Das Wort des Lebens
lebensstudium

Die Tugenden der göttlichen Geburt, um die Welt, den Tod, die Sünde, den Teufel und die Götzen zu überwinden (4)

14 Min. Lesezeit

Viele Gläubige wissen, dass sie „wiedergeboren“ sind, und doch bleibt diese Wahrheit für den Alltag oft abstrakt. Johannes verbindet in seinem ersten Brief die neue Geburt nicht mit fromer Theorie, sondern mit einer erstaunlich praktischen Wirklichkeit: Das göttliche Leben in uns befähigt uns, Sünde, Welt und den Bösen zu überwinden und zugleich Gott selbst zu erkennen. Wer versteht, was es bedeutet, von Gott geboren zu sein, entdeckt darin ein Schutzschild gegen die Finsternis und eine Tür in eine tiefe, lebendige Beziehung zum wahren Gott.

Von Gott geboren – ein Leben, das Sünde und den Bösen zurückweist

Johannes spricht erstaunlich nüchtern und zugleich kühn, wenn er schreibt: „Wir wissen, daß jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an“ (1.Joh. 5:18). Es geht ihm nicht um ein theoretisches Idealbild eines perfekten Christen, sondern um die Wirklichkeit eines neuen Lebens in uns. Wer von Gott geboren ist, trägt in seinem Geist ein anderes Prinzip, eine andere Quelle in sich. Das göttliche Leben in uns liebt die Souveränität Gottes und lehnt die Rebellion der Sünde ab. Darum kann ein von Gott Geborener in der Sünde nie wirklich zur Ruhe kommen. Äußerlich kann er straucheln, innerlich aber bleibt er nicht unberührt; das neue Leben protestiert, klagt an, ruft zurück. Paulus bringt das ähnlich auf den Punkt, wenn er fragt: „Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in ihr leben?“ (Röm. 6:2). Nicht die Abwesenheit jeder Versuchung ist das Kennzeichen des neuen Lebens, sondern die Unmöglichkeit, sich dauerhaft mit der Sünde zu arrangieren.

Ein wiedergeborener Gläubiger – besonders in seinem wiedergeborenen Geist, der aus dem Geist Gottes geboren ist (Joh. 3:6) – hütet sich davor, in der Sünde zu leben, und der Böse rührt ihn nicht an, insbesondere nicht seinen wiedergeborenen Geist. Seine göttliche Geburt mit dem göttlichen Leben in seinem Geist ist die grundlegende Voraussetzung für einen solchen Schutz. (Witness Lee, Life-Study of 1 John, Botschaft neununddreißig, S. 356)

Johannes vertieft dies, wenn er sagt: „Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist“ (1.Joh. 3:9). Der „Same“ ist das göttliche Leben mit seiner heiligen Natur. Dieses Leben wirkt wie ein innerer Wächter. Es ist nicht unsere wechselhafte Willenskraft, die uns bewahrt, sondern die stille, beharrliche Kraft des Lebens Gottes, das in uns wohnt. Wenn wir im Bewusstsein leben: Ich bin aus Gott geboren, ich trage Sein Leben in mir, dann betreten wir bewusst die Sphäre dieses Lebens – den Bereich unseres wiedergeborenen Geistes. Dort verlieren die Anklagen des Bösen ihre Macht. Der Böse kann uns anfechten, bedrängen, verführen; doch an das eigentliche Zentrum unserer neuen Identität kommt er nicht heran. So wächst inmitten aller Kämpfe ein leiser, aber tiefgreifender Trost: Ich bin nicht mehr der Gefangene meiner alten Natur, ich bin Träger eines göttlichen Lebens, das Sünde zurückweist und den Angriffen des Bösen eine unsichtbare Grenze setzt.

Gerade weil das neue Leben Sünde nicht dulden kann, erschrickt man bisweilen über die eigene Härte des inneren Konflikts. Wer von Gott geboren ist, kennt die Spannung: Anziehende Versuchung auf der einen Seite, ein nicht nachlassendes inneres Nein auf der anderen. Dieses Nein ist kein moralistischer Druck, sondern ein Ausdruck dessen, dass Christus selbst in uns wohnt. Je mehr wir innerlich an Seinem Wort bleiben, desto klarer wird die Stimme dieses Lebens. Dann wird Sünde nicht zuerst zu einem Regelverstoß, sondern zu einem Fremdkörper in einer Beziehung. Was verletzt wird, ist nicht in erster Linie ein Gesetz, sondern die Gemeinschaft mit dem, der uns liebt. Darum hat das Bekennen unserer Sünden nach 1.Johannes 1:9 eine so befreiende Qualität: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, dass Er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ Das göttliche Leben drängt uns zum Licht, weil es im Licht zu Hause ist.

