Die Ähnlichkeit von Gott und Mensch in ihrem Bild und in ihrer Gleichheit
Wenn wir in den Spiegel schauen, sehen wir unser Gesicht – aber sehen wir darin auch etwas von dem Gott, der uns geschaffen hat? Die Bibel behauptet, dass zwischen Gott und Mensch eine geheimnisvolle Ähnlichkeit besteht, die weit über äußere Merkmale hinausgeht. Von den ersten Seiten der Schrift bis zu ihren letzten Visionen zieht sich eine Linie: Gott will sich selbst ausdrücken, und dazu formt Er ein Gegenüber, das sein Bild trägt. Diese Berufung ist durch die Sünde verdunkelt, aber nicht ausgelöscht. Sie findet ihre Erfüllung in Jesus Christus und wird in denen sichtbar, die zu Ihm gehören.
Gott schafft den Menschen nach seinem eigenen „Art“-Maßstab
Wenn 1. Mose 1 den Blick über die Schöpfung schweifen lässt, fällt eine feine, aber entscheidende Linie auf. Die Fische, Vögel und Tiere erscheinen „nach ihrer Art“, jedes Leben geordnet in seinem Rahmen. Doch als Gott zum Menschen kommt, bricht Er dieses Muster auf. Plötzlich hören wir nicht mehr von einer neuen Gattung, sondern von einem Gespräch innerhalb der Göttlichen Dreieinigkeit: „Und Gott sprach: Lasst Uns den Menschen machen in Unserem Bild, gemäß Unserer Gleichgestalt, und sie sollen herrschen …“ (1. Mose 1:26). Die Sprache wird persönlicher, innerer, dichter: Gott berät sich gewissermaßen mit sich selbst, bevor Er den Menschen ins Dasein ruft. Hier wird deutlich: Der Mensch ist nicht einfach das höchste Tier, sondern trägt von Anfang an eine Ausrichtung in sich, die über die Schöpfung hinausweist – hin zu Gott selbst.
- Mose 1 sagt uns, dass Gott alle Fische, die Vögel, die Tiere des Feldes und das Vieh nach ihrer Art schuf (V. 24–25). Obwohl Gott alles nach seiner Art schuf, schuf er nicht die „Menschheit“. In Gottes Schöpfung gab es so etwas wie „Menschheit“ nicht. (Witness Lee, Life-Study of Chronicles, Botschaft dreizehn, S. 86)
Der hebräische Name „adam“ erinnert daran, dass der Mensch aus „roter Erde“ genommen ist, staubgebunden und vergänglich. Zugleich aber trägt gerade diese Erde Gottes Bild und Gleichgestalt. Der Mensch ist also ein Geschöpf, und doch auf einzigartige Weise offen für das Unerschaffene, geschaffen, um Gott zu empfangen, Ihn widerzuspiegeln und in Seinem Auftrag zu herrschen. Darum sagt Paulus über Adam, er sei „ein Bild des Zukünftigen“ (Röm. 5:14) – ein vorausweisender Schatten auf Christus, den wahren Menschen. Die Ähnlichkeit mit Gott liegt nicht in Allwissenheit oder Allmacht, sondern in Personhaftigkeit, in der Fähigkeit zu lieben, zu unterscheiden, Verantwortung zu tragen und Beziehung zu leben. Die Sünde hat diese Würde getrübt, aber nicht ausgelöscht. Gerade weil im Menschen noch Spuren dieser Bestimmung liegen, kann Gott ihn ansprechen, zur Umkehr rufen und erneuern. In einem entmutigten Moment kann es tröstlich und zugleich wachrüttelnd sein, sich daran zu erinnern: Du bist mehr als das Produkt deiner Umgebung und deiner Triebe; du bist gedacht als Gegenüber Gottes, als jemand, in dem Sein Bild wieder aufleuchten kann, wenn Er dich anrührt.
