Das Wort des Lebens
lebensstudium

Die Vorbereitung des Sklaven‑Erlösers für Seinen erlösenden Dienst (12)

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Wenn Gott uns tiefer zeigt, wer Christus ist und was Er für uns getan hat, kommt oft gleichzeitig ans Licht, wie schwach, impulsiv und auf uns selbst gebaut wir in Wirklichkeit sind. Genau so erging es den Jüngern, als Jesus sie auf seinen Weg ans Kreuz vorbereitete: Zwischen großen Beteuerungen, schlaftrunkenem Versagen in Gethsemane und offener Verleugnung führte der Herr sie durch eine schmerzhafte, aber heilsame Entlarvung in seine eigene Geschichte von Tod und Auferstehung hinein, damit sie nicht Zuschauer, sondern Teilhaber seines erlösenden Dienstes werden.

Gethsemane: Der Sklaven‑Erlöser beugt sich dem ewigen Plan Gottes

Gethsemane ist der Ort, an dem der ewige Vorsatz Gottes und die empfindsame Menschheit des Sohnes sich in einer einzigen, dichten Stunde begegnen. Der Herr geht nicht unberührt in diese Nacht; Markus berichtet: „Und er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir weg! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!“ (Mk. 14:36). In diesem Gebet steht kein Zweifel am Willen des Vaters, sondern die Erschütterung eines wahren Menschen angesichts des Kelches, der Ihm gereicht wird – der ganze Zorn Gottes über die Sünde, die ganze Last der gefallenen Schöpfung, zusammengefasst in einem einzigen Ausdruck des göttlichen Gerichts. Er weiß, was dieser Kelch bedeutet, und eben darum ringt seine Seele. So sieht man, wie wirklich seine Menschheit ist: Er flieht nicht in eine abstrakte Allwissenheit, sondern fühlt und schmeckt das, was Er dennoch bereit ist zu tragen.

Gemäß Vers 36 betete der Herr Jesus: „Abba, Vater, alle Dinge sind Dir möglich; nimm diesen Kelch von Mir weg; doch nicht, was Ich will, sondern was Du willst.“ Der Dreieine Gott hatte in Seinem göttlichen Plan in der vergangenen Ewigkeit festgelegt, dass der Zweite der Göttlichen Dreieinigkeit Mensch werden und am Kreuz sterben sollte, um durch Seinen Tod die ewige Erlösung zu vollbringen zur Erfüllung Seines ewigen Vorsatzes (Eph. 1:7–9). Daher war der Zweite der Göttlichen Dreieinigkeit vor der Grundlegung der Welt, das heißt in der vergangenen Ewigkeit, dazu bestimmt, das Lamm Gottes zu sein (Joh. 1:29); und in den Augen Gottes war Er als das Lamm Gottes von der Grundlegung der Welt an geschlachtet, das heißt seit dem Dasein der gefallenen Geschöpfe Gottes (Offb. 13:8). (Witness Lee, Life-Study of Mark, Botschaft fünfundvierzig, S. 391)

Dass dieser Kelch nicht zufällig in dieser Nacht vor Ihn tritt, gehört zur Tiefe der Szene. Lange bevor Ölbaumzweige sich über Ihm schließen, hat die Göttliche Dreieinigkeit in der vergangenen Ewigkeit beschlossen, dass der Sohn diesen Weg gehen wird. In Epheser 1.heißt es, in Christus „haben wir die Erlösung durch Sein Blut, die Vergebung der Verfehlungen nach dem Reichtum Seiner Gnade, die Er in aller Weisheit und Klugheit zu uns hat überströmen lassen, indem Er uns das Geheimnis Seines Willens wissen ließ nach Seinem Wohlgefallen, das Er Sich in Sich Selbst vorgesetzt hat“ (Eph. 1:7–9). Hinter dem Kelch von Gethsemane steht dieser Vorsatz: Der Sohn ist als Lamm Gottes vorgesehen, bevor überhaupt ein Mensch fiel. In den Augen Gottes ist Er „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Johannes 1:29), und Petrus bezeugt, dass Er „vor Grundlegung der Welt vorher erkannt“ ist (1. Petrus 1:20).

