Das Wort des Lebens
lebensstudium

Die vollendete göttliche Offenbarung in der gesamten Heiligen Schrift bezüglich der Beziehung Gottes zum Menschen (2)

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Wer die leidvollen Fragen Hiobs kennt, spürt etwas von der Spannung zwischen menschlicher Frömmigkeit und der tiefen Sehnsucht nach Gottes wirklicher Nähe. Die neutestamentliche Offenbarung geht dieser Sehnsucht auf radikale Weise nach: Gott bleibt nicht auf Distanz, sondern kommt selbst in Christus in unsere Geschichte, um mit dem Menschen eine unauflösliche Einheit einzugehen. Vom Stall in Bethlehem bis zur Herrlichkeit des neuen Himmels und der neuen Erde entfaltet die Schrift eine zusammenhängende Linie, in der Gottes Antwort auf Leid, Schuld und Vergänglichkeit sichtbar wird – nicht in Erklärungen, sondern in einem göttlich-menschlichen Leben, das uns mit hineinzieht.

Gott kommt in Christus in die menschliche Geschichte

Die neutestamentliche Offenbarung setzt damit ein, dass Gott selbst die Schwelle unserer Geschichte überschreitet. Nicht als Idee, nicht als neue Forderung, sondern als Mensch. “Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott” – so heißt es in Johannes 1:1; und wenig später: “Und das Wort wurde Fleisch und stiftshüttete unter uns” (Joh. 1:14). Der ewige Sohn nimmt einen Anfang in der Zeit, ohne aufzuhören, der zu sein, der Er von Ewigkeit her ist. Er wird im Schoß einer Jungfrau empfangen, verborgen in der verborgenen Geschichte einer jungen Frau aus Nazareth, und tritt als Kind in die Welt ein. Matthäus fasst dieses Geheimnis in einem Namen zusammen: “Sie werden Ihm den Namen Emmanuel geben (was übersetzt heißt: Gott mit uns)” (Mt. 1:23). Gott mit uns – nicht nur Gott über uns, nicht nur Gott für uns, sondern Gott in unsere Begrenztheit hinabgestiegen, hineingetreten in unsere Müdigkeit, unser Fragen und unser Sterben.

Das Neue Testament offenbart, dass Gott in einer menschlichen Jungfrau empfangen wurde, um aus ihr als Mensch geboren zu werden. Dadurch wurde die Göttlichkeit in die Menschheit hineingebracht, und Gott und Mensch wurden als eine einzige Entität miteinander vermengt, jedoch nicht als eine dritte Substanz (Joh. 1:1, 14; Mt. 1:20, 23; 1.Tim. 3:16). (Witness Lee, Life-Study of Job, Botschaft vierunddreißig, S. 181)

In diesem Kommen verbindet sich Göttlichkeit mit Menschlichkeit unauflöslich und doch ohne Vermischung. Der, der in der Krippe liegt, ist nicht ein dritter, gemischter Zwischenwesen, sondern der wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch. In Ihm wohnt, wie Kolosser 2:9 sagt, “die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig”. Die Fülle Gottes bleibt Fülle, die Wirklichkeit des Menschseins bleibt wirklich menschlich. Der Allmächtige kennt nun Hunger, Schlaflosigkeit, Missverständnis und Verrat von innen her, ohne je seine Heiligkeit zu verlieren. Damit beginnt eine neue Phase der Offenbarung: Gott begegnet dem Menschen nicht mehr nur durch Prophetenworte und Gesetzesforderungen, sondern in einer Person, die man sehen, hören, berühren konnte. Der Weg zu Gott ist nicht länger zuerst eine Straße aus Geboten, sondern ein Angesicht, ein Leben, ein Herz.

