Das Wort des Lebens
lebensstudium

Der Dienst des Menschen-Erretters in Seinen menschlichen Tugenden mit Seinen göttlichen Eigenschaften in Galiläa (10)

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Viele Christen verbinden das Wort „Evangelium“ vor allem mit der persönlichen Vergebung der Sünden. Lukas zeichnet jedoch ein weiteres Panorama: Der Menschen-Erretter bringt ein göttliches Jubeljahr, in dem Gefangene freikommen, verlorene Vorrechte zurückkehren und Mangel in Fülle verwandelt wird. In Galiläa wird sichtbar, wie Jesus seine Jünger hineinnimmt in dieses Werk und wie das Reich Gottes mitten in Alltagssituationen aufleuchtet – unter geistlichem Widerstand, in körperlicher Not und sogar in einem öden, versorgungsarmen Ort.

Das Jubeljahr: Freisetzung der Gefangenen und Wiederherstellung des göttlichen Genusses

Wenn Jesus das „angenehme Jahr des Herrn“ ausruft, nimmt Er das Bild des Jubeljahres aus 3. Mose in Seine eigene Person hinein. Im alttestamentlichen Jubeljahr wurden Schuldknechte freigelassen und verlorenes Erbteil zurückgegeben; Menschen kehrten heim in ihre eigentliche Zuordnung. Im Mund Jesu wird dieses Jahr zu einer Gegenwart: Er selbst ist das göttlich festgesetzte Jubeljahr. Deshalb ist das Evangelium des Neuen Testaments mehr als eine Nachricht über Sündenvergebung; es ist eine von Gott autorisierte Befreiung und Heimholung. Lukas hält fest, wie der Menschen-Erretter diesen Anspruch nicht nur verkündigt, sondern auslebt. Gleich zu Beginn von Lukas 9 heißt es: „Als er aber die Zwölf zusammengerufen hatte, gab er ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten“ (Lk. 9:1). Die unsichtbare Gefangenschaft unter der Macht Satans wird an den sichtbaren Bindungen von Dämonie und Krankheit greifbar, und gerade dort setzt Er die Vollmacht des Jubeljahres ein.

Was ist das Jubeljahr? Das Jubeljahr ist in Wirklichkeit das Evangelium des Neuen Testaments. Wie wir gesehen haben, besteht dieses Evangelium in der Verkündigung der Freilassung der Gefangenen und der Wiedererlangung des verlorenen Erstgeburtsrechts. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft zwanzig, S. 168)

Diese Befreiung ist kein abstraktes Bild. Sie bedeutet einen Transfer des Herrschaftsbereichs. Paulus beschreibt es so: Gott „hat uns aus der Gewalt der Finsternis befreit und uns in das Königreich des Sohnes Seiner Liebe versetzt“ (Kolosser 1:13). Gefangenschaft heißt: unter einer fremden Stimme leben, von inneren Zwängen getrieben werden, an Fesseln gebunden sein, die sich der eigene Wille nicht abstreifen kann. Im Jubeljahr Christi wird der Mensch aus der Gewalt der Finsternis herausgezogen und in einen neuen Raum gestellt – in das Königreich des Sohnes, wo eine andere Stimme, eine andere Atmosphäre, eine andere Ordnung herrscht. Wenn Jesus eine Tochter Abrahams von einer achtzehnjährigen Bindung löst, legt Er die Spur: „Diese aber, die eine Tochter Abrahams ist, die der Satan gebunden hat, siehe, achtzehn Jahre lang, sollte sie nicht von dieser Fessel gelöst werden am Tag des Sabbats?“ (Lukas 13:16). Freisetzung heißt hier nicht nur Heilung des Rückens, sondern Rückgabe der Gott-gemäßen Würde und Freiheit.

