Das Wort des Lebens
lebensstudium

Die Darbietung des Menschen-Erretters Seiner Selbst zum Tod für die Erlösung (6)

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Kurz vor seinem Leiden spricht Jesus von Gerichten, Verfolgung und einer kommenden großen Trübsal – und genau in dieser düsteren Kulisse bereitet er sein letztes Mahl vor. Während Menschen planen, ihn zu töten, und Satan Judas beeinflusst, lenkt Gott souverän jeden Schritt hin zu dem Tag, der seit Jahrhunderten durch das Passah vorgebildet und in der Schrift angekündigt war. In dieser Spannung zwischen Bedrohung und göttlicher Führung eröffnet Jesus eine neue Wirklichkeit: Sein Tod ist nicht das Ende, sondern der Durchgang in ein bleibendes Fest mit Gott.

Gottes souveräner Plan mitten in Bedrängnis

Lukas 21 spannt einen weiten Horizont. Jesus spricht von Kriegen, Erdbeben, Verfolgung, von der Verwüstung Jerusalems und von der großen Trübsal. Äußerlich gesehen ist alles von Machtspielen, Gewalt und religiösem Hass geprägt. Doch mitten in diesen schweren Bildern setzt er einen leisen, aber festen Ton: „Es wird euch aber zu einem Zeugnis ausschlagen“ (Lukas 21:13). Nicht die Plage, nicht die Verfolgung, sondern das Zeugnis bestimmt aus Gottes Sicht die Geschichte. Hinter Antiochus Epiphanes, hinter Titus und hinter jeder zukünftigen antichristlichen Gestalt steht nicht ein blinder Zufall, sondern ein Gott, der seine Ziele mit Israel, mit der Gemeinde und mit der Erde nicht loslässt. Wenn Jesus ankündigt, dass kein Stein des Tempels auf dem anderen bleiben wird (Lukas 21:6), dann ist das Gericht nicht das Ende, sondern der Weg, auf dem Gott sich Raum schafft für etwas Bleibendes – für das Reich Gottes und für die Gegenwart des Sohnes des Menschen.

Vor der Zeit der Prüfung, der großen Drangsal, müssen wir wachsam sein und zu jeder Zeit flehen, damit wir „all diesen Dingen, die geschehen sollen, entfliehen und vor dem Sohn des Menschen stehen“ mögen (V. 36). Dies bedeutet, vor der großen Drangsal entrückt zu werden, das heißt, zum Thron in den Himmeln genommen zu werden. Während die Plagen stattfinden und die Verfolgung im Gange ist, warten wir darauf, entrückt zu werden. Wenn wir jedoch entrückt werden wollen, bevor die große Drangsal kommt, müssen wir wachsam sein und auf uns selbst achten, damit nicht etwa unsere Herzen beschwert werden durch Rausch, Trunkenheit und Lebenssorgen und jener Tag plötzlich wie eine Schlinge über uns komme (V. 34). (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft neunundvierzig, S. 421)

Diese souveräne Führung Gottes wird besonders deutlich, wenn Lukas von den letzten Tagen vor dem Kreuz erzählt. Während die Hohenpriester beraten, „wie sie ihn umbringen könnten“ (Lukas 22:2), und Judas nach einer Gelegenheit sucht, ihn zu verraten (Lukas 22:6), bereitet Jesus still und zielgerichtet das Passah vor. Er bestimmt den Raum, die Stunde, die Zeichen auf dem Weg. Und über allem steht sein Wort: „Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie es beschlossen ist“ (Lukas 22:22). Dass er genau am Passahtag stirbt, im von 2. Mose 12 vorgebildeten Rahmen, ist kein tragischer Zufall, sondern die punktgenaue Erfüllung von Gottes Plan. Dasselbe gilt im Großen der Weltgeschichte wie im Kleinen der persönlichen Biografie. Was für uns wie Chaos wirkt, ist in Gottes Hand kein Verlust an Kontrolle, sondern die Bühne, auf der seine Souveränität sichtbar werden soll.

Für die Glaubenden ist diese Souveränität kein Anlass zur Passivität, sondern zur Wachheit. Jesus warnt: „Habt aber acht auf euch selbst, daß eure Herzen nicht etwa beschwert werden mit Rausch und Trinkgelage und Lebenssorgen und jener Tag plötzlich wie eine Falle über euch kommt“ (Lukas 21:34). Nicht die äußere Drangsal ist die größte Gefahr, sondern ein schweres, abgestumpftes Herz. Wachsamkeit bedeutet hier nicht, Endzeitdetails zu berechnen, sondern innerlich nüchtern zu bleiben, sich nicht von Vergnügungssucht oder Sorgen fesseln zu lassen und in der Gemeinschaft mit dem Herrn zu leben. So kann sich erfüllen, was in Offenbarung 3:10 heißt: „Weil du das Wort von Meinem standhaften Ausharren bewahrt hast, werde auch Ich dich bewahren vor der Stunde der Prüfung, die im Begriff ist, über die ganze bewohnte Erde zu kommen, um die zu prüfen, die auf der Erde wohnen.“ Bewahrt werden bedeutet hier, unter derselben souveränen Hand zu stehen, die schon den Tod des Menschen-Erretters geordnet hat.

