Das Gebet des Lebens (4)
Viele Christen kennen einzelne Verse aus Johannes 17, aber nur wenige sehen, wie dieses Gebet die große Linie von Kreuz, Auferstehung, Gemeinde und Herrlichkeit verbindet. Hier öffnet uns der Herr sein Herz: Er bittet den Vater, Ihn zu verherrlichen, damit der Vater in Ihm verherrlicht wird – und schließt uns in diese Verherrlichung mit ein. Wer versteht, wie eng Gottes Herrlichkeit mit der Einheit Seines Volkes verbunden ist, sieht Gemeinde nicht mehr nur als Versammlung, sondern als sichtbare Antwort auf das Gebet des Sohnes.
Verherrlichung durch Kreuz, Auferstehung und Gemeinde
Wenn Jesus betet: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche“ (Johannes 17:1), öffnet sich ein Blick in das Herz der Heilsgeschichte. Die „Stunde“ ist nicht ein zufälliger Moment, sondern der von Ewigkeit her bestimmte Punkt, an dem sich Kreuz und Auferstehung schneiden. Am Kreuz wird der Sohn erniedrigt, verworfen, scheinbar entehrt – und doch ist gerade dort der verborgene Glanz der göttlichen Liebe am hellsten. Der alte Mensch wird gerichtet, die Gottferne des Menschen wird getragen, die Finsternis der Welt wird ans Licht gebracht. In der Auferstehung antwortet der Vater auf diese Hingabe, indem Er den Sohn als den gerechtfertigten, verherrlichten Menschensohn offenbart. Die Herrlichkeit, von der Jesus spricht, ist nicht nur ein fernes Licht am Ende der Zeiten, sondern die jetzt offenbar gewordene Wirklichkeit, dass der Sohn als der Gekreuzigte und Auferstandene der Ort der Gegenwart des Vaters ist.
496 Mich, denn Du hast Mich geliebt vor Grundlegung der Welt.“ Der Herr war in der göttlichen Herrlichkeit und betete, dass alle, die der Vater Ihm gegeben hatte, auch mit Ihm in der Herrlichkeit seien. Wir müssen den Zeitformen einiger Verben in diesem Vers große Aufmerksamkeit schenken. Hier heißt es nicht, dass sie „bei Mir sein werden“ oder dass „sie Meine Herrlichkeit schauen werden“. Nach dem natürlichen, religiösen Verständnis liegt die Herrlichkeit in der Zukunft, im „süßen Irgendwann“. Nach diesem Verständnis wird in diesem „süßen Irgendwann“ die Herrlichkeit leuchten, und wir alle werden in dieses Leuchten hineinkommen und in der Herrlichkeit sein. (Witness Lee, Life-Study of John, Botschaft einundvierzig, S. 496)
Doch das Gebet Jesu richtet sich nicht nur auf Ihn selbst, sondern auf eine Geschichte, die weitergeht. Die Verherrlichung des Sohnes bleibt nicht bei Golgatha und dem leeren Grab stehen, sondern setzt sich im Leib Christi fort. Menschen aus allen Völkern werden in Christus wiedergeboren, werden mit Ihm gekreuzigt und mit Ihm auferweckt. In ihnen lebt der verherrlichte Sohn, und wo dieses neue Leben Gestalt gewinnt, wird der Sohn sichtbar. Es genügt nicht, dass über Ihn richtig gesprochen wird; die Verherrlichung besteht darin, dass Er selbst durch Sein Leben, Seine Sanftmut, Seine Wahrheit, Seine Liebe aus einer Gemeinde hervorleuchtet, die mit Ihm eins ist. Wenn Jesus betet „damit sie alle eins seien; so wie Du, Vater, in Mir bist und Ich in Dir, damit auch sie in Uns seien; damit die Welt glaube, dass Du Mich gesandt hast“ (Joh. 17:21), dann verbindet Er die Verherrlichung mit einem alltäglichen, gelebten Glauben, in dem der Vater im Sohn und der Sohn in den Seinen Ausdruck findet.
