Das Wort des Lebens
lebensstudium

Der höchste Maßstab der Moral des Menschen-Erretters, der Seine Qualifikation und den grundlegenden Faktor für Seine dynamische Errettung ausmacht (1)

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Viele Menschen empfinden Moral als eine Frage von Regeln, Charakterstärke oder Kultur – und doch erleben wir immer wieder, wie brüchig reine Menschlichkeit bleibt, wenn sie unter Druck gerät. Das Neue Testament zeichnet von Jesus ein anderes Bild: Er ist wahrer Mensch, aber Seine Menschlichkeit ist von Gott selbst durchdrungen. Gerade diese geheimnisvolle Verbindung von göttlicher Wirklichkeit und menschlichen Tugenden macht deutlich, warum seine Liebe nicht zerbricht, seine Reinheit nicht nachgibt und seine Gerechtigkeit nicht hart wird, sondern rettend.

Göttliche Eigenschaften als Inhalt menschlicher Tugenden

Wenn die Schrift sagt: „Gott ist Liebe“ und „Gott ist Licht“ (1. Johannes 4:8; 1. Johannes 1:5), dann beschreibt sie nicht zuerst etwas, das Gott tut, sondern etwas, das Er ist. Liebe ist Sein innerstes Wesen, Licht ist Sein Leuchten, Sein Ausdruck. Heiligkeit und Gerechtigkeit gehören ebenso zu diesem inneren Reichtum Gottes: Heiligkeit meint die unantastbare Eigenart Seines Wesens, Gerechtigkeit Seine durch und durch rechte Weise zu handeln. Diese vier zusammen bilden den inneren „Stoff“ der göttlichen Moral. Wenn nun der Sohn Gottes Mensch wird, kommt Er nicht als moralischer Held, der sich mit göttlicher Hilfe müht, sondern als der, in dem eben diese göttlichen Eigenschaften das eigentliche Innere Seiner Menschlichkeit ausmachen. In der Fleischwerdung, so heißt es, „wird das Heilige, das geboren wird, der Sohn Gottes genannt werden“ (Lukas 1:35); Matthäus bezeugt, dass das in Maria Gezeugte „vom Heiligen Geist“ ist (Matthäus 1:18.20). Die Menschlichkeit Jesu ist von Anfang an von Gott selbst durchdrungen.

Nach der Bibel wird offenbart, was Gott ist, vor allem in vier Aspekten: Liebe, Licht, Gerechtigkeit und Heiligkeit. Gott ist Liebe (1.Johannes 4:8). Liebe ist Gottes innerstes Wesen. Gott ist auch Licht (1.Johannes 1:5). Licht ist Gottes Leuchten, sein Ausdruck. Liebe bezieht sich darauf, was Gott seinem inneren Wesen nach in Sich selbst ist, und Licht bezieht sich auf Gottes Ausdruck. Heiligkeit bezieht sich auf Gottes Wesen, Gerechtigkeit auf seine Art zu handeln. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft achtundfünfzig, S. 497)

Ein Bild kann helfen: Ein Handschuh ist geformt, aber an sich leer. Erst die Hand gibt ihm Inhalt, Formkraft und Bewegung. So verhält es sich mit menschlichen Tugenden: Liebe, Treue, Sanftmut, Wahrhaftigkeit sind wie kostbare Formen – aber ohne Inhalt, wenn sie nicht von Gottes Liebe, Licht, Heiligkeit und Gerechtigkeit erfüllt werden. Beim Mensch-Erretter ist diese Leere nicht vorhanden. Seine menschliche Liebe ist nicht nur warm, sondern von der göttlichen Liebe getragen; darum brennt sie nicht aus, kippt nicht in Bitterkeit und lässt sich nicht von Undank zerstören. Seine Barmherzigkeit trägt das Licht Gottes in sich, weshalb sie das Böse nicht verharmlost und doch den Sünder nicht zerbricht. Seine Gerechtigkeit ist von Liebe gefüllt, deshalb ist sie weder kalt noch vernichtend. In Ihm gibt es keine Kluft zwischen innerem Wesen und äußerem Handeln: Was Er tut, entspringt einem Herzen, das ganz von Gott erfüllt ist. Gerade diese innere Durchdringung macht Seine Moral unerschütterlich und erklärt, warum Er wirklich erretten kann: Er handelt als wahrer Mensch, aber mit einem durchgehend göttlichen Inhalt. Wer Ihm begegnet, begegnet nicht einer gehobenen Ethik, sondern dem lebendigen Gott in menschlicher Gestalt. Das tröstet und ermutigt: Unsere Rettung ruht nicht auf der Zartheit unserer Tugenden, sondern auf der Stärke Seines inneren Wesens, das Liebe und Licht zugleich ist.

