Das Wort des Lebens
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Die Regierungen Asarjas, Jotams und Ahas’ über Juda und Sacharjas, Schallums, Menachems, Pekachjas und Pekachs über Israel

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Die Königsbücher erzählen nicht nur von politischen Machtwechseln, Intrigen und Gewalt, sondern zeichnen eine geistliche Linie: Gott handelt mit seinem Volk, um sein Ziel mit Christus nicht zu verlieren. Zwischen treuen und gottlosen Königen, zwischen Tempelbau und Götzendienst, zwischen Prophetenwort und Gefangenschaft stellt sich die Frage, wie Gottes Plan weitergehen kann, wenn Menschen sich verhärten. Gerade die Regierungen Asarjas, Jotams und Ahas’ in Juda sowie Sacharjas, Schallums, Menachems, Pekachjas und Pekachs in Israel machen sichtbar, wie Gott einerseits richtet, andererseits aber nie aufhört, einen Überrest zu bewahren, durch den seine Economy mit Christus und seinem Leib ans Ziel kommt.

Treue und Verfehlung in Juda – Gott sucht Wirklichkeit, nicht nur Form

Die Berichte über Asarja (Usija) und Jotam wirken auf den ersten Blick fast tröstlich: Beide „taten, was recht war in den Augen des HERRN“. Die Chronik erwähnt Aufbau, Stärkung, militärischen Erfolg, sogar eine gewisse Sorge um das Haus Gottes. Asarja baut Elat wieder auf und bringt es an Juda zurück, nachdem sein Vater gestorben ist; über ihn heißt es: „Er baute Elat (wieder auf) und brachte es an Juda zurück, nachdem der König sich zu seinen Vätern gelegt hatte.“ (2.Könige 14:22). Jotam errichtet das obere Tor am Haus des HERRN und ordnet das Volk. Vieles sieht ordentlich, stabil, respektabel aus. Doch mitten in dieser positiven Bilanz steht ein kurzer, scharfer Satz: „Doch die Höhen wichen nicht: das Volk brachte auf den Höhen noch Schlachtopfer und Rauchopfer dar.“ (2.Könige 15:35). Man spürt, wie der Geist Gottes genau hier den Finger auf das legt, was die Menschen bereit sind zu tolerieren, Gott aber nicht.

Er hielt sich nicht an Gottes Anordnung, dass nur die von Gott eingesetzten Priester den priesterlichen Dienst ausüben durften. Asarja überschritt seine von Gott gesetzte Grenze und griff in diesen Dienst ein. Das war eine schwere Verfehlung vor Gott und hatte zur Folge, dass Asarja aussätzig wurde. (Witness Lee, Life-Study of Kings, Botschaft achtzehn, S. 115)

Die Höhen waren religiöse Orte, nicht offene Verbrechensstätten. Man opferte dort sogar dem Namen des HERRN – und doch waren sie Ausdruck der Weigerung, sich ganz auf Gottes Ordnung einzulassen. Er hatte einen Ort erwählt, eine Weise des Nahens bestimmt, einen priesterlichen Dienst geordnet. Die Höhen sagten still, aber deutlich: Wir wollen Gott dienen, aber zu unseren Bedingungen. Diese Spannung erreicht bei Asarja ihren Höhepunkt, als er, stark geworden und selbstsicher, in das Heiligtum eindringt, um zu räuchern. Es heißt über ihn: „Und als er mächtig geworden war, wurde sein Herz hochmütig, bis er verderblich handelte. Und er handelte treulos gegen den HERRN, seinen Gott, und drang in den Tempel des HERRN ein, um auf dem Räucheraltar zu räuchern.“ (2.Chronik 26:16). Der König überschreitet eine Grenze, die Gott bewusst gezogen hatte: der Altar des Räucherns gehörte den Priestern aus dem Haus Aaron. Aus frommem Eifer wird anmaßende Selbstinitiative.

