Zum Heer geformt werden (13)
Viele Christen wissen, dass Gott sie gerettet hat, aber nicht, wie reich seine Versorgung für ihr tägliches Leben mit ihm wirklich ist. Die Bibel zeichnet das Bild eines Gottes, der nicht fern bleibt, sondern sich selbst „ausarbeitet“, um uns ganz nahe zu kommen, sich mit uns zu verbinden und uns innerlich umzuwandeln. In den Opferbildern und in der Salbung im Alten Testament leuchtet eine tiefe Realität auf: Gott bereitet alles vor, damit wir nicht aus eigener Kraft für ihn leben müssen, sondern aus dem, was er selbst in uns hineingelegt hat.
Der verarbeitete Dreieine Gott – Gottes Salbung als „Anstrich“ unseres Lebens
Im Bild der Stiftshütte wird deutlich, wie Gott mit seinem Eigentum umgeht. Die Wohnung gehörte ihm bereits, bevor auch nur ein Tropfen Salböl sie berührte. Und doch heißt es von ihr, dass Mose sie nicht nur aufrichtete, sondern sie „gesalbt und mit allen ihren Geräten geheiligt hatte sowie den Altar und alle seine Geräte und er sie gesalbt und geheiligt hatte“ (4.Mose 7:1). Das Eigentumsverhältnis allein genügte Gott nicht. Er wollte seine Wohnung mit sich selbst durchdringen, sie mit seiner Gegenwart tränken, bis sein Geruch, seine Heiligkeit, sein Wesen überall spürbar war. Die Salbung ist darum mehr als ein religiöses Ritual; sie ist Gottes Weg, sich selbst in das hineinzulegen, was ihm gehört. Das heilige Salböl aus 2. Mose 30 ist ein sprechendes Bild dafür: verschiedene Gewürze, sorgfältig gemischt mit Öl – ein Hinweis darauf, dass der Dreieine Gott durch Menschwerdung, menschliches Leben, Leiden, Kreuz und Auferstehung „verarbeitet“ wurde, um als lebendige Salbe zu uns zu kommen.
Gesalbt zu werden bedeutet für uns, dass der verarbeitete Dreieine Gott in uns und auf uns hineingelegt wird, ja sogar mit uns vermischt wird. Als Illustration dient das Anstreichen eines Holzgegenstands: Nachdem mehrere Farbschichten aufgetragen wurden, ist er völlig eins mit der Farbe. Der Gegenstand mag zwar aus Holz sein, doch nachdem er gestrichen ist, sieht man das Holz nicht mehr; vielmehr treten die Natur, das Wesen, das Element, der Charakter, das Erscheinungsbild, die Farbe und der Ausdruck der Farbe hervor, denn die Farbe wurde auf den Holzgegenstand aufgetragen und ist mit ihm eins geworden. (Witness Lee, Life-Study of Numbers, Botschaft vierzehn, S. 102)
Wenn das Neue Testament sagt: „Und ihr habt eine Salbung von dem Heiligen, und ihr alle wisst es“ (1.Joh. 2:20), dann ist damit genau diese göttliche Wirklichkeit gemeint. Der Geist ist nicht nur eine anonyme Kraft, sondern der verarbeitete Dreieine Gott selbst als bewegte, wirkende Salbe in unserem Geist. In diesem Geist sind die Göttlichkeit des Vaters, die wirkliche Menschlichkeit des Sohnes, die vollbrachte Erlösung am Kreuz und die Kraft der Auferstehung enthalten (vgl. 1.Kor 15:45). Wenn Gott uns salbt, legt er nicht einfach ein Etikett auf unser Leben, sondern er „streicht“ sein eigenes Wesen auf und in uns hinein, Schicht um Schicht, wie bei einem Holzgegenstand, der wiederholt gestrichen wird, bis sein rohes Material nicht mehr ins Auge fällt, sondern die Farbe, ihr Glanz, ihr Ausdruck. Unsere Menschlichkeit bleibt echt und unverwechselbar, doch sie wird vom göttlichen „Anstrich“ überzogen. So entsteht ein Leben, in dem nicht zuerst unsere Rauheit, Brüchigkeit und Maserung ins Auge fällt, sondern der stille Glanz Gottes. In diesem Sinn sind die Worte der Offenbarung ein leiser Ruf auch in unseren Alltag hinein: „Und der Geist und die Braut sagen: Komm! … wer will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Offb. 22:17). Wer diesem Ruf Antwort gibt, lässt zu, dass Gott ihn sättigt, durchdringt und färbt – bis sein eigenes Wesen der Ton wird, in dem unser ganzes Leben klingt.
