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Christus, der ewige König, der kommt, um die Erde in Besitz zu nehmen, und die Vollendung des Geheimnisses Gottes – Vertiefung

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Die Offenbarung führt uns nicht zuerst in prophetische Neugier, sondern in die Person Christi als den ewigen König. In Offenbarung 11:15–18 und 12:10 öffnet uns der Geist einen Blick in den Himmel, damit wir sehen, was Gott mit dieser Welt vorhat – und wie wir Christus als den ewigen König schon heute erfahren und genießen können.

Offenbarung 11:15 sagt: „Das Königreich der Welt ist zum Königreich unseres Herrn und Seines Christus geworden, und Er wird in Ewigkeit regieren“ Offenbarung 11:15.

Hier sehen wir drei große Punkte:

Das gegenwärtige „Königreich der Welt“ wird nicht bleiben.

Es wird „zum Königreich unseres Herrn und Seines Christus“ werden.

Christus wird „in Ewigkeit regieren“ – ohne Ende, ohne Ablösung, ohne Schwankung.

Beim Schall der siebten Posaune (Offb. 11:15) geschieht Entscheidendes: – die große Trübsal wird beendet, – dieses gegenwärtige Zeitalter wird abgeschlossen, – „das Geheimnis Gottes“ wird vollendet (Offb. 10:7), – und ein neues Zeitalter beginnt: das Zeitalter des Tausendjährigen Königreichs.

Doch die Schrift bleibt nicht beim Tausendjährigen Reich stehen. Dass Christus „in Ewigkeit regieren“ wird, umfasst sowohl Sein Regieren im Tausendjährigen Königreich als auch Sein Regieren im neuen Himmel und auf der neuen Erde (Offb. 21:1; 22:5). Offenbarung 22:5 sagt: „… und sie werden in Ewigkeit regieren“ Offenbarung 22:5. Der ewige König hat ein ewiges Reich, und Er teilt dieses Reich mit Seinem erlösten Volk.

Der ewige Thron – Gottes unveränderliche Regierung

Klagelieder 5:19 bezeugt: „Du, Jehovah, bleibst in Ewigkeit, dein Thron ist von Generation zu Generation“ Klagelieder 5:19.

Inmitten von Gericht, Zerstörung Jerusalems und äußerer Katastrophe richtet der Geist den Blick Jeremias auf zwei unerschütterliche Realitäten:

Gottes ewiges Sein – „Du bleibst in Ewigkeit“

Gottes ewige Regierung – „dein Thron ist von Generation zu Generation“

In Klagelieder 3:22–23 heißt es: „Ja, die Gnadenerweise des HERRN sind nicht zu Ende, ja, sein Erbarmen hört nicht auf, es ist jeden Morgen neu. Groß ist deine Treue“ Klagelieder 3:22–23.

Gottes Güte, Erbarmungen und Treue sind groß, aber die Schrift zeigt, dass Sein ewiges Sein und Sein Thron noch höher sind. Warum? Weil Seine Regierung und Seine Person das Fundament sind, auf dem Seine Erbarmungen und Seine Treue stehen. Seine Wege mit uns können sich ändern – Züchtigung, Erziehung, Trösten, Wiederherstellung –, aber Er selbst und Sein Thron bleiben unveränderlich.

Hebräer 12:28 sagt: „Darum, weil wir ein unerschütterliches Königreich empfangen, lasst uns die Gnade haben, durch die wir Gott auf wohlgefällige Weise dienen können mit ehrerbietiger Scheu und Furcht“ Hebräer 12:28.

Das unerschütterliche Königreich ist die Auswirkung des unerschütterlichen Thrones. Im Neuen Jerusalem wird Gott vollständig offenbart sein:

– in Seiner Person als der ewige König, – in Seiner Regierung als Sein ewiges, unerschütterliches Königreich (Hebr. 12:28; Offb. 22:3).

Offenbarung 22:3 sagt: „Und keinerlei Fluch wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein; und seine Knechte werden ihm dienen“ Offenbarung 22:3.

