Das Wort des Lebens
lebensstudium

Einleitung und Vorbereitung (2)

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Zwischen Auferstehung und Himmelfahrt liegt eine unscheinbare, aber entscheidende Zeitspanne: vierzig Tage, in denen der auferstandene Herr mit seinen Jüngern zusammen ist. Sie sehen ihn, hören ihn, essen mit ihm – und doch geschieht etwas tieferes als nur ein Wiedersehen. Aus verwirrten Nachfolgern sollen geistlich sehende Zeugen werden. Wer das Wirken Jesu in diesen Tagen versteht, erkennt auch besser, wie der Herr heute seine Gemeinde formt, ihr das Reich Gottes vor Augen stellt und sie durch den Heiligen Geist für ihren Auftrag zurüstet.

Das Reich Gottes – eine unsichtbare Herrschaft des göttlichen Lebens

Die vierzig Tage zwischen Auferstehung und Himmelfahrt werden von der Apostelgeschichte mit einem schlichten, aber gewichtigen Satz zusammengefasst: Jesus „erschien [den Jüngern] einen Zeitraum von vierzig Tagen hindurch und sprach die Dinge über das Königreich Gottes“ (Apg. 1:3). Der auferstandene Herr nutzt diese begrenzte Zeit nicht, um politische Strategien zu erklären oder nationale Zukunftspläne für Israel zu zeichnen, sondern um ihren Blick auf eine unsichtbare Wirklichkeit zu richten: das Reich Gottes als Herrschaft des göttlichen Lebens. Schon zuvor hatte Er gerufen: „Die Zeit ist erfüllt und das Königreich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Mk. 1:15). Jetzt, nach dem Kreuz, öffnet Er den Jüngern das Verständnis für das, was hinter diesen Worten liegt. Das Reich Gottes ist kein Territorium, das man auf einer Karte einzeichnet, sondern eine Sphäre, in der Gott selbst durch Sein eigenes Leben bestimmt, was wahr, was gut und was bleibend fruchtbar ist.

Das Königreich Gottes ist kein materielles Königreich, das mit menschlichen Augen zu sehen wäre; das Königreich Gottes ist ein Königreich des göttlichen Lebens. Es ist die Ausbreitung Christi als Leben in Seine Gläubigen hinein, um einen Bereich zu schaffen, in dem Gott in Seinem Leben regiert. (Witness Lee, Life-Study of Acts, Botschaft vier, S. 27)

Wenn Paulus später schreibt: „Denn das Königreich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Röm. 14:17), fasst er damit das zusammen, was der Herr in diesen vierzig Tagen entfaltet haben muss. Gerechtigkeit, Friede und Freude sind nicht zuerst moralische Ideale, sondern Ausdrucksformen des Lebens Christi in uns. Wo Christus als Leben hineinkommt, richtet sich eine neue Ordnung auf – unsichtbar, aber real. Der Eintritt in diese Ordnung geschieht nicht durch Aufnahme in eine Institution, sondern durch geistliche Geburt: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Königreich Gottes nicht sehen“ (Johannes 3:3). Wer von neuem geboren ist, trägt bereits jetzt das Leben des kommenden Reiches in sich, auch wenn dieses Leben noch von Schwachheit umgeben ist. Die Tage zwischen Auferstehung und Himmelfahrt zeigen, wie liebevoll der Herr diesen inneren Horizont in den Jüngern weitet. Er löst ihre Erwartungen von irdischer Wiederherstellung und schenkt ihnen eine Sicht, in der die unsichtbare Herrschaft Gottes schwerer wiegt als jede politische Wende. Das ermutigt, die eigenen Hoffnungen prüfen zu lassen: Was trägt wirklich? Wo richten sich Pläne, Sorgen und Sehnsüchte noch an dem aus, was man sehen und kontrollieren kann? Das Reich Gottes übergeht diese Fragen nicht, sondern verlegt ihre Mitte: Weg von der äußeren Bühne hin zu der stillen, aber kräftigen Wirklichkeit von Christi Leben, das regiert – auch mitten in einem unvollkommenen Alltag.

