Das Wort des Lebens
trainings-und-konferenzen

Christus – der Errichter des Königreichs und das Wort Gottes – der König der Könige und der Herr der Herren – Vertiefung

19 Min. Lesezeit

Wenn die Offenbarung ihren Höhepunkt erreicht, stellt sie uns Christus in einer doppelten Herrlichkeit vor Augen: als den Errichter des Königreichs und als das Wort Gottes, den König der Könige und Herrn der Herren. In Offb 19 und 20 sehen wir, wie der Herr Jesus die Geschichte abschließt, die Macht Satans bricht, das Reich Gottes aufrichtet und mit seinen Überwindern regiert. Diese Szenen sind nicht nur prophetische Information, sondern geistliche Offenbarung: Sie zeigen uns, wer Christus ist, was Gott mit der Erde vorhat und welchen Platz die Überwinder in diesem Plan haben.

In dieser Betrachtung wollen wir die inneren Zusammenhänge dieser Wahrheiten aufschließen und sehen, wie die Schrift die Schrift auslegt. Dabei geht es nicht nur um Lehre, sondern um Licht für unser persönliches Leben vor dem Herrn.


I. Christus – der Errichter des Königreichs (Offb. 20:1–6)

A. Die Vorbereitung: Die Erde wird aufgeräumt

Offenbarung 20 beginnt mit einer überraschenden Priorität: „Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herniederkommen, der den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand hatte. Und er griff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist; und er band ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und schloß zu und versiegelte über ihm, damit er nicht mehr die Nationen verführe, bis die tausend Jahre vollendet sind“ (Offb. 20:1–3).

Bevor Christus das Königreich Gottes auf der Erde sichtbar aufrichtet, muss die Erde aufgeräumt werden. Alle äußeren Feinde – das Tier, der falsche Prophet und ihre Heere – sind bereits in Offb 19:19–21 gerichtet worden. Nur eines bleibt übrig: Satan selbst, die Quelle aller Probleme, der Urheber jeder Rebellion gegen Gott.

Am Kreuz hat der Herr Satan bereits gerichtet (Hebr. 2:14; Kol. 2:15). Doch dieses Urteil ist noch nicht vollständig vollstreckt. Heute ist Satan noch „der Gott dieser Welt“ (2.Kor. 4:4), der „die ganze Welt verführt“ (Offb. 12:9). Wenn Christus wiederkommt, wird Er das Urteil, das Er am Kreuz vollbracht hat, vollständig ausführen: Satan wird gebunden, in den Abgrund geworfen, verschlossen und versiegelt. Er ist dann machtlos, die Nationen zu verführen oder irgendjemandem Schaden zuzufügen.

Hier sehen wir eine tiefe geistliche Linie: – Am Kreuz wurde die Grundlage gelegt – das Gericht über Satan ist vollzogen. – Bei der Wiederkunft wird die Ausführung vollendet – Satan wird praktisch aus dem Verkehr gezogen.

Erst dann kann die Erde wirklich zum Königreich Christi werden. Das Gebet des Herrn „Dein Königreich komme; Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden“ (Mt. 6:10) findet in dieser Szene seine sichtbare Erfüllung. Und wenn wir beten „befreie uns von dem, der böse ist. Denn Dein ist das Königreich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“ (Mt. 6:13), stimmen wir innerlich mit dem überein, was Gott in Offb 20 ausführen wird.

B. Zwei Teile des Tausendjährigen Königreichs

Gemäß der gesamten Schrift besteht das Tausendjährige Königreich aus zwei Teilen – einem oberen, himmlischen Teil und einem unteren, irdischen Teil.

Der obere Teil – das Königreich des Vaters

In Matthäus 13 spricht der Herr von der Vollendung des Zeitalters. Er sagt: „Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Ärgernisse zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun“ (Mt. 13:41). Das ist die Reinigung des Reiches auf der Erde. Dann fügt Er hinzu: „Dann werden die Gerechten im Königreich ihres Vaters wie die Sonne erstrahlen“ (Mt. 13:43).

