Der treue Zeuge Gottes für das Zeugnis Jesu – Vertiefung
Offenbarung 1 beginnt mit einer gewaltigen Aussage: „Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muß“ (V. 1). Gleich darauf heißt es von Johannes, dass er „das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat, alles, was er sah“ (V. 2). Und in Vers 5 wird uns Christus vorgestellt als „der treue Zeuge“.
Was bedeutet es, dass Christus der treue Zeuge ist?
Ein Zeuge ist jemand, der etwas sichtbar macht, der etwas bezeugt, was andere nicht sehen. Niemand hat Gott je gesehen; „der einziggeborene Sohn, der in der Brust des Vaters ist, Er hat Ihn kundgetan“ (Joh. 1:18). Christus ist der Zeuge Gottes, weil Er Gott vollkommen zum Ausdruck bringt. Sein ganzes Sein, Sein Reden, Sein Tun – alles ist das Bezeugen dessen, wer und wie Gott ist.
In Johannes 5 spricht der Herr viel über das Zeugnis: Er sagt, dass der Vater von Ihm zeugt, dass Seine Werke von Ihm zeugen, dass die Schrift von Ihm zeugt (Joh. 5:31–37). In Johannes 8:14 sagt Er sogar: „Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe“. Er ist der treue Zeuge, weil Er aus der Ewigkeit kommt, den Vater kennt und Ihn ohne Abweichung darstellt.
Offenbarung 1:5 verbindet dieses Zeugnis mit Seinem Erlösungswerk: „Ihm, der uns liebt und uns durch Sein Blut von unseren Sünden befreit hat“. Der treue Zeuge ist zugleich der Erlöser. Das Zeugnis Gottes ist nicht nur Lehre, sondern ein Mensch – der Gott-Mensch – der uns liebt, uns durch Sein Blut reinigt und uns in eine lebendige Beziehung mit Gott hineinbringt.
Christus ist der Zeuge Gottes, das Zeugnis und der Ausdruck Gottes; die Gemeinde ist das Zeugnis und der Ausdruck Christi; als solche ist die Gemeinde die Vervielfältigung des Zeugnisses und des Ausdrucks Gottes in Christus (Offb. 1:5).
Gott wollte von Anfang an einen Ausdruck von Sich Selbst in einem korporativen Menschen: „Laßt Uns den Menschen machen in Unserem Bild, gemäß Unserer Gleichgestalt“ (1.Mose 1:26). Christus ist der wahre Mensch nach Gottes Herzen, das vollkommene Bild Gottes. Die Gemeinde ist dann der vergrößerte Christus, Sein Leib, Sein Ausdruck in vielen Gliedern (vgl. 1.Kor. 12:12).
So zeigt uns das Buch der Offenbarung den offenbarten Christus und die bezeugende Gemeinde, die das Zeugnis Jesu ist. Christus ist das Zeugnis Gottes; die Gemeinde ist das Zeugnis Jesu – der vergrößerte Christus als der korporative Ausdruck des Dreieinen Gottes (Joh. 1:18; 5:31–37; 8:14; Offb. 1:2, 5, 9; 19:10).
„Das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung“ (Offb. 19:10). Alles wahre prophetische Reden, jede echte Offenbarung, hat einen Inhalt: Jesus Selbst. Wo Jesus nicht als der Ausdruck Gottes bezeugt wird, ist es nicht der Geist der Weissagung.
Die sieben goldenen Leuchter – das Zeugnis Jesu in der Gemeinde
In Offenbarung 1:9–12 sehen wir Johannes auf Patmos:
„Ich, Johannes, euer Bruder und Mitteilhaber an der Trübsal und am Königreich und am standhaften Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, wegen des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu. Ich war im Geist am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine laute Stimme wie die einer Posaune … Und ich wandte mich um, um nach der Stimme zu sehen, die mit mir sprach; und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter“ (V. 9–12).
Diese sieben goldenen Leuchter sind das Zeugnis Jesu (Offb. 1:20). Sie sind golden – göttlich der Natur nach; sie leuchten in der Finsternis; und sie sind identisch miteinander.
