Das Wort des Lebens
lebensstudium

Die Vorbereitung des Menschen-Erretters in Seiner Menschlichkeit mit Seiner Göttlichkeit (2)

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Lukas berichtet von zwei schwangeren Frauen, die sich begegnen – eine jung und unbedeutend, die andere älter und lange kinderlos gewesen. Doch im Verborgenen trägt die eine den Vorläufer des Messias, die andere den Menschen-Erretter selbst. Was nach außen unscheinbar wirkt, ist in Gottes Augen der Wendepunkt der Geschichte. In ihren Worten und Reaktionen wird sichtbar, wie Gott Herzen vorbereitet, um den Retter aufzunehmen und Raum für sein Wirken zu schaffen.

Elisabeths Segen: Der Frucht ihrer Glaubensverwandten als Herr

Während Zacharias im Tempel mit Los, Räucheraltar und priesterlichem Dienst beschäftigt ist, geschieht bei Elisabeth etwas beinahe Unspektakuläres – und gerade darum so Kostbares. Sie sitzt im Haus, hört einen Gruß, und mitten in dieser ganz einfachen Szene „wurde Elisabeth mit Heiligem Geist erfüllt“ (Lk. 1:41). Kein Fasten, keine besondere Vorbereitung, nur ein Gruß, in dem der herannahende Christus verborgen gegenwärtig ist. Der Geist Gottes ergreift sie und legt ihr Worte in den Mund, die tiefer reichen, als sie selbst überblicken kann. Sie ruft: „Gesegnet (bist) du unter den Frauen, und gesegnet (ist) die Frucht deines Leibes!“ (Lk. 1:42). In diesem einen Satz fasst sie das Geheimnis der wahren Menschlichkeit des kommenden Menschen-Erretters: Er ist nicht bloß auf scheinbare Weise Mensch, sondern wirkliche „Frucht“ eines menschlichen Leibes, Glied der Familie, Spross aus einer konkreten Linie. Was Propheten wie Jeremia als „gerechten Spross“ aus dem Haus Davids angekündigt hatten, nimmt in Marys Leib greifbare Gestalt an (vgl. Jer. 23:5).

Lukas 1:41 sagt: „Und es geschah, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib; und Elisabeth wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt.“ Elisabeth war die Mutter Johannes des Täufers. Dieser Vers sagt uns, dass sie mit dem Geist erfüllt wurde. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie betete oder fastete, um mit dem Geist erfüllt zu werden. Dieser Vers sagt einfach, dass Elisabeth mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde. Indem sie mit dem Geist erfüllt war, segnete sie Maria, die Mutter des Menschen-Retters. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft vier, S. 31)

Doch Elisabeths Worte bleiben nicht bei dieser menschlichen Seite stehen. Ohne dass sie Christus je gesehen hätte, ohne sichtbares Zeichen außer dem Hüpfen des Kindes in ihrem Leib, spricht sie weiter: „Und woher (geschieht) mir dies, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ (Lk. 1:43). Der, den sie eben noch als „Frucht deines Leibes“ bezeichnet hat, ist zugleich „mein Herr“. In der Anrede schwingt der Klang von Psalm 110 mit: „Spruch des HERRN für meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füße!“ (Ps. 110:1). Der ungeborene Sohn Marys wird mit dem Herrn Davids identifiziert. Die „Frucht“ ist mehr als ein verheißener Königsspross; sie ist der Herr selbst, der ewige Sohn Gottes, der sich in unsere Zeit hineinbeugt. In einem Atemzug werden so Menschlichkeit und Göttlichkeit des Menschen-Erretters bekannt – nicht als dogmatische Formel, sondern als vom Geist gewirkte Erkenntnis mitten in einer persönlichen Begegnung.

