Das Wort des Lebens
lebensstudium

Der Dienst des Menschen-Erretters in Seinen menschlichen Tugenden mit Seinen göttlichen Eigenschaften in Galiläa (9)

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Manchmal gewinnt man den Eindruck, als würde das Leben mit Christus eher komplizierter als einfacher werden: kaum ist ein Problem gelöst, taucht schon das nächste auf – äußerer Druck, innere Erschöpfung, geistliche Finsternis. Lukas schildert eine Wegstrecke im Dienst des Herrn, in der genau solche Spannungen sichtbar werden. Auffällig ist dabei: Nicht die Jünger haben sich diesen Weg ausgesucht; der Herr selbst führt sie hinein – und gerade darin offenbart Er, wer Er ist und was Er inmitten von Stürmen, dämonischer Finsternis, schleichendem Lebensverlust und Tod bewirken will.

Die von Christus angeordnete Reise – Vertrauen im Sturm

Wenn Lukas erzählt, dass der Herr in das Boot steigt und sagt: „Laßt uns übersetzen an das jenseitige Ufer des Sees“ (Lukas 8:22), legt er eine leise, aber entscheidende Betonung: Der Weg beginnt mit einem Wort aus dem Mund Jesu. Die Jünger fahren nicht, weil sie eine gute Idee haben, sondern weil ihr Meister sie ruft. Damit zeichnet Lukas das Grundmuster des christlichen Lebens: Wer in die Verwandtschaft Jesu aufgenommen ist, wer zu seiner Familie gehört (vgl. Lukas 8:21), verliert das Recht, seinen Weg selbst zu definieren, und gewinnt das Vorrecht, auf einem von Ihm angeordneten Weg zu gehen. In dieser Perspektive ist das Boot kein Freizeitgefährt, sondern der Ort, an dem der Wille des Herrn Gestalt annimmt – mit all den Überraschungen, die sich daraus ergeben.

Dies zeigt weiter an, dass wir, nachdem wir die Verwandten des Herrn geworden sind, die Glieder Seines Leibes, nicht das Recht haben, unseren eigenen Weg zu wählen. Stattdessen müssen wir den Weg nehmen, der von Ihm gewählt, der von Ihm verordnet ist. Die Jünger fuhren daher auf das Wort des Herrn hinaus. Er sagte: „Lasst uns hinüberfahren an das jenseitige Ufer des Sees“, und sie nahmen Sein Wort und fuhren hinaus. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft neunzehn, S. 160)

Mitten in diesem gehorsamen Gehen bricht der Sturm los. „Während sie aber fuhren, schlief er ein. Und es fiel ein Sturmwind auf den See, und das Schiff füllte sich (mit Wasser), und sie waren in Gefahr“ (Lukas 8:23). Die Spannung ist kaum zu übersehen: Oben toben Wind und Wellen, unten im Boot liegt der Herr schlafend. Sein Schlaf ist kein Zeichen von Distanz, sondern eine stille Offenbarung seines Vertrauens in den Vater und seiner Gewissheit über das Ziel. Er hat gesagt: „Laßt uns übersetzen an das jenseitige Ufer“ – darum ist die Ankunft nicht eine offene Frage, sondern eine beschlossene Sache. Der Sturm und die dahinter stehenden Mächte der Finsternis können den Weg nicht aufheben, den der Sohn Gottes mit den Seinen begonnen hat.

Die Jünger sehen jedoch nicht das beschlossene Ziel, sondern das sich füllende Boot. Ihre Worte sind von Panik durchzogen: „Meister, Meister, wir kommen um!“ (Lukas 8:24). Die Antwort Jesu ist ebenso schlicht wie entlarvend: „Wo ist euer Glaube?“ (Lukas 8:25). Er fragt nicht, warum sie Angst haben, als wäre Furcht ein Fremdkörper im menschlichen Herzen; er fragt, wo ihr Glaube ist, als sei dieser Glaube etwas Konkretes, Ortbares, das seinen Platz finden kann. Glaube ist hier nicht ein besonderes Gefühl, das sich über den Sturm erhebt, sondern die innere Ausrichtung auf das, was Er gesagt hat. Zwischen der Wahrnehmung der Wellen und dem Erinnern seines Wortes entscheidet sich, ob Furcht oder Vertrauen den Ton im Herzen angeben.

