Die Diener des neuen Bundes (10)
Wer sich von Herzen nach Christus ausstreckt, erlebt früher oder später Missverständnisse, Widerstand und innere Spannungen: Einerseits der Wunsch, Gott zu gefallen, andererseits die Erfahrung von Schwachheit, Leid und begrenzten Kräften. Genau in diese Spannung hinein zeichnet Paulus in 2.Korinther 6 ein starkes Bild: Diener des neuen Bundes sind keine perfekten Helden, sondern Menschen, deren Leben von Christus so geformt wird, dass es in jede Lage passt, ohne andere zum Anstoß zu bringen. Hinter allen äußeren Gegensätzen – Ehre und Schande, Armut und Reichtum, Traurigkeit und Freude – steht eine unsichtbare Wirklichkeit: das Auferstehungsleben Christi und ein Herz, das von Gott selbst erweitert wurde.
Ein all-passendes Leben mitten im Kampf
Wenn Paulus von den „Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken“ spricht, zeichnet er kein heroisches Bild frommer Helden, sondern die nüchterne Wirklichkeit eines Lebens im Dienst des neuen Bundes. Er weiß sich hineingestellt in einen Kampf, der durch Menschen hindurchgeht, aber nicht von Menschen herkommt. Das Ziel dieses Kampfes ist nicht der eigene Sieg, sondern dass Gottes Gerechtigkeit Raum gewinnt – vor Gott und vor den Menschen. Darum kann er sagen: „Und wir geben in keiner Sache irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert werde“ (2.Kor 6:3). Die Waffen zur Rechten und zur Linken sind Ausdruck dieser inneren Ausrichtung: was er spricht, wie er reagiert, wie er erträgt – alles wird zu einem sichtbaren Zeugnis dafür, dass er zuerst „nach seinem Königreich und nach seiner Gerechtigkeit“ trachtet (Matthäus 6:33), und nicht nach der eigenen Rechtfertigung oder Bequemlichkeit.
In Vers 7 sagt Paulus: „Durch die Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken.“ Das macht deutlich, dass das Leben der Apostel für ihren Dienst ein Leben im Kampf ist, ein Kämpfen für Gottes Königreich. Waffen der Gerechtigkeit werden eingesetzt, um dafür zu kämpfen, mit Gott und mit den Menschen gemäß der Gerechtigkeit Gottes im Recht zu sein (Mt. 6:33; 5:6, 10, 20). Waffen in der rechten Hand, wie das Schwert, sind Angriffswaffen, die in der linken Hand, wie der Schild, sind Verteidigungswaffen. (Witness Lee, Life-Study of 2 Corinthians, Botschaft einundvierzig, S. 369)
Dieses Leben ist „all-passend“, nicht weil es sich jeder Erwartung anpasst, sondern weil es in jeder Lage in Gott verankert bleibt. Paulus beschreibt das in einer dichten Kette von Situationen: „in viel standhaftem Ausharren, in Bedrängnissen, in Notlagen, in Drangsalen, in Schlägen, in Gefängnissen, in Tumulten, in Mühen, in Wachen, in Fasten“ (2.Kor 6:4–5). Er weicht dem Konflikt nicht aus, sondern trägt ihn in der Gegenwart Gottes. Ehre und Unehre, gute und böse Nachrede, Anerkennung und Verleumdung stehen nebeneinander; er kennt das Glück derer, von denen es heißt: „Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen“ (Matthäus 5:11). Gerade dadurch wird er transparent für Christus: Nicht das Urteil der Menschen entscheidet, sondern die stille, tragende Gerechtigkeit Gottes. Ein solches Leben ermutigt, weil es zeigt: Mitten im Spannungsfeld von Zustimmung und Widerstand kann ein Herz weich, fest und weit zugleich bleiben – nicht aus eigener Stärke, sondern weil Gott selbst Schild zur Linken und Schwert zur Rechten wird und den Dienst durch seine Gegenwart schützt und trägt.
