Das Wort des Lebens
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Christus hat die Schlüssel des Todes und des Hades – Vertiefung

16 Min. Lesezeit

Wenn der verherrlichte Christus in Offenbarung 1 Johannes erscheint, fällt dieser wie tot zu seinen Füßen (Offb. 1:17). Die Herrlichkeit des Menschensohnes inmitten der Leuchter ist so überwältigend, dass selbst ein Apostel sie nicht ertragen kann. Doch der Herr legt Seine rechte Hand auf ihn und spricht: „Fürchte dich nicht; Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige; und Ich wurde tot, und siehe, Ich bin lebendig in Ewigkeit; und Ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades“ (Offb. 1:17–18).

Diese Selbstoffenbarung ist der Schlüssel zum Verständnis der ganzen Offenbarung und zugleich eine tiefe Ermutigung für das Gemeindeleben. Christus stellt Sich nicht zuerst als der Richter vor, sondern als der Erste, der Letzte und der Lebendige. Er ist der Anfang und das Ende (Offb. 21:6; 22:13). Das bedeutet:

  • Der Erste: Niemand ist vor Ihm; alles beginnt mit Ihm.
  • Der Letzte: Niemand ist nach Ihm; alles endet in Ihm.
  • Der Anfang: Er ist der Ursprung aller Dinge, der Ausgangspunkt jedes göttlichen Werkes.
  • Das Ende: Er ist die Vollendung, das Ziel, die Erfüllung aller Wege Gottes.

Damit zeigt der Herr, dass es ohne Ihn weder Ursprung noch Vollendung gibt. Alles, was Gott tut, beginnt in Christus und wird in Christus vollendet. Das gilt für die Schöpfung, für die Erlösung, für die Gemeinde – und für unser persönliches Glaubensleben.

Wenn Er sagt: „Ich bin der Erste und der Letzte“, dann ist darin eingeschlossen, dass Er vollenden wird, was Er begonnen hat. Er ist nicht nur der, der das Gemeindeleben anfängt, sondern auch der, der es zu Ende führt. Paulus konnte am Ende seines Laufes sagen: „vollführe deinen Dienst!“ (2.Tim. 4:5). Warum? Weil hinter seinem Dienst ein Christus steht, der Anfang und Ende ist. Offenbarung 10:7 und 15:1, 8 zeigen, dass Gott Sein Geheimnis vollendet und Seinen Zorn vollendet – Er lässt nichts halbfertig. Der Herr Jesus wird Sein Werk niemals unvollendet lassen.

Das ist für alle örtlichen Gemeinden entscheidend: Wir müssen glauben, dass der Herr Jesus der Anfang und das Ende ist. Was Er in Seiner Wiedererlangung begonnen hat, wird Er vollenden. Die Geschichte der Gemeinde ist nicht dem Zufall überlassen; sie steht unter der Hand dessen, der sagt: „Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende“ (Offb. 21:6).

Der Lebendige inmitten der Gemeinden

Der Christus, der in der Mitte der Gemeinden wandelt, ist der Lebendige. In Offenbarung 2:1 spricht Er als der, „der die sieben Sterne in Seiner rechten Hand hält, der in der Mitte der sieben goldenen Leuchter wandelt“. Er ist nicht fern, nicht passiv, nicht nur Beobachter. Er wandelt inmitten der Leuchter – Er ist aktiv, gegenwärtig, prüfend, versorgend.

Und dieser, der inmitten der Gemeinden wandelt, ist „der Lebendige“. Er ist nicht nur einmal lebendig gewesen, sondern Er ist der, der in Auferstehung lebt. In Smyrna stellt Er sich vor als „der Erste und der Letzte, der tot wurde und wieder lebendig wurde“ (Offb. 2:8). Er ist durch den Tod hindurchgegangen, aber der Tod konnte Ihn nicht festhalten (Apg. 2:24), weil Er selbst die Auferstehung ist (Joh. 11:25).