Wer so auf den Menschen-Erretter schaut, beginnt, Bedrängnisse anders zu deuten. Sie sind nicht mehr nur der Beweis, dass „alles schief läuft“, sondern sie werden zu Wegmarken auf dem Weg zu seinem Angesicht. Jesus spricht davon, dass wir „vor Könige und Statthalter“ geführt werden „um Meines Namens willen“ (Lukas 21:12). Hinter der Verfolgung steht sein Wille, sein Name, sein Zeugnis. Und am Ende steht seine Verheißung: „Nicht ein Haar von eurem Haupt wird verloren gehen“ (Lukas 21:18). Das bedeutet nicht, dass kein Schmerz, kein Verlust, kein Märtyrertum zugelassen wird – Lukas 21:16 spricht ausdrücklich von solchen, „die getötet werden“ –, sondern dass nichts, was in seinem Namen erlitten wird, aus seinem Blick fällt. Alles wird durch seinen souveränen Rat hindurchgetragen und findet seinen Platz vor seinem Thron.

Es wird euch aber zu einem Zeugnis ausschlagen. (Lk. 21:13)

Habt aber acht auf euch selbst, daß eure Herzen nicht etwa beschwert werden mit Rausch und Trinkgelage und Lebenssorgen und jener Tag plötzlich wie eine Falle über euch kommt; (Lk. 21:34)

Gottes Souveränität zeigt sich nicht erst in spektakulären Wundern, sondern darin, dass er das Dunkle nicht scheut, sondern es in seinen Plan einzeichnet. Wer lernt, die eigene Geschichte unter diesem Blick zu sehen, findet in Bedrängnis nicht die letzte Erklärung, sondern den Ruf, auf den Menschen-Erretter zu schauen, der mitten im Sturm seine Schritte geordnet hat und dieselbe treue Hand auch über unserem Weg hält.

Vom Passah zum Mahl des Herrn – eine große Übergangszeit

Um die Tiefe der Nacht zu erfassen, in der Jesus das Mahl des Herrn einsetzt, ist der lange Weg des Passahs zu bedenken. In 2. Mose 12 markiert das Passah den Beginn der Geschichte Israels als befreites Volk. Unter dem Blut des Lammes werden sie am Gericht vorbeigeführt, essen das Lamm in Eile, mit gegürteten Hüften, und brechen aus Ägypten auf. Später schreibt 3. Mose 23:6: „Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote dem HERRN; sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen.“ Passah und Fest der ungesäuerten Brote umrahmen eine Woche, in der das Volk zugleich den Beginn der Erlösung und den Weg der Heiligung vor Augen hat. Über Jahrhunderte wiederholt Israel dieses Mahl – in jeder Familie, in jeder Generation –, und jedes Mal wird die Vergangenheit vergegenwärtigt: Gott hat uns herausgeführt, Gott hat uns verschont, Gott hat uns befreit zum Genuss seiner selbst.

Lukas 22:7–23 ist ein entscheidender Abschnitt im Wort, denn er markiert das Ende des alttestamentlichen Passahfestes. Hier sehen wir, dass der Menschen-Heiland Sein Abendmahl, den Tisch des Herrn, einsetzte, um das Passahfest des Alten Testaments zu ersetzen. Daran erkennen wir, dass die Nacht, in der der Herr Sein Abendmahl einsetzte, eine Zeit des Übergangs war – ein Übergang vom Passahfest des Alten Testaments zum neutestamentlichen Abendmahl des Herrn. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft neunundvierzig, S. 423)

Wenn Lukas berichtet: „Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, das Passah genannt wird“ (Lukas 22:1), greift er diese ganze Geschichte auf. Jesus feiert kein isoliertes Abschiedsessen, sondern das letzte Passah der alten Ordnung. Er sorgt, dass alles nach dem Gesetz geordnet ist: „Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an dem das Passah geschlachtet werden mußte“ (Lukas 22:7). Petrus und Johannes bereiten das Mahl, das Lamm wird geschlachtet, die Jünger legen sich mit ihm zu Tisch. Und dann fällt ein Satz, der die Geschichte wendet: „Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide“ (Lukas 22:15). Der, der als Kind Israel am Passah teilnahm, macht sich jetzt selbst zum Inhalt dessen, was er feiert. Das Lamm auf dem Tisch deutet voraus auf das Lamm, das am nächsten Tag draußen vor der Stadt geschlachtet wird.

