Das Wort des Lebens
lebensstudium

Der Dienst des Menschen-Erretters in Seinen menschlichen Tugenden mit Seinen göttlichen Eigenschaften in Galiläa (5)

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Wo Menschen miteinander leben, prallen Meinungen aufeinander, Verletzungen geschehen und unfaire Urteile sind schnell gesprochen. Viele spüren, dass bloße Höflichkeit oder humanistische Moral an ihre Grenzen kommt, wenn es um echte Vergebung, Feindesliebe und Beständigkeit in Krisen geht. In der Mitte dieser Spannungen spricht Jesus in Galiläa Worte, die tiefer gehen als jede philosophische Ethik: Er offenbart eine Lebensweise, die nicht aus menschlicher Anstrengung, sondern aus Gottes eigenem Leben und Wort in uns hervorgeht.

Vergeben statt richten – die Feindesliebe der Söhne des Allerhöchsten

Wenn Jesus in seiner Rede auf der Ebene sagt: „Und richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden; verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Laßt los, und ihr werdet losgelassen werden“ (Lukas 6:37), öffnet er das Herz des Vaters. Im selben Abschnitt hat er bereits gesagt: „Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen, und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen“ (Lukas 6:35). Der Maßstab ist überwältigend: ein Herz, das nicht nach Ausgleich und Rückzahlung fragt, sondern loslässt, wo Menschen uns Unrecht getan haben. Vergebung ist hier mehr als ein formaler Akt, mehr als das sachliche Streichen einer Schuld. Sie gleicht einem wirklichen Begräbnis der Sache, ohne dass das alte Unrecht ständig wieder ausgegraben und vorgezeigt wird. Wo wir innerlich immer wieder zum Alten zurückkehren, bleibt der „begrabene Hund“ doch noch am Schwanz sichtbar. Das Loslassen, von dem Jesus spricht, ist ein Freigeben in die Hand Gottes, getragen von der Gewissheit, dass der Allerhöchste selbst gerecht ist und unsere Sache kennt.

Vers 37 sagt: „Und richtet nicht, und ihr werdet keinesfalls gerichtet werden; verurteilt nicht, und ihr werdet keinesfalls verurteilt werden; lasst los, und ihr werdet losgelassen werden.“ Hier bedeutet verurteilen, ein Urteil zu fällen, und loslassen bedeutet vergeben. Wenn wir nicht verurteilen, werden wir keinesfalls verurteilt werden. Ebenso wird uns vergeben werden, wenn wir vergeben. Wenn wir in einem demütigen Geist unter der Herrschaft des Herrn leben, werden wir immer uns selbst richten und nicht andere. Gottes Kinder werden mit dem Maß gerichtet, mit dem sie richten. Wenn sie andere mit Gerechtigkeit richten, werden sie vom Herrn mit Gerechtigkeit gerichtet werden. Wenn sie andere mit Barmherzigkeit richten, werden sie vom Herrn mit Barmherzigkeit gerichtet werden. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft fünfzehn, S. 125)

Die Bilder vom Splitter und Balken führen mitten in dieses innere Geschehen hinein: „Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber, der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr?“ (Lukas 6:41). Hier entlarvt Jesus den Drang des alten Menschen, das Kleine beim anderen groß und das Große bei sich selbst klein zu machen. Solange der Balken im eigenen Auge unberührt bleibt, wirken unsere Urteile hart, scharf und kalt. Wer aber vor Gott stehen bleibt, bis der eigene Balken ans Licht kommt – vielleicht eine alte Bitterkeit, ein verborgener Stolz oder das heimliche Bedürfnis, sich über andere zu erheben –, der wird innerlich weich. Er merkt, wie sehr er selbst der Barmherzigkeit bedarf. Aus diesem Erschrecken entsteht ein Herz, das vorsichtig spricht, leise wird im Urteil und Raum macht für das Handeln Gottes am anderen.

Jesus verbindet dieses innere Werk mit dem Bild des Schatzes im Herzen: „Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor … denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund“ (Lukas 6:45). Vergebung und Barmherzigkeit sind dann nicht mehr einzelne heroische Entscheidungen, sondern Ausdruck eines neuen inneren Reichtums. Wo der Vater seinen Trost, seine Milde und seine Geduld in unser Inneres legt, verändern sich die Worte fast von selbst: Sie werden weniger anklagend, weniger rechthaberisch, sie tragen weniger verdeckte Drohung und mehr Hoffnung. So werden Menschen, die uns begegnen, nicht niedergebeugt, sondern behutsam aufgerichtet. Die Art, wie wir über Abwesende sprechen, wie wir Fehler benennen, wie wir auf Enttäuschungen reagieren, verrät, welcher Schatz in uns gewachsen ist.

