Das Wort des Lebens
lebensstudium

Das Bedürfnis derer unter der Knechtschaft der Sünde – die Befreiung des Lebens (1)

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Viele Christen kennen Vergebung, aber empfinden dennoch die Macht der Sünde wie ein unsichtbares Gefängnis: Schuldgefühle, innere Dunkelheit und geistlicher Tod scheinen stärker zu sein als alle guten Vorsätze. Johannes 8 zeichnet eine dramatische Szene mit einer überführten Sünderin und selbstgerechten Gesetzeslehrern – und mitten darin steht Jesus, der behauptet, der große Ich-bin zu sein. An dieser Begegnung wird sichtbar, warum religiöse Anstrengung uns nicht befreien kann und wie allein das göttliche Leben in Christus wirklich von der Sünde losmacht.

Religion des Gesetzes oder der große Ich-bin?

Vor den Toren des Tempels in Johannes 8 begegnen sich zwei Welten, die auf den ersten Blick zusammengehören, in Wirklichkeit aber nicht dasselbe bewirken können. Auf der einen Seite steht die Religion des Gesetzes: das wahre Wort Gottes, ein heiliger Tempel, klare Gebote, ein von Gott gegebenes System, das Gut und Böse unterscheidet. In diesem Rahmen haben die Schriftgelehrten alles richtig gemacht: Sie bringen den Fall der Ehebrecherin vor Jesus, berufen sich auf Mose und fragen nach dem Urteil. Doch gerade in dieser äußerlich korrekten Szene zeigt sich die Grenze der Religion. Das Gesetz kann Schuld benennen, es kann verurteilen, es kann trennen in schuldig und unschuldig – aber es kann das Herz der Frau nicht verändern, es kann das Gift, das sie treibt, nicht herauslösen. Wie es in Römer 8 heißt, war dem Gesetz etwas „unmöglich …, weil es durch das Fleisch schwach war“ (Röm. 8:3). Es bleibt von außen, während die Wurzel der Sünde tief innen sitzt.

Dieser Fall macht deutlich, dass die Religion des Gesetzes (8:5, 1, 7), wie sie durch den Tempel (8:2, 20) repräsentiert wird, die Menschen nicht von der Sünde und ihrem Tod befreien kann, dass aber der Herr Jesus als das „Ich bin“, der zum Sohn des Menschen wurde und für die schlangenvergifteten Menschen am Kreuz erhöht wurde, das tun kann, was Religion und Gesetz nicht zu tun vermögen. (Witness Lee, Life-Study of John, Botschaft neunzehn, S. 226)

Jesus stellt sich in diese Situation nicht als ein weiterer Gesetzesausleger, sondern als der, der vor dem Gesetz war: der große Ich-bin. Wenn er in Johannes 8 bekennt: „Wenn ihr nicht glauben werdet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben“ (Johannes 8:24), nimmt er genau jenen Namen auf, in dem Gott sich schon in 1. Mose 2.dem Menschen zuwendet. Derselbe Jehova, der den Menschen aus Staub bildete und ihm den Odem des Lebens einhauchte, steht hier als Menschensohn im Tempelhof. Er ist nicht gekommen, um ein System zu verbessern, sondern um Leben zu geben. Dieses Leben wird aber merkwürdig offenbar: nicht in Pracht, sondern in Erniedrigung; nicht auf einem Thron, sondern an einem Holz. Wenn er sagt, dass der Sohn des Menschen „erhöht“ werden muss (Johannes 3:14), ist dieses Erhöhtwerden Kreuz und Triumph zugleich, Gericht über die alte Schlange und Öffnung eines neuen Lebensstroms.

Um dieses Geheimnis zu entwerfen, führt Gott in 4. Mose 21 ein eindrückliches Bild vor Augen. Nachdem das Volk gegen Gott murrt, heißt es: „Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk, und sie bissen das Volk; und es starb viel Volk aus Israel“ (4.Mose 21:6). Die Lösung besteht nicht darin, die Schlangen zu dressieren oder die Bisse zu verbinden, sondern in einer von Gott verordneten, erhöhten Bronze-Schlange: Wer sie anschaut, bleibt am Leben. Jesus nimmt dieses Bild in Johannes 3.auf und macht deutlich, dass er selbst als Menschensohn wie diese Schlange erhöht wird. Nicht weil in ihm Sünde wäre, sondern weil er in der Gestalt dessen auftritt, was uns zerstört, um es zu richten. Die Religion des Gesetzes kann die Schlangen zählen, ihre Bisse klassifizieren und ihr Erscheinen als Gericht deuten; aber sie kann keinen einzigen Biss heilen. Der erhöhte Christus dagegen bringt das Gift in die Öffentlichkeit des Kreuzes und trägt es in sich, damit es sein Recht an uns verliert.