In dieser geladenen Atmosphäre vollzieht Jesus eine stille, aber gewaltige Veränderung. Zuerst isst er das Passah mit den Jüngern, dann nimmt er Brot und Kelch und gibt ihnen eine neue Deutung: „Und Er nahm ein Brot und sagte Dank, und Er brach es und gab es ihnen und sagte: Dies ist Mein Leib, der für euch hingegeben wird; tut dies zur Erinnerung an Mich. Und ebenso den Kelch, nachdem sie gegessen hatten, und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund, begründet in Meinem Blut, das für euch vergossen wird“ (Lukas 22:19–20). Das alte Zeichen – Lamm, Kräuter, ungesäuertes Brot – tritt zurück. Brot und Kelch treten nach vorn und werden auf seine Person, auf seinen Leib und sein Blut bezogen. Das Passah als alttestamentliche Institution läuft aus, aber es läuft nicht ins Leere. Es mündet in das Mahl des Herrn, das die gleiche Linie der Erlösung aufnimmt und zugleich überbietet.

So wird deutlich: Der Übergang vom Passah zum Mahl des Herrn ist kein abrupter Bruch, sondern eine große Erfüllung. Was im Haus eines israelitischen Vaters gefeiert wurde – die Verschonung des Erstgeborenen, die Befreiung aus Ägypten –, erhält im Kreuz Jesu eine tiefere Dimension: Nicht mehr nur der Griff Pharaos, sondern die Herrschaft der Sünde, des Todes und des Gerichts wird gebrochen. Der Kelch ist nicht mehr nur ein Zeichen der geschichtlichen Bewahrung Israels, sondern, wie Jesus sagt, „der neue Bund, begründet in Meinem Blut“ (Lukas 22:20). Hier beginnt die Gnadenzeit, in der Menschen aus allen Nationen in diesen Bund hineingenommen werden. Wir erinnern uns nicht mehr einzig an den Auszug aus Ägypten, sondern an den Menschen-Erretter, der sich selbst darbot. Das Mahl des Herrn bleibt ein Erlösungsmahl – es erzählt von Blut, das vergossen, und von einem Leib, der gegeben wurde –, und doch ist sein Inhalt reicher: Es ist der lebendige Christus selbst, den wir im Geist genießen und dessen Gemeinschaft uns in die Tiefe der Erlösung hineinzieht.

Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote dem HERRN; sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen. (3.Mose 23:6)

ES kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an dem das Passah geschlachtet werden mußte. (Lk. 22:7)

Das Mahl des Herrn steht nicht isoliert im Gemeindeleben, sondern trägt die ganze Geschichte Gottes mit seinem Volk in sich. Wer sich in dieser Perspektive an Brot und Kelch beteiligt, entdeckt darin mehr als ein Ritual: den Menschen-Erretter, der das alte Passah in sich erfüllt und uns in einen lebendigen Bund der Gnade hineinzieht, der Vergangenheit heiligt, Gegenwart trägt und Zukunft öffnet.

Ein Fest in drei Stufen: jetzt schon Gottes Jubeljahr genießen

Die Schrift zeichnet das Leben mit Gott gern als Fest. Am Anfang steht das Passahfest, bei dem Israel unter dem Blut des Lammes aus der Sklaverei Ägyptens befreit wird und Gott als Retter erfährt. In der Wüste folgt das Manna als tägliche Speise, in Kanaan das gute Land als weite, dauerhafte Quelle der Versorgung. So wird Gottes „vollständige Erlösung“ sichtbar: Er führt sein auserwähltes Volk nicht nur aus der Knechtschaft heraus, sondern in den Genuss seiner selbst hinein. Lukas setzt diese Linie fort, wenn er den Menschen-Erretter zeigt, wie er sich selbst in den Tod gibt und zugleich ein neues Fest eröffnet. „Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tisch und die Apostel mit ihm“ (Lukas 22:14). In dieser Stunde berühren sich Ende und Anfang: das Ende des alten Passahs und der Beginn eines andauernden Festes des neuen Bundes.

Das Fest des Passah ist ein Zeichen von Gottes voller Erlösung, und diese volle Erlösung ist das Hineinbringen von Gottes auserwähltem Volk in den vollen Genuss Seiner selbst. Dieser Genuss ist eine Angelegenheit des Jubeljahres, das im Evangelium nach Lukas als die Erfüllung der Prophezeiung in Jesaja und des Vorbildes in 3. Mose 25 behandelt wird. Das Jubeljahr ist tatsächlich der Genuss Gottes durch Seine Erlösung. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft neunundvierzig, S. 424)

