Das Wort des Lebens
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Nicht das Böse, sondern das Gute nachahmen

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In christlichen Kreisen wird oft darüber gesprochen, falsche Lehre zu meiden – doch genauso gefährlich ist ein falsches Vorbild im praktischen Verhalten. Stolz, Machtstreben oder fromm verpackte Härte können eine ganze Gemeinschaft prägen, selbst wenn äußerlich noch vieles „biblisch“ klingt. Der dritte Johannesbrief konfrontiert genau diese Spannung: neben der reinen Lehre steht das konkrete Leben in der Gemeinde, das entweder den Genuss des Dreieinen Gottes fördert oder untergräbt. An den Beispielen von Diotrephes und Demetrius wird sichtbar, was es bedeutet, nicht das Böse, sondern das Gute nachzuahmen.

Diotrephes: Wenn Stolz das Werk Gottes zerstört

Im kurzen dritten Johannesbrief steht plötzlich ein Name im Raum, der wie ein warnendes Signal wirkt: Diotrephes. Von ihm heißt es: „Diotrephes, der gern unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht an“ (3.Joh. 1:9). Das Böse tritt hier nicht in grober Gottlosigkeit auf, sondern in geistlicher Verpackung. Diotrephes steht offenbar in einer Leitungsposition, er redet über die Gemeinde, über Lehre, über apostolische Autorität – und doch ist der innere Motor nicht die Ehre Christi, sondern das Verlangen, der Erste zu sein. Stolz tarnt sich als Eifer für die Wahrheit, Eigenwille kleidet sich in geistliche Sprache. So entsteht eine geistliche Fassade, hinter der sich ein Herz verbirgt, das sich über andere erhebt. Wenn Johannes seine Werke beschreibt – böse Worte, das Nicht-Annehmen der Brüder, das Ausstoßen aus der Gemeinde (3.Joh. 1:10) –, wird deutlich, dass das Problem tiefer reicht als eine einzelne falsche Entscheidung. Die Wurzel ist ein Ich, das im Zentrum stehen will.

Das Problem der gnostischen Lehre war ein Problem intellektueller Arroganz; das Problem, es zu lieben, der Erste zu sein, war ein Problem praktischer Selbsterhöhung. Diese beiden Übel sind scharfe Waffen, die der Feind Gottes, Satan, benutzt, um seinen bösen Plan gegen Gottes Ökonomie auszuführen. Das eine schädigt den Glauben der Gläubigen an die göttliche Wirklichkeit; das andere behindert ihr Werk in Gottes Zug. (Witness Lee, Life-Study of 3 John, Botschaft zwei, S. 13)

Damit zeigt sich, wie gefährlich geistlich verbrämter Stolz für das Gemeindeleben ist. Er zerschneidet Beziehungen, bevor er offenkundig wird. Wer „gern der Erste“ ist, kann sich zwar auf richtige Lehrsätze berufen, aber der Ton, die Haltung, das unausgesprochene „Ich weiß es besser“ legen einen Schatten auf alles, was gesagt und getan wird. Johannes macht deutlich, dass es zwei Arten von Überheblichkeit gibt, die zusammenwirken: eine intellektuelle Arroganz in der Lehre und eine praktische Selbstüberhöhung im Umgang mit Menschen. Beide entspringen demselben Prinzip – dem Verlangen, sich über andere zu stellen –, und beide unterbrechen den Strom der göttlichen Gemeinschaft in der Gemeinde. Wo Menschen klein gemacht werden, um eine Position zu sichern, dort verliert man den Anschluss an den, der von sich sagt: „Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“ (Matthäus 11:29). Das ist die eigentliche Tragik: Nicht nur Beziehungen zerbrechen, sondern der Genuss des Dreieinen Gottes wird verdunkelt. 3. Johannes entlarvt dieses verborgene Prinzip, damit die Gemeinde wach bleibt für die feine Grenze zwischen geistlicher Klarheit und geistlicher Härte. Es ist eine Einladung, immer wieder neu zu prüfen, ob hinter unserem Einsatz wirklich das sanfte Herz Christi steht – und darin liegt die große Hoffnung, dass auch alte Muster von Stolz durch die Demut des Herrn durchbrochen werden können.