Der goldene Leuchter – der Dreieine Gott als Muster
Der Leuchter im Heiligtum des Alten Testaments ist das Vorbild. In 2. Mose 25:31–40 gebietet Gott Mose, einen Leuchter aus reinem Gold in getriebener Arbeit zu machen, mit sieben Lampen. Sacharja 4:2–10 zeigt uns denselben Leuchter „ganz aus Gold“, mit einem Ölgefäß obenauf und sieben Lampen, die durch das Öl – ein Bild des Geistes – gespeist werden.
Der goldene Leuchter symbolisiert den Dreieinen Gott:
- Der Vater als die Substanz (das Gold)
- Der Sohn als die Verkörperung (die Gestalt des Leuchters)
- Der Geist als der Ausdruck (das Leuchten der sieben Lampen)
In Offenbarung 1:10–12 wird dieser Leuchter mit den Gemeinden verbunden. Der Geist, der in Sacharja als Öl fließt („nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist“, Sach. 4:6), wird in Offenbarung durch die Gemeinden verwirklicht. Der Geist wird durch die Gemeinden völlig zum Ausdruck gebracht, und die Gemeinden sind das Zeugnis Jesu.
Die Gemeinden als Leuchter – der korporative Ausdruck Jesu
Die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden (Offb. 1:20). Sie sind nicht sieben verschiedene Arten von Leuchtern, sondern sieben identische Leuchter an sieben Orten. Das zeigt:
- Alle örtlichen Gemeinden haben dieselbe göttliche Natur (Gold)
- Sie haben dieselbe Funktion – zu leuchten
- Sie sind gemeinsam der eine Ausdruck Christi auf der Erde
Wenn der Herr in Apostelgeschichte 9:4–5 zu Saulus sagt: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“, identifiziert Er sich mit Seinem Leib. Die verfolgte Gemeinde ist der verfolgte Christus. Was wir in 1.Korinther 12:12 sehen – ein Leib, viele Glieder, aber Christus – wird in Offenbarung als Leuchter dargestellt: ein Christus, viele Gemeinden, ein Zeugnis.
Um die goldenen Leuchter als das Zeugnis Jesu, den korporativen Ausdruck Jesu, zu erfahren, müssen wir mit dem Geist Jesu erfüllt sein (Apg. 16:7). Wie geschieht das praktisch?
- Indem wir beständig den Namen des Herrn Jesus anrufen: „Niemand kann sagen: Herr Jesus, außer im Heiligen Geist“ (1.Kor. 12:3).
- Indem wir im einen Geist getränkt werden (1.Kor. 12:13).
- Indem wir den Herrn anrufen: „Denn es ist kein Unterschied zwischen Jude und Grieche; denn derselbe Herr von allen ist reich für alle, die ihn anrufen. Denn: Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden“ (Röm. 10:12–13).
- Indem wir aus der Tiefe zu Ihm schreien (Klgl. 3:55–56).
So werden wir Brüder und Mitteilhaber „an der Trübsal und am Königreich und am standhaften Ausharren in Jesus“ (Offb. 1:9–10) und tragen die „Malzeichen Jesu“ an unserem Leib (Gal. 6:17). Das Zeugnis Jesu ist nicht nur Lehre, sondern ein Leben, das in Trübsal, im Reich und im Ausharren in Jesus steht.
Getriebenes Gold – unsere Teilhabe an den Leiden Christi
Der Leuchter in 2. Mose 25:31 ist aus reinem Gold, aber dieses Gold ist „in getriebener Arbeit“ geformt. Es wurde nicht gegossen, sondern geschlagen, gehämmert, bearbeitet. Das ist ein tiefes Bild für die Teilhabe der Gläubigen an den Leiden Christi (Kol. 1:24).
Alles, was in unserer Umgebung geschieht, ist für das Hervorbringen des getriebenen Leuchters. Gott hat ein Ziel: dass Christus als der Leuchter in uns Gestalt gewinnt, dass wir Ihm gleichförmig werden, damit Er durch uns leuchten kann.