Diese Salbung bleibt nicht an der Oberfläche stehen. Sie sucht unser Inneres, unsere Regungen, unser Denken, unsere verborgenen Motivationen. Der Geist wirkt nicht wie ein einmaliger Farbauftrag, der schnell trocknet und dann abgeschlossen ist, sondern wie eine Salbe, die einzieht, weich macht, durchwärmt. Wie das Öl der heiligen Salbung in der Stiftshütte in jede Fuge, jede Ritze, jede Oberfläche gebracht wurde, so dringt der Geist in die Zonen unseres Lebens vor, die wir selbst kaum kennen. Daraus wächst eine stille Vertrautheit mit Gott: Sein Empfinden wird unser Empfinden, seine Reaktion unser Maßstab, seine Freude unsere Freude. Die Salbung lehrt uns nicht nur Lehren, sie prägt uns. Sie nimmt uns hinein in die Wirklichkeit des Gott-Menschen Christus, in dem Gott und Mensch für immer untrennbar eins sind.
So wird die Salbung zu einer Quelle der Ermutigung. Gott begnügt sich nicht mit einer äußerlichen Veränderung, und er verlangt von uns nicht, aus eigener Kraft ein neues Leben zu „streichen“. Er selbst ist als Salbe da, um unser Inneres zu durchtränken, unsere Härten aufzuweichen und unser dunkles Holz mit dem Licht seiner Farbe zu bedecken. Wo seine Salbung bleibt, dort wächst nicht religiöse Leistung, sondern ein neues, sanftes, von oben her kommendes Leben. Selbst in nüchternen Alltagsmomenten bleibt dieser Trost: Der, der uns salbt, gibt sich selbst – nicht ein System, nicht ein Programm, sondern seine eigene Fülle. Wer das im Glauben erfasst, kann auch in unspektakulären Tagen wissen: Gott ist dabei, mich zu „übermalen“, bis sein eigener Ausdruck in meinem ganz gewöhnlichen Menschsein sichtbar wird.
Und es geschah an dem Tag, da Mose das Aufrichten der Wohnung vollendet und sie gesalbt und mit allen ihren Geräten geheiligt hatte sowie den Altar und alle seine Geräte und er sie gesalbt und geheiligt hatte, (4.Mose 7:1)
Und ihr habt eine Salbung von dem Heiligen, und ihr alle wisst es. (1.Joh. 2:20)
Wenn die Salbung Gottes als inneres Streichen wahrgenommen wird, verändert sich der Blick auf das eigene Leben: Schwächen und Unzulänglichkeiten erscheinen nicht mehr als Gründe zur Entmutigung, sondern als Flächen, die Gott mit seiner heiligen Salbe berühren möchte. Dann geht es nicht mehr zuerst darum, sich selbst energisch zu verbessern, sondern darum, dem Geist Raum zu lassen, der als göttische Salbe im Verborgenen arbeitet. So erwächst eine stille Gewissheit: Gott lässt die Seinen nicht roh und unbehandelt, sondern er widmet sich ihnen geduldig, bis sein Wesen in ihrem Alltag Gestalt gewinnt.
