Das Wort des Lebens
lebensstudium

Die vier Stufen der geistlichen Erfahrung im Hohelied

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Manche lieben Jesus aufrichtig und doch haben sie das Gefühl, geistlich auf der Stelle zu treten. Das Hohelied zeigt, dass die Beziehung zu Christus nicht statisch ist, sondern wie eine Liebesgeschichte wächst und sich vertieft. Vom ersten Aufleuchten seiner Liebe bis zur innigen Gemeinschaft im Allerheiligsten beschreibt dieses Buch einen Weg, auf dem Christus selbst zum Inhalt, zur Kraft und zum Ziel unseres Lebens wird.

Von Christus angezogen – der Anfang der Liebesbeziehung

Am Anfang der geistlichen Reise steht kein Programm, sondern eine Person. Wenn Christus uns zum ersten Mal wirklich gewinnt, bricht etwas auf, das wir uns nicht selbst vorgenommen haben. Seine Liebe trifft das Herz, und plötzlich wird spürbar: Es gibt einen, der tiefer berührt als jede menschliche Zuneigung, der mehr befriedigt als jeder Erfolg und jedes Erleben, das uns bislang „berauscht“ hat. Im Hohelied wird diese erste Begegnung mit dem Ruf beschrieben: „Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes! Denn deine Liebe ist besser als Wein“ (Hld. 1:2). Die Geliebte entdeckt, dass die Liebe Christi besser ist als alles, was die Sinne betäubt und für einen Moment füllt. Es beginnt ein inneres Erwachen: Wir merken, dass wir für Ihn geschaffen wurden, dass unsere Unruhe ein Name hat und unsere Sehnsucht eine Adresse gefunden hat.

In der ersten Stufe werden wir von Christus angezogen und von Ihm dazu hingezogen, Ihn zu suchen, um in Ihm völlige Befriedigung zu finden (1:2–2:7). Diese Stufe umfasst vieles: das Verlangen, von Christus geküsst zu werden; die Gemeinschaft in der inneren Kammer; den Eintritt in das Gemeindeleben, indem wir den Fußstapfen der Herde folgen; verwandelt zu werden durch das Neumachen des Geistes; und teilzuhaben an der Ruhe und Befriedigung Christi. In dieser Stufe wird ein aus Gnade erretteter Sünder aufgerüttelt, von der Liebe Christi angezogen und von dem, was Er ist, bezaubert. (Witness Lee, Life-Study of Song of Songs, Botschaft zehn, S. 71)

Diese erste Anziehung bleibt nicht äußerlich. Der Herr bleibt nicht auf Distanz, sondern macht sich selbst mitteilsam. Sein Name, seine Person, wird im Hohelied mit ausströmendem Salböl verglichen. Was wir zunächst nur von außen hören – eine Predigt, ein Wort, ein Zeugnis – beginnt innerlich zu wirken: „So steht auch geschrieben: ‚Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele‘; der letzte Adam wurde zu einem Leben gebenden Geist“ (1.Kor 15:45). Christus kommt als der Leben gebende Geist in unsere Innenwelt. Das Bild des Salböls legt nahe: Er berührt nicht nur unseren Verstand, sondern durchdringt unser Inneres, durchwärmt, heilt, macht weich, wo das Herz hart geworden ist. Aus Bewunderung entsteht Vertrautheit; aus Distanz ein vorsichtiges Sich-Öffnen. Der König führt seine Geliebte in die inneren Gemächer – in die Erfahrung, dass wir bei Ihm zu Hause sind, gesehen, gekannt, angesprochen.