So wird die Erhörung von Johannes 17 sehr konkret: Sie geschieht dort, wo Christen im verborgenen Alltag aus der Kraft der Auferstehung leben, wo alte Reaktionsmuster sterben und ein neuer Umgang miteinander entsteht, der nicht aus Selbstbehauptung, sondern aus der Gegenwart Christi kommt. In einer solchen Gemeinde herrscht keine glatte Perfektion, aber ein spürbarer Duft des Gekreuzigten und Auferstandenen: Vergebung, wo Verletzung war; Treue, wo Flucht naheläge; Hoffnung, wo menschlich alles verloren scheint. Hier wird der Sohn verherrlicht – und darin der Vater. Es ist tröstlich und zugleich herausfordernd, dass dieses Gebet nicht über uns hinweg in eine ferne Zukunft gesprochen ist, sondern mitten in unsere unvollkommenen Gemeinschaften hinein. Die Herrlichkeit Gottes sucht sich heute, in schwachen Gefäßen, Raum. Wer sich daran erinnert, darf trotz Bruchstellen seiner eigenen Biografie mutig glauben: Gottes Ziel ist nicht, uns glänzend zu präsentieren, sondern Seinen Sohn im Ton unseres Lebens durchscheinen zu lassen – und gerade darin liegt eine Herrlichkeit, die bleibt.
damit sie alle eins seien; so wie Du, Vater, in Mir bist und Ich in Dir, damit auch sie in Uns seien; damit die Welt glaube, dass Du Mich gesandt hast. (Joh. 17:21)
Verherrlichung wird so zu einem stillen, aber tiefen Kennzeichen des Christenlebens: Nicht spektakuläre Leistungen stehen im Mittelpunkt, sondern die wachsende Wirklichkeit, dass der Gekreuzigte und Auferstandene unser Denken, Fühlen und Handeln durchdringt. Wer das erkennt, beginnt seinen Alltag als Ort zu sehen, an dem das Gebet Jesu in Johannes 17 weiterklingt und Gestalt gewinnt: im Gespräch, im Ausharren, in der unscheinbaren Treue. Das schenkt Gelassenheit gegenüber dem eigenen Scheitern und zugleich einen neuen Ernst für die Nähe des Herrn, der sich in den Seinen verherrlichen will.
Oneness: Einheit in Leben, Wort und Herrlichkeit
Johannes 17 entfaltet die Einheit der Jünger nicht als abstrakte Idee, sondern als einen Weg, den Jesus selbst mit ihnen geht. Am Anfang steht die Einheit im göttlichen Leben. Der Herr betet: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind“ (Johannes 17:11). Der Name des Vaters ist kein bloßer Laut, sondern die Offenbarung dessen, wer Er ist: der lebendige, treue, heilige Vater, der Leben schenkt. Bewahrtwerden in diesem Namen bedeutet, im Raum dieses göttlichen Lebens zu bleiben. Wer an den Sohn glaubt, empfängt dieses Leben und wird Kind des Vaters. In dieser neuen Herkunft, in dieser gemeinsamen Sohnschaft beginnt die Einheit: nicht im Einverständnis über alle Fragen, sondern in der Tatsache, dass alle denselben Vater haben, von demselben Leben durchströmt werden, von derselben Liebe gehalten sind.