Doch das Jubeljahr wäre unvollständig, wenn es nur die negativen Fesseln lösen würde. Im Gleichgewicht dazu steht seine positive Seite: die Wiederherstellung des göttlichen Genusses. Wenn Jesus die Zwölf sendet, „das Reich Gottes zu predigen und die Kranken gesund zu machen“ (Lk. 9:2), bringt Er genau diese doppelte Bewegung zusammen. Die Predigt des Reiches ist nicht zuerst ein politisches Programm, sondern die Ankündigung: Gott selbst ist in Christus wieder zugänglich, genießbar, nahe. Das Reich ist der Herr als Lebenssamen, der in unser Inneres gelegt wird und sich zu einem Bereich entfaltet, in dem Gott regiert und sich mitteilt. Darum kann Er sagen: „Denn siehe, das Königreich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17:21). Wo Er selbst gegenwärtig ist, beginnt das Jubeljahr, selbst wenn die äußigen Verhältnisse noch nicht verwandelt sind.

Der Zugang zu diesem Reich geschieht nicht über Leistung, sondern über Geburt: „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Königreich Gottes hineingehen“ (Johannes 3:5). Wiedergeburt ist das Tor, Wachstum im göttlichen Leben die Entfaltung. Petrus beschreibt, wie uns „seine göttliche Kraft alles, was zum Leben und zur Gottseligkeit gehört, geschenkt hat“ und wie wir durch diese Gabe „Wachstum im Leben bis zur Reife“ erfahren (vgl. 2. Petrus 1:3–11). Das Jubeljahr ist deshalb nicht nur ein punktueller Befreiungsakt, sondern ein Lebensweg: aus der Dunkelheit in das Licht, aus der Sklaverei in das Haus des Vaters, aus innerer Verarmung in einen weiten Raum göttlicher Fülle. Wer in Christus lebt, schmeckt schon „das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters“ (Hebr. 6:5); die Zukunft des Reiches bricht in die Gegenwart hinein.

Als er aber die Zwölf zusammengerufen hatte, gab er ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten. (Lk. 9:1)

der uns aus der Gewalt der Finsternis befreit hat und uns in das Königreich des Sohnes Seiner Liebe versetzt hat, (Kol. 1:13)

Das Jubeljahr, das Jesus ausruft, ist kein ferner theologischer Begriff, sondern eine gegenwärtige Wirklichkeit: Er löst Fesseln, die wir selbst nicht sprengen können, und führt in einen Herrschaftsbereich ein, in dem Gott selbst der Inhalt und Genuss unseres Lebens ist. Wo Sein Wort gehört und geglaubt wird, wo der Sohn als Herr Raum gewinnt, beginnt diese Freiheit schon heute – zuerst im Verborgenen des Herzens, dann sichtbar in Beziehungen, Entscheidungen und Prioritäten. In den Spannungen des Alltags bleibt so eine leise, aber tragfähige Gewissheit: Über meinem Leben steht nicht mehr die Überschrift Schuld und Verlust, sondern Gnade und Wiederherstellung.

Gesandte des Jubeljahres: Die Zwölf als Mitarbeiter im Dienst des Menschen-Erretters

Lukas zeichnet den Weg der Jünger mit feinen Strichen. Zuerst begegnen sie Jesus als dem, der Sünden vergibt und Frieden schenkt. Dann werden sie in Seine Nähe gezogen, hören Ihn lehren, sehen Ihn handeln, ringen mit dem, was sie nicht verstehen. Allmählich entsteht eine neue Zugehörigkeit. Jesus deutet sie an, wenn Er sagt: „Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun“ (Lukas 8:21). Aus Zuschauern werden Verwandte, aus Einzelnen ein Leib, der mit Ihm unterwegs ist. Auf dieser Grundlage ruft Er die Zwölf zu sich und macht sie zu Mitarbeitern im Dienst des Jubeljahres. „Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte“ (Lukas 6:13). Was in ihnen als persönliches Heil begonnen hat, soll nun durch sie hindurch zu anderen gelangen.

