Das Wort des Lebens
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Der Weg zur Herrlichkeit (1)

14 Min. Lesezeit

Wer Jesus in den Evangelien begegnet, entdeckt eine Fülle von Herrlichkeits-Titeln: Er ist Arzt, Bräutigam, Hirte, der wahre David, der größere Tempel, der Herr des Sabbats, der größere Jona und der größere Salomo. Gleichzeitig zeichnet das Matthäusevangelium ein anderes, überraschendes Bild: Gerade dieser wunderbare König wird von den Menschen systematisch abgelehnt – zuerst von den religiösen Leitern, dann von den Menschen seiner Heimat, schließlich von der politischen Macht. Zwischen diesen beiden Polen – der Herrlichkeit Christi und seiner Ablehnung – spannt sich ein Weg auf: der Weg zur Herrlichkeit. Wer dem himmlischen König folgen möchte, muss verstehen, wie dieser Weg verläuft und was es bedeutet, heute an seiner Ablehnung und an seiner kommenden Herrlichkeit teilzuhaben.

Der himmlische König und das Geheimnis des Königreichs

Matthäus zeichnet Jesus nicht vor allem als Wanderprediger oder Wundertäter, sondern als den himmlischen König, der sein Reich aufrichtet. Gleich der erste Satz mit dem Geschlechtsregister macht deutlich: Hier tritt der Sohn Davids und der Sohn Abrahams auf die Bühne der Geschichte, der rechtmäßige Erbe der Verheißungen (Matthäus 1:1). Seine Geburt wird von einem Stern angezeigt, von Engeln verkündigt und von weisen Männern aus den Nationen erkannt, während der König Herodes und die Schriftgelehrten in Jerusalem erschrecken und abwehrend reagieren. So legt Matthäus von Anfang an zwei Linien nebeneinander: die stille, von Gott gewirkte Einführung des Königs und die Mischung aus religiöser Kenntnis und politischer Blindheit, die ihn nicht erkennt. Der Jesus, den wir hier sehen, ist zugleich zart und majestätisch: das Kind in der Krippe, das dennoch der verheißene Herrscher ist, der die Völker weiden wird.

Weil Matthäus ein Buch über das Königreich der Himmel ist, wird Christus hier als der himmlische König dargestellt. In den anderen Evangelien erscheint Er als Mensch (Lukas), als Sklave (Markus) und als der Sohn Gottes (Johannes). … Zu Beginn Seines Dienstes legte Er in den Kapiteln fünf, sechs und sieben die Verfassung des Königreichs der Himmel fest. … In Kapitel zwölf offenbarte Christus Sich Selbst als den wirklichen David, den größeren Tempel, den Herrn des Sabbats, den größeren Jona und den größeren Salomo. (Witness Lee, Life-Study of Matthew, Botschaft zweiundvierzig, S. 503)

Wenn dieser König dann seinen Dienst beginnt, tut Er es nicht, indem Er ein neues Gesetz verkündet, sondern indem Er eine Wirklichkeit eröffnet: das Königreich der Himmel. In der Bergpredigt spricht Er nicht nur über Ethik, sondern enthüllt die Verfassung dieses Reiches – die innere Beschaffenheit derer, die unter seiner Herrschaft leben. Selig sind die geistlich Armen, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit Hungern und Dürsten (Matthäus 5:3–6). Der König beschreibt nicht eine Elite, sondern ein Volk, das von innen her durch seine Gegenwart geprägt ist. Unter seiner Herrschaft zählt nicht, was der Mensch vorweisen kann, sondern was er in der Begegnung mit Ihm geworden ist. Die Gebote dieses Reiches sind Ausfluss seiner Person: weil Er selbst sanftmütig und von Herzen demütig ist, ruft Er Menschen in die Sanftmut; weil Er vollkommen ist, eröffnet Er den Weg zu einer Gerechtigkeit, die die der Schriftgelehrten übersteigt.

Im weiteren Verlauf des Evangeliums lässt Matthäus immer neue Facetten dieses Königs aufleuchten. Er tritt als Arzt auf, der nicht die Starken, sondern die Kranken braucht, und macht deutlich, dass seine Herrschaft Heilung ist und nicht Last (Matthäus 9:12). Er nennt sich den Bräutigam, der mitten in einer ernsten und oft harten Jüngerschaft einen Ton der Freude einbringt (Matthäus 9:15). Er zeigt sich als Hirte, der über die Volksmenge innerlich bewegt ist, weil sie wie Schafe ohne Hirten sind (Matthäus 9:36). Dann erscheint Er als Herr der Ernte, der Arbeiter aussendet, als der wahre David, der größere Tempel, der Herr des Sabbats, größer als Jona und Salomo. All diese Bilder sind keine lose Sammlung, sondern öffnen einen Blick in das Herz des Königreichs: Es ist der Bereich, in dem Christus selbst in seiner Fülle gegenwärtig, erfahrbar und wirksam ist.

