Das Wort des Lebens
lebensstudium

Erben der Herrlichkeit (3)

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Viele Christen beschäftigen sich leidenschaftlich mit Fragen zur Entrückung und zu den Zeichen der Wiederkunft Jesu, während im Alltag Enttäuschungen, Widerstände und Leiden ganz andere Fragen aufwerfen: Warum passiert mir das? Bin ich überhaupt bereit für die zukünftige Herrlichkeit? Die Botschaft von den „Erben der Herrlichkeit“ zeigt eine andere Perspektive: Gott bereitet seine Kinder nicht durch spektakuläre Ereignisse, sondern durch verborgenes Wachstum im Leben und durch seinen souverän geführten Weg der Umgestaltung auf die Herrlichkeit vor.

Gottes Ziel: viele Söhne, gleichgestaltet dem erstgeborenen Sohn

Wenn das Neue Testament von unserer Bestimmung spricht, weitet sich der Horizont weit über die üblichen Vorstellungen von „Himmel“ hinaus. Gott hat uns nicht in erster Linie dazu erwählt, einmal an einem angenehmen Ort zu sein, sondern dazu, dass unser ganzes Sein in Einklang mit seinem Sohn gebracht wird. In Römer 8:29 heißt es, Gott habe uns „vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu sein, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei“. Christus ist damit nicht nur der einzigartig geliebte, einziggeborene Sohn, sondern der Erstgeborene – der erste einer ganzen Familie. Der Vater hat seinen Sohn als Maßstab und Form gesetzt; in diesem Sohn sind wir gedacht, geschaffen und erlöst worden, damit sein Wesen, seine Gesinnung, seine Art zu lieben und zu handeln in vielen Söhnen und Töchtern widerhallt.

Denn die, welche Er zuvor erkannt hat, die hat Er auch vorherbestimmt, dem Bild Seines Sohnes gleichgestaltet zu sein, damit Er der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei. Paulus sagt nicht, dass Gott uns zuvor erkannt und vorherbestimmt hat, an einen glücklichen Ort zu gelangen oder ein Leben zu haben, das ewig währt. Das ist nicht unsere Bestimmung. Gott hat uns vorherbestimmt, dem Bild Seines Sohnes gleichgestaltet zu sein. Diese Bestimmung wurde festgelegt, bevor wir überhaupt geschaffen wurden. Noch vor der Schöpfung der Welt hatte Gott eine solche Bestimmung für uns verordnet. Daher ist es eine Vorbestimmung. (Witness Lee, Life-Study of Romans, Botschaft zwanzig, S. 240)

Diese Bestimmung ist zutiefst gemeinschaftlich. Gott führt nicht einzelne Helden der Frömmigkeit hervor, sondern eine Familie, ein Haus, ein Reich. Hebräer 2:10 fasst dieses Ziel in wenigen gewichtigen Worten: „Denn es war ihm angemessen, für den alle Dinge und durch den alle Dinge sind, indem er viele Söhne in die Herrlichkeit führt, den Urheber ihrer Errettung durch Leiden vollkommen zu machen.“ Die vielen Söhne, die in die Herrlichkeit geführt werden, bilden das Königreich Gottes, in dem seine gerechte und gütige Herrschaft sichtbar wird. Dieselben vielen Geschwister sind als Leib Christi gedacht, durch den Christus auf der Erde Ausdruck gewinnt, hörbar, greifbar, erfahrbar wird. Epheser 4:13 beschreibt diese Richtung: Gott führt uns „zu einem gereiften Mann, zum Maß des Wuchses der Fülle Christi“. Erwählung, Berufung, Rechtfertigung und Verherrlichung sind keine voneinander losgelösten Stationen, sondern verschiedene Facetten dieses einen großen Ziels: reife Söhne, die den Vater widerspiegeln, und ein Leib, in dem der Erstgeborene in vielen Gestalten erkennbar wird. In diesem Licht bekommt unser Alltag Würde. Selbst unscheinbare Schritte des Glaubens und der Liebe werden Teil eines gewaltigen Weges, auf dem Gott sich selbst in seinen Kindern zur Erscheinung bringt – und gerade darin liegt eine leise, aber tragende Ermutigung: Unser Leben trägt mehr Gewicht, als wir es zu spüren vermögen.

