Ein Leben ganz gemäß und für Gottes neutestamentliche Ökonomie (16)
Das Leben der ersten Jünger wirkt erstaunlich kraftvoll und zugleich innerlich tief verwurzelt in Gott. Wie ist es möglich, dass aus schwachen, furchtsamen Menschen mutige Zeugen wurden, die Christus ausdrückten und Gottes Plan auf Erden vorantrugen? Die Linie von den Evangelien über die Apostelgeschichte bis zu unserem eigenen Glaubensleben heute zeigt: Es ist derselbe Herr Jesus, der als der gesäte Same in uns lebt und durch den einen Heiligen Geist sowohl unser inneres Sein erneuert als auch uns zu einem wirkungsvollen Dienst befähigt.
Der gesäte Christus und die Jünger als seine Fortsetzung
Im Markus-Evangelium begegnet uns der Herr Jesus nicht nur als der Lehrer, der sein Wort verkündigt, sondern als der Sämann, der sich selbst als Same austeilt. Wenn Er das Gleichnis vom Sämann erzählt, beschreibt Er zugleich sein eigenes Werk: Er sucht den Boden in den Herzen der Menschen, besonders in den Jüngern, um dort Wurzeln zu schlagen, zu wachsen und Frucht zu bringen. In 1. Mose 1:11 heißt es: „Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen bildet, Fruchtbäume, die Frucht tragen nach ihrer Art, in welcher ihr Same ist auf der Erde.“ Dieses Urbild der Schöpfung weist über sich hinaus: Gott wirkt, indem Er Samen einpflanzt, die Leben tragen und sich vermehren. So hat Christus sich selbst als göttlich-menschlichen Samen in die Jünger gesät, damit in ihnen ein neues Leben aufgeht, das nicht mehr aus ihrer natürlichen Güte oder Kraft stammt, sondern aus Ihm, dem eingebrachten und wachsenden Christus. Die Jünger sind nicht zuerst Mitarbeiter, sondern Ackerboden – Menschen, in denen Christus Gestalt gewinnt.
Im Markus-Evangelium sehen wir den Herrn Jesus als den Einen, der ein Leben gemäß der neutestamentlichen Haushaltung Gottes lebte. Dieser Eine ist sowohl der Sämann als auch der Same. Er säte Sich selbst als den Samen in Seine Jünger. Der Herr versammelte die Jünger, die Auserwählten Gottes, als Seinen „Boden“, in den Er Sich selbst säte, damit Er in ihnen wachsen und sie Ihn wachsen lassen könnten. Der Herr brachte Seine Jünger auch mit Sich an das Kreuz und beendete sie. Danach brachte Er sie in Seine Auferstehung hinein. (Witness Lee, Life-Study of Mark, Botschaft siebenundsechzig, S. 566)
Zu dieser Saat gehört untrennbar das Kreuz. Der Herr führt seine Jünger nicht an der Realität des Kreuzes vorbei, sondern mit sich hindurch. Ihr natürliches Leben mit seinen Erwartungen, seinen Sicherheiten und seinem Ehrgeiz findet am Kreuz sein Ende. Was in ihnen nicht mit Christus vereinbar ist, wird dort gerichtet und begraben. Doch das Ziel ist nicht eine Leere, sondern die Teilhabe an seiner Auferstehung. In der Auferstehung beginnt das neue Wachstum: derselbe Jesus, der äußerlich nicht mehr sichtbar unter ihnen wandelt, lebt nun innerlich in ihnen. Paulus bringt das später in die Worte: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir“ (Galater 2:20). Das Leben des Gottmenschen setzt sich fort – nicht als bloße Erinnerung, sondern als Gegenwart in den Glaubenden. Sie tragen seine Gedanken, seine Gesinnung, seinen Gehorsam in sich, weil Er selbst durch den Geist in ihnen wohnt.
