Ein einleitendes Wort zum Epheserbrief
Manche neutestamentliche Briefe wirken wie ein Spiegel unseres Alltags: Kämpfe, Versagen, Fragen. Der Epheserbrief dagegen öffnet gewissermaßen ein Fenster in Gottes Herz und zeigt, wie Er die Gemeinde in Seinem ewigen Plan sieht. Nicht unsere Situation steht im Vordergrund, sondern Christus und das, was Gott in Ihm bereits gewirkt hat. Wer sich auf diese Perspektive einlässt, entdeckt die Gemeinde völlig neu – als etwas, das weit über menschliche Organisation, Frömmigkeitsstil oder Traditionen hinausgeht.
Die Gemeinde als Leib Christi – Fülle eines allumfassenden Christus
Wenn der Epheserbrief die Gemeinde als „die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“ beschreibt, öffnet sich ein weiter Horizont für unser Verständnis von Gemeinde. Nicht bei unseren Aktivitäten, Strukturen oder Stimmungen setzt Paulus an, sondern bei Christus selbst. Er ist der, der „alles in allem erfüllt“, der allumfassende Herr, durch den „in der Vergangenheit alle Dinge ins Dasein kamen in Ihm, durch Ihn und zu Ihm hin“ und in dem „in der Gegenwart … alle Dinge zusammengehalten werden“. Die Gemeinde ist nach Epheser 1.nicht neben diesem Christus gestellt, sondern untrennbar mit Ihm verbunden: Sie ist sein Leib. So wie unser Körper die innerliche Person sichtbar macht, so ist die Gemeinde dafür da, dass Christus in einer geschaffenen Welt Gestalt gewinnt, hörbar, sichtbar, erfahrbar wird. Darum meint „Fülle“ hier vor allem Ausdruck: Christus füllt alles, aber Er will sich in einem Leib zeigen.
Nach dem Epheserbrief bedeutet das Wort „Fülle“ nicht Reichtum, sondern Ausdruck. Die Wendung „der Reichtum Christi“ steht in 3:8, und das Wort „Fülle“ sowohl in 1:23 als auch in 4:13. Kapitel 1 spricht von der Fülle dessen, der alles in allem erfüllt, und Kapitel 4 vom Maß des Wuchses der Fülle Christi. Nach 4:13 hat die Fülle einen Wuchs, und der Wuchs hat ein Maß. (Witness Lee, Life-Study of Ephesians, Botschaft eins, S. 1)
Diese Sicht verändert den Blick auf unser eigenes Glaubensleben. Die Reichtümer Christi – alles, was Er ist, was Er in Seiner Menschwerdung, am Kreuz, in der Auferstehung und in der Erhöhung vollbracht hat – sind wie eine unerschöpfliche Fülle geistlicher Speise. Wenn Gläubige diese Reichtümer im Glauben aufnehmen, innerlich „verdauen“ und sich von ihnen durchdringen lassen, dann wächst der Leib, und die Fülle bekommt Maß und Gestalt. In Epheser 4 heißt es, dass wir „hingelangen zum Maß des vollen Wuchses der Fülle Christi“, also hineinwachsen in eine immer dichtere, klarere Darstellung des Herrn durch die Gemeinde. Schon im ersten Schöpfungsbericht wird dieses Zusammenspiel von Fülle und Ausdruck angedeutet. Dort „sprach Gott: Es werde Licht! Und es wurde Licht“ (1. Mose 1:3). Das Licht war nicht nur da, es begann zu scheiden, zu regieren und den Tag zu prägen. So wirkt Christus als das wahre Licht in Seinem Leib: Er ist da, aber Er will auch sichtbar ordnen, trennen, leiten und segnen. Wahrzunehmen, dass wir zu dieser Fülle gehören, nimmt den Druck weg, aus eigener Kraft groß sein zu müssen, und weckt zugleich eine leise, starke Sehnsucht: dass mehr von dem, was Christus ist, durch den ganzen Leib fließt und in unserem Miteinander Ausdruck findet.
Wer sich so als Glied an diesem einen Leib versteht, sieht sich nicht mehr als religiöser Einzelkämpfer, sondern als Teil eines lebendigen Organismus, in dem Christus das Haupt und das eigentliche Leben ist. Die vielen persönlichen Erfahrungen – Freude und Enttäuschung, Sieg und Schwäche – verlieren ihre isolierende Schwere und werden hineingenommen in ein größeres Ganzes: Christus benutzt sie, um Seinen Leib zu formen, zu reinigen und zu beleben. Das gibt leisen Mut: Kein verborgenes Wachstum im Inneren, kein stilles Ausharren im Glauben ist vergeblich; alles dient dem Ziel, dass die Gemeinde mehr zu jener Fülle wird, in der Christus erkannt, geliebt und dargestellt wird. In dieser Perspektive erhält selbst das unscheinbare Dienen, das kaum jemand bemerkt, Gewicht vor Gott: Es ist Anteil an dem, was Er mit Seinem ganzen Leib vorhat.