Diese Sicht auf den Menschen schützt vor zwei Irrtümern. Sie lässt ihn nicht in Überheblichkeit aufsteigen, als wäre er selbst Gott, denn er bleibt „adam“, Erde. Sie stürzt ihn aber auch nicht in Verachtung, als wäre er nur zufälliges Staubkorn im Universum. Zwischen diesen beiden Extremen spannt sich der Raum der Berufung: geschöpfliche Begrenzung und göttliche Ähnlichkeit, Staub und Herrlichkeit zugleich. In Christus, dem „Bild des unsichtbaren Gottes“ (Kol. 1:15), erkennt der Mensch, was er eigentlich sein sollte – und was Gott aus ihm zu machen beabsichtigt. Wer sich so versteht, empfängt seine Tage nicht als wertlose Wiederholung, sondern als Teil eines Weges, auf dem der Dreieine Gott Sein Bild erneuert. In dieser Perspektive verlieren selbst brüchige Lebensumstände nicht ihren Sinn: Inmitten von Zerbrechlichkeit und Schuld ist Gott darauf aus, sein ursprüngliches Design in uns neu zu zeichnen – leise, geduldig, aber zielgerichtet.
Und Gott sprach: Lasst Uns den Menschen machen in Unserem Bild, gemäß Unserer Gleichgestalt, und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über jedes Kriechtier, das auf der Erde umherkriecht! (1. Mose 1:26)
Aber der Tod herrschte von Adam bis auf Mose selbst über die, welche nicht gesündigt hatten in der Gleichheit der Übertretung Adams, der ein Bild des Zukünftigen ist. (Röm. 5:14)
Die Einsicht, dass der Mensch nach Gottes Art entworfen ist, kann eine stille, aber tiefgreifende Korrektur unserer Selbstsicht sein. Wer sich im Licht von 1. Mose 1:26 sieht, muss nicht in Selbstüberschätzung fliehen und nicht in Selbstverachtung untergehen. Die eigene Begrenztheit verliert ihren Schrecken, weil sie Teil der Wahrheit ist: Wir sind Erde. Gleichzeitig wird jede Begegnung, jede Entscheidung, jedes Wort bedeutsam, weil in all dem die Möglichkeit liegt, etwas von Gottes Bild aufscheinen zu lassen. Der Alltag wird so zum Raum, in dem der Schöpfer an Seinem Ebenbild arbeitet – nicht laut und spektakulär, sondern oft verborgen, in Treue, in kleinen Akten der Liebe und des Gehorsams. Zu wissen, dass Gott uns aus dieser hohen Absicht heraus geschaffen hat, kann gerade in Phasen der Schwäche tragen: Er hat uns nicht aufgegeben, weil Sein ursprünglicher Entwurf noch immer die Richtung vorgibt, in die Er uns durch Christus und Seinen Geist führt.
Gott erscheint als Mensch, bevor Christus geboren wird
Altes Testament bedeutet nicht: ein Gott, der fern und unnahbar bleibt, bis mit Jesus plötzlich alles anders wird. Schon lange vor der Geburt Christi tritt Gott in menschlicher Gestalt in die Geschichte ein. Bei den Terebinthen von Mamre hebt Abraham die Augen und sieht „drei Männer“ vor sich stehen. Er läuft ihnen entgegen, wäscht ihre Füße, bereitet Brot und ein Kalb, steht neben ihnen, während sie essen (1. Mose 18:2–8). Ein Kapitel später erfahren wir: „Und die beiden Engel gelangten am Abend nach Sodom …“ (1. Mose 19:1). Von den drei Männern sind zwei Engel; der Dritte ist der Herr selbst, der als Mensch bei Abraham zu Gast ist, ein Gespräch führt, Verheißung gibt, Gericht ankündigt. Gott sitzt im Schatten eines Baumes, lässt sich bedienen, nimmt Mahlgemeinschaft an – so nah, so greifbar.
