Das Wort des Lebens
lebensstudium

Gottes Ackerfeld und Gottes Bau

14 Min. Lesezeit

Viele Christinnen und Christen sehnen sich nach echter Gemeinschaft und stabilem Gemeindeleben, erleben gleichzeitig aber Spannungen, unterschiedliche Vorlieben und sogar Spaltungen. Paulus verwendet im ersten Korintherbrief zwei überraschende Bilder, um unsere Situation zu beleuchten: Wir sind diese Botschaft. Wer diese beiden Bilder zusammen sieht, entdeckt eine geistliche Linie von Wachstum, Umwandlung und wahrem Aufbau, die sowohl unser persönliches Leben mit dem Herrn als auch unser Miteinander in der Gemeinde tief berührt.

Gottes Ackerfeld: Christus wächst in uns

Wenn Paulus schreibt: „Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau“ (1.Kor 3:9), öffnet er einen stillen, aber kraftvollen Blick auf das Innere eines Gläubigen. Er sieht nicht zuerst eine Reihe von Aktivitäten, Diensten oder Gaben, sondern ein von Gott bearbeitetes Feld, in das Er selbst den Samen seines Lebens gelegt hat. Im Gleichnis vom Sämann heißt es über den Sohn des Menschen: „Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen“ und „der gute Samen sind die Söhne des Reiches“ (Matthäus 13:37-38). Christus sät sich durch sein Wort in unser Herz hinein, und mit dieser Aussaat beginnt ein anderer Umgang Gottes mit unserem Inneren. Was vorher wie brachliegendes Land, hart oder von Dornen überwuchert war, wird zu Boden, den Gott für sich beansprucht. Durch die Wiedergeburt sind wir nicht mehr unberührtes, neutrales Gebiet; wir gehören in der Tiefe unseres Seins zu einer neuen Schöpfung, die dafür bestimmt ist, Christus zu tragen und hervorzubringen.

Die Gläubigen, die in Christus mit Gottes Leben wiedergeboren worden sind, sind Gottes bebautes Land – ein Acker in Gottes neuer Schöpfung, auf dem Christus wächst. Weil wir an Christus geglaubt und Ihn aufgenommen haben, sind wir nicht länger wie unbebautes oder wildes Land. Wir sind nicht Menschen, die Gott noch nicht berührt hat. Vielmehr hat Gott etwas in uns hineingesät, und wir sind von Ihm berührt und bebaut worden. Jetzt sind wir Gottes Acker, auf dem Christus hervorkommt. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft dreißig, S. 271)

Dieses Bild des Ackerfeldes hilft zu verstehen, was geistliches Wachstum eigentlich ist. Von außen betrachtet scheint Wachstum oft mit Mehr zu tun zu haben: mehr Einsätze, mehr Erkenntnis, mehr Verantwortung. Paulus beschreibt jedoch etwas anderes: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben“ (1.Kor 3:6). Gott gibt das Wachstum, und dieses Wachstum besteht darin, dass Christus in uns zunimmt, während unser natürliches Leben an Einfluss verliert. Wenn seine Gedanken unsere Eigenwilligkeit ablösen, seine Liebe Bitterkeit zurückdrängt und sein Friede an die Stelle von innerer Unruhe tritt, wächst auf Gottes Feld etwas, das nicht aus uns stammt. Solches Wachstum ist leise und zugleich tiefgreifend; es verwandelt unsere Reaktionen, unsere Entscheidungen, unseren Umgang mit anderen. In der Geduld, mit der Gott unser inneres „Land“ bearbeitet, liegt Trost: Er hat sich durch seine Aussaat an uns gebunden und lässt sein Werk nicht liegen. Wo Christus in uns wächst, wird unser Leben – trotz aller Brüche und Schwächen – mehr und mehr zu einer sichtbaren Spur dessen, was Gott selbst in sein Ackerfeld hineingelegt hat. Das macht Mut, uns immer wieder neu von ihm pflügen, säen und begießen zu lassen, im Vertrauen, dass sein verborgenes Wachstum eines Tages deutlich erkennbar sein wird.