Bemerkenswert ist dabei, wie Gott die Sprache der „Frucht“ verwendet, um eine Linie durch die gesamte Schrift zu ziehen. Am Anfang steht im Garten der Baum, dessen Frucht Adam nicht nimmt (1. Mose 2–3). Israel wird später aufgerufen, nicht von falschen Früchten zu essen, sondern dem lebendigen Gott zu vertrauen. Am Ende der Bibel sehen wir den „Baum des Lebens“, der mitten in der Stadt Gottes steht, „der zwölf (Arten von) Früchten trägt, jeden Monat seine Frucht gebend“ (vgl. Offb. 22:2). Zwischen diesen beiden Polen steht die „Frucht deines Leibes“, die Elisabeth segnet. In dieser Frucht kommt der wahre Baum des Lebens zu uns, nicht mehr nur als Bild, sondern als Person. Der Menschen-Erretter ist der, durch den Gott sich uns als Lebensspeise schenkt; in ihm reicht uns der Dreieine Gott selbst sein Leben dar, damit wir nicht länger aus uns selbst leben müssen. Wo Elisabeth „gesegnet ist die Frucht deines Leibes“ sagt, berührt sie ein Geheimnis: Diese Frucht ist die Lebensquelle, aus der sich der neue Mensch nährt.

In allem wird deutlich, wie Gott Menschen vorbereitet, die sich seinem Wort öffnen. Zacharias, der Priester, verstummt, weil er dem Wort nicht glaubt; Mary, das einfache Mädchen, glaubt, und der Geist benutzt Elisabeth, um diesen Glauben zu bekräftigen: „Und glückselig, die geglaubt hat, denn es wird zur Erfüllung kommen, was von dem Herrn zu ihr geredet ist!“ (Lk. 1:45). Gott sucht nicht die perfekte religiöse Leistung, sondern ein Herz, das seinem Reden Raum gibt. Er bereitet Menschen, die sich von seinem Geist überraschen lassen, und legt ihnen Worte in den Mund, die sie selbst übersteigen. In Elisabeths Segen leuchtet auf, wie nah der Menschen-Erretter den Unscheinbaren kommt und wie reich er diejenigen macht, die sich ihm im Glauben öffnen. Wer sich in dieser Szene wiederfindet – schwach, begrenzt, vielleicht im eigenen Haus verborgen – darf staunend entdecken: Gott scheut nicht die verborgenen Orte. Er besucht, erfüllt und macht fruchtbar, damit der, der „mein Herr“ ist, auch in unserem Leben Gestalt gewinnt.

Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib; und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfüllt (Lk. 1:41)

und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet (bist) du unter den Frauen, und gesegnet (ist) die Frucht deines Leibes! (Lk. 1:42)

Die Szene mit Elisabeth lädt dazu ein, unsere Vorstellung von Gottes Wirken zu hinterfragen. Nicht immer sind es die großen, markanten Ereignisse, in denen sein Geist spricht; oft sind es unscheinbare Begegnungen, ein einfacher Gruß, ein verborgenes Hüpfen der Freude im Inneren. Wo sein Wort gehört und geglaubt wird, verbindet der Geist Menschen miteinander und öffnet den Blick auf Christus in seiner ganzen Fülle – als wahre „Frucht“ unserer Menschheit und als „Herr“ über allem. Daraus wächst stille Ermutigung: Kein Haus ist zu klein, keine Biografie zu unspektakulär, als dass Gott sich nicht genau dort einen Raum schaffen könnte, in dem sein Sohn erkannt, geliebt und gepriesen wird.

Marys Lobpreis: Ein Herz, das in Geist und Seele Gott erhöht

Auf Elisabeths Segen folgt keine höfliche Erwiderung, sondern ein Strom des Lobes. Maria beginnt zu reden, und was aus ihr hervorkommt, ist wie ein dicht gewebter Teppich aus alttestamentlichen Anklängen, Bildern und Wendungen. Ihre Worte sind nicht gelehrt, aber durchdrungen von Schrift; sie hat Gottes Reden offenbar über Jahre in sich aufgenommen, bewegt und verinnerlicht. Nun, in der Begegnung mit Elisabeth und mit dem wachsenden Kind in ihrem Leib, bricht aus ihr hervor, was sich im Verborgenen gebildet hat: „Und Maria sagte: Meine Seele macht den Herrn groß, und mein Geist hat gejubelt in Gott, meinem Retter“ (Lk. 1:46–47). In diesem doppelten Satz öffnet sie ihr Inneres. Ihr Geist, der tiefste Ort Gottesbezuges, jubelt in Gott als Retter; ihre Seele – mit all dem Fühlen, Denken und Wollen – erhebt diesen Herrn und macht ihn groß.