Die Evangelien lassen uns etwas von dieser verborgenen Fülle sehen. Wenn Jesus die Sünder annimmt, zeigt sich menschliche Zuwendung, aber dahinter leuchtet Gottes Licht, das das Herz aufdeckt, und Gottes Heiligkeit, die zur Umkehr ruft. Wenn Er die Händler aus dem Tempel treibt, hören wir nicht rauen Zorn eines verletzten Menschen, sondern die Gerechtigkeit Gottes, getragen von der Liebe zu Seinem Haus und zu denen, die dort Gott begegnen sollen. Nichts in Seinem Verhalten ist nur das Produkt einer feinen, aber begrenzten Persönlichkeit; alles ist Ausdruck dessen, was Gott in Ihm ist. Die Moral des Mensch-Erretters ist darum mehr als ein Maßstab, an dem wir scheitern. Sie ist die Offenbarung eines Lebens, das sich uns schenken will. Wer auf Ihn schaut, sieht nicht nur, wie hoch der Maßstab liegt, sondern auch, wie reich die Quelle ist, aus der Er lebt. In dieser Spannung – zwischen der klaren Erhabenheit Seines Weges und der Zuwendung Seiner Person – beginnt echte Hoffnung: derselbe, der den Maßstab verkörpert, ist auch der, der uns rettet und verwandelt.

Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, weil Gott Liebe ist. (1.Joh. 4:8)

Und dies ist die Botschaft, die wir von Ihm gehört haben und euch verkünden: dass Gott Licht ist und dass überhaupt keine Finsternis in Ihm ist. (1.Joh. 1:5)

Die Erkenntnis, dass in Jesus die göttlichen Eigenschaften der Inhalt Seiner menschlichen Tugenden sind, löst den Druck, Ihn lediglich nachzuahmen. Sie öffnet einen Raum des Vertrauens: Der höchste Maßstab der Moral ist zugleich derjenige, der in unsere Leere hineinkommt, um sie zu füllen. So wird Er nicht zum unerreichbaren Ideal, sondern zum lebendigen Ursprung einer neuen Lebensweise, in der menschliche Tugenden nicht mehr aus eigener Kraft bestehen müssen, sondern vom Reichtum Gottes getragen werden.

Göttliche Eigenschaften füllen, stärken und heiligen menschliche Tugenden

Schon im Garten Eden begegnen wir einem Menschen, dessen Tugenden von Gott selbst gegeben sind. Adam ist unschuldig, aber seine Tugenden sind unbewährt, zart wie ein ungestürmter Frühling. Im zweiten Menschen, Jesus Christus, sehen wir etwas anderes: menschliche Tugenden, die durch Leiden, Anfeindung und Versuchung hindurch stark, reich und tragfähig geworden sind – und dies, weil sie von göttlichen Eigenschaften durchdrungen sind. Seine Liebe ist nicht nur zart, sondern unüberwindbar; sie trägt durch Verrat, Einsamkeit und Kreuz hindurch, ohne zu zerbrechen. Seine Sanftmut ist keine Schwäche, sondern Ausdruck göttlicher Heiligkeit mitten im Sturm. Als Er vor dem Hohen Rat schweigt, ist das nicht passives Erdulden, sondern die Ruhe eines Herzens, das im Licht Gottes steht und nichts zu verteidigen hat. In solchen Szenen leuchtet auf, wie göttliche Liebe, Heiligkeit und Gerechtigkeit die menschlichen Tugenden Jesu füllen, festigen und heiligen.