Darum sind alle Opfer, die seit 1. Mose dargebracht werden, wie flackernde Vorboten dieser Nacht. Als Gott Adam und Eva nach dem Sündenfall mit Fellkleidern bekleidet, heißt es schlicht: „Und Jehovah Gott machte Adam und seiner Frau Fellkleider und bekleidete sie“ (1. Mose 3:21). Ein Leben ist gegeben, damit Schuldige bekleidet werden können. Abel bringt von den Erstlingen der Herde, Noah baut einen Altar und opfert Brandopfer, Abraham sieht den Widder, der anstelle Isaaks dargebracht wird (1. Mose 4:4; 8:20; 22:13). Das Passahlamm in 2. Mose 12, dessen Blut an den Türpfosten ist und dessen Fleisch als Speise gegessen wird, macht diese Linie noch deutlicher. All dies sind Schatten, tastende Umrisse. In Gethsemane steht der, auf den alle Linien zulaufen. Der Sohn hat in der Menschwerdung einen Leib angenommen, damit dieser Leib Träger des endgültigen Schlachtopfers wird, so wie es in Hebräer 10 heißt: „Schlachtopfer und Opfergabe hast Du nicht gewollt, einen Leib aber hast Du Mir bereitet“ (Hebr. 10:5).

Gethsemane ist daher nicht in erster Linie eine Episode des Scheiterns der Jünger, sondern der stille Ort der endgültigen Zustimmung des Sohnes. Er legt nicht erst am Kreuz, sondern bereits hier sein Wollen in das Wollen des Vaters hinein. In der Furcht seiner Seele klingt zugleich die Klarheit seiner Sendung an: „Jetzt ist meine Seele bestürzt. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen“ (Johannes 12:27). Hier reift die Entscheidung, den vorbereiteten Kelch aus der Hand dessen zu nehmen, den Er „Abba, Vater“ nennt. Nicht ein blinder Fatalismus treibt Ihn, sondern das Vertrauen, dass der Wille des Vaters – so dunkel er in dieser Stunde auch erscheinen mag – der Weg zur Erfüllung des ewigen Plans ist und zur Freude des Vaters an einem erlösten Volk führt.

Und er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir weg! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst! (Mk. 14:36)

sondern mit dem kostbaren Blut als eines Lammes ohne Makel und ohne Flecken, mit dem Blut Christi, der zwar vor Grundlegung der Welt vorher erkannt, aber in der letzten der Zeiten offenbart worden ist um euretwillen, (1.Petr. 1:19-20)

Gethsemane lädt dazu ein, die Spannungen des eigenen Weges nicht gegen Gott auszulegen, sondern mit Christus vor Gott auszuhalten. Wer in der Nacht der Gefühle den Blick auf den Sohn richtet, der den Kelch aus der Hand des Vaters annahm, entdeckt: Auch mein Weg ist in einem größeren Ja Gottes geborgen. Das nimmt dem Leiden nicht den Ernst, aber es nimmt der Angst den letzten Ton. Im Licht des Lammes, das seit Grundlegung der Welt im Herzen des Vaters steht, bekommt selbst das Dunkel einen vorgelagerten Sinn: Es öffnet Raum dafür, dass Gottes Wille sich als besser erweist, als wir ihn in der Stunde des Ringens erkennen können.

