Das Wort des Lebens
lebensstudium

Der Dienst des Menschen-Erretters in Seinen menschlichen Tugenden mit Seinen göttlichen Eigenschaften von Galiläa nach Jerusalem (17)

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Viele Christen verbinden das Königreich Gottes zuerst mit äußeren Ereignissen am Ende der Zeit – Zeichen, Katastrophen, weltpolitischen Umbrüchen. Jesus aber beantwortet die neugierige Frage der Pharisäer nach dem Kommen des Königreichs mit einem überraschenden Hinweis: Es kommt nicht „mit Beobachtung“, und doch ist es mitten unter ihnen. In Lukas 17 entfaltet Er eine Linie vom Leben der Menschen wie zu den Tagen Noahs und Lots über das heimliche Entrücken der Überwinder bis hin zum Gericht über den Antichrist – und macht deutlich, dass all dies mit Ihm selbst als der lebendigen Wirklichkeit des Königreichs verbunden ist.

Das Königreich Gottes ist der Man-Erretter als lebende Person

Die Frage der Pharisäer in Lukas 17 ist auf den ersten Blick nüchtern: „Wann kommt das Königreich Gottes?“ Sie denken in Zeitpunkten, in historischen Umbrüchen, in sichtbaren Machtverschiebungen. Jesus antwortet, indem Er das ganze Schema verschiebt: „Das Königreich Gottes kommt nicht mit Beobachtung; … denn siehe, das Königreich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17:20-21). Nicht „dort“, nicht „hier“, nicht später und auch nicht nur im Inneren einer frommen Stimmung, sondern: mitten unter euch – in dieser Person, die gerade vor ihnen steht. Damit entlarvt der Herr die tiefsitzende Erwartung eines vor allem materiell-politischen Reiches und öffnet den Blick für etwas Größeres: Das Königreich Gottes ist zuerst eine Person, die in die Geschichte eingetreten ist, um in Menschen Wohnung zu machen.

Die Antwort des Herrn zeigt, dass das Reich Gottes nicht materiell, sondern geistlich ist. Es ist der Heiland in Seinem ersten Kommen (V. 21-22), in Seinem zweiten Kommen (V. 23-30), in der Entrückung Seiner überwindenden Gläubigen (V. 31-36) und in Seinem Vernichten des Antichristen (V. 37), um die Erde für Seine Herrschaft wiederzugewinnen (Offb. 11:15). Lukas 17:22-24 beweist, dass das Reich Gottes der Heiland selbst ist, der unter den Pharisäern war, als Er von ihnen über das Kommen des Reiches befragt wurde. Wo immer der Heiland ist, dort ist das Reich Gottes. Das Reich Gottes ist bei Ihm, und Er bringt es zu Seinen Jüngern. Er ist der Same des Reiches Gottes, der in Gottes auserwählte Menschen gesät wird, um sich zu einem Herrschaftsbereich Gottes zu entwickeln. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft neununddreißig, S. 333)

Wenn die Schrift bezeugt: „Denn siehe, das Königreich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17:21), dann ist damit mehr gesagt als nur: Gott ist allgemein gegenwärtig. In Jesus steht der König selbst leibhaftig in ihrer Mitte. Er ist der Same des Königreichs, der in das Herz derer fällt, die an Ihn glauben. Dieser Same trägt das ganze kommende Reich in sich – wie ein Senfkorn den großen Baum in sich trägt (vgl. Lukas 13:19). Aus dieser Perspektive sind das erste Kommen des Menschensohnes, Sein Weg des Leidens, Sein Wiederkommen in Herrlichkeit und das Entrücken der Überwinder nicht getrennte Programme, sondern verschiedene Erscheinungsweisen derselben königlichen Person. Überall, wo Er Raum gewinnt, beginnt das Herrschaftsgebiet Gottes. Diese Sicht nimmt dem Glauben die Unruhe, ständig nach äußeren Zeichen Ausschau zu halten, und richtet ihn auf die stille, aber reale Frage: Wie viel Platz hat dieser König in mir, in meinem Denken, in meinen Beziehungen, in Entscheidungen, die ich heute treffe?

Die Offenbarung nimmt denselben Faden auf, wenn es heißt: „Das Königreich der Welt ist zum Königreich unseres Herrn und Seines Christus geworden, und Er wird in Ewigkeit regieren“ (Offenbarung 11:15). Das künftige, universale Reich ist nichts anderes als die Entfaltung dessen, was jetzt schon unscheinbar in Menschenherzen beginnt: Christi Leben gewinnt Gestalt, und mit Seinem Leben kommt Seine Regierung. So wird das Königreich Gottes kein abstraktes System, sondern eine lebendige Atmosphäre Seiner Gegenwart, die sich durchträgt vom persönlichen Inneren bis zur erneuerten Erde. Wer so versteht, weshalb das Reich „mitten unter euch“ ist, wird nicht länger auf spektakuläre Zeichen fixiert sein, sondern lernt, den Alltag als Ort des Königtums Christi zu sehen – im Gespräch, in der Arbeit, im Umgang mit Konflikten. Darin liegt leise Ermutigung: Der Ort, an dem du jetzt stehst, ist nicht randständig für das Reich; gerade dort will der Menschensohn als König Gestalt gewinnen und dich hineinnehmen in die Würde Seiner Herrschaft.