Die Auferstehung ist die Verlängerung der Tage des Herrn. Sein Leben wurde nicht durch den Tod unterbrochen, sondern in der Auferstehung fortgesetzt und erhöht. Hebräer 7:16 spricht von Ihm als dem, der Priester ist „nach der Kraft eines unauflöslichen Lebens“. Dieses Leben kann nicht zerstört, nicht unterbrochen, nicht ausgelöscht werden. Jesus Christus ist heute der Lebendige – derjenige, der in Auferstehung ist.

Damit Christus Leben austeilen kann, muss Er der Lebendige sein. Nur ein lebendiger Christus kann lebendige Gemeinden hervorbringen. Die Bedeutung der Tatsache, dass Christus der Lebendige ist, liegt darin, dass Er ewig lebt und in uns lebt. Er ist nicht nur im Himmel lebendig, sondern als der Geist wohnt Er in den Gläubigen. Er möchte, dass wir jede Art von Tod hinter uns lassen und aufstehen, um die lebendige Gemeinde zu sein.

Je lebendiger wir sind, desto mehr sind wir das Zeugnis des lebendigen Jesus. Offenbarung 12:11 zeigt Überwinder, die den Feind „wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses“ überwinden und „ihr Seelen-Leben nicht geliebt [haben] bis zum Tod“. Ein solches Zeugnis ist nur möglich, weil der Lebendige in ihnen lebt. Die Lebendigkeit der Gemeinde ist der Ausdruck des lebendigen Christus.

Christus im Tod und im Bereich des Todes

Christus wurde tot und lebt in Ewigkeit

„Ich wurde tot, und siehe, Ich bin lebendig in Ewigkeit“ (Offb. 1:18). Der Herr erlitt den Tod und wurde wieder lebendig (Offb. 2:8). Er ging in den Tod hinein, aber der Tod konnte Ihn nicht festhalten (Apg. 2:24). Warum? Weil Er die Auferstehung ist (Joh. 11:25) und weil Er Gott ist (Joh. 1:1) und das unzerstörbare Leben besitzt (Hebr. 7:16). Der Tod ist eine Macht, aber Christus ist größer als diese Macht.

Christus lieferte Sich dem Tod aus, doch der Tod war nicht imstande, Ihn gefangen zu halten. Im Gegenteil: Der Tod wurde von Ihm besiegt, und der Herr auferstand vom Tod. Bei Christus hat deshalb der Tod keinen Stachel, und der Hades keine Kraft. Was für uns Menschen das Ende ist, wurde für Ihn zum Schauplatz Seines Sieges.

Christus und die Geister im Gefängnis

Erste Petrus 3:19 sagt: „In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt.“ Diese Geister sind nicht die Seelen verstorbener Menschen, sondern Engel, denn Engel sind Geister (Hebr. 1:14). Petrus erklärt in Zweite Petrus 2:4–5, dass Gott Engel, die gesündigt hatten, „in finstere Höhlen des Abgrundes hinabgestürzt und zur Aufbewahrung für das Gericht überliefert hat“. Judas 6 spricht von Engeln, die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrt haben und nun „mit ewigen Fesseln in Finsternis verwahrt“ sind.

Diese gefallenen Engel hatten zur Zeit Noahs durch ihren Ungehorsam den göttlichen Plan zu stören versucht. Sie sind in tiefen, finsteren Abgründen – im Tartarus – gefangen. Nach Seinem Tod im Fleisch ging Christus in Seinem lebendigen Geist, das heißt in Seiner Göttlichkeit, zu diesen rebellischen Engeln, um ihnen Gottes Sieg über Satans Strategie zu verkündigen. Gott hatte durch die Fleischwerdung Christi und durch Seinen Tod im Fleisch den Plan Satans zunichte gemacht. Christus ging nicht hin, um ihnen das Evangelium zur Errettung zu predigen, sondern um den vollbrachten Sieg Gottes zu proklamieren.