denen Er Sich auch nach Seinem Leiden durch viele unwiderlegbare Beweise als lebendig dargestellt hatte, indem Er ihnen einen Zeitraum von vierzig Tagen hindurch erschien und die Dinge über das Königreich Gottes sprach. (Apg. 1:3)

und sagte: Die Zeit ist erfüllt und das Königreich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium! (Mk. 1:15)

Die vierzig Tage mit dem auferstandenen Herrn laden dazu ein, das eigene Verständnis von Reich Gottes zu vertiefen. Viele Bilder, in denen Macht, Einfluss oder sichtbarer Erfolg eine große Rolle spielen, greifen hier zu kurz. Reich Gottes bedeutet, dass Christi Auferstehungsleben im Verborgenen Raum gewinnt – in Entscheidungen, in der Art, wie mit Verletzungen umgegangen wird, in dem, was als wirklich kostbar angesehen wird. Wer erkennt, dass Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist die Kennzeichen dieser Herrschaft sind, beginnt, die eigenen Maßstäbe neu zu gewichten. Die Spannung bleibt: Man lebt noch in einer Welt, die andere Werte feiert, und gehört zugleich einer Sphäre an, in der Christus König ist. Gerade in dieser Spannung liegt Trost. Das Reich Gottes ist nicht auf bessere Umstände angewiesen, um sich auszubreiten; es wächst dort, wo Menschen sich von dem Leben Christi bestimmen lassen. So werden selbst unscheinbare Schritte der Treue zu kleinen Fenstern, durch die die Wirklichkeit des kommenden Reiches schon jetzt aufscheint.

Die Vorbereitung durch den Geist – Leben in uns und Kraft auf uns

Vor dem Kreuz standen die Jünger neben Jesus, hörten seine Worte, sahen seine Werke – und verstanden doch vieles nicht. Zwischen den Evangelien und der Apostelgeschichte liegt eine unscheinbare, aber entscheidende Wendung: der auferstandene Herr kommt nicht mehr nur zu ihnen, Er kommt in sie. Johannes berichtet, wie Jesus die Seinen nach der Auferstehung ansieht, in sie hinein haucht und spricht: „Empfangt den Heiligen Geist“ (Johannes 20:22). Damit wird erfüllt, was Er zuvor verheißen hatte: dass der Geist, der bisher „bei euch bleibt“, künftig „in euch sein wird“ (Johannes 14:17). Der Geist Gottes ist nun nicht mehr nur der Begleiter neben ihnen, sondern das Leben in ihnen, der innere Tröster, Erinnerer, der sie von innen her in die Wirklichkeit Christi hineinführt.

In den Evangelien hatten die Jünger noch nicht die Einsicht, das Königreich Gottes zu verstehen. In Johannes 20 jedoch empfingen sie die wunderbare Person des auferstandenen Christus in Sich als den lebengebenden Geist. Infolgedessen waren sie in Apostelgeschichte 1 sehr verändert. Einerseits waren sie dieselben Menschen geblieben, andererseits waren sie doch anders, weil Christus, der lebengebende Geist, nun in ihnen als ihr Leben und ihre Person war. (Witness Lee, Life-Study of Acts, Botschaft vier, S. 26)