Der Thron Gottes und des Lammes ist das Zentrum der ewigen Stadt. Dort ist Gott nicht nur als Retter, sondern als König und Regierender offenbar. Für unser Glaubensleben bedeutet das: Unsere Erfahrung von Gnade, Trost und Hilfe ist sicher, weil sie auf einem ewigen Thron ruht. Wenn wir unter Gottes Regierung bleiben, stehen wir auf einem Fundament, das nicht erschüttert werden kann – weder durch äußere Umstände noch durch innere Schwankungen.

Christus als „ein anderer starker Engel“ – Sein verborgenes Kommen zur Besitzergreifung der Erde

In Offenbarung 10:1–7 erhalten wir eine klare Vision von Christus, der kommt, um die Erde in Besitz zu nehmen. Johannes sagt: „UND ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herniederkommen“ Offenbarung 10:1.

In der Offenbarung gibt es mehrfach „einen anderen Engel“ (Offb. 7:2; 8:3; 18:1). In Kapitel 10 ist dieser „andere starke Engel“ jedoch mehr als ein geschaffener Engel. Die Beschreibung zeigt, dass es Christus selbst ist, der in einer engelgleichen Gestalt erscheint:

– Er kommt „aus dem Himmel hernieder“ (Offb. 10:1a) – wie der Sohn des Menschen, der mit den Wolken kommt (Dan. 7:13; Mt. 24:30). – Er ist „bekleidet mit einer Wolke“ (Offb. 10:1b). – „Der Regenbogen war über Seinem Haupt“ (Offb. 10:1c). – „Sein Angesicht war wie die Sonne und Seine Füße wie Säulen aus Feuer“ (Offb. 10:1d). – Er stellt „Seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde“ (Offb. 10:2). – Er „schrie mit lauter Stimme, so wie ein Löwe brüllt“ (Offb. 10:3).

Diese Merkmale gehören nicht zu einem gewöhnlichen Engel, sondern zu Christus selbst, dem König, der kommt, um die Erde in Besitz zu nehmen.

„Aus dem Himmel herniederkommen“ – Christus ist unterwegs

„Johannes sah einen anderen Engel ‚aus dem Himmel herabkommen‘“ Offenbarung 10:1a.

Das zeigt: Christus ist in dieser Vision nicht mehr nur im Himmel, sondern Er ist auf dem Weg zur Erde. Offenbarung 10 ist eine Zwischenvision zwischen der sechsten und siebten Posaune. Sie zeigt uns, dass Christus Sich bereits in Bewegung gesetzt hat, um die Erde zu beanspruchen. Sein Kommen ist hier noch nicht öffentlich, sondern verborgen.

„Bekleidet mit einer Wolke“ – das geheime Kommen

Christus ist „bekleidet mit einer Wolke“ (Offb. 10:1b). Das ist nicht dasselbe wie „auf der Wolke“ zu sitzen. In Offenbarung 14:14 heißt es: „Und ich sah, und siehe, da war eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer wie der Sohn des Menschen…“ Offenbarung 14:14.

Matthäus 24:30 sagt: „… sie werden den Sohn des Menschen auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit kommen sehen“ Matthäus 24:30; vgl. Mt. 26:64; Offenbarung 1:7.

„Auf der Wolke“ bedeutet: öffentlich, sichtbar, in Herrlichkeit. „Bekleidet mit einer Wolke“ bedeutet: verborgen, geheim, eingehüllt.

In Offenbarung 10 ist Christus noch im geheimen Kommen. Er ist schon unterwegs, aber noch nicht öffentlich erschienen. Er ist in die Wolke eingehüllt, bis Offenbarung 14, wo Er dann „auf der Wolke“ sitzt und Sein Kommen öffentlich wird.

Das hat eine wichtige Konsequenz: Die verbreitete Vorstellung, Christus komme einfach einmal vor der großen Trübsal und dann sei alles erledigt, greift zu kurz. Die Offenbarung zeigt eine gestufte, prozesshafte Wiederkunft: ein geheimes Kommen, ein verborgenes Wirken, und dann ein öffentliches Erscheinen in Herrlichkeit.