So zeichnen sich in Johannes 8 zwei Bäume ab, die schon in 1. Mose 2.nebeneinander stehen. Dort ließ Gott „den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ aufwachsen (1.Mose 2:9). Der Baum der Erkenntnis gibt Unterscheidung, Urteil, ein Maßstabssystem – und endet doch bei dem Wort: „an dem Tag, an dem du davon isst, wirst du auf jeden Fall sterben!“ (1.Mose 2:17). Der Baum des Lebens hingegen steht für Gott selbst als Lebensversorgung. Die Religion des Gesetzes bewegt sich letztlich im Bereich der Erkenntnis: sie kann gut definieren und böse verurteilen, aber sie bleibt an denselben Boden gebunden, aus dem der Tod aufsteigt. Christus hingegen ist der Baum des Lebens, der aus sich heraus nährt, erquickt, verwandelt. Befreiung von der Sünde geschieht darum nicht, indem wir den Baum der Erkenntnis geistlicher und konsequenter pflegen, sondern indem wir uns von der Frucht des Baumes des Lebens ernähren – von Christus als unserem inneren Leben.

Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch schwach war, das tat Gott: Er verdammte die Sünde im Fleisch, indem Er Seinen eigenen Sohn in der Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und der Sünde wegen sandte, (Röm. 8:3)

Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk, und sie bissen das Volk; und es starb viel Volk aus Israel. (4.Mose 21:6)

Wer erkennt, dass selbst die beste Religion das Gift der Sünde nicht aus dem Herzen ziehen kann, gewinnt Raum für eine tiefere Abhängigkeit von Christus selbst. Es entlastet, nicht mehr aus eigener Gesetzestreue Befreiung erzwingen zu müssen, sondern sich im Glauben dem großen Ich-bin anzuvertrauen, der als erhöhter Menschensohn die Schlange gerichtet hat und heute als Baum des Lebens in uns wohnen will. In dieser Beziehung wächst eine stille Gewissheit: Wo ich an meine Grenzen komme, fängt sein Leben erst an, wirksam zu werden.

Die wahre Tiefe der Sünde: Quelle, Knechtschaft und Tod

In der Auseinandersetzung Jesu mit den religiösen Führern wird offenkundig, wie tief das Problem der Sünde reicht. Es geht nicht nur um einzelne Fehltritte, die man mit etwas moralischer Anstrengung korrigieren könnte. Jesus sagt nüchtern: „Jeder, der die Sünde tut, ist ein Sklave der Sünde“ (Johannes 8:34). Das ist mehr als die Beschreibung eines Verhaltens; es ist eine Aussage über eine innere Macht, der der Mensch verfallen ist. Ein Sklave verfügt nicht frei über sich selbst, er wird bestimmt, geführt, getrieben. So wirkt Sünde: Sie wohnt in der gefallenen Natur, sie durchdringt Gedanken, Motive und Wünsche, sie setzt sich gerade dort fest, wo der Mensch „eigentlich“ anders sein möchte. Darum ist Sünde nicht zuerst ein juristisches Problem, sondern eine Frage der Herrschaft – wer regiert über mein Inneres?

Blindheit, Finsternis und Tod kommen von der Sünde. Sünde ist der grundlegende Faktor von Blindheit, Finsternis und Tod. Wenn wir sündig sind, sind wir gewiss blind, denn Blindheit begleitet immer die sündigen Dinge. Die Sünde bringt den Tod herein, aber zwischen Sünde und Tod steht immer die Blindheit. (Witness Lee, Life-Study of John, Botschaft neunzehn, S. 225)

Jesus scheut sich nicht, den Ursprung dieser Herrschaft zu benennen. Zu seinen Gegnern sagt er: „Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an … er ist ein Lügner und der Vater derselben“ (Johannes 8:44). Hinter der Sünde steht eine Person, deren Wesen Mord und Lüge ist. In 1. Mose tritt diese Person als Schlange auf, die mit einem einzigen Satz Zweifel, Verdrehung und Misstrauen in das Herz des Menschen sät. Die alte Schlange zieht sich wie ein dunkler Faden durch die Schrift, bis sie in der Offenbarung als „der große Drache … der die ganze bewohnte Erde betrügt“ bezeichnet wird (Offb. 12:9). Der Mensch ist nicht neutral, er ist entweder Kind Gottes oder geprägt von dieser Schlange. Sünde ist darum nicht nur Gesetzesübertritt, sondern Ausdruck einer fremden Vaterschaft.

