Das Wort des Lebens
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Die höchste Offenbarung Christi

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Viele Menschen greifen zu den Psalmen, wenn sie nach Trost suchen oder lernen möchten, wie ein gottesfürchtiges Leben aussieht. Und tatsächlich finden sich dort unzählige Verse, die das Herz stärken und die Seele beruhigen. Doch wer an dieser Stelle stehen bleibt, übersieht den eigentlichen Höhepunkt: Die Psalmen entfalten Schritt für Schritt eine immer höhere Offenbarung Christi. Besonders die Abfolge von Psalm 107 bis 110 zeigt, wie Gottes tägliche Fürsorge, sein Sieg über die Feinde und die Leiden seines Gesalbten alle auf eine Person zulaufen – auf den Christus, der in der Höhe sitzt und zugleich seinem Volk nahe ist.

Gottes Fürsorge und Rettung – aber alles in Christus

Psalm 107 öffnet den Blick auf eine bunte Folge menschlicher Notlagen: Menschen irren heimatlos durch die Wüste, sie sitzen gefesselt in Dunkelheit, sie liegen krank und lebensmüde auf ihrem Lager, andere treiben auf tobender See und fürchten, im Sturm unterzugehen. Immer wieder heißt es, dass sie in ihrer Bedrängnis zu dem HERRN schreien – und er rettet sie. So entsteht ein kraftvolles Bild von Gottes täglicher Fürsorge. Er sieht, wenn wir uns verlaufen, wenn unser Inneres wie gefesselt ist, wenn Krankheit uns lähmt oder Lebensumstände wie hohe Wellen über uns zusammenschlagen. Doch der Psalm bleibt nicht bei einer allgemeinen Erfahrung von Hilfe stehen. Gleich zu Beginn ist von „den Erlösten des HERRN“ die Rede, die er „aus den Ländern gesammelt hat, von Osten und von Westen, von Norden und vom Meer“ (Psalm 107:2–3). Der Retter dieses Psalms handelt mit einem bestimmten Volk: Menschen, die er selbst sich gewonnen, erlöst und gesammelt hat.

Psalm 107 spricht von Gottes Fürsorge und Errettung für die, die in Christus erlöst sind. Zweifellos sorgt Gott jeden Tag für uns, indem er uns immer wieder errettet, rettet und befreit. Wenn manche das hören, sagen sie vielleicht, das sei Trost. Ja, es ist Trost, aber es ist der göttliche Trost in Christus. Wenn wir von dem Trost in diesem Psalm sprechen, müssen wir sagen, dass es der Trost in Christus ist. Dann werden wir sagen: „Halleluja!“ Wenn wir jedoch von göttlichem Trost sprechen, ohne zu sehen, dass dieser Trost in Christus ist, werden wir kein „Halleluja“ sagen. Christus ist derjenige, der uns dazu bringt, Hallelujas auszusprechen und den Herrn nicht für Trost, Fürsorge oder Errettung zu preisen, sondern für Christus, in dem wir sind. (Witness Lee, Life-Study of Psalms, Botschaft achtunddreißig, S. 429)

Erst im Licht des Evangeliums wird diese Sammlung ganz durchsichtig: Gott schafft sich dieses Volk durch das Blut seines Sohnes. In Offenbarung 5:9 heißt es über das Lamm: „Du bist geschlachtet worden und hast durch Dein Blut aus jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk und jeder Nation Menschen für Gott erkauft.“ Die Wanderer, Gefangenen, Kranken und Seefahrer des Psalms sind darum nicht nur Beispiele allgemeiner menschlicher Hilfe, sondern Bilder derer, die Christus gehören. Wenn Gott sie bewahrt, befreit und tröstet, handelt er in Christus und um Christi willen. Sein Trost ist nicht ein unverbindliches Gefühl, sondern der Trost des Bundes, der Trost dessen, der seinen eigenen Sohn nicht geschont hat. Wer das erkennt, bleibt nicht bei der Dankbarkeit stehen, dass es irgendwie gut ausgegangen ist, sondern beginnt, den Herrn für Christus selbst zu preisen: für den Erlöser, in dem jedes Eingreifen Gottes verankert ist.