Auch die Gemeinde erfährt sich oft wie ein Boot im Sturm: bedroht, durchgeschüttelt, scheinbar dem Untergang nah. Doch Lukas führt den Blick weg von der Wasserlinie hin zur Mitte des Bootes: Christus ist darin. Er ist nicht nur der Gott, der im Himmel thront, sondern der Mensch-Erretter, der in menschlicher Müdigkeit schläft und in göttlicher Autorität Wind und Wellen bedroht, sodass eine große Stille eintritt (Lukas 8:24). Dieses Bild trägt eine tiefe Ermutigung in sich: Der, der uns auf den Weg gerufen hat, ist derselbe, der in der Arche seiner Jünger anwesend bleibt, bis das andere Ufer erreicht ist.

Und es geschah an einem der Tage, daß er in ein Schiff stieg, er und seine Jünger; und er sprach zu ihnen: Laßt uns übersetzen an das jenseitige Ufer des Sees. Und sie fuhren ab. (Lk. 8:22)

Während sie aber fuhren, schlief er ein. Und es fiel ein Sturmwind auf den See, und das Schiff füllte sich (mit Wasser), und sie waren in Gefahr. (Lk. 8:23)

Diese Szene lässt das eigene Leben in einem neuen Licht erscheinen: Wege, die als dunkle Irrwege empfunden werden, können sich als von Christus angeordnete Überfahrt entpuppen. Die Tatsache, dass der Sturm mitten im Gehorsam losbricht, löst die falsche Gleichung auf, nach der Gott uns nur auf ruhigen Wassern führt. Zugleich öffnet sie eine stille Hoffnung: Wenn der Weg aus Seinem Wort hervorgeht, trägt nicht mehr die eigene Planung, sondern die Treue dessen, der spricht. Die Frage, die Jesus den Jüngern stellt, durchzieht damit auch unsere Stürme: Wo ist der Glaube – wo ist die innere Hinwendung zu dem, der zugesagt hat, uns ans andere Ufer zu bringen? Wer sich dieser Frage stellt, entdeckt, dass Glauben nicht heroische Stärke verlangt, sondern das schlichte Sich-Anlehnen an einen gegenwärtigen Herrn, der im Boot nicht weicht. Daraus erwächst ein Vertrauen, das sich nicht darin erschöpft, durchzuhalten, sondern den Sturm selbst zu einem Ort der Begegnung mit seiner Macht und Sanftmut werden lässt.

Demons, Unreinheit und die verborgene Macht des Man-Erretters

Kaum ist der Sturm verstummt, betritt der Herr mit den Jüngern eine andere Art von Unruhe. „Und sie fuhren nach der Landschaft der Gerasener, die Galiläa gegenüber liegt. Als er aber an das Land gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der seit langer Zeit Dämonen hatte … und … in den Grabstätten“ (Lukas 8:26–27). Das Bild ist verstörend: ein Mensch, nackt, von übermenschlicher Kraft, getrieben, weit entfernt von jeder menschlichen Wohnung, umgeben von Gräbern. Hier verdichten sich äußerste Unfreiheit und Todesnähe zu einem einzigen Gesicht. Lukas zeichnet damit nicht nur ein individuelles Schicksal, sondern einen Spiegel für das Menschengeschlecht, das von finsteren Mächten missbraucht wird und seine wahre Bestimmung vergessen hat.

