Umgang mit den Gaben (7)
Wenn Christen zusammenkommen, prallen oft unterschiedliche Frömmigkeitsstile, Frömmigkeitstraditionen und Erwartungen an „geistliche“ Veranstaltungen aufeinander. Manche fragen sich, ob echte Freiheit im Geist nicht zwangsläufig zu Unordnung führen müsse, andere fürchten jede spontane Beteiligung der Geschwister. Der Abschnitt in 1.Kor 14:26-40 öffnet ein Fenster in die Praxis der ersten Gemeinden und führt zugleich mitten hinein in Gottes neutestamentliche Ökonomie: Christus als Zentrum und die Gemeinde als Sein Leib, der aufgebaut werden soll.
Jeder hat etwas – Christus als Inhalt unserer Beiträge
Wenn Paulus schreibt: „Wenn immer ihr zusammenkommt, hat ein jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Zunge, hat eine Auslegung. Lasst alles für den Aufbau geschehen“ (1.Kor 14:26), öffnet er einen Blick in eine lebendige Zusammenkunft, in der Christus selbst der unsichtbare Reichtum ist, den alle gemeinsam ausschöpfen. Das kleine Wort „hat“ ist dabei erstaunlich tief: Es meint nicht nur, dass jemand zufällig über etwas verfügt, sondern dass er etwas in seinem Inneren trägt, etwas, das er durch den Umgang mit dem Herrn wirklich besitzt – und deshalb darreichen kann. So wie Israel aus den Erträgen des guten Landes Opfer und Speisungen zum Heiligtum brachte, kommen die Gläubigen mit Früchten aus der Begegnung mit dem Herrn: Einsicht aus der Schrift, Dank aus erlebter Bewahrung, Trost aus einer durchbeteten Nacht. Gemeindeleben wird so zu einem Fest, an dem das, was Christus in der Woche in den Herzen gewirkt hat, gemeinsam ausgesprochen, besungen und miteinander geteilt wird.
Dies zeigt, dass wir, wenn wir zur Gemeindestunde kommen, etwas vom Herrn haben sollten, das wir mit anderen teilen können – sei es ein Psalm, um den Herrn zu preisen, eine Lehre (des Lehrers), um die Reichtümer Christi darzureichen, damit andere erbaut und genährt werden, eine Offenbarung (des Propheten, V. 30), um Visionen von Gottes ewigem Vorsatz in Bezug auf Christus als Gottes Geheimnis und die Gemeinde als Christi Geheimnis zu geben, eine Zunge als Zeichen für die Ungläubigen (V. 22), damit sie Christus erkennen und annehmen, oder eine Auslegung, um eine Zunge in Bezug auf Christus und Seinen Leib verständlich zu machen. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft dreiundsechzig, S. 583)
Gerade weil jeder etwas hat, braucht es einen inneren Maßstab für alles, was gesagt, gesungen oder gebetet wird. Paulus fasst ihn in dem schlichten Satz zusammen: „Lasst alles für den Aufbau geschehen.“ Aufbau heißt: Christus wird in Seiner Person, in Seinem Werk, in Seinem Leib ausgeteilt; der andere geht nach der Zusammenkunft klarer, gestärkter, getrösteter und innerlich mehr mit Christus verbunden nach Hause. Ein Psalm, der die Gemeinde hauptsächlich an menschliche Gefühle bindet, eine Lehre, die die Gedanken auf Randthemen fixiert, oder eine prophetische Rede, die mehr die eigene Erfahrung ins Zentrum stellt als Christus, mögen eindrucksvoll wirken und doch am eigentlichen Ziel vorbeigehen. Demgegenüber richtet ein einfacher Beitrag, der Jesus Christus als unsere Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung verherrlicht (vgl. 1.Kor 1:30), die Aufmerksamkeit auf das Haupt der Gemeinde aus und lässt Raum, dass Er selbst anwesend ist und wirkt. Mut macht, dass Paulus die Erwartung „ein jeder hat“ nicht an geistliche Reifegrade knüpft: Auch schwache, junge und suchende Gläubige dürfen etwas aussprechen. Entscheidend ist nicht die Vollkommenheit der Form, sondern dass der Inhalt aus der Beziehung zu Christus erwachsen ist und Seinem Leib dient. Wo diese Ausrichtung innerlich gepflegt wird, entsteht eine Atmosphäre, in der die Gaben sich entfalten, ohne zu konkurrieren; eine Zusammenkunft, in der Christus nicht nur erwähnt, sondern tatsächlich erfahren und als der lebendige Mittelpunkt wahrgenommen wird.
