Umgang mit der Sammlung der Gabe und Schlussfolgerung
Wenn es um geistliches Leben geht, denken viele zuerst an Gebet, Bibellesen oder Lobpreis – aber selten an den Umgang mit Geld. Doch ausgerechnet am Ende eines so tiefgehenden Briefes wie 1. Korinther führt Paulus das Thema Sammlung für die Heiligen ein und verbindet es mit der Auferstehung und mit Gottes Verwaltung. In dieser scheinbar „alltäglichen“ Frage zeigt sich, ob wir wirklich in der Kraft des Auferstehungslebens leben, ob wir im Leib Christi stehen und ob unsere Beziehungen von Liebe und echter Gemeinschaft geprägt sind.
Geld als Prüfstein für Gottes Verwaltung und Auferstehungsleben
Geld ist im Neuen Testament nie ein neutrales Randthema. Wenn Paulus direkt nach seiner großen Entfaltung der Auferstehung in 1. Korinther 15 mit den Worten fortfährt: „Was nun die Sammlung für die Heiligen betrifft: Ebenso wie ich es für die Gemeinden in Galatien angeordnet habe, so sollt auch ihr es tun“ (1.Kor 16:1), steht dahinter eine geistliche Linie. Die Sammlung ist Teil von Gottes Verwaltung, nicht bloß eine organisatorische Notwendigkeit. In unserer Hand liegt etwas Sichtbares, Begrenztes, von Motte und Rost bedroht – der Herr Jesus nennt es „Schätze auf der Erde“ – und gerade daran entscheidet sich, wem unser Herz wirklich gehört. In Matthäus 6 heißt es: „SAMMELT euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen; sammelt euch aber Schätze im Himmel … denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“ (Mt. 6:19–21). Unser Umgang mit dem Materiellen zeigt, ob wir im Innersten unter Gottes Regierung stehen oder unter der stillen Herrschaft des Mammons.
Die ganze gefallene Menschheit steht unter der Herrschaft des Mammons und des materiellen Besitzes (Mt. 6:19–21, 24–25, 30; 19:21–22; Lk. 12:13–19). Am Pfingsttag stürzten alle Gläubigen unter der Kraft des Heiligen Geistes diese Herrschaft und hatten ihren gesamten Besitz gemeinsam, um ihn an die Bedürftigen zu verteilen (Apg. 2:44–45; 4:32, 34–37). … Dann brauchten die Gläubigen Gnade, um die Macht des Mammons und das Materielle zu überwinden und sie aus der Herrschaft Satans freizusetzen, damit sie dem Herrn als Opfergabe dargebracht werden konnten, um Seinen Vorsatz zu erfüllen. Das Auferstehungsleben ist die Versorgung für die Gläubigen, damit sie ein solches Leben leben können – ein Leben, das auf Gott vertraut und nicht auf Schätze des materiellen Besitzes, ein Leben nicht für heute, sondern für die Zukunft, nicht für dieses Zeitalter, sondern für das kommende Zeitalter (Lk. 12:16–21; 1.Timotheus 6:17–19), ein Leben, das die Usurpation zeitlicher und ungewisser Reichtümer stürzt. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft neunundsechzig, S. 645)
Der gefallene Mensch ist tief mit dem Materiellen verflochten. Der reiche Kornbauer in Lukas 12 plant, seine Scheunen zu vergrößern, redet ständig von „meinen Früchten“, „meinem Korn“, „meinen Gütern“ und schließt mit dem Satz: „Seele, du hast viele Güter daliegen auf viele Jahre. Ruhe aus, iß, trink, sei fröhlich!“ (Lk. 12:19). Er rechnet, plant, sichert ab – aber er rechnet nicht mit Gott. Gottes Urteil ist nüchtern und erschütternd: Er nennt ihn „Narr“ und erinnert daran, dass noch in derselben Nacht seine Seele von ihm gefordert wird. Damit entlarvt der Herr ein Leben, das im Sichtbaren aufgeht, aber im Unsichtbaren leer bleibt. In dieser Perspektive ist die Gabe, die wir „für die Heiligen“ zurücklegen (1.Kor 16:2), mehr als eine Spende: Sie ist ein praktischer Akt, durch den wir anerkennen, dass unser Leben nicht „durch unsere Habe besteht“ (vgl. Lk. 12:15), sondern von Gottes Hand abhängig ist. Wo wir lernen, loszulassen, verlässt das Geld die Stellung eines heimlichen Herrn und wird zu einem Werkzeug in Gottes Verwaltung.