In 1. Mose 18:2–13 erschienen Abraham drei Männer. Einer von ihnen war Christus – Jehovah –, die beiden anderen waren Engel (19:1). Das Erscheinen dieser drei Männer bei Abraham geschah vor der Menschwerdung Christi. Das bedeutet: Gott erschien schon zweitausend Jahre vor Seiner Menschwerdung in Menschengestalt, als Er Seinen Freund Abraham besuchte. (Witness Lee, Life-Study of Chronicles, Botschaft dreizehn, S. 87)
Ähnlich rätselhaft und zugleich eindrücklich ist die Begegnung von Manoach und seiner Frau mit dem „Engel des HERRN“, den sie als „Mann Gottes“ beschreiben, dessen Aussehen „wie das Aussehen des Engels Gottes, sehr furchtbar“ war (Ri. 13:6). Am Ende, als Manoach erschrocken ausruft: „Ganz sicher müssen wir sterben, denn wir haben Gott gesehen!“ (Ri. 13:22), widerspricht seine Frau nüchtern: Hätte der HERR uns töten wollen, Er hätte unser Opfer nicht angenommen. Gott ist ihnen in einer Gestalt begegnet, die Gott und doch Mensch ist. Und wenn Daniel in der Nachtvision „einen wie den Sohn eines Menschen“ sieht, der mit den Wolken des Himmels kommt und vor den „Alten an Tagen“ gebracht wird, dem „Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben“ wird (Dan. 7:13–14), verdichtet sich dieser Faden: Der, der da als Mensch erscheint, ist zugleich der, dem ewige Herrschaft gehört. Er trägt schon das Gesicht dessen, der später als Jesus von Nazareth auftreten wird.
Diese alttestamentlichen Erscheinungen sind keine seltsamen Randnotizen, sondern Vorgriffe auf das, was Gott von Anfang an im Sinn hatte. Der Gott, der den Menschen in Seinem Bild schuf, scheut die menschliche Gestalt nicht, sondern nimmt sie an, um zu besuchen, zu reden, zu essen, zu segnen. Die Inkarnation in Christus ist deshalb keine Notlösung, kein Plan B, weil die Sünde alles verdorben hätte. Sie ist die Entfaltung einer Linie, die bereits in der Schöpfung und den frühen Geschichten aufleuchtet: Gott will der Gott im menschlichen Angesicht sein. Diese Einsicht kann die Beziehung zu Jesus vertiefen. Wenn Er als „Sohn des Menschen“ auftritt, steht Er in der Kontinuität der Offenbarungen Gottes im Alten Bund. Gleichzeitig zeigt sie, wie sehr Gott sich in unsere Welt hineinwagt – nicht theoretisch, sondern sichtbar, hörbar, berührbar. In Momenten, in denen Er fern zu sein scheint, erinnert dieser biblische Weg daran: Die Geschichte Gottes mit den Menschen ist von Anfang an eine Geschichte der Nähe, in der Er selbst den Schritt über die Schwelle unserer Welt tut.
Wer Gott so sieht, muss die eigenen Grenzen und Körperlichkeit nicht als Hindernis der Gemeinschaft mit Ihm begreifen. Gerade darin, dass Gott Füße hat, die gewaschen werden, dass Er sich an einen gedeckten Tisch setzt, zeigt sich eine tiefe Wertschätzung der menschlichen Wirklichkeit. Alltag, Gastfreundschaft, Mahlzeit, Wegstrecken – all das sind Orte, an denen Er zu Abraham, zu Manoach, zu uns kommt. Es liegt Trost darin, dass der ewige Gott sich nicht nur in hohen Gedanken und starken Gefühlen mitteilt, sondern in ganz gewöhnlichen Formen menschlichen Lebens. Wo dieser Gedanke Fuß fasst, kann die Erwartung wachsen, Gott in den scheinbar unspektakulären Teilen des Lebens zu entdecken: in einem Gespräch, in einem geteilten Brot, in einem Moment unerwarteter Klarheit. Gott, der schon bei Abraham als Mensch erschien, bleibt der Gott, der sich nicht zu schade ist, mitten unter Menschen zu stehen.
