Das Wort des Lebens
lebensstudium

Die priesterlichen Gewänder (10)

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Die Kleider des Priesters sind mehr als religiöse Ornamente; sie sind gezeichnete Offenbarungen, die zeigen, wie Gott seine versammelte Gemeinde in Christus aufnimmt. Vor dem Hintergrund der Beschreibung der Brustplatte und der Schulterplatten stellt sich die Frage: Was lehrt uns diese Typologie über das innige Verhältnis zwischen Christus und seinem Volk — besonders wenn das Leben Druck und Zweifel bringt?

Das Ephod als Bild von Christus mit der Gemeinde

Das Ephod tritt in 2. Mose nicht bloß als schmückendes Kleidungsstück hervor, sondern als ein dichterisches Bild der Person Christi, die sich in Beziehung zur Gemeinde offenbart. Die Schulterschilder rücken die Gemeinde in die Nähe des Priesters — sie sind wie Zeugen, die auf den Schultern ruhen und somit Teil seines Handelns und seiner Repräsentation werden. In der Heilswirklichkeit ist die Gemeinde nicht etwas Anhängiges an Christus; sie ist das, was Er trägt und womit Er sich vor Gott darstellt.

Der Ephod ist das Symbol des Ausdrucks Christi. Auf ihm – als Ausdruck Christi – befindet sich die Gemeinde. Die Brustplatte, aus zwölf in Gold gefassten kostbaren Steinen, steht für die Heiligen: verwandelte, kostbare Steine, die in der göttlichen Natur Christi zusammengefügt sind, damit sie ein einziges Wesen bilden. (Witness Lee, Life-Study of Exodus, Botschaft einhundertfünfundzwanzig, S. 1397)

Die Brustplatte mit ihren kostbaren Steinen macht diese Wahrheit noch deutlicher: Die zwölf Steine symbolisieren die Heiligen als verwandelte, wertvolle Steine, eingebettet und zusammengefügt in der göttlichen Natur dessen, der sie trägt. Wie die Schrift sagt, heißt es von der Brusttasche: „So soll Aaron an der Brusttasche für den Rechtsspruch die Namen der Söhne Israel auf seinem Herzen tragen…“ (2. Mose 28:29). Daraus folgt die Deutung, dass die Gemeinde nicht nur von Christus repräsentiert, sondern innerlich mit ihm verbunden und in sein eigenes Wesen hineingenommen ist.

So soll Aaron an der Brusttasche für den Rechtsspruch die Namen der Söhne Israel auf seinem Herzen tragen, wenn er ins Heiligtum hineingeht, um sie beständig vor dem HERRN in Erinnerung zu bringen. (2. Mose 28:29)

Wenn das Bild des Ephods zeigt, wie Christus die Gemeinde auf seinen Schultern und auf seinem Herzen trägt, so öffnet sich die Einladung zu einer Ruhe, die nicht aus eigener Leistung kommt, sondern aus der Gewissheit, in Christus verwahrte Gemeinschaft zu sein. Das ist tröstlich und zugleich herausfordernd: Es legt nahe, dass unsere Identität und unser Wert nicht außerhalb, sondern innerhalb der lebendigen Person des Herrn befestigt sind — ein Grund, zu vertrauen und in der Gemeinschaft standhaft zu bleiben.

Göttlichkeit, Geist und Menschheit als verbindende Elemente

Die handwerklichen Details des Ephods — die goldenen Ketten, die Ringe und die Schnüre aus Purpur — sind theologisch aufgeladen und verdienen konkrete Beachtung. Die Ketten aus reinem Gold, die an der Brusttasche gedreht sind, wirken wie eine sichtbare Verbindung zwischen dem Träger und dem, was er trägt; die Ringe befestigen und halten, die Schnüre verbinden die Teile zu einem Ganzen. Dass diese Elemente aus unterschiedlichen Materialien bestehen, weist darauf hin, dass in Christus Verschiedenes zusammenkommt und dennoch Einheit bildet.

Die beiden goldenen Ketten symbolisieren Christi göttliche Natur als verbindendes Element; die goldenen Ringe an den Enden der Brustplatte stehen für den Geist Christi als haltendes Element. Während die Ketten auf Christi Göttlichkeit verweisen, deuten die Leinenbänder auf Seine Menschheit. So ist die Gemeinde einerseits durch Seine Göttlichkeit, andererseits durch Seine Menschheit mit Christus verbunden. (Witness Lee, Life-Study of Exodus, Botschaft einhundertfünfundzwanzig, S. 1399)