Dass wir Gottes Ackerfeld sind, bedeutet zugleich, dass unser Inneres ein Ort fortlaufender Reinigung und Klärung ist. Der Herr selbst spricht in Matthäus 13 von Felsenboden, Dornen und festgetretenen Wegen – Bildern für alles, was das Wachsen seines Wortes behindert. Hardes, verschlossenes Denken, alte Verletzungen, ungeordnete Wünsche oder die leise Macht des Alltags sorgen dafür, dass die Saat zwar vorhanden, aber nicht frei ist. Darum heißt es an anderer Stelle: „Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens“ (Sprichwörter 4:23). Gott arbeitet nicht oberflächlich an unseren Umständen; er richtet sein Wirken auf die Quellen unseres Lebens. Wenn er etwas in unserem Inneren anrührt, das seiner Saat entgegensteht, geschieht das nicht gegen uns, sondern für das Wachstum dessen, was Er selbst eingepflanzt hat.

Die Diener, von denen Paulus spricht – solche, die pflanzen und begießen – sind in diesem Geschehen wichtig, aber nie das Entscheidende. „So ist nun weder der, der pflanzt, etwas, noch der, der begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt“ (1.Kor 3:7). Gott benutzt Menschen, Worte, Situationen, manchmal auch Widerstände, um sein Feld zu lockern und zu tränken, doch niemand außer ihm kann Leben erzeugen. Diese Sicht bewahrt vor Enttäuschung über Menschen und vor Überforderung an sich selbst. Der Maßstab ist nicht, wie viel wir aus eigener Kraft „aus uns machen“, sondern wie viel Raum der in uns wohnende Christus tatsächlich erhält. Mit dieser Einsicht gewinnt selbst ein unscheinbarer, schwacher Alltag einen neuen Klang: Jeder Tag ist ein Stück Land, das Gott bearbeitet, um die Wurzeln Christi tiefer in uns zu senken. So wird das Bild vom Ackerfeld zur stillen Ermutigung: Niemand, der von Gott bebaut wird, bleibt auf Dauer unfruchtbar; wo seine Saat liegt, wird Christus hervorkommen.

Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben. (1.Kor 3:6)

So ist nun weder der, der pflanzt, etwas, noch der, der begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt. (1.Kor 3:7)

Wer sich als Gottes Ackerfeld versteht, darf seine innere Realität nicht mehr nur an sichtbaren Erfolgen oder äußeren Diensten messen, sondern an der stillen Zunahme Christi in Gedanken, Gefühlen und Entscheidungen. Gerade dort, wo Gott verborgene Schichten unseres Herzens umpflügt und uns von gewohnten Sicherheiten löst, zeigt sich, dass Er das Feld ernst nimmt, das Er sich erworben hat. In dieser Perspektive verlieren Phasen der Dürre, des Wartens oder der inneren Bearbeitung ihren rein negativen Charakter: Sie werden zu Zeiten, in denen die Wurzeln tiefer gehen und der Boden bereitet wird für weiteres Wachstum im Leben bis zur Reife. Wer sich so von Gott bebauen lässt, trägt im Verborgenen geistliche Frucht, lange bevor andere sie sehen – und findet gerade darin eine leise, tragende Freude.

Gottes Bau: Wachstum wird zu wahrem Aufbau

Wenn Paulus im selben Satz von Gottes Ackerfeld zu Gottes Bau übergeht (1.Kor 3:9), verbindet er zwei Bilder, die auf den ersten Blick kaum zusammengehören: ein lebendiges, wachsendes Feld und ein festes, geordnetes Gebäude. Gerade diese Verbindung ist jedoch entscheidend. Was auf Gottes Feld wächst, ist nicht für sich selbst bestimmt, sondern für ein Haus, in dem Gott wohnen kann. Geistlicher Aufbau beginnt daher nicht bei Strukturen, Konzepten oder menschlich gut geordneten Beziehungen, sondern bei dem inneren Wachsen des göttlichen Lebens. In dem Maß, in dem Christus in uns zunimmt, werden wir zu Bausteinen, die sich tragen lassen und andere tragen können.