In 1:46-56 haben wir das Lob der Mutter des Menschen-Retters. Maria kam, um Elisabeth zu besuchen. Als Elisabeth Maria sah, segnete sie sie. Maria antwortete auf diesen Segen nicht, indem sie einen Segen gab, sondern indem sie Gott Lob darbrachte. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft vier, S. 33)

Auffällig ist, wie persönlich und zugleich wie theologisch dicht Maria spricht. Sie nennt Gott „meinen Retter“. Damit stellt sie sich nicht außerhalb des gewöhnlichen Menschseins: Sie ist nicht die, die über Rettung steht, sondern die, die Rettung braucht. In ihrem Lob ist kein Ton von Selbstüberhöhung; vielmehr erkennt sie, dass der, der in ihr wächst, auch ihr Retter ist, nicht nur der Retter anderer. Sie erfährt Gott zunächst als den, der sich ihrer Niedrigkeit zuneigt: „Denn er hat hingeblickt auf die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich glückselig preisen alle Geschlechter“ (Lk. 1:48). Der Blick Gottes auf ihren niedrigen Stand wird zur Quelle ihres Jubels. Aus dieser persönlichen Rettungserfahrung erwächst ihr Bekenntnis zum Herrn: Der Gott, der sie rettet, ist derselbe, den sie groß macht, dem sie ihr Leben und ihre Zukunft zutraut.

Der innere Ablauf ihres Lobes ist bemerkenswert. Zuerst steht die Bewegung im Geist: „mein Geist hat gejubelt in Gott, meinem Retter“ (Lk. 1:47). Hier, im Kern ihrer Person, berührt sie Gott selbst. Der Geist des Menschen wird vom Geist Gottes bewegt; es entsteht ein inneres Jauchzen, das nicht von äußeren Umständen abhängt. Dann weitet sich diese innere Realität in die Seele hinein: „Meine Seele macht den Herrn groß“ (Lk. 1:46). Was im Geist erlebt wird, beginnt in den Gedanken, Gefühlen und Entscheidungen der Seele Gestalt anzunehmen. Gott als Retter zu kennen, bedeutet daher nicht nur, einen neuen Status vor Gott zu haben, sondern innerlich neu ausgerichtet zu werden. Die Seele lernt, sich nicht mehr um sich selbst zu drehen, sondern den Herrn groß zu machen – in der Weise, wie sie denkt, spricht und wertet.

So zeigt Maria uns eine Haltung, die zugleich still und kraftvoll ist. Sie tritt nicht in den Vordergrund, sie argumentiert nicht für sich, sie verteidigt sich nicht gegen mögliche Missverständnisse ihrer Schwangerschaft. Stattdessen lässt sie ihr Herz sprechen – ein Herz, das von Gottes Wort genährt wurde und jetzt von Gottes Gegenwart erfüllt ist. Ihr Lob ist die Frucht einer langen, unsichtbaren Vorbereitung. Lange bevor Gabriel erschien, war ihr Inneres mit Gottes Verheißungen beschäftigt; darum kann sie jetzt in der Sprache der Psalmen antworten, wenn Gott mitten in ihr Leben hineintritt. Wer auf diese Weise Gott als Retter und Herrn kennt, bleibt nicht bei einem punktuellen Erlebnis stehen. Aus dem Ergriffenwerden entsteht ein Lebensstil, in dem der Herr nach und nach in allen Bereichen Raum bekommt und sichtbar wird.

