Das Wort des Lebens
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Der Dienst des Menschen-Erretters in Seinen menschlichen Tugenden mit Seinen göttlichen Eigenschaften von Galiläa nach Jerusalem (14)

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Geld begleitet unseren Alltag wie kaum etwas anderes – es kann Sicherheit versprechen, Sorgen schüren und Beziehungen prägen. Jesus verschweigt dieses sensible Thema nicht, sondern legt es liebevoll bloß und verbindet es mit einer überraschenden Perspektive: Unser Umgang mit Besitz ist Prüfstein unserer Treue, Spiegel unserer Liebe und Vorbereitung auf die kommende Welt. Im Lukasevangelium verknüpft Er die große Freude des göttlichen Heils mit sehr praktischen Fragen: Wie leben wir als Errettete in Gottes Haus, während um uns herum ein satanisches System von Geld und Erfolg dominiert?

Gerettete werden zu Haushaltern im Haus Gottes

Lukas führt uns behutsam von der Welt des verlorenen Sohnes in 1. Mose-Farben – Ferne, Hunger, Schweinestall – in das helle Haus des Vaters. Dort endet die Geschichte nicht mit einem Fest für Heimgekehrte, sondern mit einem neuen Leben im Haus. Genau hier setzt Lukas 16 an. Der Menschen-Erretter zeigt: Wer von der Liebe der Göttlichen Dreieinigkeit gesucht, gefunden und nach Hause getragen wurde, bleibt nicht dauernd Gast, sondern wächst hinein in die Verantwortung eines Haushalters. Er nimmt uns ernst, gerade weil Er uns geliebt hat. Die Gnade, die uns aus der Ferne holt, macht uns nicht passiv, sondern befähigt uns, im Haus des Vaters mitzutragen, was dem Vater wichtig ist. So spannt sich zwischen den Kapiteln eine innere Linie: aus einem verlorenen Sohn wird ein anvertrauter Verwalter.

Im vorangehenden Kapitel sprach der Herr drei Gleichnisse über die Errettung eines Sünders. In diesem Kapitel fügt Er ein weiteres Gleichnis hinzu, das den Dienst des Gläubigen betrifft. Nachdem ein Sünder zum Gläubigen geworden ist, soll er dem Herrn als ein kluger Verwalter dienen. … Das zeigt, dass wir, nachdem wir in das Haus Gottes aufgenommen worden sind, Verwalter werden sollen. Wir waren Sünder, wir sind errettet worden und wir sind Kinder Gottes geworden. Nun sollten wir als Kinder Gottes, als Errettete im Haus Gottes, Verwalter sein, die Gott in Seinem Haus dienen. Das bedeutet, dass wir Gott in der Gemeinde dienen sollten. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft sechsunddreißig, S. 305)

Gottes Haus ist heute nicht ein steinernes Gebäude, sondern die Gemeinde, der lebendige Leib Christi. In ihr verwaltet der Herr seine Besitztümer – Menschen, Zeit, Gaben, auch das Materielle – nicht ohne uns, sondern durch uns. Darum heißt es in Lukas 12:42: „Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, um (ihm) die zugemessene Speise zu geben zur rechten Zeit?“ Und der Apostel Paulus fasst diese Würde so: „Auf diese Weise sollte uns ein Mensch ansehen: Als Diener Christi und Hausverwalter der Geheimnisse Gottes“ (1. Korinther 4:1). Hausverwalter zu sein bedeutet, dass wir in den Augen des Herrn mittendrin stehen im Geschehen seines Hauses: Wir tragen, was Er trägt; wir bewegen, was Ihn bewegt; wir geben weiter, was Er uns anvertraut. Aus der Freude des Jubeljahres – Befreiung aus Schuld, Rückkehr in das göttliche Erbteil – erwächst so ein verantwortetes Leben: Der Gott, der uns nach Hause bringt, ruft uns in die Mitarbeit. Wer dies erkennt, beginnt den Alltag nicht mehr als zufällige Abfolge von Pflichten zu sehen, sondern als Weg durch die Räume des Vaterhauses, auf dem jeder Dienst, jede Gabe, jede Stunde zu einer stillen Antwort auf die Liebe des Menschen-Erretters wird.

Die Schrift verankert diese Sicht tief im Selbstverständnis der Gläubigen. Petrus schreibt: „ein jeder so, wie er eine Gabe empfangen hat, und dient einander damit als gute Hausverwalter der mannigfaltigen Gnade Gottes“ (1. Petrus 4:10). Die Gnade, die uns rettet, bleibt also nicht bei uns stehen; sie will durch uns hindurchfließen. Sie ist mannigfaltig – bunt, vielstimmig, überraschend – und gerade deshalb braucht es viele Haushalter, die jeder auf seine Weise mittragen, was Gott austeilen möchte. In der Gemeinde ist keiner bloß Empfänger, keiner bloß Zuschauer. Die Gaben des anderen sind mir anvertraute Schätze, meine eigene Gabe ist ein Stück Gnade, die nicht mir gehört, sondern durch meine Hände gehen will.