Wer in diesem Licht auf sein eigenes Leben zurückblickt, entdeckt oft Spuren dieser verborgenen Geschichte Gottes: Momente, in denen Christus etwas von seiner Geduld in uns hineingeprägt hat, oder Zeiten, in denen wir neu lernten, wie der Sohn dem Vater vertraut. Hebräer 1:6 bezeugt von Christus: „Und wenn er den Erstgeborenen wieder in die bewohnte Erde einführt, sagt er: ‚Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.‘“ In diesem Erstgeborenen sind wir mitgemeint; seine Einführung in die Herrlichkeit zieht seine Geschwister mit sich. Die Anbetung, die ihm gilt, wirft ein Licht auf unsere Bestimmung: Wir sind dazu bestimmt, in seiner Nähe zu stehen, ihm ähnlich zu sein und mit ihm die Herrlichkeit des Vaters zu teilen. Das kann den Blick auf die eigenen Begrenzungen und ungelösten Fragen nicht einfach auflösen, aber es stellt ihnen eine größere Wirklichkeit gegenüber. Mitten in Unfertigkeit und Bruchstücken dürfen wir wissen: Der Vater hat nicht aufgehört, uns zu Söhnen zu formen. Diese Gewissheit macht nicht laut, aber sie macht innerlich frei, den nächsten Schritt vertrauensvoll zu gehen und die eigene Geschichte als Teil einer viel größeren Geschichte Gottes zu sehen.

Denn die, welche er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu sein, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei. (Röm. 8:29)

Denn es war ihm angemessen, für den alle Dinge und durch den alle Dinge sind, indem er viele Söhne in die Herrlichkeit führt, den Urheber ihrer Errettung durch Leiden vollkommen zu machen. (Hebr. 2:10)

Wer erkennt, dass seine Berufung darin besteht, dem erstgeborenen Sohn gleichgestaltet zu werden, kann seinen Alltag neu deuten: Beziehungen, Aufgaben und selbst unscheinbare Entscheidungen werden zu Orten, an denen der Vater den Charakter seines Sohnes einprägt; so wächst stille Zuversicht, dass nichts Vergebliches in einem Leben ist, das auf dieses Ziel hin von Gott geführt wird.

Wachstum im Leben: von der Wiedergeburt zur Verherrlichung

Gottes Weg mit seinen Kindern folgt dem Gesetz des Lebens. Wiedergeburt ist kein fertiges Produkt, sondern ein Anfang. Jesus spricht mit Nikodemus nicht von einer religiösen Verbesserung, sondern von einem radikal neuen Ursprung: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (Johannes 3:3). Petrus greift dieses Bild auf und sagt, wir seien „wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen“ (1. Petrus 1:23). Ein Samen ist klein, unscheinbar, doch in ihm liegt die ganze Anlage der späteren Pflanze. So ist es mit dem Leben Christi in uns: In der Wiedergeburt legt Gott sein eigenes Leben tief in unser Inneres; alles, was wir einmal in der Herrlichkeit sein werden, ist in diesem Leben schon angelegt, aber es will wachsen, sich ausdehnen, Gestalt gewinnen.

Wir sollten nicht erwarten, verherrlicht zu werden, ohne zuvor im Leben zu wachsen und dem Bild von Gottes Sohn gleichgestaltet zu sein. Wenn wir erwarten, verherrlicht zu werden, ohne gleichgestaltet zu sein, werden wir enttäuscht werden. Die kommende Verherrlichung hängt von unserer Gleichgestaltung mit dem Bild des Sohnes Gottes ab. Somit hängt die Verherrlichung von unserem Wachstum im Leben ab. (Witness Lee, Life-Study of Romans, Botschaft zwanzig, S. 235)

Dieses Wachstum verläuft nicht sprunghaft, sondern als Prozess der inneren Umgestaltung. Paulus beschreibt ihn mit dem Bild der Umgestaltung von Herrlichkeit zu Herrlichkeit: „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden in dasselbe Bild umgestaltet von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie vom Herrn, dem Geist“ (2. Korinther 3:18). Der Geist Gottes prägt Schritt für Schritt die Gesinnung Christi in unser Denken, Fühlen und Wollen ein. Römer 12:2. spricht von der „Verwandlung durch die Erneuerung des Sinnes“. Diese Bewegung führt hin zu Reife: Epheser 4:13 beschreibt das Ziel als „gereiften Mann“. Erst dort schließt sich der Bogen zur Verherrlichung. Paulus nennt diese zukünftige Herrlichkeit „die Offenbarung der Söhne Gottes“ und fügt hinzu, dass wir „die Sohnschaft erwarten, die Erlösung unseres Leibes“ (Römer 8:19.23). Wie bei einer Pflanze, die vom Keim über den Halm zur Fülle heranwächst, ist die Verherrlichung nicht ein fremder Einschlag, sondern die Entfaltung dessen, was das Leben in uns schon ist. Wer die Herrlichkeit ohne Wachstum erwartet, trägt ein Bild in sich, das der Wirklichkeit des Lebens nicht entspricht, und lebt leicht zwischen Ungeduld und Enttäuschung.

