Das Wort des Lebens
lebensstudium

Das heilige Land und die heilige Stadt

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Wenn wir die Bibel als große Erzählung lesen, begegnet uns ein wiederkehrendes Muster: Gott bereitet für den Menschen einen herrlichen Platz vor, doch der Mensch fällt heraus – und Gott setzt liebevoll an zur Wiederherstellung. Vom trockenen Land, das am dritten Tag aus den Wassern hervortritt, über das Land Kanaan bis hin zur heiligen Stadt Jerusalem zieht sich eine Linie: Gott will für Sein Volk eine Wohnstätte auf der Erde gewinnen. Hinter den geografischen Bildern von Land und Stadt verbirgt sich eine geistliche Wirklichkeit: Christus selbst ist unser gutes Land und die heilige Stadt, in denen Gott und Mensch einander begegnen. Die Frage ist, wie wir heute in dieser Wirklichkeit leben können, statt nur theoretisch darüber zu wissen.

Das gute Land – die Wiedergewinnung des Genusses an Christus

Am Anfang der Schrift steht eine unscheinbare, aber tiefgehende Bewegung: Die Wasser werden gesammelt, und das trockene Land tritt hervor. Es heißt: „Die Wasser von unterhalb der Himmel sollen sich sammeln an einer Stelle, und das trockene Land soll sichtbar werden! Und es geschah so“ (1.Mose 1:9). Damit wird nicht nur die Bühne für Pflanzen, Tiere und Menschen bereitet; es wird ein geistliches Grundmuster gelegt. Das Land ist Geschenk, freigelegt von Gott selbst aus der Umklammerung der Wasser. Die Wasser stehen im biblischen Bild immer wieder für Tod, Chaos und Gericht. Wo Gott das Land sichtbar macht, schafft Er Raum für Leben, für Wurzeln, für Frucht. In dieser ersten Erscheinung des Landes leuchtet bereits etwas von Christus auf, der aus den Wassern des Todes hervorgeht und zum tragfähigen Grund unseres Lebens wird.

Wenn wir Hesekiel lesen, müssen wir darauf achten, dass der Herr viele Male verheißen hat, Sein Volk in das Land zurückzubringen (Kap. 11, 33, 34, 36, 37). Er hat sogar verheißen, sie auf den Gipfel des Berges Israel zurückzubringen (34:14). Das weist auf eine Wiedererlangung des Landes hin. Es ist für uns entscheidend zu erkennen, dass wir, bevor wir die Wiedererlangung des Bauens haben können, zuerst die Wiedererlangung des Landes brauchen. Die Wiedererlangung des Landes bedeutet die Wiedererlangung des Genusses Christi. Christus selbst kann nicht verloren gehen, aber in unserer Erfahrung kann Christus verloren gehen, und Christus kann in unserer Erfahrung verloren sein. (Witness Lee, Life-Study of Ezekiel, Botschaft siebenundzwanzig, S. 314)

Doch die Geschichte geht nicht geradlinig weiter. Das trockene Land, das in 1.Mose sichtbar wurde, verschwindet wieder unter Wassermassen: „Als die Wasser über alle Maßen gestiegen waren auf der Erde, wurden alle hohen Berge, die irgend unter dem Himmel waren, bedeckt“ (1.Mose 7:19). Die Flut zur Zeit Noahs, der Turmbau von Babel, der Abstieg des Volkes Israel nach Ägypten und später die Zerstreuung in die Völker – all das sind Stationen, in denen das von Gott geschenkte Land gewissermaßen verdeckt wird. Das Land selbst geht nicht unter, aber sein Genuss für das Volk wird blockiert. So ist es auch in unserem Glaubensleben: Christus als das gute Land bleibt unveränderlich, doch unser Zugang, unsere Freude, unser Erleben können durch innere und äußere „Wasser“ verschüttet sein – durch Schuld, durch Kompromisse, durch andere Zentren, die sich an die Stelle Gottes schieben.