Für unsere Erfahrung bedeutet das: Christus wirkt oft verborgen, bevor Er sichtbar eingreift. Er ist schon „unterwegs“ in unseren Umständen, auch wenn wir Ihn noch nicht öffentlich sehen.

Der Regenbogen über Seinem Haupt – der Gott des Bundes im Gericht

„Der Regenbogen war über Seinem Haupt“ Offenbarung 10:1c.

Der Regenbogen erinnert uns an den Bund, den Gott mit Noah und der Erde geschlossen hat (1.Mose 9:8–17). Gott sagte: „Meinen Bogen setze Ich in die Wolken, und er soll als Zeichen eines Bundes zwischen Mir und der Erde dienen“ 1. Mose 9:13.

Der Regenbogen ist das Zeichen, dass Gott die Erde nie wieder durch eine Flut vernichten wird (1.Mose 9:11, 15). In Offenbarung 4:2–3 sehen wir: „… und rings um den Thron war ein Regenbogen, dem Aussehen nach wie ein Smaragd“ Offenbarung 4:3.

Der Regenbogen um den Thron bedeutet: – Gott ist der Gott des Bundes, – Er ist treu, – Er hält Seinen Bund, während Er richtet.

Wenn Christus in Offenbarung 10 mit einem Regenbogen über Seinem Haupt erscheint, zeigt das: Er kommt, um die Erde zu richten und in Besitz zu nehmen, aber Er tut es als der Bundesgott. Er wird die Menschheit nicht noch einmal durch eine Flut vernichten und nicht die ganze Menschheit auslöschen. Er wird einen Teil der Menschheit verschonen, damit sie die Nationen auf der neuen Erde seien zu Seiner Herrlichkeit (Offb. 21:24, 26).

Das Gericht Gottes ist also nicht willkürlich, sondern gebunden an Seinen Bund und an Seine Verheißungen. Für uns bedeutet das: Wenn Gott uns richtet, züchtigt oder reinigt, tut Er es als Bundesgott. Sein Gericht ist von Seiner Treue umgeben wie der Thron von einem Regenbogen.

Sein Angesicht wie die Sonne, Seine Füße wie Feuersäulen – Heiligkeit vor dem öffentlichen Kommen

„Sein Angesicht war wie die Sonne und Seine Füße wie Säulen aus Feuer“ Offenbarung 10:1d.

Kurz bevor Christus öffentlich kommt, ist Er wie die Sonne, nicht mehr wie der Morgenstern. Der Morgenstern erscheint vor der finstersten Zeit, vor der Morgendämmerung, jenen, die Ihn lieben und erwarten (vgl. Offb. 22:16). Die Sonne aber geht auf, wenn der Tag anbricht und für alle sichtbar wird.

Hier in Offenbarung 10 ist Christus bereits in der Sonne-Herrlichkeit, kurz vor Seinem öffentlichen Erscheinen. Seine Füße sind „wie Säulen aus Feuer“. Feuer bezeichnet hier Gottes Heiligkeit, gemäß der Er Sein Gericht vollstreckt (2.Mose 19:18; Hebr. 12:29).

Zweite Mose 19:18: „Und der ganze Berg Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabkam…“ Hebräer 12:29: „… denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer“ Hebräer 12:29.

Christus kommt nicht nur als König, sondern als heiliger Richter. Seine Füße – das, womit Er die Erde betritt – sind Feuersäulen. Wo Er auftritt, wird alles geprüft, geläutert und gerichtet.

Erfahrungsmäßig heißt das: Wenn Christus beginnt, in einem Bereich unseres Lebens „Fuß zu fassen“, kommt Seine Heiligkeit mit. Er betritt unser „Land“ nicht neutral, sondern als verzehrendes Feuer, das alles Unheilige verbrennt, um uns für Sein Reich vorzubereiten.

Seine Füße auf Meer und Land – die Besitzergreifung der Erde

„Er hatte in seiner Hand ein geöffnetes Büchlein. Und er stellte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken aber auf die Erde“ Offenbarung 10:2.