Gott lässt diese Mischung aus Gehorsam und religiöser Eigenmächtigkeit nicht stehen. Die Priester widerstehen dem König und benennen sein Tun als Treulosigkeit; während er über sie zornig wird, bricht ihm der Aussatz an der Stirn aus. Aussatz kennzeichnet in der Schrift immer wieder eine tiefere Unreinheit, die sich nach außen sichtbar macht. Was verborgen im Herzen begonnen hatte – Hochmut, Selbstherrlichkeit in geistlichen Dingen – wird sichtbar. Und doch ist diese Züchtigung nicht das Ende, sondern eine ernste, aber rettende Grenze. Asarja lebt, regiert teilweise noch, aber „er wohnte in einem abgesonderten Haus als Aussätziger; denn er war von dem Haus des HERRN ausgeschlossen“ (2.Chronik 26:21). Die äußere Macht bleibt, der Zugang zur Gegenwart Gottes ist versperrt. Gott zerbricht nicht die ganze Person, aber er stoppt ihren unberechtigten Zugriff auf den heiligen Dienst.

In dieser Geschichte spiegeln sich feine Übergänge wider, die auch heute aktuell sind. Ein Mensch kann vieles „richtig“ machen, Verantwortung tragen, Projekte aufbauen, sogar Strukturen für den Gottesdienst stärken – und doch innerlich einen Bereich freihalten, in dem er sich Gottes Urteil entzieht. Die Höhen sind nicht immer offene Sünden; oft sind es festgehaltene religiöse Traditionen, unantastbare Gewohnheiten, unbefragte Formen, in denen zwar der Name des Herrn genannt wird, aber seine Ordnung übergangen wird. Asarjas Aussatz zeigt, wie gefährlich es ist, wenn die eigene Frömmigkeit das von Gott gesetzte Maß übertritt. Gott sucht nicht die imposante religiöse Gestalt, sondern das Herz, das es wagt, sich von ihm korrigieren und seine Grenzen neu definieren zu lassen.

Er baute Elat (wieder auf) und brachte es an Juda zurück, nachdem der König sich zu seinen Vätern gelegt hatte. (2.Kön. 14:22)

Doch die Höhen wichen nicht: das Volk brachte auf den Höhen noch Schlachtopfer und Rauchopfer dar. Er baute das obere Tor des Hauses des HERRN. (2.Kön. 15:35)

Asarja und Jotam stellen uns vor die Frage, ob unser geistliches Leben mehr von sichtbarer Ordnung oder von innerer Wirklichkeit geprägt ist. Man kann vieles zum Wohl des Volkes Gottes tun – Städte bauen, Tore verstärken, Strukturen schaffen – und trotzdem Bereiche schützen, in denen Gott nicht regieren darf. Die Höhen sind das Bild für alles, was fromm wirkt und sich doch der klaren Anrede Gottes entzieht. Asarjas Aussatz macht deutlich: Gottes Züchtigung zielt nicht auf Vernichtung, sondern auf Entlarvung und Heilung. Wo Er unsere religiöse Selbstverständlichkeit erschüttert und unser „frommes Selbst“ begrenzt, öffnet sich zugleich der Raum, in dem Christus selbst unsere Mitte wird. In dieser Spannung liegt Trost: Gott ist kompromisslos mit der Mischung, aber geduldig mit dem Menschen. Wer sich unter seine Hand stellt, erlebt, dass Er von der Form zur Wirklichkeit führt, von eigenen Initiativen zum ruhigen Leben im lebenspendenden Geist.

Die Spirale des Bösen in Israel – Gericht und bewahrter Überrest

Die Königsfolge im Nordreich Israel gleicht einem raschen Bilderwechsel: Namen treten auf, Regierungszeiten werden kürzer, Verschwörungen und Morde verdichten sich. Sacharja regiert sechs Monate, dann wird er erschlagen. Schallum hält sich einen Monat, dann wird auch er getötet. Menachem setzt sich mit Härte durch, Pekachja stirbt durch die Hand Pekachs, und auch dieser fällt schließlich einem Komplott zum Opfer. Über ihre geistliche Bewertung jedoch heißt es immer wieder in fast identischen Worten: „Und er tat, was böse war in den Augen des HERRN; er wich nicht ab von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel zur Sünde verführt hatte“ (2.Könige 15:18; vgl. Verse 9, 24, 28). Unter der dünnen Schicht politischer Ereignisse liegt eine beständige, ungebrochene Linie: die Sünde Jerobeams, die Verlagerung der Anbetung, der Götzendienst im religiösen Gewand.