Und als Er von den Pharisäern befragt wurde, wann das Königreich Gottes komme, antwortete Er ihnen und sagte: Das Königreich Gottes kommt nicht mit Beobachtung; noch werden sie sagen: Siehe, hier ist es! oder: Dort! Denn siehe, das Königreich Gottes ist mitten unter euch. (Lk. 17:20-21)

Und der siebte Engel posaunte; und es erhoben sich laute Stimmen im Himmel, die sagten: Das Königreich der Welt ist zum Königreich unseres Herrn und Seines Christus geworden, und Er wird in Ewigkeit regieren. (Offb. 11:15)

Zu sehen, dass das Königreich Gottes zuerst der Man-Erretter selbst ist, verlagert das Gewicht unseres Glaubenslebens: weg von der Jagd nach äußeren religiösen Eindrücken, hin zu einer beharrlichen, schlichten Beziehung zu dieser Person. Wo Er in uns wohnt und zur Geltung kommt, beginnt Herrschaft – nicht als Druck von außen, sondern als inneres Licht, das unser Wollen und Handeln umgestaltet. So bekommt jeder Tag, auch der unscheinbare, eine königliche Note: In Gesprächen, Entscheidungen und Spannungen begegnen wir immer wieder der Frage, ob der König in uns sprechen und regieren darf. Wer sich daran erinnert, darf selbst in unspektakulären Umständen getröstet sein: Christus ist mitten unter uns, und gerade durch dieses verborgene Regieren bereitet Er das sichtbare Kommen Seines Reiches vor.

Die Tage Noahs und Lots – das betäubte Leben vor dem Gericht

Wenn Jesus die Tage des Menschensohnes mit den Tagen Noahs und Lots vergleicht, zeichnet Er kein Endzeitpanorama voller Sensationen, sondern ein fast banales Bild: essen, trinken, heiraten, kaufen, verkaufen, pflanzen, bauen (vgl. Lukas 17:26-29). „Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet …“ (Lukas 17:26-27). Nichts davon ist an sich sündig; 1. Mose zeigt uns, dass Gott den Menschen Essen, Trinken, Ehe und Arbeit zur Erhaltung des Lebens gegeben hat. Das Beunruhigende liegt nicht in den Tätigkeiten selbst, sondern darin, dass sie das ganze Blickfeld ausfüllen. Die Menschen jener Zeit sind so von der Normalität ihres Alltags absorbiert, dass sie nicht merken, wie sich das Gericht Gottes vor ihren Augen zusammenzieht.

Zu den Tagen Noahs bestanden gewisse Zustände. Die Menschen waren durch Essen, Trinken, Heiraten und Verheiratetwerden benebelt. Außerdem wussten sie es nicht, bis die Flut kam und sie alle wegraffte. So wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. Die Menschen werden durch die Notwendigkeiten dieses Lebens benebelt sein und nicht wissen, dass Gottes Gericht (durch die Flut bezeichnet) durch das Kommen des Herrn über sie kommen wird. Die Gläubigen jedoch sollten entnüchtert sein und nüchtern wissen, dass der Herr kommt, um Gottes Gericht über diese verdorbene Welt zu vollstrecken. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft neununddreißig, S. 334)

Diese Beschreibung trägt etwas Sanftes und zugleich Beklemmendes: Gerade weil alles „normal“ weiterläuft, gerät die Seele in einen Zustand geistlicher Betäubung. „Sie wußten nichts, bis die Flut kam und alle umbrachte“ – so fasst Matthäus die Lage in ähnlichen Worten zusammen (vgl. Matthäus 24:38-39). In Lukas heißt es: „Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten“ (Lukas 17:28). Das Leben blüht – und ist doch zugleich von innen her hohl, weil niemand mehr fragt: Wozu? Von wem? Wohin? Vor der großen Drangsal, von der Matthäus 24:21 sagt, dass es „große Drangsal sein“ wird, „wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist“, liegt eine leise, aber vielleicht gefährlichere Phase: das unspektakuläre Dahingleiten in geistliche Schläfrigkeit. Der Man-Erretter zeichnet dieses Bild nicht, um Panik zu erzeugen, sondern um die Sinne zu schärfen: Er ruft zu einer Nüchternheit, die mitten im Alltag wach bleibt für Gottes Reden.

