtet und mit Seinen überwindenden Gläubigen tausend Jahre lang regiert.
Bevor dieses Reich kommen kann, muss die Erde gewissermaßen „aufgeräumt“ werden. Alle Feinde Christi werden besiegt sein. Nur einer bleibt noch als Quelle allen Übels: Satan. Darum beginnt Offenbarung 20 mit einem entscheidenden Schritt – Satan wird gebunden und in den Abgrund geworfen. Am Kreuz hat der Herr Satan bereits gerichtet, aber dieses Urteil ist noch nicht vollständig vollstreckt. Wenn Christus wiederkommt, wird Er dieses Gericht vollständig ausführen. Satan wird machtlos sein, niemandem mehr schaden können – und die Erde wird zum Reich Christi werden.
Die Bibel zeigt, dass dieses Tausendjährige Königreich zwei Seiten hat: einen himmlischen und einen irdischen Teil. Der obere, himmlische Teil wird „das Königreich des Vaters“ genannt (Mt. 13:43), der untere, irdische Teil „das Königreich des Sohnes des Menschen“ (Mt. 13:41). Dieses irdische Reich wird auch das messianische Königreich genannt – das Reich des Messias auf dieser Erde.
In Offenbarung 20:4–6 sehen wir Christus als den Errichter dieses Reiches. Er regiert nicht allein, sondern mit den Überwindern, den treuen Gläubigen. Weil sie mit Ihm gelitten, Ihm gedient und Sein Reich herbeigebracht haben, werden sie mit Ihm tausend Jahre lang regieren. Johannes schreibt: „Ich sah Throne, und sie saßen auf ihnen, und es wurde ihnen das Gericht gegeben“ (Offb. 20:4). Dieses „sie“ sind die Überwinder. Ihnen ist Vollmacht gegeben, Gericht zu halten. Herrschaft und Gericht gehören zum Königreich; wer mit Christus regiert, teilt auch Seine Autorität.
Diese Überwinder sind nicht aus sich selbst qualifiziert. Sie werden tauglich gemacht, indem die Menschlichkeit Jesu in sie hineingewirkt wird. Christus teilt Sein eigenes Leben, Seinen Charakter, Seine Treue und Seine Gerechtigkeit mit ihnen. So werden sie fähig, mit Ihm zu regieren (Offb. 2:26).
Offenbarung 20:6 nennt ihre Auferstehung „die erste Auferstehung“. Paulus spricht in Philipper 3:11 von einer „Heraus-Auferstehung“, einer außergewöhnlichen Auferstehung, nach der er sich ausstreckte. Wer an dieser ersten Auferstehung teilhat, ist „gesegnet und heilig“ (Offb 20:6a). Das ist der höchste Segen: das offenbar gewordene Reich auf der Erde zu erben und darin sogar Mitkönige zu sein. „Sie werden Priester Gottes und Christi sein und werden mit Ihm tausend Jahre lang regieren“ (Offb 20:6b). Sie werden Gott nahe sein wie Priester und zugleich mit Christus über die Nationen herrschen (Offb. 2:26–27; 12:5).
Christus, das Wort Gottes im Kampf
Bevor Christus als König regiert, kommt Er als Kämpfer. Offenbarung 19:11–16 und 19–21 zeigt Ihn als den, „der Treu und Wahrhaftig heißt“, als „das Wort Gottes“, als „König der Könige und Herr der Herren“. Nachdem das Hochzeitsmahl des Lammes stattgefunden hat (Offb. 19:7), kommt Christus mit Seiner Braut – den überwindenden Gläubigen – als ein himmlisches Heer. Gemeinsam ziehen sie in den letzten großen Kampf gegen den Antichristen.
Die Bibel beschreibt, wie der Antichrist, der falsche Prophet, die zehn Könige und ihre Heere sich direkt gegen das Lamm stellen. Es ist ein Krieg der Erde gegen den Himmel, des Menschen gegen Gott. Die Feinde Christi werden so verstockt, dass sie Gott selbst den Krieg erklären. Und doch kommt Christus nicht als hilfloses Opfer, sondern als Bräutigam und General, der mit Seiner Braut an Seiner Seite kämpft.