Über allem steht bei Paulus der Wunsch, dass durch sein Leben niemand vom Evangelium weggestoßen wird. Er ist bereit, Schläge, Gefängnisse, Fasten und Wachsein zu tragen, wenn dadurch das Bild Gottes nicht verzerrt wird, das Menschen sich an seinem Leben machen. Die Waffen der Gerechtigkeit bedeuten daher auch, dass er bereit ist, Unrecht zu erdulden, statt selbst Unrecht zu tun oder zurückzuschlagen. Der Kampfstil eines Dieners des neuen Bundes ist nicht geprägt von Härte, sondern von einer Standhaftigkeit, die in Reinheit, Langmut, Güte und ungeheuchelter Liebe ihre Form findet (vgl. 2.Kor 6:6–7).
In dieser Spannung atmet das Herz frei, weil es nicht an sich selbst gebunden ist. Wer so kämpft, muss lernen, das eigene Bedürfnis nach Rechtbehalten loszulassen und sich von Gottes Blick her definieren zu lassen. Dann verlieren Schmähen und Loben ihre absolute Macht. Sie treffen einen Menschen, dessen innerer Halt nicht auf dem eigenen Ruf, sondern auf der Gerechtigkeit Christi ruht. Daraus erwächst ein stiller Mut: das Vertrauen, dass Gott selbst rechtfertigt, was aus Ihm ist, und dass Er diesen Weg des all-passenden Lebens nutzt, um anderen den Zugang zu sich nicht zu versperren, sondern zu öffnen. So wird ein Leben im Kampf zu einem Raum der Hoffnung: Mitten in Druck und Missverständnissen ist es möglich, dass Christus sichtbar wird – gerade dort, wo man in sich selbst keinen Halt mehr hätte.
Und wir geben in keiner Sache irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert werde, (2.Kor 6:3)
sondern in allem empfehlen wir uns selbst als Diener Gottes: in viel standhaftem Ausharren, in Bedrängnissen, in in Notlagen, in Drangsalen, (2.Kor 6:4)
In den verborgenen Kämpfen des Alltags – in Missverständnissen, ungerechtem Urteil, Spannungen im Dienst oder in der Familie – eröffnet sich dieselbe Wirklichkeit, von der Paulus spricht. Dort, wo es darauf ankäme, sich zu verteidigen, zu vergelten oder sich innerlich zurückzuziehen, kann das Herz auf etwas anderes zurückgreifen: auf die Waffen der Gerechtigkeit, die Christus selbst ist. Wenn die eigene Rechtfertigung nicht mehr im Vordergrund steht, sondern das Verlangen, dass Gottes Königreich und seine Gerechtigkeit Gestalt gewinnen, dann verändert sich die Wahrnehmung von Widerstand. Er wird nicht leichter, aber er bekommt einen Sinn. So wächst inmitten des Kampfes eine stille Freiheit: Man ist nicht der Laune von Menschen ausgeliefert, sondern der Treue Gottes anvertraut. Dieses Bewusstsein macht Mut, auch den nächsten Schritt in einem all-passenden Leben zu wagen – im Vertrauen darauf, dass Gott es ist, der den Dienst bewahrt, wenn wir uns darum mühen, niemandem Anstoß zu geben.
Die verborgene Kraft des Auferstehungslebens
Die Reihe von Spannungsformeln, die Paulus in 2.Korinther 6 verwendet, öffnet einen Blick in das Geheimnis seines inneren Lebens: „als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte und (doch) nicht getötet; als Traurige, aber allezeit uns freuend; als Arme, aber viele reich machend; als nichts habend und (doch) alles besitzend“ (2.Kor 6:9–10). Was nach außen sichtbar ist – Schwachheit, Leiden, Verlust –, bildet nur eine Seite der Wirklichkeit. Die andere Seite ist verborgen und doch höchst real: Das Auferstehungsleben Christi trägt ihn durch alles hindurch. Er kann bezeugen: „allezeit tragen wir das Zu-Tode-gebracht-Werden von Jesus im Leib umher, damit auch das Leben Jesu in unserem Leib offenbar werde“ (2.Kor 4:10). Das bedeutet: Die ständige Nähe des Todes – körperlich, emotional, in der Gefahr zu zerbrechen – wird zum Ort, an dem ein anderes Leben sichtbar wird, das nicht aus ihm selbst kommt.