Was nun, Brüder? Wenn immer ihr zusammenkommt, hat ein jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Zunge, hat eine Auslegung. Lasst alles für den Aufbau geschehen. (1.Kor 14:26)
Von Ihm aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott zur Weisheit geworden ist: sowohl zur Gerechtigkeit als auch zur Heiligung und zur Erlösung, (1.Kor 1:30)
Wer mit dem Bewusstsein lebt, dass der Herr ihm selbst in einfachen Alltagsbegegnungen etwas anvertraut, wird die Zusammenkünfte nicht mehr als Veranstaltung einiger weniger, sondern als ein Miteinander eines Leibes sehen. Es macht frei von dem Druck, „etwas Besonderes“ sagen zu müssen, und führt zu der stillen So wird das innere Hören auf Ihn zur Quelle der Beiträge, und der Blick auf die Geschwister – als solche, die erbaut, genährt und ermutigt werden sollen – schützt davor, die eigenen Gaben zur Bühne zu machen. Mit der Zeit reift eine Kultur, in der nicht Originalität, sondern Christus-Gehalt zählt, und in der die Gemeinde als Leib spürbar wächst, weil Er selbst in der Mitte geehrt und genossen wird.
Gaben in Ordnung – der Geist ist uns unterstellt
Die Gemeinde in Korinth kannte keine geistliche Langeweile, wohl aber geistliche Unordnung. Viele redeten, manche in Sprachen, andere prophetisch; vieles geschah gleichzeitig, das Herz war vielleicht aufrichtig, die Wirkung aber verwirrend. Paulus greift diese Situation nicht auf, um das Wirken des Geistes zu dämpfen, sondern um es in eine Form zu bringen, die Gottes Wesen entspricht. Wenn er anordnet, dass Sprachenrede nur „zu zweien oder höchstens zu dritt und nacheinander“ geschehen soll und dass ein Ausleger vorhanden sein muss (1.Kor 14:27), macht er deutlich: Auch genuine geistliche Impulse brauchen eine Ordnung, die die Gemeinde schützt. Ohne Auslegung, so sagt er, bleibe die Sprachenrede eine Angelegenheit „für sich und für Gott“ (1.Kor 14:28). Die innere Bewegung des Geistes wird damit nicht geleugnet, aber sie wird vom öffentlichen Raum der Versammlung abgrenzt, wenn sie für die anderen nicht verständlich und aufbauend ist.