Wenn Gott also auf Reife abzielt, gewinnt auch die Zeit eine andere Farbe. Jahre des scheinbar langsamen Vorankommens sind nicht verlorene Strecken, sondern Wachstumsjahre. Römer 8:30 zeigt die Linie Gottes in einem Zug: „Die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.“ Für Gott ist der Bogen schon geschlossen; für uns entfaltet er sich tastend, mit Rückschlägen und neuen Anfängen. Darin liegt ein sanfter Trost: Das Gewicht der Vollendung liegt nicht auf unseren Schultern, sondern auf der Treue dessen, der das Leben in uns begonnen hat. Philippa 1:6 fasst diese Gewissheit zusammen: „Ich bin guter Zuversicht, dass der, der in euch ein gutes Werk angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu.“ Wer so auf seinen Weg schaut, darf lernen, die kleinen Zeichen inneren Wachstums zu würdigen, statt sich an der noch ausstehenden Herrlichkeit zu verzehren. Reife kommt leise, aber sie kommt, wo das göttliche Leben Raum gewinnt.

Im Rückblick zeigt sich oft, dass entscheidende Reifung nicht in den spektakulären Momenten geschah, sondern in unscheinbaren Treuewegen, in ausdauerndem Vertrauen, in wiederholter Hinwendung zu Gott mitten in Müdigkeit oder Unklarheit. Gerade dort, wo nichts Glänzendes sichtbar war, arbeitete das Leben, wuchs eine Wurzel tiefer, wurde eine innere Freiheit größer. In diesem Bewusstsein verliert die Sehnsucht nach der kommenden Herrlichkeit ihre Unruhe. Sie bleibt lebendig, aber sie steht auf dem Boden der Gewissheit, dass Gott sein Werk über alle Umwege hinweg zu Ende führt. Die Verherrlichung ist nicht das Produkt unserer Anstrengung, sondern die reife Frucht eines Lebens, das Gott selbst gesät, genährt und bis zur Reife geführt hat. In dieser Perspektive kann das Herz ruhiger atmen und zugleich wacher für den leisen, beständigen Zug des Geistes werden, der uns Schritt für Schritt in das Maß des Sohnes hineinwachsen lässt.

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. (Joh. 3:3)

denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. (1. Petr. 1:23)

Wer den Weg von der Wiedergeburt zur Verherrlichung als Wachstum im Leben versteht, kann seine Ungeduld milder sehen: Anstatt das eigene Unfertigsein zu verurteilen, darf er es als Baustelle des Geistes erkennen und mit nüchterner Hoffnung rechnen, dass Christus, der in ihm begonnen hat, seine Gestalt nach und nach sichtbar macht.

Leiden und die verborgene Fürbitte des Geistes: der Weg zur Gleichgestaltung

Wachstum im Leben geschieht nicht im Gewächshaus geschützter Gefühle, sondern in der Witterung der Wirklichkeit. Die Schrift scheut sich nicht, Leiden als einen wesentlichen Bestandteil des Weges zu benennen. Hebräer 12 spricht davon, dass Gott uns wie Söhne erzieht und seine Zucht zwar „für die Gegenwart nicht als Freude, sondern als Traurigkeit“ erscheint, später aber „Friede bringende Frucht der Gerechtigkeit denen einträgt, die durch sie geübt worden sind“ (Hebräer 12:11). Darin liegt eine tiefe Spannung: Was uns niederdrückt, verwendet Gott zugleich, um uns zu stärken; was wir als chaotisch erleben, ist vor seinem Angesicht Teil einer sorgfältigen Führung. Wie eine Pflanze, die nicht nur Sonne, sondern auch Wind, Hitze und wechselnde Bedingungen braucht, um widerstandsfähig zu werden, so wird unser innerer Mensch in Spannungen, Verlusten und Enttäuschungen geformt. Gott behandelt uns nicht hart, sondern ernst; er nimmt unser Leben so wichtig, dass er nichts Reifes dem Zufall überlässt.

Wir müssen verstehen, dass das wirkliche Wachstum jeder Art von Leben von Härte und Leiden abhängt. Ohne Härte oder Leiden ist es für kein Leben leicht zu wachsen. … Je mehr wir leiden, desto mehr wachsen wir, und desto schneller gelangen wir zur Reife. (Witness Lee, Life-Study of Romans, Botschaft zwanzig, S. 238)

