Das Wort des Lebens
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Die Verwaltung des Dreieinen Gottes gemäß Seiner Gerechtigkeit, durch Seine Heiligkeit und zu Seiner Herrlichkeit

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Wer den Römerbrief aufmerksam liest, merkt schnell, dass es um weit mehr geht als um Vergebung und ein gutes Gewissen. Hinter den vertrauten Begriffen wie Rechtfertigung, Heiligung und Herrlichkeit verbirgt sich ein durchgehender Faden: Der Dreieine Gott selbst teilt sich Menschen aus, die von Natur aus weit von Ihm entfernt sind. Wie kann ein völlig gerechter, heiliger und herrlicher Gott sich mit gefallenen Menschen verbinden, ohne sich selbst zu verleugnen? Die Antwort liegt in einem göttlichen Weg, der auf Seiner Gerechtigkeit ruht, durch Seine Heiligkeit voranschreitet und in Seiner Herrlichkeit mündet.

Gottes Gerechtigkeit – das feste Fundament Seiner Austeilung

Gottes Gerechtigkeit ist nicht nur ein abstraktes Attribut, sondern das tragende Fundament, auf dem jede Bewegung Seines Herzens zu uns hin ruht. Der Römerbrief fasst das in einem Satz zusammen: Im Evangelium „wird die Gerechtigkeit Gottes geoffenbart aus Glauben zu Glauben“ (Röm. 1:17). Es ist bemerkenswert, dass Paulus nicht zuerst von Gottes Liebe, sondern von Gottes Gerechtigkeit spricht. Liebe könnte man sich, menschlich gedacht, als nachgiebig vorstellen; Gerechtigkeit dagegen ist unerschütterlich. Hebräer 1 beschreibt den Sohn mit den Worten: „Dein Thron, o Gott, ist in alle Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches“ (Hebräer 1:8). Wo Gottes Thron steht, steht ein Zepter der Gerechtigkeit. Fiele dieses Zepter, zerfiele geistlich gesprochen das Ganze. Gerade diese Unerschütterlichkeit macht es möglich, dass Gottes Austeilung zuverlässig ist: Er handelt mit uns nicht nach wechselnden Stimmungen, sondern gemäß einer ewig festen Ordnung.

Diese Verse zeigen, dass die Gerechtigkeit im Römerbrief ein Fundament, ein Stand, eine Basis für Gottes Haushaltung ist. Die Haushaltung des Dreieinen Gottes in uns geschieht gemäß der Gerechtigkeit Gottes. Sie geschieht nicht gemäß dem Gesetz und auch nicht gemäß der Tugend, sondern einzig und allein gemäß der Gerechtigkeit Gottes. (Witness Lee, Life-Study of Romans, Botschaft einundsechzig, S. 636)

Dieses feste Zepter wurde am Anfang der Menschheitsgeschichte schmerzlich sichtbar. Nachdem der Mensch gefallen war, „trieb Er den Menschen hinaus und stellte östlich vom Garten Eden die Cherubim auf sowie die Flamme eines Schwertes, das sich hin und her wendete, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen“ (1. Mose 3:24). Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrlichkeit standen wie eine lebendige Grenze vor dem Baum des Lebens. Nicht weil Gott geizig mit Seinem Leben wäre, sondern weil Sein gerechtes Wesen keinen Kompromiss mit der Sünde kennt. Die Forderung war eindeutig: Der Sünder muss sterben. An diesem Punkt berühren sich Gottes Liebe und Gottes Gerechtigkeit in einer Tiefe, die unser Denken sprengt. In Seiner Liebe gab Er Seinen Sohn; in Seiner Gerechtigkeit ließ Er den Sohn den Tod kosten, der uns zustand. Im Kreuz Christi hat Gott sich selbst treu gehandelt, indem Er die Sünde verurteilte, und gleichzeitig den Weg geöffnet, auf dem Er uns ohne Widerspruch zu Seinem eigenen Wesen Leben schenken kann.