Darum hat die Freude des Jubeljahres einen ernsten, aber schönen Klang: Wer von Gott wieder in sein Erbteil eingesetzt wurde, ist zugleich in einen Dienst gerufen. Nicht als schwere Last, sondern als Weiterführung der Umarmung, mit der der Vater uns aufgenommen hat. Jeder kleine Dienst, jede unscheinbare Treue im Haus Gottes wird so zu einem leisen Echo dieser Umarmung. Wer sich als Haushalter erlebt, entdeckt: Mein Leben ist nicht zufällig, meine Fähigkeiten sind nicht zufällig, sogar meine begrenzten Ressourcen sind nicht zufällig. Alles ist mir anvertraut – von einem guten Herrn, für seine Gemeinde, zum Lob seiner Gnade. Diese Sicht bewahrt vor innerer Müdigkeit und schenkt zugleich eine stille, nachhaltige Motivation: Ich lebe und arbeite im Haus dessen, der mich aus der Ferne heimgeholt hat.

Der Herr aber sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, um (ihm) die zugemessene Speise zu geben zur rechten Zeit? (Lk. 12:42)

Auf diese Weise sollte uns ein Mensch ansehen: Als Diener Christi und Hausverwalter der Geheimnisse Gottes. (1.Kor 4:1)

Wenn das Herz in der Tiefe erfasst, dass es im Haus Gottes wirklich gebraucht und betraut ist, bekommt selbst das vermeintlich Kleine Gewicht und Würde. Haushalterschaft verwandelt das Gefühl, nur „dabei“ zu sein, in die Gewissheit, auf einzigartige Weise teilzuhaben: an der Freude des Vaters, an der Versorgung der Geschwister, an der Austeilung der Gnade. Wer so denkt, vergleicht sich weniger und fragt mehr: Was hat der Herr mir in die Hände gelegt – und wie kann es Ihn im Haus freuen? In dieser Haltung wird das Jubeljahr seiner Gnade zu einer gelebten Wirklichkeit: Die Heimkehr zu Gott und der Dienst in seinem Haus sind nicht zwei getrennte Welten, sondern zwei Seiten eines Lebens, das sich von der Liebe des Menschen-Erretters bestimmen lässt.

Klugheit im Umgang mit dem Mammon der Ungerechtigkeit

Das Gleichnis vom untreuen Verwalter irritiert, weil in der Mitte einer heiligen Erzählung ein fragwürdiger Mensch steht. Ein Verwalter verschwendet fremdes Gut, verliert seine Stellung und versucht in der letzten Stunde, sich durch geschickte Schuldenerlasse für die Zukunft abzusichern. Und doch heißt es: „Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Söhne dieser Welt sind klüger als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht“ (Lukas 16:8). Der Menschen-Erretter lobt nicht die Unredlichkeit, sondern die Weitsicht. Er legt den Finger auf eine schmerzhafte Spannung: Menschen, die nur dieses Zeitalter vor Augen haben, handeln oft entschlossener im Blick auf ihre begrenzte Zukunft als diejenigen, die das kommende Zeitalter kennen, im Blick auf ihre ewige.

In diesen Versen sehen wir, dass der entlassene Verwalter, solange er noch im Haus war, die Gelegenheit nutzte, etwas für andere zu tun, damit diese später etwas für ihn tun würden. Darin bestand die Klugheit des Verwalters. … Hier lehrt der Herr uns gewiss nicht, ungerecht zu sein. Vielmehr lehrt Er uns, klug zu sein, das heißt, die Dinge zur rechten Zeit zu tun und die sich bietende Gelegenheit zu ergreifen. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft sechsunddreißig, S. 307)

So legt der Herr die verborgene Kraft frei, die im Umgang mit Besitz steckt. Geld ist eingebunden in ein satanisches System, in dem Erfolg, Sicherheit und Einfluss zu Götzen werden. Darum nennt Er es „Mammon der Ungerechtigkeit“ und stellt ihm den Dienst an Gott gegenüber: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Lukas 16:13). Zugleich entzieht Er dem Geld den Nimbus des Unantastbaren, indem Er es zur Gelegenheit der Gnade macht: „Und Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des Mammons der Ungerechtigkeit, damit sie euch, wenn er ausgeht, in die ewigen Stiftshütten aufnehmen“ (Lukas 16:9). Das Vergängliche soll zum Träger des Unvergänglichen werden – nicht indem es gehortet, sondern indem es verschenkt und eingesetzt wird.