Doch diese Menschwerdung bleibt kein bloßes Zeichen der Nähe, sie trägt von Anfang an den Schatten des Kreuzes in sich. Der eingeborene Sohn nimmt unsere Natur an, um an unserer Stelle zu tragen, was uns von Gott trennt. In seinem stellvertretenden Tod beendet Christus vor Gott alles Negative, das zwischen Ihm und uns steht: Schuld, Anklage, Macht der Sünde, Gottferne. Am Kreuz wird nicht nur eine einzelne Tat gesühnt, sondern eine ganze Existenzweise zu Ende gebracht – der “alte Mensch” mit seiner Gottlosigkeit. In diesem Ende liegt zugleich der Anfang einer neuen Geschichte, denn im Sterben dieses einen Menschen wird das göttliche Leben nicht ausgelöscht, sondern freigesetzt.

In der Auferstehung tritt dieses Geheimnis ins Licht. Der Gekreuzigte bleibt nicht im Grab, sondern wird vom Vater in die Herrlichkeit hinein aufgehoben. In Apostelgeschichte 13:33 wird auf den zweiten Psalm verwiesen: “Du bist Mein Sohn; heute habe Ich Dich gezeugt.” Die Auferstehung ist mehr als ein Zurück ins irdische Leben, sie ist die Einführung der angenommenen Menschlichkeit in die Sphäre der göttlichen Herrlichkeit. Mit dieser Auferstehung geschieht eine weitere Vertiefung der Beziehung: Der letzte Adam wird, wie 1. Korinther 15:45 sagt, “zu einem Leben gebenden Geist”. Der, der äußerlich unter uns wandelte, kommt nun innerlich zu uns, um sein Auferstehungsleben in die Glaubenden hineinzuteilen. Und in der Himmelfahrt wird derselbe Jesus “zum Herrn als auch zum Christus” eingesetzt (Apg. 2:36) und “als Führer und Retter” erhöht (Apg. 5:31). Von dort aus wirkt Er weiter, unsichtbar, aber wirksam, indem Er Menschen rettet und seine Gemeinde als Ausdruck seines Reiches aufbaut.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. (Joh. 1:1)

Und das Wort wurde Fleisch und stiftshüttete unter uns (und wir haben Seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als des Einziggeborenen vom Vater), voller Gnade und Wirklichkeit. (Joh. 1:14)

Wenn die neutestamentliche Offenbarung damit beginnt, dass Gott in Christus unsere Geschichte betritt, dann wird auch unser Glaube von innen her entlastet. Der Mittelpunkt ist nicht, was wir für Gott tun, sondern wer Er in Christus für uns geworden ist. In Zeiten, in denen das eigene Leben brüchig erscheint, darf dieses Kommen Gottes neu Gewicht gewinnen: Er hat sich nicht gescheut, sich an unsere Schwachheit zu binden und sie zu seiner eigenen Wegstrecke zu machen. Aus dieser Gewissheit erwächst eine stille Zuversicht: Die Geschichte zwischen Gott und uns ruht letztlich nicht auf unserer Beständigkeit, sondern auf dem, der kam, litt, starb, auferstand und erhoben wurde – und der als lebengebender Geist immer noch derselbe ist, der sich einst in Bethlehem in unsere Welt gelegt hat.

In Christus einsgemacht, erneuert und verwandelt

Was Christus getan hat, bleibt im Neuen Testament nicht auf Ihn allein beschränkt, als wäre es ein fremdes, nur zu bestaunendes Geschehen. Gott zieht die Glaubenden in diese Geschichte hinein, sodass das, was mit Christus geschah, vor Gott ihre Geschichte wird. Paulus fasst das in einer verdichteten Formulierung: “Denn wenn wir mit Ihm in der Gleichgestalt Seines Todes zusammengewachsen sind, werden wir es gewiss auch in der Gleichgestalt Seiner Auferstehung sein” (Röm. 6:5). Nicht nur äußerlich, sondern “zusammengewachsen” – als wäre ein neues Lebewesen entstanden, in dem Christi Weg unsere Spur geworden ist. Deshalb heißt es zugleich, dass unser “alter Mensch mit Ihm zusammen gekreuzigt worden ist” (Röm. 6:6). In Gottes Sicht hat der, der wir in unserer Selbstbestimmung, in unserer Eigen-Gerechtigkeit und Gottferne waren, sein Ende in Christus bereits gefunden. Und umgekehrt: “auch uns, als wir in den Verfehlungen tot waren, zusammen mit Christus lebendig gemacht” und “zusammen mit Ihm auferweckt” und “zusammen mit Ihm niedergesetzt im Himmlischen in Christus Jesus” (Eph. 2:5-6).

