Das Wort des Lebens
lebensstudium

Der Brandopfer-Christus zur Zufriedenheit Gottes (7) — Das Erleben des Christus in Seinen Erfahrungen und das Darbringen des von uns erlebten Christus und IHN Gott als unser Brandopfer gemäß unserer Erfahrungen mit Ihm darbringen (3)

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Viele Christen sehnen sich danach, nicht mehr aus eigener Kraft zu leben, sondern Christus als ihre tägliche Lebensquelle wirken zu lassen. Doch oft bleibt dieses Sehnen eine Theorie, weil wir gewohnt sind, aus dem Selbst zu handeln, statt Christus in allen Lebenslagen wirken zu lassen. Die Spannung liegt in der Frage, wie unser inneres Erleben von Christus so wachsen kann, dass wir Ihn nicht nur empfangen, sondern Ihn auch als Brandopfer vor Gott darbringen können.

Christus wohnen lassen: Vom Selbst zur göttlichen Weisheit

Oft zeigt sich das Leben in der Geschwindigkeit unserer Reaktionen: wir antworten aus Gewohnheit, aus Sorge um unser Ansehen oder aus innerer Unruhe. Wenn Christus jedoch in unser Inneres hineingelassen wird, verändert sich nicht nur das Verhalten, sondern die Quelle des Verhaltens. Es heißt: „sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott vorherbestimmt hat, vor den Zeitaltern, zu unserer Herrlichkeit.“ Diese verborgene Weisheit tritt hervor, wenn das eigene Ich zur Ruhe kommt und Christi Leben in uns Raum gewinnt; dann werden Entscheidungen nicht mehr primär aus Selbstschutz oder Eigensinn getroffen, sondern aus einer göttlicheren Klugheit, die Menschen baut und Situationen klärt.

Um durch Christus Dinge zu tun, müssen wir beten: „Herr, wohne in mir. Ich bin gekreuzigt worden; es ist nicht mehr ich, der lebt. Herr, ich will nichts mehr aus eigener Kraft tun – ich will alles durch Dich tun. Tatsächlich, Herr, möchte ich Dich in mir wohnen lassen und alles für mich tun lassen.“ Wenn wir Christus in uns wohnen lassen und alles für uns tun lassen, wird Er zu unserer Weisheit. (Witness Lee, Life-Study of Leviticus, Botschaft neun, S. 82)

Die praktische Folge ist nicht bloß moralische Verbesserung, sondern eine innere Umgestaltung. Es bleibt dabei eine lebendige Realität, dass Christus uns stärkt – „Alles vermag ich in Ihm, der mich stark macht“ – und gerade diese Stärke erlaubt es, im Alltag sanftmütig und weise zu reagieren. Das bedeutet konkret nicht, eigene Initiative zu negieren, sondern die Initiative Christi durch unser Inneres wirken zu lassen, so dass unsere Worte und Taten die Spur Seiner Weisheit tragen. Wer dies erlebt, befindet sich in einem Wandel, der mit dem leisen, aber beständigen Einfluß des Geistes zusammenhängt und die Tiefe unserer Beziehungen und Entscheidungen verändert.

Abschließend bleibt die Einladung zur beharrlichen inneren Aufmerksamkeit: wenn Christus zur lebendigen Weisheit wird, verwandelt sich die Kleidung unseres Denkens und Fühlens. Aus dieser Verwandlung entspringt eine ruhige Zuversicht, die nicht auf Erfolgen beruht, sondern auf dem Erleben Seiner Gegenwart; das macht das alltägliche Leben zu einem Ort, an dem Gottes Weisheit sichtbar wird und andere ermutigt.

sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott vorherbestimmt hat, vor den Zeitaltern, zu unserer Herrlichkeit. (1.Kor 2:7)

Alles vermag ich in Ihm, der mich stark macht. (Phil. 4:13)

Die Gegenwart Christi als praktischen Ratgeber schafft eine neue Normalität: nicht ein sporadisches moralisches Bemühen, sondern ein inneres Behütetsein, das unsere Entscheidungen leitet und Beziehungen heilt. In dieser Weise wird Anbetung nicht nur ein Ritual, sondern die Art, wie Alltag geformt wird — still, beständig und kraftvoll.

Christus als Brandopfer erfahren: Innere Reinigung und Opfergabe

Das Bild des Brandopfers zeichnet sich dadurch aus, dass alles vollkommen dem Vater dargebracht und in Flammen verwandelt wird; es ist ein Symbol für ein Leben, das ganz auf Gott ausgerichtet ist. In der Bibel gehört zur Reinigung des Opfers auch das innere Waschen, das im Alten Bund angedeutet ist und im Neuen Bund durch den Geist erlebt wird. Es heißt: „rettete Er uns, nicht aus Werken in Gerechtigkeit, die wir getan hätten, sondern nach Seiner Barmherzigkeit, durch die Waschung der Wiedergeburt und die Erneuerung des Heiligen Geistes,“ — diese Erfahrung der Reinigung macht es möglich, dass der erlebte Christus in uns nicht befleckt bleibt, sondern zu einem darbringbaren Brandopfer wird.