In vielen Einzelzügen des Psalms schimmert das Werk Christi durch. Die Gefangenen „in Finsternis und Todesschatten“ werden herausgeführt ins Licht. Das erinnert an den Dienst des erhöhten Herrn, von dem es in Apostelgeschichte 26:18 heißt, er sei gesandt, „um sie zu wenden von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt Satans zu Gott“. Die Heilung der Kranken geschieht dadurch, dass Gott sein Wort sendet: „Er sandte sein Wort und heilte sie“ (Psalm 107:20). Im Evangelium begegnet uns der Herr Jesus genau so: Der Hauptmann von Kapernaum weiß, dass ein einziges Wort Christi genügt, um zu heilen, und sagt: „Sprich nur ein Wort, und mein Diener wird geheilt werden“ (Matthäus 8:8). Der Christus, der damals mit einem Wort Krankheit und Dämonen besiegte, ist derselbe, durch dessen Wort Gott heute innere Verirrung, Lähmung und Sünde angreift. Seine Stimme in der Schrift und durch den Geist erreicht uns mitten in äußerer und innerer Bedrängnis.

Psalm 107 lädt dazu ein, jede erfahrene Rettung mit diesem Christus zu verbinden. Wenn Wege sich überraschend öffnen, wenn innere Fesseln sich lösen, wenn in Krankheit eine nie gekannte Nähe Gottes spürbar wird, dann geschieht das nicht neben Christus her, sondern aus seiner himmlischen Stellung heraus. Der Hebräerbrief beschreibt Ihn so: „Er, der die Ausstrahlung Seiner Herrlichkeit und der exakte Abdruck Seiner Substanz ist … nachdem Er die Reinigung von den Sünden vollbracht hat, hat Er Sich zur Rechten der Majestät in der Höhe niedergesetzt“ (Hebräer 1:3). Von dort her trägt Er die Seinen, tritt als Hoherpriester für sie ein und ordnet ihre Geschichte. Wo dieser Zusammenhang innerlich aufleuchtet, bekommt der Alltag eine andere Tonlage: Aus nüchterner Erleichterung wird Anbetung, aus stillem Dank ein Halleluja. Trost bleibt nicht bei unseren Emotionen stehen, sondern führt in die Person hinein, in der Gott uns tröstet – in den Christus, in dem wir geborgen sind.

So sollen sagen die Erlösten des HERRN, die er aus der Hand des Bedrängers erlöst hat und die er aus den Ländern gesammelt hat, von Osten und von Westen, von Norden und vom Meer. (Ps. 107:2–3)

Und sie singen ein neues Lied und sagen: Du bist würdig, die Schriftrolle zu nehmen und ihre Siegel zu öffnen, denn Du bist geschlachtet worden und hast durch Dein Blut aus jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk und jeder Nation Menschen für Gott erkauft. (Offb. 5:9)

Wer Psalm 107 mit dem Blick auf Christus liest, beginnt die eigenen Erfahrungen neu zu deuten. Die Hilfe, die unerwartet kam, der Trost, der mitten in der Nacht aufschimmerte, die stille Bewahrung in Situationen, die leicht hätten zerbrechen können – all das wird zu Spuren des erhöhten Herrn in der eigenen Geschichte. Das Herz wird eingeladen, nicht nur zu sagen: „Gott hat mir geholfen“, sondern zu bekennen: „Gott hat mir in Christus geholfen, und in Ihm bin ich gehalten.“ Aus dieser Sicht wächst stille Zuversicht: Der Weg mag noch Wüsten und Stürme bereithalten, doch über allem steht ein lebendiger Hoherpriester, der uns kennt, der für uns bittet und dessen Wort auch über die nächste Nacht hinaus Bestand hat.