Jakobus fasst dieses Evangelium der Barmherzigkeit in einen kurzen Satz: „Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht“ (Jakobus 2:13). Dort, wo wir aus der Barmherzigkeit des Vaters leben, verliert der Drang nach Vergeltung seine Macht. Die Erinnerung an Unrecht bleibt, aber sie wird von einer größeren Wirklichkeit überstrahlt: von dem Gott, der gütig ist gegen Undankbare und Böse – also auch gegen uns. Das wirkt befreiend. Es löst den inneren Knoten, der uns an vergangene Verletzungen bindet, und macht bereit, Menschen nicht nach ihrem Versagen zu definieren, sondern nach der Hoffnung, die Gott mit ihnen hat. In dieser Haltung wird deutlich, was Jesus meint, wenn er von „Söhnen des Höchsten“ spricht: Menschen, in deren Umgang miteinander die Barmherzigkeit des Vaters erkennbar wird. Ein solches Herz ist nicht naiv, aber frei; es nimmt Schmerz wahr, doch es lässt sich nicht mehr vom Bedürfnis zu richten bestimmen, sondern vom Wunsch, dass Gottes Gnade auch im anderen Gestalt gewinnt.

Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen, und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. (Lk. 6:35)

Und richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden; verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Laßt los, und ihr werdet losgelassen werden. (Lk. 6:37)

Wo der Vater uns den eigenen Balken sehen lässt und wir seine Barmherzigkeit an uns erfahren, beginnt ein stiller Wandel: Das Bedürfnis, Recht zu behalten, verliert an Gewicht, und an seine Stelle tritt die Freude, wenn Gnade sich ausbreitet. Dann wird Vergebung nicht zu einer heroischen Ausnahmehandlung, sondern zu einem Grundton unseres Lebens, der uns wie von selbst in die Spur der Söhne des Allerhöchsten stellt.

Der Fels der göttlichen Worte – ein Leben, das Fluten standhält

Am Ende seiner Rede stellt Jesus zwei Häuser nebeneinander. Beide stehen im gleichen Gelände, beide erleben dieselbe Flut, denselben anprallenden Strom. Das eine bleibt bestehen, das andere bricht mit großem Krachen zusammen. „Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute, grub und vertiefte und den Grund auf den Felsen legte; als aber eine Flut kam, stieß der Strom an jenes Haus und konnte es nicht erschüttern, denn es war auf den Felsen gegründet“ (Lukas 6:48). Hier ist der Fels nicht ein vages religiöses Gefühl, sondern die Worte Jesu, gehört und getan: „Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut“ (Lukas 6:47). Hören allein genügt nicht. Der Fels wird erst dort zur tragenden Wirklichkeit, wo das Gehörte in die Entscheidungen, in den Umgang mit Geld, Macht, Verletzung und Erfolg einfließt.

In 6:47-49 sagt der Herr Jesus: „Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut, ich will euch zeigen, wem er gleicht. Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baut, der grub und tief ging und das Fundament auf den Felsen legte; und als eine Flut kam, stieß der Fluss gegen jenes Haus und war nicht stark genug, es zu erschüttern, weil es gut gebaut war. Wer aber hört und nicht tut, gleicht einem Menschen, der ein Haus auf die Erde ohne Fundament baut, gegen das der Fluss stieß, und sogleich stürzte es ein; und der Einsturz jenes Hauses war groß.“ Hier bezieht sich das Haus sowohl auf unser Sein als auch auf unser Werk, unser Verhalten. Wenn unser Sein gemäß dem Wort des Herrn ist, wird es ein richtiges Fundament haben. Ebenso, wenn unser Werk auf dem Wort des Herrn basiert, wird es ein festes Fundament haben. Wenn unser Sein und unser Werk auf dem Wort des Herrn gegründet sind, werden sie jeder Art von Prüfung, jeder „Flut“ oder jedem „Fluss“, standhalten können. Wenn aber unser Sein und unser Werk nicht auf dem Wort des Herrn gegründet sind, wird der Fluss sie wegtragen. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft fünfzehn, S. 128)

Das Bild ist nüchtern. Ein Haus, das auf Erde ohne Fundament gebaut ist, kann sehr ansprechend aussehen. Es mag schneller fertig sein, mit weniger Aufwand, und in ruhigen Tagen wirkt es ebenso stabil wie das andere. Der Unterschied zeigt sich erst im Sturm. Jesus verschweigt diese Flut nicht; er setzt sie voraus. Lebensstürme – Anfechtungen, Krankheiten, innere Konflikte, das Erschüttertwerden von Beziehungen, Schuld, die ans Licht kommt – sind in seiner Sicht nicht die Ausnahme, sondern die Stunde der Wahrheit. Was in ruhigen Zeiten der Zustimmung zu seiner Lehre glich, erweist sich dann entweder als tragende Struktur oder als Fassade. Wo sein Wort unser Denken, Werten und Handeln durchdrungen hat, geraten wir zwar ins Wanken, aber wir fallen nicht aus der Beziehung zu ihm heraus.