In der Schrift bedeutet das Betreten eines Gebietes, es in Besitz zu nehmen. Gott sagte zu Israel: „Jeder Ort, auf den eure Fußsohle treten wird, soll euer sein“ 5.Mose 11:24; vgl. Jos. 1:3.

Wenn Christus Seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde setzt, zeigt das: Er beansprucht die ganze Erde – das Meer und das Land – als Sein Eigentum. Psalm 8:7–9 spricht prophetisch von dem Menschen, den Gott über die Werke Seiner Hände gesetzt hat: „Alles hast du unter seine Füße gelegt“ Psalmen 8:7–9. Im Neuen Testament wird dieser Psalm auf Christus angewandt (vgl. Hebr. 2:6–9).

Nur Christus ist würdig, die Schriftrolle der Ökonomie Gottes zu öffnen (Offb. 5) und nur Er ist qualifiziert, die Erde in Besitz zu nehmen. In Offenbarung 10 sehen wir Ihn, wie Er tatsächlich beginnt, diese Besitzergreifung auszuführen.

Für uns persönlich bedeutet das: Christus möchte nicht nur die Erde, sondern auch unser ganzes „Land“ – unser Inneres, unser Leben, unsere Bereiche – betreten und in Besitz nehmen. Wo Er „Seine Füße“ aufsetzt, beansprucht Er Herrschaft. Unser geistliches Wachstum besteht darin, dass wir Ihm erlauben, Schritt für Schritt mehr Boden in uns einzunehmen.

Sein Brüllen wie ein Löwe – der gereizte König

„Er schrie mit lauter Stimme, so wie ein Löwe brüllt“ Offenbarung 10:3a.

Das Brüllen des Löwen wird in den Sprüchen mit dem Zorn des Königs verglichen: „Der Zorn des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen“ Sprüche 19:12; vgl. Spr. 20:2.

Wenn Christus hier wie ein Löwe brüllt, zeigt das, dass Er als König der Erde zum Zorn gereizt worden ist. Die Nationen sind zornig (Offb. 11:18), aber Gottes Antwort ist Sein eigener Zorn – der heilige, gerechte Zorn des Königs.

Offenbarung 11:18 sagt: „Und die Nationen sind zornig gewesen, und dein Zorn ist gekommen…“ Offenbarung 11:18.

Christus ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt (Joh. 1:29), aber Er ist auch der Löwe aus dem Stamm Juda (Offb. 5:5). In Offenbarung 10 hören wir Sein Löwenbrüllen. Das ist die Stimme des Königs, der nicht länger zulässt, dass die Erde von Rebellion, Götzendienst und Ungerechtigkeit beherrscht wird.

„Dann ist das Geheimnis Gottes vollendet“ – das Ende des Zeitalters des Geheimnisses

Offenbarung 10:7 sagt: „… in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er im Begriff ist zu posaunen, dann ist das Geheimnis Gottes vollendet, wie Er die gute Nachricht Seinen eigenen Sklaven, den Propheten, verkündet hat“ Offenbarung 10:7.

Um zu verstehen, was „das Geheimnis Gottes“ ist, müssen wir die verschiedenen Heilszeiten (Dispensationen) betrachten:

– Von Adam bis Mose: Gott offenbarte Sich, aber es gab kein „Zeitalter des Geheimnisses“; vieles war offen, aber noch nicht voll entfaltet. – Von Mose bis Christus: das Zeitalter des Gesetzes; Gott sprach durch Propheten, gab das Gesetz, offenbarte Seinen Willen, aber das große Geheimnis war noch nicht enthüllt. – Vom Tausendjährigen Königreich bis in den neuen Himmel und die neue Erde: alles wird offenbar sein, kein Geheimnis mehr.

Das eigentliche „Zeitalter des Geheimnisses“ ist die Zeit von Christus bis zum Tausendjährigen Königreich – das Zeitalter der Gemeinde, das Zeitalter der Gnade. In dieser Zeit ist alles, was Gott tut, in einem Sinn geheimnisvoll: verborgen, geistlich, nicht mit natürlichen Augen zu sehen.

