Die Dinge nach der Entrückung der Erstlinge
Wenn wir über die Zukunft nachdenken, sehen viele nur dunkle Bilder: große Trübsal, Gericht, Verführung durch den Antichrist. Die Offenbarung zeichnet tatsächlich eine ernste Szenerie – und doch entfaltet sie mitten darin eine erstaunliche Spur göttlicher Gnade. Gott lässt die Menschen nicht sich selbst über, sondern handelt in klar unterscheidbaren Abschnitten, um Israel, die Gemeinde und die Völker der Erde auf unterschiedliche Weise zu erreichen. Wer diese Linie in der Bibel erkennt, sieht hinter den dramatischen Ereignissen keinen unberechenbaren Zorn, sondern einen konsequent handelnden Gott, der seine Schöpfung zu seinem Ziel führt.
Das ewige Evangelium und das Gericht der Nationen
Wenn die Erstlinge entrückt sind, tritt die Erde in eine bis dahin unbekannte Spannung ein. Das Gemeindezeitalter, in dem das Evangelium der Gnade verkündigt wurde, geht seiner Vollendung entgegen. Jetzt ertönt eine andere Stimme. Nicht mehr nur durch menschliche Zeugen, sondern durch einen Engel in der Himmelsmitte ruft Gott die Menschen. Das Evangelium, das er trägt, ist uralt und zugleich brandneu in seiner Dringlichkeit: Es ruft die Menschen zurück zu dem, was sie nie hätten verlassen dürfen – zur Furcht Gottes, zur Ehre für den Schöpfer, zur Anbetung des Einen, der Himmel und Erde gemacht hat. Während heute die Botschaft lautet: „Buße zu Gott und der Glaube an unseren Herrn Jesus Christus“ (Apg. 20:21), damit Menschen Vergebung und Kindesstellung empfangen, wird dann der Schwerpunkt anders liegen. Es geht nicht zuerst um die innere Erneuerung, sondern um die elementare Frage: Wer hat das Recht, angebetet zu werden?
Das ewige Evangelium unterscheidet sich von dem Evangelium der Gnade (Apg. 20:24), das im Gemeindezeitalter verkündigt wird. Der grundlegende Inhalt des Evangeliums der Gnade ist die Buße zu Gott und der Glaube an den Herrn Jesus (Apg. 20:21), damit Menschen Vergebung ihrer Sünden empfangen und als Kinder Gottes neu geboren werden (Lk. 24:47; Joh. 1:12). Der Inhalt des ewigen Evangeliums hingegen besteht darin, dass die Menschen Gott fürchten und Anbetung Gottes darbringen sollen, damit sie nicht verführt werden, dem Antichrist zu folgen, sondern zur wirklichen Anbetung Gottes zurückgebracht werden, „der den Himmel und die Erde gemacht hat“ (V. 7). (Witness Lee, Life-Study of Revelation, Botschaft siebenundvierzig, S. 542)
Die große Trübsal, von der Jesus sagt, dass „große Drangsal sein [wird], wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist noch je sein wird“ (Mt. 24:21), ist mehr als eine Abfolge äußerer Katastrophen. Sie ist eine geistliche Konfrontation. Der Antichrist beansprucht Anbetung, errichtet ein Bild und stellt die Menschheit vor die Wahl. Gerade in diese Szene hinein ertönt das ewige Evangelium. Es stellt die Schöpfungswirklichkeit gegen den religiösen Wahn: Der, der Himmel und Erde gemacht hat, allein ist Gott. Wer ihn fürchtet, erkennt seine Grenzen wieder, stellt sich unter seine Majestät und weigert sich, Geschaffenes an die Stelle des Schöpfers zu setzen. Dieses Evangelium ist „ewig“, weil sein Inhalt nie veraltet: In jedem Zeitalter bleibt wahr, dass der Mensch berufen ist, seinen Schöpfer zu ehren, nicht sich selbst und nicht irgendeine Macht dieser Welt.
Auf diese Verkündigung folgt das Gericht der Nationen. Christus kommt als Sohn des Menschen in Herrlichkeit und nimmt auf dem Thron seiner Herrlichkeit Platz. Vor ihm werden alle noch lebenden Völker gesammelt, nicht als anonyme Masse, sondern als Menschen, die in der Trübsalszeit konkrete Entscheidungen getroffen haben. Die Szene, die Matthäus beschreibt, ist eindrücklich: „Wenn aber der Sohn des Menschen in Seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit Ihm, zu jener Zeit wird Er auf dem Thron Seiner Herrlichkeit sitzen. Und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet“ (Matthäus 25:31–32). Der Maßstab ist bemerkenswert: Nicht das mosaische Gesetz, nicht die Frage, wer in der Gnadenzeit an Christus geglaubt hat, sondern der Umgang mit „diesen meinen geringsten Brüdern“ – mit den bedrängten Juden und Christen in der Zeit der höchsten Finsternis.