Und Maria sagte: Meine Seele macht den Herrn groß, (Lk. 1:46)

und mein Geist hat gejubelt in Gott, meinem Retter, (Lk. 1:47)

Marys Lob lädt dazu ein, das Verhältnis zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck neu zu betrachten. Sie beginnt im Geist, sie jubelt in Gott als ihrem Retter, und ihre Seele folgt, indem sie den Herrn groß macht. Daraus erwächst kein künstlicher religiöser Ton, sondern eine natürliche, tiefe Sprache, in der Gottes Wort durchscheint. Wer diesen Weg betrachtet, entdeckt: Das stille Aufnehmen der Schrift, das Nachsinnen über Gottes Wege und das ehrliche Eingeständnis der eigenen Bedürftigkeit sind kein Randprogramm, sondern der Raum, in dem Gott sich einen Lobpreis bereitet, der ihn wirklich ehrt und den Menschen-Erretter in seiner Größe sichtbar werden lässt.

Gottes Barmherzigkeit und Treue: Der tiefe Hintergrund der Vorbereitung

Wenn Maria ihren Blick über das eigene Erleben hinaushebt, weitet sich ihr Lob in eine große Linie von Barmherzigkeit und Treue. Sie erkennt, dass das, was in ihrem Leib geschieht, nicht losgelöst ist von der Geschichte Israels, sondern deren verborgener Höhepunkt. „Er hat Mächtige von Thronen hinabgestoßen und Niedrige erhöht. und die Hungrigen hat Er mit guten Dingen gefüllt, und die Reichen hat Er leer fortgeschickt“ (Lk. 1:52–53). In diesen Sätzen verdichtet sich eine Erfahrung, die sich wie ein Grundmuster durch die Schrift zieht: Gott stellt die menschlichen Maßstäbe auf den Kopf. Er beugt die Stolzen, die sich auf ihren Besitz, ihre Macht oder ihre Frömmigkeit verlassen, und richtet diejenigen auf, die in ihrer Bedürftigkeit zu ihm rufen. Barmherzigkeit bedeutet, dass Gott nicht an dem vorbeigeht, der nichts vorzuweisen hat, sondern gerade ihn sucht.

Sowohl Maria als auch Zacharias betonen Gottes Barmherzigkeit (V. 54, 58, 72, 78). Sie erkennen ihren niedrigen Stand (V. 48) und bekennen in Demut (V. 52), dass sie es nicht verdienen, von Gott begünstigt zu werden. Sowohl Gottes Barmherzigkeit als auch Seine Gnade sind ein Ausdruck Seiner Liebe. Wenn wir uns in einem erbarmungswürdigen Zustand befinden, erreicht uns zuerst Seine Barmherzigkeit und versetzt uns in eine Lage, in der Gott uns mit Seiner Gnade begünstigen kann. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft vier, S. 36)

Gleichzeitig verliert Maria die großen Zusagen Gottes nicht aus dem Blick: „Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen, daß er gedenke der Barmherzigkeit – wie er zu unseren Vätern geredet hat“ (Lk. 1:54–55). Treue heißt hier: Gott erinnert sich. Er vergisst nicht, was er Abraham, Isaak und Jakob zugesagt hat; er lässt nicht locker, obwohl sein Volk versagt, irrt und sich verläuft. Diese Treue zeigt sich nicht in einer abstrakten Bewahrung von Verheißungen, sondern in konkreter Zuwendung: Er „nimmt sich an“, er tritt an die Seite derer, die er erwählt hat. Dass der Menschen-Erretter in einem abgelegenen Winkel Galiläas, in der Niedrigkeit einer jungen Frau, seinen Weg beginnt, ist damit kein Zufall, sondern Ausdruck dieser Barmherzigkeit und Treue zugleich. Gott hält an seinem Plan fest, aber er führt ihn auf Wegen aus, die dem menschlichen Stolz keinen Raum lassen.

