Das Wort des Lebens
lebensstudium

Umgang mit der Frage der Auferstehung (2)

14 Min. Lesezeit

Viele Christen sprechen selbstverständlich vom Kreuz, aber bleiben innerlich unsicher, was die Auferstehung konkret für ihr tägliches Leben und für Gottes weltweiten Plan bedeutet. Wenn es jedoch keine Auferstehung gäbe, würde der ganze neutestamentliche Glaube in sich zusammenfallen: kein lebendiger Christus, keine Befreiung von der Macht der Sünde, keine echte Hoffnung über den Tod hinaus. Gerade 1.Kor 15:12-28 zeigt, wie grundlegend die Auferstehung für die persönliche Glaubenserfahrung und für Gottes Ziel mit der ganzen Schöpfung ist.

Warum ohne Auferstehung alles leer wäre

Paulus reißt den Schleier von einer gefährlichen Illusion: Die Auferstehung ist nicht ein schönes Anhängsel des Evangeliums, sie ist sein Herzschlag. Darum führt er die Korinther in die Konsequenzen ihrer eigenen Zweifel: „wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube“ (1.Korinther 15:14). Der Apostel übertreibt nicht. Ohne Auferstehung bliebe das Kreuz eine tragische Geschichte, aber keine rettende Wirklichkeit. Der Tod Jesu hätte den Schuldschein unserer Sünden zerrissen, doch es fehlte die göttliche Bestätigung, dass diese Tilgung angenommen und wir wirklich gerechtfertigt sind. Gerade das bringt Paulus auf den Punkt, wenn er von Christus sagt, dass Er „unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist“ (Römer 4:25). Die Auferweckung ist Gottes öffentliches Ja zu dem, was am Kreuz geschah – Sie macht die Rechtfertigung nicht nur rechtlich gültig, sondern existentiell erfahrbar.

Die Auferstehung ist der Lebenspuls und die Lebenslinie der göttlichen Ökonomie. Wenn es keine Auferstehung gäbe, wäre Gott der Gott der Toten und nicht der Gott der Lebenden (Mt. 22:32). Wenn es keine Auferstehung gäbe, wäre Christus nicht von den Toten auferweckt worden. Er wäre ein toter Heiland und nicht der, „der Lebendige; und Ich wurde tot, und siehe, Ich bin lebendig in Ewigkeit; und Ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades“ (Offb. 1:18), und nicht der, der fähig ist, „diejenigen bis zum Äußersten zu erretten, die durch Ihn zu Gott hinzutreten, da Er allezeit lebt, um fürbittend für sie einzutreten“ (Hebr. 7:25). Wenn es keine Auferstehung gäbe, gäbe es keinen lebendigen Beweis unserer Rechtfertigung durch Seinen Tod (Röm. 4:25), keine Mitteilung des Lebens (Joh. 12:24), keine Wiedergeburt (Joh. 3:5), keine Erneuerung (Tit. 3:5), keine Umwandlung (Röm. 12:2; 2.Kor. 3:18) und keine Gleichgestaltung mit dem Bild Christi (Röm. 8:29). (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft sechsundsechzig, S. 613)

Ohne Auferstehung wäre Gott für uns ein ferner Gesetzgeber über einem riesigen Friedhof, und nicht, wie Jesus bezeugt, „Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden“ (Matthäus 22:32). Christus wäre eine beeindruckende Gestalt der Vergangenheit, aber nicht der Lebendige, der in die Geschichte, in die Gemeinde und in einzelne Biografien hineinwirkt. Die Predigt vom Kreuz würde dann bestenfalls zu einem moralischen Appell, der aus eigener Kraft nicht erfüllbar ist; der Glaube bliebe ein frommer Wunsch ohne innere Substanz. In dieser Linie sagt Paulus weiter: „Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden“ (1.Korinther 15:17). Die Sündenlast wäre zwar angekündigt, aber nicht wirklich abgenommen; die Sündenmacht bliebe ungebrochen. So aber ist der auferstandene Christus selbst zur Quelle einer neuen Lebenswirklichkeit geworden: Er teilt Sein Leben aus, erneuert den inneren Menschen, verwandelt unsere Denkweise und formt uns dem Bild des Sohnes an (vgl. Römer 12:2; 2.Korinther 3:18; Römer 8:29). In dieser Perspektive wird deutlich, wie weitreichend die Auferstehung ist: Sie schenkt nicht nur ein verändertes Urteil über uns im Himmel, sondern ein neues Leben in uns auf Erden.

