Das Wort des Lebens
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Umgang mit einem bösen Bruder

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Kaum etwas erschüttert eine Gemeinde so sehr wie moralisches Versagen in den eigenen Reihen – besonders, wenn es sich nicht um einen Fehltritt in Schwachheit, sondern um eine bewusst tolerierte Lebensweise handelt. 1. Korinther 5 zeichnet ein schonungslos klares Bild: Ein echter Bruder lebt in einer Sünde, die sogar in der damaligen Gesellschaft als unvorstellbar galt, und die Gemeinde ist dennoch stolz statt erschüttert. In dieser Spannung öffnet Paulus ein tiefes Panorama: Es geht zugleich um die Realität der Wiedergeburt, um geistliche Autorität, um die Reinheit des „Teigs“ der Gemeinde und um das Fest der Gemeinschaft mit Christus, unserem Passahlamm.

Wenn ein Bruder böse lebt – Realität der Wiedergeburt und Ernst der Sünde

Der Schock von 1. Korinther 5 liegt nicht nur in der Sünde, sondern darin, dass ein Bruder sie begeht. Paulus nennt ihn ausdrücklich „jemand, der Bruder genannt wird“ und zugleich „Unzüchtiger“ (1. Korinther 5:11). Die Schrift scheut sich nicht, diese Spannung stehenzulassen: Wiedergeboren und doch fähig zu Inzest. Wiedergeburt nimmt dem Menschen nicht seine Fähigkeit zur Sünde, sie gibt ihm ein neues Leben neben einem weiterhin vorhandenen Fleisch. Aus dem Mund des Herrn Jesus heißt es: „und Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden auf keinen Fall verloren gehen in Ewigkeit, und niemand wird sie Meiner Hand entreißen“ (Johannes 10:28). Das ewige Leben ist unwiderruflich, aber es hebt die Gegenwart des alten Menschen noch nicht auf. Gerade deshalb kann ein wahrer Gläubiger tief fallen, wenn er nicht im Geist lebt, sondern sich vom alten Menschen bestimmen lässt.

Das fünfte Kapitel des 1. Korintherbriefs hat einige besondere Merkmale. Zunächst zeigt dieses Kapitel, dass sogar ein echter Gläubiger eine grobe Sünde begehen kann. Viele, die das Neue Testament lesen, meinen vielleicht, dass Gläubige aufgrund der Gnade Gottes nicht imstande seien, böse Dinge zu tun, insbesondere bestimmte böse Dinge, die im Alten Testament berichtet werden. Doch in diesem Kapitel lesen wir von einem Bruder in der Gemeinde in Korinth, der die Sünde des Inzests mit seiner Stiefmutter begangen hatte. … Wenn wir dieses Kapitel lesen, erkennen wir, dass es durchaus möglich ist, dass ein wirklich Erretteter, ein wirklicher Bruder im Herrn, eine solche Sünde begeht. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft sechsunddreißig, S. 327)

In Korinth wird sichtbar, was geschieht, wenn eine Gemeinde die Mitte verliert. Statt sich vom Kreuz und von Christus bestimmen zu lassen, lebt sie im Bereich der Seele: menschlicher Stolz, Parteiungen, eigene Meinungen. In dieses Klima hinein kann die Lust des Fleisches wachsen, bis sie konkrete Formen annimmt. Paulus schreibt: „ÜBERHAUPT hört man, daß Unzucht unter euch sei, und (zwar) eine solche Unzucht, die selbst unter den Nationen nicht (stattfindet): daß einer seines Vaters Frau habe“ (1. Korinther 5:1). Es geht nicht um einen einmaligen Fall von Versagen, der in zerbrochener Buße ans Licht gebracht wird, sondern um ein Leben, das sich mit der Sünde arrangiert und gerade dadurch den Täter prägt: Aus einem Bruder, der sündigt, wird ein „Unzüchtiger“, ein Typus Mensch, dessen Identität mit seinem Lebensstil verschmilzt.