In der Welt gibt es Legionen von Dämonen, und überall gibt es unreine Geschäfte. Aber wohin die Nachfolger des Herrn Jesus mit Ihm auch gehen, das Ergebnis wird sein, dass die Dämonen ausgetrieben und das Geschäft der Schweinezucht bereinigt wird. Wie durch die Bitte der Menge im Land der Gerasener angedeutet wird, dass der Herr von ihnen weggehen solle, sind die weltlichen Menschen beleidigt, wenn die Dämonen ausgetrieben und das Geschäft der Schweinezucht bereinigt wird. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft neunzehn, S. 163)

Bemerkenswert ist, dass Jesus diese Zone der Finsternis nicht meidet. Wo andere den Blick abwenden, lässt Er sich von dem Geschrei des Mannes nicht abschrecken. Die Dämonen erkennen Seine Identität früher als die Menge: „Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten?“ (Lukas 8:28). Der Titel „Sohn Gottes, des Höchsten“ stellt Seine göttliche Autorität inmitten menschlicher Verwahrlosung heraus. Während die Menschen den Besessenen mit Ketten zu bändigen versuchen und doch scheitern (Lukas 8:29), genügt dem Herrn ein Wort. Er fragt nach dem Namen – „Legion“ – und macht damit offenbar, dass hinter dem zerstörten Leben eine organisierte, vielschichtige Macht der Finsternis steht. Der Konflikt ist nicht nur psychisch, sondern geistlich.

In diese Szenerie hinein wirkt der Herr als Träger des Königreiches Gottes. Er gestattet den Dämonen, in eine große Schweineherde zu fahren, und die Herde stürzt sich in den See und ertrinkt (Lukas 8:32–33). Die Erzählung ist schroff, aber deutlich: Wo Christus Raum gewinnt, kommen verborgene Verstrickungen an den Tag, und an scheinbar normalen wirtschaftlichen Strukturen – hier der Schweinezucht, nach jüdischem Verständnis unrein – wird sichtbar, wie sehr eine Region von Unreinheit geprägt ist. Der Verlust der Herde bedeutet einen wirtschaftlichen Einschnitt; geistlich aber wird der Boden von etwas befreit, was den Menschen knechtet. Gott, der schon in 1. Mose Licht in das Chaos ruft und den Wassern Grenzen setzt, setzt hier dem Wirken der Dämonen eine Grenze, die nicht mehr überschritten werden darf.

Wie reagiert die Umgebung? „Die Leute … fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu den Füßen Jesu sitzen; und sie fürchteten sich“ (Lukas 8:35). Es ist ein wunderbares Bild: derselbe, der eben noch von Gräbern getrieben wurde, sitzt nun angezogen und klar im Denken vor dem Herrn. An seine Stelle tritt ein Mensch, der bei sich ist, und ein Leben, das sich wieder in Beziehung setzen lässt. Trotzdem bittet „die ganze Menge aus der Umgegend der Gerasener“ Jesus, wegzugehen (Lukas 8:37). Die Befreiung eines Menschen wiegt für sie weniger als der Verlust der Schweine. Damit wird sichtbar, wie stark gefallene Herzen an unheiligen Ordnungen hängen, wenn diese ihnen materiellen Nutzen bringen.

Und sie fuhren nach der Landschaft der Gerasener, die Galiläa gegenüber liegt. (Lk. 8:26)

Als er aber an das Land gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der seit langer Zeit Dämonen hatte und keine Kleider anzog und nicht im Haus blieb, sondern in den Grabstätten. (Lk. 8:27)

Das Auftreten Jesu in der Landschaft der Gerasener zerstreut die Vorstellung, der Glaube sei ein Rückzug in geschützte Räume. Stattdessen erscheint Er dort, wo die Kräfte der Finsternis und die wirtschaftlichen Interessen der Menschen ineinander greifen. Dies eröffnet einen nüchternen, gleichzeitig tröstlichen Blick auf die Gegenwart: Die Legenden der Moderne mögen andere Namen tragen als „Legion“, doch hinter vielen zerstörerischen Mustern stehen weiterhin Mächte, die den Menschen entstellen. Die Erzählung macht deutlich, dass der Mensch-Erretter diesen Mächten nicht mit Spektakel, sondern mit der stillen Autorität des Königreiches Gottes entgegentritt. Daraus erwächst Mut, die eigenen Lebensfelder – Familie, Arbeit, Nachbarschaft – nicht als hoffnungslos unrein zu betrachten, sondern als Orte, an denen die Gegenwart Christi leise Ordnung schafft. Selbst wenn die Umgebung dem Wirken des Herrn mit Ablehnung begegnet, bleibt das Zeugnis eines veränderten Lebens ein Licht, das nicht zu löschen ist.

