Das Wort des Lebens
lebensstudium

Die Wiederholung des Gesetzes (9)

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Wenn Menschen wirklich glücklich sind, wollen sie es mit jemandem teilen – niemand feiert gern allein. Ähnlich beschreibt die Bibel Anbetung nicht zuerst als Pflichterfüllung, sondern als gemeinsames Freudenfest mit Gott selbst. In 5. Mose wird deutlich, wie Gott sein Volk in eine Anbetung hineinführt, die seine Heiligkeit ernst nimmt, seine Versorgung anerkennt und zugleich voller Freude, Dankbarkeit und Gemeinschaft ist. Diese Linie zieht sich weiter bis zu Jesus Christus, durch den wir heute Gott als Vater anbeten dürfen.

Anbetung als geteilte Freude mit Gott

Die Weisungen in 5. Mose zeichnen ein erstaunlich warmes Bild von Anbetung. Gott ruft sein Volk nicht zuerst an einen Ort der Pflichterfüllung, sondern an einen Tisch der Gemeinschaft. Es heißt: „Und du sollst essen vor dem HERRN, deinem Gott, an der Stätte, die er erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, (nämlich) den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öles und die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe, damit du lernst, den HERRN, deinen Gott, alle Tage zu fürchten“ (5. Mose 14:23). Die Kinder Israels sollten den Zehnten gewissenhaft absondern, das Erstgeborene heiligen und alles an den Ort bringen, den der HERR für seinen Namen bestimmte. Dort aber wurden die Opfer nicht nur verbrannt, sondern vor Gott gegessen, mit Freude, im Angesicht seiner Treue und in Erinnerung an seine Führung ihrer Väter. Anbetung ist in diesem Licht kein kalter Transfer von Gütern, sondern ein Hin- und Herfließen von Geschenk und Genuss: Das von Gott Empfangene wird ihm zurückgebracht, und gerade darin schenkt er sich selbst dem Volk neu.

An dem von Gott erwählten Ort — dem Ort Seines Namens und Seiner Wohnung sowie dem Ort des Altars — sollten die Opfer vom Volk vor Gott mit Freude gegessen werden (V. 23, 26). Das bedeutet, dass die Zehnten mit Gott genossen werden sollten. „Vor Jehovah zu essen“ heißt, mit Ihm zu essen. Die Kinder Israels brachten die Zehnten Gott dar und genossen dann vor Gott und mit Gott das, was sie Gott dargebracht hatten. Das zeigt, dass Gott will, dass wir Seinen Christus mit Ihm an Seinem erwählten Ort genießen. (Witness Lee, Life-Study of Deuteronomy, Botschaft sechzehn, S. 110)

Darin liegt ein leises, aber deutliches Zeugnis von Christus. In 1. Mose 12:7 erscheint der HERR Abraham im Land und gibt ihm die Verheißung: „Deinem Samen will ich dieses Land geben.“ Das „gute Land“ ist später für Israel Ort der Ruhe, des Ertrags, des Brotes, der Reben und der Fülle – und im Neuen Bund erkennen wir in diesem Land ein Bild auf Christus, den wahren Ertrag Gottes für sein Volk. Jesus sagt: „Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, der mich isst, um meinetwillen leben“ (Johannes 6:57). Gott schenkt uns seinen Sohn als Brot des Lebens und als reiches Land; wir kommen mit Christus zu Gott, bringen ihn gleichsam als Opfer des Lobes zurück, und während wir ihn Gott „darbringen“, nährt er unsere Seele. Wenn wir im Namen des Herrn, im Geist und unter dem Kreuz zusammenkommen – „wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte“ (Matthäus 18:20) – wird Anbetung zu einem gegenseitigen Genießen: Gott findet Befriedigung an dem Werk seines Sohnes, und wir finden Ruhe, Freude und Sättigung in eben diesem Sohn.

Von daher bekommt auch der Ort der Anbetung eine neue Tiefe. Im Alten Bund war es die Stätte, „die der HERR erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen“ (5. Mose 14:23; 16:2). Im Neuen Bund ist dieser Ort nicht mehr ein geographischer Punkt, sondern ein geistlicher: Jesus spricht von einer Stunde, „da die wahren Anbeter den Vater im Geist und in Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter“ (Johannes 4:23). Der vom Geist erfüllte, durch das Kreuz gereinigte innere Mensch wird zur Wohnstätte Gottes (Epheser 2:22), und genau dort geschieht das Mahl mit Gott. Wenn wir im Glauben an das vergossene Blut, in Abhängigkeit vom Geist und im Namen Jesu zusammenkommen, tragen wir alles, was wir sind und haben, in diese Gegenwart – und erleben, dass Gott uns mit genau demselben Christus beschenkt, den wir ihm darbringen.