In der Menschwerdung des Sohnes bündeln sich diese beiden Linien. Barmherzigkeit wird sichtbar, weil Gott sich in die tiefste Not der Menschheit hineinbegibt, bis unter die Bedingungen von Armut, Ablehnung und Kreuz. Treue wird sichtbar, weil er damit seine alten Zusagen erfüllt: der Sohn Davids, der aus der Linie hervorgeht, die Gott einst erwählt hatte, sitzt am Ende auf dem Thron, den Gott verheißen hat (vgl. Apg. 2:30). Maria steht an einem entscheidenden Wendepunkt dieser Geschichte. Sie nennt sich „Magd“ und weiß um ihre „Niedrigkeit“ (Lk. 1:48), und gerade so wird sie zur Trägerin der Verheißung. Die Vorbereitung des Menschen-Erretters geschieht daher nicht in den Zentren der Macht, sondern in Herzen, die sich ihre eigene Bedürftigkeit eingestehen und auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen.

Aus dieser Sicht erwächst eine tiefe Hoffnung auch in Situationen, in denen Gottes Handeln verborgen scheint. Wenn Maria sagen kann, dass Gottes Barmherzigkeit „von Geschlecht zu Geschlecht über die, welche ihn fürchten“ ist (Lk. 1:50), dann spricht sie ein grundsätzliches Muster aus: Gott arbeitet über Generationen hinweg, manchmal sichtbar, oft im Verborgenen, aber immer in derselben Richtung – hin zu Christus, dem Menschen-Erretter. Niedrigkeit, Zerbruch und Verstreuung haben das Volk nicht aus seiner Hand fallen lassen. Ebenso wenig sind heutige Brüche, Verluste und Dunkelheiten ein Zeichen, dass Gottes Treue gebrochen wäre. In Christus hat er sich endgültig festgelegt, die Welt nicht sich selbst zu überlassen, sondern sie barmherzig zu besuchen und seine Zusagen zu erfüllen, selbst wenn vieles nach Scheitern aussieht.

Und seine Barmherzigkeit ist von Geschlecht zu Geschlecht über die, welche ihn fürchten. (Lk. 1:50)

Er hat Mächtige von Thronen hinabgestoßen und Niedrige erhöht. (Lk. 1:52)

Der Blick auf Gottes Barmherzigkeit und Treue, wie er in Marys Lob sichtbar wird, öffnet einen anderen Zugang zur eigenen Lebensgeschichte. Vieles, was klein, brüchig oder unbedeutend erscheint, kann sich im Licht seines Handelns als Teil einer größeren Linie erweisen, in der er Niedrige erhöht und Hungrige mit Gutem füllt. Die Vorbereitung des Menschen-Erretters zeigt: Gott bleibt seinen Zusagen treu, auch wenn Zeit vergeht und Wege unergründlich sind. Wer sich dieser Treue überlässt, findet Halt jenseits der eigenen Stärke und darf inmitten von Unsicherheit damit rechnen, dass Gottes barmherzige Hand auch dort wirkt, wo sie im Moment kaum zu erkennen ist.


Herr Jesus Christus, du Menschen-Erretter, danke, dass du in tiefer Verborgenheit und durch einfache, glaubende Menschen in diese Welt gekommen bist. Du kennst unsere Niedrigkeit und unsere Bedürftigkeit und begegnest uns mit Barmherzigkeit und treuer Liebe. Lass dein Wort unser Inneres so prägen, wie es Mary prägte, damit unser Geist in dir als unserem Retter jubelt und unsere Seele dich in allen Lebensbereichen erhöht. Stärke den Glauben, der sich auf deine Zusagen stützt, auch wenn wir noch nichts sehen, und erfülle uns mit dem Heiligen Geist, damit unser Leben zu einem Lob deiner Gnade wird. Bewahre uns in der Gewissheit, dass du dein gutes Werk vollendest und deine Verheißungen an uns nicht fallen lässt. Deine Barmherzigkeit sei unser Trost, deine Treue unsere Ruhe und deine Gegenwart unsere Freude – heute und bis in Ewigkeit. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 4