Die Ausbreitung in Kleinasien und Europa durch den Dienst der Gruppe um Paulus (33)
Wenn man die Kapitel in der Apostelgeschichte liest, in denen Paulus vor jüdischen Führern und römischen Politikern steht, spürt man die Spannung: Auf der einen Seite die ganze Wucht jahrhundertealter religiöser Tradition, auf der anderen Seite eine frische, gewaltige Offenbarung von Christus und Gottes neutestamentlicher Haushaltung. Gerade in dieser Übergangszeit, in Gefangenschaft und unter Druck, formte Gott in Paulus die tiefen Einsichten, die später in den Briefen an die Epheser, Philipper, Kolosser und in den Hebräerbrief Gestalt annahmen. Wer diese Schriften nebeneinander mit Apostelgeschichte 21–26 liest, erkennt eine klare Linie: Gott führt aus dem Schatten der alten Ordnung in die Wirklichkeit des einen neuen Menschen in Christus.
Christus hat die trennenden Ordnungen abgeschafft
Als Paulus an die Epheser schrieb, fasste er das Kreuz nicht nur als Ort persönlicher Vergebung, sondern als einen gewaltigen Wendepunkt in Gottes Geschichte mit der Menschheit. Er sagt, Christus sei unser Friede, „der die beiden eins gemacht und die trennende Zwischenwand, die Feindschaft, niedergerissen hat“; Er habe „in Seinem Fleisch das Gesetz der Gebote in Verordnungen außer Kraft gesetzt, damit Er in Sich Selbst die zwei zu einem neuen Menschen schaffe und so Frieden stifte“ (Eph. 2:14–15). Damit ist mehr gemeint als das Ende einzelner Vorschriften. Gott beendet am Kreuz eine ganze Ordnung, in der Zugehörigkeit durch äußere Kennzeichen wie Beschneidung, Speisegebote, Sabbatordnungen und Gelübde definiert wurde. Was einst von Ihm selbst geboten war, verliert vor der Person des Sohnes seine trennende Funktion. Das Gesetz in seinen Satzungen hatte wie eine Mauer gewirkt: Es bewahrte Israel, grenzenlos wurde es aber zur Feindschaft gegenüber den Nationen. Diese Mauer trägt Christus an Seinem Leib in den Tod und nimmt ihr damit jeden Anspruch, das Volk Gottes weiterhin zu definieren.
In Epheser 2:14–16 heißt es: „Denn Er ist unser Friede, Er, der aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung, die Feindschaft, abgebrochen hat, indem Er in Seinem Fleisch das Gesetz der Gebote in Satzungen außer Wirksamkeit gesetzt hat, um die zwei in Sich Selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen, Frieden stiftend, und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, nachdem Er durch dasselbe die Feindschaft getötet hatte.“ Hier sehen wir, dass Christus am Kreuz alle Satzungen außer Wirksamkeit gesetzt hat. Zweifellos schließt dieses Außerkraftsetzen der Satzungen auch diejenigen ein, die die Beschneidung, die Ernährung und den Sabbat betreffen. (Witness Lee, Life-Study of Acts, Botschaft siebenundsechzig, S. 586)
Die Szene in Jerusalem, als Jakobus Paulus zum Nasiräer-Gelübde rät, macht den Riss sichtbar, der zwischen Gottes vollendetem Werk und menschlicher Anhänglichkeit an Formen entstehen kann. In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass in Jerusalem viele tausend Juden „eifrig für das Gesetz“ waren (Apg. 21:20). Sie wollten zeigen, dass Glaube an Christus sich in gesetzestreuem Verhalten bestätigt. Paulus war selbst einmal von diesem Eifer erfüllt, doch seit der Begegnung mit dem verherrlichten Herrn trug er eine andere Sicht: In Christus gibt es keinen privilegierten Zugang über nationale Herkunft oder religiöse Tradition mehr. Der Leib Christi darf nicht durch das wieder aufgebaut werden, was Christus niedergerissen hat. Wo Christen an konfessionellen Abgrenzungen, kulturellen Gewohnheiten oder nationalem Stolz als Identitätskern festhalten, messen sie dem Kreuz unmerklich eine geringere Bedeutung bei, als Gott es tut.