Mit Matthäus 13 schlägt der Bericht eine neue Tiefe auf. Der König beginnt in Gleichnissen zu reden und nennt dies das „Geheimnis des Königreichs der Himmel“. In den Bildern vom Sämann, vom Unkraut unter dem Weizen, vom Senfkorn und vom Sauerteig zeigt er, wie das Reich Gottes in einer Welt wächst, die es nicht als Reich erkennt. Der Schatz im Acker und die kostbare Perle deuten darauf hin, dass mitten in unscheinbarer Normalität etwas von unvergleichlichem Wert verborgen liegt: Christus und die Gemeinde als Herzschlagzentrum der Herrschaft Gottes. So heißt es über den Schatz, dass ein Mensch in seiner Freude alles verkauft und den Acker kauft (Matthäus 13:44) – ein Bild dafür, wie der König selbst alles hingibt, um sich seine Gemeinde zu erwerben, und zugleich ein Echo im Herzen derer, die in Ihm den wahren Wert gefunden haben. Wer den Weg zur Herrlichkeit sucht, wird hier an die Wurzel geführt: Herrlichkeit beginnt nicht äußerlich, sondern im unscheinbaren, oft verborgenen Wirken des Königs in seinem Volk. Wo Er als himmlischer König erkannt, geliebt und aufgenommen wird, da bricht das Königreich der Himmel schon jetzt an – still, aber unwiderruflich.

Buch des Geschlechts Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. (Matthäus 1:1)

Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Königreich der Himmel. Selig sind die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie werden gesättigt werden. (Matthäus 5:3–6)

Das Bild des himmlischen Königs lädt ein, Jesus nicht nur als Retter oder Lehrer zu betrachten, sondern als gegenwärtigen Herrscher, in dessen Nähe das Leben seine eigentliche Gestalt gewinnt. Wer seine Augen auf diesen König richtet, muss nicht vom äußeren Zustand der Welt oder der Kirche abhängig leben, weil er weiß, dass das eigentliche Geschehen im Verborgenen stattfindet: im Wirken des Königs an den Herzen, im stillen Wachstum seines Reiches. So wird es möglich, auch unscheinbare Wege und verborgene Treue als Teil des Weges zur Herrlichkeit zu sehen – getragen von der Gewissheit, dass nichts von dem, was unter seiner Herrschaft geschieht, verloren geht.

Ablehnung als erster Abschnitt auf dem Weg zur Herrlichkeit

Dass der Weg zur Herrlichkeit mit Ablehnung beginnt, widerspricht dem natürlichen Empfinden. Man könnte erwarten, dass der König, der so viele heilt, lehrt und speist, auf wachsende Zustimmung stößt. Doch gerade im Matthäusevangelium wird sichtbar, wie sein Dienst die inneren Fronten offenlegt. In Matthäus 12 erreichen die Spannungen mit den religiösen Führern Israels ihren Höhepunkt. Sie sehen seine Werke, hören seine Worte, aber statt anzubeten, deuten sie seine Machttaten dem Bösen zu. So wird das Herz entlarvt: Es geht nicht um mangelnde Information, sondern um eine innere Haltung, die die Herrschaft Gottes nicht erträgt. Der Herr spricht in diesem Zusammenhang von einer Sünde gegen den Heiligen Geist, die weder in diesem noch im zukünftigen Zeitalter vergeben wird (Matthäus 12:32) – eine ernste Aussage, die zeigt, wie tief die Verweigerung reichen kann, wenn Menschen das klare Zeugnis des Geistes über Christus beharrlich umkehren.

Obwohl Christus durch Seinen Dienst in solcher Weise enthüllt wurde, führte eben dieser Dienst zu völliger Ablehnung. Am Ende von Kapitel zwölf erreichte diese Ablehnung ihren Höhepunkt. Christus wurde von jener unheilbaren Generation jüdischer Religionisten vollständig verworfen. Die Ablehnung in Kapitel zwölf deckte auf, dass das ablehnende Wesen jener Generation unheilbar und, in gewissem Sinn, sowohl in diesem Zeitalter als auch in dem zukünftigen unvergebbar war. (Witness Lee, Life-Study of Matthew, Botschaft zweiundvierzig, S. 505)

In derselben Szene löst Jesus die natürliche Verwandtschaft als entscheidenden Bezugspunkt auf. Als man ihm Nachricht bringt, dass seine Mutter und seine Brüder draußen stehen, streckt Er seine Hand über die Jünger aus und sagt: „Siehe, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer irgend den Willen meines Vaters tut, der in (den) Himmeln ist, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter“ (Matthäus 12:49–50). Es geschieht eine Verschiebung: Die Zugehörigkeit zum Königreich der Himmel entscheidet sich nicht an religiöser Herkunft oder familiärer Nähe, sondern an der inneren Hingabe an den Willen des Vaters. Damit zeigt sich eine erste Form von Ablehnung, die uns auch heute nicht fremd ist: Die Ablehnung eines Christus, der die gewohnten Sicherheiten durchbricht und neue, geistliche Maßstäbe setzt.

