Das Wort des Lebens
lebensstudium

Umgang mit der Frage der Auferstehung (4)

15 Min. Lesezeit

Viele Christen bekennen die Auferstehung Jesu Christi, erleben sie aber vor allem als historische Tatsache und zukünftige Hoffnung – weit weg vom Alltag. Doch die Schrift entfaltet Auferstehung als eine gegenwärtige, kraftvolle Wirklichkeit: In Christus ist Gottes neue Schöpfung bereits angebrochen, und sein Auferstehungsleben berührt unseren Geist, unsere Seele und sogar unsere zukünftigen Körper. Wer diese Linie der Bibel entdeckt, fängt an zu verstehen, warum Paulus so gewiss von Sieg über Sünde und Tod spricht und weshalb die Auferstehung für ihn die eigentliche Triebkraft für alles Arbeiten „im Herrn“ ist.

Christus, der letzte Adam, und die neue Schöpfung

Wenn Paulus in 1. Korinther 15 Christus den „letzten Adam“ nennt, dann öffnet er einen weiten Horizont. Er stellt nicht einfach zwei Personen nebeneinander, sondern zwei Schöpfungsordnungen. Adam als „lebendige Seele“ steht für den Menschen, der sich selbst als Mittelpunkt erlebt: denken, fühlen, wollen – und doch bleibt alles innerhalb einer vergänglichen, der Sterblichkeit unterworfenen Ordnung. Christus nimmt diese Menschheit wirklich an, geht mit ihr durch den Tod hindurch und kommt in der Auferstehung nicht einfach nur zurück, sondern in einer neuen Seinsweise hervor. „So steht auch geschrieben: ‚Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele‘; der letzte Adam wurde zu einem Leben gebenden Geist“ (1. Korinther 15:45). Der Sohn Gottes hört nicht auf, der ewige Sohn zu sein, aber in der Auferstehung wird Er als der, der gestorben ist und auferstanden ist, zum lebenspendenden Geist, zum inneren Lebensprinzip einer neuen Schöpfung.

Vers 45 sagt: „So steht auch geschrieben: Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele; der letzte Adam zu einem lebengebenden Geist.“ Adam wurde durch die Schöpfung, mit einem seelischen Leib, zu einer lebendigen Seele. Christus wurde durch die Auferstehung, mit einem geistlichen Leib, zu einem lebengebenden Geist. Adam als lebendige Seele ist natürlich; Christus als lebengebender Geist ist der Auferstandene. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft achtundsechzig, S. 633)

Damit verschiebt sich auch unser Verständnis von Auferstehung. Sie ist nicht lediglich das Wunder eines künftigen leiblichen Erwachens aus dem Grab, sondern beginnt jetzt, im Innersten des Menschen. Wer an Christus glaubt, wird aus der Sphäre Adams in die Sphäre Christi versetzt: „Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist“ (1. Korinther 6:17). Unser Geist, der in Adam tot war, wird lebendig gemacht; er wird zum Ort, an dem der lebenspendende Geist Christi Wohnung nimmt. Dort beginnt ein unsichtbarer, aber realer Übergang: von einer seelisch zentrierten Existenz – kreisend um eigene Maßstäbe, eigene Kraft, eigene Empfindungen – hin zu einem Leben, das vom Geist bestimmt, belebt und getragen ist. Auferstehung ist dann nicht mehr nur ein dogmatischer Punkt im Glaubensbekenntnis, sondern das leise, aber machtvolle Einbrechen der neuen Schöpfung in den Alltag. Wenn Christus sagt: „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es überfließend haben“ (Johannes 10:10), dann spricht Er als der letzte Adam, der in der Auferstehung zum lebenspendenden Geist geworden ist. Diese Zusage trägt: die alte Linie der Vergänglichkeit ist nicht mehr unser Schicksal, die neue Linie des Geistes hat begonnen – und sie wird uns vollenden.