Hier sehen wir zwei Ausdrücke: – „sein Reich“ – das Reich des Sohnes des Menschen, auf der Erde, gereinigt von allem Ärgernis – „das Königreich ihres Vaters“ – der himmlische Bereich, in dem die Gerechten wie die Sonne leuchten

Der obere Teil des Tausendjährigen Königreichs ist das Königreich des Vaters (Mt. 13:43), der himmlische Bereich der Belohnung für die Überwinder. Dort ist Christus mit seinen treuen Heiligen, die an der ersten Auferstehung teilhaben.

Der untere Teil – das Königreich des Sohnes des Menschen

Der untere Teil wird das Königreich des Sohnes des Menschen genannt (Mt. 13:41). Es ist das messianische Königreich auf der Erde, in dem Christus als der Sohn des Menschen, als der Messias, über die Nationen regiert. Dieses Reich ist in den Propheten vielfach angekündigt: „Siehe, ein König wird in Gerechtigkeit regieren; und die Obersten, sie werden nach Recht herrschen“ (Jes. 32:1); „Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da werde ich dem David einen gerechten Sproß erwecken. Der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben“ (Jer. 23:5); „Und der HERR wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird der HERR einzig sein und sein Name einzig“ (Sach. 14:9).

Das „Königreich des Messias“ oder „messianische Königreich“ ist ein anderer Name für diesen unteren Teil. Christus wird als der Sohn Davids, als der gerechte Spross, auf dem Thron regieren, und die Erde wird in Gerechtigkeit, Frieden und Freude wiederhergestellt werden (Jes. 32:16–18; 35:1–2, 5–7).

Der obere und der untere Teil gehören zusammen: – Oben: die Überwinder, die mit Christus regieren – das Königreich des Vaters. – Unten: die wiederhergestellten Nationen, die unter der Herrschaft Christi stehen – das Königreich des Sohnes des Menschen.

So wird das Gebet „Dein ist das Königreich und die Kraft und die Herrlichkeit“ (Mt. 6:13) in beiden Sphären sichtbar.


II. Die Überwinder und die erste Auferstehung (Offb. 20:4–6)

A. Die Throne und das Gericht – die Überwinder empfangen das Königreich

Offb 20:4 sagt: „Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und (ich sah) die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre.“

Das Wort „sie“ bezieht sich auf die Überwinder. Sie sitzen auf Thronen, und ihnen ist die Vollmacht gegeben, Gericht zu halten. Hier erfüllt sich, was Daniel sah: „Das Gericht setzte sich, und Bücher wurden geöffnet“ (Dan. 7:10); „Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen, und sie werden das Reich besitzen bis in Ewigkeit, ja, bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten“ (Dan. 7:18); „bis der, der alt an Tagen war, kam und das Gericht den Heiligen des Höchsten gegeben wurde und die Zeit anbrach, daß die Heiligen das Königreich in Besitz nahmen“ (Dan. 7:22).

Die Vollmacht zum Richten geht mit dem Königreich einher. Wer mit Christus regiert, übt mit Ihm Gericht aus. In Offb 2:26–27 verheißt der Herr: „Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben; und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden.“ Die Überwinder, die heute treu sind, werden morgen mit Christus über die Nationen herrschen.

Vers 4 in Offb 20 zeigt, dass die Überwinder das Königreich empfangen haben und es genießen. Sie sind nicht nur gerettet, sondern belohnt. Sie haben nicht nur Leben, sondern Herrschaft. Sie sind nicht nur Untertanen, sondern Mitkönige.

Wie werden sie dafür qualifiziert? Die Schrift zeigt, dass die Überwinder dadurch vorbereitet werden, dass die Menschlichkeit Jesu in sie eingewirkt wird. In Offb 2–3 ruft der Herr die Gemeinden zum Überwinden auf. In Offb 2:26 verbindet Er das Überwinden mit der Teilnahme an Seiner Herrschaft. Diejenigen, die heute Seine Werke bis ans Ende bewahren, werden in jenem Tag mit Ihm regieren. Das bedeutet, dass der Herr in ihrem praktischen Leben Seine eigene Menschlichkeit – Seine Treue, Seine Sanftmut, Seine Gerechtigkeit, Seine Hingabe – in sie hineinwirkt. Nur wer in dieser Menschlichkeit geformt ist, ist geeignet, mit Ihm zu herrschen.