Die Fleischwerdung – der Beginn des Geheimnisses

Die Fleischwerdung Christi, mit der die Dispensation des Geheimnisses begann, ist selbst ein Geheimnis. Erste Timotheus 3:16 sagt: „Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Er, der offenbart worden ist im Fleisch…“ 1. Timotheus 3:16.

Durch die Fleischwerdung wurde der unbegrenzte Gott in den begrenzten Menschen gebracht. Der gesamte Gott – nicht nur Gott der Sohn – wurde Fleisch. In Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kol. 2:9).

Das ist das erste große Geheimnis: Gott im Fleisch, der Schöpfer in der Schöpfung, der Ewige in der Zeit. Dieses Geheimnis ist der Anfang des Zeitalters der Gnade.

Christus – das Geheimnis Gottes

Kolosser 2:2 spricht von „dem Geheimnis Gottes, das Christus ist“ Kolosser 2:2.

Gott selbst ist ein Geheimnis – unergründlich, unsichtbar, unzugänglich. Christus als die Verkörperung Gottes, um Ihn zum Ausdruck zu bringen, ist das Geheimnis Gottes. In Ihm wohnt „die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ Kolosser 2:9.

Alles, was Gott beabsichtigt, hat mit Christus zu tun. Christus ist die Verkörperung, Definition und Erklärung Gottes. Wer Christus sieht, sieht den Vater (Joh. 14:9).

Erfahrungsmäßig heißt das: Wenn wir Christus erkennen, erkennen wir das Herz Gottes. Wenn wir Christus genießen, genießen wir Gott selbst. Das Geheimnis Gottes ist nicht eine Lehre, sondern eine Person.

Die Gemeinde – das Geheimnis Christi

Epheser 3:4–6 spricht von „dem Geheimnis des Christus“, das darin besteht, dass die Nationen Miterben, Mitleib und Mitteilhaber der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium Eph. 3:4–6.

Christus ist ein Geheimnis, und die Gemeinde als Sein Leib, der Ihn zum Ausdruck bringt, ist das Geheimnis Christi. Dieses Geheimnis ist die Ökonomie Gottes: Gott teilt Christus als die Verkörperung Gottes in Sein auserwähltes Volk aus, um einen Leib hervorzubringen, der die Zunahme der Verkörperung Gottes in Christus ist.

So erhält Gott einen korporativen Ausdruck – Christus als Haupt und die Gemeinde als Sein Leib. Epheser 5:32 sagt über Christus und die Gemeinde: „Dieses Geheimnis ist groß“ Epheser 5:32.

Das große Geheimnis ist: Christus und die Gemeinde als ein Geist, eine Einheit, ein Leib. Das ist der innere Inhalt des Zeitalters der Gnade.

Weitere Geheimnisse im Zeitalter der Gnade

Die Schrift nennt noch andere Geheimnisse, die alle in dieses Zeitalter fallen:

– Das Königreich der Himmel – „Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Königreichs der Himmel zu erkennen“ Matthäus 13:11. Das Reich ist heute verborgen, innerlich, geistlich. – Das Evangelium – Paulus bittet um Gebet „für mich, damit mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund öffne, mit Freimütigkeit das Geheimnis des Evangeliums bekanntzumachen“ Epheser 6:19. Das Evangelium ist mehr als eine Botschaft; es ist ein Geheimnis, das Christus und die Gemeinde einschließt. – Das Innewohnen Christi – „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“ Kolosser 1:27. Dass Christus in uns wohnt, ist ein tiefes Geheimnis. – Die zukünftige Auferstehung und Umgestaltung der Heiligen – „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune“ 1. Korinther 15:51–52.

All diese Geheimnisse gehören zum „Geheimnis Gottes“, das im Zeitalter der Gnade entfaltet wird.

Die Vollendung des Geheimnisses bei der siebten Posaune

Offenbarung 10:7 sagt, dass „in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er im Begriff ist zu posaunen, dann das Geheimnis Gottes vollendet“ wird.