Durch Seinen Tod, Seine Auferstehung und Seine Himmelfahrt hat Christus alle Seine Gläubigen mit Sich selbst eins gemacht. So sind Sein Tod, Seine Auferstehung und Seine Himmelfahrt zu den ihren geworden (Röm. 6:5–6; Eph. 2:5–6); daher sind Seine Erfahrungen zu ihrer eigenen Geschichte geworden. (Witness Lee, Life-Study of Job, Botschaft vierunddreißig, S. 182)

Diese Einmachung ist keine fromme Idee, sondern die Grundlage aller weiteren Zuwendungen Gottes. “In Ihm haben wir die Erlösung durch Sein Blut, die Vergebung der Verfehlungen nach dem Reichtum Seiner Gnade” (Eph. 1:7). Was uns von Gott trennte, wird nicht durch schrittweise moralische Verbesserung überbrückt, sondern durch eine einmalige, vollgültige Tat: das Blut Christi, das Gott als Maßstab der Gerechtigkeit anerkennt. Deshalb kann Paulus über die Korinther sagen: “Doch ihr habt euch reinwaschen lassen, doch ihr seid geheiligt worden, doch ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus Christus und in dem Geist unseres Gottes” (1. Kor. 6:11). Hier wird Vergangenheit (reinwaschen, gerechtfertigt) und Gegenwart (geheiligt) in Christus gebündelt. Gottes Gerechtigkeit wird nicht mehr als drohende Forderung vor uns gehalten, sondern uns als Gewand gereicht: “Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben” (Röm. 3:22).

Von hier aus entfaltet sich eine umfassende Bewegung der Erneuerung. Gott belässt es nicht bei der Vergebung, sondern setzt uns in Christus hinein, damit Er unser ganzer Weg wird. “Von Ihm aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott zur Weisheit geworden ist: sowohl zur Gerechtigkeit als auch zur Heiligung und zur Erlösung” (1. Kor. 1:30). Gerechtigkeit richtet unsere Vergangenheit, Heiligung durchdringt unsere Gegenwart, Erlösung umfasst sogar die Zukunft unseres Leibes, bis hin zu dem Tag, an dem “die Erlösung unseres Leibes” (Röm. 8:23) offenbar wird. Paulus spricht davon, dass Christus “unseren Leib der Erniedrigung umgestalten wird, dass er Seinem Leib der Herrlichkeit gleichgestaltet sei” (Phil. 3:21). Die Linie ist klar: Was in Christus als Einzelereignis begann, soll in uns zur durchgearbeiteten Wirklichkeit werden – innerlich jetzt, äußerlich in der kommenden Herrlichkeit.

Die Bibel beschreibt diese Bewegung mit Bildern von Geburt und Umwandlung. Durch die Auferstehung Jesu “hat uns [Gott] nach Seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung” (1. Petr. 1:3). Titus 3:5 spricht von “der Waschung der Wiedergeburt und der Erneuerung des Heiligen Geistes”. Gott schenkt nicht nur Vergebung, sondern einen neuen Anfang aus einem anderen Leben. Dieses Leben wirkt weiter im Inneren: “Lasst euch umwandeln durch die Erneuerung des Verstandes” (Röm. 12:2), und “dass ihr im Geist eures Verstandes erneuert werdet” (Eph. 4:23). Während unser äußerer Mensch verfällt, “wird doch unser innerer Mensch Tag für Tag erneuert” (2. Kor. 4:16). Und indem wir “die Herrlichkeit des Herrn anschauen”, werden wir “in dasselbe Bild umgewandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit” (2. Kor. 3:18). All diese Formulierungen zeigen: Gottes Handeln in Christus will nicht nur als Lehre geglaubt, sondern als innere Geschichte durchlebt werden.