Und er nahm Butter und Milch und das Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor; und er stand neben ihnen unter dem Baum, während sie aßen. (1. Mose 18:8)
Und die beiden Engel gelangten am Abend nach Sodom, und Lot saß gerade im Tor von Sodom. Und als Lot sie sah, erhob er sich, ging ihnen entgegen und verneigte sich mit dem Angesicht bis auf den Boden. (1. Mose 19:1)
Die alttestamentlichen Gestalten Gottes als Mensch lassen die Inkarnation Christi in einem weiteren Licht erscheinen. Sie zeigen, dass Gott sich nicht erst im Neuen Testament dazu überreden musste, uns nahe zu kommen, sondern dass Sein Herz von Anfang an auf Nähe aus war. Diese Erkenntnis kann Beziehungen, Körperlichkeit und Alltag entlasten: Sie sind nicht das Problem, das überwunden werden muss, sondern der Raum, den Gott sich für Seine Gegenwart wählt. Wer so liest, kann selbst schlichte Situationen – eine Mahlzeit, einen Besuch, ein Gespräch – als mögliche Orte der Begegnung mit dem Mensch gewordenen Gott verstehen. Das nimmt der eigenen Geschichte nicht automatisch die Spannung, aber es legt eine leise Hoffnung in sie hinein: Der Gott Abrahams, Manoachs und Daniels hat sich an menschliche Gestalt gewöhnt – und Er scheut auch heute nicht davor zurück, in unsere Wirklichkeit einzutreten.
In Christus werden wir dem Bild des Sohnes gleichgestaltet
Im Neuen Testament tritt die Linie, die in 1. Mose 1 gezeichnet und im Alten Bund angedeutet wurde, klar hervor: In Christus sehen wir endlich den Menschen, wie Gott ihn gemeint hat. Paulus nennt Ihn „das Bild des unsichtbaren Gottes, den Erstgeborenen aller Schöpfung“ (Kol. 1:15). In Jesus von Nazareth verbindet sich, was im ersten Adam auseinandergebrochen war: echte Menschlichkeit und vollkommene Gottbezogenheit. Wenn Johannes bekennt: „Und das Wort wurde Fleisch und stiftshüttete unter uns … voller Gnade und Wirklichkeit“ (Johannes 1:14), dann beschreibt er keine abstrakte Lehre, sondern eine konkrete Gestalt: ein Leben, in dem Gottes Wesen in menschlichen Zügen sichtbar wird – in Zuwendung, in Klarheit, in Demut, in Bereitschaft zum Leiden.
Bibelverse: 1. Mose 1:26; 1. Johannes 3:2b; Offenbarung 4:3a; 21:11b (Witness Lee, Life-Study of Chronicles, Botschaft dreizehn, S. 86)
Doch Christus ist nicht nur unser Vorbild, das unerreichbar über uns steht. Er ist der Anfang einer neuen Menschheit. Am Kreuz nimmt Er die verdorbene Gestalt Adams auf sich, in der Auferstehung tritt Er als „Erstgeborener“ einer neuen Familie hervor. Darum heißt es: „Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar gemacht geworden, was wir sein werden. Wir wissen, dass, wenn Er offenbar gemacht wird, wir Ihm gleich sein werden, weil wir Ihn sehen werden, so wie Er ist“ (1. Johannes 3:2). Zwischen „jetzt sind wir“ und „wir werden Ihm gleich sein“ spannt sich das ganze Feld des Glaubenslebens: Wir tragen bereits eine neue Identität, und doch ist ihr ganzer Glanz noch verborgen. Der Heilige Geist arbeitet im Verborgenen daran, uns dem Bild des Sohnes gleichzugestalten – nicht, indem Er unsere Eigenart auslöscht, sondern indem Er sie reinigt, ordnet, durchdringt.
Diese gleichgestaltende Bewegung berührt ganz praktische Bereiche. Wenn Christus das wahre Bild Gottes ist, dann besteht „Christusähnlichkeit“ nicht in einem religiösen Glanz, sondern in konkreten Zügen: in einer Liebe, die nicht nur den Nahen, sondern auch den mühsamen Nächsten im Blick hat; in einer Heiligkeit, die nicht kalt abgrenzt, sondern frei macht; in einer Barmherzigkeit, die Schwäche nicht ausnutzt, sondern trägt. Da, wo wir stocken und unser eigenes Versagen sehen, bricht diese Berufung nicht ab. Paulus spricht von dem Herrn, „der unseren Leib der Erniedrigung umgestalten wird, dass er Seinem Leib der Herrlichkeit gleichgestaltet sei“ (Phil. 3:21). Gottes Ziel ist größer als die Korrektur einzelner Fehltritte; Er zielt auf eine umfassende Verwandlung, die bis in unseren Leib reicht. Diese Perspektive kann entlasten: Die Baustelle unseres Lebens ist Gott nicht zu groß, und sie ist Ihm nicht zu unbedeutend.