Darum verknüpft Paulus die Frage der Gabe mit der Auferstehung. Ein Mensch, der in der Auferstehung Christi lebt, ist von innen her von einer anderen Wirklichkeit gehalten. Er vertraut „nicht auf unsicheren Reichtum, sondern auf Gott“ (vgl. 1.Tim. 6:17), und gerade so wird er frei, zu geben. Das Auferstehungsleben in uns ist nicht nur Trost nach dem Tod, sondern eine Gegenwartskraft, die die Macht des Materiellen bricht. Die ersten Christen erlebten das unter der frischen Wirkung des Geistes: „Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam“ (Apg. 2:44). Ihr gemeinsamer Besitz war kein romantisches Ideal, sondern Ausdruck einer inneren Befreiung: Mammon hatte seine Fesseln verloren, und die Dinge konnten dahin fließen, wo sie dem Leib Christi dienten. Äußerlich mag unsere Situation anders aussehen, innerlich ist der Weg derselbe – das Auferstehungsleben versorgt uns, damit wir in einer Welt des Besitzes als Menschen der Freiheit leben.
Paulus spricht von der Gabe als „Gnade“. Damit beschreibt er nicht nur Gottes Zuwendung zu uns, sondern auch unsere Teilhabe an seiner großzügigen Bewegung. Wenn die Gemeinden in Makedonien trotz eigener Bedrängnis reich waren „an der Lauterkeit ihrer Freigebigkeit“ (vgl. 2.Kor 8), dann zeigte sich darin, dass Gottes Gnade ihr Verhältnis zu Besitz verwandelt hatte. Wer empfängt, ohne dass sein Herz sich löst, bleibt innerlich arm; wer empfängt und weitergibt, tritt in den Strom der göttlichen Versorgung ein, in dem Gott sich nicht nur um Einzelne kümmert, sondern seinen ganzen Leib aufbaut. So wird sichtbar, ob wir nur von „Haupt und Leib“ reden oder ob Gottes Verwaltung tatsächlich in unseren Alltag hineinreicht – bis hin zu unserem Geldbeutel. Gerade dort, wo wir freiwillig und freudig geben, leuchtet etwas vom kommenden Zeitalter auf, in dem Christus sichtbar alles in allem sein wird.
Was nun die Sammlung für die Heiligen betrifft: Ebenso wie ich es für die Gemeinden in Galatien angeordnet habe, so sollt auch ihr es tun. (1.Kor 16:1)
SAMMELT euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen; sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen; denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. (Mt. 6:19-21)
Wenn Geld seinen Platz verliert, gewinnt Christus Raum – nicht nur in unseren Gedanken, sondern in unseren Entscheidungen und Bewegungen. Daraus wächst eine stille Freude: Wir gehören nicht mehr dem, was wir besitzen, sondern dem, der uns in seinem Auferstehungsleben trägt und unsere Gaben in seinen Dienst aufnimmt.
Die erste Tages der Woche: Ein Leben in der neuen Schöpfung
Wenn Paulus schreibt: „Jeweils am ersten Tag der Woche sollte jeder von euch für sich zurücklegen, je nachdem er gutes Gelingen gehabt haben mag“ (1.Kor 16:2), greift er nicht zufällig auf einen bestimmten Wochentag zurück. Der Rhythmus der Zeit ist im Zeugnis der Schrift eng mit Gottes Handeln verbunden. Der siebte Tag war der Ruhepunkt der alten Schöpfung. 1. Mose berichtet: „So wurden vollendet der Himmel und die Erde samt ihrem ganzen Heer. Und Gott hatte am siebten Tag Sein Werk vollendet, das Er gemacht hatte, und Er ruhte am siebten Tag von all Seinem Werk“ (1. Mose 2:1–2). Dieser Tag wird im Gesetz als Gedenktag gefeiert: „Gedenke des Sabbattages, ihn heilig zu halten … denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht … und ruhte am siebten Tag“ (2. Mose 20:8-11). Der Sabbat verweist auf Vollendung und Ruhe der ersten Schöpfung.