Paulus entfaltet dies mit einer feinen, aber entscheidenden Verschiebung des Blickwinkels. In Römer 3 beschreibt er, wie Gott in Christus gerecht ist und den gerecht macht, der des Glaubens an Jesus ist (Röm. 3:26). Später erklärt er, dass unser Geist Leben ist „um der Gerechtigkeit willen“ (Röm. 8:10). Das bedeutet: Der lebendige Christus in unserem Geist ist nicht eine gnädige Ausnahme, sondern das gerechte Ergebnis von Golgatha. Gott wäre ungerecht, wenn Er einem Menschen, der in Christus ist, Sein Leben vorenthalten würde. Deshalb ist die Austeilung Seiner Selbst in uns nicht nur eine Liebestat, sondern eine Sache Seiner Gerechtigkeit. Das gibt dem Glauben eine große Ruhe. Wenn wir auf Christus gegründet sind, bitten wir nicht um ungesicherte Gunst, sondern treten auf einen Boden, auf dem Gott sich selbst verpflichtet hat, zu geben. Sein Reich und Seine Haushaltung in uns „geschieht nicht gemäß dem Gesetz und auch nicht gemäß der Tugend, sondern einzig und allein gemäß der Gerechtigkeit Gottes“ – diese Einsicht bewahrt davor, sich im eigenen moralischen Bemühen zu verlieren.

Damit bleibt Gottes Gerechtigkeit nicht eine einmalige Eintrittskarte, sondern ein Lebensraum. Römer 6 führt uns in diese Dimension hinein, indem es davon spricht, mit Christus gekreuzigt zu sein und mit Ihm zu leben (Röm. 6:6–8). Es geht um eine konkrete Stellung: Wer am eigenen, natürlichen Leben festhält, stellt sich unbewusst wieder auf einen Boden, auf dem das Selbst regiert; dort bleibt Gottes Austeilung erfahrungsmäßig eingeengt. Wo wir im Glauben unseren Platz als Mitgekreuzigte einnehmen, anerkennen wir praktisch die Gerichtsentscheidung Gottes über das alte Leben. Gerade dieses Anerkennen macht Raum für Gottes gerechtes Handeln, uns mit Christus zu erfüllen. Es ist eine stille, aber tiefgreifende Bewegung: Das Ich tritt zurück, und an seiner Stelle wird Christus zur inneren Norm.

Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin geoffenbart aus Glauben zu Glauben, wie geschrieben steht: «Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.» (Röm. 1:17)

von dem Sohn aber: «Dein Thron, o Gott, ist in alle Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches, (Hebr. 1:8)

Wer Gottes Gerechtigkeit als Fundament Seiner Austeilung erkennt, beginnt, anders auf sich selbst und auf Gottes Handeln zu schauen. Selbstanklage verliert ihre absolute Macht, weil das Urteil bereits am Kreuz gesprochen wurde; zugleich verliert das eigene Bemühen, Gott zu beeindrucken, seine Faszination. Der Blick löst sich vom schwankenden Bild der eigenen Leistung und ruht auf dem festen Thron, von dem aus Gott gerecht und zugleich rettend handelt. In dieser Ruhe wächst die Bereitschaft, dem Urteil des Kreuzes über das eigene alte Leben zuzustimmen und den Raum zu geben, in dem Christus das Zentrum wird. So wird die Gerechtigkeit Gottes von einer gefürchteten Größe zu einem starken Halt, der trägt, wenn das eigene Herz uns anklagt, und der anspornt, im Glauben weiterzugehen, weil Gott sich selbst treu ist.

Gottes Heiligkeit – Christus in der Auferstehung als heiligende Wirklichkeit in uns

Wenn Gottes Gerechtigkeit die äußere Ordnung Seines Handelns beschreibt, dann berührt Seine Heiligkeit das Innerste Seines Wesens. Heiligkeit ist nicht zuerst moralische Makellosigkeit, sondern die Qualität des göttlichen Lebens selbst – das Anderssein, das aus Gott herausstrahlt. Nachdem am Kreuz die Forderungen der Gerechtigkeit erfüllt worden sind, öffnet sich der Raum, in dem Gott Seine eigene heilige Natur in uns hineinlegen kann. Paulus fasst diesen Übergang in einem einzigen Ausdruck: „Gerechtigkeit zur Heiligung“ (Röm. 6:19). Die Gerechtigkeit ist der Eingang, die Heiligung ist der Weg im Innern. Wer durch den Glauben gerechtfertigt ist, bleibt nicht in einem formlosen Freispruch stehen, sondern wird in einen lebendigen Prozess hineingenommen, in dem Gottes heiliges Leben Schritt für Schritt Gestalt gewinnt.