Aus diesem Auferstehungsstrom entsteht etwas, das kein religiöses System hervorbringen könnte: lebendige Glieder eines lebendigen Leibes. Paulus fasst es knapp, aber gewichtig: „so sind wir, die Vielen, ein Leib in Christus, und einzeln Glieder voneinander“ (Römer 12:5). Diese organische Verbundenheit ist Frucht des Auferstehungslebens, das Christus in viele hinein teilt. Deshalb beschreibt der Epheserbrief die Auferweckung Christi unmittelbar im Zusammenhang mit der Gemeinde: Gott „ließ Ihn von den Toten auferwecken und Ihn zu Seiner Rechten niedersitzen im Himmlischen, hoch über jedem Fürstentum und jeder Gewalt und Macht und Herrschaft … und Er hat alles Seinen Füßen unterworfen und hat Ihm gegeben, Haupt über alles zu sein, der Gemeinde, die Sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“ (Epheser 1:20–23). Ohne Auferstehung gäbe es keinen solchen Leib, keine Fülle und keine reale Erfahrung Christi als Haupt. Die Gemeinde bliebe eine rein menschliche Organisation mit frommen Idealen, aber ohne das pulsierende Leben des auferstandenen Herrn.

Gerade in den stillen Stunden, in denen der eigene Glaube uns klein und brüchig vorkommt, beginnt die Kraft dieser Wahrheit zu leuchten. Wenn der Glaube an die Auferstehung nur eine Lehrmeinung wäre, müsste er von unserer inneren Stärke getragen werden – und würde unweigerlich zerbrechen. Weil aber der auferstandene Christus selbst die Mitte von Gottes ewigem Vorsatz ist, trägt nicht unser Glaube Ihn, sondern Er trägt unseren Glauben. Wo Sein Auferstehungsleben Raum bekommt, wird das Herz mutiger, die Gemeinde menschlicher und zugleich himmlischer, und die Zukunft der Schöpfung bekommt einen Horizont jenseits aller Resignation. Die Frage nach der Auferstehung ist dann keine theoretische Streitfrage mehr, sondern ein stiller, starker Zuspruch: Du bist nicht auf dich selbst gestellt. Es gibt einen, der den Tod hinter sich hat und jetzt lebt – und in diesem Leben ist dein Heute, deine Gemeinde und deine Ewigkeit geborgen.

wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube. (1.Kor 15:14)

der unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist. (Röm. 4:25)

Die Auferstehung Christi stellt unseren Glauben auf einen tragfähigen Grund: Nicht unser Empfinden, sondern der lebendige Herr bestimmt die Wirklichkeit. Wer sich dieser Wahrheit aussetzt, findet neue Zuversicht im persönlichen Versagen, neue Ehrfurcht für die Gemeinde als Leib Christi und neue Hoffnung für eine Schöpfung, die auf den wartet, der alles in allem erfüllt.