Im Zeitalter der Unschuld, bevor die Sünde hineingekommen war, war Adam rein und unschuldig. Seine Tugenden waren jedoch vielleicht nicht stark und reich. Aber im Herrn Jesus, dem zweiten Menschen, sind die menschlichen Tugenden stark und reich. In der menschlichen Liebe Christi zum Beispiel ist Kraft. Weil Seine menschliche Liebe eine gestärkte, bereicherte Liebe ist, kann sie nicht gebrochen oder besiegt werden. Die Liebe des Herrn ist reich, weil sie mit dem göttlichen Attribut der Liebe erfüllt worden ist. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft achtundfünfzig, S. 499)

Wie tief dieses Geheimnis reicht, zeigt das Wort: „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch schwach war, das tat Gott: Er verdammte die Sünde im Fleisch, indem Er Seinen eigenen Sohn in der Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und der Sünde wegen sandte“ (Römer 8:3). Christus nimmt unsere Gestalt an, die Gestalt des Fleisches der Sünde, ohne Anteil an ihrem Gift zu haben. Er ist uns wirklich gleich geworden, doch im Innersten bleibt Er das „heilige“ Leben, das Lukas 1.bezeugt. Wie in der ehernen Schlange in 4. Mose 21 die Gestalt der Schlange ohne ihr Gift sichtbar wird, so trägt Christus unsere Menschlichkeit, ohne in unsere Verstrickung hineinzufallen. Dadurch werden Seine Tugenden zu einem heiligenden Strom: Sie sind menschlich erfahrbar und zugleich göttlich rein. Seine Geduld mit den Jüngern ist nicht bloß Nachsicht, sondern die Kraft Gottes, die Menschen formt, statt sie aufzugeben. Seine Barmherzigkeit gegenüber den Kranken und Ausgegrenzten ist keine bloße Rührung, sondern der Arm des Heiligen, der den Menschen aus der Finsternis herauszieht.

Gerade diese Verbindung von wahrer Menschlichkeit und göttlicher Heiligkeit macht Seine Errettung dynamisch. Er rettet nicht nur von außen, indem Er Schuld tilgt und Vergebung zuspricht. Er rettet von innen, indem Er als der Auferstandene in den Glaubenden Wohnung nimmt und sein menschliches Sein erneuert. Wenn Sein Geist in einem Menschen wirksam wird, beginnt eine stille Verwandlung der Tugenden: Liebe, die von Natur aus begrenzt ist, wird von Seiner Liebe getragen; Gewissenhaftigkeit, die leicht hart wird, wird von Seiner Gerechtigkeit durchwärmt; Sanftmut, die zur Nachgiebigkeit neigt, wird von Seiner Heiligkeit geklärt. In dieser Bewegung zeigt sich, dass der Mensch-Erretter nicht nur ein ferner Maßstab, sondern eine gegenwärtige Kraft ist. Seine moralische Größe bleibt nicht Bewunderungsobjekt, sondern wird zur lebendigen Quelle eines neuen Lebens, das inmitten der Schwachheit wächst. Daraus erwächst stille Zuversicht: Der, dessen Tugenden durch die göttlichen Eigenschaften gestärkt und geheiligt sind, ist derselbe, der in unserer Schwachheit wohnt und sie nicht verachtet, sondern in etwas Tragfähiges verwandelt.

Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch schwach war, das tat Gott: Er verdammte die Sünde im Fleisch, indem Er Seinen eigenen Sohn in der Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und der Sünde wegen sandte, (Röm. 8:3)

Und siehe, du wirst in deinem Mutterleib empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst Ihm den Namen Jesus geben. (Lk. 1:31)

Zu sehen, wie die göttlichen Eigenschaften die menschlichen Tugenden Christi füllen und stärken, verschiebt den Blick von der eigenen Fragilität auf Seine Beständigkeit. Er begegnet unserem schwachen menschlichen Leben nicht mit Distanz, sondern bringt die Kraft Seiner geheiligten Menschlichkeit gerade dorthin, wo unsere Tugenden brechen. So wird Er zum inneren Träger dessen, was wir vor Gott sein dürfen: nicht fehlerlos aus uns selbst, sondern in einem wachsenden Leben, das von Seiner starken, heiligen Liebe gehalten wird.

Der Mensch-Erretter als Gott-Mensch und Maßstab unserer Errettung

Ganz am Anfang der Schrift steht eine leise, aber weitreichende Aussage über den Menschen: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, uns ähnlich … Und Gott schuf den Menschen in Seinem Bild, im Bild Gottes schuf Er ihn“ (1. Mose 1:26–27). Das „Bild Gottes“ meint nicht äußere Gestalt, sondern innere Entsprechung. Die von Gott in den Menschen gelegten Tugenden – Liebe, Wahrhaftigkeit, Verantwortlichkeit, Treue – sind dafür gedacht, etwas von Gott sichtbar zu machen. Der Mensch sollte nicht Gott sein, aber er sollte Ihn widerspiegeln. Durch den Sündenfall ist dieses Bild nicht ausgelöscht, aber verdunkelt, verzerrt, zerrissen. In diese beschädigte Menschlichkeit hinein tritt der Sohn Gottes. In der Inkarnation nimmt Er die von Gott ursprünglich gedachte Menschlichkeit voll an und bringt zugleich die Fülle der göttlichen Eigenschaften mit. In Ihm werden göttliche Eigenschaften und menschliche Tugenden unauflöslich eins: Seine göttliche Liebe drückt sich in menschlicher Zuwendung aus, Seine Heiligkeit in einem Alltag, der durch und durch Gott gehört, Seine Gerechtigkeit in Entscheidungen, die den Menschen nicht vernichten, sondern zum Leben führen.

Nach 1. Mose 1 schuf Gott den Menschen in Seinem Bild. Der Ausdruck „in Seinem Bild“ impliziert die menschlichen Tugenden. Das bedeutet, dass die menschlichen Tugenden tatsächlich das Bild Gottes für den Ausdruck Gottes sind. Daher wurden die menschlichen Tugenden von Gott für den Menschen geschaffen, damit der Mensch Ihn ausdrücken kann. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft achtundfünfzig, S. 501)

Wenn Jesus vom „höheren Maßstab“ der Gerechtigkeit spricht – „Wenn nicht eure Gerechtigkeit vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen“ (Matthäus 5:20) –, legt Er nicht eine schwerere Last auf die Schultern des Menschen, sondern öffnet den Blick für eine Gerechtigkeit, die aus einer anderen Quelle kommt. Paulus nennt sie „die Gerechtigkeit, die aus Gott und aufgrund des Glaubens ist“ (Philipper 3:9). Diese Gerechtigkeit ist kein abstraktes Recht, sondern eine Person: der Gott-Mensch Christus, in dem göttliche Eigenschaften und menschliche Tugenden sich völlig durchdringen. Der Dreieine Gott hat sich in Ihm durch Fleischwerdung, menschliches Leben, Kreuz und Auferstehung hindurchbewegt, um dann als „Gesetz des Geistes des Lebens“ im Geist der Glaubenden wirksam zu werden (vgl. Römer 8). Der höchste Maßstab der Moral bleibt daher nicht draußen vor der Tür unseres Lebens, sondern zieht in dessen Inneres ein. Christus lebt in den Seinen, und in diesem Leben beginnt Er, ihre menschlichen Tugenden neu zu formen: Liebe wird von Seiner Liebe genährt, Gerechtigkeit von Seinem Licht durchleuchtet, Heiligkeit von Seiner Gegenwart erfüllt. So wird der Maßstab zugleich zur Kraft, und das Ziel zur begleitenden Gegenwart. Daraus entsteht eine stille, tiefe Ermutigung: Der Gott-Mensch, der unsere Errettung begründet, ist derselbe, der unser heutiges Leben trägt und es Schritt für Schritt in eine Ausdrucksform verwandelt, in der Gott erneut in menschlichen Tugenden sichtbar werden kann.