Die Apostelgeschichte zeigt, wie dieses gesäte und auferstandene Leben sich entfaltet. Äußerlich tritt Jesus in den Himmel ein, innerlich beginnt sein Wirken in einem neuen Modus: Er handelt durch den Heiligen Geist in Menschen, die Er sich als Gefäße bereitet hat. Wo Petrus predigt, Stephanus leidet, Paulus reist, begegnen wir letztlich der Fortsetzung desselben Christus, der in den Evangelien über die Erde ging. In Epheser 2:21-22 wird dieses Ziel zusammengefasst: „In ihm zusammengefügt wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn; in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ Christus ist der Same, die Jünger sind der Bau; Christus ist der Inhalt, die Gemeinde sein Ausdruck. Gottes neutestamentliche Ökonomie besteht darin, sich selbst in Christus durch den Geist in Menschen hineinzuteilen, bis eine kollektive Wohnstätte entsteht, in der Er sich wohlfühlt und erkannt, geliebt und ausgedrückt wird.
Wer sich dieser Sicht öffnet, entdeckt das eigene Glaubensleben in einem neuen Licht. Christsein ist dann nicht mehr vor allem ein Bemühen, dem Vorbild Jesu nachzuahmen, sondern ein Vertrauensweg, auf dem der gesäte Christus in uns wachsen darf. Man darf ehrlich eingestehen, wie begrenzt die eigene Geduld, Liebe oder Weisheit ist, und gerade darin wird Raum für den, der in uns lebt. Jeder Tag, jede Begegnung, jede Herausforderung wird zu einem Feld, auf dem der Herr seine Frucht hervorbringen möchte. Wo das Kreuz unsere Eigenherrschaft beendet, kann seine Auferstehungskraft sichtbar werden. So wird der Gedanke, eine „Fortsetzung Christi“ zu sein, nicht zu einer Last, sondern zu einer stillen, starken Ermutigung: Der, der uns ruft, wohnt selbst in uns; Er trägt, was Er fordert, und führt sein Leben in uns zu einem guten Ziel.
Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen bildet, Fruchtbäume, die Frucht tragen nach ihrer Art, in welcher ihr Same ist auf der Erde! Und es geschah so. (1.Mose 1:11)
Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, (nämlich) im (Glauben) an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. (Gal. 2:20)
Im Licht des gesäten Christus darf das eigene Leben als Boden betrachtet werden, den Gott sich nicht zufällig ausgesucht hat. Wer sich innerlich als Acker erkennt, muss sich nicht selbst zum Baum machen, sondern lernt, sich dem Licht, der Bewässerung und der Bearbeitung durch Christus zu öffnen. So wird die Nachfolge von einer angestrengten Imitation zu einer Beziehung, in der der Herr Schritt für Schritt sein eigenes Leben ausdrückt – im Alltag, in Beziehungen, in der Gemeinde. In dieser Sicht verliert auch das Kreuz seinen bedrohlichen Charakter und wird zum Durchgang in eine tiefere Teilhabe an seiner Auferstehung, in der Er selbst in uns Gestalt gewinnt.
Der eine Geist in zwei Aspekten: für unser Sein und für unseren Dienst
Wenn das Neue Testament vom Heiligen Geist spricht, zeichnet es kein Bild von zwei verschiedenen Geistern, sondern von einem einzigen Geist in unterschiedlicher Wirkweise. Am Auferstehungstag tritt der Herr inmitten seiner Jünger und haucht sie an. Johannes berichtet: „Und als Er dies gesagt hatte, hauchte Er in sie hinein und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist“ (Johannes 20:22). Der Geist ist hier wie Atem – unscheinbar, leise, innerlich – und doch Quelle allen Lebens. In diesem Hauch teilt der auferstandene Christus sein eigenes göttlich-menschliches Leben mit; Er kommt nicht nur zu ihnen, sondern in sie. Paulus fasst dies später so: „Denn das Gesetz des Geistes des Lebens hat mich in Christus Jesus frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes“ (Römer 8:2). Dieser wesentliche Aspekt des Geistes betrifft unser Sein: unser inneres Leben, unsere Identität, unsere neue Natur als Kinder Gottes.