B. Die erste Auferstehung – die beste Auferstehung

Offb 20:5–6 fährt fort: „Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. Gesegnet und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat; über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und werden mit Ihm tausend Jahre lang regieren.“

Die Schrift unterscheidet hier klar zwischen der ersten Auferstehung und der allgemeinen Auferstehung nach den tausend Jahren. Die erste Auferstehung ist eine Auferstehung der Überwinder, eine Auferstehung zur Belohnung. Paulus spricht in Phil 3:11 von der „Heraus-Auferstehung von den Toten“, nach der er trachtete. Er war bereits sicher, dass er auferstehen würde (Phil. 3:20–21), aber er strebte nach einer besonderen, außergewöhnlichen Auferstehung – der Auferstehung der Überwinder, die vor der allgemeinen Auferstehung stattfindet und zur Teilnahme am Königreich führt.

Offb 20:6 nennt diese Auferstehung „die erste Auferstehung“ und sagt: „Gesegnet und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat.“ Das ist der höchste Segen: das auf der Erde offenbar gewordene Königreich zu erben und innerhalb des Königreichs sogar Mitkönige zu sein. Diese Überwinder sind „gesegnet“ – sie genießen die Fülle des göttlichen Segens – und „heilig“ – abgesondert für Gott, durch Ihn selbst geheiligt.

Über sie hat der zweite Tod keine Macht. Der zweite Tod ist der Feuersee (Offb. 20:14–15). Dass er über sie keine Macht hat, bedeutet nicht nur, dass sie nicht verloren gehen, sondern dass sie in keiner Weise mit irgendeiner Form von Gericht oder Ausschluss in Berührung kommen. Im Gegenteil: „sie werden Priester Gottes und Christi sein und werden mit Ihm tausend Jahre lang regieren“ (Offb 20:6b).

Hier sehen wir die doppelte Funktion der Überwinder: – Priester: Sie kontaktieren Gott, dienen Ihm, bringen Ihn den Menschen nahe. – Mitkönige: Sie regieren mit Christus über die Nationen (Offb. 2:26–27; 12:5).

Diese beiden Dienste – priesterlich und königlich – entsprechen dem Herzen Gottes seit dem Alten Testament: Gott wollte immer ein Volk, das Ihm als Priester dient und mit Ihm als Könige herrscht (2.Mo 19:6; 1.Petr. 2:9). Im Tausendjährigen Königreich wird dieses Verlangen Gottes in den Überwindern erfüllt.


III. Christus als das Wort Gottes – der König der Könige und Herr der Herren (Offb. 19:11–16, 19–21)

A. Der kämpfende Bräutigam und General

In Offb 19 sehen wir zuerst die Hochzeit des Lammes: „Lasst uns fröhlich sein und jubeln und lasst uns Ihm die Herrlichkeit geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und Seine Frau hat sich bereit gemacht“ (Offb. 19:7). Die Frau – die Überwinder – hat sich bereit gemacht. Unmittelbar danach öffnet sich der Himmel: „Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der, der darauf sitzt, heißt Treu und Wahrhaftig, und Er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit“ (Offb. 19:11).

Christus, der Bräutigam, kommt nun mit Seiner Braut als Heer. Die Heere im Himmel folgen Ihm „auf weißen Pferden, gekleidet in feiner Leinwand, weiß und rein“ (Offb. 19:14). Die feine Leinwand ist „die Gerechtigkeiten der Heiligen“ (Offb. 19:8) – das praktische, gerechte Leben der Überwinder. Die Braut wird zum Heer: Diejenigen, die Christus in Liebe und Treue angehangen haben, werden mit Ihm in den Kampf ziehen.

Der Antichrist, der falsche Prophet und die Könige der Erde mit ihren Heeren versammeln sich, um „mit dem, der auf dem Pferd saß, und mit seinem Heer Krieg zu führen“ (Offb. 19:19). Das ist der Höhepunkt der Rebellion: Die Erde erklärt dem Himmel den Krieg, der Mensch stellt sich bewusst gegen Gott. „Es ist in der Tat erstaunlich, dass der Mensch tatsächlich Gott den Krieg erklären kann“ – und doch zeigt die Schrift genau das.

