Das Dekret der Verfassung des Königreichs (1)
Viele Christen lieben die Bergpredigt und gleichzeitig empfinden sie sie als schwer verständlich oder kaum lebbar. Sind Matthäus 5–7 nur hohe moralische Ideale, ein verschärftes Gesetz oder eine Art „Programm“ für besonders engagierte Gläubige? Wer genauer hinschaut, entdeckt: Hier spricht der König selbst, um die Verfassung seines Königreichs zu erlassen – mit einer Botschaft, die unser Gottesbild, unser Gemeindeverständnis und unseren Alltag tief berührt.
Die Verfassung des Königreichs: Worte des Königs auf der Höhe
Wenn Matthäus die Worte Jesu auf dem Berg zusammenstellt, legt er sie wie ein Grundgesetz in die Mitte seines Evangeliums. Matthäus 5–7 sind nicht einfach lose gesammelte Reden, sondern das Dekret der Verfassung des Königreichs der Himmel: der König legt fest, wie sein Volk denkt, lebt und handelt. Damit ähnelt diese Rede einer irdischen Verfassung, aber ihr Charakter ist himmlisch: sie beschreibt nicht zuerst äußere Strukturen, sondern das innere Wesen eines Volkes, das unter Gottes Herrschaft steht. Es fällt auf, wie klar und geordnet diese Verfassung aufgebaut ist. Zuerst wird die Natur des Volkes des Königreichs beschrieben – wer sie im Innersten sind – dann ihr Einfluss auf die Welt, ihr Verhältnis zum Gesetz, ihre gerechten Taten, ihr Umgang mit Reichtum, ihre Prinzipien im Miteinander und schließlich das Fundament ihres täglichen Lebens und Dienstes. Die Verfassung ist also wie ein innerer Weg: vom Herzen, das von den Seligpreisungen gezeichnet wird, bis hin zum Tun, das auf einen Felsen gegründet ist. Der König beschreibt kein Ideal für besonders religiöse Menschen, sondern den schlichten Normalzustand derer, die wirklich zu seinem Königreich gehören.
In diesen drei Kapiteln, in denen der neue König die Verfassung des Königreichs der Himmel verkündet, wird uns das geistliche Leben und werden uns die himmlischen Prinzipien des Königreichs der Himmel offenbart. Das Wesen ist eines, aber die Prinzipien sind viele. Die Verfassung des Königreichs der Himmel umfasst sieben Abschnitte: das Wesen des Volk des Königreichs (5:1–12), den Einfluss des Volk des Königreichs auf die Welt (5:13–16), das Gesetz des Volk des Königreichs (5:17–48), die gerechten Taten des Volk des Königreichs (6:1–18), den Umgang des Volk des Königreichs mit Reichtümern (6:19–34), die Prinzipien des Volk des Königreichs im Umgang mit anderen (7:1–12) und die Grundlage des Lebens und Werkes des Volk des Königreichs (7:13–29). (Witness Lee, Life-Study of Matthew, Botschaft dreizehn, S. 162)
Bemerkenswert ist der Ort, an dem diese Worte gesprochen werden. Am Seeufer ruft Jesus die Menschen – dort ist die breitere Menge –, doch als er seine Verfassung verkündet, geht er hinauf auf einen Berg und ruft seine Jünger zu sich. Das Meer steht in der Schrift oft für die unruhige, von satanischen Kräften bewegte Welt; der Berg hingegen ist ein Bild für das Königreich. In Daniel 2 wird ein Stein beschrieben, der „losbrach, (und zwar) nicht durch Hände“ und das Weltreichbild zerschlägt; anschließend heißt es, dass „der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, […] zu einem großen Berg [wurde] und die ganze Erde erfüllte“ (Daniels Gesicht in Dan. 2:34–35). Dieser Berg ist ein Bild für das kommende Reich des Messias. Wenn nun Jesus auf den Berg steigt, ruft er seine Jünger symbolisch aus der Ebene der alten, von Menschen geprägten Ordnung hinauf in den Bereich des kommenden Königreichs. Die Volksmenge hört vielleicht noch einzelne Sätze mit, aber die Adressaten sind die Jünger, der innere Kreis. Sie stehen stellvertretend für alle, die durch das Evangelium zu Jüngern gemacht werden – aus Israel und aus den Nationen. Dadurch wird deutlich: Die Bergpredigt ist nicht eine allgemeine Ethik für alle Menschen, sondern die Verfassung eines bestimmten Volkes – des Volkes des Königreichs.