Wenn Johannes mahnt: „Geliebter, ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute“ (3.Joh. 1:11), hat er Diotrephes vor Augen – aber nicht, um ihn genüsslich zu verurteilen, sondern um ein geistliches Frühwarnsystem in der Gemeinde zu verankern. Das Böse, von dem er spricht, ist nicht zuerst spektakuläre Sünde, sondern ein fromm verkleidetes Selbst, das im Namen der Wahrheit die Liebe verletzt und im Namen der Ordnung die Geschwister wegstößt. Es ist so gefährlich, weil es geistliche Begriffe benutzt und dennoch an der Person Christi vorbeilebt. Wer in dieser Spur geht, verliert nach und nach das innere Sehen Gottes: „Wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen“ (3.Joh. 1:11). Die Augen sind dann nicht mehr von der Schönheit Christi, sondern von der eigenen Position gefesselt.

Gerade deshalb ist diese Warnung kein dunkler Schlussstrich, sondern ein Ruf zur Rückkehr in die Einfachheit vor Gott. Das Böse nicht nachahmen heißt: sich nicht heimlich von der Logik des „Erste-sein-Wollens“ bestimmen lassen, sondern den Weg des Gekreuzigten und Auferstandenen als guten Weg erkennen. In der Gemeinde, in Diensten, in Gesprächen kann diese innere Umkehr sichtbar werden, wenn das Bedürfnis, sich durchzusetzen, vom Wunsch abgelöst wird, dass Christus geehrt wird und die Geschwister Raum bekommen. Wo der Blick sich wieder auf den sanftmütigen Herrn richtet, verliert Diotrephes seine Anziehungskraft. So wird selbst eine ernste Mahnung zu einer stillen Ermutigung: Niemand ist an das Muster des Stolzes gebunden; der Herr, der „sanftmütig und von Herzen demütig“ ist, ist derselbe, der Herzen umformt und Gemeindeleben heiligt.

Ich habe der Gemeinde etwas geschrieben, aber Diotrephes, der gern unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht an. (3.Joh. 1:9)

Deshalb, wenn ich komme, will ich seine Werke in Erinnerung bringen, die er tut, indem er mit bösen Worten gegen uns schwatzt; und sich hiermit nicht begnügend, nimmt er selbst die Brüder nicht an und wehrt auch denen, die es wollen, und stößt sie aus der Gemeinde. (3.Joh. 1:10)

Die Gestalt des Diotrephes hilft, geistliche Überheblichkeit in einem frühen Stadium zu erkennen: in dem feinen Genießen, im Recht zu sein; in der Neigung, andere eher zu korrigieren als zu tragen; in der Unfähigkeit, sich der Gemeinschaft und der dienenden Autorität anderer unterzuordnen. Wo solche Regungen ans Licht kommen, darf das nicht in Verurteilung münden, sondern in ein leises Rufen nach dem Herrn: dass er die Liebe zur ersten Stelle durch die Freude an seiner Gegenwart ersetzt. Auf dieser Spur wird das Gemeindeleben bewahrt, und der Genuss des Dreieinen Gottes gewinnt Raum – nicht dort, wo jemand glänzt, sondern wo Christus inmitten einer demütigen, lernbereiten Gemeinschaft Gestalt gewinnt.

Demetrius: Ein Leben, das die Wahrheit bestätigt

Mit Demetrius tritt im dritten Johannesbrief eine Gestalt hervor, die ganz anders wirkt als Diotrephes. Über ihn schreibt Johannes: „Dem Demetrius ist Zeugnis gegeben worden von allen und von der Wahrheit selbst; aber auch wir geben Zeugnis, und du weißt, daß unser Zeugnis wahr ist“ (3.Joh. 1:12). Hier begegnet uns kein glänzender Redner und kein dominanter Leiter, sondern ein Mensch, dessen Leben mit der Wahrheit übereinstimmt. Drei Kreise geben Zeugnis: die Geschwister, die apostolischen Zeugen und – in einer erstaunlichen Formulierung – die Wahrheit selbst. Damit wird deutlich: Es gibt ein Leben, das sich so in die Offenbarung Gottes hineinfügt, dass die Wahrheit gewissermaßen „Ja“ zu diesem Menschen sagt. Sein Verhalten, sein Umgang mit Brüdern, seine Haltung zu Diensten und Autorität spiegeln den Christus wider, den die Schrift bezeugt.