Wer so liest, gewinnt einen anderen Blick auf die „Notwendigkeiten dieses Lebens“. Essen, Trinken, Arbeit, Beziehungen – all das kann Geschenk und Auftrag Gottes sein, oder es kann zum Betäubungsmittel werden. Der Unterschied liegt nicht in der äußeren Tätigkeit, sondern darin, ob in ihr der Himmel noch ein Fenster hat. Die Ermutigung in diesen Worten Jesu ist, dass geistliche Klarheit nicht an spektakuläre Umstände gebunden ist. Sie kann in der Werkhalle, im Büro, in der Küche wachsen, wenn der Menschensohn in unserem Inneren als Maßstab und Licht gegenwärtig ist. In dieser Gegenwart werden auch die kleinen, scheinbar belanglosen Entscheidungen zu Orten, an denen wir uns vom Strom der Betäubung lösen und leise, aber bewusst unter Seinem Blick leben.

Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und alle umbrachte. (Lk. 17:26-27)

Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tag aber, da Lot von Sodom ausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um. Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird. (Lk. 17:28-30)

Der Vergleich mit den Tagen Noahs und Lots lädt zu einer stillen, aber ernsthaften Prüfung ein, wie wir mit den ganz normalen Dingen des Lebens umgehen. Es ist möglich, dass gerade die legitimen Tätigkeiten – Arbeit, Familie, Versorgung – unsere innere Welt so ausfüllen, dass für den Gedanken an Gottes Gegenwart kaum Raum bleibt. Jesu Worte führen nicht in Weltflucht, sondern in eine neue Wachheit: Dieselben Aktivitäten können zu Trägern der Gemeinschaft mit Ihm werden, wenn sie nicht das Ganze verschlingen. Daraus wächst eine leise, tragende Motivation: Inmitten eines betäubten Zeitalters kann ein wachendes Herz einen anderen Ton setzen – nicht laut, nicht dramatisch, aber getragen von der Gewissheit, dass der Menschensohn kommt und jedes unscheinbare Heute in Sein Licht stellt.

Entrückung, Lot’s Frau und der Umgang mit unserem Seelenleben

In der zweiten Hälfte von Lukas 17 führt der Herr Jesus das Thema des verborgenen Königreichs bis an einen sehr persönlichen Punkt: die Frage, wer in der Stunde Seines Kommens mitgenommen und wer zurückgelassen wird. „Ich sage euch: In dieser Nacht werden zwei auf einem Bett sein; der eine wird mitgenommen werden, und der andere wird zurückgelassen werden. Zwei werden zusammen mahlen, die eine wird genommen, die andere gelassen werden“ (Lukas 17:34-35). Auffällig ist, dass der Unterschied nicht in der äußeren Tätigkeit liegt – beide liegen, beide mahlen, beide arbeiten. Entscheidend ist etwas Unsichtbares: die innere Ausrichtung eines Lebens, das entweder vom Strom dieses Zeitalters fortgetragen wird oder sich vom König in sich ziehen lässt.

Wenn wir an der Entrückung der Überwinder teilhaben wollen, um die Parusie des Herrn zu genießen und der großen Drangsal zu entfliehen, müssen wir die benebelnde Wirkung des heutigen menschlichen Lebens überwinden. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft neununddreißig, S. 335)

In diesen Zusammenhang stellt Jesus das kurze, eindringliche Wort: „Erinnert euch an Lots Frau“ (Lukas 17:32). 1. Mose berichtet, wie ihr ausdrücklich befohlen wurde: „Rette dich…, blicke nicht hinter dich…“ (vgl. 1. Mose 19:17), und dennoch heißt es einige Verse später: „Und Lots Frau, die hinter ihm herging, sah zurück …“ (1. Mose 19:26). Ihr Körper war bereits auf dem Weg hinaus aus Sodom, aber ihr Herz blieb zurück; der rückwärtsgewandte Blick entlarvte, woran ihre Seele hing. Darum verbindet der Herr dieses Beispiel mit dem Satz: „Wer auch immer sein Seelen-Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren, und wer auch immer es verliert, wird es am Leben erhalten“ (Lukas 17:33). Das Seelenleben meint hier nicht das bloße Dasein, sondern das Bündel aus Selbstbehauptung, Sicherheit, Genuss und Selbstentfaltung, das wir als unsere eigentliche „Lebensqualität“ empfinden. Wer dieses Seelenleben um jeden Preis schützen will, verpasst am Ende das eigentliche Leben, das Christus schenkt.