In 6:19 spricht Paulus von „Gerechtigkeit zur Heiligung“. Das zeigt, dass uns die Gerechtigkeit in die Heiligkeit, in die Heiligung hineinführt. Die Haushaltung des Dreieinen Gottes vollzieht sich durch Seine Heiligkeit. Gottes Heiligkeit steht in Beziehung zu dem Prozess Seiner Haushaltung. So wie der Tod Christi für die Gerechtigkeit ist, so ist die Auferstehung Christi für die Heiligkeit. Tatsächlich ist der auferstandene Christus das eigentliche Element der Heiligkeit in uns. Diese Heiligkeit lässt uns keimen, bringt uns hervor und heiligt uns. Das ist ganz und gar eine Sache des Lebens. (Witness Lee, Life-Study of Romans, Botschaft einundsechzig, S. 641)

Dieses heilige Wirken ist untrennbar mit der Auferstehung Christi verbunden. In der Auferstehung ist Christus nicht nur der Bewiesene, sondern der Mitteilende: Er kommt als das Leben, das den Tod hinter sich gelassen hat, in die Seinen. Paulus beschreibt das so: „Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus Jesus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes“ (Röm. 8:11). Der Geist des auferstandenen Christus wohnt nicht als abstrakte Kraft, sondern als Person in uns. Er ist das heilige Element, das in unserem Inneren keimt, neu hervorbringt und absondert. Heiligkeit ist dann nicht zuerst ein Katalog von Anforderungen, sondern die Gegenwart eines Lebendigen, der uns in Seine eigene Qualität hineinzieht.

In diesem Licht gewinnt auch der Unterschied zwischen Heiligkeit und Heiligung Kontur. Heiligkeit ist die göttliche Qualität selbst, Heiligung die Tätigkeit dieses heiligen Elements in uns. Wenn der auferstandene Christus in uns wohnt, beginnt Er, unser Denken, Fühlen und Wollen zu durchdringen. Es ist, als ob ein neuer Same in einen schon bestellten Boden fällt. Zunächst geschieht vieles unsichtbar: Einstellungen verschieben sich, das, was früher selbstverständlich war, verliert an Glanz, anderes, vorher Unbedeutendes, bekommt Gewicht. Diese inneren Verschiebungen sind Ausdruck der Heiligung, in der wir „dem Bild seines Sohnes gleichförmig“ werden (Röm. 8:29). Das Ziel ist nicht ein überhebliches Anderssein, sondern eine stille Ausstrahlung des göttlichen Lebens mitten im Alltag.

Der Schlüssel liegt darin, dass dieser Prozess eine Sache des Lebens ist, nicht primär der Disziplin. Paulus formuliert es in einer persönlichen Dichte: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir“ (Galater 2:20). Wo Christus als auferstandener Herr in uns lebt, wird Heiligkeit erfahrbar als eine neue Spontaneität. Reaktionen fallen anders aus, nicht, weil wir uns jedes Mal krampfhaft kontrollieren, sondern weil ein Anderer in uns seine Gedanken und Gefühle teilt. Diese innere Bewegung berührt alle Bereiche: wie wir sprechen, wie wir mit Enttäuschung umgehen, wie wir mit Zeit und materiellen Dingen umgehen. Der Umgang mit dem Materiellen etwa wird gelassener, weil es nicht mehr Träger unserer Identität ist, sondern ein Feld, in dem das heilige Leben Gottes seinen einfachen, unprätentiösen Ausdruck findet.