Was bedeutet es, „Freunde“ zu machen mit dem Mammon? Jesus selbst deutet es durch andere Worte: „Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde, und glückselig wirst du sein, weil sie nichts haben, um dir zu vergelten; denn es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten“ (Lukas 14:13–14). Und anderswo verspricht Er: „Und wenn jemand einem dieser Geringen nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt in eines Jüngers Namen, wahrlich, ich sage euch, er wird seinen Lohn nicht verlieren“ (Matthäus 10:42). Der Mammon wird so zum Mittel, Menschen zu dienen, die Gott am Herzen liegen, und das Evangelium zu tragen, das ins kommende Zeitalter hineinreicht. Was in gastfreundliche Tische, in stille Hilfen, in das Tragen des Dienstes investiert wird, verliert sich nicht, sondern findet sich wieder in der Freude Gottes und in den Leben derer, die seine Gnade erfahren haben.

Darum verbindet der Herr die Frage nach Geld mit der Frage nach innerer Zuverlässigkeit: „Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht“ (Lukas 16:10). Gerade weil Geld das Geringste ist, wird es zur Prüfstation für das Größere. Wer dort lernt, zu geben statt zu klammern, zu dienen statt zu dominieren, dem kann Gott das „Wahrhaftige“ anvertrauen – geistliche Einsicht, Verantwortung im Königreich, Teilnahme an seiner Freude. So klingt es im Bild der Talente: „Gut gemacht, guter und treuer Sklave. Über weniges bist du treu gewesen; über vieles werde ich dich setzen. Geh hinein in die Freude deines Gebieters“ (Matthäus 25:21). Der Umgang mit Besitz wird damit zu einem stillen Spiegel unseres Vertrauens in den kommenden Herrn und unseres Verlangens nach seiner Freude.

Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Söhne dieser Welt sind klüger als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht. (Lk. 16:8)

Und Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des Mammons der Ungerechtigkeit, damit sie euch, wenn er ausgeht, in die ewigen Stiftshütten aufnehmen. (Lk. 16:9)

Geistliche Klugheit im Blick auf Geld und Besitz entsteht, wenn das Herz sich vom kommenden Königreich her ordnen lässt. Wer die Vergänglichkeit des Mammons ernstnimmt und zugleich die Zusagen des Herrn glaubt, wird freier im Geben, gelassener im Verlieren und wacher für Gelegenheiten, mit Materiellem Ewiges zu fördern. So verwandelt sich der oft belastende Bereich der Finanzen in ein Feld der Nachfolge: Jede Ausgabe, jede Unterstützung, jede verborgene Großzügigkeit kann zu einem kleinen Schritt hinein in die Freude dessen werden, der uns ruft, „Freunde“ zu gewinnen, die über den Tod hinaus bleiben.

Zwischen zwei Herren: Mammon oder der Menschen-Erretter

Seit der Synagoge von Nazareth steht über dem Weg Jesu von Galiläa nach Jerusalem ein starkes Wort: das Jubeljahr, das Er aus Jesaja auf sich bezieht. Es geht um Befreiung aus Gefangenschaft, um Heimkehr in das verlorene Erbteil, um den Trost der Zerschlagenen. Doch dieses Jubeljahr ist nicht nur eine schönes Bild für innere Erneuerung; es ist die Ankündigung des Königreichs Gottes, das in Ihm selbst begonnen hat. Der Menschen-Erretter ist gleichsam das lebendige Jubeljahr: Wo Er einzieht, wird Schuld erlassen, wird verlorenes Land wiedergegeben, wird ein neues Verhältnis zu Gott und seiner Schöpfung aufgerichtet.

In Vers 12 fährt der Herr fort: „Und wenn ihr in dem, was einem anderen gehört, nicht treu gewesen seid, wer wird euch das geben, was euer ist?“ Es ist in Seiner neutestamentlichen Ökonomie nicht Gottes Absicht, dass die neutestamentlichen Gläubigen sich um materiellen Besitz kümmern. Obwohl das Materielle in dieser Welt von Gott geschaffen wurde und Ihm gehört, ist es durch den Fall des Menschen verdorben und von Satan, dem Bösen, usurpiert worden. Daher gehört es dem gefallenen Menschen und ist ungerecht. … In diesem Zeitalter sollten sie sich darin üben, in den vorübergehenden materiellen Dingen, die Gott ihnen gegeben hat, treu zu sein, damit sie die Treue in Bezug auf ihren ewigen Besitz im kommenden Zeitalter lernen. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft sechsunddreißig, S. 309)

In dieses Licht stellt Jesus das Thema Geld. Wenn Er sagt: „Kein Haussklave kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Lukas 16:13), dann geht es nicht um moralische Nebensache, sondern um die Grundfrage des Jubeljahres: Wer ist mein Herr? Geld ist nicht einfach neutral, weil es das Herz verlangt, das Gott für sich geschaffen hat. Es verspricht eine eigene Form von Erlösung – Sicherheit, Selbstbestimmung, Einfluss – und tritt damit in Konkurrenz zu dem, was nur Gott geben kann. Darum knüpft der Herr das Reden vom Königreich so eng an den Umgang mit Besitz: An dieser Stelle entscheidet sich, ob das Jubeljahr mehr ist als eine fromme Idee.