Entlarvt und mitgekreuzigt: Wie der Herr seine Jünger in seinen Tod hineinführt

Unmittelbar nachdem der Herr Sein Mahl eingesetzt und den Jüngern einen tiefen Blick in das Geheimnis Seines Todes und Seiner Auferstehung geschenkt hat, spricht Er ein Wort, das wie ein kalter Wind durch den Raum geht: „JESUS spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle ärgern, denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden.»“ (Mk. 14:27). An den Tisch der Offenbarung tritt der Spiegel der Wahrheit. Die Jünger, eben noch erhoben durch die Nähe des Herrn, werden mit der Realität ihrer inneren Unzuverlässigkeit konfrontiert. Petrus reagiert stellvertretend für alle: „Wenn sich auch alle ärgern werden, ich aber nicht“ (Mk. 14:29). Seine Worte tragen ehrliche Liebe, aber sie tragen ebenso den Duft des Selbstvertrauens. In seiner Antwort offenbart sich der natürliche Mensch, der sich selbst für belastbarer hält, als er wirklich ist.

Die Einsetzung des Tisches des Herrn offenbart den Tod des Herrn, Seine Auferstehung, den Herrn selbst und Seine Vergrößerung, Seinen mystischen Leib. Unmittelbar nach dieser Offenbarung wurden Petrus und die anderen Jünger bloßgestellt. Ihr natürlicher Mensch, ihr Selbst, ihr Eigenwille, ihr Verstand und ihr Denken wurden offenbar. Obwohl sie die Einsetzung des Tisches des Herrn durch Ihn miterlebten, erkannten sie nicht, wie sehr sie in sich selbst waren und wie sehr sie von natürlichen Vorstellungen bestimmt waren. Daher deckte der Herr Jesus sie auf. Diese Bloßstellung ist die praktische Seite davon, in den Tod des Herrn hineingebracht zu werden. (Witness Lee, Life-Study of Mark, Botschaft fünfundvierzig, S. 392)

Der Herr nimmt diesen Widerspruch nicht zum Anlass, Petrus fallen zu lassen; Er kündigt ihm nüchtern an: „daß du heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, mich dreimal verleugnen wirst“ (Mk. 14:30). Zwischen dieser Ankündigung und dem Krähen des Hahns liegt ein pädagogischer Weg. In Gethsemane bittet Jesus denselben Petrus zu wachen, der eben noch versprochen hat, mit Ihm zu sterben: „Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod. Bleibt hier und wacht!“ (Mk. 14:34). Doch statt mit Ihm zu ringen, schläft er; statt an der Seite des Herrn in der Stunde der Anfechtung zu stehen, entzieht er sich unbewusst der Last. Später greift er zum Schwert, als der Herr den Weg des Kreuzes freiwillig nimmt. Die gute Absicht, die eben noch im Versprechen aufleuchtete, bricht unter der Schwere der Realität zusammen. Der Herr fasst diese Spannung in einem Satz, der seitdem unzählige Herzen aufgedeckt hat: „Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach“ (Mk. 14:38).

Wenn schließlich in der Nacht die dreifache Verleugnung geschieht und der Hahn kräht, werden nicht nur Worte des Herrn bestätigt; ein Mensch sieht sich selbst in einem Licht, das er vorher nicht kannte. Die Evangelien berichten, dass Petrus hinausgeht und bitterlich weint. Diese Tränen sind mehr als Emotion; sie markieren den Zusammenbruch eines eigenwilligen, selbstsicheren Ich. Der Herr hatte schon früher nach Offenbarungen über Seine Person das Selbst des Petrus entlarvt – als dieser etwa meinte, den Weg des Leidens verbieten zu können. Jetzt aber führt Jesus ihn einen Schritt weiter: Er lässt ihn seinen eigenen Zusammenbruch erleben, um ihn aus dem Innersten heraus in den Tod des Herrn hineinzuziehen. Die Bloßstellung ist nicht Strafe, sondern Teilhabe.

