Das Wort des Lebens
lebensstudium

Ruths Stellungen als Sinnbilder für die Stellungen der Gläubigen in Christus

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Die kurze Erzählung von Ruth wirkt auf den ersten Blick wie eine bewegende Familiensaga voller Verlust, Treue und neuer Hoffnung. Doch hinter den persönlichen Lebensumständen dieser moabitischen Frau verbirgt sich eine geistliche Linie, die von der Schöpfung des Menschen bis zu Christus selbst reicht. Ruths wechselnde Stellungen vor Gott spiegeln wider, was jeder Mensch und besonders jeder Gläubige in Christus durchläuft: von der guten Schöpfung über die Tiefe des Falls hin zur völligen Wiederherstellung und zu einem fruchtbaren Leben an der Seite des himmlischen Bräutigams. Wer Ruth genauer betrachtet, entdeckt darin ein kraftvolles Sinnbild dafür, wie Gott aus gebrochener Geschichte eine neue Schöpfung formt.

Von der guten Schöpfung in den tiefen Fall

Am Anfang der Ruth-Geschichte steht eine Frau, die schlicht «Ruth, die Moabiterin» genannt wird. In dieser Zurückhaltung schimmert dennoch etwas von der Würde durch, die Gott jedem Menschen gegeben hat. Von der Schöpfung her ist Ruth nicht weniger Mensch als Noomi oder Boas. In 1. Mose 1:27 heißt es: «Und Gott schuf den Menschen in Seinem Bild; im Bild Gottes schuf Er ihn; als Mann und Frau schuf Er sie.» Und der Bericht schließt diesen Schöpfungstag mit den Worten: «Und Gott sah alles an, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut» (1. Mose 1:31). In diesem Licht dürfen wir auch auf Ruth sehen: Als Geschöpf Gottes ist sie getragen von einem ursprünglichen «sehr gut», geschaffen, um Gott zu spiegeln, um Beziehung zu Ihm zu haben und Sein Herz in einer menschlichen Geschichte widerzuspiegeln. Diese Würde ist nicht das Vorrecht weniger, sondern der stille Hintergrund eines jeden menschlichen Lebens.

Ruths erster Zustand war der einer von Gott geschaffenen Person, die sehr gut war (1.Mose 1:27, 31). Zweitens war sie eine in Adam gefallene Person, die von Gott verurteilt und vor Ihm in die Stellung einer Sünderin versetzt worden war (Röm. 5:18, 19). Drittens wurde sie, indem sie Gott als ihren Ehemann verließ, zu einem alten Menschen, der Sich selbst ein alter Ehemann war (Röm. 6:6; 7:2) und sie in Verschuldung brachte. Viertens wurde sie eine Schuldnerin in der Sünde dieses alten Ehemannes. Fünftens war sie eine Moabiterin, eine inzestuöse Heidin, die von Gott verlassen war (5.Mose 23:3). (Witness Lee, Life-Study of Ruth, Botschaft sieben, S. 33)

Doch die Bibel verschweigt nicht, dass dieses gute Anfangswort in unserer Erfahrung von einem anderen Wort überlagert wird: dem Wort vom Fall. Ruth ist nicht nur Mensch, sie ist Moabiterin – eine Fremde, entsprungen einer Geschichte von Verirrung und Schuld. Über Moab heißt es im Gesetz: «Ein Bastard darf nicht in die Versammlung des HERRN kommen; auch die zehnte Generation von ihm soll nicht in die Versammlung des HERRN kommen» (5. Mose 23:3). In dieser strengen Formulierung spiegelt sich unsere eigene Lage wider: Wir gehören zu einem Menschengeschlecht, das in Adam gefallen ist und vor Gott als Sünder dasteht. Paulus fasst es so: «So wie es nun durch eine Verfehlung für alle Menschen zur Verurteilung kam, so kam es auch durch eine gerechte Tat für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens» (Röm. 5:18). Zwischen diesen beiden Polen – Verurteilung und Rechtfertigung – bewegt sich die Geschichte der Menschheit und auch die Geschichte Ruths.

Im Licht des Evangeliums wird Ruths Herkunft zu einem Spiegel unseres inneren Zustands. Die Schrift beschreibt den gefallenen Menschen nicht nur als jemand, der etwas Falsches getan hat, sondern als jemanden mit einem «alten Menschen». Es heißt: «da wir dies wissen, dass unser alter Mensch mit Ihm zusammen gekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Kraft gesetzt werde, damit wir nicht mehr der Sünde als Sklaven dienen» (Röm. 6:6). Bevor dieser alte Mensch mit Christus gekreuzigt wird, lebt er in uns als ein innerer «Ehepartner», der uns bindet, prägt und in eine Spirale von Schuld führt. Paulus verwendet das Bild der Ehe, um diese Bindung zu beschreiben: «Denn die verheiratete Frau ist durch das Gesetz an ihren Mann gebunden, während er lebt; wenn aber der Mann stirbt, ist sie in Bezug auf ihren Mann vom Gesetz losgemacht» (Röm. 7:2). So wie Ruth zunächst an ihre Herkunft, ihre Vergangenheit und die Rechtslage des Gesetzes gebunden ist, stehen auch wir in einer Beziehung zu unserem alten Menschen, aus der wir uns aus eigener Kraft nicht lösen können.