Johannes sieht ein weißes Pferd, und der, der darauf sitzt, heißt „Treu und Wahrhaftig“; „Er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit“ (Offb. 19:11). Christus ist treu gegenüber Gott und treu gegenüber denen, die an Ihn glauben. In Seiner Treue besiegt Er diejenigen, die sich Gott widersetzen und die Gläubigen verfolgen. Er ist wahrhaftig, indem Er Gottes Plan ausführt und sich um die Seinen kümmert.
Sein Name lautet „das Wort Gottes“ (Offb. 19:13). Das bedeutet: Er ist der Ausdruck, das Zeugnis und das Sprechen Gottes. In Ihm wird Gott definiert, erklärt und sichtbar gemacht. Wer Gott kennen will, muss Christus als das Wort Gottes anschauen, lesen, betrachten und innerlich aufnehmen. Selbst in der Schlacht ist Christus das Wort Gottes: Während Er kämpft, spricht Er für Gott und bringt Gott zum Ausdruck.
Gott ist kein Gott der Verwirrung, sondern gerecht, souverän und ein Gott der Ordnung. Er kann Unordnung und Rebellion nicht dauerhaft dulden. Wenn Christus in der Schlacht von Harmagedon kämpft, ist Sein Kampf zugleich ein mächtiges Sprechen. Er verkündet dem ganzen Universum, dass Gott souverän ist und dass niemand ungestraft gegen Ihn rebellieren kann. Der Krieger ist das Wort; Sein Kampf ist das Sprechen des Wortes Gottes. So wird der Gott der Ordnung alle Rebellion hinwegfegen und Seine Autorität endgültig bestätigen.
Die wiederhergestellte Erde unter dem König
Nachdem Christus die Feinde besiegt und die Erde in Besitz genommen hat, beginnt Seine sichtbare Herrschaft. Er wird als König im Königreich über die ganze Erde regieren und mit Seinen überwindenden Gläubigen über die Nationen herrschen (Offb. 20:4, 6; 2:26–27). Er ist das Haupt und das Zentrum des zukünftigen Reiches Gottes im Tausendjährigen Königreich. Damit erfüllen sich die Verheißungen aus Jesaja 32:1, Jeremia 23:5 und Sacharja 14:9 und 17, die von einem gerechten König sprechen, der regiert.
Christus hat am Kreuz nicht nur einzelne Menschen erlöst, sondern die ganze Schöpfung im Blick. Kolosser 1:20 sagt, dass Er „alles“ mit Gott versöhnt hat. Er hat die Erde und ihre Völker erlöst, damit sie der Bereich und die Bestandteile des Königreichs werden. In einem Gleichnis sagt Er, dass Er „alles“ verkauft hat, um den Acker – ein Bild für die Welt – zu kaufen (Mt. 13:44). Er hat die Erde mit ihren Völkern aus der Hand Satans zurückgekauft (Offb. 20:2–3). Darum hat Er das uneingeschränkte Recht, König über die wiederhergestellte Erde und die wiederhergestellten Nationen zu sein.
In Seiner kommenden Herrschaft werden Gottes Vollmacht und Herrlichkeit vollständig offenbar werden (Mt. 6:13). Die ganze Erde wird in Gerechtigkeit, Frieden, Freude und in den vollen Segen der Schöpfung hineingeführt werden (Jes. 32:1, 16–18; 35:1–2, 5–7). Was Gott ursprünglich mit der Schöpfung wollte, wird dann sichtbar: eine Erde, die unter der guten Herrschaft des Sohnes Gottes steht, und Menschen, die in Seinem Licht, Seiner Gerechtigkeit und Seinem Frieden leben.
Für uns heute bedeutet das: Wir leben in einer Zeit der Vorbereitung. Christus wird kommen als treuer und wahrhaftiger König, als Wort Gottes, als Errichter des Reiches. Er sucht Menschen, die sich von Ihm formen lassen, damit sie einmal mit Ihm regieren können. Wer sich jetzt unter Seine Herrschaft stellt, wird dann Seine Herrschaft mit Ihm teilen.