Gott durch Umstände kennen lernen
Hosea 6:1–3 ruft uns: „Kommt und laßt uns zum HERRN zurückkehren! Denn er hat zerrissen, und er wird uns heilen; er hat geschlagen, und er wird verbinden … und wir werden erkennen, wir werden nachjagen, um den HERRN zu erkennen“. Paulus sagt: „um ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden“ (Phil. 3:10a).
Wenn wir unseren Verstand darauf ausrichten, Gott zu kennen – indem wir uns dem inneren Wirken des Geistes und der äußeren Umgebung unterordnen –, wird jeder Umstand zu einer Gelegenheit, Ihn kennenzulernen. Paulus war „ein Gesandter in Ketten“ (Eph. 6:20); Joseph trug den Ring des Pharao (1.Mose 41:42), aber der Weg dahin führte durch Gefängnis und Erniedrigung.
Zweite Korinther 4:16–18 zeigt uns, wie Gott durch Leiden arbeitet: „Denn die momentane leichte Drangsal bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare“. Und 2.Korinther 12:7–9 zeigt, wie der Dorn im Fleisch dazu dient, dass die Kraft Christi in unserer Schwachheit wohnt.
Wenn ein Mensch in seinem Leben Gott nicht kennenlernt, hat er sein ganzes Leben vergeudet. Jesaja 7:14–15 zeigt uns den Immanuel, der „Butter und Honig essen“ wird – ein Bild dafür, dass der Mensch gewordene Gott durch Erfahrungen der Beschränkung und des Lernens geht. Zweite Korinther 5:14–15 sagt, dass Christus für alle gestorben ist, „damit die, die leben, nicht mehr Sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist“.
Leiden als Begegnung mit dem großen Licht
Der entscheidende Punkt ist nicht, ob wir Leiden haben – die haben alle –, sondern ob wir dem Herrn inmitten von Schwierigkeiten und Prüfungen als dem großen Licht begegnen. Paulus sagt in 2.Korinther 1:8–9, dass er übermäßig beschwert war, „so daß wir sogar am Leben verzweifelten“, damit er nicht auf sich selbst vertraue, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt.
Epheser 1:17 spricht vom „Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst“. Lukas 1:78–79 zeigt uns den „Aufgang aus der Höhe“, der denen erscheint, „die in Finsternis und Todesschatten sitzen“. Wenn das Licht des Herrn in unsere Dunkelheit hineinscheint, werden Leiden zu einem Ort der Offenbarung.
Der Sohn des Menschen inmitten der Leuchter – die Gegenwart des lebendigen Christus
Das Leuchten des goldenen Leuchters dient dazu, dass die Menschen die Vision von dem herrlichen Christus als dem Sohn des Menschen sehen, der inmitten der Gemeinden wandelt.
In Offenbarung 1:12–18 sieht Johannes:
- sieben goldene Leuchter
- in ihrer Mitte „einen gleich einem Sohn des Menschen“
- Seine Augen wie eine Feuerflamme
- Seine Füße wie glänzende Bronze
- Sein Angesicht leuchtend wie die Sonne in ihrer Kraft
Und in Offenbarung 2:1 wird Er beschrieben als der, „der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt“.
Das bedeutet:
- Christus ist heute inmitten der Gemeinden
- Er ist der Sohn des Menschen – Er kennt unsere Lage, Er ist mit uns eins geworden
- Er ist zugleich der ewige, lebendige Herr: „Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige; und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig in alle Ewigkeit“ (Offb. 1:17–18).
Wenn wir Ihn so kennen – als den, der in Ewigkeit lebt und inmitten der Gemeinden wandelt –, können wir uns allezeit Seiner Gegenwart in unserem Geist gewiss sein.
2Timotheus 4:22 sagt: „Der Herr sei mit deinem Geist“. Hebräer 7:25 sagt, dass Er „immerdar lebt, um für sie Fürbitte zu tun“. Hebräer 9:24 sagt, dass Er „jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes erscheint“. Und 4.Mose 6:22–27 zeigt uns den priesterlichen Segen: „Der HERR lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig“.
