In der Hoffnung, entrückt zu werden
Wer Christus liebt und ihm nachfolgt, erlebt früher oder später den Schmerz, dass das eigene Fleisch noch nicht erlöst ist: alte Schwächen melden sich, Begrenzungen bleiben, und die Spannung zwischen innerer Liebe zu Jesus und äußerer Gebrochenheit wird spürbar. Die poetische Liebesgeschichte des Hohelieds zeichnet ein Bild dieser Spannung – und öffnet zugleich den Blick auf eine reife Hoffnung: die Erwartung, bei der Wiederkunft Christi in seine Herrlichkeit hineingenommen zu werden. Wo diese Hoffnung lebendig wird, verändert sie nicht nur unseren Blick auf die Zukunft, sondern auch unseren Umgang mit unserer eigenen Schwachheit, unsere Mitarbeit im Reich Gottes und unser betendes Verlangen nach der Nähe des Herrn.
Reife Liebe seufzt über das noch unerlöste Fleisch
Wo die Liebe zu Christus reift, wächst nicht zuerst das religiöse Selbstvertrauen, sondern das Empfinden für eine Spannung: innerlich in Ihm, äußerlich noch im Fleisch. Am Ende des Hohelieds steht eine Liebende, deren Wesen, Blick und Verlangen dem ihres Geliebten entsprechen – und dennoch entdeckt sie etwas Unüberbrückbares in eigener Kraft. Sie ist von seiner Gnade geformt, sie denkt und fühlt mit ihm, aber sie trägt noch den Leib, in dem Begierden, Müdigkeit, Launen und Verletzbarkeit wohnen. Darum wünscht sie sich, er wäre wie ein Bruder, der ihr im Fleisch nahe sein könnte: nicht, weil die geistliche Gemeinschaft zu wenig wäre, sondern weil sie die Kluft zwischen der inneren Realität der neuen Schöpfung und der äußeren Gebrechlichkeit ihres Leibes so deutlich empfindet.
Die Sulammitin war im Leben so sehr zur Reife gelangt, dass sie in jeder Hinsicht und aus jeder Perspektive Salomo geworden war – abgesehen davon, dass sie noch das Fleisch hatte. (Witness Lee, Life-Study of Song of Songs, Botschaft neun, S. 63)
In dieser inneren Spannung beginnt das Seufzen. Es ist kein verzweifeltes Klagen, sondern ein tiefes Einverständnis mit Gottes Urteil über das Fleisch. Paulus beschreibt dieses Seufzen, wenn er schreibt: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis jetzt zusammen seufzt und zusammen in Wehen liegt. Und nicht nur dies, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns und erwarten sehnlichst die Sohnschaft, die Erlösung unseres Leibes“ (Röm. 8:22–23). Wer den Geist als Erstlingsgabe hat, trägt zugleich zwei Wirklichkeiten in sich: den Geschmack der kommenden Herrlichkeit und die Erfahrung der noch unerlösten Hülle. So wird das eigene Seufzen zu einem Echo der ganzen Schöpfung – ein Amen zu Gottes Plan, dass Erlösung tiefer gehen muss als alle moralische Besserung.
Dieses Seufzen ist nicht Unglauben, sondern eine Frucht der Liebe. Gerade wer Christus liebt, spürt schmerzlicher, wie wenig das Fleisch zu ihm passt. Es ist, als stünde ein klarer Spiegel der Herrlichkeit Christi vor dem Herzen, und daneben der Alltag eines Körpers, der müde wird, sich reizbar zeigt, alte Muster nicht völlig abstreifen kann. In dieser Diskrepanz wächst die Einsicht: Kein Trainingsprogramm des Willens, keine Verfeinerung menschlicher Tugenden, kein religiöses Leistungsstreben kann das Grundproblem lösen. Das Fleisch bleibt Fleisch – auch wenn es sich zeitweise beherrscht, bleibt es unfähig, Gott zu gefallen. Reife Liebe kommt gerade deshalb an den Punkt, an dem sie jede Hoffnung auf Selbstoptimierung aufgibt und sich nach Gottes endgültigem Handeln sehnt.
So verwandelt sich das innere Stöhnen in eine stille, aber bestimmte Erwartung: Gott selbst wird vollenden, was Er begonnen hat. „Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die gesehen wird, ist keine Hoffnung. Denn wer hofft, was er sieht? Wenn wir aber das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir mit Ausharren“ (Röm. 8:24–25). Das Herz, das Christus liebt, lernt, seine eigene Unfähigkeit nicht mehr als Niederlage, sondern als Einladung zu sehen, tiefer auf die Gnade zu bauen. Reife Liebe seufzt – und gerade dadurch löst sie sich von der Illusion, das Fleisch noch veredeln zu können. Sie legt die Waffen der Selbstverbesserung nieder und überlässt die letzte Entscheidung über den Leib dem Erlöser. In dieser Haltung liegt eine leise, aber starke Ermutigung: Wer dieses Seufzen kennt, steht nicht neben dem Weg, sondern mitten im Strom der Hoffnung, der hin zur Vollendung fließt.
Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis jetzt zusammen seufzt und zusammen in Wehen liegt. (Röm. 8:22)
Und nicht nur dies, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns und erwarten sehnlichst die Sohnschaft, die Erlösung unseres Leibes. (Röm. 8:23)
Wer innerlich so seufzt, steht nicht unter Verdacht, zu wenig Glauben zu haben, sondern zeigt, dass der Geist in ihm wirklich wirksam ist. Die reife Liebe zu Christus macht sensibel für das Fremde im eigenen Inneren, aber sie bleibt nicht bei innerer Anklage stehen. Sie führt hinein in eine tiefere Gelassenheit: Gott kennt das Fleisch und hat beschlossen, es nicht zu polieren, sondern zu erlösen. Darum darf das heutige Ringen mit Schwachheit uns nicht entmutigen, sondern uns erinnern, wie real die neue Schöpfung in uns bereits ist und wie gewiss die Stunde kommt, in der unser Leib dieser inneren Realität entsprechen wird. In dieser Zwischenzeit trägt uns die Gewissheit, dass unser Seufzen schon Teil des Dialoges mit Gott ist – Ausdruck einer Liebe, die auf seine Vollendung wartet.
Die Hoffnung der Entrückung: Erlösung des Leibes und Begegnung von Angesicht zu Angesicht
Die Hoffnung der Entrückung entspringt nicht der Lust an Spekulationen über Zeiten und Abläufe, sondern einer Liebe, die nach Vollendung verlangt. Das Hohelied zeichnet die Liebende, die ihren Geliebten in der Stadt sehen will, in der alles geordnet, herrlich und von seiner Gegenwart erfüllt ist. Die poetische Sprache berührt eine nüchterne neutestamentliche Wahrheit: Gottes Erlösung zielt auf die ganze Person. Unser Geist ist schon lebendig gemacht, unsere Seele ist in einem Prozess der Erneuerung, aber unser Leib gehört noch zur alten, vergänglichen Schöpfung. Deshalb spricht Paulus davon, dass wir „auf den Tag der Erlösung hin versiegelt worden“ sind (Eph. 4:30) – die Beziehung ist real und unauflöslich, aber ihre sichtbare Vollendung steht noch aus.
In den Versen 2 bis 4 sehen wir, dass sie hofft, von ihrem Seufzen im Fleisch erlöst zu werden (Röm. 8:19–25). Das zeigt, dass sie darauf hofft, durch Gottes Erlösung ihres Leibes entrückt zu werden (Röm. 8:23b; Eph. 4:30b). (Witness Lee, Life-Study of Song of Songs, Botschaft neun, S. 63)
Wenn die Schrift von Entrückung spricht, stellt sie diesen Tag genau in dieses Licht: als Moment, in dem Gott, der in unserem Inneren begonnen hat, sein Werk bis in die äußerste Erscheinung unseres Lebens hinein vollendet. Dann wird das, was jetzt im Verborgenen im Glauben festgehalten wird, zur offenen Wirklichkeit. Paulus beschreibt es so: die Schöpfung wartet darauf, „dass auch die Schöpfung selbst von der Sklaverei der Verderblichkeit befreit werden wird hinein in die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (Röm. 8:21). Die Entrückung ist kein Zusatz für besonders Interessierte, sondern der Augenblick, in dem diese Freiheit der Herrlichkeit auch unseren Leib erfasst. Unser sterblicher, schwacher Körper wird in Übereinstimmung mit der Gestalt der Herrlichkeit Christi gebracht; die innerlich bereits geschenkte Sohnschaft bekommt eine sichtbare Form.
Damit verliert die Hoffnung der Entrückung jeden Fluchtcharakter. Sie bedeutet nicht: endlich weg aus dieser schwierigen Welt, sondern: endlich vollkommen passend zu dem Geliebten, der uns schon heute in seiner Gnade trägt. Gerade die, die auf dem Weg mit Christus müde geworden sind, finden hier Trost. Die Spannungen des Alltags, die körperliche Schwachheit, die Grenzen unserer psychischen Kräfte werden nicht verharmlost; sie werden ernst genommen bis in den Leib hinein – und dennoch in einen größeren Horizont gestellt. „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis jetzt zusammen seufzt und zusammen in Wehen liegt“ (Röm. 8:22). Die Wehen sind ein Hinweis: Es geht auf eine Geburt zu, nicht auf ein Auslaufen ins Nichts.