Heilung des Lebensverlustes und Überwinden des Todes

Die Erzählung von Jairus und der blutflüssigen Frau setzt mit einer Bewegung des Entgegenkommens ein: „ES geschah aber, als Jesus zurückkehrte, nahm ihn das Volk auf, denn alle erwarteten ihn. Und siehe, es kam ein Mann mit Namen Jairus … denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben“ (Lukas 8:40–42). Ein Synagogenvorsteher, ein geachteter Mann, beugt sich vor den Füßen Jesu, weil das Leben seiner Tochter entgleitet. Auf dem Weg zu diesem Haus schiebt sich die Geschichte einer namenlosen Frau dazwischen, die seit zwölf Jahren an einem Blutfluss leidet (Lukas 8:43). Dieselbe Zahl verbindet beide Gestalten: Solange das Mädchen lebt, blutet die Frau; mit dem Sterben des Mädchens kulminiert die lange Krankheit. Lukas fügt die beiden Geschichten so ineinander, dass sie wie zwei Hälften einer umfassenden Diagnose erscheinen.

Da der Fall dieser Frau mit dem Fall der Tochter des Vorstehers verschmolzen ist und da die zwölf Jahre ihrer Krankheit das Alter des Mädchens sind und sie beide weiblich sind, können diese Fälle als ein vollständiger Fall einer Person betrachtet werden. In dieser Sicht wurde das Mädchen sozusagen in der Todesschwäche der Frau geboren und starb daran. Als die Todesschwäche der Frau durch den Menschen-Erretter geheilt wurde, stand das tote Mädchen aus dem Tod auf. Dies bedeutet, dass jeder gefallene Mensch in der Todesschwäche der Sünde geboren wird und in ihr tot ist (Eph 2:1). Wenn seine Todesschwäche der Sünde durch den erlösenden Tod des Erretters behandelt wird (1. Pet 2:24), steht er aus dem Tod in das Leben auf (Joh 5:24-25). (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft neunzehn, S. 164)

Die Frau mit dem Blutfluss steht für den schleichenden Verlust von Leben. Ihr Blut, im biblischen Denken der Träger des Lebens, rinnt unaufhörlich. Sie hat „ihren ganzen Lebensunterhalt an (die) Ärzte verwandt“ und „von niemand geheilt werden“ können (Lukas 8:43). Ihre Kräfte versickern, ihre finanziellen Ressourcen schwinden, und vermutlich ist sie nach dem Gesetz kultisch unrein – isoliert von der Gemeinschaft. In dieser Gestalt verdichtet sich der Zustand vieler Herzen: die innere Ausblutung durch Sorgen, Schuld, Verbitterung, unerfüllte Erwartungen, durch Sünde, die wie eine offene Wunde ständig Kraft abzieht. Der Epheserbrief fasst diesen Zustand zugespitzt zusammen: „Und euch, obwohl ihr tot wart in euren Verfehlungen und Sünden“ (Epheser 2:1). Totsein meint hier nicht das Aufhören biologischer Funktionen, sondern das Getrenntsein von Gottes Leben – ein Dasein, das äußerlich funktioniert und innerlich doch langsam ausblutet.

Mitten in dieser Auszehrung wagt die Frau einen verdeckten Schritt: „[Sie] kam von hinten herzu und rührte die Quaste seines Kleides an; und sogleich hörte ihr Blutfluß auf“ (Lukas 8:44). Die Evangelien kennen viele Berührungen Jesu, doch hier geht darüber hinaus eine Berührung von ihr aus, die Er ausdrücklich hervorhebt: „Es hat mich jemand angerührt; denn ich habe gespürt, daß Kraft von mir ausgegangen ist“ (Lukas 8:46). Die äußere Geste ist unscheinbar, die innere Bewegung entscheidend: In dieser Berührung bündelt sich Vertrauen auf die Person des Mensch-Erretters. Kein komplizierter Ritus, kein großer Name, nur eine leise, entschlossene Wendung zu Ihm. Jesu Wort „Tochter, dein Glaube hat dich geheilt. Geh hin in Frieden!“ (Lukas 8:48) macht deutlich, dass die Heilung nicht in der magischen Wirkung eines Gewandes liegt, sondern in der Beziehung zu Ihm, der göttliche Kraft in menschlicher Nähe trägt.