Er wird uns niemals im Stich lassen noch uns verlassen (5.Mose 31:6). Das Leuchten des Leuchters ist die Erfahrung Seiner gegenwärtigen, priesterlichen, segnenden Gegenwart in unserem Geist und in der Gemeinde.
Das tägliche Leuchten – geweidet, errettet, wiederhergestellt, belebt, vergöttlicht
Offenbarung 1:14b–15a, 16b; 4:5; 5:6 zeigen uns den Herrn Jesus als den, der mit Augen wie eine Feuerflamme inmitten der Leuchter wandelt, dessen Füße wie glänzende Bronze sind und dessen Angesicht wie die Sonne leuchtet. Die sieben Lampen des Leuchters sind „die sieben Geister Gottes“ (Offb. 4:5; 5:6) – der eine Geist in Seiner siebenfältigen Intensität, um in der Finsternis des Zeitalters zu leuchten.
Lukas 1:78–79 spricht vom „Aufgang aus der Höhe“, der uns besucht, „um denen zu erscheinen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, um unsere Füße auf den Weg des Friedens zu richten“. Zweite Korinther 4:6–7 sagt, dass Gott in unsere Herzen geleuchtet hat, „zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi“.
Dieses Leuchten ist nicht nur Erkenntnis, sondern Weiden:
- Es errettet uns aus der Finsternis und aus uns selbst
- Es stellt uns wieder her, wenn wir gefallen sind
- Es belebt uns, wenn wir matt sind
- Es vergöttlicht uns, indem es uns in Sein Bild verwandelt (Spr. 4:18; Mal. 3:20; Ps. 80:2–4, 8, 16–20).
Psalm 22:1 zeigt uns den leidenden Christus, der ruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ – damit wir nie verlassen sein müssen. Psalm 80 ruft dreimal: „Gott, stelle uns wieder her, und laß dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet werden“. Das Leuchten Seines Angesichts ist unsere Rettung, Wiederherstellung und Belebung.
Erleuchtung – Barmherzigkeit, geöffnetes Herz und ein angehaltenes Ich
Die Erleuchtung beruht auf der Barmherzigkeit Gottes. Römer 9:15 sagt: „Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme“. Apostelgeschichte 9:3–4 zeigt, wie ein Licht vom Himmel Saulus umstrahlt. Jesaja 50:10–11 warnt uns, nicht unser eigenes Feuer anzuzünden, sondern auf den Namen des HERRN zu vertrauen. Vierte Mose 6:25–26 zeigt, dass das Licht Seines Angesichts reine Gnade ist.
Wie werden wir praktisch erleuchtet?
Das Leuchten wollen und annehmen
Wir müssen das Leuchten des Herrn wollen und annehmen, indem wir unser Herz darauf ausrichten, einfältig zu sein und nur den Herrn mit unserem ganzen Verlangen zu suchen.
- „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!“ (Ps. 139:23–24).
- „Bewirkt euer eigenes Heil mit Furcht und Zittern … damit ihr untadelig und lauter seid … unter denen ihr leuchtet wie Lichter in der Welt, indem ihr das Wort des Lebens darreicht“ (Phil. 2:12–16).
- Die Könige in 2.Chronik 12:14; 16:12; 34:1–3 zeigen uns den Unterschied zwischen einem Herzen, das den Herrn sucht, und einem, das es nicht tut.
- „Du hast gesagt: Sucht mein Angesicht! Mein Herz sagt zu dir: Dein Angesicht, HERR, will ich suchen“ (Ps. 27:8).
- „Wen habe ich im Himmel? Und neben dir habe ich an nichts Gefallen auf der Erde“ (Ps. 73:25).
- Lukas 11:33–36 zeigt, dass das Auge – unser inneres Ziel – einfältig sein muss, damit der ganze Leib licht ist.