Die anderen Propheten sollen das, was von den Propheten geredet wird, prüfen und beurteilen (wörtl. unterscheiden). Es geht darum zu beurteilen und zu unterscheiden, ob das, was geweissagt wird, von Gott ist oder nicht, indem das Wahre vom Falschen unterschieden wird. Dies zeigt, dass manche Weissagung nicht von Gott sein kann. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft dreiundsechzig, S. 588)
Noch klarer wird die Verbindung von geistlicher Freiheit und geistlicher Verantwortung im Blick auf die prophetische Rede. „Propheten aber laßt zwei oder drei reden, und die anderen laßt urteilen“ (1.Kor 14:29): Was im Namen des Herrn verkündigt wird, steht nicht jenseits der Prüfung, sondern braucht die Unterscheidung der anderen. Paulus legt nach: „Und die Geister der Propheten ordnen sich den Propheten unter; denn Gott ist nicht (ein Gott) der Unordnung, sondern des Friedens“ (1.Kor 14:32–33). Geistgeleitet zu sein bedeutet demnach nicht, von einem inneren Antrieb überwältigt zu werden, dem man sich nicht entziehen kann, sondern den eigenen Geist so zu gebrauchen, dass er dem Frieden Gottes und dem Aufbau der Gemeinde dient. Ein echter Eindruck des Geistes widerspricht dem Charakter Gottes nicht, der Frieden, Klarheit und Wahrhaftigkeit ist, und er lässt sich bereitwillig prüfen. Wo diese Haltung wächst, verliert das Schlagwort „So hat der Geist mir gesagt“ seine Macht als unanfechtbare Begründung, und an seine Stelle tritt ein gemeinsames Hören, Prüfen und Bestätigen im Licht der Schrift und des inneren Zeugnisses. Der Ruf „Alles aber geschehe anständig und in Ordnung“ (1.Kor 14:40) ist deshalb kein kalter Formalismus, sondern Ausdruck des Herzens Gottes, das die Gemeinde vor Verwirrung bewahren und ihr Zeugnis glaubwürdig erhalten will. Das ermutigt, mutig zu reden und zugleich demütig zuzulassen, dass das Gesagte geprüft, ergänzt oder auch korrigiert wird – im Vertrauen darauf, dass Christus gerade durch diese Mischung aus Kühnheit und Unterordnung Seine Gemeinde führt.
Wer seine Gaben so versteht, wird sie nicht als unkontrollierbare Impulse erleben, sondern als anvertraute Möglichkeiten, die einer liebevollen Selbstdisziplin und der Korrektur durch den Leib offenstehen. Es ist befreiend zu wissen, dass ein echtes Reden aus dem Geist nicht zerstört wird, wenn es geprüft wird, sondern im Gegenteil an Klarheit gewinnt. Und es tröstet, dass der Herr nicht ein Gott der hektischen Begeisterung ist, sondern des Friedens: Er drängt nicht in chaotische Überforderung, sondern führt in eine einfache, klare Ordnung, in der auch Schwächere mitkommen. So beginnt geistliche Aktivität nicht mehr, die Gemeinde zu überrollen, sondern wird zu einem geordneten Strom, in dem der Geist wirken kann, ohne dass Menschen verletzt oder verwirrt werden.
Wenn nun jemand in einer Sprache redet, (so sei es) zu zweien oder höchstens zu dritt und nacheinander, und einer lege aus. (1.Kor 14:27)
Wenn aber kein Ausleger da ist, so schweige er in der Gemeinde, rede aber für sich und für Gott. (1.Kor 14:28)
Zwischen Angst vor Charismatik und Angst vor Erstarrung sucht der Herr einen Weg, auf dem Gaben freigesetzt und zugleich eingehegt werden. Wer lernt, den eigenen inneren Regungen zu misstrauen, sobald sie sich aller Prüfung entziehen wollen, gewinnt eine neue Freiheit: Eindrücke dürfen ausgesprochen, aber auch hinterfragt werden; Stille darf gewahrt bleiben, wenn das Gesagte keinen klaren Aufbau bringt. Die Gemeinde wird so zu einem Raum, in dem geistliche Aktivität nicht durch menschliche Kontrolle erstickt, aber durch geistliche Nüchternheit geadelt wird. Die Aussicht, dass Gott des Friedens selbst hinter dieser Ordnung steht, gibt Mut, sowohl beherzt zu dienen als auch beherzt einzugreifen, wenn etwas aus dem Ruder läuft – nicht aus Rechthaberei, sondern aus Liebe zu Christus und Seinem Leib.