Und alles hat Er Seinen Füßen unterworfen und Ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die Sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt. (Epheser 1:22-23)
Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. (1.Mose 1:3)
Die Einsicht, dass Gemeinde in Gottes Augen zuerst Fülle und Ausdruck Christi ist, entlastet von dem Drang, etwas Beeindruckendes vorweisen zu müssen, und öffnet den Raum für ein stilles, tiefes Wachsen in Ihm. Je mehr Christus in den Herzen Gestalt gewinnt, desto natürlicher wird es, dass er durch Beziehungen, Entscheidungen und den gemeinsamen Weg als Leib sichtbar wird – nicht als Produkt menschlicher Anstrengung, sondern als Frucht Seines Lebens in uns. So wird der Blick vom Vergleichen und Messen weggezogen und auf den allumfassenden Christus gerichtet, der treu ist, Seinen Leib zu füllen.
Die Gemeinde in Gottes ewigem Vorsatz
Der Epheserbrief spricht mit einer erstaunlichen Ruhe. Er setzt nicht bei der Not des Menschen an, sondern bei dem, was Gott sich in Seinem Herzen vorgenommen hat, bevor es überhaupt Menschen gab. Paulus öffnet gleich zu Beginn den Blick in eine andere Wirklichkeit: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den Himmelsräumen in Christus, wie Er uns in Ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt“ (Epheser 1:3-4). Noch ehe Schuld, Versagen und Zerrissenheit sichtbar wurden, stand in Gottes Vorsatz fest, dass es Menschen geben soll, die in Christus geheiligt, als Söhne angenommen und zur Gemeinde gebaut werden. Der Brief redet deshalb „aus der Ewigkeit und nicht aus der Zeit und aus den Himmelsräumen und nicht von der Erde“. Es ist, als würde man aus einem engen Schacht heraustreten und plötzlich von einer Höhe aus das ganze Tal sehen.
Außerdem spricht der Epheserbrief aus der Ewigkeit und nicht aus der Zeit und aus den Himmelsräumen und nicht von der Erde. Der Epheserbrief führt uns in die Ewigkeit hinein. Bleibt nicht in der Zeit – geht in die Ewigkeit. Weil der Epheserbrief uns in die Himmelsräume bringt, sollten wir nicht in unserem Zustand verharren, sondern in der Ewigkeit und in den Himmelsräumen sein. Wir sind in Gottes ewigem Vorsatz, und wir brauchen nicht auf unseren Zustand zu schauen. Stattdessen lasst uns auf Gottes ewigen Vorsatz schauen. (Witness Lee, Life-Study of Ephesians, Botschaft eins, S. 8)
Wer von dieser Höhe aus sein eigenes Leben und das Gemeindeleben betrachtet, erlebt eine stille Umwertung. Vieles, was im Moment groß erscheint – Konflikte, eigene Schwächen, bedrängende Umstände –, steht nun in einem anderen Licht. Paulus schreibt, dass Gott „nach dem Vorsatz dessen wirkt, der alles nach dem Rat Seines Willens wirkt“ (Epheser 1:11). Dieser Vorsatz ist nicht unbestimmt: Gott will „in der Verwaltung der Fülle der Zeiten alles unter ein Haupt zusammenbringen in dem Christus, das, was in den Himmeln ist, und das, was auf der Erde ist, in Ihm“ (Epheser 1:10). Die Gemeinde steht in der Mitte dieses Plans: Sie ist der Ort, an dem sichtbar wird, dass Christus wirklich Haupt ist und dass Gottes Plan nicht an menschlicher Schwachheit zerbricht. Darum lädt der Epheserbrief ein, weniger auf den jeweils aktuellen Zustand zu starren und mehr auf Gottes unveränderlichen Vorsatz zu hören.
Aus dieser Perspektive wächst eine andere Art der Zuversicht. Es ist keine oberflächliche Beruhigung, sondern eine Ruhe, die aus dem Wissen kommt, dass das Entscheidende bereits feststeht: Erwählung, Erlösung, Versiegelung mit dem Heiligen Geist, Mitsitz mit Christus in den Himmelsräumen. Wenn Paulus später schreibt, dass Gott uns „mitauferweckt und mitsitzen lassen hat in den Himmelsräumen in Christus Jesus“ (Epheser 2:6), dann beschreibt er nicht ein Gefühl, sondern eine Tatsache vor Gott. Sie widerspricht oftmals der Wahrnehmung, aber sie bleibt gültig. Wer sich vorsichtig dieser Sicht öffnet, wird nicht weltfremd, sondern empfänglicher für das, was Gott mitten in der Realität dieses Lebens tut. Die Spannungen des Alltags verschwinden nicht, aber sie stehen nun in einer größeren Geschichte, die von Gottes ewigem Vorsatz her erzählt wird.