Von guten Menschen zu Gott-Menschen – geformt durch die Salbung
Ein „guter Mensch“ ist leicht beschrieben: moralisch anständig, hilfsbereit, verlässlich. Die Schrift schätzt solche Haltungen; sie sind Frucht der Schöpfungsordnung und oft auch Auswirkung von Gottes bewahrender Gnade. Aber Gottes neutestamentliches Ziel reicht weiter. Er will nicht nur äußerlich tadellose Menschen, sondern Gott-Menschen – Menschen, deren Menschsein mit dem verarbeiteten Dreieinen Gott vermischt ist. In ihnen bleibt das Menschliche nicht verdrängt, sondern wird von Gottes Gegenwart durchzogen. Die Salbung macht diesen Unterschied. Wo sie einwirkt, wird aus einem guten, aber in sich selbst stehenden Menschen ein Gott-Mensch, in dessen Reaktionen, Empfindungen und Entscheidungen eine andere Quelle hörbar wird. So wird verständlich, warum es in 1. Johannes heißt, dass die Salbung „euch über alles belehrt“ (vgl. 1.Joh. 2:27): Sie macht uns nicht nur klüger, sondern formt uns von innen her um.
In Seiner neutestamentlichen Ökonomie will Gott nicht, dass wir nur gute Menschen sind; Er will, dass wir Gott-Menschen werden — Menschen, die mit dem verarbeiteten Dreieinen Gott vermischt sind. Je mehr die Salbe — der verarbeitete Dreieine Gott — auf uns aufgetragen wird, desto mehr werden wir zu Gott-Menschen. (Witness Lee, Life-Study of Numbers, Botschaft vierzehn, S. 105)
Das Alte Testament kennt Vorahnungen dessen. In 1. Mose 18 erscheint Gott Abraham in menschlicher Gestalt, sitzt mit ihm, isst mit ihm, spricht mit ihm wie ein Freund. Später, nach der Auferstehung, tritt der Herr Jesus mit wirklichem, wenn auch verherrlichtem Leib in die Mitte der Jünger: „Als es nun Abend war an jenem Tag, dem ersten der Woche, und die Türen, wo die Jünger waren, aus Furcht vor den Juden verschlossen waren, kam Jesus und trat in die Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch!“ (Johannes 20:19). Er zeigt ihnen Hände und Seite, er isst vor ihnen (Lk. 24:39–43), und doch ist er nicht mehr an Verschlossenheit und Begrenzung gebunden. In dieser Person begegnet uns der wahre Gott-Mensch: völlig Gott, völlig Mensch, untrennbar vereint. Wenn der Geist dieses Christus in uns wohnt, beginnt er, unser Menschsein nach seinem Muster zu formen. Die Salbung führt dann dahin, dass unser Denken, Fühlen und Wollen nicht nur an ethischen Normen ausgerichtet ist, sondern an der Person Christi selbst.
Der Unterschied zeigt sich besonders in Grenzsituationen. Ein guter Mensch bemüht sich, geduldig zu bleiben, freundlich zu sein, gerecht zu handeln – und stößt doch immer wieder an seine Grenzen. Ein Gott-Mensch trägt in derselben Situation dieselben Grenzen in sich, aber er lebt nicht aus ihnen. In ihm wirkt eine andere Kraft: „Der letzte Adam wurde zu einem Leben gebenden Geist“ (1.Kor 15:45). Dieser Geist ist die innere Quelle, aus der übernatürliche Liebe, Langmut, Sanftmut hervorbrechen können, wo die natürliche Reserven längst erschöpft sind. Die Salbung bedeutet dann: der Geist Christi durchdringt die Risse und Brüche unseres Menschseins und lässt in ihnen etwas von Gottes eigenem Wesen aufscheinen.
So entsteht nach und nach das Bild eines „Heeres“ von Gott-Menschen, das Gott sich sammelt. Kein Heer aus Übermenschen, sondern aus gewöhnlichen Menschen, die sich von der Salbung prägen lassen. Ihr Zeugnis besteht nicht in spektakulären Leistungen, sondern darin, dass inmitten einer oft harten Welt ein anderer Duft wahrnehmbar wird: der Duft eines Lebens, das Gott in seiner Menschlichkeit trägt. Das kann uns still ermutigen. Es geht nicht darum, aus eigener Kraft ein Gott-Mensch zu „werden“, sondern darum, der Salbung Raum zu gewähren, die bereits in uns ist. Wo sie sich auswirken darf, wird unser alltägliches Menschsein – in Familie, Beruf, Gemeinde – zu einem schlichten, aber kraftvollen Hinweis darauf, dass Gott tatsächlich Menschen mit sich selbst verbindet.