Eine zweite Form von Ablehnung ist leiser und deshalb nicht weniger gefährlich. In Matthäus 13 kehrt Jesus in seine Vaterstadt zurück. Die Leute dort kennen ihn von klein auf. Sie wissen, wer sein Vater und seine Mutter sind, kennen seine Brüder und Schwestern. Eben dieser vertraute Rahmen wird ihnen zum Hindernis. Sie fragen: „Woher hat dieser diese Weisheit und die Wunderwerke?“ (Matthäus 13:54), und stoßen sich an ihm. Matthäus bemerkt nüchtern, dass Er dort wegen ihres Unglaubens nicht viele Machttaten tun konnte. Hier ist die Ablehnung nicht aggressiv, sondern subtil: Man kennt Jesus „zu gut“, nämlich nur nach dem Fleisch, nicht im Licht des Geistes. Der Apostel drückt dieses Prinzip später so aus: „Daher kennen wir von nun an niemand nach dem Fleisch; wenn wir Christus auch nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so“ (2.Kor 5:16). Natürliche Vertrautheit ohne geistliche Erkenntnis kann zum Schleier werden, der die Herrlichkeit verdeckt.

Die dritte Linie der Ablehnung verläuft durch die politische Welt. In Matthäus 14 wird berichtet, wie Herodes Johannes den Täufer wegen eines leichtfertigen Schwurs und aus Furcht vor den Menschen hinrichten lässt. Der Prophet, der den Weg des Königs bereitet hat, fällt der Laune eines Herrschers und dem Druck eines intriganten Umfelds zum Opfer. Diese Episode zeigt, wie das öffentliche System – geprägt von Macht, Stolz und Menschenfurcht – unfähig ist, die Stimme Gottes zu ertragen. Johannes steht hier exemplarisch für den Weg des Königreichs: Treues Zeugnis kann in dieser Ordnung Leben kosten. Und doch bleibt er in den Augen Jesu groß, einer, der seinen Platz in der Geschichte Gottes ausgefüllt hat. Die Hinrichtung Johannes‘ ist mehr als ein tragischer Einzelfall; sie enthüllt, dass die Maßstäbe des Königreichs und die Logik politischer Macht unversöhnlich aufeinanderstoßen.

Und wer immer ein Wort redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen. (Matthäus 12:32)

Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer irgend den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter. (Matthäus 12:49–50)

Ablehnung wird auf diesem Hintergrund nicht zum Maßstab für Wert oder Erfolg, sondern zum Anlass, die eigene Verbindung mit dem verworfenen und verherrlichten Herrn zu vertiefen. Wo menschliche Anerkennung brüchig wird, kann die leise Gewissheit wachsen, an der Seite des Königs zu stehen, dessen Urteil bleibt. So wird es möglich, Verletzungen nicht zu verdrängen und doch nicht von ihnen bestimmt zu sein, weil die Geschichte des Königs zeigt: Der Weg, der scheinbar ins Abseits führt, ist in Gottes Händen oft der direkte Pfad in seine Herrlichkeit.

Der Weg in die „Wüste“ – Christus folgen außerhalb der religiösen und kulturellen Zentren

Als Jesus vom Tod Johannes des Täufers hört, zieht er sich zurück. Matthäus berichtet nüchtern: „Als aber Jesus es hörte, zog er sich von dort zurück in einem Boot an einen einsamen Ort für sich“ (Matthäus 14:13). Die Szene markiert einen Wendepunkt. Der Vorläufer ist getötet, der Konflikt mit Religion und Politik ist offengelegt, und der König wählt nicht den Weg der Eskalation, sondern den Weg in die „Wüste“ – an einen Ort abseits der religiösen Zentren, fern von den Schauplätzen der Macht. Diese Bewegung ist mehr als eine strategische Pause. Sie ist ein Zeichen dafür, wo der Herr fortan seine Jünger schult: nicht im Glanz Jerusalems, nicht im vertrauten Umfeld Galiläas, sondern an Orten, die nach menschlichen Maßstäben unscheinbar, unbequem, manchmal karg erscheinen.