So entsteht ein Leben, das nicht von Angst vor dem Fallen bestimmt ist, sondern von Vertrauen in die bewahrende Kraft Gottes in uns. Der Böse bleibt Realität, die Versuchung bleibt Realität, die eigenen Schwächen ebenfalls. Aber über allem steht eine tiefere Wirklichkeit: Wir sind von Gott geboren. Dies zu glauben, es uns zusprechen zu lassen, prägt unseren inneren Blick. Jede Versuchung, jede Anklage bekommt dann eine andere Perspektive. Sie ist nicht das letzte Wort. In der Mitte unseres Lebens steht ein neues, göttliches Prinzip, das treu bleibt, auch wenn wir wanken. Daraus wächst stille Zuversicht: Selbst wenn ich falle, führt mich das Leben Gottes nicht in die Resignation, sondern zurück in die Gemeinschaft. Und je öfter ich diese Bewegung erfahre, desto fester wird die Gewissheit: Der aus Gott Geborene bewahrt mich, und der Böse tastet mein wahres Leben nicht an.

Wir wissen, daß jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an. (1.Joh. 5:18)

Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. (1.Joh. 3:9)

Aus der göttlichen Geburt erwächst ein nüchterner Mut: Man muss nicht mehr mit der eigenen Zähigkeit seine Reinheit sichern, sondern darf sich in jeder Lage an das Leben erinnern, das Gott hineingelegt hat. Wer sich von dieser Wahrheit prägen lässt, trägt seine Kämpfe nicht mehr als Einzelkämpfer aus. Er lernt, im Alltag still innerlich in den Bereich des Geistes hinüberzutreten, in dem Christus selbst die Versuchung entlarvt und den Angriffen des Bösen eine Grenze setzt. Dort, im Bewusstsein des „aus Gott geboren“, wird ein Mensch Schritt um Schritt innerlich freier – nicht weil die Stürme aufhören, sondern weil er erfährt, dass in ihm ein Leben wohnt, das stärker ist als die Sünde und unberührbar bleibt für den Bösen.

Aus Gott – getrennt von der Welt, die im Bösen liegt

Johannes verdichtet die geistliche Lage der Welt in einem einzigen Satz: „Wir wissen, dass wir aus Gott sind, und die ganze Welt liegt in dem, der böse ist“ (1.Joh. 5:19). Zwei Wirklichkeiten stehen einander gegenüber: „aus Gott sein“ und „im Bösen liegen“. Das „Liegen“ der Welt beschreibt keine neutrale Passivität, sondern eine gefangene Ruhe – wie ein Betroffener in Narkose, der nicht mehr selbst bestimmt, was mit ihm geschieht. Die Welt liegt im Bereich, in der Atmosphäre, unter dem Einfluss des Bösen, oft ohne es zu bemerken. Dagegen steht das schlichte „wir sind aus Gott“. Damit ist nicht nur gemeint, dass Gott unser Schöpfer ist, sondern dass wir durch die göttliche Geburt einen neuen Ursprung, eine neue Quelle erhalten haben. Aus Gott sein heißt, aus Seinem Leben hervorgegangen zu sein, an Seiner Natur teilzuhaben und so innerlich nicht mehr zu dieser betäubten Weltwirklichkeit zu gehören.

Da wir aus Gott gezeugt worden sind, kommen wir aus Ihm hervor, besitzen Sein Leben und haben Anteil an Seiner Natur. Dadurch sind wir zu Gott hin abgesondert von der satanischen Welt, die in dem Bösen liegt. (Witness Lee, Life-Study of 1 John, Botschaft neununddreißig, S. 358)

Dieses Aus-Gott-Sein schafft eine unsichtbare Trennung. Es ist keine äußerliche Sonderrolle, kein religiöser Rückzug, sondern eine innere Absonderung: ein anderes Zentrum, andere Maßstäbe, andere Hoffnung. Jesus selbst betet: „Ich bitte nicht, dass Du sie aus der Welt nimmst, sondern dass Du sie vor den Händen dessen bewahrst, der böse ist“ (Joh. 17:15). Die von Gott Geborenen bleiben mitten in der Welt, aber ihre innere Zugehörigkeit ist verlagert. Sie werden zu Gott hin abgesondert und mit Gott durchsättigt. Johannes drückt das an anderer Stelle so aus: „Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm“ (vgl. 1.Joh. 2:15). Die Liebe des Vaters und die Liebe zur gottfernen Weltordnung schließen einander aus. Wer aus Gott ist, findet hier seinen Prüfstein: Woran hängt mein Herz? Von welcher Atmosphäre ernährt sich mein Inneres? Das göttliche Leben in uns neigt sich natürlich zu Gott, und gerade so wird die verborgene Herrschaft des Bösen über diese Welt sichtbar.