Hier sehen wir: Christus ist nicht nur Sieger über den Tod, sondern auch über die unsichtbaren Mächte, die hinter der Geschichte stehen. Sein Tod und Seine Auferstehung sind eine kosmische Wende. Kolosser 2:15 (obwohl hier nicht zitiert) bestätigt dieses Bild: Er hat die Gewalten und Mächte entwaffnet. Erste Petrus 3:19 zeigt uns die andere Seite: Er verkündigt ihnen diesen Sieg.

Der Abgrund – der Bereich des Todes und der Finsternis

Die Schrift spricht mehrfach vom „Abgrund“ (griechisch: abyssos). Römer 10:7 zitiert: „‚Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?‘ das heißt, um Christus von den Toten heraufzuholen.“ Dieses Wort wird in Lukas 8:31 für den Wohnort der Dämonen verwendet. Dort bitten die Dämonen den Herrn Jesus, dass Er ihnen nicht gebiete, in den Abgrund zu fahren (Lk. 8:31; vgl. V. 27, 33, 35, 38). Sie wissen, dass der Abgrund ein Ort der Verwahrung und Begrenzung ist, ein Bereich der Finsternis und des Gerichts.

In der Offenbarung wird der Abgrund mehrfach erwähnt:

  • Offenbarung 9:1–2: Ein gefallener Stern erhält den Schlüssel zum Schlund des Abgrundes; Rauch steigt auf, und die Sonne und die Luft werden verfinstert.
  • Offenbarung 11:7; 17:8: Das Tier, der Antichrist, steigt aus dem Abgrund herauf.
  • Offenbarung 20:1, 3: Ein Engel kommt mit dem Schlüssel des Abgrundes und einer großen Kette; Satan wird in den Abgrund geworfen und dort während des Tausendjährigen Königreichs gefangen gehalten.

In Römer 10:7 weist der Abgrund auf den Ort hin, den Christus nach Seinem Tod und vor Seiner Auferstehung besucht hat. Apostelgeschichte 2:24 und 27 zeigen, dass Christus in den Hades ging, nachdem Er starb, und in Seiner Auferstehung von dort aufstand. Epheser 4:9 spricht davon, dass Er „in die unteren Teile der Erde hinabgestiegen ist“. Gemäß der biblischen Verwendung bezieht sich „Abgrund“ immer auf den Bereich des Todes und auf Satans Macht der Finsternis, in die Christus hinabstieg, die Er besiegte und aus denen Er in Seiner Auferstehung aufstieg.

Satan, die gefallenen Engel und der Abgrund

Offenbarung 9:1 sagt: „UND der fünfte Engel posaunte: und ich sah einen Stern, (der) vom Himmel auf die Erde gefallen (war); und es wurde ihm der Schlüssel zum Schlund des Abgrundes gegeben.“ Dieser Stern bezieht sich auf Satan, der vom Himmel auf die Erde hinabgeworfen wird. In Hiob 38:7 werden Engel mit Sternen verglichen: „als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten?“ Offenbarung 12:4 spricht von dem Drachen, dessen Schwanz „den dritten Teil der Sterne des Himmels fortzieht“ – ein Bild für die gefallenen Engel. Jesaja 14:12 nennt Satan „Glanzstern, Sohn der Morgenröte“, der vom Himmel gefallen ist.

So sehen wir eine Linie: Satan war einst ein herrlicher „Glanzstern“, ein Erzengel, doch durch seinen Hochmut fiel er. Mit ihm fiel ein Teil der Engel. Einige von ihnen sind heute in den Abgründen der Finsternis verwahrt (2.Petr. 2:4; Jud. 6), andere wirken als Dämonen und fürchten den Abgrund (Lk. 8:31). Der Abgrund ist der Bereich, aus dem das Tier heraufsteigt (Offb. 11:7; 17:8) und in den Satan während des Tausendjährigen Reiches geworfen wird (Offb. 20:1, 3).