Von menschlichem Kampf zu Gottes Sieg in Christus

Mit Psalm 108 spannt sich ein Bogen vom Lob Gottes bis in den Kampf hinein. Der Psalmist beginnt mit einem entschiedenen Herzen: Er will singen und spielen, weil die Gnade Gottes höher reicht als der Himmel. Dann aber tritt die Realität von Widerstand und Feinden hervor. Es geht um Länder, die umstritten sind, um Festungen, die einzunehmen sind, um Gegner, die das Volk Gottes bedrängen. Doch über allem steht Gottes eigenes Wort: „Gott hat in seinem Heiligtum geredet: Ich will frohlocken, ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen“ (Psalm 108:8). Der, der spricht, ist kein Zuschauer, sondern der König, dem das Land gehört. Er teilt zu, erobert, demütigt. Der Psalm zeichnet Gott als den, der mitten in menschlichem Ringen seine Herrschaft aufrichtet und sichtbar macht.

In Psalm 108 erkennen wir Gottes Sieg in Christus über seine Feinde. (Witness Lee, Life-Study of Psalms, Botschaft achtunddreißig, S. 432)

Im Licht des Neuen Testaments wird deutlich, wie sehr dieser Sieg an Christus gebunden ist. Petrus bezeugt nach Pfingsten: „Das ganze Haus Israel wisse darum mit Gewissheit, dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt“ (Apostelgeschichte 2:36). Gott regiert, indem er den Gekreuzigten erhöht und ihm die Völker unterstellt. Was Psalm 108 in Bildern von Ländern und Festungen andeutet, erfüllt sich in dem Christus, der als Herr über alle eingesetzt ist (Apostelgeschichte 10:36). Wenn der Psalmist darum bekennt, dass menschliche Hilfe nichts nützt und der Sieg nur mit Gott möglich ist, spürt man schon die Spur des Glaubens, der später lernt, Kämpfe nicht aus eigener Kraft zu führen, sondern im Vertrauen auf den erhöhten Herrn.

Psalm 109 wirkt zunächst ganz anders. Hier spricht ein Mann, der von Lüge, Undankbarkeit und Feindschaft umstellt ist. Seine Worte sind scharf, voller Klage und Gerichtsersuchen. Er sieht, wie ihm Böses für Gutes vergolten wird, wie falsche Zeugen auftreten und sein Leben bedroht ist. An der Oberfläche scheint es nur ein Schrei nach Vergeltung zu sein. Doch das Neue Testament öffnet eine tiefere Schicht. Auf Psalm 109 nimmt Petrus Bezug, wenn er im Blick auf Judas sagt: „Denn es steht im Buch der Psalmen geschrieben: ‚Seine Wohnung werde öde, und es sei niemand, der darin wohne‘, und: ‚Sein Aufseheramt empfange ein anderer‘“ (Apostelgeschichte 1:20). Das Geschick des Verräters, das in diesem Psalm in dunklen Farben gezeichnet wird, spiegelt sich im Los des Judas. So verwandelt sich die individuelle Klage in ein prophetisches Bild: Hier steht im Hintergrund der Messias, der von einem Vertrauten überliefert wird.

Wer Psalm 109 von Christus her liest, hört in der Klage Nuancen seiner eigenen Leiden auf der Erde. Er kannte, dass Liebe mit Hass beantwortet wurde, dass man Ihm Worte im Mund umdrehte, dass verkehrtes Zeugnis gegen Ihn aufstand. Doch die Antwort Gottes auf diese Geschichte war nicht menschliche Rache, sondern Auferstehung und Erhöhung. „Diesen hat Gott zu Seiner Rechten als Führer und Retter erhöht“ (Apostelgeschichte 5:31). Der Ruf nach Gerechtigkeit, der im Psalm ertönt, findet seine Erfüllung darin, dass Gott den Gedemütigten erhöht und den Verrat in seinen Heilsplan einwebt. Für die, die Christus nachfolgen, öffnet sich so eine andere Sicht auf eigene Anfechtungen: Widerstand, Missverständnis, sogar böse Machenschaften stehen nicht am Rand der Geschichte Gottes, sondern werden von Ihm aufgenommen und überwunden. Der Blick löst sich von der Ebene unmittelbarer Vergeltung und richtet sich auf den, der durch Leiden zur Herrlichkeit gegangen ist und jetzt als Herr über alle Feinde steht.

