Das Wort des Lebens
lebensstudium

Die Ausbreitung in Jerusalem, Judäa und Samaria durch den Dienst der Gruppe um Petrus (4)

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Plötzlich erfüllt ein Brausen aus dem Himmel die Stadt, einfache Männer reden in fremden Sprachen, und eine verwirrte Menschenmenge fragt sich, was hier geschieht. Sind sie betrunken oder ist Gott selbst am Werk? Mitten in diese Spannung hinein tritt Petrus nach vorne, erklärt das unerwartete Handeln Gottes und öffnet eine neue Etappe in der Geschichte von Christus und seiner Gemeinde.

Der Schlüssel des Reiches und der Anfang der Gemeinde

Wenn Petrus am Pfingsttag in Jerusalem aufsteht, ist es mehr als der Mut eines plötzlich veränderten Menschen. In diesem Moment berührt die unsichtbare Wirklichkeit des Himmels die Geschichte der Erde. Der Herr hatte ihm zuvor zugesagt: „Und Ich werde dir die Schlüssel des Königreichs der Himmel geben“ (Matthäus 16:19). Schlüssel öffnen und schließen; sie setzen in Freiheit oder halten zurück. Nun steht Petrus vor einer großen Menge frommer Juden, und durch seine Verkündigung des gekreuzigten und auferstandenen Jesus wird deutlich, was in den Himmeln schon beschlossen ist. Als er bezeugt: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, wofür wir alle Zeugen sind“ und hinzufügt, dass Gott Ihn „sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat“ (Apostelgeschichte 2:32.36), wird gleichsam das Schloss im Herzen der Zuhörer getroffen. Die Reaktion ist nicht bloße Rührung, sondern ein tiefes Durchbohrtsein: „Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz“ (Apostelgeschichte 2:37). So wirkt ein Schlüssel: er öffnet einen verschlossenen Raum, er legt etwas frei, das bisher eingeschlossen war.

Petrus’ erste Botschaft an die Juden war das erste Mal, dass er die Schlüssel gebrauchte, um die Tür des Königreichs der Himmel für die Juden zu öffnen. Nachdem Petrus die Vision über den Herrn Jesus als den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, gesehen hatte (Mt. 16:16), sagte der Herr zu ihm: „Und Ich werde dir die Schlüssel des Königreichs der Himmel geben, und was immer du auf der Erde bindest, wird in den Himmeln gebunden worden sein, und was immer du auf der Erde löst, wird in den Himmeln gelöst worden sein“ (V. 19). Der Überlieferung nach waren es zwei Schlüssel. Einen Schlüssel gebrauchte Petrus am Tag der Pfingsten, um die Tür für die jüdischen Gläubigen zu öffnen, damit sie in das Königreich eintreten konnten (Apg. 2:38–42). Später gebrauchte er den anderen Schlüssel im Haus des Kornelius, um die Tür für die gläubigen Heiden zu öffnen, damit auch sie in das Königreich eintreten konnten (10:34–48). (Witness Lee, Life-Study of Acts, Botschaft neun, S. 68)

Die Antwort, die Petrus gibt, zeigt, dass hier nicht nur individuelle Errettung, sondern der Eintritt in eine neue Wirklichkeit geschieht: „Tut Buße und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen“ (Apostelgeschichte 2:38). Buße, Taufe, Gabe des Geistes – das ist kein privates Arrangement zwischen Gott und einzelnen Menschen, sondern der Beginn eines sichtbaren Lebens unter der Herrschaft Christi. Am Ende des Kapitels erscheint deshalb sofort die Gestalt der Gemeinde: „Und sie blieben beharrlich in der Lehre und in der Gemeinschaft der Apostel, im Brechen des Brotes und in den Gebeten“ (Apostelgeschichte 2:42). Hier wird das Königreich der Himmel auf Erden greifbar: als ein gelebtes Miteinander, in dem Christus als das unsichtbare Haupt alles zusammenhält. Was der Herr verheißen hatte – „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich Meine Gemeinde bauen“ (Matthäus 16:18) – beginnt in Jerusalem Gestalt zu gewinnen. Wer an diesem Tag durch die geöffnete Tür eintritt, wird nicht nur gerettet, sondern in einen Leib hineingestellt, dessen Fülle in Christus verankert ist (vgl. Epheser 1:23).