Wer so lernt, „vor dem HERRN zu essen“, entdeckt Anbetung als geteilte Freude. 5. Mose 14:26 sagt ermutigend: „Und iß dort vor dem HERRN, deinem Gott, und freue dich, du und dein Haus!“ Der Gott, der uns alles gibt, schämt sich nicht, mit uns zu essen. Er ruft uns an seinen Tisch, damit Ehrfurcht und Freude, Erinnerung und Erwartung sich verbinden. Wo wir mit Christus zu Gott kommen, den Reichtum seiner Gnade bekennen und ihn zugleich als Brot für unsere Seele genießen, wächst ein stiller Mut: Nichts, was wir für ihn geben, geht verloren; alles mündet in eine tiefere Gemeinschaft. Anbetung wird zu einem Ort, an dem Gott und Mensch gemeinsam froh werden – und in dieser Freude wird unser Herz neu bereit, ihn zu ehren, ihm zu vertrauen und sein Geschenk wieder zu verschenken.

und sollst essen vor dem HERRN, deinem Gott, an der Stätte, die er erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, (nämlich) den Zehnten deines Getreides, deines Mostes und deines Öles und die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe, damit du lernst, den HERRN, deinen Gott, alle Tage zu fürchten. (5. Mose 14:23)

Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, der mich isst, um meinetwillen leben. (Johannes 6:57)

Anbetung als geteilte Freude mit Gott bedeutet, das eigene Leben als empfangenes Geschenk zu sehen, es im Licht des Kreuzes vor Gott zurückzubringen und gerade darin zu erfahren, wie Christus selbst unsere innere Hungerstelle füllt. Wer lernt, mit allem Vorhandenen „vor dem HERRN zu essen“, wird nicht ärmer, sondern freier und dankbarer: Die Segnungen verlieren ihren Besitzanspruch, weil sie zur Sprache seiner Liebe werden, und Gemeinschaft mit Gott wird vom gelegentlichen Ritual zu einem gelebten Mahl, das Ehrfurcht, Dank und stille Freude miteinander verbindet.

Heiligkeit, Reinheit und der Ort der Anbetung

Die Strenge der Vorschriften über die Erstgeburt und die Opfer macht deutlich, wie ernst Gott die Frage der Heiligkeit nimmt. „Alles männliche Erstgeborene, das unter deinen Rindern und unter deinen Schafen geboren wird, sollst du dem HERRN, deinem Gott, heiligen“ (5. Mose 15:19). Dieses Erstgeborene sollte nicht für Arbeit oder Gewinn genutzt, sondern als Gott gehörig anerkannt werden. Zugleich heißt es: „Wenn aber ein Makel an ihm ist, (daß es) lahm oder blind (ist), irgendein schlimmer Makel, darfst du es dem HERRN, deinem Gott, nicht opfern“ (5. Mose 15:21). Fehlhafte Tiere durften durchaus gegessen werden, aber nur „in deinen Toren“, fern vom Altar (5. Mose 15:22-23). Vor Gott sollte nur das Unversehrte, das Beste, erscheinen. Die Botschaft ist leise, aber unmissverständlich: Nicht alles, was in unserem Alltag zulässig ist, eignet sich als Ausdruck der Anbetung.

Kein Tier, das einen Makel hatte oder lahm oder blind war, durfte Jehovah, dem Gott, geopfert werden (V. 21), denn das war Ihm ein Greuel (17:1). Solche Tiere durften dagegen, mit Ausnahme des Blutes, am Wohnort des Volkes gegessen werden (15:22–23). Daraus erkennen wir, dass ein bestimmter Teil Gott an dem von Ihm erwählten Ort gegeben und dort mit Ihm genossen werden sollte; andere Teile hingegen, die nichts mit der Anbetung Gottes zu tun hatten, konnten vom Volk an seinem Wohnort verzehrt werden. (Witness Lee, Life-Study of Deuteronomy, Botschaft sechzehn, S. 111)

Die gleiche Linie findet sich bei den Verboten gegen jede Vermischung mit Götzendienst. „Du sollst dir keine Aschera pflanzen, irgendein Holz neben dem Altar des HERRN, deines Gottes, den du dir machen wirst. Und du sollst dir keine Gedenksteine aufrichten, die der HERR, dein Gott, haßt“ (5. Mose 16:21-22). Der Altar steht für das Opfer, das für die Versöhnung notwendig ist – im Licht des Neuen Testaments erkennen wir darin das Kreuz Christi. Daneben sollte nichts stehen, was aus fremden Kulten stammt; kein religiöser Schmuck, keine zusätzliche Stütze, keine Mischung von Anbetung des wahren Gottes mit Praktiken, die ihm fremd sind. 5. Mose 17:3. spricht von dem, „der geht und anderen Göttern dient und sich vor ihnen niederwirft, und zwar vor der Sonne oder vor dem Mond oder vor dem ganzen Heer des Himmels, was ich nicht befohlen habe“. Wer so den Bund bricht, sollte aus der Mitte des Volkes entfernt werden – ein drastischer Ausdruck dafür, wie zerstörerisch falsche Anbetung ist.