So steht auch geschrieben: „Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele“; der letzte Adam wurde zu einem Leben gebenden Geist. (1.Kor 15:45)

Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist. (1.Kor 6:17)

Aus dieser Sicht wird die Frage nach der Auferstehung persönlich und tröstlich. Sie löst sich aus bloßen Spekulationen über das Jenseits und berührt das Heute: Inmitten unveränderter äußerer Umstände hat Gott bereits eine neue Wirklichkeit in unser Inneres gelegt. Wo wir lernen, nicht nur aus dem lauten Raum unserer Seele, sondern aus dem in Christus lebendig gemachten Geist zu leben, dort schmecken wir etwas von der kommenden Welt – Frieden inmitten von Druck, lebendige Hoffnung auf dem Hintergrund von Begrenzung, ein inneres Ja zu Gottes Weg, auch wenn unsere Gefühle schwanken. So wird Christus als lebenspendender Geist zu einer stillen, tragenden Kraft im Alltag. Die Gewissheit, dass die neue Schöpfung schon begonnen hat, stärkt den Mut, in der Spannung zwischen noch sichtbarer Schwachheit und bereits geschenkter Auferstehungswirklichkeit weiterzugehen: nicht als solche, die sich an die alte Ordnung klammern, sondern als Menschen, in denen die Zukunft Gottes bereits angebrochen ist.

Vom irdischen zum himmlischen Bild

Die Schrift beschreibt unser Menschsein mit einem starken Bild: Wir tragen ein „Bild“. Adam, der erste Mensch, ist „von der Erde, irdisch“; sein Bild ist geprägt von Schwachheit, Vergänglichkeit und der ständigen Nähe zum Tod. Christus hingegen ist der „zweite Mensch“ und „aus dem Himmel“ – nicht nur dem Ort nach, sondern seiner Herkunft und Art nach. Paulus spannt in 1. Korinther 15 den großen Bogen: „Der erste Mensch ist aus der Erde, irden; der zweite Mensch ist aus dem Himmel. Wie der Irdische, so sind auch die Irdischen; und wie der Himmlische, so sind auch die Himmlischen“ (1. Korinther 15:47–48). Durch unsere natürliche Geburt sind wir untrennbar mit Adam verbunden, tragen sein Bild in unserem Leib, in unserer seelischen Struktur, in unserer Sterblichkeit. Durch die Wiedergeburt aber werden wir in Christus eingepflanzt: unser Ursprung vor Gott ist nicht länger nur „Erde“, sondern der himmlische Mensch selbst.

In Vers 47 fährt Paulus fort: „Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel.“ … Als erster Mensch ist Adam das Haupt der alten Schöpfung und repräsentiert sie in der Schöpfung. Als zweiter Mensch ist Christus das Haupt der neuen Schöpfung und repräsentiert sie in der Auferstehung. Im ganzen Universum gibt es diese zwei Menschen: den ersten Menschen Adam, einschließlich all seiner Nachkommen, und den zweiten Menschen Christus, der alle Seine Gläubigen umfasst. Wir Gläubigen waren durch unsere natürliche Geburt im ersten Menschen eingeschlossen und sind durch die Wiedergeburt Teil des zweiten Menschen geworden. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft achtundsechzig, S. 638)

Diese Verschiebung bleibt zunächst unscheinbar. Äußerlich altern wir weiter, unser Körper bleibt ein „Leib der Erniedrigung“, anfällig für Krankheit und Erschöpfung. Innerlich aber beginnt etwas Neues: das Bild des Himmlischen zeichnet sich ab, wenn Christi Leben unsere Reaktionen, unsere Sicht auf Menschen, unseren Umgang mit Leid formt. Es ist, als trüge eine Raupe bereits den Schmetterling in sich; die Gestalt ist noch irdisch, doch das Wesen ist bereits auf Veränderung angelegt. Paulus fasst das Ziel so zusammen: Christus „wird unseren Leib der Erniedrigung umgestalten, dass er Seinem Leib der Herrlichkeit gleichgestaltet sei“ (Philipper 3:21). In der endgültigen Auferstehung wird das, was jetzt innerlich begonnen hat, auch unseren Leib erfassen: „Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen“ (1. Korinther 15:49). Diese Zusage gibt unserem gegenwärtigen Ringen eine Richtung. Unsere Zerbrechlichkeit ist nicht das letzte Wort; sie ist der Ort, an dem Gott sein himmlisches Bild vorbereitet. So kann selbst das Bewusstsein der eigenen Begrenztheit zu einer leisen Hoffnung werden: Das, was heute noch unscheinbar und brüchig ist, steht unter der Verheißung, einmal in der Herrlichkeit des Auferstandenen zu leuchten.