Dass Jesus diese Verfassung nicht vor den Mächtigen Israels ausruft, sondern vor einfachen Jüngern, ist eine stille, aber tiefgehende Botschaft. Er vertraut seine Königreichsordnung nicht den religiösen Institutionen an, sondern Menschen, die ihm nachfolgen. Sie sollen die erste Generation eines neuen Volkes sein, dessen Bürgerrecht im Himmel ist. Während die Menge am Fuß des Berges bleibt, werden die Jünger hinaufgerufen – nicht, weil sie besser wären, sondern weil sie bereit sind, sich von ihm prägen zu lassen. Wer nur die Wundertaten Jesu bewundert, bleibt im Tal; wer aber seine Stimme als König hört, lässt sich auf diese höhere Ebene führen.
So bekommen die Worte der Bergpredigt Gewicht. Sie sind nicht ein Anhang zum Evangelium, sondern die Mitte seines Anspruchs. Der König ruft nicht bloß zur Entscheidung, sondern legt fest, wie sein Volk im Licht des kommenden Reiches leben soll. Das nimmt den Druck, aus der Bergpredigt ein moralisches Programm machen zu müssen – niemand kann sich aus eigener Kraft nach dieser Verfassung formen. Gleichzeitig verhindert es, diese Kapitel als „unerreichbar“ zu beiseite zu legen. Der, der die Verfassung spricht, gibt auch das Leben, das sie erfüllt. Das ist die ermutigende Seite: In der Nähe dieses Königs, auf „seinem“ Berg, wird die Verfassung nicht zur Last, sondern zur Beschreibung eines neuen Lebens, das er selbst in uns wirkt. Wer sich von ihm auf diese Höhe rufen lässt, entdeckt, dass die Worte des Königs nicht gegen ihn stehen, sondern ihn hineinführen in die Freiheit des Volkes des Königreichs.
Du schautest, bis ein Stein losbrach, (und zwar) nicht durch Hände, und das Bild an seinen Füßen aus Eisen und Ton traf und sie zermalmte. (Dan. 2:34)
Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind führte sie fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde. (Dan. 2:35)
Die Verfassung des Königreichs lädt dazu ein, unser Bild vom Christsein zu klären: nicht als lose Sammlung religiöser Aktivitäten, sondern als Leben unter einem König, dessen Worte unser Inneres ordnen. Wo seine Stimme Gewicht bekommt, verliert die Unruhe des „Meeres“ ihre Macht, und wir lernen, aus der Höhe seines Königreichs auf unser tägliches Leben zu schauen.
Königreich der Himmel und Königreich Gottes: ein besonderes Teil im Ganzen
Das Neue Testament kennt zwei Ausdrücke, die ähnlich klingen und doch sorgfältig unterschieden werden: das Königreich Gottes und das Königreich der Himmel. Wenn Matthäus fast ausschließlich von „Königreich der Himmel“ spricht, benutzt er bewusst eine engere Bezeichnung. Das Königreich Gottes meint Gottes Herrschaft im weitesten Sinn: vom verborgenen Ratschluss vor der Grundlegung der Welt über das Paradies in 1. Mose, die Patriarchen und Israel im Alten Bund bis hin zur Gemeinde, dem Tausendjährigen Reich und der neuen Schöpfung. Paulus kann deshalb schreiben: „denn das Königreich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Römer 14:17). Wo Gott in seinem Geist Gerechtigkeit, Frieden und Freude wirkt, dort greift seine Königsherrschaft in das Leben von Menschen ein – egal, in welcher heilsgeschichtlichen Phase sie leben.