In dieser Sicht wird die Nachfolge Jesu nicht primär zu einem moralischen Programm, sondern zu einem Leben in Beziehung. Wer an Ihn glaubt, empfängt nicht nur Vergebung, sondern den Erretter selbst, dessen göttlich-menschliche Moral zum inneren Gesetz des Geistes wird. Das bedeutet keine plötzliche Perfektion, sondern ein Wachstum im Leben bis zur Reife, in dem unser Alltag der Ort wird, an dem sich die Einheit von göttlichen Eigenschaften und menschlichen Tugenden konkretisiert. Kleine Akte der Treue, der Barmherzigkeit, der Wahrhaftigkeit werden zu Schauplätzen, an denen der Gott-Mensch Christus sich durch unser Menschsein ausdrückt. So wird Seine höchste Moral nicht zum ständigen Vorwurf, sondern zur leisen, tragenden Hoffnung: Der, der uns das Ziel vor Augen stellt, wohnt in uns als der, der es in uns vollbringen kann.

Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, uns ähnlich; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht. Und Gott schuf den Menschen in Seinem Bild, im Bild Gottes schuf Er ihn; als Mann und Frau schuf Er sie. (1.Mose 1:26-27)

Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen. (Matt. 5:20)

Die Einsicht, dass der Mensch-Erretter als Gott-Mensch selbst der Maßstab und zugleich die Kraft unserer Errettung ist, löst die Spannung zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht durch Absenkung des Maßstabes, sondern durch Vertiefung der Gemeinschaft mit Ihm. Sie lädt ein, unser Menschsein nicht länger nur als Problemzone zu sehen, sondern als Raum, in dem Christus Seine eigene göttlich-menschliche Schönheit ausdrücken möchte. So wächst leise die Zuversicht, dass unser Weg mit Ihm nicht in der Erfahrung des Versagens endet, sondern in einer immer klareren Widerspiegelung dessen, was Er ist – Liebe, Licht, Heiligkeit und Gerechtigkeit in menschlicher Gestalt.


Herr Jesus Christus, Mensch-Erretter und Gott-Mensch, danke, dass Deine Liebe, Deine Heiligkeit und Deine Gerechtigkeit als göttliche Wirklichkeit in Deinen menschlichen Tugenden sichtbar geworden sind. Du siehst, wie begrenzt, brüchig und leer unsere eigene Moral oft ist, und wie schnell gute Vorsätze unter Last zusammenbrechen. Fülle unsere menschlichen Tugenden mit Deiner göttlichen Liebe, durchstrahle unsere Entscheidungen mit Deinem Licht und heilige unser alltägliches Leben durch Deine Gegenwart. Lass Deine unerschütterliche Treue dort Gestalt annehmen, wo wir schwach sind, und Deine barmherzige Gerechtigkeit dort, wo wir uns verstricken. Stärke den Glauben, dass Du als der in uns lebende Christus wirklich in unserem Inneren wirkst und uns Schritt für Schritt in Dein Bild verwandelst. In Dir ist keine Verdammnis, sondern eine rettende Kraft, die uns neu ausrichtet, aufrichtet und bewahrt. So sei Du in uns verherrlicht, bis Dein göttliches Leben in unserem Menschsein immer klarer sichtbar wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 58