In diesem Licht wird deutlich, dass „aus Gott sein“ eine neue Freiheit bedeutet. Früher war der Mensch, ob bewusst oder unbewusst, Teil eines Systems, das Gott ignoriert und seine eigenen Maßstäbe absolut setzt. Nun aber steht er unter einer anderen Herrschaft. Er gehört zu einem Reich, in dem der Wille Gottes gut, wohlgefällig und vollkommen ist. Dieses Bewusstsein verändert den Umgang mit der Welt: Man kann sie bejahen als Schöpfung Gottes und zugleich durchschauen als System, das unter der Regie des Bösen steht. Man kann arbeiten, lieben, gestalten, ohne die eigene Identität aus Erfolg, Anerkennung oder Besitz zu ziehen. Denn das Zentrum liegt nicht mehr im Sichtbaren, sondern in Gott selbst. So wird die innere Distanz zur Welt nicht zu kalter Abschottung, sondern zu einem stillen, manchmal schmerzlichen Ja: Ja zur Liebe Gottes für diese Welt, Nein zur Macht des Bösen, die sie gefangen hält.

Wer lernt, sein Leben von 1.Johannes 5:19 her zu verstehen, gewinnt einen nüchternen Blick: Die Welt, in der wir leben, ist nicht neutral, aber sie ist auch nicht endgültig. Sie liegt in dem Bösen, doch sie wird getragen von einem Gott, der rettet und neu schafft. Und mittendrin stehen Menschen, die aus Gott sind – unscheinbar, mit eigenen Schwächen, aber innerlich verankert in einer anderen Wirklichkeit. Daraus erwächst stille Zuversicht: Unsere Herkunft bestimmt unserer Zukunft mehr als unsere Umgebung. Auch wenn die Weltmächte toben, bleibt wahr, was Johannes sagt: Wir sind aus Gott. Wer dieses „Wir sind“ im Herzen bewegt, findet Halt in unsicheren Zeiten und lernt, mitten in einer Welt, die im Bösen liegt, als Kind Gottes zu leben – nicht überheblich, sondern dankbar und innerlich frei.

Wir wissen, dass wir aus Gott sind, und die ganze Welt liegt in dem, der böse ist. (1.Joh. 5:19)

Ich bitte nicht, dass Du sie aus der Welt nimmst, sondern dass Du sie vor den Händen dessen bewahrst, der böse ist. (Joh. 17:15)

Wer sich von der Wahrheit des „aus Gott Seins“ durchdringen lässt, beginnt, die Welt nicht mehr mit naiver Begeisterung und auch nicht mit bitterer Resignation zu betrachten. Er rechnet nüchtern mit der Macht des Bösen und zugleich mit der größeren Macht Gottes. Daraus wächst eine innere Freiheit, die es erlaubt, mitten in der Welt zu stehen, ohne von ihr definiert zu werden. Eine solche Freiheit bewahrt vor dem Sog der Anpassung und vor der Härte des Rückzugs. Sie nährt eine stille, hoffnungsvolle Treue: im Alltag, in Beziehungen, im Beruf – überall dort, wo ein aus Gott Geborener die unsichtbare Grenze der Zugehörigkeit bewahrt und dadurch etwas von Gottes Reich in eine Welt trägt, die noch im Bösen liegt.

Vom Sohn Gottes erleuchtet – befähigt, den wahren Gott zu kennen

Johannes fasst den Reichtum der Offenbarung in einen schlichten Satz: „Und wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen können; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ (1.Joh. 5:20). Von Natur aus ist der Mensch zwar religiös, aber blind für den lebendigen Gott. Sein Geist ist tot, sein Denken verfinstert, seine Vorstellungen von Gott sind zerrissen zwischen Angst, Projektion und Wunschdenken. Der Sohn Gottes durchbricht diese Blindheit nicht zuerst, indem er uns mehr Informationen gibt, sondern indem er uns ein neues „Verständnis“ schenkt. Dieses Verständnis ist nicht bloß geschärfte Intelligenz, sondern die Fähigkeit des erneuerten Menschen, Gott in Wahrheit zu erkennen: mit einem lebendig gemachten Geist, einem erleuchteten Verstand und einem Herzen, das auf Gottes Rede antworten kann.

Und wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den erkennen, der wahr ist; und wir sind in dem, der wahr ist, in Seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. (Witness Lee, Life-Study of 1 John, Botschaft neununddreißig, S. 359)

Jesus beschreibt dieses Geschehen im Gebet so: „Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“ (Joh. 17:3). Ewiges Leben ist nicht nur eine endlose Zeitspanne, sondern eine Beziehungsqualität: Gott erkennen. Wenn der Sohn Gottes kommt, Fleisch wird, das Kreuz durchschreitet und in der Auferstehung als der lebendig machende Geist zu uns kommt, beginnt dieses Leben in einem Menschen zu pulsieren. Dann wird das Erkennen Gottes mehr als das Aufnehmen von Lehren. Man erfährt Gott als den Wahrhaftigen, dessen Wesen verlässlich, dessen Zusagen tragfähig und dessen Gegenwart real ist. Der Geist der Wirklichkeit, von dem Jesus sagt, dass er uns „in die ganze Wirklichkeit hineinführen“ wird (Joh. 16:13), entfaltet in unserem Inneren Schritt um Schritt, wer Gott ist. So wird das Verständnis, von dem Johannes spricht, zu einem fortschreitenden, lebendigen Erkennen, in dem Kopf und Herz, Lehre und Erfahrung zusammenfinden.