Das Buch Ruth zeichnet diesen Zustand nicht als abstrakte Lehre, sondern in den Farben einer Biografie. Eine junge Frau, verwitwet, in einem fremden Land, mit einer Schwiegermutter, deren Name «Lieblichkeit» (Noomi) in «Bitterkeit» umzuschlagen scheint – all das verdichtet die Erfahrung eines Lebens, das vom guten Anfang weit entfernt ist. Wenn Paulus schreibt: «zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheißung; und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt» (Epheser 2:12), könnte das sehr gut über Moab und über Ruth stehen. Ihre geographische Entfernung von Bethlehem, dem «Haus des Brotes», wird so zu einem Bild unserer geistlichen Entfernung von Gottes Gegenwart und Verheißungen.

Und Gott schuf den Menschen in Seinem Bild; im Bild Gottes schuf Er ihn; als Mann und Frau schuf Er sie. (1.Mose 1:27)

Und Gott sah alles an, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend und es wurde Morgen: der sechste Tag. (1.Mose 1:31)

Ruth hilft, die Spannung auszuhalten, in der jeder Gläubige lebt: Die Würde der Schöpfung steht neben der Realität des Falls. Wer seine eigene Fremdheit, Schuld und innere Gebundenheit erkennt, braucht sich vor dieser Wahrheit nicht zu fürchten; sie öffnet vielmehr den Blick für die Tiefe der Gnade. In Ruths Spiegel wird sichtbar, dass Gott Menschen ernst nimmt, wie sie sind – mit ihrer Geschichte, ihren Grenzen und ihrem Abstand zu Ihm – und gerade da ansetzt, um etwas Neues zu beginnen. Das Wissen um den alten Menschen entmutigt nicht, wenn es im Licht dessen gesehen wird, was Gott mit einem gewöhnlichen, verletzlichen Leben zu tun vermag.

Erlöst und mit einem neuen Bräutigam verbunden

Inmitten dieser Lage geschieht bei Ruth ein stiller, aber entscheidender Richtungswechsel. Sie bleibt nicht in Moab, sondern bricht mit Noomi nach Bethlehem auf. Ihr Bekenntnis fasst diesen Schritt in Worte, die bis heute bewegen: «Denn wohin du gehst, (dahin) will (auch) ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe (auch) ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott» (Ruth 1:16). Damit löst sie sich von Herkunft, familiären Sicherheiten und den Göttern Moabs und stellt sich unter den Gott Israels. In der Tiefe ist das ein Bild dessen, was Glauben bedeutet: nicht nur eine neue Überzeugung, sondern ein Hineintreten in ein anderes Volk, in eine andere Geschichte, in eine neue Beziehung.

Sechstens wurde sie eine, die sich zu den Auserwählten Gottes, zu Israel, gesellte, um an den Verheißungen Gottes teilzuhaben (Eph. 2:12–13; 3:6). Siebtens wurde sie von ihrem Verwandten Boas erlöst, um ihm, ihrem neuen Ehemann, als neue Frau zu gehören (Ruth 4:5.13). (Witness Lee, Life-Study of Ruth, Botschaft sieben, S. 33)

Boas deutet diesen Schritt, als er Ruth begegnet: «Es ist mir alles genau berichtet worden, was du an deiner Schwiegermutter getan hast nach dem Tod deines Mannes, daß du deinen Vater und deine Mutter und das Land deiner Verwandtschaft verlassen hast und zu einem Volk gegangen bist, das du früher nicht kanntest» (Ruth 2:11). Und dann spricht er ein Segenswort, das wie eine Überschrift über Ruths weiterem Weg steht: «Der HERR vergelte dir dein Tun, und dein Lohn möge ein voller sein von dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um unter seinen Flügeln Zuflucht zu suchen!» (Ruth 2:12). Das Bild der Flügel erinnert an einen Ort des Schutzes, der Nähe, des Angenommenseins. Geistlich gesehen geschieht hier, was Paulus beschreibt: «Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden» (Epheser 2:13). Aus der Fremden wird eine, die Zuflucht unter Gottes Gegenwart gefunden hat.