Die Apostel waren wie Sterbende unter leidvollen Verfolgungen (1:8–10; 4:11; 1.Kor. 15:31). Doch sie lebten in der Auferstehung des Herrn (2.Kor. 4:10–11). Auch wir sollten solche sein, die dem Tod ausgeliefert werden, solche, die wie Sterbende sind, und zugleich solche, die in der Auferstehung leben. (Witness Lee, Life-Study of 2 Corinthians, Botschaft einundvierzig, S. 371)
Dieses Auferstehungsleben ist keine abstrakte Idee, sondern eine erfahrbare Kraft. Paulus beschreibt, wie er „allezeit dem Tod ausgeliefert“ wird, „damit auch das Leben Jesu in unserem sterblichen Fleisch offenbar werde“ (2.Kor 4:11). Deshalb kann er zugleich sagen: „Ich sterbe täglich“ (1.Kor 15:31) und „wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2.Kor 12:10). Die vielen Drangsale, die Sorgen um die Gemeinden, die inneren und äußeren Angriffe (vgl. 2.Kor 11:28), bringen ihn an Grenzen, an denen das eigene Vermögen nicht mehr trägt. Dort lernt er eine andere Wirklichkeit kennen: „Meine Gnade ist genug für dich, denn Meine Kraft wird in Schwachheit vollkommen gemacht“ (2.Kor 12:9). In dieser Erfahrung verwandelt sich Traurigkeit über den Zustand der Gemeinden nicht in Bitterkeit, sondern in eine Freude, die nicht an Umständen hängt, sondern an der Nähe Christi.
Dass Paulus „als Arme, aber viele reich machend“ lebt, zeigt, wie anders das Auferstehungsleben mit Mangel umgeht. Äußerlich besitzt er wenig; innerlich trägt er Schätze, die nicht aus seiner Biographie stammen, sondern aus der Fülle Christi. Er bezeichnet das Evangelium, das er verkündigt, als den „unerforschlichen Reichtum Christi“ (Epheser 3:8). Wer diesen Reichtum erlebt, kann andere reich machen, selbst wenn seine äußigen Verhältnisse bescheiden oder unsicher sind. „Als nichts habend und (doch) alles besitzend“ (2.Kor 6:10) beschreibt daher nicht geistliche Selbsttäuschung, sondern die Gewissheit, dass in Christus alles, was wirklich nötig ist, schon gegeben ist – und dass Gott selbst die äußeren Dinge, bis hin zu Verlust und Verzicht, so in seine Führung einbindet, dass sie das Leben nicht zerstören, sondern vertiefen.
In dieser Perspektive verlieren die Widersprüche des Lebens nicht ihre Schärfe, aber sie werden von einer tieferen Wirklichkeit umschlossen. Ein Diener des neuen Bundes lernt, dass es möglich ist, gleichzeitig sterbend und lebendig, traurig und freudig, arm und reich zu sein, ohne sein Inneres zu spalten. Der Grund dafür liegt nicht in psychischer Robustheit, sondern in einer Beziehung zu Christus, in der sein Auferstehungsleben nach und nach die Mitte bildet. Wo dieses Leben Raum gewinnt, wächst eine stille Zuversicht: Kein Leiden, kein Mangel, keine Schwachheit ist das letzte Wort. In alledem ist der Auferstandene gegenwärtig, und seine Gegenwart macht aus Orten der Erschöpfung Quellen, aus denen andere trinken können. So wird das eigene zerbrechliche Leben – so begrenzt es bleibt – zu einem Gefäß, durch das der Reichtum und die Freude des Auferstehungslebens weiterfließen.