Mit dieser neuen Nähe öffnet sich auch ein neuer Raum: die Herde. Die Geliebte lernt, den „Fußstapfen der Herde“ zu folgen (Hld. 1:8). Wer Christus begegnet, begegnet früher oder später auch seinem Leib. Der Herr verbindet seine Liebesbeziehung mit jeder und jedem Einzelnen mit einem konkreten, sichtbaren Gemeindeleben. Dort wird sein Salböl erfahrbar, wenn sein Wort miteinander geteilt, sein Name gemeinsam angerufen wird, wenn Vergebung und Annahme nicht nur gedacht, sondern getragen und einander geschenkt werden. In dieser ersten Stufe gehören Freude, frische Eindrücke, tiefe erste Gebetserhörungen und ein neues Empfinden für Sünde und Gnade zusammen. Der Herr selbst wird unser Genuss, unsere Ruhe, unsere Zufriedenheit, auch wenn vieles noch fragil, kindlich und tastend ist.

Diese frühe Liebesphase ist kostbar und schutzbedürftig. Sie ist kein Idealzustand, der sich um jeden Preis konservieren lässt, sondern ein Anfang, den Gott ernst nimmt. Wer sich von der Liebe Christi ziehen lässt, darf wissen: Dieser Anfang wird nicht verachtet. Die Leidenschaft, das Staunen, die manchmal noch ungestüme Sehnsucht nach „mehr“ von Ihm sind Antworten auf einen Ruf, der von Ewigkeit her ausgegangen ist. Selbst wenn die Gefühle sich später verändern und der Weg anspruchsvoller wird, bleibt die Erinnerung: Es war Christus, der angefangen hat. Er hat gewonnen, angesprochen, gezogen. In dieser Gewissheit liegt eine stille Ermutigung: Die Hand, die uns anfangs in die inneren Gemächer geführt hat, lässt uns auch dann nicht los, wenn wir uns selbst nicht mehr verstehen. Der, der uns fasziniert hat, bleibt derselbe; und was Er begonnen hat, führt Er auf seine Weise zu einem guten Ziel.

Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes! Denn deine Liebe ist besser als Wein. (Hld. 1:2)

So steht auch geschrieben: „Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele“; der letzte Adam wurde zu einem Leben gebenden Geist. (1.Kor 15:45)

Wer seinen eigenen Anfang mit dem Herrn wiederentdeckt – sei es vor kurzem oder vor vielen Jahren –, wird neu daran erinnert, dass die geistliche Geschichte nicht auf unserer Entschlossenheit ruht, sondern auf der anziehenden, werbenden Liebe Christi. Die erste Stufe ist darum kein Maßstab, den es zu halten gilt, sondern ein Zeugnis: Gott selbst hat das Herz angesprochen. Diese Erinnerung kann auch in trockenen oder verwirrenden Zeiten tragen, weil sie uns zurückführt zu dem schlichten Bekenntnis: Er ist es, der mich gesucht und gefunden hat, und seine Liebe bleibt besser als alles, womit ich mich selbst zu füllen versuche.

Kreuz und Himmelfahrt – Befreiung vom Selbst und Leben als neue Schöpfung

Auf die erste Liebe folgt eine Entdeckung, die zunächst ernüchternd wirkt: Mitten in der Freude an Christus meldet sich das eigene Ich. Im Hohelied tritt der Geliebten unvermittelt eine Stimme entgegen, die sie ruft: „Mache dich auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm!“ (Hld. 2:10). Der Ton ist liebevoll, doch der Ruf führt nicht in neue Behaglichkeit, sondern „in die Felsklüfte, in das Versteck an der Felswand“ (Hld. 2:14). Das Bild verschiebt sich: Der König, der in die Kammer einlädt, ruft nun in die Welt des Felsens, ein Bild für das Kreuz. Wer Christus liebt, bleibt nicht unberührt in seiner gewohnten Art zu denken, zu fühlen, zu handeln. Ohne Drohung, aber mit Klarheit zeigt der Herr, wie stark das Selbst alles an sich zieht – selbst den Dienst für Gott, den Eifer, die Frömmigkeit.