Apostelgeschichte 1.knüpft an diese innere Erneuerung an und erweitert sie um eine zweite Dimension. Jesus befiehlt den Jüngern, in Jerusalem zu bleiben „auf die Verheißung des Vaters“ hin (Apg. 1:4). Er erinnert an die Taufe mit dem Heiligen Geist und sagt: „Doch ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, und ihr werdet Meine Zeugen sein“ (Apg. 1:8). Der eine Geist wirkt hier in doppelter Weise: als Leben in uns und als Kraft auf uns. In uns schenkt Er eine neue Natur, die mit Christus verbunden ist, empfindsam für Gottes Willen, fähig zur Gemeinschaft. Auf uns kleidet Er mit Freimut, Beständigkeit und der Fähigkeit, Christus vor Menschen zu bekennen, auch wenn Widerstand oder Unverständnis drohen. Diese beiden Aspekte gehören zusammen wie Wurzel und Frucht. Ein Dienst, der nur Kraft sucht, ohne aus der inneren Gemeinschaft mit dem Leben Christi zu leben, verflacht; ein Leben, das sich nur in die Innerlichkeit zurückzieht, ohne die geschenkte Kraft zum Zeugnis zu nutzen, bleibt unter seinen Möglichkeiten. Die Vorbereitung der Jünger in diesen Tagen besteht darin, beides zu empfangen: die leise, verwandelnde Gegenwart Christi in ihnen und die spürbare Ausrüstung mit Kraft, durch die ihr Wort Gewicht und Durchschlagskraft erhält. Daraus erwächst Mut. Christen sind nicht dazu bestimmt, sich selbst zu tragen, sondern von innen her vom Leben Christi und von außen her von der Kraft des Geistes gestützt zu werden.

Ein Blick auf den Weg der Jünger macht diesen Wandel greifbar. Dieselben Menschen, die vor wenigen Wochen geflohen waren und in Angst die Türen verschlossen hielten, treten in der Apostelgeschichte mit erstaunlicher Klarheit und Festigkeit auf. Der Unterschied liegt nicht in einer plötzlichen Charakterstärke, sondern in der Person, die sie trägt. Der Geist der Wirklichkeit, der in ihnen wohnt, erinnert sie an Jesu Worte, ordnet ihre Erfahrungen ein, lässt sie das Reich Gottes mit neuen Augen sehen. Die Kraft des Geistes, die auf sie herabkommt, durchbricht ihre Furcht und macht ihre Stimmen zu Instrumenten, durch die das Evangelium viele erreicht. Dieser doppelte Zuspruch gilt nicht nur den ersten Zeugen. Auch heute ist der Heilige Geist nicht bloß eine Lehre, sondern eine lebendige Gegenwart, die innerlich belebt und äußerlich befähigt. Wer sich dessen bewusst wird, muss die eigene Schwachheit nicht beschönigen. Gerade dort, wo die eigenen Grenzen deutlich werden, zeigt sich, wie verlässlich das Leben Christi inwendig trägt und wie treu der Geist auch heute noch Kraft schenkt, wo Zeugnis gefragt ist – oft anders, leiser, aber nicht weniger real als damals in Jerusalem.

nämlich den Geist der Wirklichkeit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie Ihn nicht anschaut und Ihn nicht kennt; ihr aber kennt Ihn, weil Er bei euch bleibt und in euch sein wird. (Joh. 14:17)

Und als Er dies gesagt hatte, hauchte Er in sie hinein und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist. (Joh. 20:22)

Die Vorbereitung durch den Geist öffnet eine neue Sicht auf christliches Leben und Dienst. Vieles, was aus eigener Kraft schwer oder unmöglich erscheint, bekommt ein anderes Gewicht, wenn klar wird: Der Herr erwartet nichts, was Er nicht selbst als Leben in uns und als Kraft auf uns wirkt. Das nimmt dem Leistungsdruck den Stachel, ohne die Verantwortung zu mindern. Wo innerlich die Gemeinschaft mit Christus gepflegt wird, wachsen Einsicht, Ruhe und ein feines Empfinden für Gottes Wege. Wo zugleich im Vertrauen auf die Verheißung des Geistes Schritte des Zeugnisses gewagt werden, zeigt sich, dass die Kraft nicht aus der eigenen Persönlichkeit kommen muss. In dieser Spannung, getragen und gesandt zu sein, reift ein stiller Mut, der nicht aus sich selbst etwas machen will, sondern rechnet damit, dass der Geist auch heute noch lebendig handelt.