Mitten in diesen Erfahrungen steht der Geist Gottes nicht außerhalb, sondern teilt unsere Schwachheit. Paulus sagt in Römer 8:26–27: „Ebenso aber nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie sich’s gebührt, aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der aber die Herzen erforscht, weiß, was die Gesinnung des Geistes ist; denn er tritt für die Heiligen ein, wie es Gott entspricht.“ Dort, wo uns die Worte fehlen und nur noch ein Seufzer bleibt, ist das nicht Leere, sondern ein Raum, in dem der Geist betet. Unsere stummen Klagen werden von ihm aufgenommen und in eine Fürbitte verwandelt, die genau der Absicht des Vaters entspricht. So sind wir in den dunkelsten Abschnitten unseres Weges nicht bloß Objekt äußerer Umstände, sondern Gegenstand innerster göttlicher Zuwendung.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die oft zitierte Zusage aus Römer 8:28 ihre eigentliche Tiefe: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.“ Das „Gute“ ist nicht in erster Linie ein angenehmer Ausgang, sondern die Gleichgestaltung mit dem Sohn, von der der nächste Vers spricht: „Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu sein“ (Römer 8:29). Leiden, Verzögerungen, unverständliche Wendungen unseres Lebenswegs sind damit nicht automatisch gut; aber Gott ist so groß, dass er selbst das, was an sich verwundet, in den Dienst seines Ziels stellen kann. In seinen Händen wird unsere Geschichte nicht von Brüchen bestimmt, sondern von einer verborgenen Linie der Formung. Paulus kann daher sagen, dass die gegenwärtigen Leiden „nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll“ (Römer 8:18). Er verharmlost das Leid nicht, aber er stellt ihm eine Herrlichkeit gegenüber, die es nicht nur übersteigt, sondern rückwirkend durchlichtet.

Wo diese Sicht in uns Raum gewinnt, verändert sich die Art, wie wir unsere Kämpfe wahrnehmen. Sie bleiben schmerzhaft, doch sie verlieren das letzte Wort. Statt in einer stummen Resignation gefangen zu sein, dürfen wir wissen: Jeder Tag, den wir im Vertrauen durchstehen, ist ein Tag, an dem der Vater uns tiefer in das Bild seines Sohnes hineinmeißelt. Die verborgene Fürbitte des Geistes trägt uns, wenn unser eigener Glaube kaum mehr steht; die Hand des Vaters lenkt, auch wenn uns der Weg unübersichtlich erscheint. So können selbst Tränen einen anderen Klang bekommen – nicht als Zeichen eines gescheiterten Glaubens, sondern als Wasser, in dem der Same des Lebens tiefer in die Erde sinkt. Aus dieser leisen, aber tragfähigen Hoffnung erwächst Mut, den nächsten Schritt nicht aus Flucht vor dem Leid, sondern aus Vertrauen auf die Liebe dessen zu tun, der uns durch alles hindurch als Miterben Christi zur Herrlichkeit bereitet.

Alle Züchtigung aber scheint uns für die Gegenwart nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; danach aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedsame Frucht der Gerechtigkeit. (Hebr. 12:11)

Ebenso aber nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie sich’s gebührt, aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der aber die Herzen erforscht, weiß, was die Gesinnung des Geistes ist; denn er tritt für die Heiligen ein, wie es Gott entspricht. (Röm. 8:26-27)

Wer Leiden und schwierige Umstände im Licht der verborgenen Fürbitte des Geistes und der väterlichen Formung sieht, muss seine Schmerzen nicht schönreden, kann sie aber dem Gott anvertrauen, der selbst das Zerstörerische nicht das letzte Wort haben lässt, sondern es in den Dienst seiner Liebe stellt, um uns tiefer in das Bild seines Sohnes hineinzubilden.


Vater, wir danken Dir, dass Du uns nicht dem Zufall überlässt, sondern uns in Liebe vor Grundlegung der Welt dazu bestimmt hast, dem Bild Deines erstgeborenen Sohnes gleichgestaltet zu werden. Du siehst unsere Schwachheit, unsere Fragen und unsere Seufzer, und doch führst Du alles so, dass es zu unserem Wachstum im Leben und zu unserer zukünftigen Herrlichkeit dient. Herr Jesus, inmitten von Druck, Unverständnis und verborgenem Leiden vertrauen wir uns Deiner guten Hand an und stützen uns auf die Fürbitte Deines Geistes in uns. Stärke unseren inneren Menschen, damit wir in jeder Lage wissen: Du bist der Prototyp, in dessen Bild Du uns liebevoll, aber zielstrebig hineinprägst. Heiliger Geist, tröste die müden Herzen, richte den Blick wieder auf die kommende Herrlichkeit und lass uns im Glauben ruhen, dass kein Weg, keine Träne und kein verborgenes Seufzen vergeblich ist. So bewahre uns auf dem Weg zur Reife, bis Deine Herrlichkeit sichtbar wird an uns und durch uns zur Ehre des Vaters. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Romans, Chapter 20