In dieser ganzen Sphäre – Tod, Hades, Abgrund, gefallene Engel, Dämonen, Antichrist, Satan – steht Christus als der, der hinabgestiegen ist, der überwunden hat und der wieder hinaufgestiegen ist. Er ist nicht nur der Sieger über die sichtbare Welt, sondern auch über die unsichtbaren Tiefen des Abgrundes.

Christus und der Hades – der Bereich der Toten

Der Hades als Sammelort der Toten

Aufgrund des Falles und der Sünde des Menschen trat der Tod in die Welt ein. Seitdem wirkt der Tod auf der Erde, um alle sündigen Menschen im Hades zu versammeln, an dem Ort, wo die Toten aufbewahrt werden. Apostelgeschichte 2:27 (im Zusammenhang mit Ps 16) zeigt, dass die Seele Christi nicht im Hades gelassen wurde. Offenbarung 20:14 sagt: „Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee.“ Der Hades ist also ein vorläufiger Aufbewahrungsort der Toten, bis er selbst am Ende in den Feuersee geworfen wird.

Der Herr Jesus spricht in Matthäus 16:18 von den „Pforten des Hades“, die Seine Gemeinde nicht überwältigen werden. Die Pforten des Hades sind die Macht des Todes, die die Menschen im Bereich der Toten festhält. Doch Christus baut Seine Gemeinde auf einen Felsen, gegen den diese Pforten keine Chance haben.

Christus hat die Schlüssel des Todes und des Hades

In Offenbarung 1:18 sagt der Herr: „Ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades.“ Schlüssel bedeuten Autorität, Kontrolle, Herrschaft. Wer den Schlüssel hat, entscheidet, wer hinein- und wer hinausgeht. Früher schien es, als ob der Tod und der Hades die Schlüssel in der Hand hätten: Jeder Mensch, der starb, wurde vom Tod ergriffen und im Hades festgehalten. Doch durch Seinen Tod und Seine Auferstehung hat Christus dem Tod den Stachel genommen und dem Hades die Macht geraubt.

Christus hat am Kreuz den Tod zunichte gemacht, und Er überwand den Hades in Seiner Auferstehung. Obwohl der Tod mit aller Macht versuchte, Christus festzuhalten, war er dazu nicht in der Lage (Apg. 2:24). Christus ist sowohl Gott als auch die Auferstehung (Joh. 1:1; 11:25) und besitzt das unzerstörbare Leben (Hebr. 7:16). Da Er solch ein ewig Lebender ist, vermag der Tod Ihn nicht festzuhalten. Er ist in die unteren Teile der Erde hinabgestiegen (Eph. 4:9), hat den Bereich des Todes betreten, ihn überwunden und ist in Auferstehung hinaufgestiegen.

Darum sind der Tod und der Hades Ihm unterworfen. Er hat die Schlüssel. Er entscheidet über Leben und Tod, über Hineingehen und Herauskommen. Johannes 5:27 sagt, dass der Vater Ihm Vollmacht gegeben hat, Gericht zu halten, weil Er des Menschen Sohn ist. Johannes 17:2 sagt, dass der Vater Ihm Vollmacht über alles Fleisch gegeben hat, damit Er allen, die Ihm gegeben sind, ewiges Leben gebe. Dieselbe Person, die Vollmacht zum Gericht hat, hat auch Vollmacht, Leben zu geben. Und Er ist es, der die Schlüssel des Todes und des Hades in der Hand hält.

Die praktische Bedeutung für das Gemeindeleben

Nicht mehr dem Tod und dem Hades unterworfen

Im Gemeindeleben sind wir nicht mehr dem Tod und dem Hades unterworfen. Paulus spricht in Philipper 3:10–11 davon, Christus zu erkennen und „die Kraft Seiner Auferstehung und die Gemeinschaft Seiner Leiden, indem ich Seinem Tod gleichgestaltet werde, ob ich wohl zur Heraus-Auferstehung von den Toten hingelangen könnte“. Die Kraft Seiner Auferstehung ist die Kraft des Lebendigen, der den Tod überwunden hat. Wenn diese Kraft in der Gemeinde wirksam ist, verliert der Tod seine Herrschaft.