Der siebte Tag der Woche, der Sabbat, war ein Gedenktag an Gottes Schöpfung (1.Mose 2:1–3; 2.Mose 20:8, 11). Der erste Tag der Woche ist ein Symbol für die Auferstehung des Herrn; es ist der Tag, an dem der Herr aus den Toten auferstand (Joh. 20:1). Er wird der Tag des Herrn genannt (Offb. 1:10). An diesem Tag, dem Tag der Auferstehung des Herrn, kommen die neutestamentlichen Heiligen zusammen und bringen ihre Besitztümer dar (Apg. 20:7). Das zeigt an, dass sie durch Seine Auferstehung (1.Petrus 1:3) mit dem Herrn auferweckt worden sind (Eph. 2:6) und dass sie zusammenkommen, um Seiner zu gedenken und Gott mit ihren Opfergaben in der Auferstehung durch das Auferstehungsleben anzubeten, nicht durch ihr natürliches Leben. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft neunundsechzig, S. 646)
Mit der Auferstehung Christi setzt Gott jedoch einen neuen Anfang. Johannes berichtet schlicht und zugleich gewichtig: „An dem ersten Tag der Woche aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zur Gruft“ (Johannes 20:1). Dieser erste Tag wird später „Tag des Herrn“ genannt (vgl. Offenbarung 1:10) – er ist das Zeichen der neuen Schöpfung, des Lebens, das den Tod durchschritten hat. Die ersten Christen versammelten sich an diesem Tag, brachen das Brot und hörten das Wort (vgl. Apg. 20:7). Wenn sie an demselben Tag auch ihre Gaben darbrachten, wurde im Rhythmus ihrer Woche sichtbar, dass sie nicht mehr in der Ordnung der alten Schöpfung lebten, sondern als mit Christus Auferweckte. Ihr Geben war eingebettet in das Gedenken an den auferstandenen Herrn, nicht in die Mühe eines religiösen Pflichttermins.
Der erste Tag der Woche trägt daher eine stille Predigt: Er ruft uns in die Gegenwart des Auferstandenen. Petrus beschreibt, was mit uns geschehen ist: Gott hat uns „wiedergezeugt zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten“ (1.Petrus 1:3). Paulus ergänzt, dass Gott uns „mitauferweckt und mitsitzen lassen hat in den himmlischen Regionen in Christus Jesus“ (Epheser 2:6). Wenn wir in diesem Licht unsere Gaben zurücklegen, handeln wir aus einer anderen Identität. Wir rechnen nicht zuerst mit der Kraft unseres natürlichen Lebens oder mit der Stabilität unserer Einnahmen, sondern mit der Treue dessen, der uns in sein Auferstehungsleben hineingenommen hat. Geben wird dann kein Verlustgeschäft, sondern Ausdruck eines Lebens, das weiß: Die wahre Sicherheit liegt nicht in dem, was ich halte, sondern in dem, der mich hält.
So wird die Frage, ob und wie wir geben, zu einem Spiegel unseres inneren Standortes. Leben wir praktisch noch im Muster der alten Schöpfung – kreisend um Leistung, Absicherung, Verbrauch –, oder prägt uns schon das leise, aber bestimmte Gesetz der neuen Schöpfung, in der Gott der Handelnde ist? Der erste Tag, an dem die Gemeinde zusammenkommt, das Brot bricht und Gott mit ihren Gaben anbetet, ist ein wöchentlicher Ruf, in dieser neuen Wirklichkeit zu bleiben. Jede Gabe, die an diesem Tag aus einem auf Christus ausgerichteten Herzen heraus dargebracht wird, verbindet das ganz Gewöhnliche unseres Haushalts mit dem Ungewöhnlichen seiner Auferstehung.
Jeweils am ersten Tag der Woche sollte jeder von euch für sich zurücklegen, je nachdem er gutes Gelingen gehabt haben mag, und spare es zusammen, damit die Sammlungen nicht dann geschehen, wenn ich komme. (1.Kor 16:2)
So wurden vollendet der Himmel und die Erde samt ihrem ganzen Heer. Und Gott hatte am siebten Tag Sein Werk vollendet, das Er gemacht hatte, und Er ruhte am siebten Tag von all Seinem Werk, das Er gemacht hatte. (1.Mose 2:1-2)
Ein Leben als „Mensch des ersten Tages“ bedeutet, Alltag und Finanzen von der Auferstehung her zu denken: nicht unter dem Druck, alles selbst sichern zu müssen, sondern im Vertrauen darauf, dass der auferstandene Christus unsere Quelle ist und unser schlichtes, regelmäßiges Geben in seine neue Schöpfung einwebt.