Gleichzeitig zeichnet die Schrift ein weites Bild der materiellen Welt. „Denn von dir kommt alles, und aus deiner Hand haben wir dir gegeben“ (1. Chronik 29:14), betet David, und kurz darauf: „HERR, unser Gott, diese ganze Menge, die wir bereitgestellt haben, um dir ein Haus zu bauen für deinen heiligen Namen, von deiner Hand ist sie, und das alles ist dein“ (1. Chronik 29:16). Alles Geschaffene ist ursprünglich gut und gehört Gott. Aber der Fall des Menschen hat diese Ordnung verdunkelt. Paulus schreibt: „Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden, nicht aus eigenem Willen, sondern dessentwegen, der sie unterworfen hat, in der Hoffnung, dass auch die Schöpfung selbst von der Sklaverei der Verderblichkeit befreit werden wird hinein in die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (Römer 8:20–21). Und der Apostel Johannes ergänzt: „die ganze Welt liegt in dem, der böse ist“ (1. Johannes 5:19). Materielle Dinge sind also zugleich Geschenk Gottes und von einem satanischen System usurpiert – sie sind gut in ihrer Herkunft, aber unrühmlich in ihrer jetzigen Herrschaft.

Neutestamentliche Gläubige leben genau in dieser Spannung. Jesus spricht sie an, wenn Er sagt: „So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr dies alles benötigt. Trachtet aber zuerst nach Seinem Königreich und nach Seiner Gerechtigkeit, und all diese Dinge werden euch hinzugefügt werden“ (Matthäus 6:31–33). Nahrung, Kleidung, Wohnung sind notwendig, aber sie sind nicht unser eigentliches „Eigentum“, sondern vorläufige Leihgaben in einer gefallenen Ordnung. In ihnen werden wir geübt, Gott als Vater zu vertrauen und das Königreich höher zu achten als das, was die Welt für unverzichtbar hält. Jesus nennt solche Dinge deswegen „das, was einem anderen gehört“ und stellt ihnen das gegenüber, „was euer ist“ – den bleibenden Besitz des kommenden Zeitalters.

Kein Haussklave kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. (Lk. 16:13)

Denn wer bin ich, und was ist mein Volk, daß wir imstande waren, auf solche Weise freigebig zu sein? Denn von dir kommt alles, und aus deiner Hand haben wir dir gegeben. (1.Chr. 29:14)

Wo das Herz den Menschen-Erretter als eigentlichen Herrn anerkennt, verliert der Mammon seinen Bann. Bedürfnisse, Sorgen und Planungen bleiben, aber sie stehen unter einem anderen Vorzeichen: dem Vertrauen auf den Vater und der Erwartung des kommenden Königreichs. Dieses Vertrauen macht innerlich beweglich – frei, loszulassen, wenn Er darum bittet, und fähig, zu empfangen, ohne gebunden zu werden. So wird der Alltag zu einem Ort, an dem die Kräfte des kommenden Zeitalters bereits spürbar werden: nicht spektakulär, sondern in der stillen Freude eines Herzens, das weiß, wem es gehört und welches Erbe seiner wartet.


Herr Jesus, Menschen-Erretter, Du hast mich nicht nur aus der Ferne des Verderbens zurück ins Haus des Vaters gebracht, sondern mich auch als Haushalter in Deinem Haus berufen. Öffne mir die Augen für die Vergänglichkeit des Mammons und die Wirklichkeit Deines Königreichs, damit mein Herz nicht mehr von Geld beherrscht wird, sondern von Deiner Liebe. Lehre mich, das, was Du mir anvertraut hast – ob viel oder wenig –, in Deinem Licht und für Deine Absicht zu sehen, damit vergängliche Dinge zu ewigem Segen für Menschen werden. Stärke in mir die Gewissheit, dass Du selbst mein wahres Erbteil und mein bleibender Reichtum bist, heute in der Zeit der Gnade und in dem kommenden Zeitalter der Herrlichkeit. Fülle mein Inneres mit der Freude des Jubeljahres, damit ich frei, dankbar und großzügig leben kann zur Ehre Deines Namens. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 36