Gottes Plan zielt auf einen neuen Menschen, nicht auf eine verfeinerte religiöse Landschaft. In diesem neuen Menschen stehen nicht Juden oben und Nationen unten, nicht alte Kirchen über freien Gemeinden, nicht kulturell Prägte über Fremden. Gott hat Frieden gemacht, indem Er alle in derselben Gnade begegnet und alle unter dasselbe Kreuz stellt. Darum trägt, wer sich von Epheser 2.prägen lässt, seine Identität nicht zuerst aus Geschichte, Tradition oder Prägung, sondern aus der Person Christi. Die Frage „Wer bin ich?“ bekommt eine neue Mitte: Ich bin in Ihm, und der andere Glaubende ist ebenso in Ihm. Wo diese Sicht heranreift, verlieren trennende Ordnungen an Überzeugungskraft. Menschen, die einander menschlich fernstehen, entdecken sich als Glieder desselben Leibes. Gerade darin leuchtet die Weisheit Gottes auf: Aus vielfach zerspaltenen Lebensgeschichten formt Er ein einziges, lebendiges Zeugnis Seines Friedens.
Wer so auf das Kreuz schaut, darf erleichtert aufatmen. Gott verlangt nicht, eine religiöse Identität zu verteidigen; Er schenkt eine neue Existenz in Christus. Der Übergang vom alten System zu Gottes neutestamentlicher Haushaltung ist kein Verlust an Tiefe, sondern die Befreiung zur eigentlichen Gemeinschaft, in der Christus selbst der gemeinsame Nenner ist. Das macht mutig, gewohnte Schranken zu hinterfragen, und tröstet zugleich: Wo Christus die Zwischenwand abgebrochen hat, muss niemand sich selbst durch Leistung oder Zugehörigkeit rechtfertigen. Sein Friede trägt, auch wenn äußere Ordnungen wanken.
Denn Er Selbst ist unser Friede, der die beiden eins gemacht und die trennende Zwischenwand, die Feindschaft, niedergerissen hat, indem Er in Seinem Fleisch das Gesetz der Gebote in Verordnungen außer Kraft setzte, damit Er in Sich Selbst die zwei zu einem neuen Menschen schaffe und so Frieden stifte. (Eph. 2:14-15)
Als sie es aber hörten, priesen sie Gott und sprachen zu ihm: Du siehst, Bruder, wie viele Zehntausende es unter den Juden an Gläubigen gibt, und alle sind Eiferer für das Gesetz. (Apg. 21:20)
Wenn Christus am Kreuz die trennenden Ordnungen außer Kraft gesetzt hat, dann wird Gemeinschaft im Leib nicht von Herkunft, Form oder Prägung her gedacht, sondern von Ihm her. In der Begegnung mit anderen Glaubenden darf darum zuerst der Blick auf das gemeinsame In-Christus-Sein gerichtet sein und nicht auf das, was uns äußerlich unterscheidet oder trennt. So wird das Werk des Kreuzes nicht nur geglaubt, sondern im Miteinander still und beharrlich geehrt.