In der weiteren Geschichte wird sichtbar, dass der Herr Petrus mehr als einen Schlüssel anvertraut hat. Derselbe Apostel, der am Pfingsttag Juden den Zugang geöffnet hatte, wird später im Haus des Kornelius auch den Nationen die Tür auftun. Damit zeichnet Gott seine Absicht in die Geschichte: Sein Königreich soll nicht an Volksgrenzen oder religiösen Traditionen haltmachen. Dass der Herr gerade Petrus dazu gebraucht, ist tröstlich. Der Mann, der Jesus dreimal verleugnet hatte, wird zum Werkzeug, um vielen den Eintritt in das Reich des Himmels zu ermöglichen. Die Schlüssel liegen also nicht in der Hand eines makellosen Helden, sondern eines durch Gnade Wiederhergestellten.

Für den Glaubenden heute bleibt dieser Pfingsttag mehr als ein historischer Höhepunkt. Er erinnert daran, dass der Himmel die Initiative ergriffen hat und dass der Zugang zum Königreich der Himmel nicht in unserer Leistung, sondern in der Vollmacht Christi begründet ist. Gleichzeitig lädt das Bild des Schlüssels dazu ein, das eigene Leben zu prüfen: Wo hat Christus durch sein Wort bereits Türen geöffnet, und wo klammern sich noch innere Riegel an alte Sicherheiten? Die erste Gemeinde in Jerusalem zeigt, wie ein geöffnetes Herz in ein neues Miteinander hineinwächst: Lehre, Gemeinschaft, Brotbrechen, Gebet – nicht als Programm, sondern als Ausdruck einer neuen Wirklichkeit. In dieser Spur weiterzugehen, bedeutet, immer tiefer zu entdecken, dass der, der die Tür geöffnet hat, auch die Räume dahinter füllt. Das macht Mut, dem Herrn zu vertrauen, dass er auch heute Türen aufschließt – in Städten, in Gemeinden, in Herzen – und dass jeder, der eintritt, seinen Platz in der lebendigen Gemeinde unter seiner himmlischen Herrschaft findet.

Und Ich werde dir die Schlüssel des Königreichs der Himmel geben, und was immer du auf der Erde bindest, wird in den Himmeln gebunden worden sein, und was immer du auf der Erde löst, wird in den Himmeln gelöst worden sein. (Mt. 16:19)

Als sie aber (das) hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder? Und Petrus sagte zu ihnen: Tut Buße und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. (Apg. 2:37-38)

Die Szene am Pfingsttag ruft dazu auf, die Gemeinde nicht als menschliche Organisation, sondern als sichtbaren Ausdruck des geöffneten Königreichs der Himmel zu sehen. Wenn Christus mit seinen Schlüsseln handelt, entsteht ein gemeinsames Leben, das von seiner Gegenwart, seiner Lehre und seinem Geist geprägt ist. Wer sich innerlich der Verkündigung des gekreuzigten und auferstandenen Herrn öffnet, erlebt, wie Schuldvergebung, Taufe und Gabe des Geistes nicht in der Theorie bleiben, sondern in ein konkretes Miteinander münden. So wird das persönliche Glaubensleben hineingezogen in die Weite des Reiches Gottes, in dem Christus als Herr anerkannt wird und die Gemeinde als sein Leib heranwächst.