Sich dem Herrn öffnen und das Herz Ihm zuwenden
Zweite Korinther 3:16 sagt: „Wenn es sich aber zum Herrn wendet, wird die Decke weggenommen“. Sprüche 20:27 nennt den Geist des Menschen „eine Leuchte des HERRN“. Wenn wir uns dem Herrn verschließen, werden wir Experten darin, andere zu richten und zu kritisieren (Mt. 7:1–5; Lk. 6:36–37, 41–42).
Erleuchtung setzt voraus, dass wir ohne Vorbehalt und ohne etwas zurückzuhalten vor Ihn treten. Wo wir uns öffnen, kann Sein Licht eindringen; wo wir uns verschließen, bleibt es dunkel.
Sich selbst anhalten – das Ich stoppen
Um erleuchtet zu werden, müssen wir uns selbst anhalten: unsere Ansichten, unsere Art, die Dinge zu sehen, unsere Gefühle, Ideen und Meinungen.
- Marta in Lukas 10:38–42 war „um vieles besorgt und beunruhigt“, Maria aber saß zu den Füßen Jesu und hörte Sein Wort.
- In Johannes 11:21–28 sehen wir Martha, die mit dem Herrn diskutiert, und Maria, die zu Seinen Füßen fällt.
- Jesaja 40:31 sagt: „Die auf den HERRN harren, gewinnen neue Kraft“.
- „Glückselig die Armen im Geist“ (Mt. 5:3); „glückselig, die reinen Herzens sind“ (Mt. 5:8); „wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird keinesfalls hineinkommen“ (Lk. 18:15–17).
- Jesaja 66:1–2 zeigt, dass Gott auf den Armen und Zerschlagenen und den, der vor Seinem Wort zittert, blickt.
Wenn ein Mensch, der vollständig angehalten ist, vor den Herrn kommt, kann er sehr einfach und schlicht sein, wenn er das Wort des Herrn empfängt.
Nicht mit dem Licht diskutieren
Um erleuchtet zu werden, dürfen wir mit dem Licht des Geistes, der in uns spricht, nicht diskutieren, und wir sollten auch nicht mit den Dienern des Geistes diskutieren, die außerhalb von uns sprechen.
- In Apostelgeschichte 22:10 sagt Paulus: „Was soll ich tun, Herr?“ – keine Diskussion, sondern Gehorsam.
- Hohelied 5:4–6 zeigt, wie die Geliebte das Klopfen des Geliebten verpasst, weil sie zögert.
- Zweite Korinther 10:3–5; 11:2–3 warnen uns vor Gedankenfestungen und vor der Verführung weg von der Einfalt gegenüber Christus.
- Vierte Mose 16 und 17 zeigen, wie ernst es ist, gegen Gottes von Ihm bestätigte Diener zu diskutieren.
Mose hingegen redete „von Angesicht zu Angesicht“ mit Gott (2.Mose 33:11–14). Wo wir uns dem Licht beugen, wird es heller; wo wir diskutieren, wird es dunkler.
Beständig im Licht leben
Jesaja 2:5 ruft: „Haus Jakob, kommt, und laßt uns im Licht des HERRN wandeln!“ 1.Johannes 1:7 sagt: „Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde“.
Hebräer 9:14; 10:22 zeigen, dass unser Gewissen durch das Blut gereinigt werden muss, damit wir im Licht bleiben können. Matthäus 5:3, 8, 14 zeigt, dass die Armen im Geist, die Reinen im Herzen und die Stadt auf dem Berg zusammengehören. Psalm 119:105 sagt: „Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuß und ein Licht für meinen Pfad“.
Offenbarung 1:20 verbindet die Leuchter mit den Gemeinden. Psalm 36:9–10 sagt: „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht“. Im Licht Gottes sehen wir Licht – wir sehen Christus, wir sehen uns selbst, wir sehen den Weg.
Das Zeugnis Jesu als große Volksmenge – die Vollendung des Leuchters
Offenbarung 7:9–17 zeigt uns das Zeugnis Jesu in seiner Vollendung:
„Nach diesem sah ich: und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen“ (V. 9).