Alles andere als Verlust – Christus als unerforschlicher Reichtum
Im dritten Kapitel des Philipperbriefes legt Paulus seine Vergangenheit offen wie jemand, der eine glänzende Bilanz vorlegt, um sie dann vor den Augen aller durchzustreichen. Er erinnert an seine Herkunft und Laufbahn: „Beschnitten am achten Tag, vom Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, Hebräer von Hebräern; dem Gesetz nach ein Pharisäer; dem Eifer nach ein Verfolger der Gemeinde; der Gerechtigkeit nach, die im Gesetz ist, untadelig geworden“ (Phil. 3:5–6). Was konnte in einem religiösen System höher zählen als eine solche Vita? Diese stationenreiche Geschichte war sein Kapital, seine Sicherheit, sein innerer Stolz. Und doch folgt unmittelbar der überraschende Satz: „Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten“ (Phil. 3:7). Dieselben Punkte, die einst für ihn sprachen, erhalten im Licht der Begegnung mit Christus ein umgekehrtes Vorzeichen.
In Philipper 3 sehen wir, dass Paulus alle Dinge des Judentums für Unrat hielt. Obwohl Paulus „ein Hebräer von Hebräern“ und „dem Gesetz nach ein Pharisäer“ war (V. 5), konnte er bezeugen: „Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten. Ja wahrlich, ich halte auch alle Dinge für Verlust wegen der Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alle Dinge eingebüßt habe und sie für Unrat halte, damit ich Christus gewinne“ (V. 7–8). Paulus erkannte, dass in den Augen Gottes und in der Ökonomie des Neuen Testaments alle Dinge des Judentums Unrat sind. (Witness Lee, Life-Study of Acts, Botschaft siebenundsechzig, S. 587)
Paulus belässt es nicht bei einer neutralen Neubewertung. Er spricht davon, alle Dinge für Verlust zu halten „wegen der Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn“, und fügt hinzu, er habe „alle Dinge eingebüßt“ und halte sie „für Unrat, damit ich Christus gewinne“ (Phil. 3:8). Das ist mehr als eine nüchterne Prioritätenliste; es ist die Sprache eines Herzens, das von einer Person über alle Maßen beeindruckt ist. Im Epheserbrief bezeichnet derselbe Paulus Christus als den, dessen „unerforschlicher Reichtum“ den Nationen verkündigt wird (Eph. 3:8). Je mehr dieser Reichtum vor ihm aufleuchtet, desto mehr entzaubert sich der Glanz seiner religiösen Vorzüge. Selbstgerechte Frömmigkeit, kulturell geprägte Frömmigkeitsformen, das Ansehen als besonders fromm oder streng – alles, was ihm früher Halt gab, wird leicht, ja wertlos gegenüber der Fülle dessen, was Gott in Seinem Sohn schenkt.
Die Spannung zwischen Paulus und der Gesetzestreue in Jerusalem macht diese Verschiebung konkret. Dort wurden diejenigen geehrt, die das Gesetz mit großem Eifer hielten; in den Augen vieler war gerade das ein Beweis für Treue. Paulus hingegen lebte aus einer anderen Quelle. Sein Selbstverständnis war nicht mehr an eine religiöse Tradition gebunden, sondern an die Person Christi, der als letzter Adam zu einem lebengebenden Geist geworden ist (1. Kor. 15:45). Dieser lebendige Christus, der in den Herzen Wohnung macht (Eph. 3:17), war für ihn keine Lehre, sondern Gegenwart. Wo Er in den Mittelpunkt rückt, verlieren auch für uns die Dinge ihre Macht, mit denen wir uns vor Gott oder vor Menschen aufzuwerten suchen.
Darin liegt eine stille Befreiung: Was immer bisher als „Gewinn“ galt – Herkunft, Bildung, geistliche Erfolge, moralische Strenge –, muss nicht mühsam verteidigt werden. Es darf als relativ erkannt werden in der Nähe des Einen, der allein wahrhaft reich ist. Wer lernt, seine Geschichte im Licht der Vortrefflichkeit Christi zu lesen, braucht Vergangenes nicht zu verachten, aber er wird es nicht mehr zum Fundament seiner Identität machen. Die unerforschlichen Reichtümer Christi reichen aus, um Herz und Leben zu füllen; sie tragen in Zeiten des Verlustes und relativieren zugleich alles, was menschlich beeindruckt. Das macht innerlich frei, dem Herrn zu gehören, ohne sich an religiöse Vorzüge zu klammern.