In diesem Vers wird der Heilige Geist mit Atem verglichen. Atem ist etwas Innerliches, etwas, das mit dem Leben in uns zu tun hat. In Joh. 20:22 empfingen die Jünger daher den Heiligen Geist als Atem zum Leben. Vierzig Tage nach seiner Auferstehung befahl der Herr den Jüngern, in Jerusalem zu bleiben, damit der Heilige Geist auf sie herabkomme. Dieses Herabkommen des Geistes auf die Jünger war für Kraft, nicht für Leben. In Johannes 20 haben wir den Geist innerlich für das Leben; in Apostelgeschichte 1 haben wir den Geist äußerlich für Kraft, für die Taufe. (Witness Lee, Life-Study of Mark, Botschaft siebenundsechzig, S. 567)
Vierzig Tage später fällt der Blick der Jünger auf eine andere Verheißung. Der Herr spricht vor seiner Himmelfahrt: „denn Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geist getauft werden nach nicht mehr vielen Tagen“ (Apostelgeschichte 1:5). Nun geht es nicht um ein stilles Einhauchen, sondern um ein Herabkommen und Umhüllen. Kurz darauf erfüllt sich dies: Ein Brausen wie von einem gewaltigen Wind, Zungen wie von Feuer, die sich auf jeden setzen, und alle werden mit Heiligem Geist erfüllt und reden in anderen Sprachen (Apostelgeschichte 2:2-4). Hier steht der wirtschaftliche Aspekt des Geistes vor uns: der Geist kommt auf die Jünger, rüstet sie aus, gibt Freimütigkeit und Wirkung für das Zeugnis. Der innere Geist des Lebens und der äußere Geist der Kraft widersprechen sich nicht; sie sind zwei Seiten derselben göttlichen Gabe. Ohne den wesentlichen Geist hätten wir kein inneres Leben, keine Freiwerdung von Sünde und Tod, keine Umgestaltung in das Bild Christi. Ohne den wirtschaftlichen Geist blieben wir in uns selbst verschlossen, ohne Autorität, ohne Freimut, ohne übernatürliche Ausrüstung für Dienst und Zeugnis.
Diese beiden Aspekte spiegeln sich schon im Leben des Herrn wider. Er wird durch den Geist empfangen und geboren; von Anfang an ist sein Sein, seine Person, sein ganzes inneres Leben vom Heiligen Geist geprägt. Später, bei seiner Taufe im Jordan, kommt der Geist sichtbar wie eine Taube auf Ihn herab und bleibt auf Ihm. Von dort an beginnt sein öffentlicher Dienst, ausgestattet mit der Salbung von oben. So wie in Ihm Sein und Dienst durch denselben Geist getragen werden, möchte Gott auch unser Sein und unser Wirken durch denselben einen Heiligen Geist verbinden. Der Geist in uns als Atem, als Gesetz des Lebens, als stille, aber wirksame Gegenwart – und der Geist auf uns als Kraft, als Salbung, als freimütiges Zeugnis.
Wer in dieser Zweifachheit des Wirkens leben lernt, verliert die Einseitigkeit. Der Blick richtet sich nicht mehr nur auf Gaben, Wirkung und sichtbaren Erfolg, während das innere Leben verarmt, aber auch nicht nur auf innere Frömmigkeit, während das Zeugnis kraftlos bleibt. Man darf erwarten, dass der Herr das innere Werk des Geistes vertieft: die Sensibilität für Sünde, den Hunger nach Gerechtigkeit, die Liebe zur Wahrheit, die Bereitschaft zur Umgestaltung. Zugleich darf man mit demselben Vertrauen damit rechnen, dass der Geist auch äußerlich trägt: in Gesprächen Worte schenkt, in Anfechtungen Mut, in Aufgaben Weisheit. So wird das eigene Leben Schritt für Schritt zu einem Ganzen, in dem Sein und Dienst aus derselben Quelle fließen.