Weil die Gemeinde ein lebendiger Teig ist, bleibt ein solcher Lebensstil nie privat. „Euer Rühmen ist nicht gut. Wißt ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?“ (1. Korinther 5:6). Sünde wirkt ansteckend, nicht nur moralisch, sondern geistlich: Sie stumpft das Gewissen ab, verschiebt Maßstäbe und vernebelt die Wahrnehmung für die Heiligkeit Gottes. Wo ein böser Bruder geduldet und seine Sünde beschönigt wird, verwandelt sich das Gemeindeleben unmerklich. Man lernt, mit Dunkelheit zu leben, und verliert das Empfinden für das Licht des Lammes. Damit verneint die Gemeinde praktisch ihr eigenes Wesen als „berufene Heilige“ (1. Korinther 1:2), auch wenn sie diese Bezeichnung theoretisch bejaht.

Gerade hier wird die Unterscheidung der Schrift kostbar. Gott kennt den Unterschied zwischen einem Gläubigen, der in Schwachheit fällt und sich in Buße dem Licht ausliefert, und einem, der sich in der Sünde einrichtet, sie verteidigt oder gleichgültig hinnimmt. Gemeindezucht richtet sich nicht in erster Linie gegen die einzelne Tat, sondern gegen das verstockte Festhalten an einem Zustand, der das Wesen Gottes leugnet. Wenn Paulus fordert: „Tut den Bösen von euch selbst hinaus!“ (1. Korinther 5:13), dann steht dahinter nicht kalte Härte, sondern der ernste Schutz der Gemeinschaft mit Gott. Die Gemeinde darf nicht zur Bühne werden, auf der ein unbußfertiges, böse geprägtes Leben sich ungestört ausbreitet.

ÜBERHAUPT hört man, daß Unzucht unter euch sei, und (zwar) eine solche Unzucht, die selbst unter den Nationen nicht (stattfindet): daß einer seines Vaters Frau habe. (1.Kor 5:1)

Euer Rühmen ist nicht gut. Wißt ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? (1.Kor 5:6)

Der Blick auf den bösen Bruder in Korinth hält der Gemeinde einen Spiegel vor: Wiedergeburt enthebt niemand der Verantwortung, im Geist zu leben, und sie macht das Fleisch nicht harmlos. Je tiefer wir verstehen, dass der Herr uns ein unzerstörbares Leben gegeben hat, desto nüchterner werden wir gegenüber der Macht der Sünde und desto bewusster suchen wir die Lebensatmosphäre der Gemeinde, in der Christus und sein Kreuz im Mittelpunkt stehen. Wo eine örtliche Gemeinde lernt, Sünde weder zu romantisieren noch zu verdrängen, sondern im Licht des Herrn zu benennen, wächst zugleich eine Kultur der Barmherzigkeit für die Schwachen und der Klarheit gegenüber verhärteter Bosheit. Das bewahrt die Gemeinschaft vor dem schleichenden Gift des Sauerteigs und stärkt das Vertrauen, dass Gottes Gnade nicht nur vergibt, sondern auch durch Gericht hindurch trägt.

Gemeindezucht im Geist – Autorität, Liebe und Rettung des Geistes

Wenn Paulus vom Richten des bösen Bruders spricht, steht nicht ein äußerliches Verfahren im Vordergrund, sondern eine geistliche Wirklichkeit. Er schreibt: „Denn ich, zwar dem Leibe nach abwesend, aber im Geiste anwesend, habe schon als anwesend das Urteil gefällt über den, der dieses so verübt hat, – wenn ihr und mein Geist mit der Kraft unseres Herrn Jesus versammelt seid – einen solchen im Namen unseres Herrn Jesus dem Satan zu überliefern zum Verderben des Fleisches, damit der Geist errettet werde am Tage des Herrn“ (1. Korinther 5:3–5). Der Apostel wirkt nicht aus der Distanz mit menschlicher Autorität, sondern im Heiligen Geist, im Einklang mit der versammelten Gemeinde und unter der Kraft des Herrn. Richten bedeutet hier: sich unter die Herrschaft Jesu stellen, sein Urteil über die Sünde übernehmen und es in der sichtbaren Gemeinschaft umsetzen.