Johannes sagt auch, dass Demetrius „von der Wahrheit selbst“ Zeugnis ausgestellt worden ist. Dies ist die offenbarte Wahrheit Gottes als die Wirklichkeit des Wesens des christlichen Glaubens. Sie ist die göttliche Richtschnur für den Wandel aller Gläubigen und bestimmt ihren Wandel. So gibt sie ein gutes Zeugnis für den, der in ihr wandelt, wie sie es bei Demetrius tat. (Witness Lee, Life-Study of 3 John, Botschaft zwei, S. 17)

Johannes fasst dieses Prinzip kurz zuvor so: „Wer Gutes tut, ist aus Gott; wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen“ (3.Joh. 1:11). Das Gute, von dem hier die Rede ist, ist nicht nur freundliches Benehmen, sondern der Ausdruck eines Lebens, das seinen Ursprung in Gott hat. „Aus Gott“ sein bedeutet, aus ihm heraus zu leben und seines Wesens teilhaftig zu sein. In Demetrius wird diese Herkunft sichtbar. Er ist kein abstraktes Ideal, sondern ein Mensch, in dessen Verhalten sich die Menschwerdung und der Weg Christi widerspiegeln: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns… voll Gnade und Wahrheit“ (Johannes 1:14). Der Christus, der als Mensch lebte, am Kreuz die Sünde trug und in der Auferstehung zum lebengebenden Geist wurde, hat in Demetrius einen Raum gefunden, in dem sein Wesen Gestalt gewinnt. So wird für die Gemeinde greifbar, was es heißt, dass die Wahrheit nicht nur gelehrt, sondern gelebt wird.

An Demetrius zeigt sich auch, wie das Gute erkennbar wird, das nachahmenswert ist. Es drängt sich nicht auf, beansprucht keine erste Stelle, sucht nicht das eigene Recht. Es fördert Gemeinschaft, statt sie zu spalten; es empfängt die Brüder, statt sie auszugrenzen; es stärkt das Werk Gottes, statt es subtil zu sabotieren. Gerade im Kontrast zu Diotrephes fällt auf, dass Demetrius in einer Atmosphäre der Wahrheit und der Gnade steht. Die Wahrheit erlaubt ihm, klar zu stehen; die Gnade bewahrt ihn vor Härte. Was er glaubt, und wie er handelt, klafft nicht auseinander. Darin gleicht er dem apostolischen Zeugnis, das Johannes in seinem ersten Brief beschreibt: „was wir gesehen und gehört haben, das berichten wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“ (1.Joh. 1:3). Wo die Wahrheit auf diese Weise gelebte Gemeinschaft wird, entsteht ein Vorbild, das nicht knechtet, sondern freisetzt.

Solche Vorbilder sind keine Ausnahmemenschen, sondern Hinweise darauf, was die Gnade Gottes im gewöhnlichen Leben bewirken kann. Demetrius ist nicht groß, weil er etwas Außerordentliches leistet, sondern weil er sich der göttlichen Richtschnur anvertraut, die sein Leben formt. Die „Wahrheit selbst“ bezeugt ihn, weil er sich von ihr bestimmen lässt. Darin liegt eine stille Ermutigung: Das Gute zu erkennen, heißt, Menschen zu sehen, in denen der Christus der Schrift Gestalt gewinnt – mit all ihrer Begrenztheit und zugleich mit einer klaren Ausrichtung. Wer solchen Vorbildern begegnet, wird nicht zu blinder Nachahmung eingeladen, sondern dazu, den Gott zu suchen, aus dem ihr Leben fließt. So wird der Blick von der Bewunderung einzelner Personen weg hin auf den Dreieinen Gott gelenkt, der sich in menschlichen Lebensläufen widerspiegelt und uns allen denselben Weg der Wahrheit und Gnade öffnet.