Der ausgegossene Geist: Leben in uns und Kraft auf uns

Im Johannesevangelium zeichnet sich ein stilles, zartes Bild ab: Der auferstandene Herr tritt zu den verängstigten Jüngern, haucht sie an und spricht: „Empfangt den Heiligen Geist“ (Johannes 20:22). Hier ist keine äußere Erschütterung, kein Brausen, kein Feuer. Der Geist kommt wie Atem – unsichtbar, lebensnotwendig, innig. Der Herr erfüllt damit seine Verheißung: „… den Geist der Wirklichkeit … ihr aber kennt Ihn, weil Er bei euch bleibt und in euch sein wird“ (Johannes 14:17). Dieses „in euch“ markiert den wesentlichen Aspekt des Wirkens des Geistes: Er wird zum inneren Leben der Glaubenden, durchdringt Denken, Fühlen und Wollen, erneuert und heiligt von innen her. So entsteht Gemeinde nicht zuerst als äußere Struktur, sondern als Gemeinschaft von Menschen, in denen derselbe Geist als Leben wohnt.

Das Ausgießen des Geistes über alles Fleisch unterscheidet sich von dem Hineinhauchen des Geistes in die Jünger aus dem Mund Christi nach Seiner Auferstehung (Joh. 20:22). Das Ausgießen von Gottes Geist geschah nach der Himmelfahrt Christi von den Himmeln her. Ersteres ist der wesentliche Aspekt des Geistes, der als Leben für ihr Leben in die Jünger hineingehaucht wurde; letzteres ist der ökonomische Aspekt des Geistes, der als Kraft für ihr Werk auf sie ausgegossen wurde. Derselbe Geist war sowohl wesentlich in ihnen als auch ökonomisch auf ihnen. Das Ausgießen des Geistes nach der Himmelfahrt Christi war das Herabkommen des auferstandenen und aufgefahrenen Christus als des allumfassenden Geistes, um Seinen himmlischen Dienst auf der Erde auszuführen und Seine Gemeinde (Mt. 16:18) als Seinen Leib (Eph. 1:23) für Gottes neutestamentliche Ökonomie aufzubauen. (Witness Lee, Life-Study of Acts, Botschaft neun, S. 69)

Als dann in Apostelgeschichte 2 der Pfingsttag kommt, verändert sich die Szene. Nun geschieht, wovon der Prophet Joel gesprochen hatte: „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, daß ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch“ (Apostelgeschichte 2:17). Der Geist ist jetzt nicht nur in den Jüngern, sondern kommt sichtbar und kraftvoll auf sie. Das Brausen, die Feuerzungen und die fremden Sprachen machen deutlich: Hier geschieht etwas Öffentliches, etwas, das die Welt wahrnimmt. Es ist der ökonomische Aspekt des Geistes – der Geist „auf“ ihnen als Kraft für das Werk, für Zeugnis und Dienst. Der auferstandene und aufgefahrene Christus handelt von der Rechten Gottes her auf Erden, indem er als allumfassender Geist seine Jünger bekleidet und bevollmächtigt.

Beide Bewegungen gehören untrennbar zusammen. Ohne den Geist in uns als Leben würde die Kraft von Pfingsten ins Leere laufen; ohne den Geist auf uns als Kraft könnte das innere Leben leicht in sich selbst kreisen. Der Herr baut seine Gemeinde, indem er beides miteinander verbindet. Er pflanzt sein Leben in das Innere der Glaubenden und stellt sie zugleich in eine Sendung, die über ihre natürliche Fähigkeit hinausgeht. So erklärt sich, warum dieselben Menschen, die zuvor aus Angst Türen verriegelten, nun freimütig in der Öffentlichkeit verkündigen, dass Jesus der von Gott bestätigte Herr und Christus ist (vgl. Apostelgeschichte 2:14.36).

Wer heute an Christus glaubt, steht in derselben zweifachen Wirklichkeit. Der Geist wohnt als innewohnender, still wirkender Lebensquell im Herzen, und derselbe Geist kommt als Kraft, wenn der Herr uns in Situationen stellt, in denen sein Zeugnis gefragt ist. Es geht nicht darum, die innere Seite gegen die äußere auszuspielen; vielmehr eröffnet sich eine weite Perspektive: Im Verborgenen wachsen, im Sichtbaren dienen; innerlich durch den Geist geprägt, äußerlich durch den Geist gebraucht. Diese Spannung ist keine Last, sondern eine Zusage. Sie bedeutet, dass niemand aus eigener Kraft das Leben Jesu darstellen muss, sondern dass der Dreieine Gott selbst in uns und auf uns wirkt. Darin liegt eine stille Ermutigung: Der Weg, auf dem der Herr seine Gemeinde baut, führt nicht über menschliche Genialität, sondern über Menschen, in denen sein Geist Wohnung genommen hat und auf denen derselbe Geist als Kraft ruht.