Paulus greift dieses Motiv auf, wenn er vom Bau auf das Fundament Christus spricht: „Wenn aber jemand auf das Fundament Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh aufbaut, wird das Werk eines jeden offenbar werden; denn der Tag wird es offenkundig machen, weil es durch Feuer offenbart wird“ (1. Korinther 3:12–13). Gold, Silber und Edelsteine stehen für das, was aus Gottes Wort und Leben geformt ist; Holz, Heu, Stroh für das, was aus rein menschlicher Kraft und Klugheit stammt. Beide Arten von Material können sich äußerlich ähnlich präsentieren, doch im Feuer wird offenbar, was Bestand hat. Hier treffen Lukasevangelium und Korintherbrief zusammen: Das Haus, das auf den Felsen der Worte Jesu gebaut ist, und das Werk, das mit „kostbaren Steinen“ aufgebaut wird, teilen dasselbe Geheimnis – sie sind in Inhalt und Struktur von Gottes Wort geprägt, nicht nur von unseren religiösen Ideen.

Die „Worte dieses Lebens“, von denen es in der Apostelgeschichte heißt: „Geht und stellt euch hin und redet im Tempel zu dem Volk alle Worte dieses Lebens!“ (Apostelgeschichte 5:20), sind keine toten Formeln, sondern lebendige Rede des auferstandenen Christus. Wenn sie uns treffen, stellen sie Fragen an unsere Motivationen, relativieren unsere Ängste, ordnen unsere Werte neu. Wo wir ihnen Raum geben, vertieft sich gleichsam die Fundamentgrube unseres Lebens. Manches, was uns vorher tragfähig erschien – ein bestimmtes Selbstbild, eine Sicherheit, die aus Leistung kam –, wird als „Erde“ erkennbar, auf der kein dauerhaftes Haus stehen kann. Diese Vertiefung ist mühsam, manchmal schmerzhaft, aber sie bereitet Standfestigkeit vor.

Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut (Lk. 6:47)

Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute, grub und vertiefte und den Grund auf den Felsen legte; als aber eine Flut kam, stieß der Strom an jenes Haus und konnte es nicht erschüttern, denn es war auf den Felsen gegründet. (Lk. 6:48)

Ein Leben, das sich an Jesu Wort hält, mag äußerlich unscheinbar wirken und gegenüber schnellen Lösungen im Nachteil sein, doch gerade die treue, oft verborgene Ausrichtung an seinen Worten legt einen Grund, der Stürme aushält. In dieser Perspektive erhalten auch die unspektakulären Entscheidungen des Alltags Gewicht: Sie gehören zu einem Bau, dessen Bestand nicht von der Wetterlage, sondern vom Felsen bestimmt wird, auf dem er ruht.

Das göttliche Leben und der lebengebende Geist – Christus als gelebte Moral in uns

Die Forderungen Jesu in Lukas 6 – Feindesliebe, Vergebung ohne Rückhalt, Großzügigkeit ohne Erwartung, Wahrhaftigkeit ohne Selbsttäuschung – stehen so hoch über unseren natürlichen Möglichkeiten, dass sie uns entweder entmutigen oder in einen frommen Aktivismus treiben könnten. Jesus selbst lenkt den Blick weg von bloßer Anstrengung hin auf die Frage des Lebens: „Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht bringt, noch einen faulen Baum, der gute Frucht bringt“ (Lukas 6:43). Nicht die Frucht formt den Baum, sondern der Baum bringt die Frucht hervor. So entsteht ein bestimmtes Verhalten nicht aus bloßer Disziplin, sondern aus der Wirklichkeit eines bestimmten Lebens in uns. Ein gutes Herz im Sinn Jesu ist kein von Natur aus sanftes Temperament, sondern ein Herz, das den Schatz Gottes empfangen hat und aus diesem Schatz lebt.