Der eigentliche Wendepunkt liegt jedoch tiefer als der Ortswechsel. In Ruth 4 tritt Boas als «Löser» auf, als naher Verwandter, der das Recht und die Verantwortung hat, das Feld Elimelechs zu erwerben und Ruth zur Frau zu nehmen. Er erklärt vor den Ältesten: «Ihr seid heute Zeugen dafür, daß ich aus der Hand Noomis hiermit alles erworben habe, was dem Elimelech, und alles, was Kiljon und Machlon gehört hat» (Ruth 4:9). Und weiter: «Somit habe ich mir auch Machlons Frau, Rut, die Moabiterin, als Frau erworben, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil (neu) erstehen zu lassen» (Ruth 4:10). Was äußerlich wie eine rechtliche Transaktion wirkt, ist in seiner geistlichen Bedeutung ein starkes Bild: Jemand tritt ein, übernimmt die Schulden, hebt die Hand über das verwaiste Erbe und nimmt die verwitwete Frau in eine neue, geschützte Beziehung auf.

Darin spiegelt sich, was Christus als unser göttlich-menschlicher Verwandter getan hat. Er ist nicht fern geblieben, sondern ist Mensch geworden, um uns auf der Ebene unseres Menschseins zu begegnen und zu vertreten. Durch Sein Kreuz hat Er den alten Menschen gerichtet und die Herrschaft der Sünde gebrochen, wie es in Römer 6:6 heißt. Zugleich hat Er uns mit Sich verbunden, sodass wir nicht länger zu dem alten «Ehepartner» gehören, sondern zu Ihm. Paulus fasst das in Epheser 3:6 so: Die Nationen sind «in Christus Jesus […] Miterben und Glieder desselben Leibes und Mitteilhaber der Verheißung […] durch das Evangelium» (Epheser 3:6). Erlösung bedeutet darum mehr als das Streichen einer Schuldliste; sie schafft eine neue Zugehörigkeit, eine neue Identität, eine neue Nähe.

Aber Rut sagte: Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, von dir weg umzukehren! Denn wohin du gehst, (dahin) will (auch) ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe (auch) ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. (Ruth 1:16)

Da antwortete Boas und sagte zu ihr: Es ist mir alles genau berichtet worden, was du an deiner Schwiegermutter getan hast nach dem Tod deines Mannes, daß du deinen Vater und deine Mutter und das Land deiner Verwandtschaft verlassen hast und zu einem Volk gegangen bist, das du früher nicht kanntest. (Ruth 2:11)

Ruths Verbindung mit Boas stellt vor Augen, dass Gottes Erlösung kein äußerlicher Vertragswechsel ist, sondern eine tiefgreifende Neuordnung der Zugehörigkeit. Der Gläubige lebt nicht mehr unter der Herrschaft des alten Menschen, sondern unter dem Schutz und der Liebe Christi, des wahren Bräutigams. Diese Wahrheit lädt ein, die eigene Identität nicht länger aus Herkunft, Vergangenheit oder inneren Anklagen abzuleiten, sondern aus der Nähe zu Christus. Wer sich im Glauben unter die «Flügel» Gottes gestellt weiß, darf Schritt für Schritt erfahren, wie die neue Schöpfung, in die er gestellt ist, in Denken, Wünschen und Beziehungen sichtbar wird.

Ein Leben, das Christus in die Welt hineinträgt

Wenn Ruth Boas heiratet und einen Sohn gebiert, endet die Erzählung nicht im privaten Glück eines Paares. Der Bericht schlägt einen überraschend weiten Bogen und setzt Ruths Sohn in eine Ahnenreihe, die bis zu David reicht. «So nahm Boas die Rut, und sie wurde seine Frau, und er ging zu ihr ein. Und der HERR schenkte ihr Schwangerschaft, und sie gebar einen Sohn» (Ruth 4:13). Wenige Verse später heißt es: «und Salmon zeugte Boas von der Rahab, und Boas zeugte Obed von der Ruth, und Obed zeugte Jesse» (Matthäus 1:5). Aus der Fremden wird eine Ahnfrau des Königs David, und durch ihn hindurch Teil jener Linie, in der Gott Seinen Messias in die Welt bringt. Ruths unspektakulärer Alltagsgehorsam mündet in eine Geschichte, die weit über ihr eigenes Leben hinausreicht.