Die eigentliche Tragik besteht darin, dass zwischen Sünde und ihrem Endergebnis – dem Tod – eine Zone geistlicher Blindheit liegt. Wenn Menschen sich von der Sünde bestimmen lassen, verfinstert sich ihr Blick. Sie erkennen die Wirklichkeit Gottes nicht mehr klar, verharmlosen das Böse oder nennen es gut, verhärten sich gegen Warnungen und verlieren das Gespür für die eigene Gefährdung. So wird verständlich, was die Schrift bezeugt: „Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben“ (Röm. 5:12). Der Tod ist nicht nur ein biologisches Ereignis am Ende des Lebens, sondern eine Kraft, die sich schon jetzt in Trennungen, Verfall, innerer Kälte bemerkbar macht. Blindheit, Finsternis und Tod bilden eine Kette, deren erstes Glied die Sünde ist.

Auch die Gestalt der Ehebrecherin in Johannes 8 trägt diese Linien in sich. Ihre Sünde ist offensichtlich, ihr Versagen öffentlich; doch in ihr spiegeln sich viele verborgene Geschichten: gebrochene Treue, dürstende Liebe, verzweifelte Suche nach Erfüllung. Sünde zerstört Beziehungen wie Ehebruch, sie zerstört Leben wie Mord, sie täuscht wie Lüge – in diesen drei Formen lässt sich fast jede Verfehlung wiederfinden. Und der Mensch, der in diesem Geflecht lebt, ist nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft zu lösen. Denn gerade der Wille, der sich ändern soll, ist von derselben Macht durchzogen, die ihn gefangenhält. Das macht die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos. Johannes 8 entfaltet die Tiefe der Sünde, um deutlich zu machen, wie groß die Befreiung ist, die Christus bringt: Er begegnet uns nicht mit oberflächlicher Moralreparatur, sondern mit einem neuen Ursprung, einer anderen Vaterschaft, einem Leben, das stärker ist als die Finsternis.

Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Sklave der Sünde. (Joh. 8:34)

Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. (Joh. 8:44)

Das ernste Bild der Sünde als Herrschaft, Blindheit und Tod bewirkt keine hoffnungslose Selbstanklage, sondern öffnet den Blick für unsere eigentliche Bedürftigkeit: Wir brauchen nicht vorrangig bessere Techniken der Selbstverbesserung, sondern einen neuen Ursprung unseres Lebens. Wer sich von dieser Diagnose treffen lässt, darf zugleich aufatmen, weil Gott die Realität der Sünde ernster nimmt als wir – und gerade darum einen Weg der wirklichen Befreiung bereitet hat. In dieser Spannung zwischen schonungsloser Wahrheit und tiefer Barmherzigkeit beginnt echte innere Freiheit zu wachsen.

Wie Jesus Sünder wirklich frei macht

Die Szene mit der Ehebrecherin in Johannes 8 führt auf eindringliche Weise vor Augen, wie Jesus Sünder wirklich frei macht. Die Frau steht in der Mitte, umringt von Anklägern, das Gesetz scheint eindeutig, der Steinwurf nur noch eine Frage des Moments. Doch Jesus beugt sich nieder, schweigt zunächst, und als er sich aufrichtet, sagt er den Satz, der die ganze Atmosphäre verändert: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie“ (Johannes 8:7). Plötzlich verschiebt sich der Fokus. Die Frage ist nicht mehr nur: Was hat diese Frau getan?, sondern: Wer steht hier eigentlich ohne Schuld? Einer nach dem anderen gehen die Ankläger weg, „angefangen von den Ältesten“ (Joh. 8:9). Am Ende bleibt ein einziger Mensch ohne Sünde zurück – und er hat den Stein nicht erhoben.

Dann stand der Herr auf und sagte: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der sei der erste, der einen Stein auf sie wirft“ (8,7). … Wer ist ohne Sünde? Niemand. Verurteilt andere nicht, denn während ihr andere verurteilt, seid ihr dasselbe wie sie, ihr seid nicht qualifiziert, andere zu verurteilen. Ihr seid Vögel derselben Feder. Wenn ihr einen anderen Vogel verurteilt, verurteilt ihr einfach euch selbst. Nur das große Ich Bin ist ohne Sünde, und nur Er ist qualifiziert, die Sünde zu verurteilen. (Witness Lee, Life-Study of John, Botschaft neunzehn, S. 230)