Im Neuen Bund verlegt Jesus den Ort der Anbetung von einem äußeren Heiligtum in den inneren Menschen. „Es kommt die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater im Geist und in Wahrheit anbeten werden“ (Johannes 4:23). Der wahre „Ort“ ist unser Geist, erneuert und bewohnt durch den Heiligen Geist, verbunden mit Christus, der in uns lebt (Galater 2:20). Doch gerade weil der Ort so nahe gerückt ist, werden die Fragen der Reinheit umso persönlicher. Heiligkeit in der Anbetung bedeutet, dass das Kreuz nicht ein Symbol unter vielen ist, sondern der einzige Weg zu Gott; dass der Name Jesu nicht einer unter zahlreichen Loyalitäten bleibt, sondern das Zentrum unserer Identität wird. Wo Neben-Götter – Erfolg, Anerkennung, religiöse Leistung, verborgene Abhängigkeiten – unbemerkt neben dem Altar des Kreuzes „gepflanzt“ werden, verliert Anbetung ihre Klarheit.

Diese Ernsthaftigkeit Gottes ist jedoch nicht abstoßend, sondern befreiend. Es ist tröstlich zu wissen, dass unser Herr nicht zulässt, dass fremde Mächte dauerhaft an seinem Altar stehen. Seine Eifersucht ist die Eifersucht der Liebe, die uns ganz für sich haben will, weil er weiß, dass nur in seiner Nähe unser Herz heil wird. Wer sich von seinen Mischungen beim Namen rufen lässt, erlebt: Gott verwirft nicht die Person, sondern reinigt den Ort der Gemeinschaft. Das Kreuz bleibt mitten in aller Schwachheit die Tür zu einer einfachen, klaren Anbetung, in der Christus genügt. In dieser Klarheit wächst eine stille Freude: Gott verlangt kein makelloses Leben, bevor wir kommen dürfen, aber er schenkt uns einen makellosen Christus, durch den unsere Anbetung vor ihm bestehen kann – und genau dieser Christus wird mit der Zeit auch unsere inneren Altäre ordnen.

Wenn aber ein Makel an ihm ist, (daß es) lahm oder blind (ist), irgendein schlimmer Makel, darfst du es dem HERRN, deinem Gott, nicht opfern. (5. Mose 15:21)

Du sollst dir keine Aschera pflanzen, irgendein Holz neben dem Altar des HERRN, deines Gottes, den du dir machen wirst. Und du sollst dir keine Gedenksteine aufrichten, die der HERR, dein Gott, haßt. (5. Mose 16:21-22)

Heiligkeit, Reinheit und der von Gott bestimmte Ort der Anbetung laden dazu ein, das eigene Innerste als Altarraum zu verstehen, in dem das Kreuz Christi den einzigen Mittelpunkt bildet. Wer das Alltägliche vom Heiligen unterscheidet, ohne das Leben zu spalten, sondern alles bewusst durch den Namen Jesu und sein Werk führt, entdeckt eine neue Freiheit: falsche Sicherheiten und verdeckte Götzen verlieren an Macht, weil Gottes Eifersucht uns nicht abstößt, sondern uns in eine klare, einfache Anbetung ruft, in der seine Nähe keine Angst macht, sondern Geborgenheit schenkt.

Verbindliche Hingabe und das Leben im Bund

In 5. Mose wird Anbetung eng mit der Frage der Verbindlichkeit verknüpft. Der HERR richtet den Blick nicht nur auf Opfer und Feste, sondern auch auf das gesprochene Wort des Menschen. „Wenn du für den HERRN, deinen Gott, ein Gelübde ablegst, sollst du nicht zögern, es zu erfüllen. Denn der HERR, dein Gott, wird es unbedingt von dir fordern, und Sünde würde an dir sein“ (5. Mose 23:22). Wer etwas gelobt und es dann nicht einlöst, lässt eine Kluft entstehen zwischen gesprochenem Bekenntnis und gelebter Realität – und genau diese Kluft nennt die Schrift Sünde. Gleichzeitig macht derselbe Abschnitt deutlich, dass Gott niemanden unter Druck setzt: „Wenn du es aber unterläßt, (etwas) zu geloben, wird keine Sünde an dir sein“ (5. Mose 23:23). Gott dürstet nach einem Volk, das ihm gehört, aber er erzwingt keine vollmundigen Versprechen; er achtet das Herz mehr als den großen Satz.