Als es nun Abend war an jenem Tag, dem ersten der Woche, und die Türen, wo die Jünger waren, aus Furcht vor den Juden verschlossen waren, kam Jesus und trat in die Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch! (Joh. 20:19)
Seht meine Hände und meine Füße, daß ich es selbst bin; betastet mich und seht, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr seht, daß ich habe. (Lk. 24:39)
Wer die Salbung als formende Kraft zum Gott-Menschen-Sein erkennt, muss sich nicht länger zwischen zwei Extremen bewegen: dem Stolz auf eigene Moral und der Verzweiflung über eigene Unzulänglichkeit. Stattdessen wächst ein nüchterner, hoffnungsvoller Realismus: Das Natürliche bleibt begrenzt, doch in diesen Grenzen wohnt der Leben gebende Geist. So darf der Alltag als Feld gesehen werden, auf dem Gott seine Spuren in einem menschlichen Leben hinterlässt – nicht laut, aber beständig, bis sein Charakter im Verhalten eines ganz gewöhnlichen Menschen erkennbar wird.
Christus als das eine allumfassende Opfer – von Verdammnis zu Frieden und Genuss
Wer sich dem Wirken Gottes öffnet, stößt früher oder später auf eine schmerzhafte Entdeckung: In sich selbst ist er unrein, ungenügend, unfähig, dem heiligen Gott gerecht zu werden. Gerade diese Entdeckung ist der Punkt, an dem Christus als das allumfassende Opfer erfahrbar wird. Im Alten Bund legte der Israelit seine Hände auf das Sündopfer und bekannte gleichsam: Meine Schuld geht auf dieses Opfer über. In der Sprache des Neuen Testaments heißt es dazu, dass wir „durch den Willen Gottes geheiligt sind durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi“ (vgl. Hebr. 10:10). Christus ist unser Sündopfer. Wir dürfen uns im Glauben mit ihm eins machen und wissen: Meine Verdammnis hat er getragen, mein Versagen hat er auf sich genommen. Doch damit ist die Versorgung Gottes nicht erschöpft.
Im Alten Testament gibt es viele verschiedene Opferarten, doch heute haben wir nur ein einziges, allumfassendes Opfer — den allumfassenden Christus. Für unser praktisches Erleben und unseren Genuss zeigt sich Christus vor allem in drei Opfergestalten: als Sündopfer, als Brandopfer und als Friedensopfer. (Witness Lee, Life-Study of Numbers, Botschaft vierzehn, S. 106)
Christus ist zugleich unser Brandopfer – der Mensch, der Gott vollkommen liebt, vollkommen gehorcht, sich ihm ohne Vorbehalt hingibt. In 4. Mose wird das Brandopfer als ein Lamm oder Widder ohne Fehler beschrieben, das ganz auf dem Altar verzehrt wird (vgl. 4.Mose 6:14). Dieses Opfer erinnert daran, dass Gott Anspruch auf ein Leben hat, das ihm ganz gehört. Wir spüren schnell: Ein solches Leben können wir aus uns selbst nicht führen. Aber in Christus steht ein Brandopfer vor Gott, das diesen Anspruch erfüllt. Vereint mit ihm dürfen wir vor Gott stehen, als wären wir es, die ihn vollkommen geliebt und ihm ungeteilten Gehorsam erwiesen hätten. Aus dieser Stellung erwächst innerer Frieden. Christus wird uns zum Friedensopfer, in dem Versöhnung und Gemeinschaft zusammenfließen: „Und alle Rinder zum Heilsopfer waren (zusammen) 24 Stiere … Das war die Einweihungsgabe des Altars, nachdem er gesalbt worden war“ (4.Mose 7:88). Im Friedensopfer teilen Gott und der Opfernde denselben Christus als Nahrung – ein Bild dafür, dass Gott und Mensch denselben Genuss haben: den Sohn.