In den Versen 3 bis 5 sagt Paulus: „Denn ich, zwar dem Leib nach abwesend, aber im Geist anwesend, habe, als wäre ich anwesend, schon beschlossen über den, der dies so verübt hat, im Namen des Herrn Jesus, wenn ihr und mein Geist mit der Kraft unseres Herrn Jesus versammelt seid, einen solchen dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist am Tag des Herrn gerettet werde.“ … Der Geist des Apostels war so stark, dass er der Zusammenkunft der Gläubigen in Korinth beiwohnte. Sein Geist war mit ihnen versammelt, um sein Urteil über diese böse Person auszuführen. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft sechsunddreißig, S. 329)

Das „Überliefern an den Satan“ ist ein hartes Wort, aber es ist die Sprache der Zucht, nicht der Verdammnis. Paulus kennt aus eigener Erfahrung, dass Gott Satan als Werkzeug nutzen kann, um Stolz zu brechen und den Menschen zu bewahren: „Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, daß er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe“ (2. Korinther 12:7). In Korinth geht es nicht um eine persönliche Heimsuchung Gottes, sondern um das bewusste Herausstellen des unbußfertigen Bruders aus der schützenden Sphäre der Gemeinde. Wer aus der Mitte der Heiligen ausgeschlossen ist, steht der zerstörerischen Realität der Welt und des Bösen ungeschützt gegenüber. Das Fleisch wird getroffen, damit der Geist nicht verloren geht, sondern am Tag des Herrn als gerettet dasteht.

In der Bildsprache des Alten Testaments entspricht dieser Zustand dem Aussätzigen, über den es heißt: „All die Tage, die das Mal an ihm ist, soll er unrein sein; unrein ist er: allein soll er wohnen, außerhalb des Lagers soll seine Wohnung sein“ (3. Mose 13:46). Aussatz ist mehr als ein äußerlicher Makel; er ist ein Zeichen tiefgreifender Unreinheit, die das Lager Gottes bedroht. Der Betroffene wird ausgesondert, nicht weil man ihn abschreibt, sondern weil das Lager heilig bleiben muss. So ähnlich versteht Paulus die Gemeindezucht: Der böse Bruder wird aus der sichtbaren Gemeinschaft herausgestellt, damit das Haus Gottes nicht verunreinigt wird und damit der Betroffene die Schwere seines Zustands erkennt. Die Distanz der Gemeinde soll zum Spiegel werden, in dem die eigene Verirrung sichtbar wird.

Gerade deshalb kann Gemeindezucht nie von Rachsucht oder verletztem Stolz getragen sein. „Und ihr – seid aufgeblasen und habt nicht vielmehr Leid getragen, damit der, welcher diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweggetan würde!“ (1. Korinther 5:2). Bevor die Gemeinde handelt, klagt Paulus ihren inneren Zustand an: Stolz statt Trauer. Geistliche Autorität zeigt sich nicht zuerst im Vollzug äußerer Maßnahmen, sondern in einem Herzen, das unter der Sünde eines Bruders zerbricht. Richten im Geist bedeutet, in der Gegenwart des Herrn die eigene Ohnmacht und Mitverantwortung zu erkennen, seine Heiligkeit anzuerkennen und dann das zu tun, was seinem Namen entspricht – auch wenn es uns emotional schwerfällt.

Und ihr seid aufgeblasen und habt nicht vielmehr Leid getragen, damit der, welcher diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweggetan würde! (1.Kor 5:2)

Denn ich, zwar dem Leibe nach abwesend, aber im Geiste anwesend, habe schon als anwesend das Urteil gefällt über den, der dieses so verübt hat, - wenn ihr und mein Geist mit der Kraft unseres Herrn Jesus versammelt seid - einen solchen im Namen unseres Herrn Jesus dem Satan zu überliefern zum Verderben des Fleisches, damit der Geist errettet werde am Tage des Herrn. (1.Kor 5:3-5)