Der Ausdruck „Königreich der Himmel“ ist eine besondere Bezeichnung, die Matthäus verwendet. Das zeigt, dass sich das Königreich der Himmel vom Königreich Gottes unterscheidet, dem Ausdruck, der in den anderen drei Evangelien gebraucht wird. Das Königreich Gottes bezeichnet im Allgemeinen Gottes Herrschaft von der vergangenen Ewigkeit bis zur zukünftigen Ewigkeit. Es umfasst die anfangslose Ewigkeit vor der Grundlegung der Welt, das Paradies Adams, die auserwählten Patriarchen, die Nation Israel im Alten Testament, die Gemeinde im Neuen Testament, das kommende Tausendjährige Königreich mit seiner himmlischen Herrschaft (die Offenbarwerdung des Königreichs der Himmel) sowie den neuen Himmel und die neue Erde mit dem Neuen Jerusalem ohne Ende in alle Ewigkeit. Das Königreich der Himmel ist ein besonderer Abschnitt innerhalb des Königreichs Gottes; es besteht ausschließlich aus der Gemeinde heute und dem himmlischen Teil des kommenden Tausendjährigen Königreichs. (Witness Lee, Life-Study of Matthew, Botschaft dreizehn, S. 168)
Innerhalb dieses großen Herrschaftsbereichs ist das Königreich der Himmel ein besonderer Abschnitt. Es umfasst heute die Gemeinde als Trägerin der himmlischen Realität des Reiches und in Zukunft die himmlische Seite des Tausendjährigen Reiches, wenn die Überwinder mit Christus regieren werden. Weil es um diesen besonderen Abschnitt geht, verkündigt Johannes der Täufer nicht einfach: „Das Königreich Gottes ist nahe gekommen“, sondern: „Tut Buße, denn das Königreich der Himmel ist nahe gekommen“ – etwas Neues, Besonderes steht im Begriff, in Erscheinung zu treten. Israel hatte unter Gottes Königsherrschaft gestanden; das Königreich Gottes war im Alten Bund durchaus wirksam. Aber die besondere Ordnung des Königreichs der Himmel, wie sie in Matthäus 5–7 entfaltet wird, setzt mit dem Kommen des Messias und der Entstehung der Gemeinde ein.
Innerhalb des Königreichs der Himmel öffnen sich wiederum drei Perspektiven. Es gibt die Realität des Königreichs: das innere, verborgene Leben unter der Herrschaft Christi, das in der Gemeinde schon jetzt erfahrbar ist. Wo Menschen in der Gesinnung der Bergpredigt leben, wo Armut im Geist, Barmherzigkeit, Reinheit des Herzens und Hungern nach Gerechtigkeit tatsächlich Gestalt gewinnen, da ist die Realität des Königreichs der Himmel gegenwärtig, auch wenn sie äußerlich unscheinbar bleibt. Daneben gibt es die Erscheinung des Königreichs: die Christenheit als sichtbare Größe in der Welt, in der Echtes und Falsches, Weizen und Unkraut nebeneinander wachsen. Schließlich wird es die Manifestation des Königreichs geben: die kommende, sichtbare Herrschaft Christi, in der die himmlische Seite des Reiches – das Reich des Vaters – in besonderer Weise den Überwindern anvertraut ist, wie es in der Offenbarung mit den Worten beschrieben wird, dass sie „mit dem Christus tausend Jahre“ herrschen werden (Offenbarung 20:4).