Die zweite Stufe ist der Ruf, durch die Einsmachung mit dem Kreuz vom Selbst befreit zu werden (Hld. 2:8–3:5). Kurz gesagt ist die zweite Stufe die Stufe der Erfahrung des Kreuzes. (Witness Lee, Life-Study of Song of Songs, Botschaft zehn, S. 72)

An dieser Stelle erhält der Satz des Paulus Gewicht: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir“ (Gal. 2:20). Das Kreuz wird nicht zuerst als äußeres Leid erfahrbar, sondern als innere Entlarvung und Befreiung: Das alte Ich verliert seine absolute Geltung. Der Herr konfrontiert nicht, um zu demütigen, sondern um zu lösen. Die Felskluft ist ein Ort der Sicherheit, nicht des Sturzes: Wir werden in seine Todesgemeinschaft hineingenommen, damit das Selbst seine Herrschaft verliert. Dieses Sterben lässt sich nicht produzieren; es geschieht, weil seine Liebe uns soweit gewonnen hat, dass wir seiner Diagnose zustimmen können. Und es bleibt untrennbar mit der Kraft seiner Auferstehung verbunden. Das Hohelied schildert, wie die Geliebte den Geliebten verliert und wiederfindet, durch Nächte des Suchens hindurch – ein Bild dafür, dass das Kreuz uns in Dunkelheiten führt, in denen Christus verborgen scheint, um uns tiefer in sein Auferstehungsleben hineinzunehmen.

Aus dieser Erfahrung erwächst eine neue Lebenslage: Christus ruft nicht mehr nur „heraus“ aus dem Selbst, sondern „hinauf“ in die Himmelsstellung. In Hld. 4:8 spricht er: „Komm mit mir vom Libanon, meine Braut, mit mir vom Libanon; blicke vom Gipfel des Amana, vom Gipfel des Senir und Hermon.“ Die Sprache wechselt von Kammer und Klüften zu Höhenzügen. Amana, Senir, Hermon stehen für Wahrheit, Schutz und Sieg. Wer mit Christus gekreuzigt und in seinem Auferstehungsleben erneuert wurde, wird eingeladen, aus einer anderen Perspektive zu leben. Hier lässt 2.Kor 5:17 seine ganze Tiefe erkennen: „Wenn nun jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung. Die alten Dinge sind vergangen; siehe, sie sind neu geworden.“ Neue Schöpfung meint nicht nur einen inneren Neubeginn, sondern eine neue Zugehörigkeit: Wir werden von der Welt der alten Ordnung abgelöst und mit der Himmelfahrt Christi verbunden.

In dieser zweiten und dritten Stufe verschiebt sich der Schwerpunkt: Weg von der Frage, wie wir uns fühlen, hin zu der Frage, wo wir wirklich verortet sind. Wer in Christus ist, lebt – ob er es spürt oder nicht – aus einer Wirklichkeit, in der der entscheidende Kampf schon entschieden ist. Das Leben „von oben“ heißt nicht, die Mühen des Alltags zu ignorieren, sondern sie von der Seite des Sieges her zu betrachten, den Christus errungen hat. Die bunten, oft widersprüchlichen Erfahrungen des Kreuzes, der Auferstehung und der Himmelsstellung werden so zu einem zusammenhängenden Weg: Der Herr nimmt unser Selbst ernst genug, um es ans Licht zu bringen, und unsere Berufung ernst genug, um uns nicht unter den Angriffen des Feindes zu belassen. Wer sich von Ihm hineinrufen lässt – in die Klüfte des Felsens wie auf die Höhen von Amana –, darf hoffen: hinter der schmerzhaften Entthronung des Ichs steht die liebevolle Absicht, uns als neue Schöpfung in seinem auferstandenen und erhöhten Leben zu verankern.