So wird verständlich, warum der Sklaven‑Erlöser gerade in der Nähe des Mahlstisches und des Gartens nicht nur tröstet, sondern entlarvt. Er bereitet sie nicht bloß intellektuell auf Sein Sterben vor, sondern existentiell. Ihre natürlichen Vorstellungen von Treue, Mut und Hingabe werden ans Licht gebracht, damit sie auf dem Boden der Wahrheit mit Ihm sterben können – nicht am Kreuz aus Holz, aber in der inneren Abkehr von ihrer eigenen Kraft. Der Weg in Seine Auferstehung führt über das Ende des eigenen Selbstbildes. Wer erfahren hat, wie wenig die eigene Willenskraft in der Prüfung trägt, findet einen neuen Grund, sein Vertrauen zu verlagern: weg von der eigenen Stärke, hin zu Christus, der im Versager nicht den Gegner, sondern den Menschen sieht, den Er in sein Erlösungswerk hineinnehmen will.

JESUS spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle ärgern, denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden.» (Mk. 14:27)

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach. (Mk. 14:38)

Die Entlarvung der Jünger in jener Nacht macht Mut, die eigenen Brüche Gott nicht länger zu verbergen. Wo unsere besten Vorsätze scheitern, steht nicht ein verärgerter Richter über uns, sondern derselbe Herr, der damals betete und warnte. In Seinen Händen kann selbst das beschämendste Versagen zu einem Tor werden, durch das Sein Kreuz praktischer und tiefer in unser Inneres eindringt. So wird aus der bitteren Erkenntnis der eigenen Schwachheit kein endgültiger Sturz, sondern der Anfang eines Weges, auf dem Christus selbst zur Zuverlässigkeit unseres Lebens wird.

Reproduktion Christi und der neue Mensch: Aus Tod und Auferstehung geboren

Die Spur des Petrus endet nicht mit Tränen vor einem Hof. Das Evangelium nach Markus lässt durch ein feines Detail erkennen, dass der Herr ihn nicht aus dem Blick verloren hat. Am leeren Grab sagt der Engel zu den Frauen: „Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. … Aber geht hin, sagt seinen Jüngern und Petrus, daß er euch nach Galiläa vorangeht; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat“ (Mk. 16:6–7). Dieses „und Petrus“ legt eine Spur der Wiederherstellung: Der, der so tief gefallen ist, wird namentlich in die Begegnung mit dem Auferstandenen hineingerufen. Was in der Nacht wie ein endgültiger Bruch aussah, wird am Morgen der Auferstehung zum Ausgangspunkt einer neuen Geschichte.

Nach dem Evangelium nach Markus und der Apostelgeschichte ging Petrus nicht nur durch den Prozess des Todes hindurch, sondern trat auch in die Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn ein. Daher war Petrus, als er am Pfingsttag aufstand, um das Evangelium zu predigen, ein anderer Mensch. Er war ein gekreuzigter, auferstandener und aufgefahrener Mensch, eine Reproduktion des gekreuzigten, auferstandenen und aufgefahrenen Christus. Petrus war eine Duplikatkopie dieses Christus. Nachdem er in den Tod, die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi hineingebracht worden war, war Petrus auch mit Christus gesättigt. Er war eins mit Christus, und Christus war sogar zu ihm geworden. (Witness Lee, Life-Study of Mark, Botschaft fünfundvierzig, S. 395)

Wenn die Apostelgeschichte berichtet, wie Petrus am Pfingsttag vor eine große Menge tritt, um das Evangelium zu verkündigen, steht ein anderer Mensch dort. Es ist derselbe Fischer aus Galiläa, aber durch Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Christi hindurchgegangen, vom Geist erfüllt und innerlich neu geordnet. Der frühere Petrus reagierte schnell, sprach rasch und griff zum Schwert; der neue Petrus steht fest in der Mitte Jerusalems und legt Christus aus, so dass etwa dreitausend Menschen zum Glauben kommen. Er ist nicht plötzlich stark aus sich selbst, sondern ein Mensch, in dem Christus Raum gewonnen hat. Er ist, wie man sagen könnte, eine „Reproduktion“ des gekreuzigten, auferstandenen und verherrlichten Herrn: ein Mensch, der Christus als seinen Ersatz genießt, so dass Christus selbst durch ihn redet und handelt.