Geliebter, ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute. Wer Gutes tut, ist aus Gott; wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen. (3.Joh. 1:11)

Dem Demetrius ist Zeugnis gegeben worden von allen und von der Wahrheit selbst; aber auch wir geben Zeugnis, und du weißt, daß unser Zeugnis wahr ist. (3.Joh. 1:12)

Das Zeugnis über Demetrius lädt dazu ein, das Gute nicht abstrakt, sondern konkret zu denken: als gelebte Wahrheit, die von Geschwistern, von der Schrift und vom inneren Zeugnis des Geistes bestätigt wird. Ein solches Leben entsteht, wo der Christus der Evangelien und Briefe nicht nur Glaubensinhalt bleibt, sondern den Ton unserer Worte, die Art unseres Dienens und den Umgang mit Brüdern und Schwestern prägt. Die Ermutigung liegt darin, dass das, was Demetrius kennzeichnet, nicht seiner Stärke entspringt, sondern der Kraft der Wahrheit, die ihn führt. Wo die Gemeinde solche stillen, beständigen Vorbilder beherbergt und wertschätzt, wächst eine Atmosphäre, in der die Wahrheit nicht nur verteidigt, sondern verkörpert wird – und gerade darin wird der Dreieine Gott unter uns erfahrbar.

Das Gute nachahmen: Aus der Realität des Dreieinen Gottes leben

Wenn Johannes im dritten Brief schreibt: „ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute“ (3.Joh. 1:11), steht dahinter das große Panorama seiner anderen Briefe. Er kennt die Gefahr, dass das Nachahmen des Guten leicht in eine äußerliche Kopie verwandelt wird – ein Versuch, bestimmte Verhaltensmuster zu reproduzieren, ohne dass das innere Leben erneuert wird. Darum weist er immer wieder auf die Quelle hin: auf die Person des Sohnes Gottes, der erschienen ist, um die Werke des Teufels zu zerstören. „Wer die Sünde praktiziert, ist vom Teufel, weil der Teufel von Anfang an gesündigt hat. Zu diesem Zweck ist der Sohn Gottes offenbar gemacht worden, dass er die Werke des Teufels zerstöre“ (1.Joh. 3:8). Das Böse wird nicht durch moralische Anstrengung überwunden, sondern durch das Wirken dessen, der am Kreuz die Sünde getragen und in der Auferstehung die Macht des Bösen gebrochen hat.

Diese Briefe offenbaren einen Hauptpunkt, nämlich dass die göttliche Wahrheit zu unserer Wirklichkeit, unserem Leben und unserem Lebenswandel werden sollte, dass diese Wahrheit in der göttlichen Gemeinschaft bewahrt werden sollte und dass diese Wahrheit in allem und in jeder Hinsicht auf unser ganzes Sein angewandt werden sollte. (Witness Lee, Life-Study of 3 John, Botschaft zwei, S. 19)

Diese Offenbarung ist für Johannes keine Theorie. Er spricht von einem Leben, das „uns geoffenbart worden ist“ (1.Joh. 1:2) und das er und die anderen Apostel „gesehen und gehört“ haben (1.Joh. 1:3). Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, hat unter uns gelebt, ist am Kreuz zur Sühnung für unsere Sünden geworden (1.Joh. 4:10) und ist in der Auferstehung zum lebengebenden Geist geworden, damit wir in ihm das Leben haben (1.Joh. 4:9). In dieser Linie bekommt das Nachahmen des Guten seinen Platz: Es ist die Frucht eines Lebens, das aus Christus lebt. Wer „aus Gott“ ist, tut Gutes, weil das Leben Gottes in ihm wirkt. Die göttliche Wahrheit bleibt nicht bei Lehrsätzen stehen, sondern „sollte zu unserer Wirklichkeit, unserem Leben und unserem Lebenswandel werden“. Sie wird in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn bewahrt: „Und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei“ (1.Joh. 1:3–4). Dort, wo diese Gemeinschaft real ist, wird das Gute nicht aufgesetzt, sondern wächst.