Vom Gesetz zu lebendigen Zeugen – ein heilsgeschichtlicher Wechsel

Mitten in der vierzig­tägigen Unterweisung über das Reich Gottes wird ein Satz der Jünger überliefert, der ihre inneren Erwartungen entlarvt: „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her?“ (Apg. 1:6). Trotz Auferstehung, trotz geöffneter Schrift denken sie noch in den Bahnen einer nationalen Hoffnung. Vor ihrem inneren Auge steht das Bild eines erneuerten Israel, frei von römischer Herrschaft, geeint unter einem messianischen König. Jesus geht auf diesen Wunsch nicht ein, ohne ihn zu verhöhnen; Er verschiebt den Fokus. „Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat“ (Apg. 1:7). Die Frage nach der zeitlichen Erfüllung bleibt in Gottes Hand. Statt ein Schema der Endereignisse zu liefern, legt der Herr ihren Auftrag frei.

Das Königreich Israel, auf das die Apostel und andere fromme Juden warteten, war ein materielles Königreich. Dieses Königreich unterscheidet sich von Gottes Königreich des Lebens, das Christus durch die Predigt Seines Evangeliums zum Aufbau bringt. (Witness Lee, Life-Study of Acts, Botschaft vier, S. 30)

Der nächste Satz markiert einen heilsgeschichtlichen Wendepunkt: „Doch ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, und ihr werdet Meine Zeugen sein … bis ans äußerste Ende der Erde“ (Apg. 1:8). An die Stelle der Erwartung eines politischen Reiches tritt die Berufung in eine weltweite Zeugenexistenz. Das bedeutet einen tiefen Wechsel: vom Alten Bund, der Israel als Volk unter dem Gesetz formte, hin zum neuen Bund, in dem eine Gemeinde aus allen Völkern entsteht, die den auferstandenen Christus verkörpert. Die Rolle verschiebt sich von Gesetzeshaltern zu solchen, deren Leben selbst zur lebendigen Auslegung des Evangeliums wird. Bemerkenswert ist, dass das Wort „Zeugen“ im Urtext die gleiche Wurzel hat wie „Märtyrer“ (gr. martys). Es geht nicht um eine gelegentliche Aussage über den Glauben, sondern um eine Existenz, die von Christus so geprägt ist, dass sie im Konfliktfall lieber verliert, als Ihn zu verleugnen. Damit tritt an die Stelle einer Erwartung von Herrschaft ein Weg der Hingabe, der gerade darin Anteil an der Herrlichkeit des Herrn hat.

Dieser Wechsel berührt nicht nur die Jünger damals, sondern stellt auch vertraute Denkmuster heute infrage. Es ist leicht, Gottes Wirken vor allem dort zu vermuten, wo sichtbare Veränderungen, kulturelle Durchbrüche oder äußere Anerkennung zu sehen sind. Der Weg vom Gesetz zu lebendigen Zeugen legt jedoch ein anderes Gewicht: Gottes Geschichte mit dieser Welt schreitet voran, indem Menschen von innen her durch Christus verwandelt werden und so, oft unspektakulär, zum Ausdruck Seines Reiches werden. Das mindert nicht die Bedeutung von Gerechtigkeit und Verantwortung im öffentlichen Raum, ordnet sie aber ein. Der erste Auftrag bleibt, Christus als den erhöhten Herrn zu kennen und zu bezeugen – im Reden und im Leben. Wo dieser Auftrag ernst genommen wird, relativieren sich manche Dringlichkeiten, die zuvor wie das Entscheidende erschienen. Das kann schmerzhaft sein, weil lieb gewordene Vorstellungen von Erfolg und Einfluss losgelassen werden müssen. Zugleich liegt darin eine große Entlastung: Die Geschichte des Reiches hängt nicht daran, ob ein bestimmtes System sich durchsetzt, sondern daran, dass Christus sich durch Menschen aus allen Zeiten und Kulturen bezeugt. In diese größere Linie stellt der Herr die Jünger – und mit ihnen alle, die Ihm nachfolgen.