Dieser Krieg ist der Kampf von Harmagedon (Offb. 16:16). Es ist ein Kampf der Erde gegen die Himmel, des Menschen gegen Gott. Aber der Ausgang ist nicht offen: Das Tier und der falsche Prophet werden ergriffen und lebendig in den Feuersee geworfen (Offb. 19:20), und die übrigen werden mit dem Schwert getötet, das aus dem Mund dessen hervorgeht, der auf dem Pferd sitzt (Offb. 19:21).

B. Treu und Wahrhaftig – der gerechte Kämpfer

Der, der auf dem weißen Pferd sitzt, heißt „Treu und Wahrhaftig“ (Offb. 19:11). Das ist eine Bezeichnung Christi. Er ist treu gegenüber Gott – Er führt Gottes Ratschluss ohne Abstriche aus – und treu gegenüber denen, die an Ihn glauben – Er vergisst keinen, der für Ihn leidet, und Er wird alle Ungerechtigkeit, die ihnen widerfahren ist, richten.

In Seiner Treue besiegt und vernichtet Er jene, die sich Gott widersetzen und die Gläubigen verfolgen. Er ist auch wahrhaftig, indem Er Gottes Ökonomie ausführt und sich um jene kümmert, die an Ihn glauben. Er ist der treue und wahrhaftige Zeuge Gottes (Offb. 3:14), der auf einem weißen Pferd sitzt, in Gerechtigkeit richtet und Krieg führt.

Zweite Thessalonicher 2:3, 7–8 zeigt uns den Hintergrund: „Lasst euch von niemandem auf irgendeine Weise betrügen, weil er nicht kommen wird, wenn nicht zuerst der Abfall kommt und der Mensch der Gesetzlosigkeit offenbart wird, der Sohn des Verderbens … Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken, doch nur, bis der aus dem Weg geht, der jetzt zurückhält. Und dann wird der Gesetzlose offenbart werden (den der Herr Jesus durch den Hauch Seines Mundes töten und durch das Sichtbarwerden Seines Kommens zunichte machen wird).“

Heute wirkt das Geheimnis der Gesetzlosigkeit bereits in der Welt. Die ganze Welt steht unter der satanischen Macht der Ungerechtigkeit. Diese Macht wird in der Person des Antichristen, des Menschen der Gesetzlosigkeit, ihren Höhepunkt erreichen. Christus wird wiederkommen, um gegen diese Macht zu kämpfen. Er richtet in Gerechtigkeit und kämpft in Gerechtigkeit. Er richtet, indem Er kämpft, und Er kämpft, indem Er richtet.

C. Sein Name: Das Wort Gottes

Offb 19:13 sagt: „Und Er ist bekleidet mit einem im Blut getauchten Gewand; und Sein Name lautet: Das Wort Gottes.“ Dass Sein Name das Wort Gottes ist, bedeutet, dass Er der Ausdruck, das Zeugnis und das Sprechen Gottes ist. Johannes 1:1 sagt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Das Wort Gottes ist die Definition, die Erklärung und der Ausdruck Gottes. Um Gott zu kennen, müssen wir Christus als das Wort Gottes lesen, studieren, anschauen, betrachten und anblicken.

In Offenbarung 19 spricht Christus als das Wort Gottes für Gott, indem Er Gottes Gericht über die rebellischen Menschen vollstreckt. Sogar während Er kämpft, spricht Er für Gott und bringt Gott zum Ausdruck. Sein Kampf ist ein Sprechen. Das Schwert, das aus Seinem Mund hervorgeht (Offb. 19:15), ist das Wort Gottes, das richtet (Hebr. 4:12). Der Krieger ist das Wort; Sein Kampf ist das Sprechen des Wortes Gottes.

Gott ist kein Gott der Verwirrung; Er ist gerecht und souverän; Er ist ein Gott der Ordnung und kann keine Unordnung und Rebellion dulden. Während Christus gegen den Feind kämpft, wird Er verkünden, dass Gott souverän, gerecht und ordentlich ist. Er wird erklären, dass Gott der Gott über jedem ist und dass Er keine Rebellion gegen Seine Autorität duldet.

Der Kampf des Herrn in der Schlacht von Harmagedon wird ein kraftvolles Sprechen sein: Es wird Satan, dem Antichristen, dem falschen Propheten und dem gesamten Universum sagen, dass Gott souverän ist und dass niemand gegen Ihn rebellieren kann. Der Gott der Ordnung wird alle Rebellion hinwegfegen.