Wir haben gesehen, dass in 7,36-8,21 das christliche Leben mit der Vergebung der Sünden beginnt und dann einen Punkt erreicht, an dem wir die Verwandten Christi, die Glieder Seines Leibes, werden. Als Seine Verwandten sind wir bereit, auf dem Weg zu reisen, den Er verordnet hat, und mit Ihm zu verschiedenen Orten zu reisen und zu ziehen. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft zwanzig, S. 167)

Die Sendung in Lukas 9 markiert diesen Übergang. „Sie gingen aber aus und durchzogen die Dörfer nacheinander, indem sie das Evangelium verkündigten und überall heilten“ (Lk. 9:6). Was bis dahin an der Person Jesu konzentriert war, beginnt sich zu vervielfältigen. Der Menschen-Erretter bindet Sein Wirken an Menschen, die selber schwach, begrenzt und unvollkommen sind, aber von Ihm autorisiert. Er gibt ihnen nicht nur eine Aufgabe, sondern auch die dazugehörige Vollmacht. Zugleich beschneidet Er ihre natürlichen Sicherheiten: „Nehmt nichts mit auf den Weg: weder Stab, noch Tasche, noch Brot, noch Geld, noch soll jemand zwei Unterkleider haben“ (Lk. 9:3). Die Träger des Jubeljahres sollen es nicht durch äußere Stärke repräsentieren, sondern durch eine Lebensweise, die von Vertrauen geprägt ist. Ihre Bedürftigkeit öffnet Raum, damit Gottes Versorgung sichtbar wird – in Häusern, die sie aufnehmen, in Herzen, die sich öffnen, in Situationen, in denen ihre Hände leer, aber Seine Hände reich sind.

Im Hintergrund dieser Sendung steht ein anderer Mächtiger, der verwirrt reagiert: „ES hörte aber Herodes, der Vierfürst, alles, was geschehen war, und er war in Verlegenheit“ (Lk. 9:7). Die Bewegung des Jubeljahres ruft die Unruhe der Mächte hervor; der König dieser Welt spürt, dass eine andere Herrschaft in sein Gebiet eindringt. Herodes sucht Jesus zu sehen, ohne sich wirklich unter Ihn zu stellen. Lukas lässt spüren: Die Jünger bewegen sich nicht in einem neutralen Raum, sondern in einem Feld von Gegenkräften. Paulus beschreibt dieses Spannungsfeld später als Ringkampf „gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis“ (Epheser 6:12). Gerade deshalb ist ihre Abhängigkeit von der verborgenen Kraft Christi kein frommer Zusatz, sondern Überlebensbedingung.

In diesem Licht gewinnt unser Platz im Heilsplan Gottes Kontur. Der Menschen-Erretter rettet nicht, um uns anschließend in religiöser Passivität zu parken. Er rettet, um uns in Seine Bewegung hineinzuverweben. Was wir von Ihm empfangen, soll nicht in uns stagnieren, sondern durch uns hindurch weitergehen – angepasst an unsere Gaben, unseren Kontext, aber getragen von derselben Quelle. Dass Er schwache Menschen zu Boten des Jubeljahres macht, ist keine Notlösung, sondern Ausdruck Seines Herzens: Er möchte nicht allein handeln, sondern in einem Leib, der mit Ihm denkt, fühlt und handelt. Die Spur der Jünger zeigt: Es genügt Ihm nicht, uns Zuschauern einer großen Heilsgeschichte zu machen; Er führt uns so, dass wir staunend entdecken, wie Er durch begrenzte Gefäße unbegrenzte Gnade weitergibt.

Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun. (Lk. 8:21)

Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger herzu und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte: (Lk. 6:13)

Die Sendung der Zwölf macht deutlich: Wer von Christus berufen ist, bleibt nicht Randfigur in Gottes Geschichte. Er nimmt Menschen, die ihre Vergebung erfahren haben, in Seinen Dienst hinein und verbindet ihre Schwachheit mit Seiner Vollmacht. Wo aus Empfängern Mitträger werden, wo eigene Sicherheiten relativiert und Sein Wort maßgebend wird, wächst eine stille Teilhabe an Seinem Werk – mitten im Alltag. In solchen unscheinbaren Wegen wird spürbar, dass das Jubeljahr Gottes nicht nur an uns geschieht, sondern durch uns hindurch weitergeht.

Keine Not im Jubeljahr: Die Speisung der Fünftausend als Zeichen göttlicher Fülle

Die Speisung der Fünftausend steht bei Lukas nicht isoliert da. Sie folgt unmittelbar auf die Rückkehr der Zwölf aus ihrem ersten Dienst und auf den wachsenden Widerstand durch Herodes. „Und als die Apostel zurückkehrten, erzählten sie ihm alles, was sie getan hatten; und er nahm sie mit und zog sich abseits zurück nach einer Stadt mit Namen Bethsaida“ (Lk. 9:10). Der Rückzug wirkt verständlich: Müdigkeit der Jünger, Gefahr durch die Obrigkeit, das Bedürfnis nach Stille. Doch das Volk spürt, dass im Menschen-Erretter mehr als eine interessante Stimme spricht. „Als aber die Volksmengen es erfuhren, folgten sie ihm; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die Heilung brauchten, machte er gesund“ (Lk. 9:11). Selbst im Abseits geht das Jubeljahr weiter: Er empfängt die Menschen, öffnet ihnen die Wirklichkeit des Reiches und berührt ihre leibliche Not.

In 9:10 und 11 fährt Lukas fort: „Und als die Apostel zurückkehrten, berichteten sie Ihm, was sie getan hatten. Und Er nahm sie zu sich und zog sich mit ihnen zurück in eine Stadt, die Bethsaida heißt. Als aber die Volksmengen es erfuhren, folgten sie Ihm; und Er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die der Heilung bedurften, machte Er gesund.“ Hier sehen wir, dass sich der Menschen-Erretter wegen des Widerstands des Herodes in die Stadt Bethsaida zurückzog. An diesem Ort redete Er zu den Volksmengen, die Ihm folgten, vom Reich Gottes. Er heilte auch die Kranken. Wieder haben wir die Anwendung des Jubeljahres, das in Kapitel vier verkündigt worden war. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft zwanzig, S. 171)

Je weiter der Tag voranschreitet, desto deutlicher wird die Spannung zwischen dem Hunger der Menge und den begrenzten Mitteln der Jünger. „Der Tag aber begann sich zu neigen, und die Zwölf traten herzu und sprachen zu ihm: Entlaß die Volksmenge, daß sie in die Dörfer ringsum und auf die Höfe gehen und Herberge und Speise finden; denn hier sind wir an einem öden Ort“ (Lk. 9:12). Ihre Einschätzung ist nüchtern, realistisch, vernünftig. In öder Landschaft, ohne Vorräte, mit tausenden Menschen vor sich, erscheint die einzig machbare Lösung: Die Leute müssen auseinandergehen und selbst für sich sorgen. Doch der Menschen-Erretter antwortet mit einem Satz, der die Logik des Jubeljahres offenlegt: „Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen“ (Lk. 9:13). Er ruft sie aus der Logik der Knappheit in die Wirklichkeit Seiner Fülle – nicht, indem Er die Fakten leugnet, sondern indem Er sie in Seine Hände nimmt.

