Die Darbietung des Menschen-Erretters Seiner Selbst zum Tod für die Erlösung (2)
Manchmal wirkt das Leiden Jesu wie eine Tragödie, die außer Kontrolle geriet – als wäre er einfach in die Hände seiner Gegner gefallen. Schaut man aber genauer in das Lukas-Evangelium, wird deutlich: Nichts geschah zufällig. Der Mensch-Erretter geht seinen Weg nach Jerusalem mit einem tiefen Bewusstsein für Gottes festgesetzten Zeitpunkt, den besonderen Ort und den Sinn seines Todes. Inmitten feindlicher Fragen, versteckter Fallen und religiöser Heuchelei zeigt sich, wie souverän und zugleich sanft der Herr sich selbst als wahres Passahlamm darbringt.
Der Mensch-Erretter erfüllt Gottes festgesetzte Zeit und den heiligen Ort
Wenn Lukas berichtet: „Und als er dies gesagt hatte, zog er voran und ging hinauf nach Jerusalem“ (Lk. 19:28), ist das mehr als eine Ortsangabe. Hinter diesem Hinaufgehen steht der ewige Ratschluss Gottes. Über drei Jahre hatte sich der Mensch-Erretter in Galiläa aufgehalten, weit weg vom Tempelberg, obwohl gerade dort sein Sterben stattfinden sollte. Die Zeit war durch Gottes eigene Uhr festgelegt, die Propheten hatten die Linie gezogen. In Daniel heißt es über die Geschichte Jerusalems: „Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um das Verbrechen zum Abschluß zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen und die Schuld zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen“ (Dan. 9:24). In dieser prophetischen Zeichnung ist der Messias vorgesehen, der „abgeschnitten“ wird – nicht durch Zufall, sondern als Teil eines Plans, der lange vor der Schöpfung gefasst wurde. Wenn Jesus also vor dem Passah hinaufgeht, bewegt er sich nicht einfach in Richtung einer drohenden Gefahr, sondern Schritt für Schritt in die Erfüllung dieser festgelegten Geschichte.
Er wusste, dass Er gemäß der Prophezeiung am Passah als das Lamm Gottes getötet werden musste. Die Prophezeiungen im Alten Testament legten sowohl die Zeit als auch den Ort fest, an dem Er den Tod erleiden würde. Der Menschen-Heiland hatte mehr als drei Jahre in der verachteten Gegend von Galiläa gedient, weit entfernt vom heiligen Tempel und der heiligen Stadt – dem Ort, an dem es notwendig war, dass Er starb zur Ausführung von Gottes ewigem Plan. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft fünfundvierzig, S. 388)
Auch der Ort ist nicht austauschbar. 1. Mose 22 erzählt von Abraham, der seinen Sohn Isaak in das Land Morija führen soll: „Nimm jetzt deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, den du liebst, Isaak, und zieh in das Land Morija und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den Ich dir sagen werde!“ (1.Mose 22:2). Derselbe Berg taucht wieder auf, als von Salomo berichtet wird: „Und Salomo fing an, das Haus des HERRN zu bauen in Jerusalem, auf dem Berg Morija“ (2.Chr. 3:1). Abraham und Isaak, Widder und Altar – Tempelberg und Opferdienst – all das läuft auf den einen hin, der als wahres Lamm Gottes auf eben diesem Boden sterben wird. So nimmt Lukas uns mit, wie Jesus nun nicht mehr in der verborgenen Provinz bleibt, sondern öffentlich den Tempel aufsucht, lehren und das Evangelium verkündigen kann (Lk. 20:1). Er hält sich im Licht auf, weil seine Stunde noch nicht, aber bald genau gekommen ist.
Als Passahlamm konnte Christus weder irgendwann noch irgendwo sterben. 2. Mose 12 beschreibt, wie das Lamm am vierzehnten Tag des Monats geschlachtet werden sollte, nachdem es einige Tage bei der Familie gewesen war. Paulus greift dieses Bild auf und schreibt: „Denn auch unser Passahlamm, Christus, ist geschlachtet worden“ (1.Kor 5:7). Lukas zeigt, wie sich dies konkret erfüllt: Jesus kommt rechtzeitig vor dem Fest nach Jerusalem, er bleibt täglich im Tempel, er entzieht sich jeder Verhaftung, die zu früh käme, und gibt sich am Ende doch aus freiem Willen in die Hände derer, die ihn töten wollen. Auch die Art seines Todes ist nicht zufällig. Im Blick auf die eherne Schlange in der Wüste heißt es: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden“ (Johannes 3:14). Die römische Kreuzigung wird so zum Ort, an dem die vorgebildete Schlange, hoch aufgerichtet, Realität wird: der Sündlose nimmt die Gestalt des von der Sünde Gebissenen auf sich, damit jeder, der ihn ansieht, lebt.