Wenn das so ist, bekommt die Gegenwart ein anderes Gewicht. Der Weg, auf dem wir dem Bild des Sohnes gleichgestaltet werden, verläuft selten geradlinig. Es gibt Rückschritte, Brüche, Zeiten der inneren Dunkelheit. Gerade dort aber, wo eigene Kräfte versagen, bleibt die Zusage stehen, dass Gott selbst der Handelnde ist. In einem solchen Licht kann auch ein unscheinbarer Tag, eine kleine Treue, ein leises Ja zur Wahrheit zum Ort werden, an dem Christi Bild etwas klarer aufscheint. Die Hoffnung, Ihm einmal wirklich gleich zu sein, bedeutet nicht Flucht aus der Welt, sondern schenkt Geduld mitten in ihr. Wer darauf vertraut, muss sich nicht von jeder Unreife entmutigen lassen. Die Geschichte ist nicht abgeschlossen, solange Christus an uns arbeitet. Und weil Er der ist, der das Bild Gottes vollkommen trägt, dürfen wir mit stillem Mut davon ausgehen, dass Er sein Werk zu Ende führen wird.
der das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Schöpfung, (Kol. 1:15)
Und das Wort wurde Fleisch und stiftshüttete unter uns (und wir haben Seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als des Einziggeborenen vom Vater), voller Gnade und Wirklichkeit. (Joh. 1:14)
Die Verheißung, dem Bild des Sohnes gleichgestaltet zu werden, richtet den Blick weg vom bloßen Beobachten der eigenen Defizite hin auf das Wirken Gottes. Sie lädt dazu ein, das eigene Leben nicht primär unter dem Vorzeichen des Scheiterns zu lesen, sondern als Weg, auf dem Christus Gestalt gewinnt. Das nimmt dem Alltag nicht die Ernsthaftigkeit, aber es nimmt ihm den lähmenden Druck, sich selbst perfektionieren zu müssen. Jeder Schritt im Licht, jedes neue Beginnen nach einem Fall steht dann unter einer anderen Überschrift: Gott formt Sein Bild. Die Zusage aus 1. Johannes 3:2, Ihm einmal ähnlich zu sein, wenn wir Ihn sehen, wie Er ist, lässt uns die Gegenwart mit einer Hoffnung durchschreiten, die nicht aus uns stammt. Sie bewahrt vor Resignation und vor Stolz zugleich, weil sie deutlich macht: Alles, was an echter Christusähnlichkeit in uns sichtbar wird, ist Geschenk – und zugleich Vorgeschmack auf eine Herrlichkeit, die noch aussteht.
Herr Jesus Christus, du bist das vollkommene Bild des unsichtbaren Gottes, und in dir erkenne ich, wozu wir Menschen ursprünglich geschaffen wurden. Danke, dass du meine verdorbene Menschlichkeit auf dich genommen und mir in deiner Auferstehung ein neues Leben geschenkt hast, das deinem Bild entspricht. Ich bringe dir alles, was dieses Bild in mir verdunkelt, und vertraue darauf, dass dein Geist mich Tag für Tag erneuert. Lass deine Freundlichkeit, deine Wahrheit und deine Heiligkeit mehr Raum in meinem Denken, Reden und Handeln gewinnen, damit etwas von deiner Herrlichkeit durch mein Leben hindurchscheint. Stärke die Hoffnung in mir, dass ich dir einmal ganz gleich sein werde, wenn du offenbar wirst, und bewahre mich in dieser Hoffnung bis zu deinem Kommen. Amen.
Englische Quelle: Life-Study of Chronicles, Chapter 13