Dadurch zeigt Gott, wie ernst er die scheinbar unscheinbaren Regungen des Herzens nimmt. In einer Zeit, in der der Strom der Weltmacht in eine bestimmte Richtung fließt, offenbart sich im Kleinen, wem ein Mensch wirklich verpflichtet ist. Ein Glas Wasser, ein Stück Brot, ein offenes Haus für einen Verfolgten – das sind keine heroischen Gesten, aber in den Augen des Königs werden sie zum Kriterium: „Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an“ (Matthäus 25:34). Die Schafe sind nicht dadurch gekennzeichnet, dass sie alles verstanden hätten, sondern dass sie – unter dem Licht des ewigen Evangeliums – Gott fürchteten, sich dem Antichrist widersetzten und seine Leidenden nicht vergaßen. Ihre Menschlichkeit wird gewürdigt, ihre verborgene Solidarität erhält ewiges Gewicht.
da ich sowohl Juden als Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugte. (Apg. 20:21)
denn dann wird große Drangsal sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist noch je sein wird. (Mt. 24:21)
Die Sicht auf das ewige Evangelium und das Gericht der Nationen löst die Angst vor einem willkürlichen Ende der Geschichte und ersetzt sie durch Vertrauen in einen gerechten und barmherzigen Herrn. Es macht innerlich frei, sich nicht an die wechselnden Mächte dieser Welt zu binden, sondern in einfachen, konkreten Gesten der Barmherzigkeit dem zu entsprechen, was Gott wichtig ist: dass sein Name geehrt wird und seine Geringen nicht vergessen werden. Wer so lebt, steht nicht hilflos vor zukünftigen Gerichten, sondern ist in der Gegenwart schon mit dem Herzen dort, wo der König einmal sein Urteil sprechen wird.
Priester, Könige und Bürger im Tausendjährigen Königreich
Das Tausendjährige Königreich wird in der Schrift nicht als diffuses Ideal, sondern als geordnete Wirklichkeit beschrieben. Gott führt die Linien der Geschichte zusammen: Was er in Israel als priesterliches Volk begonnen, in der Gemeinde als königliches Priestertum entfaltet und unter den Nationen als gottesfürchtige Menschheit erhalten hat, findet dort seinen sichtbaren Ausdruck. Durch das Gesetz hatte er sich Israel als Volk des Gottesdienstes und der Offenbarung erworben; im Zeitalter der Gnade ruft er Menschen aus allen Nationen, um sie in Christus zu Königen und Priestern zu machen. Die Offenbarung gibt einen Einblick in diese Herrschaft: „Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; … und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre“ (Offb. 20:4). Hier werden diejenigen sichtbar, die in der gegenwärtigen Zeit mit Christus gelitten haben und in seiner Gemeinschaft überwunden sind.
Nach welchem Kriterium wird der Herr die lebenden Ungläubigen vor dem Thron Seiner Herrlichkeit richten? Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Herr sie nach dem Gesetz des Mose richten wird. Ebenso wird Er sie nicht nach dem Evangelium der Gnade richten. Der Herr wird nicht sagen: „Diejenigen, die an Mich glauben, sind Schafe, und diejenigen, die nicht an Mich glauben, sind Böcke.“ Vielmehr wird der Herr nach Matthäus 25:31–46 die lebenden Ungläubigen danach richten, wie sie Seine kleinen Brüder behandelt haben, die gottesfürchtigen Juden und die an den Christus glaubenden Christen. (Witness Lee, Life-Study of Revelation, Botschaft siebenundvierzig, S. 546)
Neben diesen überwindenden Gläubigen, die als Könige mit Christus regieren, steht das wiederhergestellte Israel in seiner priesterlichen Berufung. Die bewahrten Juden werden in jenem Reich nicht einfach nur ein weiteres Volk unter vielen sein, sondern als priesterisches Volk dienen, das Gott auf der Erde repräsentiert, ihm Opfer des Lobes bringt und seine Weisung in die Völker vermittelt. Die Propheten deuten an, dass in jener Zeit der Gottesdienst aus Zion ergeht und das Gesetz des Herrn von Jerusalem ausgeht. So verbinden sich die priesterliche Linie Israels und die königliche Linie der Gemeinde. Der Dreieine Gott ehrt seine Verheißungen, ohne die Gnade des Evangeliums zu relativieren; er hält, was er zugesagt hat, und lässt zugleich das, was in Christus neu begonnen wurde, zur Reife kommen.