Autorität und Ergänzung – Brüder und Schwestern im Dienst am Leib
Wenn Paulus von den „Gemeinden der Heiligen“ spricht und unmittelbar danach das Reden der Frauen in der Versammlung anspricht (1.Kor 14:33–35), berührt er eine Spannung, die bis heute spürbar ist. Auf der einen Seite steht das weite Zeugnis des Neuen Testaments: Schwestern beten und weissagen in der Gemeinde, wie es in 1. Korinther 11:5 heißt: „Jede Frau aber, die mit unverhülltem Haupt betet oder weissagt, entehrt ihr Haupt; denn sie ist ein und dasselbe wie die Geschorene.“ In der Pfingstgeschichte werden Söhne und Töchter als Weissagende angekündigt (Apostelgeschichte 2:17), und die Töchter des Philippus werden ausdrücklich als solche erwähnt, „die weissagten“ (Apg. 21:9). Offensichtlich gibt der Herr Frauen Anteil an der geistlichen Rede, am Gebet und an der Ermutigung der Gemeinde. Auf der anderen Seite stehen klare Worte über Autorität und Lehre: „Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, über den Mann zu herrschen“ (vgl. 1.Tim. 2:12). Damit ist nicht jedes Reden, sondern das autoritative, definierende Lehren gemeint, das die Richtung der Lehre festlegt. Paulus verankert diese Linie nicht in kulturellen Gepflogenheiten, sondern in der Schöpfungsordnung, die in 1. Mose 3:16 ihren ernsten Hintergrund hat: Gott ordnet dem Mann eine Verantwortung zu, die mit Hauptsein und Rechenschaft vor Gott verbunden ist.
Vers 34 sagt: „Die Frauen sollen in den Gemeinden schweigen; denn es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.“ … In 1. Timotheus 2:12 jedoch ist es den Frauen nicht erlaubt zu lehren, das heißt, mit Autorität zu lehren (dort steht das Lehren im Zusammenhang mit der Ausübung von Autorität), indem sie die Lehre definieren. Nach dem neutestamentlichen Prinzip bedeutet es daher, dass Frauen in den Gemeindestunden nicht reden dürfen, dass Frauen nicht befugt sind, mit Autorität in Bezug auf die Definition der Lehre zu lehren. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft dreiundsechzig, S. 590)
Dieses biblische Spannungsfeld öffnet einen Raum für ein Miteinander, das nicht von Konkurrenz, sondern von Ergänzung geprägt ist. Brüder tragen die Last, unter Christus lehrhafte und leitende Verantwortung auszuüben; sie sollen in der Schrift gegründet, im Charakter geprüft und in der Liebe verwurzelt sein. Schwestern sind gleichzeitig nicht an den Rand gedrängt, sondern reich in die Ausübung der Gaben eingebunden: im Gebet, im prophetischen Zuspruch, in der Seelsorge, im praktischen Dienst und in vielerlei Formen geistlicher und diakonischer Verantwortung. Ihre Haltung der Unterordnung bedeutet nicht, dass ihr Wort weniger Wert hätte, sondern dass sie darauf verzichten, eine Stellung einzunehmen, in der sie über die Brüder hinweg verbindlich Lehre definieren. So wird die Ordnung Gottes bewahrt, ohne den Reichtum der weiblichen Gaben zu verlieren. Die Gemeinde verliert, wo entweder Autorität missbraucht oder Gaben unterdrückt werden; sie gewinnt, wo Brüder ihren Platz als dienende Leiter einnehmen und Schwestern ihren Platz als starke, hörende und mittragende Mitwirkende entfalten.
Es bleibt eine Herausforderung, diese Spannung praktisch auszubalancieren, besonders in einer Zeit, in der Rollenbilder heftig umkämpft sind. Doch gerade darin liegt eine Chance: Wo Brüder und Schwestern gemeinsam vor dem Herrn stehen, sich von der Schrift korrigieren lassen und aufeinander hören, kann eine Atmosphäre wachsen, in der Autorität nicht hart, sondern dienend und transparent ist und Unterordnung nicht klein macht, sondern Raum gibt, in dem Gaben sicher und fruchtbar werden. Die Zusage, dass der Leib Christi von der Vielfalt der Glieder lebt, und die gleichzeitige Betonung einer göttlichen Ordnung der Autorität sind keine Gegensätze, sondern zwei Linien, die sich im Haupt, Christus, kreuzen. Ihn im Blick zu behalten hilft, nicht an einzelnen Rollen zu hängen, sondern die Frage zu stellen: Wie wird Er in unserer gemeinsamen Praxis sichtbar als der, der Haupt ist, der liebt und der sich für Seinen Leib hingibt? Wo diese Frage das Herz erreicht, werden sowohl Brüder als auch Schwestern motiviert, ihren Platz treu und mit Freude einzunehmen – im Wissen, dass der Herr selbst die verborgene Arbeit und die öffentlich sichtbaren Dienste in gleicher Liebe ansieht.