In dieser Perspektive erscheint Entrückung nicht als ein willkürliches Herausgreifen weniger „geistlicher“ Menschen, sondern als die Konsequenz eines langen inneren Prozesses. Der Menschensohn wird diejenigen mitnehmen, deren Inneres bereits von Seiner Person durchdrungen ist, wie Luft einen Ballon emporzieht. Wer gelernt hat, sein Seelenleben um Seinetwillen loszulassen, ist nicht mehr durch das festgebunden, was Gott richten muss. Die Überwinder sind nicht makellose Helden, sondern solche, die Schritt für Schritt zugelassen haben, dass Christus ihre inneren Bindungen löst und ihr Begehren ordnet. In diesem Licht bekommt auch die ernste Seite der Warnung Trost: Selbst wo ein Gläubiger „zurückgelassen“ wird und Scham erlebt, ist er doch nicht aus der Hand des Herrn gefallen; aber er kann die besondere Freude der Nähe des Königs in der kommenden Königreichszeit verlieren, von der es heißt: „Geh ein in die Freude deines Herrn!“ (Matthäus 25:21).

Wer sich an Lots Frau erinnert, wird nüchtern, aber nicht ohne Hoffnung. Das Wort Jesu stellt die Frage, worauf sich unser inneres Schauen richtet, während äußerlich alles „auf dem Feld“ und „an der Mühle“ weiterläuft. Es ermutigt, dass dieser Prozess des Loslassens nicht in einem Moment heroischer Leistung geschieht, sondern im langsamen Umgewöhnen des Herzens: weniger Rückblick auf das, was Gott hinter sich lassen will, mehr Erwartung dessen, was der König schenken will. So wächst eine stille Bereitschaft für Sein Kommen. Inmitten eines Zeitalters, das an seinen eigenen Sicherheiten festhält, darf ein Herz, das sein Seelenleben in Seine Hände legt, ahnen, wie befreiend es sein wird, wenn der Menschensohn offenbart wird und alles, was an Ihn gebunden ist, mit Ihm gehoben wird in die Freude Seines Reiches.

Erinnert euch an Lots Frau. Wer auch immer sein Seelen-Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren, und wer auch immer es verliert, wird es am Leben erhalten. (Lk. 17:32-33)

Ich sage euch: In dieser Nacht werden zwei auf einem Bett sein; der eine wird mitgenommen werden, und der andere wird zurückgelassen werden. Zwei werden zusammen mahlen, die eine wird genommen, die andere gelassen werden. (Lk. 17:34-35)

Die Verbindung von Entrückung, Lots Frau und dem Seelenleben lenkt den Blick weg von neugierigen Spekulationen über den Ablauf der Endzeit hin zu einer feinen, inneren Ausrichtung. Es geht darum, ob unser Herz an dem hängt, was vergeht, oder sich von der Person des Menschensohnes bestimmen lässt. Wer spürt, wie stark das eigene Seelenleben nach Sicherung und Selbstdurchsetzung verlangt, muss nicht verzweifeln: Gerade diese Spannung wird in Lukas 17 ernst genommen und zugleich vom Erretten des Herrn umfangen – „Dein Glaube hat dich gerettet“ (Lukas 17:19). In dieser Spannung wächst eine leise Motivation, immer wieder neu loszulassen, was bindet, und den Blick nach vorn zu richten. So bekommt die Erwartung der Entrückung einen tröstlichen, nicht angstvollen Klang: Sie ist die Vollendung eines Weges, auf dem der König unser Inneres Schritt für Schritt freier macht für die Freude Seiner Gegenwart.


Herr Jesus Christus, Du bist unser Man-Erretter und das wahre Königreich Gottes, das in dieser Welt oft verborgen ist. Danke, dass Du als lebendige Person in uns wohnen und Deine göttliche Herrschaft in unser alltägliches Leben hineintragen willst. Wir bringen Dir unser Herz mit all seinen Bindungen an das Sichtbare und Beständige und bitten Dich, dass Du uns innerlich nüchtern machst, wo wir durch das Treiben dieses Zeitalters betäubt sind. Bewahre uns davor, wie Lots Frau mit einem geteilten Herzen zurückzuschauen, und erfülle uns statt dessen mit Dir selbst, damit Du unser innerer „Lebensatem“ wirst, der uns emporzieht, wenn Du kommst. Lass uns in der Hoffnung leben, dass Du wiederkommen wirst, um jede Ungerechtigkeit zu richten und Deine gute Herrschaft offen aufzurichten. Stärke alle, die müde geworden sind, und tröste, wo Angst vor der Zukunft ist, durch die Gewissheit, dass Du als König und Erretter derselbe bleibst und Deine eigenen nicht verlässt. Dir vertrauen wir unsere Gegenwart und unsere Zukunft an und preisen Dich dafür, dass Deine Gnade stärker ist als jede Finsternis. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 39