Eine dritte Gruppe bilden die Bürger des Reiches. Es sind die „Schafe“ aus Matthäus 25, Männer und Frauen aus den Nationen, die das ewige Evangelium ernst genommen und in der Trübsalszeit die verfolgten Brüder des Königs unterstützt haben. Über sie spricht der Herr das Wort: „Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an“ (Matthäus 25:34). Sie werden nicht als wiedergeborene Kinder Gottes beschrieben, sondern als Menschen, deren ursprüngliche, von Gott gewollte Menschlichkeit wiederhergestellt und bewahrt wird. Die Schrift deutet an, dass sie eine außerordentlich verlängerte Lebenszeit, eine geheilte Schöpfung und einen Frieden erleben werden, den diese Welt nicht kennt. Sie leben in der Sphäre des Reiches, unter der Ausstrahlung des ewigen Lebens, ohne selbst in der gleichen Weise innerlich daran teilzuhaben wie die verherrlichten Heiligen.
In dieser Ordnung wird deutlich, dass Gott verschiedene Arten des Teilhabens an seinem Reich kennt. Die Gläubigen, die heute durch den Glauben an Christus das ewige Leben empfangen haben, tragen dieses Leben bereits in sich. Sie sind Kinder Gottes, mit einem himmlischen Erbteil und der Perspektive, im kommenden Reich Verantwortung zu tragen. Die gottesfürchtigen Bürger hingegen spiegeln die ursprüngliche Bestimmung des Menschen als Ebenbild und Haushalter der Schöpfung wider. In ihnen wird sichtbar, dass Gott die Menschheit nicht verwirft, sondern sie in ihrer geschöpflichen Würde bewahren und zur Entfaltung bringen will – unter der Herrschaft Christi, der allein gerechter König und wahrer Mensch zugleich ist.
Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und (ich sah) die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre. (Offb. 20:4)
Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an; (Mt. 25:34)
Die Einsicht in die Ordnung von Priestern, Königen und Bürgern im kommenden Reich relativiert sowohl geistlichen Ehrgeiz als auch Mutlosigkeit. Sie lädt ein, das eigene Leben nüchtern und doch hoffnungsfroh vor Gott zu sehen: Treue Schritte im Verborgenen, Leiden um seines Namens willen und stille Dienste an Menschen gewinnen in seiner Perspektive bleibende Bedeutung. Wer so lebt, muss sich nicht beweisen, sondern darf darauf vertrauen, dass der König selbst einmal offenbaren wird, wie sehr er auch das Kleine in seine große Reichsordnung hineingenommen hat.
Das Gericht über religiöse Verführung und die Bewahrung der Heiligen
Die Geschichte der Menschheit ist nicht nur von offener Gottlosigkeit, sondern auch von religiöser Verirrung geprägt. Nach der Entrückung der Erstlinge wird diese Verirrung in einer bislang verborgenen Tiefe offenbar. Die Offenbarung spricht von Babylon – nicht zuerst als politische Macht, sondern als religiöses, geheimnisvolles System, das „alle Nationen trinken gemacht hat von dem Wein der Wut ihrer Hurerei“. Es ist die Vermischung von Gottesnamen und Götzendienst, von Christusbekenntnis und Weltmacht, die hier entlarvt wird. Religion, die sich mit politischen Interessen verbindet, Macht anhäuft und Menschen mit äußeren Formen bindet, wird zu einem Instrument der Verführung. In der Bildsprache der Offenbarung ist Babylon eine Hure, die die Könige der Erde verführt und die Herzen von der schlichten Treue zu Christus abzieht.
Der bestimmende Relativsatz „die alle Nationen trinken gemacht hat …“ macht deutlich, dass sich Babylon hier auf das religiöse, geheimnisvolle Babylon bezieht, das die römisch-katholische Kirche ist, wie in 17:2–6, und nicht auf das materielle Babylon, wie in 18:2. Wenn der Antichrist den Bund mit Israel in der Mitte der letzten Woche (sieben Jahre, Dan. 9:27; 11:31) bricht, wird er jede Religion zerstören. Dies wird den Beginn der großen Trübsal kennzeichnen. (Witness Lee, Life-Study of Revelation, Botschaft siebenundvierzig, S. 548)
Gott lässt diese Entwicklung nicht ins Bodenlose laufen. In seiner Souveränität benutzt er sogar finstere Mächte, um die religiöse Verführung zu richten. Wenn der Antichrist den Bund mit Israel bricht und sich selbst an die Stelle Gottes setzt, wendet er sich zugleich gegen jede Form von Religion. Die Könige, die mit ihm verbunden sind, hassen die Hure und zerstören sie. So wird das System, das lange Zeit im Namen Gottes Menschen gebunden hat, von den Kräften vernichtet, denen es sich selbst ausgeliefert hat. Doch damit ist die Verantwortung des Einzelnen nicht aufgehoben. Gerade in dieser Phase ertönt eine scharfe Warnung aus dem Himmel: Wer das Tier und sein Bild anbetet und sein Malzeichen annimmt, tritt bewusst in eine Loyalität ein, die ihn unweigerlich in den Zorn Gottes führt.