Diese große Volksmenge ist der ganze Leib von Gottes Erlösten, die in die Himmel entrückt worden waren, um die Fürsorge Gottes und das Weiden des Lammes zu genießen, mit all den geistlichen Segnungen im Himmlischen und in Christus (Eph. 1:3; Gal. 3:14; 1.Mose 12:2; vgl. Offb. 21:3–4; 22:3–5; Jes. 49:10).
Erkauft mit dem Blut des Lammes
Die große Volksmenge besteht aus denen, die mit dem Blut des Lammes erkauft worden sind aus jeder Nation, jedem Stamm, jedem Volk und jeder Zunge, damit sie die Bestandteile der Gemeinde bilden (Offb. 7:9a; 5:9; Röm. 11:25; Apg. 15:14, 19; 1.Kor. 6:19–20).
„Dies sind diejenigen, die aus der großen Trübsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes“ (Offb. 7:14).
Die große Trübsal in diesem Vers bezieht sich nicht nur auf eine zukünftige Zeit, sondern auf die verschiedenen Arten von Trübsal, Leiden, Verfolgung und Bedrängnis, die von Gottes erlöstem Volk durch die Zeitalter hindurch erfahren wurden (Joh. 16:33).
Das Blut des Lammes ist die Antwort auf alle Anklagen des Teufels gegen uns und gibt uns den Sieg über ihn (Offb. 12:11). Sacharja 13:1 spricht von einer geöffneten Quelle für Sünde und Unreinheit; Johannes 19:34 zeigt, wie Blut und Wasser aus der durchbohrten Seite des Herrn fließen.
Wenn wir in diese Flut eintauchen, werden alle Schulden-Flecken weggenommen, und wir können uns über die Welt und die Sünde erheben, um in Gottes eigenem Licht zu wandeln, mit erneuertem Herzen und weißen Gewändern und Christus auf dem Thron in unserem Herzen (vgl. 1.Joh. 1:7; Offb. 22:14).
Unsere Gewänder zu waschen bedeutet, unser Verhalten durch das Waschen mit dem Blut des Lammes rein zu halten. Das gibt uns das Recht, den Baum des Lebens zu genießen und in die Stadt des Lebens als den Bereich der ewigen Segnungen Gottes hineinzugehen (Offb. 22:14).
Palmzweige – Sieg und Zufriedenstellung
Die große Volksmenge steht vor dem Thron und vor dem Lamm mit Palmzweigen in ihren Händen (Offb. 7:9b). Die Palmzweige stehen für den Sieg der Heiligen über die Trübsal, die sie um des Herrn willen erlitten haben (vgl. Joh. 12:13).
Palmen sind zudem ein Zeichen für die Zufriedenstellung, die man dadurch gewinnt, dass man mit Wasser versorgt wird (2.Mose 15:27). Wer unter Gottes Weiden und Versorgung steht, sprosst wie die Palme (Ps. 92:13–14).
Im Dreieinen Gott als dem Tempel Gottes dienen wir Ihm Tag und Nacht, um Ihn als das ewige Laubhüttenfest zu genießen und im Leben zu sprossen wie die Palme (Offb. 7:15a; 3:12; 3.Mose 23:40; Neh. 8:15; Joh. 7:2, 37–39; Röm. 1:9; Kol. 2:19).
Unser Dienst heute ist eine Vorbereitung auf unseren Dienst in der Ewigkeit. Gottes einziges Ziel in der Zeit ist es, Sich Selbst Tag für Tag in uns hinein auszuteilen. Wenn Gott in uns hineinkommt und aus uns herauskommt, ist das der wahre Dienst (Mt. 25:19–23; Joh. 7:37–39).
Kein Hunger, kein Durst, keine sengende Hitze
„Sie werden nicht mehr hungern, auch werden sie nicht mehr dürsten, noch wird die Sonne auf sie fallen noch irgendeine Glut“ (Offb. 7:16).
Hunger und Durst bedeuten eine Hoffnung, die noch nicht erfüllt ist. Christus verheißt: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird niemals dürsten“ (Joh. 6:35).