Und als Er dies gesagt hatte, hauchte Er in sie hinein und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist. (Joh. 20:22)
Denn das Gesetz des Geistes des Lebens hat mich in Christus Jesus frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. (Röm. 8:2)
Die Unterscheidung zwischen wesentlichem und wirtschaftlichem Wirken des Geistes hilft, das eigene Glaubensleben aus der Enge einseitiger Erwartungen zu lösen. Wer nur nach außergewöhnlichen Erfahrungen sucht, übersieht leicht das stille, aber tiefgreifende innere Wirken; wer sich nur auf das Innerliche konzentriert, lässt sich leicht entmutigen, wenn Mut und Freimütigkeit im Alltag fehlen. In der Klarheit, dass derselbe Geist unser Sein erneuert und unseren Dienst trägt, darf mit Gelassenheit gerechnet werden: Gott hat in Christus durch den Geist alles gegeben, was wir für Leben und Zeugnis brauchen, und Er weiß, wie Er dieses Geschenk in seinem guten Zeitpunkt in uns entfaltet.
Die praktische Gemeinschaft mit dem wesentlichen und dem wirtschaftlichen Geist heute
Die Geschichte der ersten Jünger ist nicht nur ein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein Muster für das Leben der Gemeinde durch alle Zeiten. In der Apostelgeschichte lassen sich zwei Linien verfolgen. Die eine zeigt den Geist als Kraft für das Zeugnis: „Doch ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, und ihr werdet Meine Zeugen sein“ (Apostelgeschichte 1:8). Petrus spricht, „erfüllt mit Heiligem Geist“ (Apostelgeschichte 4:8), die Versammelten beten, der Ort wird erschüttert, und „sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit“ (Apostelgeschichte 4:31). Die andere Linie zeigt den Geist als inneren Reichtum: Männer „voll Geist und Weisheit“ werden für praktische Dienste bestimmt (Apostelgeschichte 6:3), Stephanus ist „ein Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes“ (Apostelgeschichte 6:5), Barnabas „ein guter Mann und voll Heiligen Geistes und Glaubens“ (Apostelgeschichte 11:24). Das gleiche göttliche Leben, das sie innerlich prägt, befähigt sie auch äußerlich zu tragen, was Gott ihnen anvertraut.
Nach der biblischen Weise, diese Sache zu verstehen, empfingen wir den Heiligen Geist wesentlich und wirtschaftlich vor mehr als neunzehnhundert Jahren. Wir alle empfingen den Heiligen Geist wesentlich in Johannes 20. Dann empfingen die jüdischen Gläubigen an Christus den Heiligen Geist wirtschaftlich in Apg. 2, und die heidnischen Gläubigen empfingen den Geist wirtschaftlich in Apg. 10. … Wann empfingen wir den Heiligen Geist? Wir empfingen den Geist, als die Jünger als unsere Repräsentanten den Geist empfingen. (Witness Lee, Life-Study of Mark, Botschaft siebenundsechzig, S. 570)
Diese beiden Linien sind nicht zwei verschiedene Wege, sondern zwei Perspektiven auf ein und dieselbe Gabe. Nach Gottes Plan hat die Gemeinde den Geist in beiden Aspekten bereits empfangen. Der Leib Christi wurde durch das Einhauchen des auferstandenen Herrn mit dem Geist des Lebens ausgestattet und an Pfingsten in den Geist hineingetauft. Wenn Menschen heute an Christus glauben, treten sie in diesen Leib ein und haben Anteil an dem, was der Geist damals grundlegend gewirkt hat. Paulus beschreibt die innere Seite: „Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn der Geist Gottes wirklich in euch wohnt“ (Römer 8:9). Und er beschreibt die dynamische Seite im Blick auf seine Umstände: „denn ich weiß, dass mir dies zur Errettung dienen wird durch euer Flehen und die überströmende Versorgung mit dem Geist Jesu Christi“ (Philipper 1:19). Der Geist wohnt in den Gläubigen als Leben, und derselbe Geist wird ihnen immer wieder neu als Versorgung und Kraft zuteil.