In dieser größeren Geschichte hat auch die Schöpfungserzählung ihren Platz. Dort heißt es: „Und Gott sah, dass das Licht gut war, und Gott trennte das Licht von der Finsternis“ (1. Mose 1:4). Schon zu Beginn trennt Gott, ordnet Er und gibt Seinem Werk eine Richtung. Nichts entsteht zufällig, nichts bleibt unbesehen liegen. Ähnlich zeigt der Epheserbrief Gott als den, der von Ewigkeit her ordnend handelt, der Menschen ruft, formt und in Christus zusammenführt. Sich dieser ordnenden Hand anzuvertrauen, ist nicht immer leicht, aber es gibt eine sanfte Hoffnung: Unser Leben ist nicht ein Stückwerk ohne Zusammenhang, sondern eingebettet in einen Vorsatz, der älter ist als unsere Sorgen und stärker als unsere Fehler.
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den Himmelsräumen in Christus, wie Er uns in Ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos seien vor Ihm in Liebe. (Epheser 1:3-4)
für die Verwaltung der Fülle der Zeiten, alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist, in Ihm; in Ihm, in dem wir auch ein Erbe erlangt haben, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Rat Seines Willens. (Epheser 1:10-11)
Die Sicht des Epheserbriefes, dass unser Leben und die Gemeinde in Gottes ewigem Vorsatz verankert sind, nimmt der Gegenwart die absolute Deutungshoheit. Was heute drückt, ist damit nicht klein geredet, aber es bekommt einen Rahmen, in dem Gottes Handeln tiefer reicht als jedes sichtbare Chaos. Diese Gewissheit nährt eine stille Treue: im Bewusstsein, schon jetzt in Christus gesegnet und in den Himmelsräumen verankert zu sein, Schritt für Schritt in der Zeit zu gehen – wissend, dass die Geschichte, in der wir stehen, ihren Ursprung und ihr Ziel in Gott hat.
Siebenfacher Reichtum der Gemeinde – Familie, Reich, Wohnstätte, Braut und Kämpfer
Der Epheserbrief entfaltet die Gemeinde wie ein facettenreiches Juwel. Einmal schimmert sie als Leib Christi, dann als neuer Mensch, als Königreich, als Familie, als Wohnstätte Gottes, als Braut und als Krieger. Kein Bild für sich allein reicht aus, um zu zeigen, was Gott mit uns vorhat; erst im Zusammenspiel zeichnet sich das Ganze ab. Als Leib Christi lebt die Gemeinde aus einem Haupt, das im Himmel ist. Jedes Glied empfängt Leben und Versorgung von Christus, und in der wechselseitigen Ergänzung wird Er sichtbar. Als ein neuer Mensch überwindet die Gemeinde die alten Trennlinien von Herkunft, Kultur und religiöser Prägung: „um die zwei, Frieden stiftend, in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen“ (Epheser 2:15). Christus ist hier nicht nur Vorbild, sondern die eigentliche Person dieses neuen Menschen.
Wenn wir all diese sieben Aspekte der Gemeinde zusammengenommen betrachten, sehen wir ein wunderbares Bild der Gemeinde: als des Leibes, um Christus auszudrücken, als des neuen Menschen, der Christus als die Person nimmt, als des Königreiches mit Rechten und Verantwortlichkeiten, als der Familie mit Leben und Genuss, als Gottes Wohnstätte, damit Gott darin wohnen kann, als der Braut zur Befriedigung Christi und als des Kriegers, um die Schlacht zu kämpfen und den Feind zu besiegen, damit Gott Seinen ewigen Vorsatz ausführen kann. (Witness Lee, Life-Study of Ephesians, Botschaft eins, S. 5)
Gleichzeitig beschreibt Paulus die Gemeinde als Königreich, in dem neue Bürgerrechte und eine neue Verantwortung gelten. „So seid ihr nun nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes“ (Epheser 2:19). Königreich und Familie stehen nebeneinander: Im Königreich geht es um die Herrschaft Gottes, um Ordnung, Schutz und Auftrag; in der Familie um Nähe, Leben und gemeinsamen Genuss des Vaters. Beides gehört zusammen. Wer nur das eine sieht, verliert leicht das andere: Ohne das Bewusstsein des Königreiches wird Gemeinde beliebig; ohne den Charakter der Familie wird sie hart und formal. Dann führt Paulus weiter: Die Gemeinde ist „auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, indem Christus Jesus selbst Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn“ (Epheser 2:20-21). Hier erscheint sie als Wohnstätte Gottes, als Haus, in dem Gott sich zu Hause fühlt und in dem Sein Name wohnt.