Bei einem geistlichen Bau, einem Bau im Leben, besteht der eigentliche Bau im Wachstum im Leben. In dem Maß, in dem wir aufgebaut worden sind, sind wir auch gewachsen. In der Gemeinde aufgebaut zu werden bedeutet zu wachsen, und zwar so, dass wir mit Christus zunehmen und eine bestimmte Statur erlangen. Die Zunahme von Christus ist unsere Statur. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft dreißig, S. 272)

Paulus beschreibt dieses Bauen in einer ernsten Perspektive: „Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf das Fundament Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh aufbaut, wird das Werk eines jeden offenbar werden“ (1.Kor 3:11-13a). Gold, Silber und kostbare Steine stehen für das, was aus Christus selbst stammt: Gottes göttliche Natur (Gold), das Erlösungswerk des Sohnes (Silber) und ein durch Feuer bewährtes, verwandeltes Leben (Edelsteine). Holz, Heu und Stroh hingegen wachsen zwar schnell und beeindrucken durch Menge, sind aber in sich selbst vergänglich. Damit berührt Paulus die Gefahr eines „Aufbaus“, der im Grunde nur das natürliche Leben in religiöser Form verstärkt: starke Persönlichkeiten, eindrückliche Begabungen, menschlich sympathische Gemeinschaft können wie ein gutes Gerüst aussehen, ohne dass Christus tatsächlich das Material bildet.

Je mehr unser natürliches Leben zurücktritt, desto mehr kann unser Wachstum in Christus in wahren Aufbau verwandelt werden. Paulus formuliert den Zusammenhang so: „Der aber pflanzt und der begießt, sind eins; jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit“ (1.Kor 3:8). Dass die Diener „eins“ sind, ist Ausdruck eines inneren Werkes: sie leben nicht aus Konkurrenz, Eitelkeit oder dem Bedürfnis, sich zu profilieren, sondern aus dem gemeinsamen Interesse an Christus. Ein solcher Einklang entsteht nicht durch bloße Vereinbarung, sondern dadurch, dass der Herr das natürliche Ich zurücknimmt und seine eigene Gesinnung in uns ausbildet. Wo Menschen lernen, sich durch Christus korrigieren, dämpfen und leiten zu lassen, entsteht eine Atmosphäre, in der Gott bauen kann – oft unscheinbar, aber tragfähig.

So wird die Gemeinde zu einem geistlichen Haus, das nicht von menschlicher Harmonie abhängt, sondern von der Gegenwart Christi, der im Inneren gewachsen ist. Der einzelne Gläubige wird nicht nur zu einem „Pflänzchen auf Gottes Feld“, sondern zu einem lebendigen Stein, der sich in das Ganze einfügt. Was in verborgenen Kämpfen, in durchgetragenen Konflikten und in stiller Treue gereift ist, wird zu kostbarem Baumaterial, das auch Prüfungen standhält. In dieser Sicht verlieren Enttäuschungen und Spannungen im Gemeindeleben etwas von ihrer zerstörerischen Macht: Sie werden zu Gelegenheiten, in denen der Herr das, was aus Holz, Heu und Stroh besteht, ans Licht bringt, um es zu ersetzen durch Gold, Silber und Edelsteine. Wer so auf Gottes Bau schaut, entdeckt inmitten aller Unvollkommenheit den verborgenen Faden seines Wirkens und kann mit aufrichtiger Hoffnung erwarten, dass sein Haus am Ende die Handschrift seiner Geduld und Treue tragen wird.

Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. (1.Kor 3:11)

Wenn aber jemand auf das Fundament Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh aufbaut, wird das Werk eines jeden offenbar werden; denn der Tag wird es offenkundig machen, weil es durch Feuer offenbart wird, und das Feuer selbst wird eines jeden Werk prüfen, welcher Art es ist. (1.Kor 3:12-13)

Wo das eigene Wachstum in Christus als Teil von Gottes Bau verstanden wird, verliert die Fixierung auf sichtbare Ergebnisse an Gewicht. Entscheidend wird, dass unser inneres Leben zu jenem Material heranreift, das der göttlichen Prüfung standhält. Dazu gehört, dass Christus unsere Rechthaberei, unsere Verletzbarkeit und unser Bedürfnis nach Kontrolle mindert und uns befähigt, mit sehr unterschiedlichen Geschwistern gemeinsam zu stehen. In dieser Perspektive werden Spannungen im Gemeindeleben nicht mehr nur als Störungen erlebt, sondern auch als Orte, an denen Holz, Heu und Stroh offenbar werden, damit Gold, Silber und Edelsteine hervorkommen können. So wird jeder verborgene Schritt in der Umwandlung zu einem Baustein im geistlichen Haus Gottes – und unser persönlicher Weg erhält einen bleibenden, gemeinschaftlichen Sinn.

Christus als einziges Fundament statt unserer Vorlieben

Die Gemeinde in Korinth war reich an Gaben, und doch von einer inneren Zerrissenheit geprägt, die Paulus unüberhörbar anspricht: „Denn wenn einer sagt: Ich bin des Paulus, der andere aber: Ich des Apollos, seid ihr nicht fleischlich?“ (1.Kor 3:4). Hinter diesen Bekenntnissen stehen nicht nur Namen, sondern verborgene Fundamente. Menschen, Lehrakzente, geistliche Stile und bestimmte Gemeinden werden zur eigentlichen Grundlage der eigenen Identität. Was auf den ersten Blick wie Wertschätzung geistlicher Diener aussieht, entlarvt Paulus als Ausdruck eines Lebens, das sich noch immer an sichtbaren Größen orientiert. Damit berührt er eine sehr aktuelle Spannung: die Neigung des menschlichen Herzens, sich an das zu binden, was greifbar, vertraut und überschaubar ist – und gerade dadurch den einzigartigen Grund zu verschieben, der schon gelegt ist.

„Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ Christus, der einzigartige Grund, ist bereits gelegt. Dieser Grund ist nicht nur für die Zeit der Apostel gelegt worden, sondern für die Ewigkeit. (Witness Lee, Life-Study of 1 Corinthians, Botschaft dreißig, S. 273)

Mit großer Klarheit sagt Paulus: „Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ (1.Kor 3:11). Dieser Grund ist nicht nur eine Lehre über Christus, sondern seine Person als der Gekreuzigte und Auferstandene, in dem Gott uns ein für alle Mal begegnet. Wo dieser Grund tatsächlich die Mitte bildet, verlieren alle anderen „Gründe“ ihren absoluten Anspruch: Traditionen, bevorzugte Lehrer, vertraute Formen des Gemeindelebens, geistliche Erfahrungen – alles kann seinen Platz haben, nichts darf zum Fundament werden. Christus als Grund bedeutet, dass unsere Zugehörigkeit, unsere Sicherheit und unser Maßstab letztlich aus ihm kommen. Seine Kreuzigung legt die Axt an jede Form geistlicher Selbstinszenierung, und seine Auferstehung eröffnet eine gemeinsame, neue Realität, in der niemand sich auf etwas anderes berufen kann als auf den Herrn selbst.

Persönliche Vorlieben werden dann gefährlich, wenn sie unbemerkt diese Grundfrage überlagern. Was uns anspricht, wohin wir uns emotional hingezogen fühlen, mit wem wir uns leichter identifizieren – all das ist menschlich verständlich und an sich nicht verwerflich. Doch sobald solche Neigungen bestimmen, wen wir noch als „uns zugehörig“ empfinden, welche Geschwister wir innerlich ausblenden oder wie wir über andere Gemeinden denken, beginnen sie, am Fundament zu rütteln. Paulus nennt die Folge beim Namen: „denn da Eifersucht und Streit unter euch ist: Seid ihr nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise?“ (1.Kor 3:3). Wo Christus nicht mehr der tiefste Grund ist, tritt das natürliche Leben wieder in den Vordergrund – in geistlichem Gewand, aber mit den alten Mustern von Vergleich, Bewertung und Abgrenzung.