In dieser Sicht wird die Hoffnung der Entrückung zu einer Quelle leiser, aber tragender Freude. Sie ruft nicht in eine hektische Betriebsamkeit, um sich des Lohnes würdig zu machen, sondern in ein treues Leben, das weiß: Nichts, was in der Schwachheit für Christus getan wurde, bleibt vergessen. Denn der, der wiederkommen wird, ist derselbe, der sich „um euretwillen arm“ machte, „damit ihr durch seine Armut reich werdet“ (2. Kor. 8:9). Er, der sich so tief mit uns verbunden hat, wird auch den letzten Schritt nicht halbherzig tun. Die Aussicht, Ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen, trägt durch die Zeiten, in denen Er verborgen zu sein scheint. Und sie nährt die stille Gewissheit: Die Liebe, die Er in unsere Herzen ausgegossen hat, wird uns nicht in der Unvollendung stehen lassen.
Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, in dem ihr auf den Tag der Erlösung hin versiegelt worden seid. (Eph. 4:30)
in der Hoffnung, dass auch die Schöpfung selbst von der Sklaverei der Verderblichkeit befreit werden wird hinein in die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. (Röm. 8:21)
Die Hoffnung der Entrückung lädt zu einem nüchternen, tröstlich-ernsten Realismus ein: Das Leben bleibt von Schwachheit und Vergänglichkeit gezeichnet, aber es ist eingebettet in eine Geschichte, die auf Herrlichkeit zuläuft. Wer so hofft, betrachtet den eigenen Leib nicht mehr nur als Last, sondern als zukünftigen Träger der Herrlichkeit Christi. Das nimmt dem gegenwärtigen Leiden nicht seinen Schmerz, aber seine Endgültigkeit. Es entsteht eine Haltung, in der Treue im Kleinen und Ausharren im Verborgenen ihren Wert vom kommenden Tag her empfangen. So wird die Erwartung der Entrückung zu einer stillen Kraft, die nicht aus der Welt herausreißt, sondern mitten in ihr einen anderen Horizont eröffnet: den Horizont der Begegnung mit dem Herrn, der beginnt, was er vollenden wird.
Leben und Arbeiten vor der Entrückung: Treue Liebe, mitarbeitende Verantwortung, betende Sehnsucht
Die Schlussbilder des Hohelieds fangen ein, wie ein Leben aussieht, das auf die Entrückung hofft, ohne aus der Gegenwart zu fliehen. Die Liebende kommt aus der Wüste herauf, diesmal nicht allein, sondern „auf ihren Geliebten gestützt“. Einst ging sie ihren Weg in einer geistlichen Wüste, jetzt führt der Herr sie durch die Wüste des Fleisches – und sie hat gelernt, sich an ihn zu lehnen. Dieses Bild ist schlicht und tief zugleich: Alles, was aus dem Fleisch ist, kann nicht überwunden werden, indem man sich stärker zusammenreißt, sondern indem man sich enger an Christus bindet. Die reife Hoffnung rechnet nicht mit wachsender eigener Kraft, sondern mit wachsender Abhängigkeit. So entsteht eine Liebe, die zugleich zärtlich und entschlossen ist: zärtlich im Vertrauen, entschlossen in der Trennung von dem, was den Geliebten betrübt.
Der Geist, der durch eine dritte Person spricht, fragt, wer diese Liebende Christi ist, die einst von sich aus aus der geistlichen Wüste heraufkam (3:6) und nun aus der fleischlichen Wüste durch ihren Geliebten heraufkommt. (Witness Lee, Life-Study of Song of Songs, Botschaft neun, S. 64)
Diese Liebe bleibt nicht innerlich, sie nimmt praktische Gestalt im Dienst. Das Hohelied schildert den Geliebten als Herrn des Weinbergs, der seiner Liebenden einen Teil des Werkes anvertraut. Sie steht als „Mauer“, abgesondert zu Gott, mit „Türmen“, die wie Glauben und Liebe in die Höhe ragen – und genau so verwaltet sie den anvertrauten Weinberg. In ihrer Arbeit schwingt die Gewissheit mit, dass sie ihm antworten wird. Jesus veranschaulicht dieses Prinzip in einem anderen Bild, wenn er von den Talenten spricht: „Und es trat herzu, der die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere fünf Talente und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben, siehe, andere fünf Talente habe ich dazugewonnen“ (Mt. 25:20). Der Herr lobt den treuen Knecht und lädt ihn ein: „Geh hinein in die Freude deines Gebieters“ (Mt. 25:21). So wird deutlich: Die Zeit vor der Entrückung ist nicht ein neutrales Warten, sondern eine Phase, in der Liebe sich als Treue im Dienst bewährt.