494 EINHEIT IM GÖTTLICHEN LEBEN Wie wir gesehen haben, entfaltet das Gebet des Herrn in Johannes 17 drei Stufen der Einheit. In dieser Botschaft wollen wir den Versen in Johannes 17, die sich mit der Einheit befassen, besondere Aufmerksamkeit schenken. Vers 11 sagt: „Heiliger Vater, bewahre sie in Deinem Namen, den Du Mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie Wir eins sind.“ Wir sehen hier, dass Einheit eine Sache des Bewahrtwerdens im Namen des Vaters ist. (Witness Lee, Life-Study of John, Botschaft einundvierzig, S. 494)
Doch Jesus bleibt nicht bei dieser fundamentalen Einheit stehen. Er weiß um die Macht der Welt, um die Anziehung von Gedanken, Gewohnheiten und Maßstäben, die uns wieder aus dem Raum des Vaters herausziehen. Deshalb bittet Er: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit“ (Johannes 17:17). Heiligung ist hier nicht moralische Selbstoptimierung, sondern die fortwährende Rückholung in den Bereich Gottes. Das Wort Gottes wirkt wie ein Licht, das verborgene Bindungen und falsche Sicherheiten aufdeckt, und zugleich wie eine Hand, die uns vom Strudeln der Welt loslöst. Dort, wo Menschen sich dem Wort öffnen, wächst eine tiefere Einheit: nicht nur Einheit im Leben, sondern Einheit im Licht, im Hören, im Gehorsam. Menschen, die sich gemeinsam vom Wort korrigieren und trösten lassen, werden einander nahe, auch wenn sie charakterlich verschieden bleiben.
Schließlich spricht Jesus von der höchsten Stufe der Einheit: „Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind“ (Johannes 17:22). Herrlichkeit meint hier die Offenbarkeit der Sohnschaft, die Teilnahme an der göttlichen Natur, soweit sie einem Geschöpf geschenkt werden kann. Der Sohn teilt diese Herrlichkeit bereits jetzt mit den Seinen, indem Er sie in Seinen Gehorsam, Seine Freiheit, Seine Liebe hineinzieht. Wo Christen nicht nur vom Wort erleuchtet, sondern von dieser Herrlichkeit geprägt werden, entsteht eine Einheit, die über alle menschliche Verständigung hinausgeht: eine stille Übereinstimmung im Blick auf den Vater, eine Gemeinsamkeit im Verlangen, dass Er groß werde. Diese Einheit trägt etwas von der innergöttlichen Gemeinschaft in sich, von jenem Ineinander von Vater und Sohn, das in Johannes 17 so behutsam angedeutet wird.
So wird deutlich: Einheit lässt sich nicht durch kluge Organisation oder harmonisierende Kompromisse herstellen. Sie wächst dort, wo das Leben des Vaters empfangen, die Stimme des Wortes gehört und die Herrlichkeit des Sohnes geschmeckt wird. Das macht demütig und hoffnungsvoll zugleich. Demütig, weil jede Spaltung zunächst ein Hinweis auf unser mangelndes Bleiben im Namen, im Wort und in der Herrlichkeit Gottes ist. Hoffnungsvoll, weil die Einheit letztlich Gabe ist, nicht Produkt unserer Anstrengung. Wer sich von diesen drei Stufen der Einheit berühren lässt, beginnt die Gemeinde nicht zuerst nach ihrer äußeren Form zu beurteilen, sondern danach, wie viel von diesem Leben, diesem Licht und dieser Herrlichkeit in ihr spürbar ist. Und selbst in zerbrochenen Gemeinschaften kann so die leise Gewissheit wachsen, dass der Herr sein Gebet nicht zurücknimmt: Er führt die Seinen tiefer in die Einheit, die aus Ihm selbst kommt und in Ihm ihr Ziel hat.
Und die Herrlichkeit, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie Wir eins sind. (Joh. 17:22)
In dieser Sichtweise wird Einheit zu einem Weg, auf dem der Dreieine Gott uns Schritt für Schritt mit sich verbindet: zuerst, indem Er uns neues Leben schenkt, dann, indem Er uns durch Sein Wort klärt und ordnet, und schließlich, indem Er uns an Seiner Herrlichkeit teilhaben lässt. Wer das wahrnimmt, kann Spannungen und Unterschiede unter Christen nüchterner sehen: nicht als endgültige Bruchlinien, sondern als Felder, in denen der Herr Sein Gebet weiterwirken lässt. Das bewahrt vor Resignation und lädt ein, inmitten aller Unvollkommenheit auf das leise, aber kraftvolle Wirken Gottes in Seiner Gemeinde zu vertrauen.