als Unbekannte und Wohlbekannte; als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte und (doch) nicht getötet; (2.Kor 6:9)
als Traurige, aber allezeit uns freuend; als Arme, aber viele reich machend; als nichts habend und (doch) alles besitzend. (2.Kor 6:10)
In den feinen Rissen des Alltags – in Müdigkeit, innerer Erschöpfung, dem Gefühl, zu wenig in den Händen zu haben – erscheint etwas von dem, was Paulus beschreibt. Wenn eigene Kräfte, Pläne und Sicherheiten an ihre Grenze kommen, steht nicht nur der Verlust im Raum, sondern auch die Möglichkeit, Christus in einer neuen Tiefe zu erfahren. Sein Auferstehungsleben zeigt sich nicht zuerst in spektakulären Wundern, sondern darin, dass man trotz allem weiter lieben, weiter vertrauen, weiter dienen kann. Wer zurückblickt, entdeckt oft erst im Nachhinein: Da, wo ich mich „als Sterbender“ erlebt habe, war ich zugleich bewahrt; wo ich traurig war, hat Gott einen stillen Trost hineingelegt; wo ich arm war, hat Er andere durch das wenig, was ich hatte, reich gemacht. Solche Einsichten machen nicht stolz, sondern dankbar und ermutigen, auch künftig nicht vor der Schwachheit zu fliehen, sondern in ihr mit dem Auferstandenen zu rechnen.
Ein erweitertes Herz als Frucht vollständiger Errettung
Das Bild des erweiterten Herzens, das Paulus in 2.Korinther 6 zeichnet, gehört untrennbar zur vollständigen Errettung, von der dieser Brief spricht. Er wendet sich an eine Gemeinde, die ihn tief verletzt, missverstanden und infrage gestellt hat, und dennoch schreibt er: „Unser Mund hat sich euch gegenüber aufgetan, ihr Korinther; unser Herz ist weit geworden“ (2.Kor 6:11). Der Mund ist geöffnet: Paulus spricht klar, nennt Verirrung beim Namen, verharmlost nichts. Zugleich ist das Herz weit: Es schließt die Korinther nicht aus, sondern umfasst sie gerade in ihrer Unreife. Dieser doppelte Bewegungsfluss – Offenheit im Reden, Weite im Herzen – zeigt, wie das Leben Christi einen Menschen formt, der nicht mehr aus verletzter Eitelkeit reagiert, sondern aus der Liebe des neuen Bundes.
In Vers 11 fährt Paulus fort: „Unser Mund ist zu euch aufgetan, Korinther, unser Herz ist weit geworden.“ Die Apostel, so völlig gereift und allseitig passend, wie in den Versen 3 bis 10 beschrieben, haben ihren Mund den Gläubigen gegenüber aufgetan und ihr Herz weit gemacht. Mit einem weit gewordenen Herzen sind sie imstande, alle Gläubigen ungeachtet ihres Zustandes zu umfassen, und mit einem aufgetanen Mund sind sie frei, zu allen Gläubigen offen über die wirkliche Lage zu sprechen, in die sie irregeleitet worden sind. (Witness Lee, Life-Study of 2 Corinthians, Botschaft einundvierzig, S. 372)
Die Korinther werden dem gegenüber als verengt beschrieben: „Ihr nehmt in uns keinen engen Raum ein, aber eng ist der Raum in euren inneren Teilen“ (2.Kor 6:12). Die Enge liegt nicht in Paulus, sondern in ihren eigenen „Eingeweiden“, in ihren Zuneigungen und Bewertungen. Er hatte sie bereits früher als „Unmündige in Christus“ bezeichnet (1.Kor 3:1) und sie ermutigt: „Brüder, seid nicht Kinder am Verstand, sondern an der Bosheit seid Unmündige, am Verstand aber seid Erwachsene“ (1.Kor 14:20). Unreife zeigt sich nicht nur in falschen Lehren oder Sünden, sondern auch in einer inneren Kleinheit: Man lässt nur diejenigen in sein Herz, die den eigenen Erwartungen entsprechen, reagiert empfindlich, zieht sich bei Enttäuschung zurück. Paulus dagegen ist, geprägt durch Leiden und durch die Erfahrung des Auferstehungslebens, fähig, Menschen mit ihren Widersprüchen zu tragen, ohne sich von ihnen vereinnahmen zu lassen.