Auferstehungsleben – Befreiung aus der Macht der Sünde

Wer ehrlich auf sein eigenes Innenleben schaut, merkt es sehr bald: Sünden können vergeben sein, und doch schleppt das Herz hartnäckige Neigungen mit sich herum. Paulus unterscheidet deshalb sorgfältig zwischen einzelnen Sünden und der Macht der Sünde. „Denn das Gesetz des Geistes des Lebens hat mich in Christus Jesus frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes“ (Römer 8:2). Im Bild zweier Gesetze beschreibt er zwei Wirklichkeiten, die in uns wirken: das alte Gesetz der Sünde, das wie die Schwerkraft alles nach unten zieht, und das neue Gesetz des Geistes des Lebens, das stärker ist als diese Schwerkraft. Der Tod Christi nimmt die Schuld, das Urteil und die Anklage unserer Sünden weg. Die innere Zähigkeit des Bösen, das uns immer wieder in dieselben Muster treibt, wird jedoch nicht durch Vergebung an sich gebrochen, sondern durch die wirksame Gegenwart des Auferstehungslebens.

„Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, so ist euer Glaube nichtig; ihr seid noch in euren Sünden“ (1.Kor. 15:17). Der Tod Christi errettet uns von der Verurteilung unserer Sünden, nicht von der Macht der Sünde. Es ist Sein Auferstehungsleben, das uns von der Macht der Sünde befreit (Röm. 8:2). Wenn Christus nicht auferweckt worden wäre, würden wir noch in den Sünden bleiben und unter der Macht der Sünde stehen. Sünden sind das eine, die Macht der Sünde ist etwas anderes. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft sechsundsechzig, S. 615)

Darauf zielt Paulus, wenn er sagt: „Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden“ (1.Korinther 15:17). Ein Glaube, der nur an einen gekreuzigten, aber nicht an einen auferstandenen Herrn gebunden ist, bleibt ohne Kraft, die Sündenmacht wirklich zu durchbrechen. In der Auferstehung aber hat Christus den Geist des Lebens gebracht, der in den Glaubenden wohnt. Dieses Leben wirkt nicht nur einmalig bei der Bekehrung, sondern wie ein leiser, beharrlicher Strom: Es deckt finstere Motive auf, nimmt der Sünde den Reiz, schafft neue Sehnsüchte und einen neuen Geschmack. Wo Menschen etwa ihren Jähzorn nicht mehr nur bedauern, sondern lernen, ihre Ohnmacht in das Auferstehungsleben hinein zu tragen, beginnt etwas zu geschehen, das sich menschlicher Selbstdisziplin entzieht: Reaktionen werden milder, Worte gewählter, das Herz weicher. Nicht, weil plötzlich ein starker Charakter entstanden wäre, sondern weil der auferstandene Christus in seiner Sanftmut Gestalt gewinnt.

Damit wird die Auferstehung aus dem Bereich der bloßen Bekenntnisse in den Alltag zurückgeholt. Sie wirkt mitten in den Spannungen von Familie und Beruf, in Versuchungen und Müdigkeit. Wo jemand unter der Macht einer bestimmten Sünde leidet, kann der Gedanke nahe liegen, der Glaube sei von minderer Qualität oder Gott sei weit weg. Die Schrift zeichnet ein anderes Bild: Der gleiche Herr, der am Kreuz die Schuld getragen hat, lebt jetzt, um dieses neue Leben beständig auszuteilen und zu schützen. So heißt es von Ihm: „Darum vermag Er auch diejenigen bis zum Äußersten zu erretten, die durch Ihn zu Gott hinzutreten, da Er allezeit lebt, um fürbittend für sie einzutreten“ (Hebräer 7:25). Befreiung geschieht hier nicht als momentane Ekstase, sondern als ein Weg, auf dem das Auferstehungsleben Schritt für Schritt mehr Raum gewinnt als die alten Gewohnheiten.