Obwohl Gott Israel aufgegeben hatte, hielt Er an dem Grundsatz fest, der Sich sowohl im Alten als auch im Neuen Testament findet: sich einige Überwinder zu gewinnen, damit Er dennoch eine Linie von Menschen auf der Erde hatte, die Seine Ökonomie aufrechterhielten und ausführten. Alle wirklichen Propheten in der Zeit der Könige und der Gefangenschaft, wie Elia, Elisa, Jesaja, Jona, Daniel und Sacharja, waren Überwinder. (Witness Lee, Life-Study of Kings, Botschaft achtzehn, S. 121)

In Menachem wird die Verrohung besonders sichtbar. Als Tiphsach ihm die Tore nicht öffnet, zerstört er die Stadt und „alle ihre Schwangeren schlitzte er auf“ (2.Könige 15:16). Die politische Stabilisierung wird mit maßloser Grausamkeit erkauft. Parallel dazu rücken Großmächte heran. Zuerst erscheint Pul (Tiglat-Pileser III) und erzwingt Tribute, später heißt es: „In den Tagen Pekachs, des Königs von Israel, kam Tiglat-Pileser, der König von Assur, und nahm Ijon ein und Abel-Bet-Maacha und Janoach und Kedesch und Hazor und Gilead und Galiläa, das ganze Land Naftali, und führte die Bewohner gefangen fort nach Assur.“ (2.Könige 15:29). Die Sünde, die sich über Generationen verfestigt hat, bleibt nicht folgenlos. Gott übergibt das Reich schrittweise den Mächten, die es begehrt. Gericht geschieht nicht nur in spektakulären Eingriffen, sondern darin, dass Gott den selbstgewählten Wegen nicht länger im Weg steht.

Trotzdem erzählt die Schrift diese dunklen Kapitel nicht mit der resignierten Stimme eines Gottes, der sich enttäuscht zurückzieht. Inmitten von Verfall und Gericht lässt sich eine andere Linie verfolgen: Gott gewinnt sich einzelne Menschen, die nicht mit dem allgemeinen Strom gehen. Schon in der Zeit der Könige tritt Elia auf, der in einer Stunde der Erschöpfung hört, dass Gott sich „siebentausend in Israel übrig gelassen“ hat (1.Könige 19:18). Elisa, Jesaja, Jona, Amos – sie alle stehen in dieser Reihe. Sie tragen das Wort Gottes, während die offizielle Geschichte sich selbst zerstört. Später, in der Gefangenschaft, tauchen Daniel und seine Freunde, Esra und Nehemia auf. Sie sind nicht frei von den Folgen des Gerichts; im Gegenteil, sie teilen die Gefangenschaft. Aber in ihnen brennt eine andere Wirklichkeit: Treue zum lebendigen Gott mitten im Gericht.

Der Gedanke des Überrests zieht sich vom Alten bis zum Neuen Testament. Gottes Treue bindet sich nicht an die äußere Größe eines Systems, sondern an seine Verheißung und an diejenigen, die ihm darin glauben. So verdichtet sich in Israel die Spirale des Bösen, und doch wird die Linie der Verheißung aufrechterhalten, bis hin zu dem, von dem Jesaja einmal sagen darf: „Ein Rest wird umkehren, der Rest Jakobs, zum starken Gott“ (Jesaja 10:21). Dieses „Umkehren“ ist nicht die Leistung eines besonders entschlossenen Menschentyps, sondern das Werk des Geistes Gottes in Menschen, die sich von der allgemeinen Gleichgültigkeit nicht bestimmen lassen.