In den Verheißungen Hesekiels begegnet uns darum immer wieder das Motiv der Rückkehr. Gott bringt Sein Volk zurück „ins Land“, ja Er führt es „auf die Höhen Israels“, damit es nicht mehr im Tal des Todes, sondern auf erhöhter Erde lebt (vgl. Hes. 34:13-15). Kanaan liegt geographisch zwischen Meer, Jordan, Totem Meer und den Höhenzügen des Hermon – ein Land, das sich aus Wasser und Tiefe erhebt und erhoben bleibt. Es ist, als wolle Gott in der Topographie veranschaulichen, was Er in Christus getan hat: Der Sohn kommt in die Tiefe, geht durch den Tod hindurch und wird in Auferstehung über alles Wasser erhoben. Wenn die Schrift von der Wiedergewinnung des Landes spricht, weist sie damit auf eine Wiedergewinnung des lebendigen Genusses Christi hin. Christus kann nicht verloren gehen, aber Er kann in unserer Erfahrung weit weg sein. Wo der Herr unser Herz zurückruft, geht es Ihm darum, uns wieder auf diesen erhöhten Boden Seiner Auferstehung zu stellen.

Erst auf diesem wieder eingenommenen Land kann der Tempel gebaut werden. Das Haus Gottes – im Alten Bund der Tempel, im Neuen Bund die Gemeinde – braucht einen tragenden Untergrund. Wenn das Volk fern vom Land ist, kann es Opfer bringen, Lieder singen und Feste feiern, doch die Mitte fehlt. So macht Hesekiel deutlich, dass der Wiederaufbau des Hauses Gottes mit der Wiederherstellung des Landes beginnt. Übertragen heißt das: Bevor Gott in Seiner Gemeinde sichtbar wohnen und wirken kann, braucht es eine erneuerte, vertiefte Erfahrung der Reichtümer Christi. Wo Christus nur als Lehre präsent ist, bleibt das „Land“ im Kopf, aber nicht unter den Füßen. Wenn jedoch Sein Wort unser Inneres durchdringt, wenn wir im Alltag aus Seinem Tod und Seiner Auferstehung leben, wird das Gemeindeleben zu einem Ort, an dem Gottes Gegenwart tatsächlich Gewicht hat.

Und Gott sprach: Die Wasser von unterhalb der Himmel sollen sich sammeln an einer Stelle, und das trockene Land soll sichtbar werden! Und es geschah so. (1.Mose 1:9)

Und als die Wasser über alle Maßen gestiegen waren auf der Erde, wurden alle hohen Berge, die irgend unter dem Himmel waren, bedeckt. (1.Mose 7:19)

Die Wiedergewinnung des Landes beginnt dort, wo Christus für uns wieder mehr ist als eine richtige Lehre. Wenn wir bemerken, dass unser inneres Land unter den Wassern der Sorge, der Schuld oder der Gleichgültigkeit verschwindet, darf uns das nicht in Resignation führen, sondern in eine stille Rückkehr zu dem, der das trockene Land sichtbar macht. Gott wartet nicht erst am Rand Kanaans auf uns; Er kommt uns in unsere „Flutzeiten“ entgegen, um uns herauszuführen. In dieser Sicht verliert das geistliche Leben seine Schwere: Der Weg besteht nicht darin, mühsam etwas zu werden, sondern darin, auf dem Boden zu leben, den Christus bereits in Seiner Auferstehung geschaffen hat – einem Land, das trägt, nährt und süß macht, weil Er selbst unser Land ist.

Nähe zu Christus – Priester, Diener und Könige im guten Land

Die letzten Kapitel Hesekiels zeichnen eine bemerkenswert geordnete Landkarte. Das Land wird den Stämmen zugeteilt, und mitten in dieser Karte liegt ein heiliger Streifen – eine geweihte Gabe, ein Hebopfer für den HERRN. In seiner Mitte steht das Heiligtum, umgeben vom Erbteil der Priester; daran schließen sich der Anteil der Leviten und der Bereich der Stadt mit ihren Arbeitern an (vgl. Hes. 48:8-20). Dazu kommen die Anteile des Königs an beiden Seiten. Diese räumliche Anordnung ist nicht bloß Verwaltungstechnik, sie trägt eine geistliche Signatur: Alles kreist um das Haus Gottes, und die Nähe zu diesem Zentrum ist nicht bei allen gleich. Das ganze Volk steht auf demselben guten Land, aber nicht alle wohnen gleich nahe am Tempel.