In dieser Perspektive verlieren selbst lang bekannte Schwächen etwas von ihrer lähmenden Endgültigkeit. Der Blick richtet sich weg von der eigenen inneren Bilanz hin zu dem, der die Grenze des Todes überschritten hat und nun in uns lebt. Auf diesem Hintergrund darf selbst das Scheitern neu gelesen werden: nicht als endgültiger Beweis persönlicher Unverbesserlichkeit, sondern als Ort, an dem die Kraft des Auferstehungslebens noch tiefer eingreifen will. Wer lernt, sein Versagen nicht zu verbergen, sondern im Licht des lebendigen Christus zu sehen, entdeckt einen Weg zwischen Resignation und Selbstüberforderung. Die Auferstehung wird so zur Quelle ruhiger Hoffnung: Es gibt ein Leben in uns, das stärker ist als unsere Geschichte – und dieses Leben hört nicht auf, uns zu suchen, zu korrigieren und zu erneuern.

Denn das Gesetz des Geistes des Lebens hat mich in Christus Jesus frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. (Röm. 8:2)

Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden. (1.Kor 15:17)

Das Auferstehungsleben Christi macht Befreiung von der Macht der Sünde zu einer realen Möglichkeit und zu einem Weg, nicht zu einer Illusion. Wer seine Schwachheit im Licht des lebendigen Herrn wahrnimmt, darf nüchtern bleiben und zugleich zuversichtlich: Nicht die Stärke des Charakters entscheidet, sondern die beständige Wirksamkeit des Geistes des Lebens, der in Christus stärker ist als das Gesetz der Sünde.

Die Geschichte der Auferstehung – von Adam bis zur Vollendung

Die Auferstehung Christi steht nicht isoliert in der Geschichte, sie ist der Wendepunkt einer langen Linie, die bei Adam beginnt und in der Vollendung der Schöpfung mündet. Paulus fasst diese Linie in einem einzigen Satz zusammen: „denn da ja durch einen Menschen der Tod (kam), so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten“ (1.Korinther 15:21). Der erste Mensch, Adam, öffnete durch seinen Ungehorsam die Tür für die Sünde – und mit der Sünde kam der Tod in die Welt. „Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben“ (Römer 5:12). Seitdem ist Sterben nicht nur ein biologischer Vorgang, sondern Ausdruck einer tieferen Entfremdung von Gott. Jeder Mensch wird in diesen Strom hineingeboren, die alte Schöpfung steht unter dem Zeichen des Verfalls.

„Denn da ja durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten“ (1.Kor. 15:21). Der Mensch, durch den der Tod kam, war Adam, der erste Mensch (V. 45). Der Mensch, durch den die Auferstehung kam, ist Christus, der zweite Mensch (V. 47). Adam brachte durch die Sünde den Tod herein (Röm. 5:12); Christus brachte durch die Gerechtigkeit das Auferstehungsleben herein (Röm. 5:17–18). Der durch Adam hereingebrachte Tod wirkt in uns von unserer Geburt an, durch unsere Eltern, bis zum Tod unseres Leibes. Das durch Christus hereingebrachte Auferstehungsleben wirkt in uns – wie es durch die Taufe bezeichnet wird (Röm. 6:4) – von unserer Wiedergeburt durch den Geist Gottes (Joh. 3:5) bis zur Umgestaltung unseres Leibes (Phil. 3:21). (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft sechsundsechzig, S. 618)

Dem gegenüber steht Christus als der zweite Mensch – nicht einfach ein besserer Adam, sondern der Anfang einer neuen Menschheit. In Ihm tritt ein anderes Prinzip in Kraft. Wo Adam Sünde und Tod hereinbrachte, bringt Christus in Seiner Auferstehung Gerechtigkeit und Leben: „Denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden“ (1.Korinther 15:22). Das bedeutet mehr als individuelle Rettung: Mit dem Auferstehungsleben Christi beginnt eine neue Schöpfung, die durch Wiedergeburt und Erneuerung gezeichnet ist (vgl. Johannes 3:5; Titus 3:5). Paulus beschreibt diesen Übergang mit dem Bild des „einen neuen Menschen“, den Christus in sich geschaffen hat: „damit Er in Sich Selbst die zwei zu einem neuen Menschen schaffe und so Frieden stifte“ (Epheser 2:15). In diesem neuen Menschen verbindet Gott Menschen aus allen Völkern und Lebensverhältnissen, „wo es nicht geben kann Grieche und Jude … sondern Christus ist alles und in allen“ (Kolosser 3:11).