Zu dieser treuen Liebe gehört eine mitarbeitende Verantwortung, die zugleich frei von Angst ist. Wir werden „umsonst gerechtfertigt durch Seine Gnade mittels der Erlösung, die in Christus Jesus ist“ (Röm. 3:24); diese Gnade ist die Grundlage, auf der unser Dienst steht. Zugleich ist Christus der gerechte Richter, der die Seinen ernst nimmt und ihre Werke nicht vernachlässigt. Paulus fasst dies in der Verheißung zusammen: „Von nun an ist mir die Krone der Gerechtigkeit aufbewahrt, mit der es mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zurückerstatten wird, und nicht nur mir, sondern auch all denen, die Sein Erscheinen geliebt haben“ (2. Tim. 4:8). Die Krone der Gerechtigkeit ist nicht eine Belohnung für Perfektion, sondern für eine Liebe, die den kommenden Herrn im Blick behält und aus dieser Perspektive arbeitet, leidet, hofft.
In all dem bleibt die Hoffnung der Entrückung von Gebet durchzogen. Die Liebende im Hohelied ruft ihren Geliebten, schnell zu kommen, „wie eine Gazelle“ auf den „Bergen von Gewürzen“ – Bilder für die frische, duftende Herrlichkeit seines kommenden Reiches. In diesem Ruf verbinden sich Sehnsucht und Wachsamkeit: Sie lebt bereits in der Verantwortung des Weinbergs, aber ihr Herz ist nicht in der Arbeit verloren, sondern auf den Geliebten ausgerichtet, der kommen wird, um zu schauen, was aus seinem Weinberg geworden ist. So wächst ein betendes Warten, das nicht mit Datumstabellen beschäftigt ist, sondern mit der inneren Übereinstimmung mit Christus. Die Aussicht, Ihm zu begegnen, nähert sich wie eine leise Melodie allen Entscheidungen, allen Diensten, allen Gebeten.
Und es trat herzu, der die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere fünf Talente und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben, siehe, andere fünf Talente habe ich dazugewonnen. Sein Gebieter sagte zu ihm: Gut gemacht, guter und treuer Sklave. Über weniges bist du treu gewesen; über vieles werde ich dich setzen. Geh hinein in die Freude deines Gebieters. (Mt. 25:20-21)
und werden umsonst gerechtfertigt durch Seine Gnade mittels der Erlösung, die in Christus Jesus ist, (Röm. 3:24)
Wer in der Hoffnung der Entrückung lebt, entdeckt, dass Liebe, Verantwortung und Gebet keine gegensätzlichen Pole sind, sondern sich gegenseitig durchdringen. Die Liebe zu Christus ruft in die Nähe, die Verantwortung ruft in den Dienst, das Gebet hält beides im Gespräch mit Ihm. So entsteht kein ängstliches Christenleben, das ständig auf sich selbst schaut, sondern ein erwartungsvolles Unterwegssein, in dem der Blick immer wieder zu dem erhoben wird, der „zur Rechten der Macht“ sitzt und „auf den Wolken des Himmels“ kommen wird (Mt. 26:64). In dieser Haltung kann der Tag seiner Erscheinung von einem zukünftigen Lehrsatz zu einer gegenwärtigen Kraft werden, die die Mühen des Alltags durchzieht und die Herzen still, aber entschieden auf den wiederkommenden Herrn ausrichtet.
Herr Jesus Christus, du geliebter Bräutigam, du kennst unser Seufzen über das, was in uns noch unvollendet ist, und du siehst unsere Schwachheit besser, als wir es selbst vermögen. Danke, dass du uns nicht verurteilst, sondern uns in deiner Liebe reifst, bis du uns auch am Leib erlöst und wir dich von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Stärke in uns die lebendige Hoffnung auf deine Wiederkunft, damit unser heutiges Leben, unser Dienst und unser inneres Ringen von der Aussicht auf deine Herrlichkeit getragen werden. Lass uns in dir wie eine Mauer des Glaubens und der Liebe stehen, treu in dem Teil des Werkes, den du uns anvertraut hast, und zugleich wachsam, deine Stimme zu hören. Erfülle unser Herz mit der Sehnsucht, die im Hohelied erklingt, und bewahre uns in der Gewissheit, dass du als gerechter Richter alles siehst und eines Tages vollkommene Gerechtigkeit und vollkommenen Lohn bringen wirst. Richte unseren Blick immer wieder weg von uns selbst hin zu dir, damit deine Gnade und deine Treue größer werden als unsere Angst und unsere Müdigkeit. Komm, Herr Jesus, und lass bis zu deinem Kommen deine Liebe und deine Hoffnung in uns lebendig bleiben. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of Song of Songs, Chapter 9