In diesem Moment offenbart sich die einzigartige Stellung Jesu. Er allein hätte das Recht zu verdammen, denn nur der völlig Heilige ist qualifiziert, über Sünde Urteil zu sprechen. Aber die Worte, die er spricht, lauten: „So verurteile auch ich dich nicht. Geh hin und sündige nicht mehr!“ (Johannes 8:11). Gnade und Wahrheit begegnen sich in einem Satz. Es ist keine billige Nachsicht, die die Schwere der Tat relativiert, denn er nimmt die Sünde ernst genug, um zu sagen: „sündige nicht mehr“. Zugleich legt er das Urteil nicht auf sie, sondern auf sich selbst. Die Szene im Tempelhof ist gewissermaßen der Vorlauf dessen, was am Kreuz öffentlich geschieht: Der Eine ohne Sünde stellt sich an den Platz der Sünder, um die volle Last des Gerichts zu tragen.

Am Kreuz verbindet sich eine doppelte Wirklichkeit. Als Lamm Gottes trägt Christus die Schuld unserer Taten; er nimmt die Last der Verfehlungen, des Versagens, der gebrochenen Gebote auf sich. Zugleich wird er, wie Paulus sagt, „zur Sünde gemacht“ (vgl. Röm. 8:3), das heißt, Gott richtet in ihm die Sünde als Macht, als Natur. Darum knüpft Jesus selbst an das Bild der ehernen Schlange an: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden“ (Johannes 3:14). Die eherne Schlange hatte keine Giftwirkung in sich, war aber in Gestalt der Schlangen, die das Volk töteten. So hat Christus selbst kein sündiges Wesen, aber er nimmt die Gestalt dessen an, was uns zerstört, um es in seinem Fleisch zu verurteilen. In diesem Erhöhtwerden wird der alte Drachenweg bloßgestellt, sein Anspruch auf uns gebrochen.

Doch die Befreiung, die Jesus schenkt, bleibt nicht bei einem äußeren Freispruch stehen. Er ist der große Ich-bin, der als göttliches Leben in diejenigen hineinkommt, die an ihn glauben. Wo er Wohnung nimmt, entsteht eine neue Lebensquelle, stärker als die Macht der Sünde. Sein Wort ist nicht nur Belehrung, sondern Träger seines Lebens: „Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen ewiglich“ (Johannes 8:51). Das bedeutet: Die Todesmacht verliert ihre Endgültigkeit, ihre Herrschaft wird durchbrochen. Der Tod bleibt als äußerer Feind bestehen, aber er ist nicht mehr das letzte Wort über das Leben eines Menschen, der in Christus ist. In der Tiefe des Herzens beginnt ein anderes Gesetz zu wirken, das Gesetz des Geistes des Lebens, das das Gesetz der Sünde und des Todes übersteigt.

Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie. (Joh. 8:7)

Als sie aber (dies) hörten, gingen sie einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten; und er wurde allein gelassen mit der Frau, die in der Mitte stand. (Joh. 8:9)

Die Art, wie Jesus der überführten Sünderin begegnet, öffnet auch heute einen Raum, in dem Schuld nicht verharmlost, aber auch nicht als endgültiges Urteil über einem Menschen stehen bleibt. Wer seine Worte hört – „Ich verurteile dich nicht“ – und zugleich ahnt, welchen Preis er dafür am Kreuz bezahlt hat, spürt, wie Anklage und Selbstverurteilung ihre lähmende Macht verlieren. Aus dieser Begegnung wächst nicht Gleichgültigkeit, sondern ein neues Verlangen nach einem Leben, das seiner Gnade entspricht. So wird Befreiung nicht zu einem einmaligen Moment, sondern zu einem Weg, auf dem der inwohnende Christus Schritt für Schritt seine Freiheit in uns ausbreitet.


Herr Jesus Christus, großer Ich-bin, du allein bist ohne Sünde, und doch hast du dich als Menschensohn erniedrigt und bist für uns erhöht worden, um die Schlange zu richten und uns aus der Knechtschaft der Sünde herauszuführen. Danke, dass deine Gnade größer ist als unsere Schuld und dass dein Leben stärker ist als jede Finsternis und jeder Tod. Lass dein göttliches Leben in uns mächtig wirksam sein, damit Lüge, Verstrickung und Todesfurcht mehr und mehr ihre Macht verlieren und deine Wahrheit und dein Licht unser Inneres erfüllen. Stärke in uns das Vertrauen, dass du als in uns wohnender Herr wirklich fähig bist, uns frei zu machen und zu bewahren, bis wir die Fülle deines Lebens schauen. In deiner Barmherzigkeit ruht unsere Hoffnung und in deiner Treue unsere Zukunft. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of John, Chapter 19