Oneness ist Bau: Vom Bretterhaufen zur Wohnung Gottes
Die Bibel beschreibt die Einheit des Volkes Gottes selten in abstrakten Begriffen, sondern in Bau-Bildern. In der Stiftshütte wird dieses Geheimnis anschaulich: Viele einzelne Bretter – nach 2. Mose in ihrer Zahl und Form genau bestimmt – sollen eine Wohnstätte für Gott bilden. „Die Bretter aber sollst du mit Gold überziehen. Und ihre Ringe, die Ösen für die Riegel, sollst du aus Gold machen, auch die Riegel überziehe mit Gold!“ (2.Mose 26:29). Holz steht für die Menschheit, für das Gewachsene, Begrenzte, Vergängliche. Doch es ist nicht die rohe Natur des Holzes, die den Bau trägt, sondern das Gold, das diese Bretter umkleidet und sie miteinander verbindet. So wird sichtbar: Gott baut sein Haus nicht aus der unveränderten Natürlichkeit des Menschen, sondern aus einer Menschlichkeit, die Er selbst in die Berührung mit Seiner göttlichen Natur gebracht hat.
499 Die Zahl acht bedeutet einen neuen Anfang in der Auferstehung, und die Zahl achtundvierzig bedeutet die Menschheit in der Auferstehung. Dies ist nicht die natürliche Menschheit, sondern die auferstandene Menschheit. In der Gemeinde besteht die Notwendigkeit der Menschheit, aber es sollte die auferstandene Menschheit sein, nicht die natürliche Menschheit. (Witness Lee, Life-Study of John, Botschaft einundvierzig, S. 499)
Die Zahl der Bretter weist in dieselbe Richtung. Acht steht in der Schrift häufig für einen neuen Anfang in der Auferstehung – man denke an den achten Tag der Beschneidung (3.Mose 12:3) oder den ersten Tag der neuen Schöpfung, an dem Christus auferstand (Johannes 20:1). Achtundvierzig, die Anzahl der Bretter, lässt sich als Menschheit in der Auferstehung lesen: nicht mehr die alte, natürliche, sondern eine Menschlichkeit, die durch Tod und Auferstehung hindurchgegangen ist. In der Gemeinde ist Menschlichkeit notwendig – ohne charakterliche, kulturelle und persönliche Prägung gäbe es keine lebendige Vielfalt –, aber sie muss zur auferstandenen Menschheit werden, in der der alte Eigenwille, Stolz und Konkurrenzgeist ihr Todesurteil empfangen haben. Erst wenn das Holz mit Gold überzogen ist und die goldenen Stangen hindurchgehen, entsteht aus vielen Einzelnen ein Haus. Dann ist Einheit nicht nur räumliche Nähe oder organisatorische Zusammengehörigkeit, sondern ein gemeinsames Durchdrungensein von demselben göttlichen Leben.
Dieses Bild führt weiter zum letzten Buch der Bibel. Dort sieht Johannes das vollendete Haus Gottes: „Und er trug mich im Geist weg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt, Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabkam, sie hatte die Herrlichkeit Gottes. Ihr Licht war wie ein überaus kostbarer Stein, wie ein Jaspisstein, so klar wie Kristall“ (Offb. 21:10–11). Und weiter: „Und das Baumaterial ihrer Mauer war Jaspis; und die Stadt war reines Gold, wie klares Glas“ (Offb. 21:18). Was im Schatten der Stiftshütte angedeutet wurde, erscheint hier voll entfaltet: Die Gemeinde als Stadt Gottes, als gebauter Ausdruck Seiner Herrlichkeit. Die Lebendigkeit der einzelnen Steine geht nicht verloren, und doch haben alle denselben Glanz, dieselbe Transparenz, dieselbe Ausrichtung auf Gott. Es gibt kein bewusst gepflegtes Nebeneinander unterschiedlicher „Stile“, in denen jede Gruppe ihr eigenes Gesicht bewahrt, sondern ein gemeinsamer Ausdruck der einen Person Christi.