Noch inniger wird das Bild, wenn Paulus in Epheser 5 von der Gemeinde als Braut Christi spricht. Er greift damit eine Linie auf, die schon in 1. Mose 2.vorgezeichnet ist: „Und Jehovah Gott sprach: Es ist nicht gut für den Menschen, dass er allein sei; Ich will ihm eine Hilfe als sein Gegenüber machen“ (1. Mose 2:18). Eva wird aus Adam gebaut und ihm zur Seite gestellt; die Gemeinde wird aus Christus heraus gebildet und Ihm als Gegenüber gegeben. Hier geht es um Liebe, um gegenseitige Hingabe, um eine Beziehung, in der Christus Ruhe findet. Schließlich erscheint die Gemeinde in Epheser 6 als Krieger – bemerkenswert ist, dass die Waffenrüstung Gottes dem „einen neuen Menschen“ gemeinsam angelegt ist. Es ist ein einziger Kämpfer, der da steht, nicht eine Ansammlung isolierter Soldaten. In diesen Bildern wird deutlich, wie umfassend Gottes Ziel ist: Er will ein Volk, das Christus ausdrückt, Ihn als Person trägt, unter Seiner Herrschaft lebt, in Seinem Haus daheim ist, Ihn liebt und beantwortet und mit Ihm in einem geistlichen Kampf steht.
All diese Aspekte werfen ein mildes, aber klares Licht auf unser eigenes Verständnis von Gemeinde. Wo sie auf ein Programm, eine Institution oder eine bloße „Versammlung am Sonntag“ reduziert wird, verliert sie ihre eigentliche Würde. Der Epheserbrief ruft uns zurück zu Gottes Gedanken: Gemeinde als Ort der Gegenwart Gottes, als Raum für Christus, als Gemeinschaft, in der Liebe und Herrschaft Gottes sich begegnen. Das macht demütig – denn wir spüren, wie wenig unser Erleben oft diesem Bild entspricht – und zugleich hoffnungsvoll, weil es deutlich wird, dass Gott selbst der Baumeister ist. Wenn Er beschlossen hat, eine solche Gemeinde zu haben, dann trägt Er auch die Verantwortung, sie in diese Wirklichkeit hineinzuführen. Dieser Gedanke kann leise Mut machen, nicht zu resignieren, sondern mit wachsendem Vertrauen zu rechnen, dass Gott in all ihrer Unvollkommenheit mit Seiner Gemeinde unterwegs ist.
So seid ihr nun nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes, auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, indem Christus Jesus selbst Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn; in dem auch ihr mit aufgebaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geist. (Epheser 2:19-22)
Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit Er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei. (Epheser 5:25-27)
Die vielschichtigen Bilder der Gemeinde im Epheserbrief öffnen den Blick für eine Würde, die weit über alle sichtbaren Begrenzungen hinausreicht. Gemeinde wird so nicht an Äußerlichkeiten gemessen, sondern an dem, was Gott in ihr sieht: Leib, Haus, Familie, Braut und Kämpfer in Christus. Wer sich von dieser Sicht prägen lässt, lernt, die eigene Ortsgemeinde mit anderen Augen zu betrachten – nicht naiv, aber hoffnungsvoll, im Vertrauen darauf, dass Gott das, was Er begonnen hat, weiterbaut und den Reichtum Seines Vorsatzes Schritt für Schritt sichtbar macht.
Herr Jesus Christus, danke, dass du uns im Epheserbrief zeigst, wie du die Gemeinde siehst: als deinen Leib, deine Wohnstätte, deine geliebte Braut und deinen geistlichen Kämpfer. Richte unseren Blick weg von unserer Enge und unseren wechselnden Zuständen hin auf deinen ewigen Vorsatz und die geistlichen Segnungen, die du bereits in den Himmelsräumen bereitet hast. Stärke unseren inneren Menschen, damit du mehr und mehr in unseren Herzen Wohnung machst und dein Leben in der Gemeinde sichtbar wird. Lass uns deine Liebe und Gnade tiefer erkennen, damit Hoffnung, Ruhe und Freude in dir wachsen und dein Name in deiner Gemeinde verherrlicht wird. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of Ephesians, Chapter 1