Der Unterschied zwischen Königreich Gottes und Königreich der Himmel ist deshalb nicht eine Spielerei für Theologen, sondern entscheidend dafür, wie wir unsere Gegenwart verstehen. Wer an Christus glaubt, wird in das Königreich Gottes hineingenommen – er stellt sich grundsätzlich unter Gottes Herrschaft. Aber die Verfassung in Matthäus 5–7 beschreibt das Leben derer, die in die Realität des Königreichs der Himmel eintreten: sie lassen sich in ihrem Charakter, in ihren Beziehungen und in ihrem verborgenen Leben von den himmlischen Maßstäben prägen. So wird auch verständlich, warum die Bergpredigt weder auf die „Welt“ anzuwenden ist – sie kennt den König gar nicht –, noch als unerreichbares Ideal abgetan werden darf. Sie ist die Beschreibung des normalen, himmlisch geprägten Lebens derer, die heute zur Gemeinde gehören und morgen Anteil an der himmlischen Herrschaft Christi haben sollen. Diese Sicht schärft den Blick: nicht alles, was sich christlich nennt, gehört zur Realität des Königreichs der Himmel, und doch wirkt Gottes Königsherrschaft umfassender als dieser besondere Abschnitt.
denn das Königreich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. (Röm. 14:17)
Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und (ich sah) die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre. (Offb. 20:4)
Die Unterscheidung von Königreich Gottes und Königreich der Himmel eröffnet einen weiten, aber zugleich sehr persönlichen Blick: Gottes Herrschaft umspannt die Geschichte, doch in der Gemeindezeit ruft er zu einem besonders himmlischen Leben. Wer die Worte der Bergpredigt innerlich ernst nimmt, entdeckt, dass der König uns nicht nur für eine ferne Zukunft vorbereitet, sondern jetzt schon ein Stück seiner kommenden Welt in unser Leben hineinträgt.
Arm im Geist: der Eingang in die Realität des Königreichs
Die erste Seligpreisung steht wie ein Tor vor der ganzen Verfassung des Königreichs: „Glückselig sind die Armen im Geist, denn ihrer ist das Königreich der Himmel.“ Mit einem einzigen Satz legt der König fest, durch welche Tür man seine Ordnung überhaupt betreten kann. Es ist auffällig, dass Jesus nicht mit einer Forderung beginnt, sondern mit einer inneren Haltung: Armut im Geist. Der Geist, von dem hier die Rede ist, ist nicht der Heilige Geist Gottes, sondern unser menschlicher Geist – der tiefste Teil unseres Wesens, der uns für Gott empfänglich macht. In ihm nehmen wir sein Wort wahr, in ihm berühren wir seine Gegenwart, in ihm kommt seine Realität zur Geltung.
Das Königreich der Himmel steht zuerst in Beziehung zu unserem Geist. Der Geist in Vers 3 bezieht sich nicht auf den Geist Gottes, sondern auf unseren menschlichen Geist, den tiefsten Teil unseres Seins, das Organ, mit dem wir mit Gott in Kontakt treten und geistliche Dinge erfassen. Arm im Geist zu sein bedeutet nicht, einen armen Geist zu haben. Unser Geist sollte niemals arm sein; einen armen Geist zu haben, wäre beklagenswert. Wenn wir jedoch arm in unserem Geist sind, sind wir glückselig. (Witness Lee, Life-Study of Matthew, Botschaft dreizehn, S. 166)
Arm im Geist zu sein heißt nicht, einen schwachen oder abgestumpften Geist zu besitzen. Die Schrift beklagt an anderer Stelle gerade, wenn Menschen träge im Hören werden oder keinen Sinn mehr für geistliche Dinge haben. Armut im Geist meint etwas anderes: einen inneren Zustand der Leere vor Gott. Es ist das Bewusstsein, dass unser innerster Mensch nicht von eigenen Ideen, Sicherheiten, Traditionen und Erfahrungen ausgefüllt ist, sondern Raum hat. Raum für das, was Gott jetzt sagen und tun will. Wer im Geist „reich“ ist – reich an festgefügten Meinungen, religiösen Leistungen, philosophischen Konzepten oder frommen Gewohnheiten –, hat kaum noch Platz für den König und sein Reich. So wurden zur Zeit Jesu viele an ihm vorbeigeführt, weil ihre inneren Gefäße voll waren: die Juden mit ihrer Auslegung des Gesetzes, die Griechen mit ihrer Weisheit, die Frommen mit ihrer eigenen Gerechtigkeit. Wo aber ein Mensch vor Gott leer wird, entsteht Platz für das Neue, das er gibt.
