Das Wort des Lebens
lebensstudium

Der Dienst des Menschen-Erretters in Seinen menschlichen Tugenden mit Seinen göttlichen Eigenschaften von Galiläa nach Jerusalem (21)

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Am Stadtrand von Jericho begegnen wir einem Mann, der zugleich wohlhabend und innerlich gefangen ist – und einem Herrn, der nicht davor zurückschreckt, gerade in das Haus eines verachteten Zöllners einzukehren. Kurz danach erzählt derselbe Herr ein Gleichnis von einem Mann vornehmer Herkunft, der seinen Knechten Geld anvertraut und wiederkommt, um nach dem Gewinn zu fragen. Beide Szenen gehören zusammen: Sie öffnen den Blick dafür, was es bedeutet, wenn Jesus selbst als Errettung in ein Leben kommt, und welche Verantwortung daraus für die Zeit bis zu seiner Wiederkunft erwächst.

Der Mensch-Erretter als lebendige Errettung im Haus des Sünders

Zachäus begegnet Jesus nicht in einem geschützten religiösen Raum, sondern mitten in der staubigen Straße von Jericho. Er ist ein Mann mit einer langen Geschichte: „ein Mann mit Namen Zachäus, und der war ein Oberzöllner und war reich“ (Lukas 19:2). Sein Reichtum ist nicht neutral; er ist mit Betrug, Ungerechtigkeit und der Verachtung seines Volkes verwoben. Darum sucht er wohl zuerst aus sicherer Distanz: klein von Gestalt, klettert er auf einen Baum, um zu sehen, ohne gesehen zu werden (Lukas 19:3-4). Die Wende der Geschichte liegt darin, dass der Blick Jesu ihn findet. „Als er an den Ort kam, sah Jesus auf und erblickte ihn und sprach zu ihm: Zachäus, steige eilends herab, denn heute muß ich in deinem Haus bleiben“ (Lukas 19:5). Der Mensch-Erretter ruft ihn beim Namen und kündigt nicht ein Programm, sondern seine Gegenwart an: Er selbst will bleiben.

Im Fall der Errettung des Zachäus in Jericho sehen wir, dass die Errettung des Herrn tatsächlich der Herr selbst ist. In Vers 5 sagt Er: „Ich muss heute in deinem Haus bleiben“, und in Vers 9 sagt Er zu Zachäus: „Heute ist diesem Haus Errettung widerfahren.“ Wenn wir diese Verse zusammennehmen, sehen wir, dass „Ich“ in Vers 5 gleich „Errettung“ in Vers 9 ist. Dies zeigt, dass Errettung tatsächlich der Herr selbst ist. Wenn Er kommt, kommt die Errettung. Wo immer Er bleibt, dort bleibt die Errettung. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft dreiundvierzig, S. 372)

Wenig später sagt derselbe Herr: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist“ (Lukas 19:9). Zwischen diesem „ich muß in deinem Haus bleiben“ und dem „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren“ liegt keine abstrakte Lehre, sondern eine Person. Wo Christus einzieht, zieht die Errettung ein; wo er bleibt, bleibt das Heil. In diesem Licht wird Zachäus nicht zuerst als Fallbeispiel moralischer Besserung sichtbar, sondern als ein Gefangener, in dessen Haus das Jubeljahr Gottes aufleuchtet. Der verkrampfte Umgang mit Besitz löst sich, das versteckte Unrecht wird ans Licht gebracht, und mitten in einem kompromittierten Leben entsteht ein neuer Anfang voller Freude: „Und er stieg eilends herab und nahm ihn auf mit Freuden“ (Lukas 19:6). Aus einem Haus, das bisher von Gewinnsucht und Angst geprägt war, wird ein Ort der Gegenwart Gottes. So zeigt sich: Errettung geschieht, wenn der Mensch-Erretter sich selbst schenkt und Wohnung nimmt – und wo er willkommen ist, beginnt das Jubeljahr in einer ganz konkreten Biografie.