Während noch von dieser Heilung gesprochen wird, erreicht Jairus die härteste Nachricht: „Deine Tochter ist gestorben, bemühe den Lehrer nicht“ (Lukas 8:49). An diesem Punkt scheint die Grenze des Möglichen erreicht. Krankheit kann vielleicht geheilt werden, aber der Tod setzt den Schlusspunkt – so die Logik der Boten. Jesus reagiert mit einem Wort, das wie ein Gegenspruch zum endgültigen Urteil klingt: „Fürchte dich nicht, glaube nur! Und sie wird gerettet werden“ (Lukas 8:50). Der Weg geht weiter in das Haus der Trauernden, in den Raum der Klage. Dort erklärt der Herr: „Weint nicht, denn sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft“ (Lukas 8:52), und wird ausgelacht. Zwischen dem Wissen der Menschen und der Sicht des Menschensohnes klafft ein Abgrund.

ES geschah aber, als Jesus zurückkehrte, nahm ihn das Volk auf, denn alle erwarteten ihn. (Lk. 8:40)

denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Während er aber hinging, drängte ihn die Volksmenge. (Lk. 8:42)

Die verschränkten Geschichten der blutflüssigen Frau und der toten Tochter spiegeln Erfahrungen, die vielen vertraut sind: das langsame Versiegen innerer Kräfte, das Gefühl, ständig mehr zu verlieren als zu empfangen, und jene Momente, in denen etwas endgültig zerbricht. In dieser Spannung wird deutlich, wie aktuell das Evangelium ist. Es verschweigt weder die Tiefe des menschlichen Elends noch verklärt es den Tod, sondern stellt in die Mitte dieser Realität eine Person, in der sich göttliche Macht und menschliche Nähe begegnen. Die Frau findet Heilung, indem sie Christus persönlich berührt; das Mädchen wird lebendig, indem Er es mit Namen anspricht. Daraus erwächst eine leise Gewissheit: Wo Menschen sich Ihm zuwenden, ist keine Lebensgeschichte auf ihre Defizite und Verluste festgelegt. Selbst dort, wo vieles unwiderruflich scheint, bleibt Er der, der aus geistlichem Tod in das Leben führt. Diese Hoffnung nimmt nicht jede Träne, aber sie verleiht ihnen einen neuen Horizont – den Horizont dessen, der die Tiefen des Todes selbst durchschritten hat, um Heilung, Gerechtigkeit und ein unzerstörbares Leben auszuteilen.


Herr Jesus Christus, Man-Erretter, danke, dass unser Weg mit Dir nicht dem Zufall überlassen ist, sondern von Dir geordnet wird, auch wenn Stürme toben und die Nacht dunkel ist. Du siehst die Mächte, die uns bedrohen, den schleichenden Verlust von Kraft und die Todeszonen in unserer Umgebung und in unseren Herzen, und doch bleibst Du derselbe, der Wind und Wellen stillt, Finsternis zurückdrängt, Lebensverlust stoppt und Totes zum Leben ruft. Stärke in uns das Vertrauen auf Dein Wort und Deine Gegenwart, damit unser Blick nicht von den Wellen bestimmt wird, sondern von Deiner Ruhe im „Boot“ Deines Volkes. Wo wir in einer von Unreinheit und Zerrissenheit geprägten Welt stehen, lass Deine Autorität durch Dein Evangelium und Deinen Geist wirksam werden, sodass Menschen frei werden und Hoffnung aufbricht, wo zuvor Resignation herrschte. Richte uns innerlich auf, wo wir müde und ausgelaugt sind, und lass uns aus der Kraft Deiner Wunden leben, bis wir einmal das andere Ufer Deiner vollkommenen Herrlichkeit erreichen. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 19