Schließlich können wir Christus als Brandopfer erleben, und zwar darin, dass Er in Seinem Sein vom Heiligen Geist vor Befleckung bewahrt wird. In 3. Mose wird dies durch das Waschen der Beine und des Inneren des Brandopfers angedeutet. Paulus verweist auf unsere Erfahrung dieser Waschung in 1. Korinther 6:11 und Titus 3:5. In 1. Korinther 6:11 heißt es: „Ihr seid abgewaschen … durch den Geist unseres Gottes.“ Wenn wir Tag für Tag diese Waschung erfahren und Christus dann als unser Brandopfer darbringen, werden wir Ihn entsprechend unserer Erfahrung darbringen können. (Witness Lee, Life-Study of Leviticus, Botschaft neun, S. 86)

Wenn der erlebte Christus zum Brandopfer gebracht wird, wird Anbetung konkret und persönlich; dann ist es nicht nur ein theologisches Konzept, sondern ein tägliches Opfer eines innerlich gereinigten Lebens. Dieses Darbringen ist kein Akt des Drucks, sondern die natürliche Reaktion eines Herzens, das die Tiefe der Erlösung gekostet hat. Die Konsequenz ist, dass das Leben vor Gott zu einer anhaltenden Danksagung und zu einem Duft wird, der dem Vater Wohlgefallen bringt; aus der Erfahrung der Reinigung erwächst eine Opfergabe, die sowohl demütig als auch freudig ist.

So bleibt die Hoffnung, dass das Brandopfer nicht eine einmalige Geste bleibt, sondern eine fortdauernde Weise des Lebens wird: getragen von der Gewissheit, dass Reinigung und Gabe Hand in Hand gehen, und getragen von der Zusage, dass der Geist die nötige Reinheit schenkt, damit unser Darbringen Gott wirklich erfreut.

rettete Er uns, nicht aus Werken in Gerechtigkeit, die wir getan hätten, sondern nach Seiner Barmherzigkeit, durch die Waschung der Wiedergeburt und die Erneuerung des Heiligen Geistes, (Tit. 3:5)

Denn dazu seid ihr berufen worden, weil auch Christus für euch gelitten und euch damit ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr Seinen Fußstapfen folgen könnt, (1.Pet. 2:21)

Das Erleben der Reinigung durch den Geist macht das Darbringen Christi möglich und echt: nicht als Leistung, sondern als Ausdruck eines gereinigten Herzens. Auf diese Weise wird Anbetung innerlich verwurzelt und das alltägliche Leben dient als beständige Opfergabe, die Gottes Wohlgefallen sucht und zugleich Frieden schenkt.

Sein Inwendiges und Sein Wandel: Gezielte Nachfolge in Erfahrung

Das Innere Christi umfasst Denken, Gefühl, Wollen — jenes Zentrum des Menschen, das die Richtung des Lebens bestimmt. Die Schrift mahnt dazu: „Lasst diesen Sinn in euch sein, der auch in Christus Jesus war,“ und dieses Wort deutet auf eine radikale Verwandlung hin: nicht nur Verhaltensänderung, sondern eine Neuausrichtung des Sinnes. Wenn der Sinn Christi im Inneren wohnt, werden Motive gereinigt, Liebe erneuert und Absichten auf das Reich Gottes gelenkt; so wird das Herz zur Quelle eines Gangbildes, das dem Vorbild Jesu entspricht.

G. In seinem Inneren Das Innere Christi umfasst alle Bereiche seines Wesens, sein Denken, Fühlen, Wollen und sein Herz mit all ihren Funktionen. Die leitende Funktion unseres inneren Wesens ist der Sinn. „Lasst diesen Sinn in euch sein, der auch in Christus Jesus war,“ (Phil. 2:5). Der Sinn, der in Christus war, soll auch heute in uns sein. (Witness Lee, Life-Study of Leviticus, Botschaft neun, S. 84)

Der Wandel der Beine, das Sichtbarwerden des inneren Wandels im äußeren Leben, folgt dem inneren Geschehen. Nachfolge zeigt sich dann in der Art zu gehen, zu dienen und zu sprechen — nicht als Nachahmung einer Form, sondern als lebendiges Ausdrucksbild dessen, was innen gewirkt ist. Die Nachahmung Christi wird zur praktischen Wirklichkeit, weil Sein inneres Leben in uns ausgegeben wird; dadurch entsteht ein Zeugnis, das andere anzieht und ermutigt, weil es aus Wahrhaftigkeit und nicht aus Selbstdarstellung kommt.

Am Ende bleibt die Einladung zur Geduld und zum beständigen Verweilen im Geist: je mehr der Sinn Christi unser Inneres durchdringt, desto natürlicher wird Sein Gang in uns sichtbar. Daraus entspringt eine ruhige Kraft, die nicht zwingt, sondern ausstrahlt, und die das Leben zu einem fortwährenden Zeugnis Seiner Gegenwart formt.

Lasst diesen Sinn in euch sein, der auch in Christus Jesus war, (Phil. 2:5)

Denn dazu seid ihr berufen worden, weil auch Christus für euch gelitten und euch damit ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr Seinen Fußstapfen folgen könnt, (1.Pet. 2:21)

Wenn inneres Erleben und äußerer Wandel zusammenkommen, wird Nachfolge nicht zur äußeren Leistung, sondern zur treuen Entfaltung eines in Christus verwandten Lebens. Diese Einheit von Inwendigem und Wandel schenkt Stabilität und macht das Leben zu einem stillen, wirksamen Zeugnis der Gnade.


Herr Jesus, lehre uns, immer tiefer in Dein Leben einzutauchen, damit Du in uns zur Weisheit wirst und unser Inneres und unser Gang erneuerst. Schenke uns die Gnade, den erfahrenen Christus Dir als ein wohlgefälliges Opfer darzubringen, und erfülle uns mit Hoffnung und Frieden, dass Dein auferstandenes Leben in uns wirkt. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Leviticus, Chapter 9