Bemerkenswert ist, wie Johannes bekennt: „Wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus.“ Gott zu erkennen bedeutet hier nicht, von außen etwas über ihn zu wissen, sondern in Ihm zu sein. Der Ort der Erkenntnis ist die Beziehung. Indem Christus uns in sich hineinzieht, macht er uns zu Teilhabern seiner eigenen Gotteserkenntnis. Was der Sohn vom Vater weiß, was er vom Vater empfängt, teilt er mit denen, die in ihm sind. Darum heißt es in Johannes 16:14–15, dass der Geist von dem nimmt, was Christi ist, und es uns verkündigt, und dass „alles, was der Vater hat“, auch dem Sohn gehört. In dieser Bewegung werden wir in eine innere Schule hineingenommen: Wir lernen Gott nicht von außen als Beobachter, sondern von innen als Geliebte kennen. So wird „Verständnis“ zu einer wachsenden Vertrautheit mit Gottes Wegen, Gedanken und Herzen.

Aus dieser Erkenntnis erwächst eine besondere Freude: Gott ist nicht nur erkennbar, sondern auch erfahrbar und genießbar. Wer Gott als den Wahrhaftigen kennenlernt, entdeckt, dass Er keine Rolle spielt und keine Masken trägt. In einer Welt voller Halbheiten und Täuschungen wird Er zur festen Größe, auf die man sein Leben bauen kann. Das verändert, wie man betet, wie man entscheidet, wie man Leid deutet. Bitten erhalten eine neue Qualität, wenn sie sich an den wenden, den man als treu und wahrhaftig kennengelernt hat. Auch die Schrift erhält einen neuen Klang: Sie wird vom trockenen Text zum Ort der Begegnung mit dem Gott, den der Sohn offenbart. So verbindet sich die Zusage von 1.Johannes 5:20 mit der Erfahrung des Alltags: Zwischen dem Wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist, und dem Erleben, dass wir in dem Wahrhaftigen sind, spannt sich ein Weg, auf dem Gott sich kennenlernen lässt.

Und wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen können; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. (1.Joh. 5:20)

Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. (Joh. 17:3)

Das Bewusstsein, dass der Sohn Gottes gekommen ist, um uns Verständnis zu geben, entlastet von dem Druck, Gott aus eigener Kraft „begreifen“ zu müssen. Es lädt ein, das eigene Denken, Fühlen und Deuten unter die leise Führung des Geistes der Wirklichkeit zu stellen. Wer im Alltag mit dieser inneren Erwartung lebt – dass Christus selbst sein Verständnis prägt –, wird nach und nach erleben, wie Gottes Wirklichkeit vertrauter wird. Aus einem entfernten, schwer zugänglichen Gott wird ein wahrhaftiger, naher Gott, den man kennt, weil Sein eigenes Leben in einem erkennt. Diese Hoffnung trägt durch Fragen und Dunkelheiten hindurch und öffnet das Herz dafür, Gott nicht nur zu suchen, sondern Ihn Schritt für Schritt zu erkennen, zu erfahren und zu genießen.


Herr Jesus Christus, danke, dass Du mich von Gott geboren hast und mir Sein Leben geschenkt hast, ein Leben, das stärker ist als Sünde, Welt, Tod und der Böse. Lass mich tiefer erkennen, was es bedeutet, aus Gott zu sein, damit mein Herz nicht von der Welt gefangen wird, sondern in der Freiheit Deiner Herrschaft lebt. Erneuere meinen Sinn durch Deinen Geist, damit ich den wahren Gott immer klarer erkenne, Deine Gegenwart erfahre und die Gemeinschaft mit Dir bewahre. Bewahre mich im Schutzraum meines wiedergeborenen Geistes, damit der Böse mich nicht anrührt und Dein ewiges Leben in mir ungehindert fließen kann zu anderen Menschen. Fülle mich mit Hoffnung und Zuversicht, dass Deine göttliche Geburt in mir ausreicht, um jede finstere Macht zu überwinden, und dass Du mich bis ans Ziel treu tragen wirst. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of 1 John, Chapter 39

Diesen Artikel teilen

Wenn er hilfreich war, kannst du ihn einfach weitergeben.

E-Mail WhatsApp