Liebe, Gemeinschaft und Freiheit im Dienst
Am Ende des ersten Korintherbriefes öffnet sich ein Blick in das Herz des apostolischen Dienstes. Zwischen praktischen Anweisungen zur Sammlung und persönlichen Reiseplänen lässt Paulus erkennen, in welcher Atmosphäre wahres Geben geschieht. Zunächst wendet er sich den Menschen zu, die mit ihm dienen. Über Timotheus schreibt er: „Wenn nun Timotheus kommt, so seht zu, dass er ohne Furcht bei euch ist; denn er wirkt das Werk des Herrn, so wie ich. Es verachte ihn nun niemand. Geleitet ihn aber in Frieden“ (1.Kor 16:10–11). Paulus schützt die Freiheit eines jüngeren Mitarbeiters und stellt klar, dass das Werk des Herrn wichtiger ist als menschliche Rangordnungen. Timotheus soll nicht unter Druck, sondern in Frieden unter ihnen sein. In derselben Freiheit spricht Paulus über Apollos: Er habe ihn sehr gedrängt zu kommen, aber Apollos habe im Moment nicht den Wunsch – er werde kommen, „sobald er Gelegenheit findet“ (1.Kor 16:12). Hier zeigt sich ein Dienst, der im Geist geschieht: Es gibt ein liebevolles Drängen, aber keine Kontrolle. Paulus und Apollos stehen nicht in Konkurrenz, obwohl die Korinther gerade aus dieser Vorliebe für einzelne Diener Spaltungen genährt hatten.
Was aber unseren Bruder Apollos betrifft, so habe ich ihn sehr gedrängt, mit den Brüdern zu euch zu kommen; doch es war jetzt ganz und gar nicht sein Wunsch zu kommen, aber er wird kommen, sobald er Gelegenheit dazu hat. Daran sollten die Korinther erkennen, dass die Haltung des Paulus gegenüber Apollos und seine Beziehung zu ihm in scharfem Gegensatz zu ihren Vorlieben standen (1:11–12). Seine Haltung und seine Beziehung bewahrten die Einheit; ihre Vorlieben führten zur Spaltung. Sowohl Paulus als auch Apollos waren Menschen, die im Geist lebten. Dennoch drängte der eine den anderen, die Gemeinde zu besuchen, aber der andere hatte nicht den Wunsch, es zu tun. Das zeigt, dass beide Freiheit im Geist hatten und dass der Geist Freiheit in ihnen hatte. Es zeigt auch, dass niemand irgendeine Kontrolle über das Werk für den Herrn ausübte. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft neunundsechzig, S. 649)
Pauluss Worte zeichnen ein Bild von Gemeinschaft, in der Räume statt Fronten entstehen. Er erinnert an das Haus des Stephanas, das „der Erstling von Achaja“ ist und das sich „in den Dienst für die Heiligen gestellt“ hat (1.Kor 16:15). Hier verbinden sich geistliche Erstlingsfrucht und praktische Hingabe. Stephanas, Fortunatus und Achaikus haben Paulus besucht, und er sagt: „Denn sie haben meinen und euren Geist erquickt“ (1.Kor 16:18). Das ist eine bemerkenswerte Formulierung: Die Gegenwart dieser Brüder wirkt wie ein frischer Wind, der nicht nur Paulus, sondern zugleich die Korinther vor Gott vertritt und stärkt. Hinzu kommen Aquila und Prisca, deren Haus ein Versammlungsort ist: „Es grüßen euch vielmals im Herrn Aquila und Priska, zusammen mit der Gemeinde, die in ihrem Haus ist“ (1.Kor 16:19). Gaben, Häuser, Reisen, Erquickung – all das steht unter dem Zeichen einer Liebe, die nicht an sich selbst festhält, sondern sich dem Leib Christi zur Verfügung stellt.