„Wenn du dem Jehovah, deinem Gott, ein Gelübde tust, sollst du nicht zögern, es zu erfüllen; denn Jehovah, dein Gott, wird es gewiss von dir fordern, und es wird dir zur Sünde werden“ (V. 21). Ein Gelübde, das man Gott zusagt und dann nicht erfüllt, ist Sünde. Haben wir dem Herrn ein Gelübde geleistet, sollten wir es unverzüglich einlösen. (Witness Lee, Life-Study of Deuteronomy, Botschaft sechzehn, S. 113)

Diese Spannung wird im Neuen Bund nicht aufgehoben, sondern vertieft. Durch das Blut Jesu hat Gott einen ewigen Bund der Gnade gestiftet. Unsere Hingabe geschieht nicht, um diesen Bund zu begründen, sondern als Antwort auf ihn. Paulus fasst das in einem Satz zusammen, der sowohl Anbetung als auch Verbindlichkeit beschreibt: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das ist euer vernünftiger Gottesdienst“ (Römer 12:1). Weil Gott sich unwiderruflich an uns gebunden hat, werden wir eingeladen, uns ihm zu überlassen – nicht stückweise, sondern ganz. Wo wir ihm unser Leben, unsere Zeit, unsere Beziehungen oder unseren Dienst zusprechen, nimmt er das ernst. Unsere Versprechen schweben nicht im luftleeren Raum; sie fallen in die Hände dessen, der treu ist, auch wenn wir untreu sind.

Doch gerade dieser Bund der Gnade verhindert, dass aus Verbindlichkeit ein harter Druck wird. Der Hebräerbrief ermutigt: „Laßt uns das Bekenntnis der Hoffnung unwandelbar festhalten, denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat“ (Hebräer 10:23). Gottes Treue trägt unsere Treue, nicht umgekehrt. Wenn wir merken, dass Zusagen an Gott unvollkommen eingelöst wurden, lädt das Evangelium nicht zur Resignation, sondern zur Rückkehr ein. Busse im Neuen Bund bedeutet nicht, ein Gelübde zurückzunehmen, sondern den Weg zurück in die Gnade zu finden, aus der das Gelübde überhaupt erst Sinn bekommt. Anbetung wird dann zu einem Lebensstil, in dem Bekenntnis und Alltag einander immer näherkommen: wir erinnern uns an Gottes Handeln in unserer Geschichte, wie Israel bei der Darbringung der Erstlingsfrucht (5. Mose 26:1-11), und lassen diese Erinnerung unsere Hingabe nähren.

Solche Verbindlichkeit ist kein heroischer Akt, sondern wächst leise aus der Erfahrung, getragen zu sein. Wer im Alltag erfährt, dass Gott Gelübde ernst nimmt und gleichzeitig den, der strauchelt, nicht fallen lässt, lernt eine neue Art von Mut kennen. Es wird möglich, vor Gott ehrlich zu sprechen, ohne alles vorab abzusichern; Zusagen werden nicht zu Fesseln, sondern zu Linien, an denen seine Treue uns immer wieder findet. Anbetung wird so mehr als ein Moment der Ergriffenheit – sie wird zum Rhythmus eines Bundeslebens, in dem Gottes Ja zu uns unser Ja zu ihm immer wieder weckt.

Wenn du für den HERRN, deinen Gott, ein Gelübde ablegst, sollst du nicht zögern, es zu erfüllen. Denn der HERR, dein Gott, wird es unbedingt von dir fordern, und Sünde würde an dir sein. Wenn du es aber unterläßt, (etwas) zu geloben, wird keine Sünde an dir sein. (5. Mose 23:22-23)

Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das ist euer vernünftiger Gottesdienst. (Römer 12:1)

Verbindliche Hingabe und das Leben im Bund laden dazu ein, das eigene Wort vor Gott nicht zu fürchten und nicht zu leicht zu nehmen: Aus der Sicherheit des göttlichen Ja im Blut Christi darf ein menschliches Ja wachsen, das ehrlich, begrenzt und zugleich ernst gemeint ist. Wer erlebt, dass Gott sowohl die Tiefe seiner Zusagen als auch die Zerbrechlichkeit unserer Versprechen kennt, findet einen Weg zwischen Leichtsinn und Perfektionismus – einen Weg, auf dem Anbetung zum gelebten Bund wird, in dem Gottes Treue unser zögerndes Herz Schritt für Schritt in eine beständigere Antwort hineinwachsen lässt.


Herr Jesus, führe uns im Licht Deines Wortes und schenke uns Gnade, die gezeigte Wahrheit nicht nur zu verstehen, sondern im Alltag aus Deinem Leben zu erfahren. Bewahre uns in Deiner Gegenwart, damit unser Denken, Reden und Dienen von Dir geprägt wird und Dein Name in der Gemeinde verherrlicht wird. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Deuteronomy, Chapter 16