Die Linien von 1. Korinther 5 fordern das heutige Gemeindeleben tief heraus: Zucht im Geist zu üben heißt, sich vom Herrn in die Spannung von Klarheit und Barmherzigkeit führen zu lassen. Dort, wo ein Bruder in einem bösen Lebensstil verharrt und Mahnungen abprallen, darf die Gemeinde nicht hinter falscher Toleranz Zuflucht suchen, sondern ist gerufen, unter Tränen konsequent zu handeln. Gleichzeitig bleibt im Herzen die Gewissheit lebendig, dass Gott auch harte Wege nutzt, um Menschen heimzuführen. Wo eine Gemeinde in dieser Haltung lebt, wächst Vertrauen: Vertrauen, dass Sünde nicht relativiert wird; Vertrauen, dass niemand vorschnell aufgegeben wird; Vertrauen, dass der Herr selbst die Mitte ist, in deren Licht sowohl Gericht als auch Wiederherstellung ihren Platz finden.

Christus, unser Passah und das Fest der ungesäuerten Brote

Mitten im Bericht über eine erschütternde Sünde lenkt Paulus den Blick auf ein Fest. Er schreibt: „Schafft den alten Sauerteig hinaus, damit ihr eine neue Teigmasse seid, wie ihr ja ungesäuert seid; denn unser Passa, Christus, ist auch geopfert worden. So lasst uns nun das Fest feiern, nicht mit dem alten Sauerteig noch mit dem Sauerteig der Schlechtigkeit und Bosheit, sondern mit dem ungesäuerten Brot der Lauterkeit und Wahrheit“ (1. Korinther 5:7–8). Die Frage der Gemeindezucht wird damit in das Licht des Passahlammes gestellt. Christus ist nicht nur wie ein Lamm für uns geschlachtet worden, Er ist „unser Passa“ – der ganze Raum göttlicher Rettung und Gemeinschaft. In seiner Gegenwart, im Rahmen dieses Festes, wird deutlich, dass Sünde nicht einfach ein moralischer Fehltritt ist, sondern ein Fremdkörper in einer heiligen Mahlgemeinschaft.

Wenn gesagt wird, dass Christus unser Passah ist, macht das deutlich, dass der Apostel die Gläubigen als Gottes auserwähltes Volk betrachtet, das sein Passah gehabt hat, wie es durch das in 2. Mose 12 dargestellte Passah vorgebildet ist. In diesem Passah ist Christus nicht nur das Lamm, sondern das gesamte Passah. Um unser Passah zu sein, wurde Er am Kreuz für unsere Erlösung und unsere Versöhnung mit Gott geopfert. So können wir Ihn als ein Fest vor Gott genießen. In diesem Fest darf kein Sauerteig vorhanden sein. Sünde und der erlösende Christus können nicht zusammengehen. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft sechsunddreißig, S. 332)

Paulus greift das Bild des Auszugs aus Ägypten auf. In 2. Mose 12 wird Israel befohlen: „SIEBEN Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen; ja, (gleich) am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern wegtun; denn jeder, der Gesäuertes ißt, diese Seele soll aus Israel ausgerottet werden“ (2. Mose 12:15). Die Befreiung durch das Blut des Lammes und das Fest der ungesäuerten Brote gehören untrennbar zusammen: Erlösung und Reinigung, Rettung und Absonderung. Übertragen auf das Gemeindeleben heißt das: Wer Christus als Passah empfangen hat, ist nicht nur aus dem Gericht herausgenommen, sondern in eine neue Lebensatmosphäre hineingestellt worden. Das Haus, in dem das Lamm gegessen wird, ist zugleich das Haus, in dem der Sauerteig aus allen Winkeln hinausgetragen wird.