Christus als einziges Fundament zu behalten, ist daher keine einmalige Entscheidung, sondern ein fortlaufender innerer Prozess. Es bedeutet, dass wir zulassen, dass der Herr unsere verborgenen Identifikationen ans Licht bringt: jene leisen Gedanken, in denen wir uns als „zu den Ernsthaften“, „zu den Ausgewogenen“ oder „zu den besonders Erkenntnisreichen“ zählen. Wenn Er uns dort begegnet, ist das selten angenehm, aber stets gnädig. Er führt uns zurück zu einem einfachen Boden: Wir gehören zu Ihm, weil Er uns durch sein Blut erkauft hat; wir stehen in seiner Gemeinde, nicht weil unser Weg, unsere Sicht oder unsere Gruppe besser wäre, sondern weil Er der Grund ist, auf dem wir alle stehen. In diesem Licht werden unterschiedliche Akzente, Erfahrungen und Ausdrucksformen nicht verschwinden, aber sie verlieren ihre trennende Schärfe.

Denn wenn einer sagt: Ich bin des Paulus, der andere aber: Ich des Apollos, seid ihr nicht fleischlich? (1.Kor 3:4)

Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. (1.Kor 3:11)

Christus als einziges Fundament zu bewahren, bedeutet in der Praxis, die eigene Identität nicht mehr aus Zugehörigkeiten, Präferenzen oder geistlichen Stilen zu beziehen, sondern aus der Person des Herrn selbst. Wo Er unsere verborgenen Nebenfundamente ans Licht bringt, ist das schmerzhaft und rettend zugleich: Es löst uns von Bindungen, die uns letztlich nicht tragen könnten, und stellt uns neu auf den Boden, den Gott ein für alle Mal gelegt hat. In dieser Bewegung verlieren persönliche Vorlieben ihren trennenden Charakter und werden relativiert durch eine tiefere Zugehörigkeit zu Christus. So entsteht eine Freiheit, in der man dankbar empfangen kann, was Gott durch verschiedene Werkzeuge wirkt, ohne sie zur Basis der eigenen Identität zu machen. Diese Freiheit ist der Raum, in dem Gott seinen Bau weiterführt – still, beharrlich und getragen von der Gewissheit, dass der Grund, auf dem alles ruht, unerschütterlich bleibt.


Herr Jesus Christus, danke, dass du uns aus verwildertem Boden in dein eigenes Ackerfeld verwandelt hast, auf dem dein Leben wachsen kann. Du siehst, wie leicht wir uns an Menschen, Formen und Vorlieben hängen und damit unbemerkt andere Fundamente legen. Wir bringen dir unsere verborgenen Ansprüche, unsere inneren Vorbehalte gegenüber Geschwistern und unsere heimlichen Vergleiche und bitten dich: reduziere unser natürliches Leben und lass dich selbst in uns zunehmen. Lehre uns, dich als den einzigen Grund unseres Glaubens und unseres Gemeindelebens zu schätzen, damit wir mit Gold, Silber und kostbaren Steinen bauen und nicht mit Holz, Gras und Stroh. Wo wir Enttäuschung, Härte oder Kritik in uns tragen, schenke du einen neuen Blick für deine Gemeinde als dein geliebtes Haus und erfülle unser Herz mit deinem Frieden. Stärke alle, die an schwierigen Orten dienen, durch die Gewissheit, dass du ihre Mühe kennst und dass kein Wachstum in dir vergeblich ist. Lass dein Haus unter uns fester, reiner und heller werden, bis du deine Wohnung in Herrlichkeit vollendest. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of 1 Corinthians, Chapter 30

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