Wenn man diese Zeichen deutet, zeigt sich ein vielschichtiges Bild: Die goldenen Ketten deuten auf die göttliche Natur Christi als die verbindende Wirklichkeit, die Ringe sprechen vom haltenden Wirken seines Geistes, die Leinenbänder verweisen auf seine menschliche Seite, die in Einfachheit und Treue mitwirkt. Das Wort beschreibt handwerkliche Verbindungen, etwa: „und die zwei goldenen Schnüre befestigten sie an den beiden Ringen an den Enden der Brusttasche“ (2. Mose 28:24). Solche Beobachtungen führen zur Schlussfolgerung, dass die Gemeinde durch die göttliche Natur, durch den Geist und durch die Menschheit Christi zugleich verbunden und zusammengehalten wird — eine Einheit, die weder abstrakt noch einseitig ist, sondern lebendig und relationell.

und die zwei goldenen Schnüre an den beiden Ringen an den Enden der Brusttasche befestigt. (2. Mose 28:24)

Die beiden (anderen) Enden der zwei Schnüre aber sollst du an den beiden Einfassungen befestigen und sie (so) an den Schulterstücken des Ephods befestigen, an seiner Vorderseite. (2. Mose 28:25)

Vor diesem Hintergrund wirkt die Gemeinde nicht wie ein Flickwerk, sondern wie ein in sich tragfähiges Gefüge, gehalten von der Göttlichkeit, dem Geist und der Menschheit Christi. Diese Vorstellung ermutigt dazu, Gemeinschaft nicht als Projekt einzelner zu sehen, sondern als Produkt der verbindenden Vielfalt dessen, der uns trägt — ein Grund, in gegenseitiger Sanftmut und Aufrichtigkeit beieinander zu bleiben und die Tiefe dieser Einheit zu schätzen.

Die Brustplatte als tröstliches Denkmal vor Gott

Die Brustplatte war nicht nur dekorativ; sie war ein erinnerndes Denkmal, das der Hohepriester auf der Brust trug. Beim Eintritt in den heiligen Raum trug Aaron die Namen der Stämme auf seinem Herzen — ein beständiges Vor-bringen vor den HERRN. Wie es heißt: „…wenn er ins Heiligtum hineingeht, um sie beständig vor dem HERRN in Erinnerung zu bringen.“ (2. Mose 28:29). Dieses Bild lässt sich unmittelbar auf Christus übertragen: Er ist der, der uns vor Gott trägt, uns ins Gedächtnis bringt und uns als sein liebliches Denkmal präsentiert.

So soll Aaron an der Brusttasche für den Rechtsspruch die Namen der Söhne Israel auf seinem Herzen tragen, wenn er ins Heiligtum hineingeht, um sie beständig vor dem HERRN in Erinnerung zu bringen. (Witness Lee, Life-Study of Exodus, Botschaft einhundertfünfundzwanzig, S. 1403)

In Nöten und Ungewissheit bietet diese Vorstellung Trost: Es gibt kein namenloses Leiden, kein anonymes Ringen — unsere Namen sind auf dem Herzen dessen geschrieben, der für uns eintritt. Die Brusttasche barg zudem die Urim und Tummim, Zeichen des Rechtsurteils und der Leitung, und zeigt so, dass das Gedenken an Gottes Volk nicht nur sentimental, sondern in Rechtsstellung und Verantwortung steht. Daraus ergibt sich eine praktische Folgerung: Inmitten von Zweifeln bleibt die Gewissheit, dass wir vor Gott präsent und in liebevoller Fürsorge gehalten sind.

So soll Aaron an der Brusttasche für den Rechtsspruch die Namen der Söhne Israel auf seinem Herzen tragen, wenn er ins Heiligtum hineingeht, um sie beständig vor dem HERRN in Erinnerung zu bringen. (2. Mose 28:29)

In die Brusttasche für den Rechtsspruch aber lege die Urim und die Tummim, damit sie auf dem Herzen Aarons sind, wenn er vor den HERRN hineingeht! So soll Aaron den Rechtsspruch für die Söhne Israel beständig vor dem HERRN auf seinem Herzen tragen. (2. Mose 28:30)

Zu bedenken, dass Christus uns vor dem Vater trägt, schenkt Zuversicht in Dunkelheit und Richtung in Unklarheit. Es ist ein Ruf zur Ruhe und zugleich ein Ansporn, das eigene Leben als in seiner Obhut gewiss zu betrachten — nicht aus Stolz, sondern aus der tröstlichen Gewissheit, dass unsere Namen auf dem Herzen dessen sind, der uns liebt.


Herr Jesus, danke, dass du uns nicht nur äußerlich betrachtest, sondern uns auf deinem Herzen trägst und durch deine Göttlichkeit, deinen Geist und deine Menschheit verbindest. Schenke uns Ruhe in deinem Gedächtnis vor Gott und die Gewissheit, in deiner Liebe gehalten und von deiner Stärke getragen zu sein. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Exodus, Chapter 125