Natürlich sterben auch Gläubige körperlich. Aber geistlich gesehen sind wir in einen anderen Bereich versetzt worden – in den Bereich des Auferstehungslebens. Der Tod kann uns nicht mehr von Christus trennen, und der Hades kann uns nicht mehr festhalten. In Christus sind wir mit dem verbunden, der die Schlüssel des Todes und des Hades hat. Das bedeutet: Der Tod ist nicht mehr unser Herr; Christus ist unser Herr.

Der Tod als geistliche Macht im Gemeindeleben

Trotzdem kann der Tod als geistliche Macht in das Gemeindeleben eindringen. Wo Christus keinen Raum hat, wo Sein Leben nicht fließt, wo Sünde, Weltlichkeit, Lauheit, Spaltung oder Unglaube Raum gewinnen, da gewinnt der Tod die Oberhand. Dann wird alles schwer, dunkel, kraftlos. Gebet erlischt, Lobpreis verstummt, Liebe erkaltet, Zeugnis versiegt. Das ist der Einfluss des Todes.

Für uns ist es unmöglich, mit dem Tod abzurechnen. Wir haben nicht die Fähigkeit, diese Macht zu überwinden. Wann immer der Tod hineinkommt, werden viele vom Tod überwältigt werden. Aber in der Gemeinde liegt die Autorität nicht bei uns, sondern bei Christus. Die Schlüssel des Todes und des Hades sind in Seiner Hand. Wenn wir Ihm Raum geben, wenn wir Ihn als den Lebendigen in unserer Mitte wirken lassen, dann stehen Tod und Hades unter Seiner Kontrolle.

Matthäus 16:18 zeigt, dass die Pforten des Hades die Gemeinde nicht überwältigen werden. Das setzt voraus, dass die Gemeinde auf Christus als dem Felsen gebaut ist und dass Er praktisch der Herr in ihrer Mitte ist. Wenn der Herr Jesus keinen Raum in der Gemeinde hat, gewinnt der Tod sofort die Oberhand, und der Hades wird mächtig, um die Toten festzuhalten. Wenn wir Ihm aber Raum, Gelegenheit und freien Weg geben, sich unter uns zu bewegen und zu wirken, werden sowohl der Tod als auch der Hades unter Seiner Kontrolle stehen.

Christus als der Lebendige in uns

Die Frage ist nicht nur: Glauben wir lehrmäßig, dass Christus die Schlüssel des Todes und des Hades hat? Sondern: Lassen wir Ihn als den Lebendigen in uns leben? Die Kraft Seiner Auferstehung ist nicht nur eine Lehre, sondern eine Erfahrung. Paulus wollte „Ihn erkennen und die Kraft Seiner Auferstehung“ (Phil. 3:10). Diese Kraft zeigt sich darin, dass wir inmitten von Leiden, Widerständen, Verlusten, sogar inmitten des physischen Todes, innerlich lebendig bleiben.

Je lebendiger wir sind, desto mehr sind wir das Zeugnis des lebendigen Jesus. Offenbarung 12:11 zeigt Überwinder, die ihr Seelenleben nicht lieben bis zum Tod. Sie sind so von dem Lebendigen erfüllt, dass der Tod seine Schrecken verliert. Sie überwinden nicht durch eigene Stärke, sondern „wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses“. Das Blut des Lammes hat den Feind entwaffnet; das Wort ihres Zeugnisses ist der Ausdruck des lebendigen Christus in ihnen.