Mein Geliebter hob an und sprach zu mir: Mache dich auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm! (Hld. 2:10)

Komm mit mir vom Libanon, meine Braut, mit mir vom Libanon; blicke vom Gipfel des Amana, vom Gipfel des Senir und Hermon, von der Wohnstätte der Löwen, von den Bergen der Leoparden. (Hld. 4:8)

Wer sich in Spannungen zwischen Liebe zu Christus und zähem Eigenwillen wiederfindet, steht damit mitten im Weg, den das Hohelied beschreibt. Das Selbst, das sich meldet, ist nicht das Ende der Liebesgeschichte, sondern der Anlass, tiefer mit dem Kreuz, der Auferstehung und der Himmelsstellung Christi verbunden zu werden. In dieser Perspektive verlieren selbst dunkle, widersprüchliche Phasen ihren lähmenden Charakter und werden zu Stationen der Befreiung: Nicht mehr ich muss mich optimieren, sondern Christus entfaltet sein bereits vollbrachtes Werk in meinem Leben.

Leben im Allerheiligsten – in Gott selbst wohnen

Auch das Leben in der Himmelsstellung ist nicht der letzte Horizont des Hohelieds. Es gibt einen weiteren Ruf, der noch tiefer geht: hinein in das Allerheiligste, in die unmittelbare Nähe Gottes. Das Bild, mit dem das Neue Testament diesen Bereich beschreibt, ist der Vorhang der Stiftshütte und des Tempels. Durch ihn war der Zugang zur Gegenwart Gottes begrenzt – bis Christus starb. In Matthäus 27:51 heißt es: „Und siehe, der Vorhang des Tempels wurde in zwei Teile zerrissen, von oben bis unten, und die Erde wurde erschüttert und die Felsen wurden gespalten.“ Objektiv ist der Weg frei; der Vorhang ist zerrissen. Hebräer 10:20 deutet diesen Vorhang als das Fleisch Christi, durch das uns ein „neuer und lebendiger Weg“ eröffnet ist. Dennoch erfahren wir, dass zwischen unserem Leben und der durchdringenden Nähe Gottes noch eine Schicht liegt: unser eigenes Fleisch – nicht nur grobe Sünde, sondern auch fein religiöse, fromm verbrämte Ichbezogenheit.

Die dritte Stufe besteht darin, von Christus berufen zu werden, in der Himmelfahrt als die neue Schöpfung Gottes in der Auferstehung Christi zu leben (3:6–5:1). Auf den Tod Christi folgt die Auferstehung Christi, und in Seiner Auferstehung sind wir eine neue Schöpfung. Die neue Schöpfung ist ein Erzeugnis der Auferstehung Christi. Jeder, der in Christus und in Seiner Auferstehung ist, ist eine neue Schöpfung (2.Kor. 5:17). Auferstehung und neue Schöpfung stehen in enger Beziehung zur Himmelfahrt Christi. Tatsächlich sind die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi eins. Wenn wir in Seiner Auferstehung sind, sind wir auch in Seiner Himmelfahrt. Wenn wir in der Auferstehung leben, leben wir gewiss in der Himmelfahrt. (Witness Lee, Life-Study of Song of Songs, Botschaft zehn, S. 73)

Im Hohelied spiegelt sich diese Vertiefung in der Wandlung der Liebenden. In Hld. 6:4 sagt der König: „Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem, furchtgebietend wie Heere mit Panieren.“ Tirza und Jerusalem sind nicht nur poetische Bilder der Schönheit, sondern Namen konkreter Städte – Sinnbilder für Gottes Wohnstätte, für seine geordnete, von seiner Gegenwart geprägte Gemeinschaft. Die Geliebte wird nicht nur als anziehende Person beschrieben, sondern als etwas, worin Gott wohnen kann. Damit tritt eine neue Dimension hervor: Wer Christus folgt, soll nicht nur von seiner Liebe leben, nicht nur als neue Schöpfung in seiner Himmelfahrt stehen, sondern selbst zu einer Wohnstätte Gottes werden. Hier beginnt die Erfahrung des Lebens „innerhalb des Vorhangs“: Gott teilt sein eigenes Innere mit dem Menschen, und der Mensch wird zu einem Ort, an dem Gott sich niederlassen kann.