Wie tief dieser Einzug in das Haus des Sünders reicht, wird an der Veränderung von Zachäus deutlich. Er tritt vor den Herrn und sagt: „Siehe, die Hälfte meiner Besitztümer, Herr, gebe ich den Armen, und wenn ich jemandem etwas durch falsche Beschuldigung abgenommen habe, so erstatte ich es vierfach“ (Lukas 19:8). Er greift damit genau die Maßstäbe auf, die das Gesetz für Diebstahl setzt: „Wenn jemand ein Rind oder ein Schaf stiehlt und es schlachtet oder verkauft, soll er fünf Rinder erstatten für das (eine) Rind und vier Schafe für das (eine) Schaf“ (2. Mose 21:37). Was hier geschieht, ist mehr als eine spontane Großzügigkeit; es ist Wiederherstellung. Die Gegenwart Jesu stellt das Recht Gottes wieder her, ohne den Sünder zu vernichten. Verborgene Schuld wird nicht mehr zugedeckt, sondern bekannt und in Freude wiedergutgemacht.

In diesem Haus wird das Königreich Gottes als Jubeljahr in Miniatur sichtbar. Der verachtete Oberzöllner wird als „Sohn Abrahams“ angesprochen und damit wieder in die Gemeinschaft des Glaubens hineingenommen. Seine Geschichte wird nicht ausgelöscht, aber sie wird in einen neuen Rahmen gestellt: „Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lukas 19:10). Die Initiative liegt bei ihm. Er kommt durch Jericho, bleibt unter dem Baum stehen, ruft den Verborgensten beim Namen, geht mit in sein Haus und bleibt. Wo dieser Herr einzieht, entsteht Raum zum Aufatmen: Gefangene finden Freiheit, Schuldige erfahren Barmherzigkeit, und ein ganzes Haus wird in eine Freude hineingenommen, die nicht mehr von Besitz abhängt. Es kann Mut machen, dass der Mensch-Erretter auch heute so handelt: Er sucht nicht ideale Menschen, sondern wirkliche Häuser mit ihren Lasten und Verwicklungen – und dort, wo er aufgenommen wird, beginnt ein neues Kapitel seiner lebendigen Errettung.

Und siehe, (da war) ein Mann mit Namen Zachäus, und der war ein Oberzöllner und war reich. (Lk. 19:2)

Und als er an den Ort kam, sah Jesus auf und erblickte ihn und sprach zu ihm: Zachäus, steige eilends herab, denn heute muß ich in deinem Haus bleiben. (Lk. 19:5)

Wenn Jesus als Errettung selbst in das Leben eines Menschen einzieht, geschieht mehr als eine äußere Korrektur: Seine Gegenwart löst verfestigte Ängste, bringt Schuld ans Licht, verwandelt den Umgang mit Besitz und stellt Beziehungen wieder her. Der Mensch-Erretter bleibt nicht auf Distanz, sondern betritt das reale Haus mit seinen Verflechtungen, nimmt ihn als Sohn Abrahams an und setzt ihn in das Jubeljahr der Gnade hinein. Wo er Wohnung nimmt, wird das Königreich Gottes konkret erfahrbar – in Freiheit, Wiederherstellung und einer neuen Freude, die stärker ist als jede Vergangenheit.

Vom Gefangenen unter der Sünde zum Teilhaber des Jubeljahres

In der Wahrnehmung der Menge ist Zachäus eine klare Figur: ein Kollaborateur, ein Ausbeuter, ein „sündiger Mann“ (Lukas 19:7). Die Worte „sie murrten alle und sagten: Er ist eingekehrt, um bei einem sündigen Mann zu herbergen“ (Lukas 19:7) entlarven die Trennlinie: hier die Frommen, dort der, an dem ein Exempel statuiert werden müsste. In den Augen des Mensch-Erretters aber erscheint Zachäus nicht zuerst als Fall für moralische Distanzierung, sondern als Gefangener. Jesus hatte zu Beginn seines Dienstes in der Synagoge von Nazareth das Wort Jesajas auf sich bezogen: Er sei gesalbt, „Gefangenen Befreiung“ und „Zerschlagene in Freiheit“ zu senden und das „angenehme Jahr des Herrn“ auszurufen (vgl. Lukas 4:18-19). Wenn er in Jericho unter dem Baum stehen bleibt, begegnet dieser Auftrag einem konkreten Menschen: Ein Gefangener unter der Macht der Sünde und des Geldes wird in das Jubeljahr gerufen.