Gott den Geist in unserem Geist zu kontaktieren bedeutet, vom lebendigen Wasser zu trinken, und vom lebendigen Wasser zu trinken bedeutet, Gott die wahre Anbetung darzubringen (Joh. 4:13–14, 23–24).
Die herabbrennende Sonne und die sengende Hitze stehen für äußere Drangsale und innere Bedrängnis. Der Lamm-Gott auf dem Thron wird über uns „stiftshütten“ und uns mit Sich Selbst überschatten (Offb. 7:15b; 2.Kor. 12:9).
Es gibt eine Art von Leben, die unter Gottes Überschatten steht – ein Leben, das in Gott verborgen ist (Ps. 36:8–10; Eph. 6:17; Ps. 91:1; 17:8; 57:2; Ruth 2:12). Jesaja 32:1–2 zeigt Christus als König und Mensch, der wie ein Zufluchtsort vor dem Sturm ist, wie Wasserbäche in dürrer Gegend, wie der Schatten eines gewaltigen Felsens im erschöpften Land.
Das Lamm als Hirte – Weiden und Wasser des Lebens
„Denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie hüten und sie leiten zu Wasserquellen des Lebens“ (Offb. 7:17a).
Weiden schließt Ernähren ein. „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ (Ps. 23:1). Wir können uns niemals selbst verbessern; wir brauchen einen Hirten, der uns ständig nährt. Er nährt die Schafe mit Seiner Erfahrung als Lamm Gottes, das im Haus und für das Haus Gottes auf dem Thron Gottes ist (Ps. 23:2–6; Offb. 22:1).
Jede Träne abgewischt
„Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen“ (Offb. 7:17b).
Tränen sind in diesem Zeitalter unvermeidlich. Hebräer 5:7 zeigt uns den Herrn, der „unter starkem Schreien und Tränen“ gebetet hat. Paulus diente „unter vielen Tränen“ (Apg. 20:19, 31). Psalm 56:9 sagt, dass Gott unsere Tränen in Seinen Schlauch sammelt.
Weil uns das Lamm zu unserer Zufriedenstellung mit dem Wasser des Lebens versorgt, wird das Wasser der Tränen abgewischt werden (Jer. 9:1; 2:13; vgl. 15:16; Klgl. 3:21–25, 55–56).
Gott sei Dank, dass die Tage der Trauer und die Dinge, die uns Trauer verursachen, nicht von Dauer sein werden. Die Welt vergeht, und wir sind gesegnet, vom fließenden Dreieinen Gott zu trinken, bis wir zur Gesamtheit des ewigen Lebens, dem Neuen Jerusalem, werden (Joh. 4:14b).
Schluss: Das Zeugnis Jesu heute
Christus ist der treue Zeuge Gottes. Die Gemeinde ist das Zeugnis Jesu. Die sieben goldenen Leuchter zeigen uns, was die Gemeinde in Gottes Augen ist: göttlich der Natur nach, leuchtend in der Finsternis, identisch im Ausdruck Christi.
Gott arbeitet heute, indem Er uns durch Umstände, Leiden und Trübsale in getriebenes Gold verwandelt, damit Christus als Leuchter in uns Gestalt gewinnt. Er ruft uns, im Geist zu sein, Seinen Namen anzurufen, unser Herz zu öffnen, uns selbst anzuhalten und im Licht zu wandeln.
Wenn wir so leben, werden wir schon heute etwas von dem genießen, was die große Volksmenge in Offenbarung 7 in Vollendung genießt:
- das Weiden des Lammes
- die Zufriedenstellung ohne Hunger und Durst
- das Überschatten unter Gottes Gegenwart
- das Trinken aus den Wasserquellen des Lebens
- das Abwischen der Tränen durch den Gott, der uns liebt.
So wird das Zeugnis Jesu – der vergrößerte Christus als der korporative Ausdruck des Dreieinen Gottes – in der Gemeinde sichtbar, bis es im Neuen Jerusalem seine ewige Vollendung findet.