IV. Christus als König im Königreich – Seine Herrschaft mit den Überwindern

A. Die Erfüllung der prophetischen Verheißungen

Nachdem Christus die Erde in Besitz genommen hat, wird Er als der König im Königreich über die Erde regieren, indem Er mit Seinen überwindenden Gläubigen über die Nationen herrscht (Offb. 20:4, 6; 2:26–27). Als der kommende König wird Er im zukünftigen Königreich Gottes, im Tausendjährigen Königreich, das Haupt und das Zentrum sein.

Dies ist die Erfüllung der prophetischen Verheißungen:

– „Siehe, ein König wird in Gerechtigkeit regieren; und die Obersten, sie werden nach Recht herrschen“ (Jes. 32:1). Christus ist der König, und die Überwinder sind die Obersten, die mit Ihm nach Recht herrschen. – „Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da werde ich dem David einen gerechten Sproß erwecken. Der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben“ (Jer. 23:5). Christus ist der gerechte Spross Davids, der als König regiert. – „Und der HERR wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird der HERR einzig sein und sein Name einzig“ (Sach. 14:9). Die Herrschaft Gottes wird universell und unangefochten sein.

Kol 1:20 zeigt, dass Christus die Erde und all ihre Völker erlöst hat: Gott wollte „durch ihn alles mit Sich zu versöhnen, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes – durch ihn, es sei, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist“. Christus hat alles erkauft. In Mt 13:44 sagt Er: „Das Reich der Himmel gleicht einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.“ Der Schatz ist das Reich, der Acker ist die Welt. Christus hat alles gegeben, um die Welt zu kaufen, damit Er das Reich besitzen kann.

Durch Sein Kreuz hat Er die Erde mit all ihren Völkern von der Inbesitznahme Satans gerettet (Offb. 20:2–3). Er wird das uneingeschränkte Recht haben, König der wiederhergestellten Erde und der wiederhergestellten Nationen zu sein. Seine Herrschaft ist nicht nur eine Frage der Macht, sondern eine Frage des Rechts: Er hat bezahlt, Er hat erlöst, Er hat überwunden.

B. Die Offenbarung von Gottes Vollmacht und Herrlichkeit

In Seiner künftigen Herrschaft werden Gottes Vollmacht und Herrlichkeit vollständig offenbar werden. Das Gebet „Denn Dein ist das Königreich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“ (Mt. 6:13) wird sichtbar erfüllt. Die ganze Erde mit ihren Völkern wird in die Gerechtigkeit, den Frieden, die Freude und den vollen Segen der Schöpfung Gottes hineingebracht werden.

Jesaja 32:16–18 beschreibt die Atmosphäre dieses Reiches: „In der Wüste wird das Recht sich niederlassen und die Gerechtigkeit im Fruchtgarten wohnen. Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für ewig. Dann wird mein Volk wohnen an einer Wohnstätte des Friedens und in sicheren Wohnungen und an sorgenfreien Ruheplätzen.“ Gerechtigkeit bringt Frieden hervor; Frieden bringt Ruhe und Sicherheit hervor. Das ist der Charakter des messianischen Reiches.

Jesaja 35:1–2, 5–7 zeigt die Wiederherstellung der Schöpfung: „Freuen werden sich die Wüste und das dürre Land, frohlocken wird die Steppe und aufblühen wie eine Narzisse. Sie wird kräftig blühen und frohlocken, ja, frohlocken und jubeln … Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch und jubeln wird die Zunge des Stummen; denn in der Wüste brechen Wasser hervor und Bäche in der Steppe. Und die Fata Morgana wird zum Teich und das dürre Land zu Wasserquellen.“ Unter der Herrschaft Christi wird die Schöpfung selbst befreit und erneuert (vgl. Röm 8:19–21).

In diesem Reich werden die Überwinder als Priester Gottes und Christi dienen und mit Ihm tausend Jahre regieren (Offb. 20:6). Sie werden die Kanäle sein, durch die Gottes Segen zu den Nationen fließt, und die Werkzeuge, durch die Seine Gerechtigkeit und Sein Frieden aufrechterhalten werden.