Gottes Auferstehungsordnung ist dabei klar gegliedert. Paulus spricht von einer festgelegten Reihenfolge: „Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; sodann die, welche Christus gehören bei seiner Ankunft; dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt“ (1.Korinther 15:23–24). Christus ist die Erstlingsfrucht – in Seiner Auferstehung hat Gott das kommende Erntefeld einer erneuerten Menschheit vorweggenommen. Bei Seiner Wiederkunft werden dann die, die zu Ihm gehören, in dieses Auferstehungsleben hinein verwandelt, bis hin zur Umgestaltung ihres Leibes. Und schließlich, am Ende der Zeiten, umfasst diese Auferstehungsordnung auch die Gottlosen, deren Auferstehung zur Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes führt (vgl. Johannes 5:29; Offenbarung 20:11–15). Die ganze Geschichte läuft auf diesen Moment zu, in dem Christus in der Kraft der Auferstehung alles Gerichte durchschreitet und danach ein Reich übergibt, das von Sünde und Tod gereinigt ist.

In diesem großen Bogen bekommt auch der härteste Gegner ein bestimmtes Datum: „Denn er muß herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Der Tod, der letzte Feind, wird weggetan“ (1.Korinther 15:25–26). Was in Adam als scheinbar unaufhaltsamer Fluch begann, endet darin, dass der Tod selbst überwunden und in den Feuersee geworfen wird (vgl. Offenbarung 20:14). Die Auferstehung Christi ist der Anfang dieser Entmachtung, ihre Vollendung ist verheißen. Am Ende steht kein ewiger Dualismus, sondern ein durch Christus hindurch gereinigtes Universum, in dem „Gott alles in allem sei“ (1.Korinther 15:28). Die Gemeinde steht dabei nicht am Rand, sondern mitten im Geschehen: Der auferstandene Christus, den Gott „Haupt über alles … der Gemeinde“ gesetzt hat, baut sie als Leib und Fülle, „der alles in allem erfüllt“ (Epheser 1:22–23). In der Geschichte der Auferstehung ist die Gemeinde der Ort, an dem Gottes zukünftige Welt jetzt schon sichtbar zu keimen beginnt.

denn da ja durch einen Menschen der Tod (kam), so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. (1.Kor 15:21-22)

Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben (Röm. 5:12)

Wer die Auferstehung in Gottes heilsgeschichtlicher Ordnung sieht, verliert sich weniger in kurzfristigen Stimmungen und Entwicklungen. Das Leben wird als Teil eines großen Weges lesbar, der von Adam zu Christus und von Christus zur Vollendung führt. Diese Sicht schenkt Gelassenheit gegenüber dem Verfall der alten Schöpfung und Vertrauen in das stille, aber unaufhaltsame Wachstum der neuen Schöpfung in Christus.


Herr Jesus Christus, lebendiger Herr in der Auferstehung, danke für deinen Sieg über Sünde, Tod und alle Mächte der Finsternis. Lass die Wirklichkeit deines Auferstehungslebens unsere innere Schwachheit durchdringen, unsere Herzen erneuern und uns Schritt für Schritt aus der Macht der Sünde herausführen. Vater, du hast Christus zum Haupt über alle Dinge gesetzt; stärke in deinem Volk den Glauben, dass keine Situation und kein Feind stärker ist als die Kraft seiner Auferstehung. Richte unseren Blick über das Sichtbare hinaus auf deine Vollendung, in der du alles in allem sein wirst, und erfülle uns schon heute mit der Freude und Hoffnung dieser kommenden Herrlichkeit. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of 1 Corinthians, Chapter 66

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