Damit gewinnt die Frage nach Einheit unter Christen eine andere Schwere. Biblische Einheit ist immer Bau: ein Zusammengefügtwerden, bei dem etwas von mir verschwindet und etwas von Christus in den Vordergrund tritt. Wo Gemeinden sich primär über eigene Besonderheiten, Traditionen oder Profile definieren, wird die Bau-Linie unterbrochen; die Bretter stehen zwar noch nebeneinander, aber die goldenen Riegel fehlen. Wo hingegen der Dreieine Gott uns in Sein Leben, Sein Wort und Seine Herrlichkeit hineinbaut, verlieren wir etwas von unserer Unabhängigkeit, gewinnen aber an Tiefe der Gemeinschaft. Das kann schmerzhaft sein, weil es unsere natürlichen Sicherheiten antastet, doch gerade darin liegt eine große Freiheit: Einheit muss dann nicht mehr mühsam hergestellt oder verteidigt werden, sondern ist Frucht des göttlichen Bauens. In dieser Perspektive darf selbst das Erleben von Spannung und Reibung in der Gemeinde neu gesehen werden – nicht als Zeichen des Scheiterns, sondern als Hinweis darauf, dass Gott aus einem bloßen Bretterhaufen ein Haus formt, in dem Seine Herrlichkeit sichtbar wird.
Die Bretter aber sollst du mit Gold überziehen. Und ihre Ringe, die Ösen für die Riegel, sollst du aus Gold machen, auch die Riegel überziehe mit Gold! (2.Mose 26:29)
Und er trug mich im Geist weg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt, Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabkam, (Offb. 21:10)
Wo Einheit als Bau verstanden wird, tritt das Streben nach einem makellosen äußeren Bild zurück und macht Platz für die stille, beharrliche Arbeit des Herrn an unseren Herzen. Die Gemeinde wird dann weniger als Bühne für eigene Vorstellungen erlebt und mehr als Baustelle Gottes, auf der Er unsere natürliche Menschlichkeit in die Auferstehungswirklichkeit Christi hineinzieht. Dieser Blick nimmt die Angst vor Veränderungen und vor dem Verlust liebgewonnener Eigenheiten: Was aus unserer Hand gleitet, bekommt wir vielfach zurück – verwandelt, geklärt, durchdrungen von Gold. So wächst im gemeinsamen Leben der Glaubenden eine Zuversicht, dass Gott selbst der Baumeister ist, der aus vielen unvollkommenen Brettern eine Wohnung formt, in der Seine Gegenwart spürbar und Seine Herrlichkeit erkennbar wird.
Vater, wir danken dir, dass du durch das Gebet deines Sohnes in Johannes 17 dein Herz für Einheit, Herrlichkeit und Bau offenbart hast. Du siehst unsere Zerrissenheit, unsere menschlichen Unterschiede und Schwachheiten, und dennoch hast du uns in Christus in dein eigenes Leben hineingenommen. Lass uns tiefer erkennen, dass unsere wahre Einheit nicht in uns selbst liegt, sondern in dir, im Leben, in der Heiligung durch dein Wort und in der Herrlichkeit, die du uns in deinem Sohn geschenkt hast. Wo wir uns selbst und unsere alten Vorstellungen festhalten, berühre du unser Herz, damit wir uns von deinem Geist in den Bau hineinfügen lassen, den du dir wünschst. Stärke in uns die Gewissheit, dass dein Gebet nicht ins Leere gesprochen ist, sondern dass du es schon begonnen hast zu erfüllen und es vollenden wirst. Und wenn wir uns schwach fühlen, erinnere uns daran, dass die Herrlichkeit deines Sohnes unsere Hoffnung ist und dass du uns dorthin führst, wo du selbst bist. So bewahre uns in deinem Namen, heilige uns in deiner Wahrheit und halte uns in der Gemeinschaft deiner Herrlichkeit, bis deine Gemeinde dich als ein Leib klar widerspiegelt. In Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of John, Chapter 41