Die Vollmacht Christi und das Lob der Gemeinde

Offenbarung 12:10 sagt: „Jetzt ist die Errettung gekommen und die Kraft und das Königreich unseres Gottes und die Vollmacht Seines Christus, denn der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte, ist hinabgeworfen worden.“ Die Vollmacht Christi umfasst nicht nur den Himmel, sondern auch den Bereich des Todes und des Hades. Er hat die Schlüssel. Der Tod ist Ihm unterworfen, und der Hades ist unter Seiner Kontrolle.

Wenn wir das sehen, bleibt uns nur eines: den Herrn zu preisen. Hebräer 13:15 ermahnt uns: „Lasst uns nun durch Ihn Gott beständig ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die Seinen Namen bekennen.“ Ein solches Lob ist nicht oberflächlich, sondern gründet sich auf die Erkenntnis dessen, wer Christus ist und was Er vollbracht hat. Erste Petrus 1:7 spricht davon, dass die Erprobung unseres Glaubens „zu Lob und Herrlichkeit und Ehre bei der Offenbarung Jesu Christi“ befunden werden soll. Wenn unser Glaube durch Feuer geprüft wird, wird Christus als der Lebendige in uns offenbar, und das führt zu Lob.

In Offenbarung 19:5–6 hören wir eine Stimme vom Thron: „Lobt unseren Gott, alle seine Knechte, die ihr ihn fürchtet, die Kleinen und die Großen!“ Und Johannes hört „wie eine Stimme einer großen Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner“, die sprechen: „Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten.“ Der, der die Herrschaft antritt, ist derselbe, der sagt: „Ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades“ (Offb. 1:18).

Zusammenfassung: Warum diese Wahrheit unser Leben verändert

Gewissheit der Vollendung

Weil Christus der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende ist, können wir gewiss sein, dass Er vollenden wird, was Er begonnen hat – in der Heilsgeschichte, in der Gemeinde und in unserem persönlichen Leben. Unsere Schwachheit, unsere Unbeständigkeit, unsere Versäumnisse sind real, aber sie sind nicht das Letzte. Das Letzte ist Christus.

Befreiung von der Furcht vor dem Tod

Weil Christus die Schlüssel des Todes und des Hades hat, müssen wir den Tod nicht mehr fürchten. Er bleibt ein Feind, aber ein besiegter Feind. Der Tod kann uns nicht von Christus trennen, und der Hades kann uns nicht festhalten. Wir sind mit dem verbunden, der den Tod überwunden hat und in Ewigkeit lebt.

Schutz vor dem geistlichen Tod im Gemeindeleben

Weil Christus in der Gemeinde der Lebendige ist, können wir dem Einfluss des geistlichen Todes widerstehen. Wenn wir Ihm Raum geben, wenn wir Ihn als den Lebendigen anrufen, Ihm gehorchen, Ihn bekennen, dann verliert der Tod seine Macht in unserer Mitte. Die Gemeinde wird lebendig, frisch, stark – ein Ausdruck des lebendigen Christus.

Anbetung und Lob

Weil Christus die Schlüssel des Todes und des Hades hat, ist Er des Lobes würdig. Unsere Anbetung ist nicht nur Dank für Vergebung, sondern auch Lob für Seinen Sieg über Tod, Hades, Abgrund und alle Mächte der Finsternis. Wenn wir Ihn so sehen, wird unser Lob tiefer, kräftiger, beständiger.

Es ist entscheidend, dass wir sehen, dass Christus die Schlüssel, die Autorität, des Todes und des Hades hat (Joh. 5:27; 17:2; Offb. 12:10). Der Tod ist Ihm unterworfen, und der Hades ist unter Seiner Kontrolle. Möge der Herr uns in der Gemeinde ein klares, inneres Sehen schenken: In unserer Mitte steht der, der sagt: „Fürchte dich nicht; Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige … und Ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades“ (Offb. 1:17–18). Wenn wir Ihn so erkennen, werden wir eine lebendige, überwindende Gemeinde sein, die inmitten einer Welt des Todes das Zeugnis des lebendigen Jesus trägt.

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