Achtens war sie eine, die die Linie der Menschwerdung Christi bewahrte (Mt. 1:5b). Neuntens war sie die Urgroßmutter Davids, der die königliche Familie der von Gott verordneten Regierung auf der Erde hervorbrachte. Zehntens wurde sie zu einer entscheidenden Vorfahrin Christi, durch die Christus, die Verkörperung Gottes, zu den Menschen auf der Erde kam. (Witness Lee, Life-Study of Ruth, Botschaft sieben, S. 33)

Darin spiegelt sich ein Grundzug von Gottes Handeln: Wer mit Christus verbunden ist, wird hineingenommen in einen größeren Zusammenhang. Paulus schreibt: «Daher, wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden» (2. Korinther 5:17). Diese neue Schöpfung ist nicht nur innerliche Erneuerung, sondern sie fügt den Einzelnen in einen Leib ein, durch den Gott in dieser Welt präsent sein will. Petrus nennt die Gläubigen ein «königliches Priestertum», damit sie «die Tugenden dessen verkündigen», der sie aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht gerufen hat (vgl. 1. Petrus 2:9). Ruth lebt genau an dieser Schnittstelle: Sie bleibt eine konkrete Frau mit Alltagssorgen, und doch trägt sie, ohne es zu ahnen, die Linie, in der Gott Seine Königsherrschaft und schließlich Christus selbst in die Welt bringt.

Wenn die Schrift erzählt, wie Christus in die Welt kommt, wird Ruth ausdrücklich erwähnt. Das zeigt, dass Gott die verborgenen Fäden eines Lebens als Teil seines großen Webmusters ernst nimmt. Was Ruth tut – dem Gott Israels vertrauen, auf den Feldern gleanen, der Schwiegermutter treu sein, sich unter die Flügel Gottes bergen –, ist äußerlich unscheinbar. Dennoch wird durch dieses Leben Christus näher an die Menschheit herangebracht. So werden Gläubige zu «Briefen Christi», wie Paulus schreibt: «offenkundig, daß ihr ein Brief Christi seid …, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes» (2. Korinther 3:3). Es geht nicht zuerst darum, große Taten zu vollbringen, sondern Christus inmitten aller Schlichtheit Raum zu geben, sodass Er durch unser Sein, unsere Worte und unsere Beziehungen für andere greifbar wird.

Ruth erinnert daran, dass Gott sich der Welt nicht abstrakt zuwendet, sondern durch Menschen hindurch. Ihr Leben zeigt, dass eine Vergangenheit voller Brüche, eine Herkunft fern von Gottes Volk und eine Biografie ohne äußere Größe kein Hindernis für Gottes Weg sind. Im Gegenteil: Gerade solche Lebensgeschichten werden zu eindrücklichen Gefäßen Seiner Gnade. Wenn Gott Ruth in die Linie der Menschwerdung Christi stellt, macht Er deutlich, dass Er auch heute Menschen so in Seinen Plan einbindet, dass durch sie hinweg Christus anderen begegnet. Das kann in einer Familie geschehen, in einer Gemeinde, an einem Arbeitsplatz, in unscheinbaren Gesten und stillen Entscheidungen. Wo Christus im Herzen Raum gewinnt, beginnt ein Leben, das Ihn, oft unbemerkt, in die Welt hineinträgt.

So nahm Boas die Rut, und sie wurde seine Frau, und er ging zu ihr ein. Und der HERR schenkte ihr Schwangerschaft, und sie gebar einen Sohn. (Ruth 4:13)

und Salmon zeugte Boas von der Rahab, und Boas zeugte Obed von der Ruth, und Obed zeugte Jesse, (Matt. 1:5)

Ruths Platz in der Linie Christi zeigt, dass Gott das Leben der Gläubigen so mit Seinem Heilsplan verknüpft, dass Christus durch sie zu anderen Menschen gelangt. Die eigene Biografie – mit Herkunft, Begrenzungen und Brüchen – verliert damit nicht an Gewicht, sondern gewinnt einen neuen Horizont: Sie wird zum Raum, in dem Christus sichtbar werden kann. Wer sich als neue Schöpfung in Christus versteht, darf gelassen und zugleich aufmerksam leben: Gelassen, weil das Entscheidende nicht an der eigenen Größe hängt, aufmerksam, weil Gott gerade in den kleinen, verborgenen Wegen Seinen Sohn durch uns in diese Welt hineinträgt.


Herr Jesus Christus, danke für das Bild von Ruth, in dem du zeigst, wie du Menschen aus der Tiefe des Falls in eine neue, lebendige Gemeinschaft mit dir hineinführst. Du kennst unsere Herkunft, unsere Schuld und unsere inneren Bindungen, und doch rufst du uns an dein Herz und machst uns zu deinem Eigentum. Stärke in uns das Vertrauen, dass deine Erlösung stärker ist als jede Vergangenheit und dass dein neues Leben in uns wirklich wachsen und Gestalt gewinnen kann. Richte unseren Blick darauf, dass wir nicht nur für uns selbst leben, sondern dass du durch unser Leben andere mit deiner Gegenwart berühren möchtest. Lass aus unserer Schwachheit ein Zeugnis deiner Gnade werden, durch das deine Treue sichtbar wird und dein Name geehrt wird. Bewahre uns in der Hoffnung, dass du dein gutes Werk vollenden wirst und dass nichts uns aus deiner Hand reißen kann. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Ruth, Chapter 7