Diese Armut im Geist ist darum kein Defizit, sondern der Anfang einer tiefen geistlichen Beweglichkeit. Sie macht fähig, von Christus korrigiert, belehrt und beschenkt zu werden. Ein arm gewordener Geist kann loslassen, was sich nicht mit dem König verträgt, und empfängt in derselben Bewegung etwas Besseres. Er hält nicht an einem festen Bild fest, wie Gott handeln müsse, sondern bleibt offen für seine konkrete Führung. In dieser Haltung wird die Verfassung des Königreichs nicht als fremder Druck erlebt, sondern als Wort, das zutrifft und Leben weckt. Wo der Geist leer ist, kann die Stimme des Königs wirklich ankommen.
So wird verständlich, warum Jesus gerade dieser inneren Armut die Verheißung „denn ihrer ist das Königreich der Himmel“ zuspricht. Das Königreich der Himmel ist nicht zuerst ein Raum, in den man später einmal eintritt, sondern eine gegenwärtige Wirklichkeit. Wer arm im Geist ist, erlebt dieses Reich schon jetzt: er lernt, im Gemeindeleben nicht aus Tradition oder Gruppendruck zu handeln, sondern aus innerem Gehorsam. Er erfährt, wie der Herr seine Gesinnung prägt, seine Sicht auf andere Menschen und seinen Umgang mit Besitz. Gleichzeitig liegt in der Verheißung auch der Blick nach vorn: Wer sich jetzt im Geist leeren lässt, wird im kommenden Zeitalter reich sein an Anteil an der Herrschaft Christi. Die Offenbarung beschreibt, wie diejenigen, die treu bei Christus geblieben sind, „Priester Gottes und Christi sein und […] mit Ihm tausend Jahre lang regieren“ werden (Offenbarung 20:6).
Gesegnet und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat; über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und werden mit Ihm tausend Jahre lang regieren. (Offb. 20:6)
Arm im Geist zu sein bedeutet, innerlich loszulassen, was uns erfüllt und festlegt, und damit Platz für das konkrete Reden und Wirken Christi zu schaffen. In dieser Leere begegnet uns der König nicht als Fordernder, sondern als der, der sein eigenes himmlisches Leben in uns hineingibt – ein Leben, das schon jetzt die Atmosphäre des kommenden Königreichs in unserem Alltag spürbar werden lässt.
Herr Jesus Christus, himmlischer König, wir danken Dir für Deine Worte auf dem Berg, durch die Du uns zeigst, wie Dein Volk leben darf. Du siehst, wie oft unser innerer Mensch voll ist von eigenen Vorstellungen, Erfahrungen und Traditionen, und wie wenig Raum in unserem Geist für Dich bleibt. Bitte entleere uns von allem, was Deine Herrschaft in uns verdunkelt, und Lass uns schon heute in der Realität Deines Königreichs leben, eine Gemeinde sein, in der Deine himmlischen Maßstäbe und Deine sanfte Herrschaft sichtbar werden. Stärke diejenigen, die sich nach einem normalen, aber himmlischen Christsein sehnen, und tröste alle, die über den Zustand der Christenheit traurig sind, mit der Gewissheit, dass Dein Reich kommen und Deine Herrschaft offenbar werden wird. Fülle unseren Geist immer neu mit Deinem Leben, damit wir mit Dir verbunden bleiben und eines Tages in der Manifestation des Königreichs mit Dir herrschen. In Deinem Namen, Herr Jesus. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of Matthew, Chapter 13