Damals schlug Menahem (die Stadt) Tifsach und alles, was darin war, und ihr Gebiet, von Tirza aus. Weil man ihm (die Tore) nicht geöffnet hatte, schlug er (die Stadt); alle ihre Schwangeren schlitzte er auf. (2.Kön. 15:16)

Und er tat, was böse war in den Augen des HERRN; er wich nicht ab von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel zur Sünde verführt hatte, alle seine Tage. (2.Kön. 15:18)

Die Könige des Nordreichs machen sichtbar, wie ernst Gott Sünde nimmt und wie tief ihre Folgen reichen. Die Wiederholung der Formel von den „Sünden Jerobeams“ zeigt, dass Gott nicht von Generation zu Generation neu verhandelt, was er verurteilt. Gleichzeitig bewahrt er sich mitten in Gericht und Zerfall einen Überrest. Diese beiden Linien – die Strenge seines Gerichts und die Beharrlichkeit seiner Treue – treffen sich in Menschen, die sich von der allgemeinen Richtung nicht bestimmen lassen. Für die Gegenwart bedeutet das: Weder die Diagnose geistlicher Verwirrung noch der Blick auf kirchliche Schwäche ist der letzte Maßstab. Entscheidend ist, dass Gott auch heute weiß, wen er anspricht und trägt. Wer sich von dieser Treue erreichen lässt, wird nicht zuerst auf die Größe eines Systems achten, sondern auf die Frage, ob in seinem Leben Platz ist für das leise, aber verlässliche Wirken des Geistes, der inmitten der Spirale des Bösen eine Linie der Hoffnung offenhält.

Vom Königschaos zu Gottes Economy – Christus, der lebensspendende Geist und der Leib Christi

Wenn die Königsbücher nur eine Aneinanderreihung von Thronwechseln und Katastrophen wären, könnten sie leicht als düstere Seiten einer untergegangenen Epoche abgetan werden. Doch zwischen ihren Zeilen liegt eine andere Bewegung: Gott führt seine Geschichte mit Christus voran und bereitet den Leib Christi vor. 1. und 2. Samuel, 1. und 2. Könige schlagen eine Brücke zwischen der frühen Geschichte Israels und der Erfüllung im Neuen Testament. In den Gestalten der Könige und in den Reaktionen des Volkes zeichnen sich Linien ab, die später in Christus ihre klare Gestalt gewinnen. Die Monarchie scheitert, aber in diesem Scheitern wird deutlich, dass kein menschlicher König das leisten kann, was nur der von Gott verheißene Sohn vermag.

Wenn wir die Bücher 1 und 2. Samuel sowie 1. und 2. Könige lesen, sollten wir die Verbindung zwischen den alttestamentlichen Geschichtsbüchern und dem Neuen Testament erkennen. Diese Verbindung ist Gottes Ökonomie für Christus und für den Leib Christi. (Witness Lee, Life-Study of Kings, Botschaft achtzehn, S. 122)

Die Propheten jener Zeit blicken bereits über die damaligen Ereignisse hinaus. Jesaja kündigt einen Immanuel an, ein Kind, in dem Gott selbst bei seinem Volk wohnt. Über dieses Kind heißt es: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunder-Rat, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens“ (Jesaja 9:5). In demselben Buch erscheint der leidende Knecht, der „um unserer Übertretungen willen durchbohrt“ ist (Jesaja 53:5). Unter der Oberfläche der königlichen Chronik zeigt Gott an, in welche Richtung seine Economy zielt: Er selbst wird Mensch, um den Menschen aus Schuld und Verderben herauszuführen und ihn in eine Beziehung hineinzunehmen, in der er an Gottes Leben und Natur Anteil hat, ohne selbst Gott zu werden.