Aus alledem erkennen wir, dass das Land für das heilige Hebopfer in drei Teile aufgeteilt war: ein Teil für die Priester, ein Teil für die Leviten und ein Teil für die Stadt mit all ihren Arbeitern. Die Karte, die die Verteilung des heiligen Landes zeigt, macht deutlich, dass es außer dem Land für das heilige Hebopfer im Westen und im Osten noch einen Rest des Landes gab. Diese beiden als Rest verbliebenen Landstücke wurden dem König, der königlichen Familie, zugewiesen und zugelost. (Witness Lee, Life-Study of Ezekiel, Botschaft siebenundzwanzig, S. 319)

Geistlich gesehen teilen alle Glaubenden dasselbe Erbteil: Christus, das gute Land. Doch Hesekiels Bild macht deutlich, dass es in diesem Land unterschiedliche Zonen der Nähe zur Gegenwart Gottes gibt. Die Priester, besonders die Söhne Zadoks, sind am dichtesten am Heiligtum angesiedelt; sie stehen für diejenigen, die vor allem mit dem Dienst an Gott selbst betraut sind – mit der Pflege Seiner Gegenwart, mit Anbetung und Fürbitte. Um sie herum wohnen die Leviten, Sinnbild für den vielfältigen praktischen Dienst. Noch weiter außen liegt die Stadt mit ihren Arbeitern, und die königlichen Gebiete deuten auf das Mitregieren mit Gott hin. Alles ist vom Land durchdrungen: Gemeinschaft, Dienst, Arbeit, Regierung – alles lebt aus der Versorgung des guten Landes.

Dieses Bild wirft ein helles Licht auf unser eigenes geistliches Leben. Nähe zu Christus ist nicht in erster Linie eine Frage unserer Stellung, sondern eine Frage unseres Genusses. Wer „nahe am Tempel“ lebt, ist jemand, dessen Alltag durchzogen ist von bewusster Gemeinschaft mit dem Herrn – jemand, der nicht nur für Gott arbeitet, sondern in Gott lebt. Dort, wo die Reichtümer Christi frisch erfahren werden, sind Priester- und Levitendienst keine Last. Gemeinschaft wird nicht zu frommer Routine, Dienst nicht zu erschöpfender Tätigkeit, Leitung nicht zu harter Kontrolle. Wo der Genuss Christi abnimmt, werden dieselben Dinge schwer, formal und leer. Der Unterschied zwischen einem „nördlichen Stamm“ und einem „priesterlichen Anteil“ ist dann kein Unterschied an Wert, sondern an Nähe: Wie dicht ist das eigene Leben um das Heiligtum herum angeordnet?

Im Licht des Neuen Testaments wird deutlich, dass all diese Rollen in der Gemeinde zusammenfließen. Von Christus heißt es, dass Er uns „zu einem Königreich, zu Priestern für seinen Gott und Vater“ gemacht hat (Offb. 1:6). Jeder Gläubige ist berufen, Priester zu sein, Levitenarbeit zu tun und im Sinn Gottes königlich mitzuregieren. Doch wie diese Berufung konkret Gestalt gewinnt, hängt davon ab, wie wir Christus als Land genießen. Wer im Wort bleibt, der inneren Salbung Raum gibt und in den kleinen Situationen des Tages das stille Gespräch mit dem Herrn pflegt, wohnt geistlich gesprochen nah am Tempel. Von dort her bekommt alles andere seine Farbe: praktische Dienste, Verantwortung in Gemeinde und Familie, Entscheidungen im Beruf. Die Nähe zum Heiligtum macht nicht lauter, sondern durchlässiger für das, was Gott will.