Wenn wir die Verwandlung vom irdischen zum himmlischen Bild so sehen, bekommt auch der Blick auf die Verstorbenen in Christus einen anderen Klang. Die Gemeinde in Thessalonich rang mit der Frage, wie sie das Sterben der Glaubenden verstehen sollte. Paulus antwortet: „WIR wollen euch aber, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht betrübt seid wie die übrigen, die keine Hoffnung haben“ (1. Thessalonicher 4:13). Er nennt den Tod der Glaubenden Schlaf, weil der auferstandene Christus sie nicht aus seinem Wirkungsbereich verliert; sie sind ihm nicht entglitten, sondern stehen unter seiner Auferstehungskraft. Die kommende Umgestaltung des Leibes und das Tragen des himmlischen Bildes werden auch sie erfassen, wenn der Herr wiederkommt. Die Trauer bleibt real, aber sie wird von der Hoffnung umfangen, dass die Geschichte dieser Körper – und der Menschen, die in ihnen gelebt haben – nicht mit dem Grab endet. In Gottes Licht gehört ihr ganzes Sein zur Bewegung vom irdischen zum himmlischen Bild.

Darum darf die Gewissheit der zukünftigen Umgestaltung unseren Alltag durchziehen wie ein leiser Unterton. Sie entwertet das gegenwärtige Leben nicht, sondern adelt es: Jede Entscheidung, die im Licht des Himmlischen getroffen wird, jede kleine Geste der Treue, jedes Ringen um ein Herz, das Christus ähnlicher wird, steht in Verbindung mit dem Ziel, einmal sein Bild vollkommen zu tragen. Nichts, was in uns aus dem Leben des zweiten Menschen gewachsen ist, ist vergeblich oder verloren. Wer so lebt, steht mit beiden Füßen auf der Erde und hat zugleich den Horizont des Himmels vor Augen. Die Auferstehung Christi wirkt dann nicht nur am Ende, sondern schon heute als stille, aber tragende Zusage: Du bist auf dem Weg vom Bild des Irdischen zum Bild des Himmlischen – und der, der dich gerufen hat, wird dieses Werk vollenden.

Der erste Mensch ist aus der Erde, irden; der zweite Mensch ist aus dem Himmel. Wie der Irdische, so sind auch die Irdischen; und wie der Himmlische, so sind auch die Himmlischen. Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen. (1.Kor 15:47-49)

der unseren Leib der Erniedrigung umgestalten wird, dass er Seinem Leib der Herrlichkeit gleichgestaltet sei, gemäß Seinem Wirken, durch das Er fähig ist, Sich auch alles zu unterwerfen. (Phil. 3:21)

Wenn das himmlische Bild unser Ziel ist, wird die Spannung zwischen äußerer Hinfälligkeit und innerer Erneuerung verständlicher. Unser Blick auf das eigene Altern, auf Krankheit, auf den Tod nahestehender Menschen verändert sich: Schmerz und Verlust werden nicht geleugnet, aber sie verlieren den Charakter des Endgültigen. Zugleich wächst ein neues Wertgefühl für die inneren, oft unsichtbaren Veränderungen, in denen Christus Gestalt gewinnt. Geduld, die sich durchsetzt, wo früher Ungeduld herrschte; ein Wort der Versöhnung, wo früher verletzt wurde; eine stille Hingabe, wo früher der eigene Vorteil entscheidend war – all das sind Konturen des himmlischen Bildes. Die Hoffnung auf einen verklärten Leib entwertet diese Schritte nicht, sie verbindet sie mit einem großen Ziel. So wird das Warten auf die Auferstehung nicht zu passivem Ausharren, sondern zu einem bewussten Mitwachsen in die Gestalt des Auferstandenen hinein – im Vertrauen darauf, dass Gott selbst den Tag setzen wird, an dem auch unser Leib sichtbar Teil dieser Herrlichkeit wird.