Im Neuen Testament tritt diese Linie klar hervor. Jesus Christus, geboren aus dem Geschlecht Davids, geht durch Menschsein, Kreuz und Auferstehung hindurch. Paulus fasst dieses Geheimnis so: Gott hat das Evangelium „über seinen Sohn, der dem Fleisch nach aus dem Samen Davids kam, der dem Geist der Heiligkeit nach aus der Auferstehung der Toten in Kraft als Sohn Gottes bestimmt wurde, über Jesus Christus, unseren Herrn“ (Römer 1:3–4). In der Auferstehung wird Christus als der Erstgeborene unter vielen Brüdern offenbar; der letzte Adam ist „zu einem Leben gebenden Geist“ geworden (1.Korinther 15:45). Der verarbeitete Dreieine Gott kommt als allumfassender, Leben spendender Geist zu den Glaubenden, um in ihnen zu wohnen, sie zu verwandeln und sie zusammen als Leib Christi aufzubauen.

Damit wird deutlich, wie eng die Königsbücher mit der neutestamentlichen Realität verbunden sind. Was dort in David nur vorbildhaft angelegt ist, erfüllt sich in Christus, dem wahren König. Die Überwinder des Alten Bundes – Propheten, treue Könige, Männer und Frauen des Überrests – tragen inmitten von Gericht und Versagen die Linie, durch die Christus nach dem Fleisch kommt. Im Neuen Bund setzt sich diese Linie fort, nun aber in einer neuen Qualität: Der pneumatische Christus, der lebensspendende Geist, bildet aus vielen Glaubenden einen Leib. Paulus beschreibt Gottes Ziel so: „Weil er die, die er vorher erkannt hat, auch vorherbestimmt hat, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu sein, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei“ (Römer 8:29). Der Leib Christi ist die konkrete, gegenwärtige Fortführung dessen, was Gott seit den Tagen der Könige im Blick hatte – eine Menschenlinie, in der sein Sohn sichtbar wird.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunder-Rat, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. (Jes. 9:5)

Doch er war durchbohrt um unserer Übertretungen willen, zerschlagen um unserer Ungerechtigkeiten willen; die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. (Jes. 53:5)

Die Verbindung zwischen den Königsbüchern und dem Neuen Testament macht deutlich, dass Gott seine Geschichte nicht in zufälligen Episoden schreibt. Das Scheitern der Könige öffnet den Blick für den einen König, der nicht versagt; die Überwinder des Alten Bundes weisen voraus auf den Leib Christi, der heute in der Kraft des lebensspendenden Geistes aufgebaut wird. Diese Einsicht relativiert weder die Not unserer Zeit noch die Verantwortung des Einzelnen, sie verankert sie aber in einer größeren Bewegung. Wer in Christus lebt, steht in derselben Linie, in der einst Propheten, Überreste und treue Zeugen standen – nur dass heute der verarbeitete Dreieine Gott selbst in uns wohnt, um seinen Sohn in uns zu gestalten. Daraus erwächst eine stille Zuversicht: Mitten in einer widersprüchlichen Welt ist unser Leben nicht abgehängt, sondern Teil von Gottes andauernder Economy mit Christus und dem Leib Christi.


Herr Jesus Christus, danke, dass du inmitten von Verwirrung, Versagen und Gericht deine treue Hand nicht zurückziehst, sondern eine Linie des Lebens bewahrst, durch die dein Plan mit uns weitergeht. Wo wir wie die Könige von Juda nur teilweise gehorsam waren oder wie Israel eigene Wege gegangen sind, bitten wir dich um Reinigung, Korrektur und ein Herz, das sich deiner Ordnung und deinem Wort vollständig öffnet. Du bist der mächtige Gott, der als Immanuel zu uns kam, um uns zu erlösen und als lebensspendender Geist in uns zu wohnen; stärke in uns das Vertrauen, dass dein Werk an uns stärker ist als unsere Untreue. Lass uns zu Menschen werden, in denen du dich frei ausdrücken kannst, damit dein Leib aufgebaut und deine Herrlichkeit sichtbar wird, auch wenn die Tage dunkel erscheinen. Bewahre uns in der Hoffnung, dass deine Economy nicht scheitert, sondern im Leib Christi und in der Neuen Jerusalem herrlich ans Ziel kommt. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Kings, Chapter 18