Wenn du der Religion folgst, bleibst du in Jerusalem, und wenn du deinem natürlichen Wissen folgst, befindest du dich in Galiläa. Christus aber bleibt weder in Jerusalem noch hält Er Sich in Galiläa auf. Wie wir sehen werden, zieht Er sich in die Wüste zurück. Weil Jerusalem von religiösen Vorstellungen erfüllt war und Galiläa von natürlichem Wissen, ging der Herr in die Wüste. (Witness Lee, Life-Study of Matthew, Botschaft zweiundvierzig, S. 508)

Das Boot, mit dem Er sich an den einsamen Ort begibt, ist ein sprechendes Bild. Jesus nimmt seine Jünger mit hinein in diesen Rückzug. Die Jünger sind nahe bei Ihm, getrennt von den Städten, getragen von seinem Entschluss, sich nicht vom Lärm der Systeme bestimmen zu lassen. Geistlich lässt sich darin die Gemeinde erkennen: der Raum, in dem Christus seine Jünger von den dominanten Stimmen der Religion, der Kultur und der Politik absondert, um ihnen seine eigene Sicht zu vermitteln. Während Er sich im Boot zurückzieht, bleiben die Städte zurück mit ihren Debatten, ihrem Treiben, ihren Auseinandersetzungen. Der König sucht einen Ort, an dem die Gegenwart des Vaters freier wirken kann als in den erstarrten Zentren menschlicher Selbstsicherheit.

Auffällig ist, wie das Volk reagiert. Matthäus schreibt: „Und als die Volksmengen es hörten, folgten sie ihm zu Fuß aus den Städten“ (Matthäus 14:13b). Sie verlassen die Orte, die ihnen Schutz, Identität und Struktur geben, und gehen hinaus an den einsamen Ort, an dem der Herr ist. Dieses Bild beschreibt die wahren Nachfolger in jeder Zeit. Sie definieren ihr Leben nicht primär von religiösem Status, kulturellem Prestige oder politischem Einfluss, sondern von der Frage, wo Christus ist. Manchmal führt das dahin, dass äußere Sicherheiten brüchig werden, dass man im Umfeld nicht mehr selbstverständlich verstanden oder geschätzt wird, weil man sich einem König zuwendet, der sich gerade nicht in den Zentren der Anerkennung aufhält. Der „Wüstenort“ ist damit kein romantischer Rückzugsraum, sondern ein Platz existenzieller Klärung.

Gerade in dieser Wüste offenbart sich die Versorgung des Königs. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet hier die Speisung der fünftausend geschieht. Die Jünger sehen den Mangel: Es ist spät, der Ort ist öde, die Vorräte gering. Ihre logische Konsequenz lautet: Die Menschen sollen weggehen und sich selbst versorgen. Jesus aber nimmt die wenigen Brote und Fische, blickt zum Himmel, dankt und bricht sie. In der Wüste, außerhalb der organisierten Strukturen, zeigt sich, dass seine Herrschaft nicht von menschlicher Infrastruktur abhängt. Wo Er ist, reicht wenig aus, wenn es in seinen Händen liegt. So wird der Wüstenort zum Ort der Ausbildung: Die Jünger lernen, nicht vom sichtbaren Mangel aus zu rechnen, sondern von der Gegenwart des Königs her.

Als aber Jesus es hörte, zog er sich von dort zurück in einem Boot an einen einsamen Ort für sich; und als die Volksmengen es hörten, folgten sie ihm zu Fuß aus den Städten. Und als er ausstieg, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie und heilte ihre Kranken. (Matthäus 14:13–14)

Und nachdem er die Volksmengen hatte sich lagern lassen auf dem Gras, nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel, segnete, brach und gab die Brote den Jüngern, die Jünger aber (gaben sie) den Volksmengen. Und sie aßen alle und wurden gesättigt; und sie hoben auf, was an Brocken übrigblieb, zwölf Handkörbe voll. (Matthäus 14:19–20)

Die Bewegung Jesu vom Zentrum in die Wüste zeigt, dass geistliche Reife selten im Scheinwerferlicht wächst. Wer sich von Ihm dorthin führen lässt, wo äußerer Glanz abnimmt und seine Gegenwart wichtiger wird als jede Bühne, entdeckt eine Freiheit, die sich nicht mehr vom Urteil der Umgebung gefangen nehmen lässt. Gerade dort, wo scheinbar wenig geschieht, kann seine Hand Brot vermehren, Herzen formen und den Glauben festigen. Der Gedanke, mit dem König eher im Boot und an einem einsamen Ort zu sein als ohne Ihn in der Stadt, bewahrt davor, Bedeutung mit Sichtbarkeit zu verwechseln und hilft, unscheinbare Wege als Teil des Weges zur Herrlichkeit anzunehmen.


Herr Jesus, führe uns im Licht Deines Wortes und schenke uns Gnade, die gezeigte Wahrheit nicht nur zu verstehen, sondern im Alltag aus Deinem Leben zu erfahren. Bewahre uns in Deiner Gegenwart, damit unser Denken, Reden und Dienen von Dir geprägt wird und Dein Name in der Gemeinde verherrlicht wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Matthew, Chapter 42