Sieg der Auferstehung und Motivation für das Werk des Herrn

Im letzten Teil von 1. Korinther 15 führt Paulus die Folgen von Kreuz und Auferstehung in einer dichten Formulierung zusammen. Er schaut auf die großen Gegner des Menschen: Sünde, Gesetz und Tod. „Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz“ (1. Korinther 15:56). Die Sünde ist der innere Giftpfeil, der den Tod mit Schuld und Gottesferne lädt; das Gesetz macht diese Sünde offenbar und bindet sie an das gerechte Urteil Gottes. Christus ist in diese Verstrickung hineingegangen. „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch schwach war, das tat Gott: Er verdammte die Sünde im Fleisch, indem Er Seinen eigenen Sohn in der Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und der Sünde wegen sandte“ (Römer 8:3). Am Kreuz wird die Sünde gerichtet, die Forderung des Gesetzes erfüllt, der Anspruch des Todes entmachtet. In der Auferstehung tritt das Ergebnis ans Licht: „Verschlungen ist der Tod in Sieg. Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?“ (1. Korinther 15:54–55).

Diese Auferstehung beginnt mit der Lebendigmachung unseres toten Geistes und wird mit der Umgestaltung unseres vergänglichen Leibes vollendet. Dazwischen liegt der Prozess der stoffwechselhaften Umwandlung unserer gefallenen Seele durch den lebengebenden Geist (2.Kor. 3:18), der die Wirklichkeit der Auferstehung ist. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft achtundsechzig, S. 641)

Dieser Sieg bleibt nicht auf Christus beschränkt, als wäre er nur ein eindrucksvolles Zeichen an ihm allein. Er wird zur Quelle einer neuen Wirklichkeit für alle, die zu ihm gehören. Der lebenspendende Geist, den wir im ersten Punkt betrachtet haben, bringt den Sieg der Auferstehung in unser Inneres. Die Herrschaft der Sünde ist gebrochen, auch wenn ihre Anfechtungen bleiben; das Gesetz kann uns nicht mehr endgültig unter das Verdammungsurteil stellen, weil wir in Christus die Gerechtigkeit Gottes geworden sind; der Tod verliert seine absolute Drohmacht, weil er nicht mehr das Ende der Gemeinschaft mit Gott ist. Darum kann Paulus ausrufen: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15:57). Dieser Sieg ist nicht einfach eine heroische Stimmung, sondern eine geschenkte Wirklichkeit, die im Glauben ergriffen wird und im Alltag durch den Geist konkret wird – in einem neu gewordenen Gewissen, in der Freiheit, Sünde beim Namen zu nennen, ohne von ihr definiert zu werden, und in einer Hoffnung, die stärker ist als die Furcht vor dem Sterben.

Die Auferstehung bleibt bei Paulus jedoch nicht ein Thema für den inneren Trost. Sie wird zur tiefen Motivation für ein standhaftes Leben und Dienen. Gerade weil er den Sieg über Sünde und Tod so klar entfaltet hat, schließt er mit einem sehr praktischen Satz: „Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unbeweglich, allezeit überströmend im Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist“ (1. Korinther 15:58). Die Verknüpfung ist bemerkenswert: Auferstehung macht nicht passiv, sondern trägt in eine beharrliche Treue hinein. Die Mühe im Herrn bleibt Mühe, aber sie steht nicht im luftleeren Raum; sie ist eingebettet in einen Sieg, der bereits errungen ist. Jede unscheinbare Treue, jede Last, die um Christi willen getragen wird, jeder Dienst, der im Verborgenen geschieht, ist mit der Auferstehungswirklichkeit verbunden. Gerade weil die Kraft aus dem lebenspendenden Geist kommt und nicht aus eigener Stärke, kann ein Mensch inmitten von Widerständen fest und unbeweglich bleiben, ohne zu verhärten, und im Werk des Herrn „überströmend“ sein, ohne auszubrennen.