Beschnitten am achten Tag, vom Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, Hebräer von Hebräern; dem Gesetz nach ein Pharisäer; dem Eifer nach ein Verfolger der Gemeinde; der Gerechtigkeit nach, die im Gesetz ist, untadelig geworden. Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten. Ja wahrlich, ich halte auch alle Dinge für Verlust wegen der Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alle Dinge eingebüßt habe und sie für Unrat halte, damit ich Christus gewinne. (Phil. 3:5-8)
Mir, dem Allergeringsten von allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, den Heiden den unerforschlichen Reichtum Christi als das Evangelium zu verkünden. (Eph. 3:8)
Wenn das Herz von der Vortrefflichkeit Christi eingenommen wird, verlieren religiöse und kulturelle Vorzüge ihre Macht, Identität zu definieren. Statt sich über Leistung, Herkunft oder Frömmigkeitsstil zu sichern, kann der Blick auf den lebendigen Herrn gerichtet bleiben, dessen unerforschlicher Reichtum genügt. So wird der Alltag weniger zu einer Bühne, auf der man sich beweisen muss, und mehr zu einem Feld, auf dem Christus selbst Gestalt gewinnt.
Der eine neue Mensch und das einzigartige Opfer Christi
Das Bild des neuen Menschen im Kolosserbrief richtet den Blick weg von individuellen Leistungen hin auf eine neue, von Gott geschaffene Wirklichkeit. Paulus erinnert daran, dass die Glaubenden den alten Menschen „ausgezogen“ und den neuen „angezogen“ haben, „der zur völligen Erkenntnis nach dem Bild dessen erneuert wird, der ihn geschaffen hat, wo nicht ist Grieche und Jude, Beschneidung und Unbeschnittensein, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen“ (Kol. 3:10–11). Hier geht es nicht um eine fromme Veredlung des alten Menschen, sondern um eine neue Menschheit, in der Christus selbst der Inhalt ist. Die bisherigen Unterscheidungen – ethnisch, religiös, kulturell, sozial – werden nicht einfach übertüncht, sondern verlieren ihre definierende Kraft. Gemeinde ist nicht Christus plus Tradition, sondern die lebendige Darstellung dieses einen neuen Menschen, in dem Christus in jedem Glied gegenwärtig ist.
In Kolosser 3:10–11 spricht Paulus von dem neuen Menschen: „und den neuen Menschen angezogen habt, der erneuert wird zur vollen Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn geschaffen hat; wo nicht ist Grieche und Jude, Beschneidung und Unbeschnittensein, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen.“ Hier sehen wir, dass im neuen Menschen nur für Christus Raum ist. In Vers 11 bezieht sich „alle“ auf alle Glieder, die den neuen Menschen bilden. Christus ist alle Glieder des neuen Menschen und in allen Gliedern. Er ist alles im neuen Menschen. (Witness Lee, Life-Study of Acts, Botschaft siebenundsechzig, S. 587)
Mit dieser Sicht verbindet der Hebräerbrief die Aussage über das einzigartige Opfer Christi: „Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht“ (Heb. 10:14). Und wenig später heißt es, wo die Sünden vergeben sind, „ist kein Opfer für Sünde mehr nötig“ (Heb. 10:18). Im alten Bund war der Opferdienst die tragende Struktur des Gottesdienstes; Priester, Altar und Opfer bildeten ein unaufhörliches Geschehen. Jetzt aber steht ein einziges Opfer im Zentrum, das alle anderen überflüssig macht. Christus ist zugleich Hoherpriester, Altar und Opfer. Wer in Ihm lebt, braucht keine zusätzlichen Opferhandlungen, um sich Gott anzunähern oder Ihn gnädig zu stimmen. Der Zugang ist geöffnet, und der neue Mensch lebt aus dieser geöffneten Gegenwart.