Diese Weite des Herzens ist Frucht einer Errettung, die tiefer reicht als die Vergebung der Sünden. Gott errettet nicht nur aus Schuld, sondern auch aus der Enge des Ichs, aus dem Drang, sich selbst zu schützen und zu rechtfertigen. Wenn Paulus in den Versen 3–10 ein all-passendes Leben beschreibt – „in“ Bedrängnissen und Mühen, „durch“ Ehre und Unehre hindurch, „als“ Schwache und doch Starke –, dann zeigt sich darin ein Mensch, dessen Inneres nicht mehr aus den Reaktionen anderer lebt. Er ist innerlich verankert in Christus, und gerade dadurch wird Platz frei für andere. Sein Herz ist nicht grenzenlos im Sinn der Beliebigkeit, aber weit im Sinn einer Liebe, die Menschen nicht aufgibt, auch wenn sie schwierig bleiben.
Bemerkenswert ist, dass Paulus die Korinther ausdrücklich einlädt, denselben Weg zu gehen: „Doch als Gegenlohn in gleicher Weise – ich rede als zu Kindern –: Werdet auch ihr weit“ (2.Kor 6:13). Er sieht ihre Kleinheit, aber er spricht sie als Kinder an, zu denen noch Wachstum möglich ist. Diese Aufforderung ist keine moralische Forderung, sondern Ausdruck eines Vertrauens: Wer unter der Wirkung des neuen Bundes lebt, bleibt nicht auf Dauer in innerer Enge gefangen. Die Liebe Christi drängt dazu, sich erweitern zu lassen – auch durch schmerzliche Wege, durch Missverständnisse und Enttäuschungen, in denen das eigene Herz neu lernt, an Christus Halt zu finden, statt sich an Reaktionen von Menschen zu klammern.
Unser Mund hat sich euch gegenüber aufgetan, ihr Korinther; unser Herz ist weit geworden. (2.Kor 6:11)
Ihr nehmt in uns keinen engen Raum ein, aber eng ist der Raum in euren inneren Teilen. (2.Kor 6:12)
Die Verbindung von einem all-passenden Leben und einem erweiterten Herzen berührt sehr konkret, wie man mit Enttäuschungen, Missverständnissen und Spannungen umgeht. Man kann nicht aus eigener Kraft beschließen, weit zu werden; aber man kann wahrnehmen, wo Gott bereits wirkt: wo ein hartes Wort ausbleibt, wo Verständnis wächst, wo man einen anderen nicht sofort festlegt. Solche Momente sind Spuren des neuen Bundes im Alltag. Wer sie erkennt, wird ermutigt, seinen Weg nicht nur über das zu definieren, was noch eng ist, sondern auch über das, was Gott schon geweitet hat. In dieser Haltung kann selbst eine schwierige Beziehung zu einem Ort werden, an dem Gottes vollständige Errettung – leise, aber nachhaltig – Gestalt gewinnt: in einem Herzen, das mehr Raum für andere bekommt, weil es in Gott geborgen ist.
Herr Jesus Christus, du Diener des neuen Bundes, danke, dass du durch deine Leiden und deine Auferstehung ein Leben eröffnet hast, das in jede Lage passt und andere nicht zu Fall bringt. Du siehst unsere Enge, unsere Müdigkeit und unsere oft so kleinen Herzen. Erfülle uns neu mit deinem Auferstehungsleben, damit Traurigkeit nicht das letzte Wort hat und äußerer Mangel uns nicht von deinem Reichtum trennt. Erweitere unser Inneres, damit wir Menschen mit einem weiten Herzen werden, die deine Gerechtigkeit lieben, deine Wahrheit bezeugen und deine Geschwister tragen können. Lass uns erfahren, dass wir in dir, selbst wenn wir scheinbar nichts haben, in Wahrheit alles besitzen. Stärke uns, dass unser Leben zu einem Zeugnis deiner vollständigen Errettung wird und viele durch uns geistlich reich werden. Zu deiner Ehre und zur Erbauung deines Leibes. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of 2 Corinthians, Chapter 41