Gott hat geredet in seinem Heiligtum: Ich will frohlocken, ich will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen. (Ps. 108:8)

Das ganze Haus Israel wisse darum mit Gewissheit, dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt. (Apg. 2:36)

Im Spannungsfeld von Psalm 108 und 109 lernt der Glaube, anders auf Widerstand und Leid zu schauen. Feinde bleiben nicht abstrakt, sie haben Gesichter und Namen; ihre Worte können treffen, ihre Pläne verletzen. Doch über all dem steht der Christus, den Gott erhöht hat und dem er das letzte Urteil überlassen hat. Wer sich daran hält, braucht das Unrecht nicht zu verharmlosen, aber er muss sich nicht von Bitterkeit bestimmen lassen. Die Psalmen geben Worte für Klage und Hilferuf, das Evangelium schenkt die Gewissheit, dass keine Träne und kein Kampf umsonst ist. Zwischen Schrei und Sieg liegt der Weg mit dem Herrn, der selbst durch Anfechtung hindurchgegangen ist und seine Gemeinde auf demselben Weg begleitet – bis der Tag kommt, an dem sein Sieg nicht mehr im Glauben, sondern im Schauen erfahren wird.

Christus zur Rechten Gottes – König, Hoherpriester und Sieger

Psalm 110 steht wie ein Gipfel im Gebirge der Psalmen. Schon der erste Vers öffnet einen Raum von unerhörter Dichte: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde mache zum Schemel deiner Füße“ (Psalm 110:1). David hört ein Gespräch innerhalb Gottes: Der HERR redet zu Davids Herrn. Jesus selbst greift dieses Wort auf und macht deutlich, dass hier mehr als ein irdischer König gemeint sein muss (Matthäus 22:41–45). Der Messias ist nicht nur der Sohn Davids, er ist zugleich sein Herr. Er nimmt den Platz zur Rechten Gottes ein, den höchsten Platz im Universum, und doch bleibt er derjenige, der für sein Volk kämpft. Dieses „Setze dich“ ist kein Aufruf zur Untätigkeit, sondern das Siegel unter ein vollendetes Werk und der Beginn einer regierenden Gegenwart. Die Feinde sind noch nicht verstummt, aber ihr Ende ist besiegelt: Sie werden zum Fußschemel des erhöhten Christus gemacht.

In Psalm 107 ändert sich der Ton, und in Psalm 110 begegnet uns die höchste Offenbarung Christi. Hier erreicht die Offenbarung Christi ihren Gipfel. Ich meine, es war Martin Luther, der gesagt hat, Psalm 110 sei der höchste unter allen Psalmen. (Witness Lee, Life-Study of Psalms, Botschaft achtunddreißig, S. 428)

Der Hebräerbrief nimmt diesen Gedanken auf und verbindet ihn mit dem vollbrachten Sühnwerk: „Nachdem Er die Reinigung von den Sünden vollbracht hat, hat Er Sich zur Rechten der Majestät in der Höhe niedergesetzt“ (Hebräer 1:3). Die Erhöhung Christi ist keine abstrakte Ehrenbezeugung, sondern die Konsequenz seines Leidens und Sterbens. Wer auf den Thron gesetzt ist, trägt die Nägelmale. Psalm 110 lässt diesen Zusammenhang erahnen, wenn er die königliche Herrschaft mit einem „Zepter deiner Macht“ beschreibt, das von Zion ausgeht, während der HERR zugleich mitten unter den Feinden regiert. Hier berühren sich Kreuz und Krone: Der Weg der Erniedrigung mündet in eine Herrschaft, die alle Gegnerschaft überdauert. Für die Gemeinde bedeutet das, dass sie nicht einem abwesenden, sondern einem regierenden Christus dient, dessen Autorität durch nichts in Frage gestellt werden kann, auch wenn seine Feinde noch aktiv sind.