Jesus macht deutlich, dass dieses Fest drei Stufen hat, die im Inneren zusammengehören. Zunächst steht das Passah als alttestamentliches Vorzeichen seiner Erlösung. Dann setzt er das Mahl des Herrn ein, in dem seine Person und sein Werk den Mittelpunkt bilden. Schließlich deutet er auf die Vollendung: „Denn ich sage euch, daß ich es gewiß nicht (mehr) essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reich Gottes“ (Lukas 22:16), und: „Denn ich sage euch, daß ich nicht von dem Gewächs des Weinstocks trinken werde, bis das Reich Gottes kommt“ (Lukas 22:18). Passah, Mahl des Herrn und das kommende Fest im Reich sind damit wie drei Bewegungen einer einzigen großen Symphonie. Was als Rettung aus Ägypten begann, wird zur Freude der Gemeinde am Tisch des Herrn und findet sein Ziel im königlichen Festsaal des kommenden Reiches.

Im Zentrum dieses dreifachen Festes steht der Gedanke des Jubeljahres. Nach 3. Mose 25 sollte Israel alle fünfzig Jahre ein Jubeljahr feiern: Gefangene wurden freigelassen, verlorener Besitz kehrte zurück, jeder durfte in sein Erbteil heimkehren. Jesus greift dieses Bild auf, wenn er in der Synagoge von Nazareth das Wort aus Jesaja liest und auslegt: „Er hat mich gesalbt, Armen gute Botschaft zu verkündigen, … auszurufen ein angenehmes Jahr des Herrn“ (vgl. Lukas 4:18–19). Im Licht des Lukas-Evangeliums wird deutlich: Das eigentliche Jubeljahr ist nicht ein Kalenderjahr, sondern die Zeit, in der der Menschen-Erretter durch seine Erlösung den Weg zurück zu Gott öffnet. Das Passah war dafür ein frühes Zeichen, das Mahl des Herrn ist das Zeichen dieser Wirklichkeit im Gemeindeleben.

Wenn die Gemeinde Brot und Kelch empfängt, tritt sie hinein in dieses Jubeljahr. Brot und Kelch sind nicht nur Erinnerungsstücke, sondern sichtbare Zeichen einer unsichtbaren Freiheit. Das Brot spricht davon, dass Christus unser Leben ist, das uns nährt und trägt. Der Kelch spricht von einer Portion, die uns über unsere eigenen Grenzen hinaus zufließt: „Dieser Kelch ist der neue Bund, begründet in Meinem Blut, das für euch vergossen wird“ (Lukas 22:20). Am Kreuz hat Jesus den Kelch des Zorns getrunken, von dem die Psalmen und die Propheten reden, und ihn für uns in einen Kelch des Heils verwandelt. Für die Glaubenden bedeutet das: Die Bindungen der Sünde, der Schuld, der falschen Herren dieser Welt haben keine letzte Macht mehr. In jedem bewussten Teilnehmen am Mahl des Herrn wird neu zugesprochen, dass dieses Jubeljahr gilt, dass Rückkehr möglich ist, dass verlorener Boden wieder in Besitz genommen werden darf.

Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tisch und die Apostel mit ihm. (Lk. 22:14)

Denn ich sage euch, daß ich es gewiß nicht (mehr) essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reich Gottes. (Lk. 22:16)

Das dreifache Fest – Passah, Mahl des Herrn, Reich Gottes – zeigt, dass Gottes Ziel nicht nur unsere Befreiung, sondern unser bleibender Genuss seiner selbst ist. Wer das Mahl des Herrn im Bewusstsein dieses Jubeljahres empfängt, entdeckt darin eine leise, aber kräftige Zusage: Du bist freigekauft, heimgerufen und zu einem Platz an Gottes Festtisch bestimmt – jetzt im Glauben, einst in vollendeter Anschauung.


Herr Jesus Christus, du Menschen-Erretter, danke, dass du dich selbst dem Tod übergeben hast, genau nach dem Plan des Vaters, damit wir nicht im Gericht verloren gehen, sondern in das große Fest deiner Erlösung eintreten dürfen. Wo die Ereignisse unserer Zeit uns ängstigen und unser Herz zu sinken droht, richte unseren Blick neu auf deine souveräne Führung, die auch durch Bedrängnis hindurch zu deiner Herrlichkeit und zu unserem Heil führt. Lass uns das Mahl des Herrn nicht oberflächlich sehen, sondern als Zeichen deines Jubeljahres, in dem du uns von den Fesseln der Sünde und von zerstörerischen Bindungen löst und in den vollen Genuss des Dreieinen Gottes bringst. Stärke in uns die Gewissheit, dass du den Kelch des Zornes für uns ausgetrunken hast und uns nun den Kelch der Errettung reichst, der überfließt mit Gnade, Vergebung und neuer Hoffnung. Und wenn wir vor dir stehen werden, vollendet in deinem Reich, lass uns dann staunend erkennen, wie treu du uns durchgetragen hast und wie herrlich dein Fest ist, das niemals mehr endet. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 49