In den Auseinandersetzungen mit den Führern Israels scheinen sie den Ablauf zu bestimmen, doch Petrus durchschaut später die tiefere Schicht: „diesen Mann, der durch den festgesetzten Ratschluss und die Vorkenntnis Gottes ausgeliefert wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet“ (Apg. 2:23). Menschen planen, intrigieren, kalkulieren; Gott setzt die Stunde, den Ort, die Weise. Der Mensch-Erretter ist nicht ein Opfer fremder Mächte, sondern der, der sich selbst darbringt – genau dort und genau dann, wo der Vater ihn haben will. Wer diesen Jesus betrachtet, entdeckt in seinem Weg nach Jerusalem eine stille, königliche Freiheit: Er geht nicht getrieben, sondern geführt; nicht verfangen im Netz des Zufalls, sondern verankert im Willen des Dreieinen Gottes. Darin liegt Trost für jeden, der sich in den Verwicklungen seines Lebens verloren vorkommt: Der gleiche Herr, der seine eigene Kreuzesstunde so genau geführt hat, verliert auch die Linien unseres Weges nicht aus der Hand.
Und als er dies gesagt hatte, zog er voran und ging hinauf nach Jerusalem. (Lk. 19:28)
Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um das Verbrechen zum Abschluß zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen und die Schuld zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen und Gesicht und Propheten zu versiegeln, und ein Allerheiligstes zu salben. (Dan. 9:24)
Der Blick auf Jesu Weg nach Jerusalem lässt die Angst vor blindem Schicksal kleiner werden. Wo er bewusst die festgesetzte Zeit und den heiligen Ort seines Sterbens annimmt, gewinnt unser Vertrauen, dass Gottes ewiger Plan auch in uns nicht am Chaos der Geschichte scheitert. Sein Kreuz steht mitten in menschlicher Schuld und Verstrickung, und doch trägt es den Stempel göttlicher Ordnung. Wer sich in diese Ordnung hineinstellt, darf lernen, inmitten unsicherer Zeiten ruhig zu werden: Nicht die Verschwörungen dieser Welt, sondern der Ratschluss des Dreieinen Gottes hat das letzte Wort.
Der geprüfte Passahlammes-Christus und seine höchste Moral
Wenn das Passahlamm in Israel geschlachtet werden sollte, musste es zuvor einige Tage unter den Augen der Familie stehen, unauffällig und doch genau betrachtet: ohne Fehler, ohne Makel. So tritt der Mensch-Erretter in Jerusalem in die letzten Tage vor seinem Tod ein. Lukas zeichnet diese Tage als eine Art öffentliche Begutachtung: „Und es geschah an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte, da traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten mit den Ältesten herzu“ (Lk. 20:1). Nacheinander stellen sich die Gruppen ein, die damals Israel prägten: Hohenpriester, Schriftgelehrte, Älteste, Pharisäer mit den Herodianern, schließlich die Sadduzäer. Sie alle prüfen ihn – doch nicht in Demut, sondern mit Arglist. Ihre Fragen sind keine offenen Fragen, sondern Messer, die auf versteckte Weise treffen sollen.
Lukas schildert die Untersuchung des Herrn Jesus aus einem anderen Blickwinkel als Matthäus und Markus. Seine Darstellung erfolgt unter dem Gesichtspunkt des höchsten Maßstabs der Moral. In Kapitel 20 des Evangeliums nach Lukas sehen wir den Menschen-Heiland, wie Er Sich im höchsten Maßstab der Moral verhält. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft fünfundvierzig, S. 390)
Gerade in diesem feindlichen Klima leuchtet die moralische Herrlichkeit des Gott-Menschen auf. Er reagiert weder nervös noch aggressiv. Er flieht nicht aus der Öffentlichkeit und sucht auch nicht die billige Zustimmung der Menge. Er bleibt im Tempel, lehrt, und stellt sich jeder Frage. Lukas betont nicht zuerst die Schärfe seiner Argumente, sondern die Reinheit seiner Haltung. Während die Leiter sich in taktische Spiele verstricken, steht er ohne Hintergedanken vor Gott und Menschen. Als Pilatus später ausruft: „denn ich finde keine Schuld an ihm“ (Johannes 19:6), spricht er unbeabsichtigt aus, was die ganzen Tage zuvor schon sichtbar war: Hier ist einer, an dem ehrliche Prüfung nichts findet.