Um die in 6,17-49 beschriebenen Grundsätze auszuüben, brauchen wir das göttliche Leben. Leben ist der grundlegende Faktor für jede Art von Sein, Tun oder Wirken. Wenn wir nicht eine bestimmte Art von Leben haben, können wir nicht diese Art von Sein haben; ebenso können wir nicht ein bestimmtes Verhalten haben oder ein bestimmtes Werk vollbringen. (Witness Lee, Life-Study of Luke, Botschaft fünfzehn, S. 129)

Hier berühren wir das Geheimnis des Mensch-Erretters. In ihm begegnet uns nicht nur ein vorbildlicher Mensch, sondern der von Gott in 1. Mose 1.geschaffene Mensch, der im Licht des Baum-des-Lebens-Geheimnisses aus 1. Mose 2.steht. Er ist der, in dem menschliche Tugenden – Sanftmut, Geduld, Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit – von göttlichen Eigenschaften durchdrungen sind. Wenn Jesus lehrt, dann spricht nicht ein bloßer Morallehrer, sondern der, der selbst die göttliche Liebe ist, in menschlichen Worten und Gesten. Sein Leben ist die Einheit von göttlicher Fülle und menschlicher Gestalt, und genau diese Einheit will er nicht nur vor Augen stellen, sondern mitteilen. Seine Worte tragen die Natur dessen, der sie spricht.

Darum sagt er an anderer Stelle: „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“ (Johannes 6:63). Sie sind nicht bloß Information über Gott, sondern sie übertragen etwas von der inneren Wirklichkeit des Sprechenden. Durch seinen Tod und seine Auferstehung ist Christus „ein lebengebender Geist“ geworden (vgl. 1. Korinther 15:45), der in den Glaubenden wohnt. Wo seine Worte im Glauben aufgenommen werden, bleiben sie nicht äußerlich, sondern verbinden sich mit diesem lebengebenden Geist in uns. Sie werden zur inneren Kraft, in derselben Art zu denken und zu handeln, wie er gedacht und gehandelt hat. So wächst ein Mensch heran, dessen menschliche Tugenden von göttlichen Eigenschaften getragen sind – nicht durch Nachahmung, sondern durch Teilhabe.

Paulus kann darum schlicht sagen: „Christus ist mein Leben“ (Philipper 1:21). Und wenn er die Gemeinde einlädt, an das zu denken, was „wahr, ehrbar, gerecht, rein, lieblich, wohllautend“ ist (Philipper 4:8), dann ruft er nicht zu einer bloß moralischen Veredelung auf, sondern dazu, diesem inwohnenden Leben Raum zu geben. Der höchste Maßstab der Moral im Lukasevangelium ist deshalb keine abstrakte Norm über unseren Köpfen, sondern die Gestalt Christi in uns. Je mehr wir ihn als unser Leben anerkennen, desto weniger erleben wir seine Forderungen als Fremdlast und desto mehr als Entfaltung dessen, was er selbst in uns ist.

Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht bringt, noch einen faulen Baum, der gute Frucht bringt; (Lk. 6:43)

Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse bringt aus dem bösen das Böse hervor; denn aus der Fülle des Herzens redet sein Mund. (Lk. 6:45)

Je stärker Christus als unser Leben Gestalt gewinnt, desto mehr wird die hohe Moral seiner Rede von Lukas 6 von einem äußeren Ideal zu einer inneren Entsprechung: Wir entdecken, dass der, der uns ruft, unsere Feinde zu lieben und reich zu vergeben, bereits in uns wohnt, um diese Liebe und diese Vergebung selbst zu sein. In dieser Entdeckung liegt eine stille Freude: Sein Maßstab wird nicht kleiner, aber er wird vertrauter, weil er das Gesicht dessen trägt, der uns trägt.


Herr Jesus Christus, Du Mensch-Erretter mit göttlichen Eigenschaften, danke, dass Dein Wort nicht nur Anforderungen stellt, sondern Leben und Geist ist. Du kennst unsere Härte, unser Richten und unsere inneren Widersprüche, und doch nennst Du uns Söhne des Allerhöchsten, weil Du Dein eigenes Leben in uns gelegt hast. Lass Dein göttliches Leben in uns stärker sprechen als alte Verletzungen, Bitterkeit und Selbstgerechtigkeit, damit in unserem Herzen ein guter Schatz wächst, aus dem gute Worte und gute Werke hervorkommen. Verankere unser Denken, Fühlen und Handeln tiefer in Deinem Wort, damit wir in den Fluten der Zeit nicht erschüttert werden, sondern standhaft bleiben. Erneuere in uns die Gewissheit, dass Du selbst die höchste Moral bist, die in uns lebt, und dass Deine Gnade aus unserer Schwachheit einen zuverlässigen Ausdruck Deiner Liebe machen kann. Fülle uns neu mit Deinem Geist, damit Deine menschlichen Tugenden und göttlichen Eigenschaften in unserem Alltag sichtbar werden und andere zu Dir hinziehen. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Luke, Chapter 15