Dies war das spontane Ergebnis der dynamischen Kraft der Errettung des Herrn. Am Beispiel der Errettung des Zachäus in Jericho sehen wir, dass die Errettung des Herrn in Wirklichkeit der Herr selbst ist. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft dreiundvierzig, S. 371)

Auffällig ist, dass Zachäus die langen Belehrungen Jesu über Besitz und Nachfolge gar nicht ausdrücklich gehört haben muss. In den Kapiteln zuvor hatte der Herr immer wieder vor Habsucht gewarnt: „Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht, denn auch wenn jemand Überfluß hat, besteht sein Leben nicht durch seine Habe“ (Lukas 12:15); er hatte gesagt: „So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein“ (Lukas 14:33), und dem reichen Obersten zugerufen: „eins fehlt dir noch: verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen“ (Lukas 18:22). Bei Zachäus sehen wir die Frucht dieser Worte, ohne dass Lukas eine direkte Verbindung zieht. Im Moment der Begegnung mit dem Herrn wird in ihm die innere Gefangenschaft sichtbar – und zugleich bricht eine neue Freiheit auf. Ohne Zwang, ohne verhandelnde Kalkulation, spricht er: „die Hälfte meiner Besitztümer, Herr, gebe ich den Armen“, und er ordnet nach dem Maß des Gesetzes vierfachen Ersatz an. Die dynamische Kraft der Errettung arbeitet von innen nach außen.

So wird das Jubeljahr nicht als äußere Festordnung sichtbar, sondern als innere Realität: Ein Mann, der sein Leben auf ungerechtem Gewinn aufgebaut hat, kann plötzlich loslassen, weil er in Christus ein größeres Erbteil erkennt. In Kolosser 1:13-14 heißt es, Gott habe uns „errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben, die Vergebung der Sünden“. Mit Zachäus erscheint dieses Reich „des Sohnes der Liebe“ nicht als abstraktes System, sondern als erfahrbare Sphäre: Er wird aus der Herrschaft der Gier in die Herrschaft der Gnade versetzt. Das betrifft sein Herz, seine Beziehungen und seinen Umgang mit Besitz. Er bleibt derselbe Mensch, aber in einer neuen Ordnung; seine Hände, die nahmen, werden zu Händen, die geben und wiederherstellen.

Diese Errettung trägt den Charakter des Jubeljahres: Schulden werden nicht nur gestrichen, sondern der Gefangene erhält sein verlorenes Erbteil zurück. Zachäus findet neu seinen Platz als „Sohn Abrahams“ (Lukas 19:9). Er ist nicht mehr nur der Zöllner an der Peripherie, sondern wieder Teil des Volkes, das Gottes Verheißungen trägt. Das Königreich Gottes erscheint in seinem Wohnzimmer: nicht als Machtgestus, sondern als die stille, tiefgreifende Gegenwart des Königs, der sucht und rettet, was verloren ist. Es kann helfen, die eigene Errettung in diesem Licht zu betrachten: nicht als knappen Strafnachlass, sondern als Hineinnahme in das angenehme Jahr des Herrn, in dem Vergebung, Befreiung und Wiederherstellung zusammengehören. Diese Sicht öffnet Raum für Dankbarkeit und für einen neuen, freien Umgang mit dem eigenen Leben – als jemand, der das Jubeljahr nicht nur kennt, sondern genießt.