Die Konfrontationen im Tempel enthüllen zugleich den inneren Zustand der religiösen Führer. Hinter ihrer Frömmigkeit zeigt sich Selbstschutz, Machtbewusstsein, Furcht vor dem Volk. Jesus lässt sich auf sie ein, aber er übernimmt ihre Spielregeln nicht. Er beantwortet Fragen, doch er lässt sich nicht zum Objekt ihrer Machtsicherung machen. So rechtfertigt er nicht sich selbst, sondern Gott. Wenn er etwa die Geschichte der bösen Weingärtner erzählt (Lk. 20:9-16), legt er offen, wie tief die Unwahrhaftigkeit im System verankert ist. Zugleich bewahrt er die Würde derer, die ihm zuhören, indem er ihnen zutraut, die Konsequenzen zu ziehen. Der, der geprüft wird, prüft seinerseits – nicht mit Zynismus, sondern mit Wahrheit.
In alledem erfüllt sich das Bild des makellosen Lammes. Petrus wird später schreiben: „sondern mit dem kostbaren Blut Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken“ (1.Petrus 1:19). Lukas zeigt uns, wie dieses „ohne Fehl und ohne Flecken“ im Alltag aussieht: in der Art, wie Jesus zuhört und antwortet, wie er entlarvt, ohne zu demütigen, wie er Wahrheit ausspricht, ohne Rache zu suchen. Seine höchste Moral besteht nicht in moralistischer Strenge, sondern in der vollkommenen Einheit von Liebe und Wahrheit, von Sanftmut und Klarheit. So wird er würdig, stellvertretend für die Sünder zu sterben – nicht, weil Menschen das wollen, sondern weil Gott ihn dazu bestimmt hat.
Und es geschah an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte, da traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten mit den Ältesten herzu (Lk. 20:1)
Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie und sagten: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. (Joh. 19:6)
Jesu geprüfte Reinheit im Tempel zeigt, dass wahre moralische Größe nicht in makelloser Selbstdarstellung liegt, sondern in einem Herzen, das vor Gott ruhig bleibt, selbst wenn Menschen misstrauisch prüfen. Wer sich an diesem Lammes-Christus orientiert, entdeckt, dass Prüfungen nicht das Ende, sondern der Raum sind, in dem seine Gnade uns durchträgt. Unter seinem Blick müssen wir weder unsere Schwachheit verbergen noch die Falschheit anderer nachahmen. Er selbst wird in uns das wachsen lassen, was er am Kreuz für uns erworben hat: ein Leben, das mit jedem Angriff echter, nicht härter wird.
Göttliche Weisheit im Umgang mit den Fallen der Menschen
Die Fragen, die man Jesus im Tempel stellt, sind keine offenen Suchbewegungen, sondern sorgfältig gelegte Fallen. Man fragt ihn nach der Vollmacht, mit der er handelt, in der Hoffnung, ihn entweder der Gotteslästerung oder des Ungehorsams gegen die religiöse Ordnung zu überführen. Doch statt sich in eine Verteidigungsrede zu verstricken, dreht Jesus die Perspektive: „Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen?“ (Lk. 20:4). Auf einmal stehen die Fragesteller unter dem Licht, dem sie ihn aussetzen wollten. Sie beraten miteinander, erkennen die Konsequenzen jeder möglichen Antwort und flüchten sich schließlich in die Nicht-Entscheidung: „Wir wissen nicht, woher.“ Ihre eigene Unaufrichtigkeit tritt ans Licht, ohne dass Jesus sie anschreit oder bloßstellt. Die Weisheit Gottes zeigt sich hier als Fähigkeit, die verborgenen Beweggründe freizulegen, ohne die Würde des anderen zu zerstören.
In der Beantwortung der Frage, die von den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und Ältesten aufgeworfen wurde, erwies sich der Menschen-Heiland als weise. Als man Ihn fragte, wer Ihm Vollmacht gegeben habe, sagte Er nicht: „Mein Vater hat Mir diese Vollmacht gegeben.“ Eine solche Antwort wäre nicht falsch gewesen, aber sie hätte an Weisheit gefehlt. In Seiner Weisheit sagte der Herr zu ihnen: „Auch Ich will euch etwas fragen, und sagt Mir: Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen?“ (V. 3–4). (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft fünfundvierzig, S. 390)
Ähnlich glänzt diese Weisheit in der bekannten Steuerfrage. Die Pharisäer und Herodianer versuchen, ihn zwischen Rom und Volk einzuklemmen: Soll man dem Kaiser Steuer zahlen oder nicht? Jesus lässt sich eine Münze zeigen und fragt: „Wessen Bild und Aufschrift hat sie?“ Als sie antworten: des Kaisers, spricht er das Wort, das bis heute durch die Geschichte klingt: „Gebt daher dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ (Lukas 20:25). Mit einem Satz anerkennt er die begrenzte Ordnung der staatlichen Macht und setzt zugleich die höhere Priorität Gottes darüber. Er verweigert sich der Rolle des politischen Revolutionsführers, ohne seine Loyalität zum Reich Gottes zu relativieren. So entwaffnet er die Falle, in die ihn seine Gegner treiben wollten, und öffnet zugleich einen Raum, in dem das Gewissen sich vor Gott prüfen kann.