Vor diesem Hintergrund tritt die Szene in der Apostelgeschichte scharf hervor, in der Paulus gedrängt wird, ein Gelübde zu erfüllen und Opfer zu bezahlen, um seine Gesetzestreue zu beweisen. Solche Handlungen gehören zum alttestamentlichen System, in dem Unterscheidungen und äußere Formen eine zentrale Rolle innehatten. Paulus aber trägt in sich die Vision, die er in seinen Briefen entfaltet: ein universaler, einer neuer Mensch, in dem „Christus alles und in allen“ ist, und ein vollendetes Opfer, das keinen Zusatz mehr braucht. Wo das alte System neben Christus weitergeführt wird, entsteht unweigerlich ein gemischtes Bild: Gemeinde erscheint dann als Mischung aus Gnade und Gesetz, aus vollendetem Werk und fortgeführtem Opferdienst.
Für das Verständnis von Gemeinde und Gottesdienst hat das weitreichende Konsequenzen. Gottesdienst ist im Neuen Bund nicht der Versuch, durch bestimmte Formen eine besondere Nähe zu Gott zu erzeugen, sondern die Antwort auf eine bereits geschenkte Nähe in Christus. Gemeinschaft unter Gläubigen ist nicht der Zusammenschluss von Menschen mit ähnlicher Tradition, sondern das Zusammenkommen derer, die an demselben Christus Anteil haben. Wo Er der Inhalt ist, wird Raum frei: für verschiedene Hintergründe, für unterschiedliche geistliche Prägungen, für starke und schwache Glieder. Der eine neue Mensch trägt all diese Vielfalt in sich, ohne dass sie zu Rivalität oder Abwertung führen muss, weil Christus selbst die Mitte und der gemeinsame Reichtum ist.
und den neuen Menschen angezogen habt, der zur völligen Erkenntnis nach dem Bild dessen erneuert wird, der ihn geschaffen hat, wo nicht ist Grieche und Jude, Beschneidung und Unbeschnittensein, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen. (Kol. 3:10-11)
Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht. (Heb. 10:14)
Das Wissen um den einen neuen Menschen und das vollendete Opfer Christi lädt dazu ein, Gemeinde nicht von Formen oder Traditionen her zu denken, sondern von der Person des Herrn. In Beziehungen und Zusammenkünften kann der innere Maßstab sein, ob Raum für Christus als Inhalt entsteht – für Sein Reden, Sein Trösten, Sein Ordnen. Wo diese Mitte gewahrt bleibt, verlieren äußere Unterschiede an Schärfe, und der Gottesdienst wird Ausdruck eines Lebens, das aus der Vollendung des Kreuzes lebt.
Herr Jesus Christus, wir beten dich an als den, der am Kreuz alle trennenden Ordnungen beendet und uns in dir zu einem neuen Menschen gemacht hat. Danke, dass du alle religiösen Vorzüge, Leistungen und Opfer durch den unerforschlichen Reichtum deiner Person überboten hast und dass dein ein für alle Mal gebrachtes Opfer vollkommen genügt. Richte unser Herz neu auf deine neutestamentliche Haushaltung aus, damit wir nicht an Formen hängen bleiben, die du längst überwunden hast, sondern in der Freiheit und Kraft deines vollendeten Werkes leben. Erfülle uns mit der Erkenntnis deiner Herrlichkeit, damit du in deiner Gemeinde wirklich alles und in allen sein kannst und dein Leben durch uns in diese Welt hineinströmt. Stärke die Glaubenden in Zeiten von Verwirrung und religiösem Druck und schenke ihnen eine klare, hoffnungsvolle Sicht auf dich als den Mittelpunkt von allem. Sei du unser Friede, unser Weg und unsere Zukunft, bis wir dich vollendet sehen und in deiner Gegenwart vollkommen ruhen. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of Acts, Chapter 67