Und als sie es sahen, murrten alle und sagten: Er ist eingekehrt, um bei einem sündigen Mann zu herbergen. (Lk. 19:7)

Er sprach aber zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht, denn auch wenn jemand Überfluß hat, besteht sein Leben nicht durch seine Habe. (Lk. 12:15)

Der Herr verwandelt einen gefangenen Sünder, indem er ihn in das Jubeljahr seines Reiches hineinsetzt: Er befreit aus der Macht der Sünde, durchbricht die Herrschaft der Habsucht, stellt nach dem Maß Gottes wieder her und gibt eine neue Identität als Sohn Abrahams. Wo diese Errettung ankommt, wird das Königreich Gottes zur erfahrbaren Sphäre der Freiheit und der Gnade – das Herz löst sich vom Besitz, Beziehungen werden geheilt, und das eigene Leben wird von innen her in eine neue Ordnung gestellt, in der der Mensch nicht mehr Gefangener, sondern Teilhaber des Jubeljahres ist.

Gerettete als treue Knechte auf dem Weg zum kommenden Reich

Unmittelbar nachdem Lukas von der Errettung des Zachäus erzählt hat, fügt er das Gleichnis von den Minen ein: „Während sie aber dies hörten, fügte er noch ein Gleichnis hinzu, weil er nahe bei Jerusalem war, und sie meinten, daß das Reich Gottes sogleich erscheinen sollte“ (Lukas 19:11). Die Freude über das Heil in Jericho könnte leicht den Eindruck erwecken, nun sei alles vollendet. Darauf antwortet der Herr mit einem Bild: „Ein hochgeborener Mann zog in ein fernes Land, um ein Reich für sich zu empfangen und wiederzukommen“ (Lukas 19:12). Dieser „hochgeborene Mann“ ist der Gott-Mensch Jesus Christus, der nach vollbrachtem Werk in den Himmel gegangen ist. Petrus bezeugt von ihm: „Der ist zur Rechten Gottes, nachdem er in den Himmel gegangen ist, und Engel und Mächte und Kräfte sind ihm unterworfen“ (1. Petrus 3:22). Daniel sieht ihn prophetisch „mit den Wolken des Himmels kommen“ und „ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben“ (vgl. Daniel 7:13-14), und in Offenbarung 11:15 heißt es, dass die Königreiche der Welt des Herrn und seines Christus geworden sind. Das Gleichnis spannt den Bogen von Jericho bis zu dieser Wiederkunft.

Dieses weitere Gleichnis ist geistlich eine Fortsetzung des vorhergehenden Falls der Errettung. Dieses Gleichnis schildert, wie die Erretteten dem Herrn dienen sollten, damit sie das kommende Reich erben. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft dreiundvierzig, S. 373)

In der Zwischenzeit, in der der Herr im Verborgenen das Reich empfängt, vertraut er seinen Knechten etwas an: „Und er rief zehn von seinen eigenen Sklaven und gab ihnen zehn Minen und sagte zu ihnen: Macht Geschäfte, bis ich komme“ (Lukas 19:13). Jeder erhält das gleiche Maß, eine Mine – ein Bild für die gemeinsame Errettung, das empfangene Leben, die allen Gläubigen geschenkte Gnade. Die Frage ist nicht, wer mehr bekommen hätte, sondern wie mit dem Empfangenen umgegangen wird. Der erste Knecht kann später sagen: „Herr, dein Pfund hat zehn Pfunde hinzugewonnen“ (Lukas 19:16), der zweite berichtet von fünf zusätzlichen Minen (Lukas 19:18). Auf beide antwortet der Herr mit Lohn in Form von Mitregentschaft: „Weil du im Geringsten treu warst, sollst du Vollmacht über zehn Städte haben“ (Lukas 19:17), und zum anderen: „Und du, sei über fünf Städte“ (Lukas 19:19). Das kommende Reich erscheint hier als eine Sphäre, in der die heutige Treue im Geringen mit Anteil an der Verwaltung des Königs vergolten wird.