Wie der Weg der Jünger weitergeht, zeigt, dass diese Neuorientierung nicht an einem Tag abgeschlossen ist. Selbst nach Pfingsten ringen sie noch mit Fragen nach dem Verhältnis von Gesetz und Gnade, von Israel und den Nationen. Der Herr scheut diesen Prozess nicht. Er führt durch Konfrontationen, Visionen und gemeinsame Beratungen immer tiefer in das Verständnis des neuen Bundes hinein. Gerade diese Langmut macht Mut: Er erwartet keine perfekte Einsicht, bevor Er Menschen in Dienst nimmt. Er beginnt mit Herzen, die bereit sind, sich von Ihm korrigieren zu lassen, und formt unterwegs das Denken um. So wird aus der Sehnsucht nach sichtbarer Wiederherstellung ein Weg treuen Zeugnisses, der, oft verborgen, in die Weite der Weltgeschichte reicht. Wer sich auf diesen Weg stellt, darf wissen: Der Herr nimmt die eigenen Fehlvorstellungen ernst, aber nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt für eine tiefere Erkenntnis Seines Reiches.

Sie nun, als sie zusammengekommen waren, fragten ihn und sagten: Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her? (Apg. 1:6)

Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat. (Apg. 1:7)

Der heilsgeschichtliche Wechsel vom Gesetz zu einer Existenz als Zeugen Christi hat eine persönliche Dimension. Viele Hoffnungen knüpfen sich unbewusst an äußere Veränderungen: stabilere Verhältnisse, sichtbares Wachstum, Anerkennung. Jesus lenkt den Blick weg von „Zeiten und Zeitpunkten“ hin zu der Frage, wozu sein Geist heute befähigt. Der Schwerpunkt verlagert sich von der Erwartung eines perfekten Umfeldes zu der Bereitschaft, gerade im Unfertigen Zeuge zu sein. Das bedeutet nicht, sich aus Verantwortung zurückzuziehen, sondern das eigene Leben tiefer in die Beziehung zum erhöhten Herrn zu stellen. Wer so lebt, darf erleben, dass Christus selbst durch die Begrenztheit der eigenen Möglichkeiten hindurch wirkt. Die vierzig Tage mit den Jüngern erzählen davon, wie geduldig Er solchen Blickwechsel einübt. Sie laden ein, die eigene Geschichte in dieser Geduld zu verorten und zu vertrauen: Er ist fähig, aus Menschen mit begrenztem Verstehen lebendige Zeugen Seiner kommenden Herrschaft zu machen.


Herr Jesus Christus, danke für die Zeit, in der du deine Jünger nach deiner Auferstehung geduldig in die Wirklichkeit des Reiches Gottes hineingeführt hast. Du kennst auch unsere begrenzten Sichtweisen und unsere irdischen Erwartungen, und doch lässt du nicht los, bis wir dein Reich als die Herrschaft deines Lebens in uns erkennen. Stärke in uns die Gewissheit, dass wir durch deine Wiedergeburt in uns schon jetzt zu diesem Reich gehören und in deiner Gerechtigkeit, deinem Frieden und deiner Freude leben dürfen. Fülle uns neu mit deinem Heiligen Geist – als Leben in uns und als Kraft auf uns –, damit unser Alltag zu einem stillen, aber klaren Zeugnis deines auferstandenen und erhöhten Lebens wird. Wo wir noch an alten Vorstellungen festhalten, öffne uns die Augen für deinen neuen Bund und schenke uns Mut, in der Freiheit deiner Gnade zu stehen. Lass dein Reich in unseren Herzen, in unseren Gemeinden und in dieser Welt mehr Gestalt gewinnen, bis du wiederkommst und deine Herrschaft sichtbar vollendest. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Acts, Chapter 4