Denn wenn wir mit Ihm in der Gleichgestalt Seines Todes zusammengewachsen sind, werden wir es gewiss auch in der Gleichgestalt Seiner Auferstehung sein, (Röm. 6:5)

da wir dies wissen, dass unser alter Mensch mit Ihm zusammen gekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt werde, damit wir nicht mehr der Sünde als Sklaven dienen; (Röm. 6:6)

Die Einsmachung mit Christus bedeutet, dass das letzte Wort über unser Leben nicht in unseren eigenen Händen liegt. Wenn Gottes Urteil über uns an der Person Christi festgemacht ist, darf der bedrückende Blick auf das eigene Versagen nachlassen. Stattdessen gewinnt die Frage an Gewicht, wie Christus in uns Gestalt gewinnen kann – durch sein Wort, durch seinen Geist, durch die oft unscheinbaren Prozesse der Erneuerung, in denen unser Denken, Fühlen und Wollen nach und nach in seine Richtung gezogen wird. Aus dieser Perspektive verlieren selbst schmerzliche Erfahrungen etwas von ihrer Sinnlosigkeit: Sie stehen unter der Verheißung, dass Gott sie in das große Werk der Umwandlung einwebt, in dem wir seinem Sohn gleichgestaltet werden. So entsteht ein stiller Mut, die eigene Geschichte nicht mehr zu verleugnen, sondern sie im Licht der Geschichte Christi annehmen zu lernen.

Die Beziehung mündet in den Leib Christi und die neue Schöpfung

Die Linie der Offenbarung würde unvollständig bleiben, wenn sie bei der persönlichen Rettung des Einzelnen endete. Gottes Ziel mit der Menschheit geht weiter: Er will sich selbst als Dreieiner Gott in einem Leib von Menschen ausdrücken. Jesus kündigt dies bereits im Johannesevangelium an, wenn Er von einem kommenden Wohnen spricht, das wechselseitig ist: “Ich werde den Vater bitten, und Er wird euch einen anderen Beistand geben, dass Er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wirklichkeit” – und kurz darauf: “An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass Ich in Meinem Vater bin und ihr in Mir und Ich in euch” (Johannes 14:16-20). Der Vater ist im Sohn, der Sohn ist im Vater, und der Geist bringt diese Wirklichkeit in die Glaubenden hinein. So wird die innere Gemeinschaft der göttlichen Personen zur Quelle einer neuen, gemeinschaftlichen Existenzform unter Menschen.

Epheser 4:4–6 zeigt, dass der Vater, der Sohn und der Geist als der Dreieine Gott zur Quelle, zum Element und zum Wesen der Gemeinde als des Leibes Christi geworden sind. Gott, der Vater, ist die Quelle, Gott, der Sohn, ist das Element, und Gott, der Geist, ist das Wesen. (Witness Lee, Life-Study of Job, Botschaft vierunddreißig, S. 184)

Dieser Gedanke wird durch den Geist der Wahrheit weiter entfaltet. Jesus sagt: “Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber Er kommt, der Geist der Wahrheit, wird Er euch in die ganze Wirklichkeit leiten” (Johannes 16:12-13). Ein großer Teil dessen, was die Apostel – besonders Paulus – später verkündigen, steht in dieser Linie. In Kolosser 1:25-27 spricht Paulus von dem Dienst, der ihm gegeben ist, “um das Wort Gottes zu vollenden”, nämlich das Geheimnis, “das von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen gewesen ist”, jetzt aber offenbart wird: “Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit”. Christus ist “das Bild des unsichtbaren Gottes” (Kol. 1:15) und zugleich das Zentrum, in dem alles geschaffen und zusammengehalten ist (Kol. 1:16-17). Die Gemeinde wird als Sein Leib beschrieben, “damit Er Selbst in allen Dingen den ersten Platz einnehme” (Kol. 1:18-19).