nämlich den Geist der Wirklichkeit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie Ihn nicht anschaut und Ihn nicht kennt; ihr aber kennt Ihn, weil Er bei euch bleibt und in euch sein wird. (Joh. 14:17)

Und als Er dies gesagt hatte, hauchte Er sie an und spricht zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! (Joh. 20:22)

Die Unterscheidung zwischen dem Geist in uns und dem Geist auf uns öffnet einen nüchternen und zugleich tröstlichen Blick auf das eigene Glaubensleben. Inneres Wachstum, Verwandlung des Charakters und Vertiefung der Gemeinschaft mit Gott entspringen der stillen, wesentlichen Gegenwart des Geistes im Herzen. Mutiges Zeugnis, dienende Liebe und geistliche Frucht stehen in Verbindung mit der Kraft desselben Geistes, der von oben her ausrüstet. Wer beide Seiten im Blick behält, muss weder aus eigener Anstrengung christliche Leistungen hervorbringen noch in passivem Warten verharren, sondern darf damit rechnen, dass der Herr selbst Leben und Kraft schenkt, wenn er seine Gemeinde nach seinem Herzen aufbaut.

Den Namen des Herrn anrufen: Errettung und Genuss des Geistes

Mitten in der machtvollen Pfingstpredigt, in der von Geist, Weissagung, Wundern und dem großen Tag des Herrn die Rede ist, steht ein erstaunlich einfaches Wort: „Und es wird geschehen, dass jeder, der den Namen des Herrn anruft, gerettet werden wird“ (Apostelgeschichte 2:21). Auf der Bühne der Heilsgeschichte, auf der Himmel und Erde bewegt werden, rückt Gott eine ganz schlichte Praxis in den Mittelpunkt: den Namen des Herrn mit dem Mund anzurufen. Dieses Anrufen ist weder ein magisches Formular noch ein religiöser Slogan, sondern die konkrete Weise, wie ein Mensch sich der Gegenwart Gottes öffnet, die im ausgegossenen Geist nah geworden ist.

In 2:21 fährt Petrus fort: „Und es wird sein, daß jeder, der den Namen des Herrn anruft, errettet werden wird.“ Den Namen des Herrn anzurufen ist keine neue Praxis im Neuen Testament. Sie begann mit Enosch, der dritten Generation der Menschheit, in 1. Mose 4:26. (Witness Lee, Life-Study of Acts, Botschaft neun, S. 70)

Schon früh in der Bibel wird diese Spur sichtbar. Über Enosch heißt es: „Damals fing man an, den Namen Jehovahs anzurufen“ (1. Mose 4:26). Später baut Abraham einen Altar und „rief den Namen Jehovahs an“ (1. Mose 12:8). Hier begegnen sich zwei Bewegungen: Gott wendet sich dem Menschen zu, und der Mensch antwortet, indem er den Namen Gottes ruft. Der Name steht für die Person; den Namen anzurufen heißt, sich der Person zuzuwenden, sie anzuerkennen, auf sie zu vertrauen. Im Alten Testament wird dies in Not, in Dank, im Lob und in der Hingabe gelebt. Im Neuen Testament gewinnt das Anrufen durch die Offenbarung Jesu eine neue Tiefe: Wer den Namen des Herrn Jesus anruft, tritt in die Gemeinschaft mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn ein, der im Geist gegenwärtig ist.