Der Weg zur Fülle führt über das Wenige. Fünf Brote und zwei Fische, ein weitaus unzureichender Vorrat, werden zum Ausgangspunkt. Jesus ordnet die Menge, lässt sie sich setzen, nimmt das Wenige, das vorhanden ist, und richtet den Blick nicht auf den Mangel, sondern „blickte auf zum Himmel und segnete sie; und er brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie der Volksmenge vorlegten“ (Lk. 9:16). Die Brote werden nicht direkt aus Seiner Hand an die Menge verteilt; die Jünger stehen dazwischen. Was Er segnet, geben sie weiter. So wird die Speisung der Fünftausend zu einem Gleichnis über das Reich: Die göttliche Fülle fließt durch menschliche Hände, und eben darin wird sie sichtbar. Am Ende heißt es schlicht: „Und sie aßen und wurden alle gesättigt; und es wurde aufgehoben, was ihnen an Brocken übriggeblieben war, zwölf Handkörbe (voll)“ (Lk. 9:17). Der Mangel ist nicht nur überbrückt, sondern in Überfluss verwandelt, und die zwölf Körbe erinnern daran, wie reich der Geber ist und wie persönlich die Jünger an dieser Fülle teilnehmen.

Im Licht des Jubeljahres zeigt diese Szene, dass das Reich Gottes eine andere Ökonomie kennt. In der Ordnung dieser Welt wird gesichert, gehortet, verteilt nach Leistungsfähigkeit. Im Reich des Sohnes steht am Anfang das Vertrauen, dass in Gottes Händen selbst das Geringe genug wird – nicht, weil die Not gering wäre, sondern weil Er selbst anwesend ist. Die Wüste bleibt äußerlich Wüste, doch mitten darin wird ein Tisch gedeckt. So gibt diese Speisung zugleich einen Vorschuss auf die endgültige Zukunft: auf das Festmahl im Reich Gottes, in dem kein Hunger mehr bleibt und Gott selbst die Nahrung Seines Volkes ist. Wer diese Geschichte liest, erkennt seine eigene Lage darin wieder: Situationen, in denen der Mangel laut spricht und die Rechnung nicht aufgeht, stehen immer wieder vor uns. In solchen Momenten ist die Frage nicht nur, wie viel wir haben, sondern in wessen Hände es gelegt ist.

Und als die Apostel zurückkehrten, erzählten sie ihm alles, was sie getan hatten; und er nahm sie mit und zog sich abseits zurück nach einer Stadt mit Namen Bethsaida. (Lk. 9:10)

Als aber die Volksmengen es erfuhren, folgten sie ihm; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die Heilung brauchten, machte er gesund. (Lk. 9:11)

Die Speisung der Fünftausend macht deutlich: Im Reich Gottes entscheidet nicht zuerst die Größe unserer Mittel, sondern die Nähe zu Christus und die Bereitschaft, Ihm das Wenige zu überlassen. Wo der Blick vom Mangel zu Seinen Händen wandert, wo das, was da ist, in Seinem Namen geöffnet und weitergereicht wird, entsteht ein Raum, in dem göttliche Fülle erfahrbar wird – manchmal sichtbar, oft verborgen, aber real. Aus solchen Erfahrungen wächst ein Vertrauen, das in neuen Mangelsituationen nicht bei der Wüste stehen bleibt, sondern mit dem rechnet, der mitten im Ödland einen Tisch bereiten kann.


Herr Jesus Christus, Menschen-Erretter, danke, dass Du das Jubeljahr Gottes gebracht hast, in dem Gefangene frei werden, verlorene Vorrechte zurückkehren und leere Hände mit himmlischer Fülle gefüllt werden. Wo uns die Macht der Sünde, der Finsternis oder des Mangels bedrängt, lass Dein Reich in unserem Leben und in Deinen Gemeinden sichtbar werden als Ort Deiner herrlichen Freiheit und Deines reichen Genusses. Öffne unsere Augen, Dich mitten in Wüstezeiten als den zu sehen, der Brot vermehrt, Herzen heilt und Wege bahnt, wo keine zu sein scheinen. Stärke unseren inneren Menschen, damit wir in Deinem Leben wachsen und aus Deiner Fülle schöpfen, und Dir sei alle Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus, jetzt und bis in Ewigkeit. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 20