Interessant ist, dass Paulus die Korinther zugleich als ungesäuerten Teig bezeichnet und sie dennoch auffordert, den alten Sauerteig hinauszuschaffen. In Christus sind sie heilig, abgewaschen, gerechtfertigt (1. Korinther 6:11). In ihrer konkreten Lebenspraxis aber ist noch vieles von Schlechtigkeit und Bosheit vorhanden – Streit, Parteiungen, Unzucht. Die Gemeinde steht damit in einer Spannung: Ihr objektiver Stand in Christus ist rein, ihre sichtbare Gestalt aber muss diesem Stand immer neu angepasst werden. Die Entscheidung, einen bösen Bruder auszuschließen, ist dann nicht Ausdruck moralischer Überlegenheit, sondern Konsequenz aus dieser Identität: Weil wir in Christus ungesäuert sind, können wir nicht dauerhaft mit offenbarem Sauerteig leben, ohne uns selbst zu verleugnen.

Das Bild vom Fest hilft, Sünde nicht in erster Linie juristisch, sondern beziehungsbezogen zu sehen. Wo Christus als unsere Lebensversorgung im Mittelpunkt steht, wird das Entfernen des Sauerteigs zur Voraussetzung ungetrübter Freude. Wer beim Passah mit Ägyptens Speisen am Tisch säße, würde die ganze Feier absurd machen. Genauso zerstört tolerierte, unbußfertige Sünde die Wahrheit dessen, was in der Gemeinde gefeiert wird: dass der Sohn Gottes sein Blut vergossen hat, um ein Volk zu gewinnen, das Ihm gehört. Das macht klar, warum Paulus ausgerechnet in diesem Zusammenhang von Lauterkeit und Wahrheit spricht. Es geht darum, dass das innere Wesen der Gemeinde mit ihrer äußeren Praxis übereinstimmt.

Schafft den alten Sauerteig hinaus, damit ihr eine neue Teigmasse seid, wie ihr ja ungesäuert seid; denn unser Passa, Christus, ist auch geopfert worden. So lasst uns nun das Fest feiern, nicht mit dem alten Sauerteig noch mit dem Sauerteig der Schlechtigkeit und Bosheit, sondern mit dem ungesäuerten Brot der Lauterkeit und Wahrheit. (1.Kor 5:7-8)

SIEBEN Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen; ja, (gleich) am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern wegtun; denn jeder, der Gesäuertes ißt, diese Seele soll aus Israel ausgerottet werden (2.Mose 12:15)

Der Blick auf Christus als unser Passah und auf das Fest der ungesäuerten Brote lädt die Gemeinde ein, Sünde nicht primär als Regelverstoß, sondern als Störung der Festgemeinschaft mit dem Herrn zu verstehen. Je mehr sein Blut und seine Gegenwart kostbar werden, desto verständlicher werden die klaren Worte des Apostels über Sauerteig und Reinheit. In einem solchen Verständnis verliert Gemeindezucht ihren Charakter bloßer Grenzziehung und wird zu einem Ausdruck der Sehnsucht, dass die Freude am Lamm ungetrübt bleibt. Wer so auf Christus sieht, findet Mut, auch schmerzhafte Reinigungen nicht zu scheuen, und zugleich Trost, dass jede Reinigung von der Fülle des einen kommt, der sich selbst als Brot des Lebens schenkt.


Herr Jesus Christus, Du bist unser Passah, für uns geschlachtet, damit wir vor Gott leben und in Deiner Gegenwart ein Fest feiern können. Dort, wo unser eigenes Herz wie Sauerteig voller Stolz, Eigenwille oder verborgener Sünden ist, richte Du uns in Liebe aus und ziehe uns neu in das Licht Deines Kreuzes. Stärke uns, im Geist zu leben und nicht in der Seele, damit unsere Gemeinschaft rein bleibt und Deine heilige Liebe inmitten Deiner Gemeinde sichtbar wird. Wo Brüder und Schwestern gefallen sind, lass Deine Gnade zur wahren Buße führen und Deine Wahrheit zur Wiederherstellung, damit niemand verloren geht, sondern der Geist gerettet werde am Tag des Herrn. Erfülle uns mit Freude an Dir als unserem täglichen Brot, damit unser Leben mehr und mehr dem Fest der ungesäuerten Brote gleicht und Dein Name in der Gemeinde verherrlicht wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of 1 Corinthians, Chapter 36

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