Ich rede menschlich wegen der Schwachheit eures Fleisches. Denn wie ihr eure Glieder hingegeben habt in den Dienst der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit zur Gesetzlosigkeit, so gebt jetzt eure Glieder hin in den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung. (Röm. 6:19)

Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus Jesus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes. (Röm. 8:11)

Wer Gottes Heiligkeit als innewohnenden Christus in der Auferstehung erkennt, wird Heiligung nicht mehr als drückende Last, sondern als kostbares Vorrecht wahrnehmen. Das eigene Ringen tritt zurück zugunsten des Vertrauens, dass der, der in uns begonnen hat, auch vollenden wird. Statt sich an äußeren Maßstäben abzuarbeiten, wächst eine Sensibilität für die feine Stimme des Geistes im Innern. So entsteht ein Weg, auf dem Veränderungen nicht erzwungen, sondern empfangen werden: alte Muster lösen sich, neue Haltungen reifen, Beziehungen werden gereinigt. Die Wahrnehmung, dass der Heilige selbst in uns wohnt und wirkt, stärkt den Mut, auch in empfindlichen Bereichen Licht zuzulassen. Inmitten aller Brüchigkeit darf das Herz hoffen: Die heilige, lebensschaffende Gegenwart Gottes in uns ist stärker als jede Gewohnheit und jede Schwäche.

Gottes Herrlichkeit – das Ziel der Austeilung des Dreieinen Gottes

Herrlichkeit ist die sichtbare Seite Gottes, der Glanz, in dem Seine Wesenszüge nach außen treten. Während Gerechtigkeit und Heiligkeit eher die Struktur und Qualität Seines Seins beschreiben, zeigt sich in der Herrlichkeit, wie Gott sich selbst ausdrückt. Der Römerbrief zeichnet hier eine weite Linie. Am Anfang steht die Feststellung: „Alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes“ (Röm. 3:23). Der Mensch verfehlt nicht nur bestimmte Gebote, er verfehlt einen Ausdruck: das Strahlen Gottes, für das er geschaffen ist. Weiter vorn im gleichen Brief heißt es dann, dass die von Gott Vorherbestimmten nicht nur gerechtfertigt, sondern auch verherrlicht sind (Röm. 8:30). Zwischen diesen beiden Polen vollzieht sich die Verwaltung des Dreieinen Gottes: Er bleibt auf dem Boden Seiner Gerechtigkeit, wirkt durch Seine Heiligkeit, um schließlich in Seiner Herrlichkeit sichtbar zu werden.

Der Römerbrief behandelt nicht nur die Eigenschaften der Gerechtigkeit und der Heiligkeit, sondern auch die Eigenschaft der Herrlichkeit. Die Verherrlichung begann mit der Auffahrt Christi und wird bei Seiner Wiederkunft zur Vollendung kommen. Die Auffahrt Christi ist für die Herrlichkeit. Daher ist der Tod Christi für die Gerechtigkeit Gottes, Seine Auferstehung ist für die Heiligkeit Gottes, und Seine Auffahrt ist für die Herrlichkeit Gottes. (Witness Lee, Life-Study of Romans, Botschaft einundsechzig, S. 642)

Diese Herrlichkeit ist untrennbar mit Christus verbunden. Durch Seinen Tod wurde die Gerechtigkeit aufgerichtet, in Seiner Auferstehung teilt Er uns Heiligkeit mit, und in Seiner Himmelfahrt tritt Er in die Herrlichkeit ein. Paulus schreibt, dass Gott uns „zusammen mit Ihm auferweckt und uns zusammen mit Ihm niedergesetzt im Himmlischen in Christus Jesus“ hat (Epheser 2:6). Das bedeutet: Die Verherrlichung hat bereits begonnen. In Christus sind wir, geistlich gesehen, in eine neue Sphäre versetzt, in der die Herrlichkeit nicht mehr fern, sondern Atmosphäre ist. Noch sehen wir diese Wirklichkeit nicht mit den natürlichen Augen, aber sie berührt unsere Erfahrung in Form von Licht, Frieden und einer Nähe Christi, die besonders mitten in den Spannungen des Lebens spürbar wird. Wenn Paulus sagt, dass „die Leiden der jetzigen Zeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll“ (Röm. 8:18), dann spricht daraus sowohl das Bewusstsein einer kommenden Vollendung als auch die Erfahrung einer gegenwärtigen Vorkost.