Im Alltag gewinnt diese Wahrheit ein sehr praktisches Gesicht. Das innere Wirken des Geistes zeigt sich oft unspektakulär: in der leisen Überführung, wenn Worte hart waren; in einem neuen Verlangen nach dem Herrn; in der Fähigkeit zu vergeben, wo Bitterkeit einst festsaß; in einer Ruhe, die menschlich nicht erklärbar ist. Hier wirkt der wesentliche Geist: Er erneuert die Gesinnung, formt Charakter, schenkt Weisheit und Einsicht. Zugleich wird das wirtschaftliche Wirken erfahrbar, wenn unerwartet ein klares Wort im Gespräch geschenkt wird, wenn in einer Aufgabe Kraft bleibt, obwohl die Kräfte eigentlich am Ende sind, oder wenn in einer schwierigen Gemeindesituation ein Weg sichtbar wird. Das, was die Schrift in 2. Korinther 3:18 beschreibt – dass wir, indem wir die Herrlichkeit des Herrn anschauen, „in dasselbe Bild umgewandelt“ werden – verbindet sich mit dem Zeugnis von Apostelgeschichte 6:3. über Männer „voll Geist und Weisheit“. Inneres Schauen und äußeres Handeln gehören zusammen.
Wer sich so vom Geist formen lässt, erlebt, dass Christsein nicht in einem ständigen Wechsel zwischen innerem Rückzug und äußerer Überforderung bestehen muss. Das innere Leben mit dem Herrn darf tief und real sein, ohne dass der Blick vor der Welt und vor konkreten Aufgaben verschlossen wird. Und der Dienst – ob sichtbar oder verborgen – darf getragen sein von einem inneren Frieden, der nicht aus eigener Stärke stammt. Die neutestamentlichen Zeugnisse laden dazu ein, den Geist als verlässlichen Begleiter zu sehen: Er ist bereit, das Herz in der Stille zu durchleuchten und im nächsten Moment dieselbe Person vor Menschen freimütig sprechen zu lassen. So wird das eigene Leben nach und nach zu einer Einheit, in der der auferstandene Christus durch den Geist sowohl im Verborgenen als auch im Sichtbaren Gestalt gewinnt.
Doch ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, und ihr werdet Meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samarien und bis ans äußerste Ende der Erde. (Apg. 1:8)
Da sprach Petrus, erfüllt mit Heiligem Geist, zu ihnen: Oberste des Volkes und Älteste! (Apg. 4:8)
Die Einsicht, dass der Geist in seiner wesentlichen und wirtschaftlichen Wirkweise bereits gegeben ist, lenkt weg von einem dauernden Warten auf etwas, das noch kommen müsste, hin zu einem schlichten Vertrauen auf das, was Gott in Christus schon geschenkt hat. Wer das eigene Leben im Licht der beiden Linien der Apostelgeschichte betrachtet – inneres Geprägtsein und äußeres Ausgerüstetsein –, wird freier, die Gegenwart des Geistes sowohl in feinen inneren Regungen als auch in unerwarteter Kraft und Freimütigkeit zu erkennen. So kann sich im Lauf der Zeit ein Lebensstil formen, in dem das stille Wirken des Geistes und das sichtbare Zeugnis aus einer Quelle gespeist werden und das eigene Dasein Schritt für Schritt gemäß und für Gottes neutestamentliche Ökonomie geordnet wird.
Herr Jesus Christus, danke, dass du dich selbst als lebendigen Samen in uns hineingesät hast und durch deinen Heiligen Geist in uns lebst. Du hast deinen Geist als Atem für unser inneres Leben gegeben und als Kraft, damit dein Zeugnis durch uns sichtbar wird. Stärke in uns das Bewusstsein, dass wir nicht aus eigener Fähigkeit leben oder dienen, sondern aus deinem inwohnenden Leben und aus deiner himmlischen Ausrüstung. Lass uns inmitten von Schwachheit, Unsicherheit und Widerstand erfahren, dass dein Geist uns bewahrt, erfrischt, leitet und mit Freimütigkeit erfüllt. Vollende in uns dein Werk, damit unser Alltag, unsere Beziehungen und unser Dienst dir Ehre bereiten und Ausdruck deiner Ökonomie sind. Wir preisen dich, dass du begonnen hast und auch vollenden wirst. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of Mark, Chapter 67