V. Geistliche Bedeutung für unser heutiges Leben

Diese gewaltigen Szenen der Offenbarung sind nicht nur Zukunftsvisionen. Sie haben eine unmittelbare geistliche Bedeutung für unser Leben heute.

Das Binden Satans und unser Gebet

Wenn wir sehen, dass das erste, was im Tausendjährigen Königreich geschieht, das Binden Satans ist (Offb. 20:2–3), verstehen wir tiefer, warum der Herr uns lehrt zu beten: „befreie uns von dem, der böse ist“ (Mt. 6:13). Jedes echte Gebet um Befreiung von dem Bösen stimmt mit Gottes endgültigem Handeln überein. Wenn wir heute im Glauben gegen die Macht der Finsternis stehen, stehen wir auf der Seite dessen, was Gott endgültig tun wird.

Die erste Auferstehung und unser Streben

Paulus trachtete nach der „Heraus-Auferstehung“ (Phil. 3:11). Er lebte nicht nur für die bloße Rettung, sondern für die Belohnung, für die Teilnahme an der ersten Auferstehung und am Königreich. Wenn Offb 20:6 sagt: „Gesegnet und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat“, lädt uns das ein, unser Leben im Licht dieses Segens zu führen. Überwinden heißt, heute in Treue, Gehorsam und Liebe zu Christus zu leben, damit Seine Menschlichkeit in uns eingewirkt wird und wir morgen mit Ihm regieren können.

Christus als das Wort Gottes und unser Umgang mit der Schrift

Wenn Sein Name „das Wort Gottes“ ist (Offb. 19:13), dann ist jeder echte Umgang mit der Schrift ein Umgang mit Christus selbst. Um Gott zu kennen, müssen wir Christus als das Wort Gottes lesen, studieren, anschauen, betrachten und anblicken. Wenn wir die Bibel nur als Informationsquelle behandeln, verpassen wir den, der in ihr spricht. In der Offenbarung sehen wir, dass das Wort Gottes nicht nur tröstet, sondern auch richtet, kämpft und die Rebellion beendet. Je mehr wir uns dem Wort öffnen, desto mehr wirkt es in uns, trennt, reinigt und macht uns zu Menschen, die mit Christus übereinstimmen.

Die Braut als Heer – Liebe und Kampf

Die Braut, die sich bereit gemacht hat (Offb. 19:7), wird zum Heer, das Christus folgt (Offb. 19:14). Das zeigt, dass wahre Liebe zu Christus untrennbar mit geistlichem Kampf verbunden ist. Wer Ihn liebt, wird mit Ihm gegen alles stehen, was Gott widerspricht. Unser Überwinden heute – in kleinen und großen Dingen – ist Teil dieses Kampfes. Es ist die Vorbereitung, einmal mit Ihm auf dem weißen Pferd zu kommen.

Das kommende Reich und unsere Hoffnung

Die Vision des Tausendjährigen Königreichs ist eine gewaltige Hoffnung: Eine Erde ohne satanische Verführung, eine Menschheit unter der gerechten Herrschaft Christi, eine Schöpfung, die aufblüht, ein Volk, das in Frieden wohnt. Diese Hoffnung ist nicht Flucht aus der Realität, sondern Kraft, in der Realität treu zu bleiben. Wer weiß, dass Christus der Errichter des Königreichs ist und dass Er als das Wort Gottes, der König der Könige und Herr der Herren, kommen wird, kann heute inmitten von Ungerechtigkeit, Verwirrung und Gesetzlosigkeit standhaft bleiben.


Christus ist der Errichter des Königreichs. Er wird Satan binden, die Erde reinigen und das Reich Gottes sichtbar aufrichten. Er ist das Wort Gottes, der in Gerechtigkeit richtet und Krieg führt, der König der Könige und Herr der Herren. Er wird mit Seinen Überwindern tausend Jahre regieren. Möge der Herr in uns das Verlangen wecken, zu diesen Überwindern zu gehören, die an der ersten Auferstehung teilhaben, Priester Gottes und Christi sind und mit Ihm regieren – zur Offenbarung von Gottes Königreich, Kraft und Herrlichkeit in Ewigkeit.

Diesen Artikel teilen

Wenn er hilfreich war, kannst du ihn einfach weitergeben.

E-Mail WhatsApp