Besonders tief wird diese Weisheit sichtbar, als die Sadduzäer ihn mit einer konstruierten Geschichte über die Frau mit sieben Männern konfrontieren, um die Auferstehung als absurdes Konzept erscheinen zu lassen. Jesus lässt sich nicht auf die Ebene der Spitzfindigkeiten ziehen. Er erklärt, dass in der kommenden Weltzeit die Menschen weder heiraten noch verheiratet werden, und führt dann die Schrift an, die seine Gegner selbst hochachten: „Daß aber die Toten auferweckt werden, hat auch Mose angedeutet bei dem Dornbusch, wenn er den Herrn nennt den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs. Er ist aber nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben alle“ (Lukas 20:37–38). Mit einem einzigen, sorgfältig gewählten Schriftwort durchkreuzt er ihre Leugnung der Auferstehung und öffnet zugleich ein Fenster zu Gottes Herz: Er bindet sich an Menschen so, dass seine Treue über ihren Tod hinausreicht.
In diesen Begegnungen begegnet uns keine kalte Schlagfertigkeit, die den anderen bloß übertrumpfen will. Jesu Antworten sind durchdrungen von Ehrfurcht vor Gott, Liebe zur Wahrheit und Respekt vor dem Menschen. Er vermeidet das Rechthaben um jeden Preis, aber er lässt die Lüge nicht stehen. Seine Weisheit ordnet, klärt, richtet auf Gottes Wirklichkeit aus. So wird deutlich, dass die gleiche Weisheit, mit der der ewige Plan Gottes entworfen wurde, in dem Mensch-Erretter zur Sprache kommt. Was im Ratschluss des Dreieinen Gottes verborgen war, wird in den stillen, klaren Sätzen Jesu hörbar.
Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen? (Lk. 20:4)
Da sprach er zu ihnen: Gebt daher dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! (Lk. 20:25)
Jesu Umgang mit den Fallstricken seiner Gegner zeigt eine Weisheit, die nicht spaltet, sondern ordnet. Sie ist kein Werkzeug des Stolzes, sondern Ausdruck eines Herzens, das ganz auf den Vater ausgerichtet ist. Wer sich dieser Weisheit öffnet, findet einen anderen Weg durch die Spannungen des Alltags: Zwischen Rückzug und Angriff entsteht eine Spur des Friedens, in der Wahrheit gesagt werden darf, ohne zu zerstören. Der Mensch-Erretter, der im Tempel so redet, führt auch heute in eine Freiheit, in der Gottes Wille wichtiger wird als das eigene Recht – und gerade darin wächst eine stille, tragfähige Freude.
Herr Jesus Christus, Du wahrer Mensch-Erretter, wir staunen darüber, wie Du Dich selbst in vollkommener Freiheit und doch in völligem Gehorsam dem Kreuz dargebracht hast. Nichts in Deinem Weg war Zufall, alles stand unter dem weisen Ratschluss des Vaters und Deiner liebevollen Hingabe für uns. Inmitten von Hinterlist, Lüge und religiöser Fassade bist Du rein, wahrhaftig und weise geblieben, ohne Dich von Hass oder Angst bestimmen zu lassen. Lass das Licht Deiner Weisheit unsere Herzen durchdringen, damit wir Deine Führung in unseren Tagen erkennen und in der Gewissheit leben, dass auch unser Leben in Deiner guten Hand steht. Stärke in uns die Hoffnung auf die Auferstehung und die Freude darüber, dass Du als das fehlerlose Passahlamm unsere Schuld getragen hast und uns in Gottes ewigen Plan hineingenommen hast. Fülle uns mit Deinem Frieden, wo uns Schuld, Angst oder Verwirrung bedrängen, und lass uns die stille Gewissheit Deiner Gegenwart tragen, bis wir Dich in Deiner Herrlichkeit sehen. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 45