Epheser 4:4-6 fasst diese Wirklichkeit in eine dichte Formulierung: “Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist.” Der eine Geist macht die vielen Glaubenden zu einem Leib, der eine Herr (Christus) ist das Haupt dieses Leibes, und der eine Gott und Vater ist die Quelle, die alles durchdringt. Der Dreieiner Gott wird so zur inneren Struktur der Gemeinde: der Vater als Quelle, der Sohn als Inhalt und Element, der Geist als Wesen und lebendige Realität. Wenn Paulus vom “Leib Christi” spricht, meint er darum mehr als eine fromme Metapher. Es geht um eine organische Wirklichkeit: Christus teilt sein Auferstehungsleben aus, und dieses Leben verbindet die Glaubenden untereinander und mit Ihm selbst.

In dieser Perspektive wird Christus zur zugeteilten Portion eines jeden Gläubigen und zugleich zum alles erfüllenden Zentrum der ganzen neuen Menschheit. “Indem ihr dem Vater Dank sagt, der euch qualifiziert hat zu einem Anteil am zugelosten Anteil der Heiligen im Licht” (Kol. 1:12): Gott selbst ist der, der zuloset, und was Er zuloset, ist Christus. Daher kann Paulus sagen: “Wenn Christus, unser Leben, offenbar gemacht wird, dann werdet auch ihr zusammen mit Ihm in Herrlichkeit offenbar gemacht werden” (Kol. 3:4). Und weiter: Wir haben “den neuen Menschen angezogen, der zur völligen Erkenntnis nach dem Bild dessen erneuert wird, der ihn geschaffen hat” (Kol. 3:10). In diesem neuen Menschen gilt: “Christus ist alles und in allen” (Kol. 3:11). Hier verschwinden nicht Persönlichkeit und Vielfalt, aber kein natürliches Merkmal – Herkunft, Bildung, Stärke, Stellung – bildet mehr das Zentrum. Es gibt nur noch ein bestimmendes Maß: Christus, der in allen wohnt und durch alle zur Sprache kommen will.

Relevante Schriftstellen: Joh. 14:16-20, Joh. 16:12-15, Kol. 1:25-27, Kol. 2:2, Eph. 3:4, Eph. 4:4-6.

So öffnet die Menschwerdung des Wortes einen Weg, auf dem Gott nicht fern bleibt, sondern unser alltägliches Leben mit seiner Gegenwart und Wirklichkeit erfüllt.


Herr Jesus Christus, du eingeborener und erstgeborener Sohn des Vaters, danke, dass du in unsere Menschlichkeit gekommen bist, alles Trennende am Kreuz getragen hast und uns in deine Auferstehung und Herrlichkeit mit hineingenommen hast. Vater, du kennst unsere Begrenzungen, unsere Fragen und unsere inneren Kämpfe, und doch hast du beschlossen, uns in Christus zu rechtfertigen, zu heiligen, zu verwandeln und eines Tages völlig zu verherrlichen. Heiliger Geist, du inwohnende Realität des Dreieinen Gottes, stärke in uns das Vertrauen, dass dein umwandelndes Werk auch durch Schwachheit, Verlust und Unverständliches hindurch zu einem ewigen Gewicht von Herrlichkeit führt. Lass Christus mehr und mehr alles in uns sein, damit unser Leben – mitten im Alltag – ein Vorgeschmack auf die kommende Herrlichkeit der Neuen Jerusalem wird. Bewahre unsere Herzen in der Hoffnung, dass nichts und niemand uns aus deiner Hand reißen kann und dass deine Liebe ihr Ziel mit uns sicher erreichen wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Job, Chapter 34