Diese vierte Stufe setzt voraus, dass das Selbst am Kreuz behandelt und die neue Schöpfung in der Auferstehung Christi verankert wurde. Nun aber richtet sich das Wirken des Herrn auf die subtilen Schichten des Fleisches. Es geht nicht mehr nur um offensichtliche Verfehlungen, sondern um jene leisen Eigenbewegungen, die sich sogar hinter geistlichen Aktivitäten verbergen können: Ehrgeiz im Dienst, Selbstbestätigung durch geistliche Erkenntnis, Kontrolle in Beziehungen, die sich als Verantwortung ausgibt. Der Herr führt hier nicht mit harter Hand, sondern mit einer vertieften Erfahrung des Kreuzes: Er bringt Situationen, in denen unsere raffinierten Strategien nicht mehr tragen, in denen wir im Allerheiligsten, vor seinem Angesicht, nichts mehr vorweisen können als unsere Bedürftigkeit. Gerade dort entfaltet sich die Schönheit eines Lebens, das in Gott verborgen ist. Gottes Gegenwart wird nicht mehr nur gesucht,wenn wir sie dringend brauchen, sondern sie wird der leise, aber dauerhafte Mittelpunkt, von dem aus alles andere bewertet wird.

Wer innerhalb des Vorhangs lebt, wird nach außen hin oft unspektakulär erscheinen. Vieles spielt sich im Verborgenen ab. Jesus verweist auf diese verborgene Dimension, wenn er sagt: „damit dein Almosen im Verborgenen sei; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten“ (Mt. 6:4). Ein Leben im Allerheiligsten ist nicht primär von sichtbaren Erfolgen, sondern von jener unscheinbaren Treue geprägt, in der Gott selbst der Zeuge und Lohn bleibt. Im Licht seiner Gegenwart relativieren sich manche Fragen, die uns früher beherrschten: Wie werde ich gesehen? Wie schneide ich im Vergleich zu anderen ab? An ihre Stelle tritt die einfache Frage: Wie sieht Er auf dieses Leben, auf diese Entscheidung, auf dieses verborgene Gebet? So werden die Liebenden Christi immer mehr dem ähnlich, was Jerusalem in der Schrift bedeutet: eine Stadt, die von der Herrlichkeit Gottes erleuchtet ist, in der Er alles in allem ist.

Und siehe, der Vorhang des Tempels wurde in zwei Teile zerrissen, von oben bis unten, und die Erde wurde erschüttert und die Felsen wurden gespalten. (Mt. 27:51)

einen Eintritt, den Er uns eröffnet hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heißt durch Sein Fleisch, (Hebr. 10:20)

Die Aussicht, als neue Schöpfung im Allerheiligsten zu leben, stellt das geistliche Leben in einen weiten Horizont. Vergangene Wege – Anziehung, Kreuz, Auferstehung, Himmelfahrt – erscheinen nicht als lose Episoden, sondern als Stationen eines Weges, auf dem Gott sich selbst mit dem Menschen verbindet. Wer Schritt für Schritt lernt, Gottes Gegenwart im Verborgenen höher zu achten als sichtbare Bestätigung, erfährt etwas von der inneren Ruhe und Würde dieser vierten Stufe: Das Leben wird weniger von äußeren Schwankungen bestimmt und mehr von der schlichten Gewissheit, in Gott zu wohnen und für Ihn eine Wohnstätte zu sein.


Herr Jesus, führe uns im Licht Deines Wortes und schenke uns Gnade, die gezeigte Wahrheit nicht nur zu verstehen, sondern im Alltag aus Deinem Leben zu erfahren. Bewahre uns in Deiner Gegenwart, damit unser Denken, Reden und Dienen von Dir geprägt wird und Dein Name in der Gemeinde verherrlicht wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Song of Songs, Chapter 10