Demgegenüber steht der Knecht, der seine Mine unberührt in einem Tuch verwahrt: „Herr, siehe, (hier ist) dein Pfund, das ich in einem Schweißtuch verwahrt hielt“ (Lukas 19:20). Er ist nicht ein Feind, sondern ein Knecht; er hat wirklich empfangen. Aber er bleibt unfruchtbar, blockiert von einer falschen Sicht des Herrn: „denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mann bist“ (Lukas 19:21). Der Herr nennt ihn „böser Knecht“ und lässt ihm die Mine nehmen, um sie dem zu geben, der zehn hinzugewonnen hat (Lukas 19:22-24). Dann fasst er zusammen: „Jedem, der da hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, weggenommen werden“ (Lukas 19:26). Es entsteht ein ernstes Bild: Es ist möglich, wirklich gerettet zu sein und doch das Empfangene zu vergraben, statt damit zu leben und zu dienen. Die Folge ist nicht der Verlust des ewigen Heils, wohl aber der Verlust eines reichen Anteils am kommenden Reich.

Zwischen der freudigen Aufnahme Jesu in Jericho und der ernsten Einladung zur Treue in dem Gleichnis liegt kein Widerspruch, sondern eine innere Linie: Der Mensch-Erretter rettet nicht, um passiven Besitzstand zu schaffen, sondern um lebendige Knechte zu gewinnen, die mit dem empfangenen Leben wirken. Paulus fasst dies in 2. Timotheus 4:1. in einer ernsten Perspektive zusammen, indem er Christus beschreibt als den, „der richten wird Lebende und Tote bei seiner Erscheinung und seinem Reich“. Die Entscheidung, wie ein Geretteter heute mit der ihm anvertrauten „Mine“ – dem Leben Christi, dem Evangelium, den Gaben des Geistes – umgeht, ist getragen von der Gewissheit, dass der König wiederkommt und sein Reich offenbart. Dieser Ausblick ist nicht dazu gegeben, Angst zu erzeugen, sondern Würde und Ernst: Das gewöhnliche Christenleben im Verborgenen ist der Ort, an dem für das kommende Reich „Geschäfte“ gemacht werden.

WÄHREND sie aber dies hörten, fügte er noch ein Gleichnis hinzu, weil er nahe bei Jerusalem war, und sie meinten, daß das Reich Gottes sogleich erscheinen sollte. (Lk. 19:11)

Er sprach nun: Ein hochgeborener Mann zog in ein fernes Land, um ein Reich für sich zu empfangen und wiederzukommen. (Lk. 19:12)

Gerettete leben zwischen Jericho und der Wiederkunft des hochgeborenen Mannes: Sie haben eine gemeinsame „Mine“ empfangen – die Errettung, das Leben Christi, die Gnade – und sind gerufen, damit im Verborgenen „Geschäfte zu machen“, bis der Herr kommt. Treue im Geringsten erhält im Gleichnis das Gewicht ewiger Mitverantwortung im kommenden Reich; Untreue verfehlt nicht das ewige Heil, wohl aber einen reichen Anteil an der zukünftigen Herrschaft mit Christus. In dieser Sicht wird das alltägliche Christenleben zu einem Feld stiller, aber bedeutungsvoller Fruchtbarkeit, in dem die heutigen Entscheidungen mit dem Licht des kommenden Königreiches durchdrungen sind.


Herr Jesus Christus, Mensch-Erretter mit göttlicher Herrlichkeit, danke, dass du nicht an den Häusern der Verachteten vorbeigehst, sondern suchst, was verloren ist, und selbst als Errettung einziehst. Du kennst die Fesseln, die unsere Herzen binden, und du bringst uns in das Jubeljahr deiner Gnade, in dem Schuld vergeben, Gefangene freigelassen und verlorenes Erbteil wiederhergestellt wird. Stärke in uns das Vertrauen, dass deine Gegenwart genügt, um unsere Vergangenheit zu klären, unsere Beziehungen zu heilen und unseren Umgang mit allem, was wir besitzen, zu erneuern. Lass dein Leben in uns wirksam werden, damit aus deiner Kraft ein sichtbarer Wandel hervorgeht und dein Königreich schon jetzt in unserem Alltag Gestalt gewinnt. Und wenn du als König wiederkommst, gewähre, dass wir als treue Knechte vor dir stehen, die mit dem empfangenen Gut Gewinn für dich gebracht haben, und dass wir das volle Genießen deines kommenden Reiches als unser Jubeljahr erfahren. In deiner Treue und Gnade bergen wir unsere Gegenwart und Zukunft. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 43