Die Schrift spart die Folgen nicht aus. Es heißt, dass der, der das Tier anbetet, „den Wein des Zornes Gottes trinken [wird], der unvermischt im Kelch seines Zorns bereitet ist“ und dass er „mit Feuer und Schwefel gequält werden“ wird (vgl. Offb. 14:9–11). Das Gericht über religiöse Verführung ist nicht nur die Zerstörung eines Systems, sondern auch die endgültige Klärung der Herzen. Wer sich der Lüge hingibt, steht am Ende mit ihr vor Gott. Das Bild des Feuersees ist hart und erschütternd, doch es zeigt, dass Gott den Missbrauch seines Namens und die Versklavung von Menschen im religiösen Gewand nicht relativiert. Der Tag, von dem es heißt, dass Gott „den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat“ (Apg. 17:31), führt auch die religiösen Verirrungen der Geschichte ans Licht.
Mitten in dieser dunklen Kulisse stehen jedoch Menschen, die Gott gehören. Die Offenbarung spricht von „Heiligen“, die Gottes Gebote halten und am Glauben an Jesus festhalten, während um sie herum Anbetung des Tieres und Verführung überhandnehmen. Über sie wird gesagt, dass hier „das Ausharren der Heiligen“ sichtbar wird und dass sie glückselig sind, wenn sie in dieser Zeit im Herrn sterben, „denn ihre Werke folgen mit ihnen nach“ (vgl. Offb. 14:12–13). In äußerer Schwachheit, ohne institutionelle Macht und oft ohne sichtbaren Erfolg, halten sie an Christus fest. Sie verweigern das Malzeichen, obgleich sie dadurch wirtschaftlich und sozial ausgeschlossen werden. Manche zahlen mit ihrem Leben und werden zu Märtyrern, deren Seelen vor dem Thron Gottes gesehen werden. In ihnen leuchtet eine andere Wirklichkeit auf: Treue in der kleinsten Entscheidung ist in Gottes Augen von unendlichem Gewicht.
weil er einen Tag gesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er (dazu) bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, daß er ihn auferweckt hat aus den Toten. (Apg. 17:31)
Die Einsicht in Gottes Umgang mit religiöser Verirrung schützt vor Resignation angesichts kirchlicher und geistlicher Missstände. Sie macht sensibel für die Gefahr, sich an äußere Systeme zu klammern, und stärkt zugleich das Vertrauen, dass Gott selbst seine Sache zur Klarheit führen wird. Wer seinen Glauben in dieser Perspektive lebt, muss nicht alles kontrollieren oder korrigieren, sondern darf in schlichter Treue an Christus festhalten – im Wissen, dass seine verborgenen Entscheidungen vor dem stehen, der Täuschung richtet und Treue ewig wertschätzt.
Herr Jesus Christus, du Herr der Geschichte, danke, dass nichts von dem, was auf dieser Erde geschieht, deinem Blick entgeht und dass du die Zeiten und Haushaltungen in deiner Hand führst. Wo uns Gerichtsankündigungen und Bilder der großen Trübsal erschrecken, lass uns tiefer deine Barmherzigkeit erkennen, die selbst im letzten Abschnitt dieser Zeit Menschen zur Gottesfurcht ruft und deine bedrängten Brüder tröstet. Stärke in uns den Glauben, dass dein Evangelium der Gnade uns heute gewiss macht, zu dir zu gehören, und dass kein treuer Dienst, kein verborgenes Leiden und keine standhafte Liebe zu dir vergeblich sein wird. Fülle unser Herz mit heiliger Ehrfurcht vor dir, damit wir dich als Schöpfer anbeten, als Erlöser lieben und als kommenden König erwarten und in der Hoffnung leben, dass dein Reich kommt und deine Gerechtigkeit sich durchsetzt. Bewahre dein Volk weltweit, besonders dort, wo schon jetzt Verfolgung und religiöse Verblendung herrschen, und lass dein Licht in der Finsternis umso heller aufleuchten, bis du offenbar kommst in Herrlichkeit. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of Revelation, Chapter 47