Wenn die siebte Posaune ertönt (Offb. 11:15–18), geschieht Folgendes:

– Das Königreich der Welt wird zum Königreich unseres Herrn und Seines Christus. – Christus ergreift Seine große Macht und tritt Seine Herrschaft an (Offb. 11:17). – Die Nationen sind zornig, aber Gottes Zorn ist gekommen (Offb. 11:18). – Die Zeit der Toten ist gekommen, dass sie gerichtet werden. – Die Knechte, die Propheten, die Heiligen und alle, die Seinen Namen fürchten, erhalten ihren Lohn. – Die Verderber der Erde werden verdorben (Offb. 11:18).

Damit ist das Zeitalter des Geheimnisses abgeschlossen. Was verborgen war, wird offenbar. Was im Glauben erfahren wurde, wird in Herrlichkeit sichtbar. Das, was heute innerlich, geistlich und oft unscheinbar ist – Christus in uns, die Gemeinde als Leib, das Reich als innerliche Realität –, wird dann öffentlich, sichtbar und universell.

Offenbarung 12:10 bestätigt: „Jetzt ist die Errettung gekommen und die Kraft und das Königreich unseres Gottes und die Vollmacht Seines Christus…“ Offenbarung 12:10.

„Jetzt“ – das ist der Moment, wenn das Geheimnis Gottes vollendet ist. Die verborgene Herrschaft Christi wird zur offenen Herrschaft. Die unsichtbare Gemeinde wird zur sichtbaren Herrlichkeit. Der Glaube geht in Schauen über.

Die praktische Bedeutung: Unter dem ewigen König leben

Diese Visionen sind nicht nur prophetische Information, sondern geistliche Offenbarung für unser Leben vor dem Herrn.

Wir leben heute im Zeitalter des Geheimnisses.

Christus ist in uns, aber verborgen. Das Reich ist in uns, aber nicht von dieser Welt. Die Gemeinde ist der Leib Christi, aber für die Welt oft unscheinbar. Wir brauchen geistliche Augen, um das Geheimnis Gottes zu erkennen und zu genießen.

Wir stehen unter einem ewigen Thron.

Gottes Person und Seine Regierung sind unveränderlich. Wenn wir unter Seiner Regierung bleiben, haben wir ein unerschütterliches Fundament. Selbst wenn Seine Wege mit uns schwer sind, wissen wir: Er ist der Bundesgott, umgeben von einem Regenbogen.

Christus ist unterwegs, die Erde in Besitz zu nehmen – und uns.

Er ist „bekleidet mit einer Wolke“ – oft verborgen –, aber Er setzt bereits Seine Füße auf Meer und Land. Er möchte auch in uns mehr Boden gewinnen. Unsere Antwort ist, Ihm Raum zu geben, damit Er in allen Bereichen unseres Lebens König sein kann.

Die Vollendung des Geheimnisses motiviert zu einem Leben im Licht der Wiederkunft.

Wenn wir wissen, dass das Geheimnis Gottes bald vollendet wird, leben wir nicht mehr für das Vergängliche. Wir suchen, Christus als das Geheimnis Gottes zu erkennen, die Gemeinde als das Geheimnis Christi zu lieben und das Reich als innerliche Realität zu praktizieren.

Hebräer 12:28 ruft uns zu: Weil wir ein unerschütterliches Königreich empfangen, sollen wir Gnade haben, um Gott wohlgefällig zu dienen. Dieses Königreich ist heute geheimnisvoll, aber real; morgen wird es öffentlich und herrlich sein.

So führt uns die Offenbarung von Christus als dem ewigen König, der kommt, um die Erde in Besitz zu nehmen, hinein in die Erfahrung Seiner Person und Seiner Regierung. Wir lernen, unter Seinem Thron zu leben, Sein geheimes Wirken zu erkennen und in Erwartung der Vollendung des Geheimnisses Gottes zu wandeln – bis das Königreich der Welt zum Königreich unseres Herrn und Seines Christus geworden ist und Er in Ewigkeit regiert.

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