So kann ein Gemeindeleben heranreifen, in dem Schwestern ihre Stimme klar, frei und geistlich verantwortet erheben und zugleich die Ordnung Gottes achten, und in dem Brüder ihre Autorität nicht als Vorrecht, sondern als Auftrag verstehen, der ihnen um des Leibes willen anvertraut ist. In einem solchen Klima werden Verletzungen, die aus Missbrauch oder Missachtung gewachsen sind, nicht einfach übertüncht, sondern können im Licht des Wortes benannt und geheilt werden. Gerade das Evangelium vom gekreuzigten Christus, den Paulus als Zentrum seiner Botschaft betont (vgl. 1.Kor 1:23; 1.Kor 2:2), lädt ein, sich unter das Kreuz auch eigener Vorstellungen zu stellen und neu zu lernen, wie göttliche Autorität und gegenseitige Ergänzung in Liebe gelebt werden. Das schenkt Hoffnung, dass Gemeinden nicht in Lager von „Traditionalisten“ und „Reformern“ zerfallen müssen, sondern zusammen einen Weg finden können, auf dem Christus als Haupt geehrt und der Leib in Frieden aufgebaut wird.
Denn Gott ist nicht (ein Gott) der Unordnung, sondern des Friedens. Wie (es) in allen Gemeinden der Heiligen (ist), (1.Kor 14:33)
sollen eure Frauen in den Gemeinden schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. (1.Kor 14:34)
Wer diese Spannung nicht vorschnell auflösen will, sondern sich ihr im Licht der Schrift stellt, entdeckt darin eine Einladung zu gegenseitiger Wertschätzung. Brüder können beginnen, die geistlichen Beiträge der Schwestern bewusst wahrzunehmen und zu fördern, statt sie aus Unsicherheit zu begrenzen, und Schwestern können ihre Gaben mutig, aber nicht kämpferisch einbringen, im Vertrauen auf den Herrn, der Ordnung setzt und Herzen lenkt. So wächst ein Miteinander, das nicht von Gleichmacherei, sondern von einer tiefen Gleichwertigkeit im unterschiedlichen Dienst geprägt ist. In einer Welt voller Machtkämpfe wird eine Gemeinde, die auf diese Weise Autorität und Unterordnung, Rede- und Hörbereitschaft lebt, zu einem leisen, aber deutlichen Hinweis auf das Reich Gottes, in dem Christus als Haupt geehrt und jeder Platz von Seiner Liebe her definiert ist.
Herr Jesus Christus, danke, dass Du selbst die Fülle aller Gaben bist und Deine Gemeinde mit allem ausstattest, was sie zum Aufbau braucht. Richte unser Herz neu auf Dich als die Mitte aus, damit unser Reden, Singen und Schweigen in den Zusammenkünften wirklich Deinen Leib aufrichtet und nicht uns selbst in den Vordergrund stellt. Lehre uns, unseren Geist bewusst zu gebrauchen und unsere Regungen prüfen zu lassen, damit in Deinen Versammlungen Frieden, Klarheit und Deine Gegenwart spürbar sind. Segne das Miteinander von Brüdern und Schwestern, dass jede und jeder seinen Platz in Deiner Ordnung findet und Freude daran hat, im Rahmen Deiner Weisheit zu dienen. Erfülle uns mit einer frischen Sicht auf Deine neutestamentliche Ökonomie, damit unsere Versammlungen ein lebendiges Zeugnis Deiner Herrlichkeit in dieser Welt sind. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of 1 Corinthians, Chapter 63