Diese Verwandlung ist kein Privileg einer geistlichen Elite, sondern Ausdruck von Gottes Haushaltung. Der Sklaven‑Erlöser hat nicht nur bezahlt, damit Schuld vergeben wird; in Ihm „haben wir die Erlösung durch Sein Blut, die Vergebung der Verfehlungen nach dem Reichtum Seiner Gnade“ (Eph. 1:7) – und eben diese Gnade geht weiter, indem sie Menschen so mit Christus verbindet, dass sie zu Gliedern eines neuen Menschseins werden. Gottes Ziel ist nicht die Verbesserung der alten Schöpfung durch religiöse Korrekturen, sondern die Hervorbringung eines „neuen Menschen“, in dem Christus alles in allen ist. Dazu muss Christus Schritt für Schritt an die Stelle unserer alten Sicherheiten treten: der religiösen Gewohnheiten, der kulturellen Prägungen, der persönlichen Strategien, mit denen wir unser Leben kontrollieren wollen.

So erklärt sich auch, warum die Geschichte der ersten Jünger voller Konflikte, Widerstände und innerer Brüche ist. Wo Christus alles ersetzen will, regt sich Widerstand – in ihnen und um sie herum. Doch gerade durch diese Spannungen wird das alte Leben mehr und mehr mitgekreuzigt, und Platz entsteht für das Auferstehungsleben. Wenn Petrus später in seinen Briefen von der „lebendigen Hoffnung“ und vom „kostbaren Blut … als eines Lammes ohne Makel und ohne Flecken“ spricht (1. Petrus 1:19), hört man einen, der nicht nur eine Lehre weitergibt, sondern der selbst durch den Weg des Kreuzes und der Wiederherstellung hindurchgegangen ist. Er ist zu einem Zeugen geworden, dessen Leben die Botschaft trägt, dass Christus eine ganze Menschheit neu formen will.

Er aber spricht zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Sieht die Stätte, wo sie ihn hingelegt hatten! Aber geht hin, sagt seinen Jüngern und Petrus, daß er euch nach Galiläa vorangeht; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. (Mk. 16:6-7)

in Ihm haben wir die Erlösung durch Sein Blut, die Vergebung der Verfehlungen nach dem Reichtum Seiner Gnade, (Eph. 1:7)

Die Geschichte Petrus’ ermutigt, Gottes Langmut mit der eigenen Entwicklung nicht zu unterschätzen. Der Herr begnügt sich nicht damit, uns zu vergeben; Er ist darauf aus, uns Schritt für Schritt zu Reproduktionen Seiner selbst zu machen. Wo wir Ihn an unsere Bruchstellen heranlassen, entsteht Raum für dieses leise Wunder: dass wir weniger von uns und mehr von Ihm geprägt werden. So wird unser persönlicher Weg Teil von etwas Größerem – des wachsenden neuen Menschen, in dem Christus selbst die Geschichte schreibt.


Herr Jesus Christus, Du wahrer Sklaven‑Erlöser, danke, dass Du in Gethsemane den Kelch des Kreuzes angenommen hast, um den ewigen Plan Gottes zu erfüllen und uns völlig zu erlösen. Wo unser gutes Wollen scheitert und unsere Selbstsicherheit zerbricht, lass uns nicht in Verzweiflung versinken, sondern Deine liebende Hand erkennen, die uns aus uns selbst herausführt und in Deine Gemeinschaft von Tod und Auferstehung hineinzieht. Stärke in uns das Vertrauen, dass kein Versagen zu tief ist, als dass Deine Auferstehungskraft uns nicht neu aufrichten und näher an Dein Herz ziehen könnte. Sättige unser Leben mit Dir selbst, damit wir nicht mehr aus eigener Kraft leben, sondern als Reproduktionen Deiner Person in dieser Welt stehen und ein Vorgeschmack des neuen Menschen und Deines Königreiches sind. Bewahre unsere Herzen im Gebet, Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Mark, Chapter 45