In der Mitte des Psalms leuchtet ein zweites großes Motiv auf: „Der HERR hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks“ (Psalm 110:4). Der König zur Rechten Gottes ist zugleich ewiger Priester. Er gehört nicht zur priesterlichen Linie Aarons, die durch Tod begrenzt war, sondern zur Ordnung Melchisedeks, jenes geheimnisvollen Königs von Salem, dem Abraham den Zehnten gab (1. Mose 14). Der Hebräerbrief deutet dies ausführlich und sagt von Christus, er sei „von Gott begrüßt als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks“ (Hebräer 5:10). Hier verbindet sich Königsherrschaft mit priesterlicher Fürsprache. Derselbe, der mit eisernem Stab die Nationen richten wird (Psalm 2:9; Offenbarung 2:26–27), steht zugleich als Fürsprecher zwischen Gott und seinem Volk. Seine Herrschaft ist nicht kalt, nicht distanziert, sondern von einem priesterlichen Herzen getragen, das unsere Schwachheiten kennt und unser Gebet vor Gott bringt.

Ein weiteres Bild des Psalms richtet den Blick auf das Volk des Messias: „Dein Volk ist willig am Tag deiner Macht; in heiligem Schmuck, aus dem Schoß der Morgenröte kommt dir der Tau deiner Jugend“ (Psalm 110:3). Die Herrschaft Christi wird nicht durch Zwang, sondern durch innerlich gewonnene Hingabe sichtbar. In den Tagen seines Heeres steht ein Volk auf, das nicht mühsam gedrängt werden muss, sondern sich freiwillig zur Verfügung stellt. Die jungen Menschen, die hier wie der Tau des Morgens beschrieben werden, weisen auf eine Frische und Reinheit hin, die von Christus selbst herabfällt. Man denkt an das Bild aus Offenbarung 14, wo 144.000 mit dem Lamm auf dem Berg Zion stehen, „die Seinen Namen und den Namen Seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben hatten“ (Offenbarung 14:1), und von denen es heißt: „Diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin Es auch immer gehen mag“ (Offenbarung 14:4). Das Reich Gottes wächst, indem Christus Menschen gewinnt, die ihm innerlich gehören und in seiner Gegenwart geformt werden.

Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde mache zum Schemel deiner Füße. (Ps. 110:1)

Er, der die Ausstrahlung Seiner Herrlichkeit und der exakte Abdruck Seiner Substanz ist und alle Dinge durch das Wort Seiner Kraft stützt und trägt, und nachdem Er die Reinigung von den Sünden vollbracht hat, hat Er Sich zur Rechten der Majestät in der Höhe niedergesetzt, (Hebr. 1:3)

Die höchste Offenbarung Christi in Psalm 110 ist keine ferne theologische Spitze, sondern ein tragender Grund für das Leben der Gemeinde. Der Blick auf den erhöhten Herrn entlastet von dem Druck, selbst alles sichern zu müssen, und zugleich weckt er eine neue Bereitschaft, sich ihm mit freiem Herzen zur Verfügung zu stellen. Wer weiß, dass Christus als König regiert und als Hoherpriester für ihn eintritt, kann mutig in unvollkommene Situationen hineingehen, ohne von ihnen definiert zu werden. Zwischen dem „ Sie ist eingeladen, diese Zeit nicht als Zwischenraum der Bedeutungslosigkeit zu verstehen, sondern als Raum, in dem der erhöhte Christus seine Herrschaft sichtbar macht – durch ein williges Volk, das im Vertrauen auf ihn lebt, dient und hofft.


Herr Jesus, führe uns im Licht Deines Wortes und schenke uns Gnade, die gezeigte Wahrheit nicht nur zu verstehen, sondern im Alltag aus Deinem Leben zu erfahren. Bewahre uns in Deiner Gegenwart, damit unser Denken, Reden und Dienen von Dir geprägt wird und Dein Name in der Gemeinde verherrlicht wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Psalms, Chapter 38