Und neben dem Gebiet von Juda, von der Ostseite bis zur Westseite, soll die Weihegabe liegen, die ihr aussondern sollt: 25 000 (Ellen) die Breite und die Länge wie eines der (Stammes-)Anteile von der Ostseite bis zur Westseite; und das Heiligtum soll in seiner Mitte sein. (Hes. 48:8)

Und diesen (Personen) soll die heilige Weihegabe gehören: den Priestern. Nach Norden zu 25 000 (Ellen lang) und nach Westen 10 000 (Ellen) breit und nach Osten 10 000 (Ellen) breit und nach Süden 25 000 (Ellen) lang; und das Heiligtum des HERRN soll in seiner Mitte sein. (Hes. 48:10)

Im Bild der Landverteilung wird deutlich, dass geistliche Bedeutung nicht aus einer besonderen Rolle, sondern aus der Nähe zu Gott erwächst. Wer Christus als das gute Land genießt, wird ohne viel Geräusch zu einem priesterlichen Menschen, durch den Gottes Gegenwart in Familie, Gemeinde und Alltag spürbar wird. Diese Nähe ist kein Vorrecht weniger, sondern ein offenes Erbteil für alle, die ihr inneres Zelt näher an das Heiligtum stellen. So wird unser Leben – gleichgültig, an welchem „Rand“ wir äußerlich stehen – zu einem Stück Land, das von der Mitte her geformt ist: vom Tempel, in dem Gott wohnt, und von dem König, der in Sanftmut regiert.

Die heilige Stadt – Gottes Wohnung und Regierung aus der Gemeinschaft heraus

Wenn die Bibel vom Ende spricht, zeigt sie nicht nur einen Tempel, sondern eine Stadt. Hesekiel beschreibt Jerusalem mit seinen Maßen und mit zwölf Toren, über denen die Namen der zwölf Stämme Israels stehen (Hes. 48:31-35). Die Offenbarung nimmt dieses Bild auf und sagt über die heilige Stadt: „Sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore, und an den Toren zwölf Engel, und es waren Namen darauf eingraviert, das sind die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels: Im Osten drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore“ (Offb. 21:12-13). Die Zahl zwölf – drei mal vier – verbinden die Ausleger mit dem Dreieinen Gott und dem Geschöpf. In dieser Zahl verdichtet sich das, was die Stadt als Ganzes ausdrückt: Gott und Mensch sind unauflöslich miteinander verbunden, und aus dieser Verbindung geht eine vollkommene, stabile Ordnung hervor.

Bei dieser Stadt begegnet uns die Zahl zwölf, die sich nicht aus sechs mal zwei, sondern aus drei mal vier zusammensetzt. Es ist drei mal vier, weil es an vier Seiten jeweils drei Tore gibt, also insgesamt zwölf Tore. Wir müssen dabei bedenken, dass vier die Zahl des Geschöpfes ist und drei die Zahl des Dreieinen Gottes. So bedeutet zwölf die Vermengung des Dreieinen Gottes mit den Geschöpfen. Letztlich ist diese Stadt nicht nur eine Vermengung, sondern auch eine vollkommene Regierung mit einer vollständigen Verwaltung. (Witness Lee, Life-Study of Ezekiel, Botschaft siebenundzwanzig, S. 321)

Die Stadt ist damit mehr als ein künftiger Aufenthaltsort der Erlösten. Sie zeigt, wohin Gottes Weg mit Seinem Volk zielt: zu einer Gemeinschaft, in der Er selbst die Atmosphäre bildet und in der Sein Wille in geordneter, aber nicht starrer Weise Gestalt gewinnt. Bemerkenswert ist die Anordnung der Tore – drei an jeder der vier Seiten. Von jeder Himmelsrichtung her gibt es Zugang; niemand ist durch seine Herkunft oder Geschichte ausgeschlossen. Doch wer auch immer durch eines der Tore eintritt, findet sich in ein und derselben Stadt wieder. Vielfalt bei den Zugängen, Einheit im Inneren – dieses Muster spiegelt die geistliche Wirklichkeit wider, dass Menschen mit sehr unterschiedlichen Wegen zu Christus finden und dennoch im einen Leib, im einen Haus, in der einen Stadt zusammengefügt werden.