Damit sichert Gott nicht nur unsere Stellung, sondern trägt auch für unsere tägliche Ernährung Sorge. In den Gaben für einen Nasiräer lesen wir: „und einen Korb mit ungesäuerten Broten … und das dazugehörende Speisopfer und die dazugehörenden Trankopfer“ (4.Mose 6:15). Speisopfer und Trankopfer deuten Christus als unsere tägliche Speise und unser Getränk an. ER selbst sagt: „Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist … wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit“ (vgl. Johannes 6:51). Und der Apostel bezeugt: „Der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?“ (1.Kor 10:16). Christus ist der Essbare, Trinkbare, in den wir hineinkommen und der in uns hineinkommt. So leben wir nicht aus der Kraft unserer natürlichen Entschlüsse, sondern aus der stillen, aber reichen Versorgung, die aus seinem Opfer zu uns fließt.
Wenn Christus so als Sündopfer, Brandopfer, Friedensopfer, Speisopfer und Trankopfer unsere Hände füllt, wird der Alltag zu einem Ort des Genusses und nicht nur des Durchhaltens. Verdammnis darf weichen, weil das Sündopfer genügt; innere Zerrissenheit darf heilen, weil das Friedensopfer eine reale Gemeinschaft mit Gott eröffnet; innere Leere darf gefüllt werden, weil Christus als Speise und Trank verfügbar ist. Daraus erwächst eine stille Motivation: Es lohnt sich, in diesem Christus zu bleiben, in ihn hineinzuleben, aus ihm zu leben. Unterwegs in einer Welt, die viel fordert und wenig schenkt, steht dieses eine, allumfassende Opfer fest. Wer seine Fülle annimmt, muss nicht aus sich selbst schöpfen, sondern darf lernen, aus dem Überfluss des Sohnes zu leben, der sich für uns gegeben hat und sich uns täglich neu gibt.
Und er soll dem HERRN seine Gabe darbringen: ein einjähriges Lamm ohne Fehler als Brandopfer und ein einjähriges weibliches Lamm ohne Fehler als Sündopfer und einen Widder ohne Fehler als Heilsopfer (4.Mose 6:14)
und einen Korb mit ungesäuerten Broten: Weizengrieß-Kuchen, gemengt mit Öl, und ungesäuerte Fladen, bestrichen mit Öl, und das dazugehörende Speisopfer und die dazugehörenden Trankopfer. (4.Mose 6:15)
Die Erfahrung des allumfassenden Christus als Opfer verwandelt den Glaubensweg von einer ständigen Selbstüberforderung in eine Beziehung des Vertrauens: Schuld darf auf das Sündopfer gelegt werden, unerreichte Maßstäbe finden im Brandopfer ihre Erfüllung, innere Unruhe wird im Friedensopfer still. Wenn Christus zugleich Speise und Trank ist, wird der Alltag nicht länger nur Bühne unserer Anstrengungen, sondern Ort seines fortwährenden Gebens. Im Licht dieses einen Opfers kann das Herz ruhig werden: Gott hat in Christus alles bereitgestellt, was nötig ist, damit ein Mensch versöhnt, gestärkt und getragen vor ihm leben kann.
Herr Jesus Christus, danke, dass Du als der vollendete Dreieine Gott zu uns gekommen bist, um uns innerlich und äußerlich mit Dir selbst zu salben. Wo wir unsere Grenzen, unsere Schwäche und unsere Unzulänglichkeit sehen, dort offenbarst Du Dich als unser Sündopfer, unser Brandopfer und unser Friedensopfer, in dem alles schon vollbracht ist. Stärke in uns das Vertrauen, aus Deiner Salbung und nicht aus unserer eigenen Kraft zu leben, damit Dein Wesen, Deine Liebe und Dein Frieden durch unser Leben sichtbar werden. Lass uns Tag für Tag von Dir als unserer Nahrung und unserem Trank erfüllt sein, bis wir als Dein geformtes Volk Deine Herrlichkeit widerspiegeln. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of Numbers, Chapter 14