Das Gute nachahmen heißt daher nicht, Demetrius oder andere Vorbilder als Modelle zu kopieren, sondern den Christus zu erkennen, aus dem ihr Leben fließt. Es geht um eine innere Ausrichtung: Der Dreieine Gott schenkt sich selbst als Leben, und dieses Leben drückt sich in Gedanken, Worten und Taten aus. In der Stille vor Gott, in der gemeinsamen Ausrichtung der Gemeinde, in Konflikten und Entscheidungen stellt sich die Frage, aus welcher Quelle wir leben. Werden Worte vom Bedürfnis gesteuert, zu siegen – oder von der Liebe, die „nicht das Ihre sucht“? Entscheidet ein verborgenes Streben nach eigener Sicherung – oder das Vertrauen auf den Vater, der weiß, was wir bedürfen? Wo das Leben des Sohnes Raum bekommt, beginnen Haltungen und Reaktionen sich zu verändern, oft unspektakulär, aber deutlich. Das Böse wird dann nicht primär bekämpft, sondern verliert an Macht, weil ein anderes Leben herrscht.

So wird deutlich: Das Nachahmen des Guten ist im tiefsten Sinn ein Leben aus der Realität des Dreieinen Gottes. Er selbst ist die Quelle, der Maßstab und das Ziel. In der Gemeinschaft mit ihm lernen wir, das Böse zu durchschauen, auch wenn es fromm erscheint, und das Gute zu erkennen, auch wenn es unscheinbar daherkommt. Die Gemeinde wird zu einem Ort, an dem nicht moralische Perfektion, sondern geteilter Christusreichtum das Klima prägt. Inmitten vieler Spannungen bleibt die Zusage bestehen, dass der Sohn Gottes erschienen ist, „dass er die Werke des Teufels zerstöre“ (1.Joh. 3:8). Darauf gründet die Hoffnung, dass auch sehr verfestigte Muster von Bösem – in uns persönlich wie im Gemeindeleben – nicht das letzte Wort haben. Wo das Leben des Sohnes zum inneren Maßstab wird, gewinnt das Gute Gestalt, und die Freude, von der Johannes spricht, beginnt tatsächlich aufzuleuchten.

Geliebter, ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute. Wer Gutes tut, ist aus Gott; wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen. (3.Joh. 1:11)

Wer die Sünde praktiziert, ist vom Teufel, weil der Teufel von Anfang an gesündigt hat. Zu diesem Zweck ist der Sohn Gottes offenbar gemacht worden, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1.Joh. 3:8)

Das Gute aus der Realität des Dreieinen Gottes nachzuahmen, bedeutet, dem Leben Christi in uns mehr Gewicht zu geben als unseren eingeübten Reaktionsmustern. Wo die Person des Sohnes – sein Weg der Selbsthingabe, seine Demut, seine Liebe – zur inneren Richtschnur wird, verändert sich nach und nach, wie wir reden, entscheiden und miteinander umgehen. So wächst ein Gemeindeleben, in dem das Böse zwar erkannt und benannt, aber nicht von Angst beherrscht wird, weil der Blick auf den gerichtet ist, der erschienen ist, um die Werke des Teufels zu zerstören. In dieser Ausrichtung wird die Mahnung, das Gute nachzuahmen, zur Quelle leiser, aber tragfähiger Freude: Gott selbst teilt uns sein Leben mit und lässt in uns das Gute entstehen, das seinem Wesen entspricht.


Herr Jesus, führe uns im Licht deines Wortes und schenke uns Gnade, die gezeigte Wahrheit nicht nur zu verstehen, sondern im Alltag aus deinem Leben zu erfahren. Bewahre uns in deiner Gegenwart, damit unser Denken, Reden und Dienen von dir geprägt wird und dein Name in der Gemeinde verherrlicht wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of 3 John, Chapter 2

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