Diese Vorkost ist selten spektakulär, aber tief. Sie kann in einem einfachen Gottesdienstmoment liegen, in dem das Herz plötzlich weit wird; in einem Wort der Schrift, das ungewöhnlich hell trifft; in einem stillen Frieden mitten in einer Situation, in der man sich früher verloren hätte. In solchen Augenblicken tastet die kommende Herrlichkeit unsere Gegenwart an. Der Dreieine Gott verteilt sich gleichsam in Lichtportionen in unser Inneres. Doch diese Erfahrung bleibt nicht privat. Der Römerbrief führt von der persönlichen Heilsgeschichte zur gemeinschaftlichen Gestalt: Durch die Austeilung Gottes entsteht der Leib Christi, ein Miteinander, in dem Gottes Herrlichkeit Raum gewinnt. Jede örtliche Gemeinde ist berufen, eine kleine, bruchstückhafte, aber reale Darstellung dieser Herrlichkeit zu sein – nicht durch äußeren Glanz, sondern dadurch, dass Gottes Gerechtigkeit, Heiligkeit und Herrlichkeit in Beziehungen, Entscheidungen und im gemeinsamen Leben erkennbar werden.

In diesem Zusammenhang erhält auch die Schöpfungsperspektive in Römer 8 Gewicht. Paulus spricht davon, dass die gesamte Schöpfung seufzt und auf „die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes“ wartet (Röm. 8:21). Gottes Ziel ist nicht nur, einzelne Menschen zu trösten, sondern eine neue Atmosphäre über allen Dingen aufzurichten, in der Seine Herrlichkeit ungehindert leuchtet. Wenn der Dreieine Gott sich in uns austeilt, dann bereitet Er nicht nur unser persönliches Schicksal vor, sondern bereitet die Bühne für eine umfassende Erneuerung. Jede kleine Verwandlung in unserem Innern, jede Haltung, in der Christus anstelle des alten Menschen sichtbar wird, ist ein unscheinbarer Baustein dieser kommenden Welt. Die Herrlichkeit Gottes ist damit kein fernes Dekor, das am Ende über das Geschehen gehängt wird, sondern das Ziel, auf das jeder Schritt Seiner Verwaltung jetzt schon ausgerichtet ist.

Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes (Röm. 3:23)

Die er aber vorherbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und die er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht. (Röm. 8:30)

Gottes Herrlichkeit als Ziel Seiner Austeilung vor Augen zu haben, verändert den Blick auf Gegenwart und Zukunft. Gegenwart wird entlastet, weil sie nicht das letzte Maß aller Dinge ist, Zukunft wird gefüllt, weil sie mehr ist als ein unbestimmtes Hoffen. Konflikte, Leiden und unscheinbare Dienste geraten in einen größeren Zusammenhang: Sie sind nicht bloß Hindernisse, sondern Schauplätze, an denen Gott Seine Herrlichkeit vorbereitend einzeichnet. Wer sich von dieser Hoffnung prägen lässt, gewinnt einen neuen Maßstab dafür, was wirklich wichtig ist, und findet eine leise Freude darin, dass Gott schon heute beginnt, das zu vollbringen, was Er in Christus vollendet hat. So wird die Erwartung der Herrlichkeit nicht zur Flucht vor der Welt, sondern zur Kraft, die mitten in der Welt trägt.


Herr Jesus Christus, danke, dass Du für uns gestorben bist, damit Gottes Gerechtigkeit ein für alle Mal erfüllt ist und der Weg zum Baum des Lebens wieder offensteht. Danke, dass Du als der auferstandene und erhöhte Herr in uns wohnst, um uns mit der Heiligkeit Gottes zu durchdringen und uns in die Herrlichkeit Gottes hineinzuführen. Stärke in uns den Glauben, als mit Dir Gekreuzigte zu leben, damit in unserem Alltag weniger von uns selbst und mehr von Deiner Gerechtigkeit, Deiner Heiligkeit und Deiner Herrlichkeit sichtbar wird. Lass unsere persönlichen Leben und unsere Gemeinden zu einem hellen Ausdruck Deiner Herrlichkeit werden, zur Ehre Deines Namens und zur Hoffnung für viele. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Romans, Chapter 61

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