Die Verbindung von Anrufen und Geist ist darum nicht zufällig. Der Geist ist uns so nah wie Atem und Wasser. Wenn die Schrift das Weinen und Rufen nach Gott mit Atmen vergleicht (vgl. Klagelieder 3:55-56) und das Schöpfen aus den Quellen des Heils mit freudigem Anrufen des Namens beschreibt – „Ihr werdet mit Freude Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils und werdet sagen an jenem Tag: Dankt Jehovah, ruft Seinen Namen an“ (Jesaja 12:3-4) – dann wird das Anrufen zu einem Bild für das geistliche Atmen und Trinken. Wer „Herr Jesus“ ruft, öffnet sich für den Geist, der aus dem erhöhten Christus ausgegossen ist. Glauben im Herzen und Bekennen mit dem Mund sind in der Schrift untrennbar verbunden: „Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. Denn jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden“ (Römer 10:10.13).

In der frühen Gemeinde war dieses hörbare Anrufen des Namens des Herrn so charakteristisch, dass es zum Kennzeichen der Christen wurde (vgl. Apostelgeschichte 9:14; 1. Korinther 1:2). Es drückt eine Haltung aus, die auch heute trägt: innere Abhängigkeit, kindliches Vertrauen, unmittelbare Hinwendung zu dem Herrn, der im Geist nahe ist. Das Anrufen ersetzt nicht das stille Gebet und nicht die tiefe Betrachtung des Wortes, aber es durchzieht den Alltag wie ein Atemholen. So wird Errettung nicht nur als einmaliges Ereignis verstanden, sondern als fortwährende Erfahrung: Rettung aus Verstrickungen, aus Mutlosigkeit, aus Verhärtung, hinein in den lebendigen Genuss der Gemeinschaft mit Christus. Wer in dieser Weise lernt, den Namen des Herrn anzurufen, entdeckt, dass Gott seine Heilsgeschichte nicht an uns vorbeischreibt, sondern sie in unser eigenes Leben hineinspricht – leise, aber kraftvoll, im Ruf eines Namens, in dem alle Fülle Gottes wohnt.

Und es wird geschehen, dass jeder, der den Namen des Herrn anruft, gerettet werden wird.“ (Apg. 2:21)

Und auch Seth wurde ein Sohn geboren, und er gab ihm den Namen Enosch. Damals fing man an, den Namen Jehovahs anzurufen. (1. Mose 4:26)

Das biblische Anrufen des Namens des Herrn eröffnet einen einfachen Zugang zur Gegenwart Gottes mitten im Alltag. Es hilft, Glauben nicht nur als innere Zustimmung, sondern als lebendige Beziehung zu Christus zu leben, der im Geist nahe ist. Wo der Name des Herrn Jesus bewusst angerufen wird – in Dankbarkeit, in Not, in Unsicherheit –, dort wird der Raum geöffnet, in dem der ausgegossene Geist wirken, trösten, korrigieren und stärken kann. So wird Errettung Schritt für Schritt erfahrbar: als Befreiung von inneren Lasten und als Eintreten in den Frieden und die Freude des Königreichs der Himmel.


Herr Jesus Christus, danke, dass Du als der auferstandene und erhöhte Herr den Heiligen Geist ausgegossen hast und uns den Weg in das Reich der Himmel geöffnet hast. Du bist der, der in uns als Leben wohnt und auf uns kommt als Kraft, damit Dein Zeugnis sich ausbreitet und Deine Gemeinde gebaut wird. Vertiefe in uns das Vertrauen, dass Dein Name mächtig ist zu retten, zu trösten und zu erneuern, wann immer wir Dich anrufen. Lehre uns, im Alltag aus Deinem Geist zu leben, Deine Gegenwart zu genießen und in Gemeinschaft mit Deinem Leib zu stehen, auch wenn Umstände dunkel und unübersichtlich sind. Lass in vielen Herzen neu ein einfaches, kindliches „Herr Jesus“ aufsteigen, das die Fülle Deiner Errettung und Deiner Freude freisetzt. Stärke alle, die sich schwach, schuldig oder weit weg fühlen, durch die Gewissheit, dass Du nahe bist jedem, der Deinen Namen anruft. Fülle Deine Gemeinde in unserer Zeit neu mit dem Geist des Glaubens und des Rufens zu Dir, damit Deine Gnade sichtbar wird und Dein Name geehrt wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Acts, Chapter 9

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