In der Offenbarung wird diese Einheit im Inneren der Stadt weiter vertieft. Es heißt: „Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen; ein jedes der Tore war jeweils aus einer einzigen Perle. Und die Straße der Stadt war reines Gold, wie durchsichtiges Glas“ (Offb. 21:21). Später sieht Johannes einen Strom lebendigen Wassers, der mitten durch die Stadt fließt, und den Baum des Lebens, der an diesem Strom wächst (Offenbarung 22:1-2). Es gibt viele Tore, aber nur eine Straße; es gibt viele Namen an den Toren, aber nur einen Strom und einen Baum. Die eine Straße aus Gold spricht von einem einzigen Weg des Lebens, der von der göttlichen Natur geprägt ist; der Strom und der Baum des Lebens zeigen, dass die ganze Bewegung in der Stadt vom Leben Gottes bestimmt wird. So entsteht eine Ordnung, die nicht durch äußeren Druck, sondern durch inneren Zufluss zusammengehalten wird.

Hesekiel schließt seine Vision mit einem schlichten, aber gewaltigen Satz: „Der Name der Stadt (heißt) von nun an: Hier ist der HERR“ (Hes. 48:35). Der Tempel steht in dieser Schau für Gottes Wohnung, die Stadt für Seine Regierung. Beides gehört untrennbar zusammen. Wo Gott wohnt, will Er auch regieren; wo Er regiert, tut Er es aus der innigsten Gemeinschaft heraus. Übertragen auf die Gemeinde bedeutet das: Dort, wo Christus als das gute Land wirklich genossen wird, wächst nicht nur persönliche Erbauung, sondern es entsteht eine konkrete, gelebte Ordnung Gottes. Entscheidungen werden im Licht Seiner Gegenwart getroffen, Beziehungen werden im Angesicht des Herrn gestaltet, und das gemeinsame Zeugnis nach außen trägt den Stempel: Gott ist hier.

Ringsherum 18 000 (Ellen). Und der Name der Stadt (heißt) von nun an: Hier ist der HERR. (Hes. 48:35)

Sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore, und an den Toren zwölf Engel, und es waren Namen darauf eingraviert, das sind die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels: Im Osten drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. (Offb. 21:12-13)

Die heilige Stadt zeigt, wie sehr Gott Gemeinschaft und Ordnung miteinander verbindet: Er sucht ein Volk, in dem Er wohnen und von innen heraus regieren kann. Wo Christus als das gute Land genossen wird, wächst eine solche Stadt mitten im Alltag – nicht als perfekte Struktur, sondern als Raum, in dem Gottes Gegenwart spürbar wird und Seinem Willen Raum gegeben ist. Dieser Blick bewahrt davor, sich mit einem rein privaten Glauben zufriedenzugeben: Wir sind berufen, Teil einer Stadt zu sein, deren Name schon jetzt lautet: „Hier ist der HERR“ – dort, wo Menschen aus einem Christus leben, auf einer Straße gehen und sich von einem Strom des Lebens tragen lassen.


Herr Jesus Christus, Du bist das gute Land, das Gott für uns bereitet hat, und Du bist die heilige Stadt, in der Gott und Mensch sich begegnen. Dank sei Dir, dass Du uns aus den Wassern des Todes herausgerufen und in ein erhöhtes, reiches Land gestellt hast, in dem Milch und Honig fließen. Vertiefe in uns den Hunger nach Dir selbst, mehr als nach Lehre und Gabe, und lehre uns, aus Deinen Reichtümern zu leben, damit unser Alltag von Deiner Gegenwart genährt und gesüßt wird. Mach uns zu Menschen, die wie Priester nahe an Deinem Haus wohnen, Deine Gegenwart lieben und Deine Gemeinschaft über alles andere stellen. Lass unser persönliches Leben und unser Gemeindeleben zu einem Ort werden, an dem Du gerne wohnst und von dem Deine Regierung in Liebe und Gerechtigkeit ausgeht. Erfülle uns mit der Hoffnung, dass Du Dein Werk vollendest und uns in die vollkommene Wirklichkeit der heiligen Stadt hineinführen wirst, in der Du alles in allem bist. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Ezekiel, Chapter 27