So wird die Auferstehung zu einer leisen, aber tragenden Antriebskraft. Sie entzieht dem Zynismus die Grundlage, der behauptet, am Ende sei doch alles vergeblich. Sie relativiert den Wunsch nach sofort sichtbarem Erfolg, weil sie die Perspektive der Ewigkeit eröffnet. Und sie schenkt eine Freiheit, die eigene Schwachheit ehrlich wahrzunehmen, ohne den Mut zu verlieren: Was im „Werk des Herrn“ geschieht – in Abhängigkeit von ihm, in Übereinstimmung mit seinem Herzen – ist hineingenommen in den Sieg, den Gott in Christus schon vollbracht hat. So kann der Weg durch Anfechtung, Unsicherheit und Widerstand hindurch zu einem Weg werden, auf dem die Wirklichkeit der Auferstehung sichtbar wird: in einer Treue, die nicht aus dem eigenen Vorrat lebt, in einer Hoffnung, die sich nicht von der Dunkelheit bestimmen lässt, und in einem Dienst, der im Verborgenen vor Gott Gewicht hat, weil er im Licht des leeren Grabes steht.

WENN aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: «Verschlungen ist der Tod in Sieg.» «Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?» Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus! Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unbeweglich, allezeit überströmend im Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist. (1.Kor 15:54-58)

Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch schwach war, das tat Gott: Er verdammte die Sünde im Fleisch, indem Er Seinen eigenen Sohn in der Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und der Sünde wegen sandte, (Röm. 8:3)

Die Botschaft vom Sieg der Auferstehung führt hinein in eine Haltung, die zugleich realistisch und hoffnungsvoll ist. Sie erlaubt, die Macht der Sünde und die Schwere des Todes ernst zu nehmen, ohne ihnen das letzte Wort zuzugestehen. In Situationen, in denen Anklage, Entmutigung oder das Gefühl der Sinnlosigkeit aufbrechen, erinnert sie daran, dass das Entscheidende nicht unsere Leistung, sondern das vollbrachte Werk Christi ist. So kann das Dienen im Herrn – ob sichtbar oder verborgen – von der Last des „Es muss sich lohnen“ befreit werden und in die Freiheit eintreten, aus Gnade für den zu leben, der gestorben und auferstanden ist. Die Gewissheit, dass Gott selbst unsere Mühe in seine Auferstehungsordnung einwebt, ermutigt zu einem standhaften Weitergehen: mit einem Herzen, das sich immer neu an der Dankbarkeit ausrichtet – „Gott aber sei Dank“ – und einer Bereitschaft, auch im Kleinen treu zu bleiben, weil die Auferstehung jede Treue in ein größeres Ganzes stellt.


Herr Jesus Christus, wir danken Dir, dass Du als letzter Adam durch die Auferstehung zum lebenspendenden Geist geworden bist und uns aus der alten in die neue Schöpfung hinübergenommen hast. Du kennst unsere Schwachheit, unsere Vergänglichkeit und die Spuren des Irdischen in unserem Leben, und doch prägst Du uns schon jetzt mit Deinem himmlischen Bild. Stärke in uns den Glauben, dass Dein Sieg über Sünde, Gesetz und Tod wirklich gültig ist und dass nichts, was in Deiner Auferstehungskraft geschieht, vor Dir verloren geht. Lass uns innerlich gewiss werden, dass unser Leben und unser Dienen in Dir nicht vergeblich sind, und erfülle uns mit der stillen Freude, dass Du den Tod in Sieg verwandelt hast. Richte unseren Blick immer wieder auf Dich als den Auferstandenen, bis Du Dein Werk an uns vollendet hast und wir Dich in Herrlichkeit sehen. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of 1 Corinthians, Chapter 68

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