Mitten in diese persönlichen Notizen stellt Paulus ein starkes Wort: „Wachet, steht fest im Glauben; seid mannhaft, seid stark! Alles bei euch geschehe in Liebe!“ (1.Kor 16:13–14). Wachsamkeit, Standhaftigkeit, geistliche Entschiedenheit – all das könnte leicht hart, kantig, nüchtern werden. Doch Paulus legt sofort den Grundton fest: Alles soll in Liebe geschehen. Damit wird klar: Wahres Geben ist nie losgelöst von den Beziehungen, in denen wir stehen. Es ist nicht die Summe, die Gott beeindruckt, sondern die Atmosphäre, in der gegeben wird – eine Atmosphäre des Vertrauens, der Freiheit, der gegenseitigen Anerkennung. Selbst ein so scharfes Wort wie: „Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei verflucht! Der Herr kommt!“ (1.Kor 16:22) steht in diesem Zusammenhang. Es macht deutlich: Liebe zu Christus ist keine Nebensache, sondern der Prüfstein unseres ganzen Glaubenslebens. Wo diese Liebe fehlt, wird auch das religiösste Geben leer.
Darum schließt Paulus seinen Brief mit zwei großen Worten: Gnade und Liebe. „Die Gnade des Herrn Jesus (sei) mit euch! Meine Liebe sei mit euch allen in Christus Jesus“ (1.Kor 16:23–24). Die Gnade des auferstandenen Christus umhüllt alles – auch unsere Unreife, unsere Halbherzigkeit, unsere Versuche, mit Besitz und Gabe richtig umzugehen. Und zugleich lässt Paulus seine eigene Liebe deutlich hervortreten: nicht als menschliche Zuneigung, die morgen verfliegt, sondern „in Christus Jesus“, verwurzelt im Herzen des Herrn selbst. Das macht die Sammlung für die Heiligen zu einem geistlichen Geschehen: Sie ist eingebettet in ein Netz von Beziehungen, die von Gnade getragen und von Liebe geprägt sind. In einer solchen Atmosphäre verliert Geben den Charakter einer Pflichtübung und wird zur freien Antwort auf das, was Gott in der Gemeinschaft seines Leibes wirkt.
Wenn nun Timotheus kommt, so seht zu, dass er ohne Furcht bei euch ist; denn er wirkt das Werk des Herrn, so wie ich. Es verachte ihn nun niemand. Geleitet ihn aber in Frieden, daß er zu mir komme; denn ich erwarte ihn mit den Brüdern. Was aber den Bruder Apollos betrifft, so habe ich ihm vielfach zugeredet, daß er mit den Brüdern zu euch komme; und er war durchaus nicht willens, jetzt zu kommen, doch wird er kommen, sobald er Gelegenheit findet. (1.Kor 16:10-12)
Ich ermahne euch aber, Brüder: Ihr kennt das Haus des Stephanas, daß es der Erstling von Achaja ist und daß sie sich in den Dienst für die Heiligen gestellt haben; … Denn sie haben meinen und euren Geist erquickt. Erkennt nun solche an! Es grüßen euch die Gemeinden von Asien. Es grüßen euch vielmals im Herrn Aquila und Priska, zusammen mit der Gemeinde, die in ihrem Haus ist. (1.Kor 16:15-18-19)
Wo Gnade und Liebe den Raum bestimmen, wird Geben leicht, weil es nicht aus Druck, Erwartung oder Vergleich entsteht, sondern aus der inneren Freiheit, dem Herrn und seinem Leib zu gehören. In solch einem Klima wächst eine Gemeinschaft heran, in der materielle Gaben zum sichtbaren Ausdruck einer unsichtbaren, tiefen Verbundenheit mit Christus und miteinander werden.
Herr Jesus Christus, danke, dass Du durch Deine Auferstehung die Macht von Sünde, Tod und auch die Herrschaft des Mammons gebrochen hast. Du kennst unser Herz und weißt, wie stark uns materielle Dinge festhalten können. Lass Dein Auferstehungsleben in unserem Inneren so wirksam werden, dass Geld und Besitz nicht länger über uns herrschen, sondern Dir zur Verfügung stehen. Vertiefe in uns die Liebe zu Dir, damit unser Geben, unser Dienst und unsere Gemeinschaft Ausdruck Deiner Gnade und Deines Lebens im Leib Christi sind. Stärke uns, dass wir als Menschen des ersten Tages leben – in der neuen Schöpfung, unter Deinem Hauptsein und in der Liebe, die Du uns schenkst. Bewahre uns in der Hoffnung auf Dein Kommen und erfülle uns mit Freude an Deiner Gnade. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of 1 Corinthians, Chapter 69